Im Winterwald unterwegs ;-)

Falls schon wer summt, muss ich euch enttäuschen: Im Winter ist der Wald in Norddeutschland alles, nur nicht weiß. Jedenfalls meistens, jedenfalls in der Vorweihnachtszeit, also jetzt. Wer im Dezember in den Wald geht, der bekommt vor allem eins mit: Baumfällarbeiten, speziell deren Auswirkungen – Markierungen an Bäumen, Holzstapel und Stämme sowie zerfahrene Wege.

Als ich mich also neulich in den Wald begab, um die unerforschten Stellen auf meiner Wegskizze (W5, hier nachlesen) abzulaufen, empfing mich schönstes Winterwaldwetter: hochneblig, feucht und ziemlich mild. Es hatte den Tag zuvor geregnet, also war ich gewappnet, dass die Wege vielleicht nasser sein könnten. Waren sie auch. Auf zum Karlstein, zum vorläufig letzten Mal 😉

 

Start an der Schulenburgseiche | Auf dem Wanderweg W5 Karlstein | 365tageasatzaday
Quelle: ichmeinerselbst, Klicken macht groß!

 

Nachdem ich erneut an der Großmoddereiche geparkt und zur Schulenburgseiche gelaufen war, ging es ab da dann richtig los. Ich schlug den Weg ein, von dem ich beim ersten Mal nach nicht allzu langer Zeit abgewichen war und dann diesen großen, entzückenden Umweg gemacht hatte und von dem ich inzwischen weiß, dass er mich an einer Freifläche, genannt „Lichtung Doppelheide“, vorbeigeführt hatte, und bog dieses Mal an der fraglichen Kreuzung (Punkt D auf der Wegskizze) richtig ab.

 

Punkt D (siehe Skizze) | Auf dem Wanderweg W5 Karlstein | 365tageasatzaday
Quelle: ichmeinerselbst, Klicken macht groß!

 

Da sieht jeder, dass da ein Pfeil nach links ist, oder? Jedenfalls befand ich mich nun auf dem für mich neuen Stück des Weges, und was soll ich sagen: Ich war begeistert. Der Wald ist einfach … großartig. Laubwald, Mischwald, Nadelwald, junge Bäume, alte Bäume. Wanderer. Spaziergänger. Mountainbiker. Alle freundlich grüßend, mal von den zwei, drei obligatorischen Nasen abgesehen, und Pulks. In Pulks grüßt meist nur einer, oft der Erste oder der Letzte.

 

Quelle: ichmeinerselbst, Klicken macht groß!

 

Kurz nach einer alten, bemoosten Eiche kam der von mir mit Spannung erwartete Punkt, wo ich nach links abbiegen musste (Punkt E auf der Wegskizze). Mal ernsthaft: Wenn ich mir irgendwo ein fettes W5-Schild gewünscht hätte, dann da. Denn der Weg ist ein Pfad, also schmal, und am anderen Ende steht ja auch ein Schild. Zumindest an jenem Sonntag war die Mountainbiker-Dichte jedoch hoch, und da ich (berechtigterweise) zu wissen glaubte, wo ich rauskommen würde, durchwanderte ich dieses zauberhafte Stückchen Wald staunend und fühlte mich verwunschen und nicht ganz von dieser Welt. Hätte auf dem Hochstand ein Elb gesessen, ich hätte mich nicht gewundert.

 

Quelle: ichmeinerselbst, Klicken macht groß!

 

Das Schild am Ende (Punkt A auf der Wegskizze) bestätigte mir, dass ich genau nach Plan gelaufen war. Nun war ich gespannt, wie es an Punkt B mit eventuellen Pfeilen aussehen würde, dass dort massiv Richtung Karlstein (nach links) ausgeschildert war, wusste ich ja bereits, und ging geradeaus.
Aber ja, auch dort kamen wieder Pfeile. Nicht sonderlich groß, und auch nach „N“ (Neugraben?) und nicht mehr nach „KA“ (Karlstein) weisend, aber was solls. Ich folgte frohgemut dem Weg … und traf endlich an einer Kreuzung (Punkt F auf der Wegskizze) auf den Heidschnuckenweg (Markierung „H“, von der Doppelheide kommend). Hurra! Der Heidschnuckenweg hat dort einen Wegweiser mit Kilometerangaben aufgestellt, ein kleines Hinweisschild, dass man sich auf W5 befindet, hätte gutgetan – schließlich teilen sich beide Wegmarkierungen kurz vor dem Karlstein ziemlich mühelos ebenfalls einen Wegweiser (siehe unten). Da sich ebenfalls eine Mountainbiker-Gruppe und zwei Familien (mit Bollerwagen) der Kreuzung näherten, hielt ich mich mit Fotos zurück, knipste nur schnell den Wegweiser-Findling und beeilte mich, dem Rummel zu entkommen.

 

Quelle: ichmeinerselbst, Klicken macht groß!

 

Memo: Dies ist die bessere Laufrichtung, die Steigungen sind als Abstiege vermutlich leichter zu gehen als als Anstiege. Wenn man diesen Wegweiser erreicht hat (der rechts zum Parkplatz Karlstein zeigt), dann muss man nur noch ca. 500 Meter mit einer beeindruckenden Schilderdichte überstehen, und dann …

 

Quelle: ichmeinerselbst, Klicken macht groß!

 

… taucht der Karlstein wie ein hingekauertes, runzliges Tier zwischen den Bäumen auf. Der Regen hatte fast alle Spuren der bunten Bemalung abgewaschen. Ich trottete nach einer kurzen Pause langsam weiter.

 

Quelle: ichmeinerselbst, Klicken macht groß!

 

Irgendwo zwischen dem Karlstein und Punkt B kommt man durch dieses Stück Fichtenwald, wo ich immer das Gefühl habe, dass hinter den Bäumen jemand unsichtbar wacht und schaut, wer da so durchgeht. Ich fühle mich da klein … aber zeigen wollte ich euch auch, wie stark die Wege teilweise aufgefahren sind. Waldarbeiten, jetzt ist die Jahreszeit dafür. Die Pilzfamilie stand ein Stückchen zuvor und wollte ebenfalls unbedingt aufs Bild, keine Ahnung, warum.
Der Rest des Weges war altbekannt und daher nicht mehr sonderlich spannend, was die Orientierung betraf, aber ich kann mir die Spitze nicht so ganz verkneifen: Es sieht jeder, dass hier (Punkt C auf der Wegskizze) der Weg nach links abgeht , oder? Ja, klar, man gewöhnt sich dran, und ich lächle ja auch über mich. Trotzdem: Der Heidschnuckenweg pinselt sein „H“ gefühlt auf jeden dicken dritten Baum. Da ist noch Luft nach oben, liebe Schnitzeljagdpräparierer!

 

Ergänzte Skizze | Auf dem Wanderweg W5 Karlstein | 365tageasatzaday
Quelle: ichmeinerselbst, Klicken macht groß!

 

Fazit: Der von mir so bezeichnete südliche Teil von W5 ist damit endgültig durch. Ich habe natürlich überlegt, ob ich jetzt nicht noch mal den nördlichen Teil laufen müsste, vor allem die Schleife über den Kiekeberg, aber ich habe keine Lust. Ich glaube, ich will was mit Aussicht, und ich habe da inzwischen auch schon was im Auge …

Gemacht habe ich 14.175 Schritte, meine beiden Schrittzähler behaupten, das seien zwischen 9,2 und 9,6 Kilometer gewesen, und meine Wanderschuhe sind immer noch der Garant für trockene und warme Füße, ich kann sie gar nicht genug loben. Ich jedenfalls bin völlig zufrieden.

 

40 Kommentare zu “Im Winterwald unterwegs ;-)

    • Ja, das ist einer der Vorteile, die man mit einem Auto hat, gerade jetzt. Ich habe schon öfter an euch und eure Pläne auf meiner Elbseite gedacht. Da ich südlich der Elbe wohne, bietet sich das für mich so an wie für euch Ahrensburg.
      Wichtig ist, finde ich, dass man sich nicht einsperrt/einsperren lässt, innerlich vor allem, aber auch äußerlich. 😉
      Danke dir und viel Spaß! Das Wetter soll ja toll werden. 😁
      Abendgruß 😁🎄🌟🍷👍

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  1. Beachtlich, so viele Kilometer würde ich (leider, leider, leider …) nicht mehr schaffen ohne Tränen in den Augen und einen Fluch hinter den zusammengebissenen Zähnen. Doch schon allein für den Karlstein lohnt sich eine solche Wanderung, und die Bilder vom nicht puderzuckerüberschneiten Wald sind traumhaft. Danke für den schönen Spaziergang. Ich grüße Dich mit dem Rest meines Morgenkaffees.

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    • Du hast vielleicht gesehen, dass dieser Artikel Vorläufer hat? Dort gibt es noch mehr Fotos.
      Und falls du virtuell an meinen Streifzügen zu Fuß teilnehmen möchtest, möchte ich dir meine noch recht überschaubare Kategorie „Zu Fuß unterwegs“ ans Herz legen, in die ich viel Herzblut investiere.
      Ganz herzlichen Morgenkaffeegruß 😁🌥️☕🍩👍

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        • Ja, gibt es (Herzblut), aber ich bemühe mich, dass es nicht so auffällt 😉
          Neee, im Ernst, ein Projekt wie die Etüden kann man nicht halbherzig laufen lassen. Wenn man so was übernimmt, muss man bereit sein, es „richtig“ zu machen – und natürlich hatte ich anfangs den Aufwand unterschätzt. Jetzt läuft es, es gibt einen einigermaßen festen Stamm Mitschreibender und ich stehe immer noch hinter der Idee. Fein. 😁
          Aber ich will nicht meine gesamte Freizeit mit dem Blog verbringen, ich hänge eh schon zu viel vor der Kiste. Also kann ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und meine neue Liebe (in der Gegend herumzustiefeln) mit meiner Blogwelt teilen, damit sie versteht, warum ich gelegentlich blogfern bin 😉😁 Solange ich nicht rausgehe, damit ich hinterher etwas schreiben kann (was sehr verbreitet sein soll, siehe Insta etc.), finde ich das absolut okay. 🤔
          Nachmittagskaffeegruß 😁🌟🎄☕🍩👍

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        • Ich finde gute Blog-Projekte (wie die Etüden) sehr schön und sinnvoll. Ansonsten sollte man eben nie vergessen, dass ein Blog ein Tagebuch ist und – wie Du ja sagst, dazu da, etwas aus seinem Leben für sich selbst festzuhalten und mit anderen zu teilen, aber nicht für das Blog zu leben. – Jetzt brauche ich auch noch einen Kaffee, ☕😀

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        • Ich mag mir nicht vorstellen, nur für den Blog zu leben, mir widerstrebt es so sehr, mich von der Zustimmung anderer abhängig zu machen. 🤔
          Gut, das ist die reine Lehre, und mit einem Projekt wie den Etüden kann ich das so nicht halten: Die Etüden müssen einem breiten Spektrum gefallen, sonst schreibt keiner mit, und eine elitäre Gesinnung will und werde ich hier auch nicht züchten.
          Das Projekt braucht also Likes und Kommentare. Inwieweit ich das brauche, überlege ich immer dann, wenn ich mir die Frage stelle, ob es mir leichtfiele, die Etüden aufzugeben, was ohne Zweifel mit einem massiven Verlust an Aufmerksamkeit und Followern einherginge. Und ganz ehrlich: Ja, ich käme klar 😉
          Aber ich habe jetzt seit Jahren für die Etüden gekämpft und Präsenz gezeigt, das ist nicht nichts, das hat wiederum auch für mich Bedeutung, ich lerne daraus etwas über Projektmanagement usw. usw. Das schmeißt man nicht mal eben weg.
          Es hat alles viele Seiten.
          Abendgrüße, jetzt ist Schluss mit Kaffee, ich habe Hunger 😁🍲🍷👍

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        • Ich finde es gut, wenn Du durchhältst, so lange Du selbst auch Freude daran hast und Befriedigung darin findest. Dass die Zahl der Follower überschaubar bleibt, wenn sie nicht kommentieren können, erlebe ich selbst täglich, komme damit aber gut klar. Steppenwölfin eben. Es heißt natürlich nicht, dass mir die Meinung anderer Menschen egal ist, aber die Kommentarpflege kostet eben viel Zeit. Wem sage ich das! – Ich stimme Dir zu. Gehen wir zum Rotwein über. 🍷👍

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        • Kommentarpflege kann viel Zeit kosten, allerdings. Ich habe schon öfter bedauert, dass du nicht mal die Kommentare auf dem Blog offen gelassen hast – als Möglichkeit für eine schnelle Anmerkung zum Beispiel, die mir für eine Mail nicht wichtig genug wäre.
          Was dir damit entgeht, sind auch Gedankenaustausche wie unserer, und so etwas ist der Grund, weshalb ich meine Kommentare nie schließen wollen würde, trotz aller Begrenzungen, denen ein Austausch in dieser Form unterworfen ist. (Versteh mich nicht falsch: Was du tust oder lässt, ist ganz allein deine Sache.)
          Prost! 🍷🍷👍😉

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  2. Wer weiß, dass er mit einem Schlag mit dem Schwert den Stein spalten kann, muss sich darum nicht kümmern 😉😁
    Ist toll, oder? Ich finde diese Sage so interessant, die wird ja nicht nur von hier erzählt, ich will da mal nachforschen …
    Guten Morgen nach Wien! 😁🌠
    Morgenkaffeegruß 😁🌥️☕🍩🐈

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  3. Hach, was für eine wundervolle, bzw. erfolgreiche Wanderung, liebe Christiane. Jetzt fühlst Du Dich in diesem Wald heimisch, auch wenn da kein Elb saß, um Dich zu grüßen.
    Du hast Körper und Geist erfrischt und ich denke, das war der Sinn dieser wirklich tollen Adventswanderung .
    Liebe Grüße von Bruni an Dich

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  4. Pingback: Einmal W5, einfach | abc.etüden | Irgendwas ist immer

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