Kindermund | abc.etüden

 

Oma, ein Dackel ist doch ein Hund, oder?

Ja, Maxi, ein Dackel ist ein Hund.

Oma, hast du einen Hund?

Nein, wieso, wie kommst du drauf?

Na, weil Papa gesagt hat …

Was denn?

Er hat gesagt, Mamas neues Parfüm stinkt genauso wie das Zeug, das du immer für die Dackelfalten nimmst!

Sieh an, der Herr Schwiegersohn, dieser Vollpfosten. Wieso sich meine Tochter dem eigentlich an den Hals geworfen hat, wollte ich immer schon mal wissen. Na, vielleicht besser nicht. Hm.

Und was hat Mama geantwortet?

Mama hat gesagt, dass er achtgeben soll, dass es nicht gleich scheppert!

Gut so, Tochter, auf dich ist Verlass.

Z E I T   V E R G E H T.

Oma?

Ich wusste doch, dass das Thema noch nicht durch ist.

Ja?

Kann man denn Dackel falten?

Oh, uff, kluge Frage. Na ja, mein Enkel!

Du meinst, so wie dein Schiff, das wir neulich aus Papier gefaltet und bemalt haben?

Das ist kaputt 😦

Bei dem Vater? Wundert mich das jetzt?

Ja, das kann man, da gibt es sogar super Anleitungen für Kinder. Geh doch mal ins Wohnzimmer und hol uns das Papier und das ganze Zeug zum Basteln her. Ich koche uns inzwischen Kakao, und die fruchtigen Kekse, die du so gerne magst, habe ich auch extra besorgt.

Z E I T   V E R G E H T.

Maxi?

Ja, Oma?

Wenn du später dem Papa beim Abendessen den tollen Dackel zeigst, den wir heute gefaltet haben, dann vergiss nicht, ihn von mir ganz lieb zu grüßen, versprich mir das, ja?

 

abc.etüden 2021 12+13 | 365tageasatzaday
Quelle: Photo by Erda Estremera on Unsplash, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 12/13.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Puzzleblume und ihrem Blog Puzzle❀. Sie lauten: Dackelfalten, fruchtig, scheppern.

Wer nun den faltbaren Dackel sucht, möge hier klicken; ein faltbarer Hund findet sich hier. Nein, NICHT selbst ausprobiert, noch nicht.

Eine Variation der Idee gibt es bei Resi Stenz: Er war leider schneller als ich 😉

 

92 Kommentare zu “Kindermund | abc.etüden

    • Nein, das mag ich so nicht, auch wenn es harmlos gemeint sein sollte; und gerade nicht in so kurzen Texten, wo jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird oder werden kann.
      Ein Vater, der über seine Schwiegermutter spottet, tut keinem weh – na gut, ihr. Vielleicht 😉.
      Ist die Frage, wo du die Grenze setzt, und für mich bist du mit Witzchen über das Ableben drüber. 🤔

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        • Logisch, hab ich auch nicht gedacht.
          Aber weißt du, diese Unterhaltung/Diskussion reiht sich nahtlos in diese „Kann/soll man Leute in Etüden so einfach umbringen“-Diskussionen ein, die wir hier schon öfter hatten, es gibt die Etüden ja schon ein bisschen, und wir hatten Leute mit Gewalterfahrungen dabei.
          Ich gehöre zu denen, die dabei zucken, wenn diese Grenze so leicht überschritten wird, auch wenn mir völlig klar ist, dass es nichts Reales ist – nimm Alice, Alice ist ein Paradebeispiel. Ich finde ihre Sachen meist total klasse, aber ich zucke trotzdem. Ich bin eh kein Fan von exzessivem (sinnlosem) Blutvergießen, weder in Büchern noch in bewegten Bildern … ich kann (und will) da auch nicht aus meiner Haut … 🤔

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        • Das kann ich nachvollziehen aber so wie ich, der das Leben mit Humor nimmt, dem entsprechenden Schwarzen Humor frönt und ansonsten gerne mal ein paar morbide Geschichtchen erfindet, würde das bedeuten, ich kann nicht mehr mitmachen.
          Es wird nie nur Schreiber geben, die all diese Sachen auslassen.

          Du bist die Chefin. Wenn du sagst, die Etüden sollen relativ rosarot sein und Tod und Blutvergießen möchtest du auslassen, dann ist das so. Aber dann muss es auch kund getan werden. 😉
          Ich steh halt auf dem Standpunkt, lieber Blut und Tod in Geschichten schreiben als real fabrizieren. 🙂

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        • Neee, um Himmels willen 😁. Ich kann gut damit, dass andere Leute andere Ansichten haben – Christiane, die Etüdenschreiberin, muss sie ja nicht teilen oder kichert sich klammheimlich ins Fäustchen.
          Christiane, die „Chefin“, kommt/käme erst mal angerannt und würde dich ggf. um eine Triggerwarnung bitten. Lies das Kleingedruckte: Jede*r ist für ihre*seine Etüden selbst verantwortlich. Und wenn ich als Chefin irgendetwas nicht verlinken würde, würde ich das klar und deutlich kommunizieren 🤔
          Von daher: Deine morbiden Etüden sind herzlich willkommen, egal, ob ich persönlich den Humor mag oder nicht 😁👍

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        • War jetzt auch nicht so „böse“ gemeint, wie es klang 🙂 🙂 Nein, ich mache schon weiter, keine Sorge. Dafür habe ich immer zu viele Denkrauminnovationen. 😆
          Es ist immer bisschen blöd, wenn verschiedene Sichtweisen aufeinander treffen. Gerade beim Schreiben sind so manche Eckensteher die regelrechten Slasher 😆

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        • Alle gleiche Meinung? Bloss nicht! Stell dir nur mal vor, dann hättest einen Vordenker, dessen wichtigste Meinung „Mir egal“ wäre 😆

          Schauen wir mal, wie der Tag wird. Darf heute ja noch einmal arbeiten…

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        • Hahaha, WOTAN beharrt auf seinem einfach gestrickten Lebensgefühl, das er auch außerhalb seines kleinen Universums für unbedingt gesellschaftsfähig hält 😉 …
          Oh Pardon, WOrTmAN, ich übersah, daß WOTAN nur in deinen Kreisen verwendet wird – doch als Wortman gehst du bei mir so schwer durch. Dazu bist du für meinen Geschmack zu wenig wort- und weltgewandt, um den gewählten Schmuck berechtigterweise tragen zu dürfen. Kleider machen bloß bei simplen Gemütern Leute.
          Du entschuldigst: aber mir fehlt bisher der Beweis, daß du nicht bloß overdressed bist in diesem Theater … 😉

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        • Ja. Frühjahr. Sie jagen einander auf und über 3 Ebenen, ich hab ja ein Katzenparadies … der V.I.P.sie will ständig mir mir an der Hand in den Hof geführt werden, das volle Sommergefühl, die Selbständigkeit, das dauert noch ein wenig.
          Faschiertes in Rind pur mögen sie weniger, sie bevorzugen „G’mischts“.

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        • Ach ja, der Hof. Und, machst du das als braver Diener und steigst mit ihm auf und ab? 😉 Meiner bleibt jetzt auch den Großteil der Nacht draußen, bald sehe ich ihn nur noch zum Fressen oder wenn es ihm draußen zu unruhig ist …
          Katzen sollen doch kein frisches Schweinefleisch? 🤔

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        • Ja, es ist endlich warm genug in der Sonne, dass man draußen sitzen kann. Ich habe dieses Jahr noch keinen Kaffee an der Elbe getrunken – im Sitzen … ⛵
          Krähen: Okay, du bist oben, ich habe hier Angst, mir Ratten zu ziehen, wenn ich es rausstellen würde.

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  1. Eine Geschichte zum Grinsen, vor allem das Wortspiel DackelFalten – bis auf den Schluß…
    Was ich nicht verstehe: wieso hat der Vater schuld, wenn der Faltdeckel kaputtgegangen ist und auch deshalb kommt mir die liebe Oma ein wenig schlicht vor in ihrem Pharisäertum.
    Vielleicht steh‘ ich bloß auf der Leitung… ?

    Gefällt 2 Personen

    • Dann freue ich mich, dass du dich freust. Denn das ist eigentlich der Sinn der Geschichte: Lachen ohne großen Tiefgang. Etwas, was jeder*jedem irgendwo bekannt vorkommt … 😉
      Sei herzlich gegrüßt 😁🌞🌼☕🥐👍

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  2. Trockener Humor! Gefällt mir gut!
    Nur die Stelle, an der die Tochter dem Schwiegersohn die Anwendung körperlicher Gewalt androht, hat mich ein bisserl ins Hyperventilieren gebracht. Und die Mutter heißt das auch noch gut! Gewalt ist keine Lösung! Weder für Gleichungen, noch für Konflikte!
    Nein, im Ernst, die Geschichte hat mich sehr amüsiert!

    Gefällt 2 Personen

    • Genau, die Geschichte ist nicht völlig politisch korrekt 😉
      Sag mal, hast du den Link zum Falten bei dir nachträglich ergänzt? Ich wollte dir nämlich ganz sicher nicht die Idee klauen, aber als ich bei dir kommentiert habe, habe ich davon nichts gesehen. Ich war fest davon überzeugt, dass sie auf meinem Mist gewachsen ist … 🤔
      Freut mich, dass du dich amüsiert hast! 😁
      Fast-Mittagskaffeegruß 😁🌼⛅☕🥐👍

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      • Kann gut sein, dass ich den Origami-Link erst später dazugetan hab‘ so wie die Audiodatei und die Zeichnung. Puzzleblume bezieht sich in einem Kommentar am Dienstag um 10 Uhr darauf.
        Alles kein Problem, würd‘ ich meinen. Wenn man die Wörter auf der Suche nach verborgenen Bedeutungen abklopft, führen einen die Dackelfalten zwangsläufig zum Origami.

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  3. Eine schööööne Geschichte, liebe Christiane.
    Nicht alle Großmütter, nicht alle Omas sind gleich, aber manche haben scheinbar ein irgendwie gespanntes Verhältnis zum Schwiegersohn.
    Wer weiß, wieso. Ist keiner gut genug für die super talentierte Tochter? Da habe ich wohl Glück gehabt *g*
    Liebe Grüße in die Nacht von Bruni an Dich

    Gefällt 2 Personen

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