Grüner Ring: Vierte Etappe

Es ist nicht unbedingt ideal, für ein Vorhaben wie die Stadtumrundung auf dem Hamburger Grünen Ring nur einen bestimmten Wochentag zur Verfügung zu haben – man ist echt abhängig vom Wetter. Was sich hingegen als ganz großartig erwies, war die Idee meiner Mitwander-Freundin, die Startzeit einfach nach vorne zu verschieben, nachdem für den Nachmittag sowohl Hitze als auch Gewitter mit hoher Wahrscheinlichkeit angesagt waren.
Wir verabredeten uns also um 9:30 Uhr an der S-Bahn Stellingen (Foto, den Bahnhof muss man wirklich nicht von innen gesehen haben) mit ihrem Service-Point (links neben den Fahrkartenautomaten, umlagert; Kaffee, Croissants sowie Alkoholika in jeder Form und Größe, andere Kleinigkeiten zum Essen und Trinken und das Übliche – nein, ich treffe keine Aussagen über Fußballfans). Worauf mich Natalie aber in einem Kommentar aufmerksam gemacht hat (Update), war, dass ich die Gedenktafel für das Zwangsarbeiterlager Lederstraße (war quasi gleich nebenan) übersehen habe: Hier klicken, ich hätte doch nicht möglichst schnell rausrennen sollen.
Blauer Himmel, aushaltbare Temperaturen, gute Laune: Zwei Frauen zogen los, um frohgemut die nördlichen Bereiche des Grünen Rings zu erkunden, unterquerten die Autobahn A 7 und zogen die Düngelau entlang (nie gehört vorher, den Namen, zauberhafte Ecke, Foto) und entdeckten z. B. das »Missionswerk Arche«, wo laut gesungen wurde, und vor allem eine schier unendliche Anzahl Kleingärten (darin zum Beispiel das »Komitee für Igelschutz e. V.«, leider kein Foto).



Hamburg und die Kleingärten. Dazu heißt es auf einer Website über Stellingen: »In Hamburg gibt es 310 Kleingartenvereine mit über 33.000 Parzellen. Die Vereine haben zwischen 8 und fast 1000 Parzellen. […] Nach dem 2. Weltkrieg waren es in Stellingen noch 58, von denen heute keine 20 übriggeblieben sind.« (Quelle) Ich habe bewusst nicht in die Kleingartenidyllen hineinfotografiert: Ich wollte nicht stören, Sonntagvormittag, beste Kleingartenzeit, es war auch gut was los. Nehmt also bitte mit ein paar Schildern (zwei in Stellingen, eins in Niendorf) vorlieb und lasst euch versichern, dass Kleingärten eine sehr individuelle Sache sein können 😉 Und fragt mich nicht, was das für Zylinder bei dem einen Schild im Hintergrund sind: eine Firma, klar, aber für was braucht man die Dinger? Ich weiß zwar, wo ich für das Foto stand (Bollweg), aber wir haben auch gerätselt.



Nach dem Durchwandern des Düngelaugrünzugs (Foto) kreuzten wir die Kieler Straße und fielen von einem Entzücken ins Nächste: Der Sola-Bona-Park (Info) mit seiner »tausendjährigen« Stieleiche (vermutlich um 1650 gepflanzt, Info, Foto) ist nicht wirklich groß, wirkt dafür aber ausnehmend freundlich und hat einen verlockenden Spielplatz (Foto). Wir durchquerten ihn und kamen am Poseidon-Bad vorbei auf den Kollauwanderweg. Der jedoch brachte uns erst mal nicht zur Kollau, sondern zurück zur A 7. Die A 7 ist die Autobahn mit dem bekannten Elbtunnel und hat in den letzten Jahren auch deswegen von sich reden gemacht, weil sie sich eine neue Großbaustelle zugelegt hat(-te): Sie wurde teilweise überdacht, der »Hamburger Deckel« (Wikipedia), vor uns befand sich der sogenannte »Stellinger Deckel«, ein Teilstück. Ich kenne die Deckel aus der Perspektive als Autofahrer, aber bisher hatte ich von der Existenz eines Weges an der Deckelkante nichts gewusst. Voilà, darf ich präsentieren: der begrünte Deckel (Blick in Richtung Süden, Foto), die Ausfahrt Richtung Norden von der anderen Seite außen (Foto) und der Blick durchs Fenster (davor verläuft eine Bahntrasse, weiß nicht, ob S- oder U-Bahn) auf die A 7 Richtung Norden (Foto).



Wir folgten weiter dem Kollauwanderweg und stießen endlich auch auf die Kollau, die sich als ein unscheinbarer brauner Bach herausstellte, nicht tief, kaum Bewegung im Wasser. Es wird der Schönheit des Wegs nicht gerecht, dass ich nur ein Foto davon habe (Foto), es ist ein ausgesprochen gut zu begehender Weg am südlichen Rand der Eidelstedter Feldmark, mal breiter, mal schmäler. Klar, dass wir nicht die einzigen waren, die das wussten, noch dazu am Sonntagvormittag, wir begegneten vielen meist sehr freundlichen Leuten, zu Fahrrad oder zu Fuß, mit oder ohne Kinder bzw. Hunde. Noch dazu gibt es dort regelmäßig aufgestellte Bänke MIT Mülleimern, was tatsächlich bisher eher nicht der Fall war, und beweist, dass der Weg wirklich so viel begangen wird, wie es den Anschein hat, und auch, dass der Bezirk sich hier um die Entsorgung kümmert. Wir waren ca. 5 Kilometer unterwegs und stoppten für unsere erste Trinkpause. Die Temperatur stieg, die Sonne strahlte, wir auch. Ja, man kann das so platt sagen.
Andererseits war das aber auch kein Wunder, denn wir näherten uns jetzt mit jedem Schritt dem Niendorfer Gehege (Info). Es umfasst knapp 150 Hektar bewaldetes Gebiet (Foto) und ist das größte Waldgebiet im Bezirk Eimsbüttel: Wer im nördlichen Hamburg aufgewachsen ist, kennt vermutlich Ausflüge am Wochenende ins Niendorfer Gehege, denn da gibt es alles: Wald, alte Bäume, Ponys, Spielplatz, Wildgehege, Essen und Trinken, und ich habe Geschichten vom Schlittenfahren im Winter gehört. Am Wildgehege (Damwild, eine große baumumstandene Lichtung) führte unser Weg entlang – ich zeige euch ein Foto von vielen. Ein Ort, um sich hinzusetzen, innezuhalten, die Essensvorräte zu plündern und durchzuatmen, was wir dann auch taten. Es führen Straßen durch das Gehege, aber ich hatte keine Ahnung, wie schön es hier ist. Ein echtes Versäumnis.



Mit leisem Bedauern stiefelten wir weiter in Richtung Zivilisation, äh, Stadt. Die holte uns dann ziemlich schnell auch wieder ein: An der Fassade eines Kindergartens (»Waldforscher«), las ich verdutzt das schlichte Motto »Wald statt Ritalin« (Foto) und fragte mich, ob das wirklich so einfach sein kann. Jenseits der Kollaustraße vernahm ich zum ersten Mal von einem Sportplatz die Geräusche einer Sportart, die ich noch nie zuvor live gesehen hatte: Baseball. Nachdem ich inzwischen aus dem Netz weiß, dass dieser Sportplatz vom Niendorfer TSV genutzt wird (Vogt-Cordes-Damm), der Baseball und Softball anbietet, Softball eine Baseball-Variante ist, die scheinbar hauptsächlich von Frauen gespielt wird, und ich zumindest eine Frau auf dem Feld gesehen habe, bin ich nicht mehr so sicher, was wir beobachtet haben. Nein, kein Foto, die Spieler waren alle auf der anderen Seite und meine Wanderkamera ist ein Winzling.

Dafür waren wir jetzt aber am Hamburg Airport angelangt, genauer gesagt, am äußersten Zipfel. Wie man sieht (Foto), sieht man nicht rasend viel, und das sollte sich auch nicht wesentlich verbessern – falsche Seite, auf der anderen gibt es einen »Beobachtungszaun«, sagt Gugl Maps. Irgendwas ist eben immer. Der Grüne Ring verläuft jedenfalls rechts vom Flugfeld, auf unserer anderen Seite waren wieder mal Kleingärten. Bevor der Weg irgendwann komplett nach rechts wegknickt, gibt es eine Möglichkeit, durch das Gitter zu fotografieren, und da beobachtete ich fasziniert wie ein Kind eine Maschine der Turkish Airlines beim Landen und Rollen Richtung Terminals (Foto).



Der Rest ist schnell berichtet: Wir durchquerten in wildem Zickzack ein paar Kleingartenanlagen, wo ich zum ersten Mal eine Warnung »Diebe in der Kleingartenanlage« las, hatten dann das wirklich riesige, mit Natodraht eingezäunte Gelände von »Lufthansa Technik« linker Hand und immer noch Kleingärten rechter Hand, wechselten die Kleingartenanlage und machten noch mal Trinkpause im Schatten eines Vereinsheims. Inzwischen brannte die Sonne heftig, und obwohl es »nur« 27 °C waren (gefühlt wärmer), war der UV-Index hoch, und wir waren beide froh, dass wir wussten, dass es nicht mehr sehr weit sein würde. Nun denn: Hinein in den »Borsteler Jäger« (Info), gefolgt von der nächsten Kleingartenanlage (Foto) und dann kündigten Motorengeräusch und eine Glocke einen EISWAGEN an, der die Kleingärten abklapperte! Hurra! Ein süßes Ende der Wanderung lockte! Wir deckten uns mit Eis ein und nahmen die letzten paar Hundert Meter in Angriff. Ich hatte mein Eis noch nicht auf, als wir das heutige Etappenende erreichten: Bushaltestelle Alsterdorfer Damm (Foto). Ortskundigen sei gesagt, dass diese etwa Höhe Maienweg fast an der Alsterkrugchaussee liegt. Mein Bus kam 10 Minuten später und brachte mich zur nächsten U-Bahn-Station (Lattenkamp), die wiederum zum Jungfernstieg zur S-Bahn, die nach Harburg und der Bus bis fast ums Eck. Ich war kurz vor 16 Uhr zu Hause.



Last but not least die Statistik. Etappenanfang: S-Bahn Stellingen (Arenen), Etappenende: Bushaltestelle Alsterdorfer Damm. Mithilfe von Herrn Gugl hatte ich eine Streckenlänge von ca. 11 Kilometern ab Etappenanfang ermittelt, meine Schrittzähler zeigten insgesamt 20.023 Schritte an, was, wenn es stimmt, 13,35 Kilometer entsprächen. Das kann in etwa hinkommen, denn auf meinem Schrittzähler befand sich ja auch noch der Weg zum Etappenanfang bzw. vom Etappenende heim. Die Beschilderung war an zwei, drei Stellen löcherig, aber sonst sehr üppig, und die Regencapes blieben in den Rucksäcken, dafür hatte ich bisschen Sonnenbrand im Nacken. Angesagte Gewitter, war da was? Hier gab es am Montagmorgen ein kräftiges, und es hatte zuvor schon in der Nacht geregnet. So viel zu Wettervorhersagen.

Wenn alles so bleibt, wie es soll, brechen wir nächstes Wochenende erneut früh zu Etappe fünf auf, unter anderem an der Alster entlang (die nämlich auch ein Flüsschen ist), zum sagenhaften Friedhof Ohlsdorf und noch weiter. Auch dieses Mal gilt: Ich freue mich schon drauf.

Ich habe eine Frage an euch: Wie unterscheidet ihr zwischen »Wanderung« und »Spaziergang«? Ist es die Länge? Die Vorbereitung? Die Ausrüstung? Der Anspruch? Die Anstrengung? Ich bin wirklich gespannt auf eure Antworten.

Update! Meine Mitwander-Freundin hat mich prompt mit einem sehr nützlichen Link zu einem Artikel versorgt, der auf die verschiedenen Aspekte des Themas eingeht: hier klicken!
Eure Ideen/Definitionen interessieren mich nach wie vor.


Mein ganzes Grüner-Ring-Gedöns als Kategorie zum Nachlesen: hier klicken!


70 Kommentare zu “Grüner Ring: Vierte Etappe

  1. Spaziergang mit normalem Schuhwerk, in der Regel mehr oder weniger geradeaus. Kann überall stattfinden.
    Wanderung mit Schuhwerk, das Halt gibt, die Knöchel stützt und über eine gute Profilsohle verfügt. In den Bergen, gefühlsmässig geht es immer mehr hoch als runter.

    Wünsche dir einen wunderbaren Tag 🙂

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    • Und niemand würde Wanderschuhe für einen Spaziergang anziehen? Dass man umgekehrt in den Bergen passendes Schuhwerk braucht, ist klar, aber dann müsste es für das Flachland keine Wanderschuhe geben, es sei denn, für offroad? 🤔
      Danke für deine Antwort.
      Morgenkaffeegrüße! 🌞🌳☕🍪🌼👍

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  2. Toller Bericht wie immer. Ich freue mich Mittwochs mit einer Umwanderung Hamburgs zu beginnen. „Wald statt Ritalin“, das wäre wirklich fast zu einfach. Aber vielleicht ist es das 🙂
    „Komitee für Igelschutz e. V.“ hat sogar eine Seite – wie nett. Schöne Fotos, und das Eis am Ende kann man dann richtig nachempfinden und mitfeiern!

    „Wanderung“ ist für mich etwas, das eine Strecke zurücklegt, also eine Distanz wird erwandert, von A nach B, zu Fuß. Eine Wanderung geht also nicht im Kreis. Ich wandere über die Alpen oder so. Ich bin durch die Mark Brandenburg gewandert. Ich gehe ja nicht über die Alpen spazieren. Nun gibt es aber sehr große Spaziergänge auf Wanderwegen in den Alpen im Kreis – wer 8h über Stock und Stein spazieren geht, ist vielleicht zurecht versucht, es als Wanderung zu begreifen … ich weiß nicht so recht. Vielleicht ist „Spazieren“ ein subjektiv empfundenes Lustwandeln 😀 das jede Mühe scheut, dann liegt es nun komplett im Auge des Betrachters. Ich bin verwirrt.

    Besten Gruß in den Tag und für die Restwoche!!

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    • Ich bin inzwischen im Wesentlichen der Ansicht, dass der Unterschied subjektiv und die Einteilung individuell ist, speziell im Flachland – ich weiß nichts über Wandern in den Bergen. Nur was die Runde angeht widerspreche ich dir entschieden: Eine Distanz kann man auch erwandern, wenn man am Ende wieder am Anfangspunkt ankommt. Und auch klar: Wenn ich durch eine Fußgängerzone schlendere, ist das keine Wanderung. Ich glaube, der Unterschied ist schwer zu definieren.
      Danke, dass du mitwanderst! Du bist jetzt auf dem nördlichen Teil der Strecke, und die Attraktionen jagen sich 😉
      Morgenkaffeegrüße nach Berlin und auch dir eine gute Woche! 🌞🌳☕🍪🌼👍

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  3. Für mich liegt der Unterschied im Kopf. Spazieren gehen ist eine entspannte meist im Detail ungeplante Aktivität. Wandern passiert mit Vorsatz und Planung.
    Intensität und Länge können durchaus gleich sein.
    “Wald oder Ritalin” stimmt mMn nur in Bezug, dass viele Kinder heutzutage zu wenig Bewegung erhalten und dadurch verhaltensauffällig werden.
    Guten Morgen Grüße von jemandem auf Koffeinentzug 🤩B.

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    • Auch nicht schlecht, deine Unterscheidung 😉 Und was ist, wenn ein Wanderer einen Spazierstock hat, ist er dann ein Spaziergänger oder der Spazierstock ein Wanderstock 😎?
      Herzliche Vormittagskaffeegrüße nach Wien! 🌤️🌳☕🍪🌼👍

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      • Ich kann die Fragestellung nicht so ganz ernst nehmen, tut mir leid.
        Wandern auf Beton/Asphalt ist für mich unvorstellbar; natürlich quert/berührt man auf Wanderungen auch solche Bereiche, die für Spaziergänger geschaffen sind.
        Ich glaube, auf Wanderungen/Spaziergängen rund um Hamburg/Bonn/Köln/Frankfurt wird mir schnell fad… und meine Vorstellung von naturnahen Erlebnissen wie zB ‚Von Garmisch zum Gardasee‘ kennst du und kann man als Konserve sowohl als Rudelbumserei als auch solo auf YT nachvollziehen, wer es nicht selbst kann/macht…
        Und natürlich findet man in jeder Ecke kleine Welten, wenn man sich in sie hineinzoomt, jeder Vorgarten hat sie und jedes Kellerabteil – soviel ungefragt zum philosophischen Aspekt von Natur erleben; doch meist wollen dies weder Wanderer noch Spaziergänger, sondern suchen nach vorzeigbaren Erlebnissen/Begegnungen.

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        • Ich weiß, dass du einen völlig anderen Ansatz und Erfahrungshorizont hast, daher habe ich damit gerechnet, dass du die Frage albern findest, wenn ich ehrlich bin.
          Nun laufe ich dort nicht, um ein vorzeigbares Erlebnis zu bekommen, sondern weil es mich interessiert hat und ich es mal ausprobieren wollte. (Dass ich das Ergebnis für den Blog ausschlachte, ist was völlig anderes.) Ich bemerke längst auch, dass es ein großer Unterschied ist, ob man allein unterwegs ist oder nicht – wäre ich allein, würde ich bestimmt manches anders erleben.
          Weißt du, ich betrachte das hier als Gehversuch in jeglicher Hinsicht, ich orientiere mich und ich probiere aus, was mir gefällt, was ich kann und was nicht. Ich bin ein Anfänger, nicht nur im Vergleich zu dir, und ich habe keine Berge vor der Tür, sondern durchgetaktete Zivilisation – und ich weiß es. Vieles, was ich erlebe, dafür habe ich keine Worte.
          Was daraus wird, weiß ich noch nicht.
          Danke für deine Gedanken. 👍

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        • Um meine Leistungsfähigkeit geht’s ja nicht – ich finde nur, daß du beginnst, Haarspalterei zu betreiben. Auch ist es doch egal, ob man im Park Wanderschuhe anhat oder Sandalen, jeder hat Gründe für das gewählte Schuhwerk.
          Doch wenn ihr eine Wanderung machen wollt, dann fahrt mit dem Beruhigungsticket in zB den Thüringer Wald; oder sonstwohin, näher… aber um 6 in den Zug, um 9 in den Wald und um 14 wieder am Bahnhof – das ist der gleiche Zeitaufwand, aber die Gegend ähnelt am Ziel weniger als der bekannten, durchgetakteten Zivilisation vor der Haustür… falls man sich nicht vor so viel Natur fürchtet 😉 …

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        • Harz. Wobei der Thüringer Wald schön ist, aber weiter weg. Bin bisher nicht auf die Idee gekommen, Kosten und so, und natürlich hatte ich bisher immer das Auto auf dem Schirm. Wird noch kommen, ich suche Ideen.
          Mein Grundding war die Irritation über die Trennung von Wandern und Spazieren gehen an sich. Aber wenn ich versuche, sie genauer zu formulieren, flutscht sie mir durch die Finger. Also habe ich vermutlich nicht lange genug darauf herumgedacht. Hm. 🤔

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        • Der Harz ist zerschnitten und zerwandert – sogar der Luchs, der scheuste Jäger nach der Wildkatze überhaupt, hat sich an die stete Anwesenheit von Mensch und Vehikel gewöhnt, weil ihm gar nichts anderes übrigbleibt; wo soll es da noch Ursprünglichkeit geben… Und das schreibt dir ein Ausländer, der nicht vor Ort gewesen sein muß … 😉

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        • Das hast du überall, Herr Ausländer, Wanderwege Tourismus etc. gibt es auch im Thüringer Wald …
          Die Frage ist, was du suchst. Unberührte Natur? Im Flachland? Das hier ist mit touristisch unerschlossenen Bergregionen nicht zu vergleichen. Die Frage ist doch nur: Was mache ich für mich draus? Ich muss mit dem arbeiten, was ich habe.
          Moin nach Wien! 🌤️🌳☕🧊🍪🌼👍

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        • Klar gibt es unberührte Natur auch im Flachland. Die ist dort, wo es keine Spaziergänger gibt und nur wenig Wanderer … vor allem ist sie nicht betoniert. Du müßtest experimentierfreudiger werden und dich von deinen Ängsten lösen, verloren zu gehen. Der Ring ist für Herrn Hugo und andere plastic people – falls du tatsächlich Natur erleben willst, mußt du das Unmögliche wagen … 😉
          Und: touristisch unerschlossene Bergregionen gibt es nur mehr wenige in Ösiland – die bekannten über 2000m sind von den verdammten Piefkes bereits vollkommen vereinnahmt worden, da kannst du keine 2 Minuten mehr alleine gehen, ohne deren unerträgliches Gequake um Nix anhören zu müssen – diese Regionen sind bereits totgespaziergängt, von Hütte zu Hütte…
          So: vllt hilft dir das Geschriebene in deinen Überlegungen, um den Unterschied zwischen Wandern und Spazierengehen irgendwo festzumachen, ich bin ‚raus 😉 …

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        • Tu das…
          Jede Erkenntnis erfordert ein wenig innere Bewegung sowie Aufwand; jenen der Peripherie zu verändern, kann nicht falsch sein und hilft häufig…
          All jene, die dir zu den Beschreibungen des Wegrandes aktuell gratulieren, halten dich diesbezüglich auf – sie verharren statisch im Spaziergängerirrtum.

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        • Der Aufwand, den ich mit dem Ring betreibe, ist schon eine Veränderung der Peripherie. Wie ich oben schon erwähnt habe: Ich probiere aus, was mir gefallen könnte. Und wenn ich für meine Wegrandbeschreibungen Lob einheimse, dann ist das völlig okay, aber ich weiß, dass es das Eigentliche nicht berührt. Ich schreibe über das Eigentliche ja auch nicht 😉

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  4. Schön viel Grün, und noch dazu wirklich grün, nicht vertrocknet. Jetzt verstehe ich, weshalb du letztens schreiben konntest, bei euch röche es nach Gras. Und hattest du dich nicht auch vor Wochen schon nach dem Eiswagen gesehnt? Haben wir hier beides nicht.
    Einer unserer Söhne wohnt seit ein paar Monaten in Niendorf und ist auch begeistert von der nördlichen, grünen Ecke Hamburgs.
    Die Zylinder haben mich neugierig gemacht, schmaler als die Getreidespeicher die ich kenne, aber … GoogleMaps machts möglich: sie gehören zur Fa. Tivoli Malz GmbH alias Global Malt, die produzieren Braumalz.

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    • Richtig, es ist satt grün, wir haben wohl bisschen mehr Wasser abbekommen als ihr. Über den Eiswagen war ich auch überrascht, es gibt es zwar häufiger, dass welche herumfahren (und am Teich steht fast durchgehend einer, aber da mag ich das Eis nicht), aber einen zu treffen, das ist Glück 😁
      Dann wird dein Sohn vielleicht schon das Niendorfer Gehege kennen, oder? Falls nicht, es lohnt allemal.
      Ich glaube nicht an Tivoli Malz, ich habe im Netz ein Bild mit ein paar Zylindern gesehen, das war es nicht. Reichsbahnstraße ja, vielleicht, aber auch Kronsaalsweg. Ich habe eher Sika im Verdacht. Vermutlich muss ich einen Umweg machen, wenn ich mal wieder mit dem Auto drüben bin 😉
      Danke fürs Mitschauen! 👍
      Mittagskaffeegrüße 🌤️🌳☕🍪🌼👍

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  5. Ich halte das auch für einen sehr subjektiven Unterschied, den man nur an den Extremen festmachen kann. Man wandert nicht durch die Fußgängerzone und man spaziert nicht auf einen Berg. Bei Zwischenstufen sind die Unterschiede wohl fließend. Ich erinnere mich an eine Kanalfahrt in Hamburg, vorbei an vielen Schrebergärten, in einem davon hatte ein Zahnärzte-Ruderverein namens „Prothesia“ sein Vereinslokal 😉
    Sehr gut gefällt mir an eurer Strecke, dass es sehr viel Schatten zu geben scheint 😉

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    • „Prothesia“ ist ja klasse! 😉⛲
      Ja, es gab ausreichend bis viel Schatten, jedenfalls bisher, ich hoffe, dass es so bleibt. 🌳 Ich meine: Grüner Ring, da sollte man davon ausgehen können. Aber: Wir haben noch mindestens eine Etappe, die fast ausschließlich am Wasser liegt (Dove-Elbe), da bin ich mal echt gespannt, wie es wird, denn da sind wir auf dem Deich … Reden wir in ein paar Wochen darüber. Bisher war alles gut.
      Herzliche Nachmittagskaffeegrüße 🌤️🌳☕🧊🍪🌼👍

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  6. Spazieren ist für mich eine kürzere Strecke entspannt gehen. Wandern ist Schweiß, Blasen, Hitze, Steigung, Tränen! 😁 Naja, Scherz, ganz so schlimm ist es dann doch nicht, aber Wandern hat für mich eindeutig etwas mit Anstrengung und Strecke zu tun. Ansonsten gefiel mir der Eiswagen zum Schluß. 😄

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    • Du hast damals echt ein Wander-Trauma davongetragen, glaube ich, du Ärmste 🤬. Ich bin übrigens auch dafür, das Erscheinen des Eiswagens fest ins Skript aufzunehmen 😉
      Nachmittagskaffeegrüße 🌤️🌳☕🧊🍪🌼👍

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    • War sie auch, danke. Es ist immer wieder toll, zu Fuß eine Gegend zu durchlaufen, die vom Auto aus ganz anders aussieht, vor allem, wenn man es zum ersten Mal macht. 🤔
      Danke für deine Unterscheidung! 👍
      Abendgrüße 🌤️🌳🍷🥗🌼👍

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  7. Das. was Du mit Deiner Freundin machst, liebe Christiane, ist meiner Meinung nach ein echtes und sehr schönes gezieltes Wandern, ob mit Sandalen oder Wanderschuhen, von mir aus könnte es auch ein Barfußgehen sein und trotzdem wäre es Wandern.
    Bei den ca. 4 – 5 Kilometerchen, die ich packe, kann man von Wandern noch nicht reden. Es ist Bewegung, um dem Körper das zu geben, was ihm sonst fehlen würde…

    Liebe Grüße in die Nacht von Bruni an Dich

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  8. Liebe Christiane, ich finde es ist die innere Haltung die den Unterschied macht. Und damit löst man ein paar Dinge von Bekleidung, Ausrüstung, Vorbereitung, Schrittgeschwindigkeit, Betrachtungen und Gedankenflow aus. Ich habe mich das nämlich auch schon vor einiger Zeit gefragt und empfinde meine Haltung als den Unterschied, die es ausmacht. LG Doro

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      • Liebe Christiane,
        ich hatte meine Wanderung um München den äußersten S-Bahn-Ring begonnen und irgendwie war es nicht meins – ich nehme an, falscher Zeitpunkt, mein Kopf war voll von anderen Dingen. die Teilstrecke erlebte ich als sehr abwechslungsreich, wollte allerdings wegen schienbeinhohem Schneematsch und Wasserständen um die Felder frühzeitig eine Bahnstation früher aufgeben, als ich mir vorgenommen habe und habe mir das nicht verziehen. Die Menschen die mir bei meiner Wanderung begegneten waren unglaublich freundlich. Das ist neben meinem Eindruck des schwierigen Untergrunds meine positive Erinnerung daran. Ich hab meinen Umkreisungsplan (13 oder 14 Abschnitte) noch in der Schublade, und irgendwann, wenn ich „drauf“ bin, ziehe ich los und tu es – Woche für Woche. Ich wollte es auch für meinen Blog nutzen. Ich erlebe bei der Absicht, meine Bildbeute in einen Beitrag zu fassen noch einmal eine weitere Erkenntnis und ein weiteres Geschenk aus meinen Ausflügen. Natürlich immer mit dem „Muss nicht aber Kann“ Spielraum. Ich finde, man hat dann doppelt so viel davon. Und Deine Gedanken und Fragestellungen dazu zeugen ja von dem was passiert, wenn man sich auf einen Weg begibt (ich finde es unerheblich ob steinig, grün, grau, betoniert, lang, kurz – das eigene Maß zählt). Ich finde Deinen Weg toll, in aller Hinsicht! LG Doro

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        • Ist das denn so ein offizieller Weg, dein äußerster S-Bahn-Ring, wie es bei uns einer ist, oder mehr so ein privates „Ich kämpfe mich durch die Stadt“-Projekt? Sowieso hast du im Winter meinen allergrößten Respekt, denn das klingt nicht sehr gemütlich, auch wenn du mit Sicherheit eine ungewöhnliche Fotoausbeute gehabt hättest. Warst du allein unterwegs? Ich merke zwar, dass es mich beeinflusst, aber ich finde bisher, dass auf dem Grünen Ring die Vorteile einer Mitwanderin die Nachteile überwiegen.
          Und wenn du jetzt im Sommer schon mal anfängst bzw. weiterläufst?
          Ich werde sicher ein Fazit schreiben, wenn wir „rum“ sind, und ich bin selbst schon gespannt darauf.
          Komm bitte ab morgen zum Wörterspenden auf meinem Blog vorbei!
          Morgenkaffeegrüße 🌞🌳☕🍪🌼👍

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  9. Eine wirklich großartige Idee den Grünen Ring um Hamburg zu wandern und Neues zu entdecken. Du inspirierst mich Frankfurts Grüngürtel zu entdecken .. und ein Foto bitte für mich vom Friedhof Ohlsdorf? ;-). Viele liebe Grüße und weiter frohe Wanderslust. Petra

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    • Ach, das ist ja schön, wenn ich Lust zum Nachmachen mache!!! Vielen Dank! 🧡
      Klar kriegst du ein Foto von Ohlsdorf, ich hoffe, der Weg führt an fotografischen Hotspots vorbei – wir sind nicht sooo lange drin, und ich kenne mich nicht sooo gut aus. 👍
      Die Wanderinnen danken und grüßen zum Abend! 🌞🌳🥤🧊🥗🌼👍

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  10. Danke fürs Mitnehmen mal wieder.
    Im S-Bahnhof Stellingen hast du vielleicht die Gedenktafel an das Zwangsarbeiterlager gesehen oder auch übersehen.
    Die geht auf die Initiative von Anke Schulz zurück, die viel zur Lokalgeschichte geforscht hat und von der ich auch mein Wissen über die Fischkistenhäuser habe.
    Mit „Wald statt Ritalin “ hat es zumindest bei uns nicht geklappt…Und es geht wieder in die Richtung die Eltern sind schuld.
    Freue mich auf deine Weiterreise

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    • Ich habe im Netz nachschauen müssen: Vermutlich bin ich an der Gedenktafel vorbeigehastet, ich habe mich in diesem Bahnhof schrecklich unwohl gefühlt und war froh, als ich draußen war. 😟 Danke, ich habe oben im Text einen entsprechenden Link eingefügt.
      Ich fand „Wald statt Ritalin“ sehr undifferenziert und war deswegen verwundert, das Schild so vorzufinden – wenn schon ich das denke, müssten es nicht die, die sich jeden Tag damit befassen, um so mehr tun? 🤔
      Verregnete Morgenkaffeegrüße 🌧️🌳☕🍪🌼👍

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