Von Träumen

Nachts in der träumenden Stille

Nachts in der träumenden Stille
Kommen Gedanken gegangen,
Nachts in der träumenden Stille
Atmet, zittert ein Bangen,
Nachts in der träumenden Stille,
Ratlose quälende Fragen.
Weit über alles Sagen
Kommen Gedanken gegangen,
Atmet, zittert ein Bangen
Nachts in der träumenden Stille.

(Gustav Falke, Nachts in der träumenden Stille, aus: Tanz und Andacht. Gedichte, 1893, Online-Quelle)

Die Nicht-Gewesenen.

Über ein Glück, das du flüchtig besessen,
Tröstet Erinnern, tröstet Vergessen,
Tröstet die alles heilende Zeit.
Aber die Träume, die nie errung’nen,
Nie vergeß’nen und nie bezwung’nen,
Nimmer verläßt dich ihr sehnendes Leid.

(Isolde Kurz, Die Nicht-Gewesenen., aus: Gedichte, 1888, Online-Quelle)

Aus tausend Quellen quillt die Nacht

Aus tausend Quellen quillt die Nacht
Und übernimmt den Himmel unsrer Träume.
Da ist ein Licht noch – dort noch Bäume,
Dann nichts mehr. Sintflut. Nur noch Nacht.

Aus Ozeanen ohne Licht erheben sich Gedanken,
Wie Meerestiere schwimmen unsre Träume
Mit schweren Flossen durch die Finsternis der Räume
Und kreisen um die Hoffnungsschiffe, die versanken.

(Guido Zernatto, Aus tausend Quellen quillt die Nacht, entstanden 1942 in New York, aus: Die Sonnenuhr, Gesamtausgabe 1961, Online-Quelle)


Quelle: Pixabay


Lieblingsgedichte, allesamt. Aus Gründen. 😉🧡👍

Kommt alle gut in und durch die neue Woche, mit und ohne Vatertagsfeierei! 😉


16 Kommentare zu “Von Träumen

  1. Dir auch eine schöne Woche und einen tollen Wochenanfang! Diese Strophe:

    „Aus Ozeanen ohne Licht erheben sich Gedanken,
    Wie Meerestiere schwimmen unsre Träume
    Mit schweren Flossen durch die Finsternis der Räume
    Und kreisen um die Hoffnungsschiffe, die versanken.“

    hat in mir den Wunsch erzeugt, meine sieben Sachen zu packen, auf einen Berg zu ziehen und nochmals mein ganzes Leben zu überdenken. Wie viel sich aufschichtet, überlagert, zusammenschiebt und zum scheinbaren Verschwinden bringt, nur weil die Zeit fehlt, aus dem Traum eine Hoffnung und dann sogar einen Gedanken werden zu lassen. Stets fehlt die Zeit, aber fehlt sie wirklich? Ich denke schon! Also viel Zeit für viele schöne Gedanken!

    Gefällt 2 Personen

    • Dann wünsche ich dir einen Berg mit Internetanschluss, damit du uns an deinen Erkenntnissen teilhaben lassen kannst 😎😉
      Ich mag die Bildhaftigkeit des Gedichts auch sehr. Sein Leben zu überdenken ist nie falsch, man verrennt sich leicht – aber es zu korrigieren ist nicht so einfach … 🤔
      Danke dir! 🧡👍
      Herzliche Morgenkaffeegrüße 🌤️🌳☕🍪🌼🦋👍

      Gefällt 3 Personen

  2. Aus tausend Quellen quillt die Nacht
    ein Titel, der mir schon sehr gefällt und dann die Träume, wie Meerestiere schwimmen unsere Gedanken…
    Zeile für Zeile mag ich diese Worte von Guido Zernatto, obwohl mir gar nicht gefällt, wenn Hoffnungsschiffe versinken.
    Isolde Kurz finde ich auch sehr gut mit den Nicht-Gewesenen.

    Gustav Falkes Titelzeile ist so wundervoll,
    die träumende Stille und suggeriert mir eine erholsame Stille, nach der ich erfrischt meinen nächsten Tag beginnen kann.

    Feine Auswahl, liebe Christiane
    und liebe Abendgrüße von Bruni

    Gefällt 1 Person

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