Vom Herz des Krieges

Loretto

Einen Tag lang in Stille untergehen!
Einen Tag lang den Kopf in Blumen kühlen
und die Hände fallen lassen
und träumen: diesen schwarzsamtnen, singenden Traum:
Einen Tag lang nicht töten.

(Edlef Köppen, Loretto, in: Die Aktion, 1915, Online-Quelle)

(Infos zu Edlef Köppen: hier und hier; „Loretto“ ist ein Kriegsschauplatz an der Westfront im Ersten Weltkrieg: hier (Wikipedia))

An die Nachgeborenen

Ich darf den Herrn Bertolt Brecht noch nicht zitieren (wegen Urheberrecht), also verweise ich auf die, die es dürfen. Auf diesem Portal – Lyrikline.org – finden sich auch ukrainische (und russische) Dichter*innen; es ist mehr als beachtenswert (1504 Dichter*innen, 88 Sprachen).

Zu Brecht, dessen Gedicht „An die Nachgeborenen“ ich über die Jahre wieder und wieder gelesen habe (es begleitet mich wirklich seit meiner Jugend), bitte hier entlang: Hier klicken.


Zum guten Schluss ein bisschen Musik gefällig? Die meisten von euch werden das Lied kennen, es ist von 1981, aber nicht diese Version. Es ist immer noch erschreckend wahr.

Udo Lindenberg feat. Joan Baez: Wozu sind Kriege da?



 

Quelle: Pixabay

 

Das Herz des Krieges sind immer die Menschen, über die die Kriege Leid bringen und die darin zerrieben werden. Warum erinnern sich Politiker ud Mächtige (egal wo) anscheinend nicht, dass sie auch (nur) Menschen sind?
Last but not least: Kommt gut in und durch die neue Woche!

 

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55 Kommentare zu “Vom Herz des Krieges

  1. Einen Tag lang nicht töten – was für ein Satz! Auch nach dem besonders grauenhaften ersten Weltkrieg wollte man ja nie wieder Krieg führen….
    An die Nachgeborenen liebe ich auch sehr, es ist für mich ganz besonders authentisch und für alle nachvollziehbar. Eine Sternstunde für meine Beziehung zu den Montagsgedichten.

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  2. danke hierfür, liebe christiane! „an die nachgeborenen“ fand ich auch immer schon sehr eindrücklich, habe sogar mal eine art antwort-gedicht versucht.
    was sind das nur für zeiten. muss auch öfter an dieses denken: „make love, not war.“
    herzliche friedvolle grüße, nicht ohne kaffee! 😉

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  3. Liebe Christiane, auf die eine und andere Weise beschäftigt(e) sich die Kunst immer wieder mit dem Krieg und natürlich auch die schreibende Zunft, dem, was am meisten Leid und Elend über die Menschheit brachte, das sich jeglichem Verständnis entzieht, auch wenn man weiß was Kriegstreibende motiviert.
    Ich bin so müde, ob dieser ganzen Nachrichten, dass ich es noch nicht einmal mehr schaffe lyrische Kriegsgedichte zu lesen. Verzeih.
    Ganz liebe Grüße und danke, dass du auch immer mal wieder auf Twitter vorbeischaust, Ulli

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    • Ich bin auch müde. Ich war auch schon coronamüde. Ich glaube, ich kann dich ein großes Stück weit gut verstehen (aus Gründen: Hattest du meine Etüde von gestern gesehen?).
      Ich verstehe die Faszination von Twitter, aber begeistert bin ich nicht.
      Alles Liebe für dich, Ulli, und Grüße ins Wendland! 🌞🦋🌼👍

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      • Seitdem ich eine gewisse Followerschaft auf Twitter aufgebaut habe, genieße ich den viel schnelleren und direkteren Austausch als ich ihn je auf dem Blog hatte. Hat allerdings eine Weile gedauert und ich musste die Spreu vom Weizen trennen. Nun … deswegen mag ich Bloghausen immer noch sehr, wäre nur mehr Energie da, endlich eine neue Blogseite zu bauen. Die alte ist am Limit 😦
        Herzliche Nachtgrüße an dich, Christiane ❤ 🐻

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      • Wenn es das ist, was du gesucht hast, diese Art Austausch, dann ist das natürlich großartig, dann ist das dein Medium. Freut mich für dich. Spreu vom Weizen trennen muss man überall.
        Dein Blog ist vermutlich hauptsächlich wegen der Bildgrößen übergelaufen, oder? Dann könntest du anfangen zu üben, Bilder zu verkleinern, Stichwort IrfanView. Überleg dir, welche Auflösung du brauchst (maximal das, was ein Laptop hat, ich bin eigentlich immer drunter), und übe das Verkleinern und Nachschärfen, wenn du Bilder bearbeitest. Bei Fragen weißt du, wie du mich erreichen kannst, ich kann es dir nur anbieten.
        Morgenkaffeegrüße aus ziemlich heiterem Himmel 😉🌤️🌼☕🍪👍

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      • Liebe Christiane, ich habe die Bilder IMMER verkleinert, aber vielleicht nicht klein genug – aber mein Blog ist auch über 10 Jahre alt und ich bin zu doof einen neuen einzurichten, da komme ich gerne auf dein Angebot zurück. Aber jetzt erstmal gesund werden, das hat Priorität. Auf zum Langzeit EKG …
        sonnige Dienstagmorgengrüße, am internationalen Frauentag – es gibt noch viel zu tun!

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      • Ulli, ich kann nicht mehr tun, als es die anbieten. Wenn dir zum Beispiel Twitter zurzeit mehr liegt, dann ist das eben so.
        Ansonsten mail mir einfach. 🧡
        Ich wünsche dir einen erfolgreichen Tag, und sonnig und heiter darf er auch gerne sein! 😉👍
        Vormittagskaffeegrüße 😁🌞🌼☕🍪🧡👍

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      • Ich komme dieser Tage auf dein Angebot gerne zurück, liebe Christiane. Freut mich sehr.
        Heute war ich ganz viiiel draußen.
        Ob mir Twitter mehr liegt weiß ich nicht, gerade ist mir dort wieder zu viel Aufregung, da wandel ich lieber unter strahlend blauem Himmel 😉
        Wünsche dir einen gemütlichen Abend, herzlichst, Ulli

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      • Super, ich freue mich! 🧡 Ich habe heute einen Behördentermin zu einer kleinen Runde durch die Stadt genutzt – Hamburg von seiner schönsten Seite! 😁🧡⛵🌼👍 Auch dir einen schönen Abend! 👍

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  4. „Hominem te memento!“
    Der mahnende Sklave im römischen Triumph und seine Ikonographie[1]
    Ich zitiere daraus: „… könnte die Ver­mutung …passen, wonach die Formel … als eine Art römischer Umschreibung des berühmten Gebotes zur Selbsterkenntnis „γνῶθι σεαυτόν“ zu verstehen sei.“

    Erinnere dich, dass du ein Mensch bist – erkenne dich selbst – genau das ist die crux. Wir sind dabei, aus Angst vor dem Unausweichlichen, dem Tod, unser Menschsein abzutreten an Kontrollmechanismen, die nicht-menschlich sind.

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  5. An die Nachgeborenen habe ich mit Zittern und Zagen gelesen, denn meine Angst vor Krieg ist groß, liebe Christiane. Ich kam ja in den ersten Jahren nach dem Krieg zur Welt und da war noch vieles frisch und die Gespräche waren traurig.
    Mein Vater hattre seine Heimat verloren und einen Bruder und die Mutter meiner Mutter, meine heißgeliebte Oma war oft so still. Sie hatte ihren erstgeborenen Sohn verloren und das jüngste ihrer Kinder. Ich kam zwei Jahre nach ihrem Tod zur Welt und bekam ihren Namen. Ich glaube, ich habe es schon öfter erzählt… Dann kamen die 50er und es ging aufwärts, gottseidank.
    Brecht spricht mir aus dem Herzen und ehrlich gesagt, mir ist angst und bange.

    Wie geht es Deiner Freundin? Ich hoffe sehr, es geht ihr etwas besser, liebe Christiane

    Liebe Grüße von Bruni an Dich

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  6. Mir war von Brecht nur der letzte Absatz in Erinnerung …dass wir nicht freundlich sein konnten… Wurde von Linken als Freibrief für alles von Stalin über Stasi bis RAF genommen. Das ganze Gedicht ist viel menschlicher. Danke

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    • Das ganze Gedicht ist bitter und sehr menschlich, ja. Und gerade der Satz mit der Freundlichkeit hat mich immer sehr berührt, dass er so missbraucht wurde, wusste ich nicht. Der gesamte dritte Teil ist mir besonders nahe.
      Danke dir.
      Abendgrüße 😏✨🦋🍷🍪👍

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  7. Köppen finde ich sehr eindringlich. Ich habe mich gerade nur mit „schwarzsamtnen“ schwer getan. Hab 3 Anläufe gebraucht, das zu verstehen.
    An Brecht musste ich am Wochenende auch denken. Ich habe mich gefragt, was er wohl über diese Tage schreiben würde.

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  8. Danke Christiane!

    Wenn ich Brecht höre und dieser Tage Gleichaltrige auf den Kanaren weiß, die fröhlich ihren Urlaub verbringen und schöne Fotos posten, dann zweifele ich sehr.
    Das einzige, was ich wirklich begreife ist, daß Menschen auf 1001 Arten verschieden sind. Und daß ich mich bisweilen in manche nicht einfühlen kann.

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    • Da hast du recht, ich kann das bestätigen. Ich finde es aber völlig normal und okay, mich in manche nicht einfühlen zu können.
      Nachmittagskaffeegrüße 😏☁️☕🍪👍

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      • Nein, tue ich eigentlich nicht, ich möchte immer verstehen (nicht automatisch gutheißen). Aber es gibt einen Unterschied zwischen „Nicht mein Ding“ und „Ist so weit weg von mir, da käme ich nie drauf“. Und Letzteres kalkuliere ich einfach nicht ein.

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  9. Ich kannte beide nicht und bin berührt von beiden. Und immer und immer wieder passiert das, und es scheint, als ob die Menschen nicht dazulernen und mit jeder neuen Generation alles wieder von vorn lernen müssen. Und es gibt immer jemanden, der bereit ist, mehr zu tun, um seine Macht zu festigen und auszubreiten. Ich hasse das, wirklich.

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    • Köppen kannte ich auch nicht, aber Brecht? Ich hatte miserablen Deutschunterricht, aber der war dabei … 🤔😏
      Ja, die Irren (sind sie nicht, weiß ich) sterben nicht aus.
      Morgenkaffeegrüße 😟🌤️🌼☕🍪👍

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      • Tja… meine einzige Schulberührung mit Lyrik war unser alter Rektor, der uns in einer Vertretungsstunde den Erlkönig so genial vorgetragen hat, das ich ihn seitdem liebe. Und die schwarze Milch der Frühe, die in unserem Lesebuch stand. Und das Nibelungenlied, das uns eine Deutschlehrerin auch in einer Vertretungsstunde nacherzählt hat. Und das wars! Mehr gab’s nicht. Aber dafür gibt es ja jetzt deinen Bildungsblog… 😁 späte Abendgrüße!

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      • BIL-DUNGS-BLOG!!! Ich weiß nicht, ob ich weinen oder lachen soll 😉!
        Aber falls dich die Todesfuge beeindruckt hat (muss sie ja, da du dich daran erinnerst), von der „schwarzen Milch der Frühe“ gibt es diese berühmte Tonaufnahme von the man himself, und zwar auch auf lyrikline, hier:
        https://www.lyrikline.org/de/gedichte/todesfuge-66

        Morgenkaffeegrüße mit Nebel 😏🌫️🌼☕🍪👍

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