Einmal W5, einfach | abc.etüden

Wenn zwei Frauen miteinander unterwegs sind, kann das mehrere Vorteile haben: Gesellschaft; ausprobieren zu können, ob man auch miteinander schweigen kann; dass hoffentlich eine mitgenommen hat, was der anderen fehlt (alles zwischen Wasser, Pralinen und Blasenpflaster – o ja, Schokolade kann sehr wichtig sein) und, last but not least, wenn beide über einen fahrbaren Untersatz verfügen, kann man einen am Ende der Wanderstrecke deponieren und gemeinsam zum Anfang fahren.

So geschehen am letzten Sonntag, und wohin ging es? Na, erraten? Richtig: W5 und der Karlstein, die Gegend lässt mich nicht los. Dieser Rundweg W5 ist in Gänze laut Karte etwa 18 Kilometer lang und kann auch in zwei Schleifen erlaufen werden, ihr erinnert euch vielleicht. Was ich bisher noch nicht hatte, war die Variante mit den beiden Autos.

Ich war im kühlen März vermutlich zuletzt dort und sehr überrascht, wie verändert sich dieser Wald im Sommer präsentiert, wie grün, wie wohlriechend, wie anders das Licht, wie magisch. Man durchquert auf dieser Strecke sowohl Laubwälder, Mischwälder und Nadelwälder, und jeder transportiert seine spezifische Stimmung, wenn man das Herz öffnen kann. Unglaublich anrührend.

Als einzige unrühmliche Ausnahme erwies sich ein höchst aggressiver Mountainbiker, der meinte, uns vollpöbeln zu müssen, weil wir Dero Gnaden bei seinem Erscheinen nicht weitestmöglich Platz gemacht hatten (es war ein breiter, gut befestigter Wanderweg, er hätte vorbeigekonnt, wir waren höflich – er sah das anders), und der bei mir prompt kurzfristig den Wunsch erweckte, ihn von seinem Rad zu holen und herzhaft in den Waldboden … Ja, ich. Tatsächlich. Mea culpa.

Nun, nichts dergleichen ist passiert, wir wanderten kopfschüttelnd und eher amüsiert weiter und beendeten unseren Weg nach ca. 10 Kilometern am Wildpark Schwarze Berge. Da W5 ein Rundweg ist, könnten wir auch noch die andere Schleife erobern (die anstrengender ist, weil mit steileren Abhängen), und ich überlege, das vorzuschlagen.

 

abc.etüden 2021 25+26 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 25/26.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Wortspende stammt dieses Mal von Monika mit ihrem Blog Allerlei Gedanken. Die Wörter lauten: Praline, herzhaft, wandern.

 

Ich möchte sicherheitshalber ein Wort zur Ehrenrettung der Mountainbiker verlieren: Dieser Wald ist von Pfaden aller Art durchzogen, Trails für Mountainbiker gehören dazu (wir waren auf keinem), und natürlich benutzen alle manche Wege gemeinsam. Ich habe ansonsten bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht, die meisten grüßen im Vorbeifahren, dieser Aggro-Typ hier war der Erste und ist absolut nicht repräsentativ.

Der Moisburger Stein ist ein alter Forstgrenzstein, davon stehen hier im Wald noch einige, ein Thema für sich, ich habe nicht nur für geschichtlich Interessierte dazu einen Blog entdeckt, auf den ich gern verlinken möchte: hier.

Und oh, Schokolade ist prima, auch unterwegs, aber niemals würde ich echte Pralinen auf eine Wanderung mitschleppen, sorry, Monika, hier habe ich deine wunderbare Wortspende passend gemacht 🙂

 

Quelle: ichmeinerselbst, Klicken macht groß!

 

46 Kommentare zu “Einmal W5, einfach | abc.etüden

  1. Hach, da bekomme ich ja direkt Lust auf einen Waldspaziergang – schööööön 🙂

    Seitdem wir regelmäßig mit dem Hund morgens am Rhein laufen, werde ich traurig (und ja auch böse zwischendurch), wie unfreundlich und ignorant manche Radler sind. Oder vielleicht sind wir auch zu freundlich, wenn von uns ein fröhliches Guten Morgen (oder auch manchmal – wie unpassend – Moin) dem Entgegenkommenden entgegen schallt. Kein Gruß zurück, kein Danke schön, dass man vorsorglich den Hund kurz genommen hat, zur Seite getreten ist…. Schade, aber ich gebe nicht auf 🙂

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    • Lass es mich mal ganz plakativ sagen: Ich glaube, Radfahrer und Gassigeher betrachten einander oft als so was wie natürliche Feinde, da hat jede*r Angst vor dem*der anderen und alle sind froh, wenn sie heil aneinander vorbei sind. Kommt noch dazu, dass Leute in der Stadt anders drauf sind, als wenn du sie in den Wald schmeißt. Wenn ich hier um den Teich laufe, grüßt auch kaum einer, auch kein Gassigeher, aber höfliches Nicken und Lächeln kommen vor. Ich wiederum bin oft überrascht, wie überrascht Gassigeher über Freundlichkeit ihnen und ihren Tieren gegenüber sind. Da scheint echt einiges im Argen zu liegen, leider. 🤔😉
      Mittagskaffeegrüße 😁🌞🌼🐝🦋☕🍩👍

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      • Eigentlich reicht ja ein wenig Freundlichkeit, egal ob Hundebesitzer, Fussgänger oder Radler… 😊 Tatsächlich erlebe ich es im Norden viel häufiger, dass man auch unbekannte Menschen freundlich grüsst. Und ich behaupte weiterhin, dass Norddeutsche offener sind (so meine Erfahrung🤷‍♀️) Mittagsgrüße 🌞😊

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        • Ja, reicht auch, ein Lächeln verändert das zwischenmenschliche und (-tierische) Klima 😉
          Ich behaupte das ja auch mit der Offenheit, also grundsätzlich. Andererseits gibt es überall ignorante Dickschädel. Vielleicht sind die im Norden nur freundlicher im Umgang 😁

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    • Das ist hier nicht ganz der Fall, beide Punkte liegen schon ziemlich an entgegengesetzten Enden. Aber solange ich (speziell auf diesen Weg bezogen) die Entfernung nicht schaffe, finde ich ich die Lösung klasse 😁
      Es gibt halt nicht überall Rundwege. Danke dir!
      Nachmittagskaffeegrüße 😁🌞🌼🦋🐝☕🍩👍

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  2. Was mich manchmal stört an den Radfahrern, ist dass man sie kaum hört, speziell die E-Biker. Und Letztere oft mit älteren Herrschaften besetzt, die einfach die Geschwindigkeit nicht einschätzen können, mit der sie unterwegs sind. Und klingeln tut schon mal generell keiner mehr, genauso wenig, wie die Autofahrer neuerdings nicht mehr blinken beim Abbiegen.

    Aber so eine kleine Portion Ärger und Luft ablassen tut doch auch gut, oder?

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    • Ich stimme dir zu, was die älteren E-Biker angeht, das denke ich auch öfter, dass das gefährlicher ist, als die denken. Beim Klingeln kann ich dir widersprechen, im Wald hier wird geklingelt, wenn man über eine verfügt, oder „Achtung, Fahrrad!“ gerufen, was ich auch okay finde. 😁
      Logisch tut das gut. Vor allem, wenn man hinterher dasteht, sich anschaut und „Was hatte den denn gebissen?“ fragt 😁👍
      Nachmittagskaffeegrüße 😁🌞🌼🦋🐝☕👍

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  3. Ach, Ja! Waldwandern, wie schön! Ich fürchte, bevor ich meine Achillessehnenentzündung auskuriert habe, hat sich meine Waldbrandangst dahingehend gesteigert, dass ich mich nicht mehr in den Wald traue. Oder die Malaise dauert lange genug, damit Pullover und Regenjacke angesagt sind. Immer positiv denken! 🦊🌲🌳

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    • Nicht trauen, ernsthaft? Angst vor Waldbränden habe ich nur, wenn ich Bilder aus Kalifornien sehe – okay, ich wohne nicht im Kiefernland, bei euch ist es schlimmer, das weiß ich.
      Ich möchte die Möglichkeit jedenfalls nicht missen 🌳🌲
      Lass mich dir prophylaktisch schnelle Genesung wünschen, ob du dann in den Wald gehst, ist ja nicht gesagt, aber zu wollen und nicht zu können ist blöd … 💐
      Abendgrüße gen Hauptstadt 😁🌞🌳🐦🍷🥨🧀👍

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  4. Schön, und weil beim Lesen so empfunden, wie zur Gänze so geschehen, habe ich die Pralinen bei einem Mädelswalderlebnis für möglich gehalten – bei uns war es in den letzten paar Tagen auch kühl genug, um nicht automatisch an schmelzenden Schokoladenbatz zu denken. So ein paar kleine Trüffelchen hätte ich mir schon vorstellen können.

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    • Hmmmmmmm. Ich erinnere mich, einmal an besagtem Karlstein im Winter eine feiernde Gruppe vorgefunden zu haben, die mir fröhlich „Alles nur ein Haushalt!“ zurief (was ich ebenso fröhlich mit „Na klar!“ beantwortete). Von daher bringt mich das zum Grübeln. Party im Wald. Wäre möglich. 😁🌞🥂🧁
      Oha, da sagst du was.
      Abendgrüße 😁🌞🐦🍷🥨🧀👍

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  5. Pingback: Bekenntnisse einer Pralinenliebhaberin | abc.etüden | Irgendwas ist immer

  6. 18 Kilometer lang lese ich und mich schaudert, liebe Christiane.
    Na gut, ich bin noch nicht ganz fit, aber ich versuche fast mein Bestes *g*.
    Das Problem mit den Radfahrern kenne ich gut und nicht immer sind sie lieb und freundlich. Manchmal kommen sie auch leise angefahren und man erschrickt sich fast zu Tode, wenn sie dann plötzlich ziemlich dicht an einem vorbeifahren. Viele haben ja immer noch keine Klingel und machen sich auch sonst wenig bemerkbar. Scheinbar denken die meisten Radfahrer, daß man sie auf jeden Fall frühzeitig hört und entsprechend ausweichen kann….

    Liebe Güße in die Nacht von Bruni

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  7. Ein Wanderbericht und ABC Etüde in eins, das ist doch sehr ökonomisch 😉
    Und der Satz mit der Stimmung , wenn man sein Herz öffnen kann ist wunderschön und wahr zugleich.
    Irgendwann schaffen wir es da auch noch mal hin. JA, wirklich auch wenn es langsam albern klingt.
    Die Wanderfreundin hat sich ein Faltboot gekauft, mit dem man -nachdem man es ungefähr eine Stunde lang herzhaft fluchend rückenbrechend zusammengebaut hat- die Alster, Bille und Dove Elbe ganz neu entlang wandern kann , um danach beim Auseinanderbau wieder herzhaft zu fluchen.
    Paddeln mit unserem verrückten kleinen dritten Mann geht – wer hätte das gedacht, Darauf eine Praline.
    (Nein, das ist nicht meine Etüde, die ist fast fertig und kommt heute oder morgen)

    Gefällt 4 Personen

    • Sorry, dein Kommentar hat sich gerade als Etüde qualifiziert, damit die anderen beiden nicht so allein sind, sch… doch auf meine eigenen Vorschriften, es ist kurz vor den Sommerferien 😁
      W5: Du wirst es mögen, ich bin sicher. Und ich hoffe, dein Unruhegeist auch. Ich laufe dort mit immer noch wachsender Begeisterung. 😁
      Was das Faltboot angeht: Gut, rückenbrechend ist nicht gerade eine Empfehlung, aber hey, ihr seid offenkundig nicht damit abgesoffen, das ist doch auch was 😉
      Nachmittagskaffeegrüße 😁🌦️🌼🐦🌳☕🍪👍

      Gefällt 1 Person

  8. Pingback: W5 – die Nordschleife ;-) | Irgendwas ist immer

  9. Pingback: Etüdensommerpausenintermezzo 2021 – Hinter den Kulissen | Irgendwas ist immer

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