Adventüden 2020 09-12 | 365tageasatzaday

09.12. – Jedes Jahr das Gleiche | Adventüden

 

Lebkuchen im August, Wichteln bei der Firmenweihnachtsfeier … och nö! Und dann das Gedudel im Radio: »Last Christmas« – der Minnesang der Neuzeit? Warum keine Christmas Carols wie bei den Sternsingern? Statt dessen die tot gedudelten Evergreens aus Amerika mit Kaminabenden oder einer Schlittenfahrt mit Glöckchengebimmel durch ein Winterwunderland.

In den Bergen muss die weiße Pracht ein Traum sein, aber hier? Bis sieben Uhr morgens darf ich diese graue Pest weggeräumt haben. Zu hülf! Dann habe ich halt das Etikett »Weihnachtsmuffel«, aber das war nicht immer so. Weihnachten daheim gab es Schweinsbraten mit Semmelknödeln, danach sind wir mit Mama und Papa zum Rodeln in den Park, und abends lasen sie uns aus unserem großen Märchenbuch vor.

Jetzt habe ich Halloween lieber: gruselig kostümierte Kinder, Nebelschwaden, ausgehöhlte Kürbisse … und die Kleinen haben ihren Spaß bei der Jagd auf Süßes. So einer Prozession kleiner Gespenster, Hexen oder Vampire gebe ich doch gerne etwas von meinen Süßigkeiten ab, denn die sind Streicheleinheiten für die Seele. Apropos – im Kühlschrank war noch Käsekuchen, damit verziehe ich mich aufs Sofa unter meine Kuscheldecke zu meiner aktuellen Lektüre: »Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch«. Den hätte ich jetzt auch gerne. Mich in alles verwandeln zu können, einen Zugvogel vielleicht, oder überall hin reisen zu können, zum Beispiel an einen fernen Strand … Aloha! Dazu einen Gin Tonic, während ich im Liegestuhl den lauen Abend genieße, und über mir der Sternenhimmel, ein Lichtermeer aus kleinen Pünktchen.

Jedes Jahr das Gleiche? Von wegen! Vielleicht mache ich den Traum wahr, wenn ich die Chance dazu habe, denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und ein Zaubertrank ist dafür nicht nötig.

Autor*in: Ulrike     Blog: Blaupause7

 

Adventüden 2020 09-12 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Zum Thema Inhaltshinweise/CN/Triggerwarnungen in den Adventüden bitte hier lesen.

Nachdem viele Teilnehmer*innen und Leser*innen das Fetten der vorgegebenen Wörter als störend empfunden haben, wurde darauf verzichtet. In einem Text, der maximal 300 Wörter umfassen durfte, waren (mindestens) drei der folgenden fünfzehn Begriffe zu verwenden:

Etikett, Gin, Käsekuchen, Kuscheldecke, Lebkuchen, Lichtermeer, Märchenbuch, Minnesang, Nebelschwaden, Schlittenfahrt, Semmelknödel, Streicheleinheiten, Wichtel, Wunschpunsch, Zugvogel

Dieser Text erschien zuerst im Rahmen der Adventüden 2020, einem Projekt von »Irgendwas ist immer«.

 

34 Kommentare zu “09.12. – Jedes Jahr das Gleiche | Adventüden

  1. Dieses Ende-Buch ist ein herrlicher Tip zum Wiederlesen, mußte gerade mal die Wollmäuse vom Buchrücken wegblasen, um Beezlebub Irrwitzer und Tyrannja Vamperl einen Besuch abzustatten….
    Wen es nach ganz anderen Weihnachtsliedern umtreibt, dem empfehle ich einen Besuch hier:
    https://randomrandomsen.wordpress.com/
    Im übrigen liebe ich die Adventszeit sehr und hätte gern Schnee – aber hier in unseren Breiten eher selten um diese Jahreszeit.
    Als Ersatz für Strand und Meer empfehle ich die Badewanne -:)) lösch es, wenn Du es nicht magst….

    Gefällt 2 Personen

    • Ich hätte auch gerne Schnee, wenn schon, denn schon. Aber der ist hier oben selten, und ich rechne rechne nur bedingt damit, jedenfalls im alten Jahr 🌨️
      Danke dir für den Tipp zu den Weihnachtsliedern! Ich folge dem Blog zwar nicht, bin aber seinem Inhaber so oft schon begegnet, dass ich keine Zweifel habe, dass er ungewöhnlich Schönes ausgegraben hat ❤️
      Dir einen gemütlichen Tag! 🐈🌲🌠☕🍪👍

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  2. Wieder eine Etüde mit allen Wörtern. Alle Achtung!
    Und die Stimmung ist absolut nachvollziehbar geschildert.
    Eigentlich ist dieses Jahr für Weihnachtsmuffel doch perfekt, neunzig Prozent des Brimboriums fällt aus.Raum für Neues.
    Ich bin übrigens sehr gespannt, ob noch eine Coronaadventsetüde folgt … oder hat sich das im August noch niemand vorzustellen gewagt?

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  3. Ich mag Weihnachten, auch Kitsch bis einer bestimmten Grenze, aber in den letzten Jahren habe ich angefangen, alles zu begrenzen, denn ein bisschen Nachdenken und Ruhe sind auch schön. Ich mags kaum sagen, aber mir gefällt das sehr viel weniger Drumherum dieses Jahr… nur Menschen, die Weihnachten allein sein werden und darunter leiden, die fallen mir sehr schwer.

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