Gedankenkarussell | abc.etüden

Sie war zutiefst traurig. Sie haderte mit sich. Sie war überzeugt, alles falsch gemacht zu haben, und gleichzeitig hätte sie nicht gewusst, wie sie anders hätte handeln sollen. Wieder mal.
Warum hatte sie eigentlich immer das schlechte Gewissen und die Schuldgefühle?
Warum putzten sich die anderen den Ärger und den Streit einfach von der Backe und taten so, als ob alles easy wäre?
Bluteten die nicht innerlich?
WAREN die einfach so abgebrüht?
Sie war hier falsch. Ihr ganzes Leben schon.
Gute Miene zum bösen Spiel, ha, voll ihr Ding, sich tot zu stellen. Emotional tot.
Sie hasste alle.
Wie oft konnte ein Herz eigentlich brechen?
Nur ein nettes Mädchen ist ein gutes Mädchen, und nett ist … na? Eben.

Sie stapfte blind vorwärts. Sie durchquerte den schönsten grünen Wald, die Sonne schien, die Vögel riefen ihren Namen, Spaziergänger grüßten freundlich.

Sie blieb steinern. Sie sah nichts, hörte nichts und verabscheute jeden. Sie hatte zugleich Angst vor allem, weil das irgendwie dazugehörte, denn wer würde sie schon lieben, wenn sie doch alle hasste? Bestimmt niemand! Niemals!

Sie stolperte, konnte sich gerade noch abfangen und saß plötzlich auf dem Waldboden. Neben ihr stand ein Fliegenpilz. Sie musterte ihn verdutzt. Ominös. War das das Zeichen, dass sie sich besser gleich umbringen sollte?

»Sei nicht so bescheuert«, flüsterte eine Stimme in ihrem Kopf.

Ihr Knöchel schmerzte wie Hölle. Das hatte jetzt gerade noch gefehlt!

»Darf ich mich vorstellen: dein Orientierungssinn.« Die Stimme seufzte. »Ich hätte ja gern früher eingegriffen, aber dieser Schlick, den du Gedanken nennst, war zu zäh. Du bist schon zweimal falsch abgebogen. Und jetzt musst du da vorne rechts, ohne Widerrede, sonst kannst du das Auto vergessen, und das findet dein Knöchel garantiert nicht so lustig!«

Sie humpelte los, sich innerlich verfluchend, und bis auf Weiteres vollständig im Hier und Jetzt.

 

abc.etüden 2021 36+37 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 36/37.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Wortspende stammt dieses Mal von Ludwig Zeidler. Die Wörter lauten: Schlick, ominös, putzen.

Nein, das ist nicht sehr autobiografisch. Ich meine, natürlich kenne ich Gedankenkarusselle, wer nicht, aber meine sehen anders aus. Tatsache ist dagegen, dass ich mich am Sonntag bei bestem Wetter im Wald wirklich zweimal verlaufen und (nicht nur) einen Fliegenpilz gesehen habe – allerdings ohne die erwähnte Assoziation. Und da angekommen, wo ich hingewollt habe (ohne Stolpern), bin ich schließlich auch, wobei ich der Meinung bin, dass der Weg eklatant schlecht ausgeschildert ist/war. Aber hübsch. Sehr hübsch. Ich beabsichtige zu berichten.

 

Schreibeinladung für die Textwochen 36.37.21 | Wortspende von Ludwig Zeidler

Willkommen zurück bei den Etüden nach der Sommerpause, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen! Ich hoffe, euer Sommer war angenehm und erholsam, ihr habt Kräfte sammeln können und mögt jetzt wieder bestens gelaunt in das alltägliche Etüdengeschäft einsteigen. Habt ihr Kaffee und Keks am Start? Es kommen ein paar Vorbemerkungen.

Diese Saison endet am 1. Advent (dann beginnt der Adventskalender), und dieses Mal gibt es eine Besonderheit. Damit jede Runde eine Laufzeit von zwei Wochen hat, gibt es erstmalig am 5. Oktobersonntag keine Woche Extraetüden, sondern neue Wörter. Damit verschiebt sich im November der Termin für die neue Runde vom 1. auf den 2. Sonntag, und am 4. Novembersonntag setzen die Adventüden mit dem Weihnachtscountdown ein. Ich sags nur jetzt schon mal.
Adventüden: Es fehlen noch 3 von der Liste, und wenn alle eintreffen, gibt es wieder eine Doppelbelegung.

Wer von euch ist seit Anfang des Jahres neu dazugekommen und möchte in den Topf der Wortspender aufgenommen werden? Bitte einmal explizit in den Kommentaren nicken, auch wenn ihr denkt, ihr habt schon! Das ist wichtig, denn sonst darf ich laut DSGVO (danke schön) eure Mail-Adresse nicht speichern und euch nicht automatisch vereinnahmen und ziehen und ggf. anschreiben. Und nein, das hat nichts mit einer eventuellen Teilnahme am Intermezzo oder den Adventüden zu tun! Ich möchte möglichst bald ziehen und euch dann zügig anschreiben.

Ein paar von euch haben meine Überlegungen zum Thema Etüdenzukunft mitbekommen (hier nachlesen) und sich dazu geäußert. Danke euch allen! Ich bin immer noch nicht weiter, aber ich bin wohl generell bisschen müde. Ich habe wieder mehr Lust auf Couch und Buch bzw. darauf, draußen herumzustapfen und Rechner Rechner sein zu lassen, und ich finde das gut … Hm.
Als Konsequenz davon werde ich ausprobieren, meinen Blog etwas weniger hoch zu hängen, offline geht vor online. Ich werde (möglicherweise) langsamer reagieren, wenn ihr Etüden postet, wobei ich Pings immer noch von Hand freischalten muss und natürlich auch eure Kommentare sehe; und generell weniger und/oder später lesen. Wenn ich das hinbekomme, neugierig, wie ich bin. 😉 (Ein Grund für das Spätervorbeikommen sonntags ist übrigens, dass ich gern mit einer Freundin durch die Gegend laufe, und die kann, wenn überhaupt, nur dann. Und wenn ich draußen bin, interessiert mich der Blog eher, äh, weniger.)
Am meisten gefreut habe ich mich darüber, dass so vielen von euch die Etüden so wichtig sind. Am charmantesten hat das meiner Meinung nach Christian (Wortverdreher) auf den Punkt gebracht (hier nachlesen). Schon klar, seit ich das abc.etüden-Projekt des Etüdenerfinders übernommen habe, hat sich einiges getan. Ich kann mich einfach nur bei allen bedanken.

Etüdensommerpausenintermezzo „7 aus 12“. Es hat diesen Sommer nur ein Intermezzo gegeben, dafür fiel die Beteiligung sehr erfreulich aus, wie ich fand. Die Liste hatte ich upgedatet und unter die Illustrationen gehängt, da mir aber klar ist, dass nicht alle sie verfolgt haben werden, kommt sie hier noch mal. Sorry für den doppelten Ping!

Disclaimer: Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Inhaltshinweisen (CN/Triggerwarnungen, z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt. (Endlich mal wieder der Disclaimer.)

Olpo auf Olpo Olponator: Urlaub ahoi!, Charly
Judith auf Mutiger leben: Sonnenuntergang am Bodensee, Abends
Ulrike auf Blaupause7: Still ruht der See, Ab in den Norden, Die ideale Abwehr, Summer in the city
Heidi auf Erinnerungswerkstatt: Sommertag am See
Maren auf Ich lache mich gesund: Sommerurlaub, Evolution, Freiheit, Willkür
Bernd auf Red Skies over Paradise: Grundlsee., Deutschlandfunk. 9 Uhr. Die Nachrichten.
Alice auf Make a Choice Alice: Urlaub, Irgendwo in Afrika, Sex on the Beach
Puzzleblume auf Puzzle❀: Nicht allzu weit weg
Werner Kastens auf Mit Worten Gedanken horten: Hafenrundfahrt
Kain Schreiber auf Gedankenflut: Luisa, Wellengang
Gerda von GERDA KAZAKOU: „Geh aus, mein Herz“. Bebilderte Kata-Strophen, Hundstage, Der Junge mit der Fliegenklatsche
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: Sommerintermezzo 7 von 12
Katharina auf Katha kritzelt: Friedrich
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: Latschen durch die Seeveniederung 😉
Gerhard auf Kopf und Gestalt: Übers fotografische Schauen, Mitteilungen der Erde
Christian auf Wortverdreher: Die Willkür der Stadt, Aufgestaut, Herr der Mücken, Klein gegen groß, Die Challenge-List, Rette sich wer kann
Lene auf Herzpoeten: Sich am Rhein finden
Melina auf Innen-Reise-Wege: David und Goliath
Tanja auf Stachelbeermond: Sommerloch
Ellen auf nellindreams: Sommerloch
Natalie im Fundevogelnest: Pfützen
Nina vom Bodenlosz-Archiv: Unter dem Gletscher
Doro auf DORO|ART: Durch den Monsun

 

Nach guter Tradition werden die ersten Wörter nach dem Break immer von dem Etüdenerfinder (oder von mir) gespendet. Für die Textwochen 36/37 des Schreibjahres 2021 stammt die Wortspende von Ludwig Zeidler (bloggt nicht mehr). Sie lautet:

Schlick
ominös
putzen.

Ja, es ist immer wieder erstaunlich, was wir alles noch nicht hatten.
Wenn ihr also alle den ominösen Schlick weggeputzt habt, gilt wieder der obligatorische Etüden-Disclaimer. Die Headline für die Etüden heißt: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Eventuelle Inhaltshinweise (Triggerwarnungen) und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der zugehörigen Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt (höchstwahrscheinlich) nicht auf die nächste Liste bzw. muss meckern, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig. Wer sich die Illustrationen herunterladen möchte, sollte sie vorher großklicken, danach kann man sie in der Regel downloaden und bei sich wieder hochladen.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst ja.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 19. September 2021.

Habt weiterhin ein schönes Wochenende und lasst euch von der Muse küssen – und genießt die schönen Tage (wenn ihr sie habt) nach Kräften!

 

abc.etüden 2021 36+37 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

abc.etüden 2021 36+37 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Latschen durch die Seeveniederung ;-)

Nachdem ich die letzten Male mehr oder weniger steile Wege über Stock und Stein erklommen hatte, wollte ich zur Abwechslung unbedingt mal wieder was Flaches, gerne am Wasser. Auf meine übliche Deichtreten-Runde hatte ich dann aber auch keine Lust. Warum nicht mal was Neues, zumindest halbwegs? Moment, war da nicht was?

Doch, da war was. Eine Runde durch die Untere Seeveniederung (Wikipedia), gefunden auf draussenlust.de (tolle Seite; hier klicken, da gibt es auch die Karte). Ich bin den Teil, der an der Seeve entlangführt, schon gegangen und hatte gar nicht registriert, dass es noch einen Parallelweg weiter östlich gibt. Kraft souveräner Willkür beschloss ich daher, an der Elbe bei Wuhlenburg zu starten und zuerst den unbekannten Teil zu erkunden.

Gesagt, getan. Joa. Ganz nett. Später Sonntagmittag, eigentlich bestes Ausflugswetter, sonnig, warm, in der Ferne aufziehende Wolken. Asphaltierte Straße, eigentlich klassisch für Fahrräder und autofahrende Anlieger (und Ortskundige). Ich hatte rechts Deich und links allerlei Häuser, Grünzeug und ab und an auch bisschen Teiche (Seerosen, Fische, Libellen, Wasserläufer etc., teilweise echt schön), später die Elbmarsch – und war nicht sonderlich erfreut, dass mich gefühlt ständig Radfahrer an den Rand klingelten. Also rauf auf den Deich – ein alter Deich, noch sehr steil – und nicht gemäht, aber dafür dann immerhin mit Aussicht (sehr plattes Land, merke: Niederung) nach beiden Seiten.
Ich war in einer leicht genervten Stimmung, ich gebe es zu, und stapfte leicht grimmig die ganze Zeit durch die Sonne vor mich hin. Immerhin wehte ein Lüftchen, sodass ich keine Probleme mit fliegendem bzw. beißendem Viehzeug hatte, anders als die Kühe, die ich linkerseits gelegentlich mit ihren natürlichen Fliegenklatschen wedeln sah.
Und natürlich entzückte mich der Hüpfer, der irgendwann auf meinem Arm landete und sich geduldig fotografieren ließ. Das nun wiederum ist etwas, was ich speziell am Sommer liebe und was die Begleitmusik beisteuerte: Die Konzerte von Heuschrecken und Grillen und was nicht noch allem, dieses unglaublich laute Zirpen in allen Tonlagen – und meist sind sie so klein, dass man keine Ahnung hat, wo sie sitzen, aber auf keinen Fall weit weg J
Was für eine Menge Geräusch von so einem vergleichsweise winzigen Tier!

 

Quelle: ichmeinerselbst, Anklicken macht groß!

 

Irgendwann fing die Sonne richtig an zu brennen, und ich war dankbar, dass ich vom Deich runter und abbiegen durfte, denn jetzt kam ein Teil, der ein bisschen Schatten versprach, und ich nutzte ihn gern. Ich bin dann am Rand von Stelle entlanggetrottet, was aber egal war, ich blieb diesseits der Bahnlinie, in diesem Fall die ICE-Trasse zwischen Hannover und Hamburg – sehr befahren, echt nah an der Straße. Muss man mögen. Ich frage mich, ob man das noch wahrnimmt, wenn man dort länger wohnt, denn die Häuser waren gepflegt und modern, es ist also keine unbeliebte Gegend. Vermutlich nicht.

Nicht so hübsch (ich war immer noch im Meckermodus) fand ich, dass meine Straße später wegen Bauarbeiten über ein ziemlich langes Stück aufgerissen und gesperrt war. Nun kommen Fußgänger überall durch, ich also auch, aber einen Abzug in der B-Note wegen Mühseligkeit gibt das schon. Snob, ich.

Schließlich aber näherte ich mich endlich dem, worauf ich nach der Beschreibung neugierig war: Seevengeti, ein Beweidungs-/Naturschutzprojekt (hier beim NABU mehr lesen). Gut gemacht, aber erst mal unspektakulär. Leider stellte ich beim Blick in den Himmel sehr schnell fest, dass ich mir besser nicht allzu viel Zeit nehmen sollte, um mich auf dem Aussichtsturm einzunisten und die Gegend sowie den Steller See zu bewundern: Der Wind hatte die Wolken inzwischen reichlich zusammengeschoben, wenn ich nicht nass werden wollte, war es ratsam, die Beine in die Hand zu nehmen und zu schauen, ob ich noch einigermaßen trocken am Auto ankommen könnte. Ich schätzte, dass ich ungefähr zwei Drittel der Strecke zurückgelegt hatte, und hastete voran.

Kurz hinter der Seevengeti überquerte ich die hier schnell fließende Seeve und war damit auf bekanntem Terrain. Die Wolkenwand sah inzwischen ziemlich amtlich dunkel aus (aber ohne Wetterleuchten), und ich fing an zu überlegen, ob ich da kein klassisches Eigentor geschossen hatte, denn wo war meine Regenjacke? Richtig, zu Hause, warm und trocken, wie sich das gehört. Aber mir blies der Wind ins Gesicht, und ich hoffte, dass er die Wolken über mir mitnehmen würde – und weiter vorne war es glücklicherweise hell. Sollte ich also eine Portion Wasser von oben abbekommen, würde das vermutlich nicht allzu lange andauern. Und wozu stehen an der Seeve Bäume?

Ich war schon ein gutes Stück vorwärtsgekommen, als mich die ersten dicken Tropfen trafen und ich einsah, dass es geboten war, mich in Erwartung von mehr sofort unterzustellen. Und jetzt erwies es sich als die beste Idee des Tages, trotz Wärme in den Wanderstiefeln losgelaufen zu sein, denn die dicken Sohlen erleichterten mir das Überqueren der überaus naturbelassenen und schafbefressenen Wiese deutlich.
Und so saß ich nach kurzer Zeit am Seeveufer auf einer Wurzel unter einer freundlichen Kopfweide, hörte den Regen auf das dichte Blätterdach fallen und spürte, wie die ganze Hektik des Tages und aller unterdrückter Ärger von mir abfielen, meine Lebensgeister neu erwachten und sich wie blöde freuten, einfach nur seelenruhig abzuwarten, bis die Wolken weitergezogen waren. Was übrigens verhältnismäßig bald war, von daher war meine Einschätzung völlig korrekt gewesen. Also bedankte ich mich bei dem Baum für seinen Schutz und brach wieder auf.
Es war nicht mehr weit, ich wanderte bester Laune vor mich hin und erreichte bei Elbkilometer 604,9 den Elbdeich und die Seevemündung. Von dort aus waren es nur noch ein paar Schritte bis zu meinem Auto.

 

Quelle: ichmeinerselbst, Anklicken macht groß!

 

Fazit: Angegeben ist eine Streckenlänge von 10,7 Kilometer. Meine Schrittzähler haben sich beide auf 15.605 Schritte eingeschossen, was im Mittel ca. 10,5 Kilometer sind, und dieses Mal glaube ich ihnen, da ich keine nennenswerten Steigungen überwunden habe.
Die Strecke ist flach und asphaltiert und bestimmt toll für Radfahrer (ohne die Baustelle). Aber ehrlich gesagt war das Aufregendste, was ich gesehen habe, ein Reh, das den Ashauser Mühlengraben durchwatete (und mich ignorierte). Oh, und das silberne »Alien« auf freiem Feld natürlich 😉 Sollte ich dort noch mal gehen, trabe ich wieder am Junkernfeldsee vorbei und mache einen Abstecher zur Seevengeti, der unbekannte, jetzt bekannte neue Teil hat mich nicht überzeugt. Aber vielleicht war das auch einfach nur die falsche Jahreszeit für die Strecke und ich bin im Sommerloch gelandet – oder ich müsste mehr botanisches Wissen haben. Im Frühling habe ich jedenfalls die Schachbrettblumenblüte verpasst.
Ich weiß nicht. Mein Favorit zum Deichtreten bleibt erst mal der Elbdeich.

 

Last but not least ist das ein Beitrag zum diesjährigen Etüdensommerpausenintermezzo, verwendete Wörter: Eigentor, Fliegenklatsche, Konzert, Lebensgeister, Regen, Sommerloch, Wasserläufer, Wetterleuchten, Willkür. Kein Similaungletscher in der norddeutschen Tiefebene, sorry, Olpo. Nein, das ist nicht die Geschichte, ich die eigentlich schreiben will, aber wenn ich meine Unterwegs-Berichte nicht schnell online stelle, dann sind sie überholt – und dies Gelatsche ist von Mitte Juli.

Wer wissen möchte, welche Intermezzos wo schon online sind, kann hier klicken.

 

Etüdensommerpausenintermezzo 2021 – 7 aus 12 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Adventüden | Etüdensommerpausenintermezzo I-2021

Achtung, Achtung, die Adventüden an den Start, die Adventüden bitte! Noch jemand zugestiegen, wir starten durch, ready for take-off 😀
Die reguären Etüden machen Sommerpause, ihr liegt alle hoffentlich unter irgendwelchen Sonnenschirmen und erholt euch, und wie im letzten und im vorletzten Jahr frage ich: Ist das nicht eine tolle Gelegenheit, eine spätherbstliche/winterliche/weihnachtliche Etüde zu schreiben, um nicht aus der Übung zu kommen? 😉
Ich spreche natürlich von den Adventüden, dem Etüden-Adventskalender. Natürlich!

Wer darf mitmachen? Jede*r, die*der schon mal eine Etüde geschrieben und in die Welt gesetzt hat und (wenn es seit September 2018 war) auf meiner Liste veröffentlicht wurde. Das heißt, dass das auch für Kommentaretüden gilt (hallo, Barbara, Karin und Christa!) 😉
Die meisten von euch haben vor einem Monat oder so schon mal unverbindlich ihre Absicht erklärt, wofür ich euch danke, aber jetzt wird es ernst 😉

Wie geht das? Ihr sucht euch aus der Liste unten mindestens 3 Wörter aus (mehr geht immer) und schreibt damit eine Etüde (Länge: maximal 300 Wörter), die irgendwann zwischen Oktober und Weihnachten spielt. Sie muss nicht heiter sein, sie muss nicht den typischen Weihnachtskitsch beinhalten (aber sie darf!), sie muss nur in die Jahreszeit passen. Und dann veröffentlicht ihr sie NICHT, sondern schickt sie still, heimlich und leise an mich, und zwar bis zum 5. September 2021. Das ist der Sonntag, an dem die neue Etüdenrunde startet. ACHTUNG: Bitte vergesst nicht, dass eure Adventüde eine Überschrift braucht! Ich muss erfahrungsgemäß bei ziemlich vielen dahingehend nachfragen. 😉
Bei den meisten von euch kommentiere ich regelmäßig, daher habt ihr meine Mailadresse, wer sie nicht hat, kann mir die Etüde über mein Kontaktformular (hier klicken) zuschicken. Ich lese dann noch mal drüber (Korrektur) und veröffentliche sie irgendwann im Advent hier bei mir – ihr bekommt rechtzeitig Bescheid. Ihr könnt eure Etüde dann natürlich rebloggen, damit wir die maximale Reichweite bekommen, eure Follower und meine. Wer sehen will, wie der Spaß letztes Jahr aussah, der klicke bitte hier, ich hatte eine Kategorie dafür eingerichtet.

Online stellen möchte ich die Etüden ab dem 1. Advent, der dieses Jahr auf den 28. November 2021 fällt, bis einschließlich Heiligabend. Sollte es mehr Einsendungen als freie Tage, nämlich 27, geben, werde ich zwei Etüden pro Tag veröffentlichen. Mit der Abgabe eurer Etüde erlaubt ihr mir, sie mit einer zweiten zu kombinieren, falls nötig, ihr könnt euch hier ein Beispiel ansehen, wie das letztes Jahr aussah. Wer das nicht will, möge bitte ausdrücklich widersprechen, ich versuche, dem nachzukommen und schreibe euch ggf. an.
Sollte ich weniger Einsendungen bekommen, als es Tage gibt, werde ich einzelne Leute fragen, ob sie eine zweite Adventüde beisteuern wollen und können.

Wenn ihr verbindlich mitschreiben wollt, dann lasst mir bitte einen Kommentar da, ich möchte einfach wissen, mit wem ich rechnen kann.
Wenn ihr verbindlich mitschreiben wollt, aber bis Ende August nicht könnt, weil das Leben halt so ist wie es ist: Bitte, sagt Bescheid. Wenn ihr mir einen Abgabetermin zusagen könnt, ist das alles kein Ding. Ich will nur nicht September, Oktober und November ständig noch irgendwelchen Nachzüglern hinterherrennen müssen, ich muss das Ganze ja auch noch blogfein machen.

Tanja, es tut mir ja für den Schweinehund leid, aber dafür habe ich Kekse für ihn … 😉 Überhaupt ist das eine relativ kalorienhaltige Auswahl 😀
Danke an euch für eure Wortspenden und an meine gute „Lotto“-Fee, ich bin so froh, dass ich die Auswahl nicht allein zu verantworten habe! 😉
Folgende Wörter sind aus der Lostrommel gehüpft (alphabetisch sortiert):

Aktentasche
Bratapfel
Doppelgänger
Eistee
Geborgenheit
Glitzer
Kartoffelsalat
Kekse
Kopfzerbrechen
Marzipan
Partitur
Schneeregen
Sehnsucht
Sturmwolkenblau
Weihnachtsschmuck

 

Etüdensommerpausenintermezzo goes Adventskalender 2021 – Wörter | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Wo der Aufruf zum 7-aus-12-Etüdensommerpausenintermezzo ist? Na, hier!

 

7 aus 12 | Etüdensommerpausenintermezzo II-2021

Liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, vielen Dank für eure zahlreichen und reichlich bunten und herausfordernden Wortspenden! Die Etüden gehen in die wohlverdiente Sommerpause, und wir widmen uns dem Etüdensommerpausenintermezzo.

Wie letztes Jahr möchte ich euch dazu aufrufen, eine Geschichte bzw. einen Text zu schreiben.

LÄNGE: egal. Aber eigentlich länger als eine Etüde. Deutlich länger! 😀
ORT UND ZEIT: egal.
ABER: Es gibt zwei Bedingungen.

  1. Ihr sucht euch aus der folgenden Liste (mindestens) 7 von den 12 großartigen Wörtern aus (mehr geht immer), und baut die ein. Ich steh auf solche Geschichten, wen wundert’s.
  2. Schreibt eine Geschichte, die zumindest zum Teil an einem echten Gewässer (Bach, Fluss, Strom, Kanal, Teich, See, Meer, Badewanne, seid kreativ …) spielt. Ich freue mich über jegliche konkrete Angabe, wo sich besagtes Gewässer befindet, vom Fluss-/Stromkilometer (ich finde Kilometrierung superspannend) bis hin zu Fotos von einer Strandpromenade etc. Ich möchte, dass wir als Leser*innen sozusagen mitreisen können.

Danke an euch für eure Wortspenden und an meine gute „Lotto“-Fee, ich bin so froh, dass ich die Auswahl nicht allein zu verantworten habe! 😉
Die Wörter aus der Ziehung sind in alphabetischer Reihenfolge (und ja, der Similaungletscher war WIRKLICH dabei, wenn ich gezogen hätte, hätte ich mir Manipulation unterstellt):

Dachbegrünung
Eigentor
Fliegenklatsche
Glühwürmchen
Konzert
Lebensgeister
Regen
Similaungletscher
Sommerloch
Wasserläufer
Wetterleuchten
Willkür

 

Zeit: Ihr habt bis zum Etüdenneustart am 5. September 2021. Es kann sein, dass ich noch mit etwas anderem um die Ecke komme, dann läuft das eben parallel.
Zur Zeit fühle ich mich aber bemerkenswert ideenlos, und generell habe ich das Bedürfnis, mal eine Zeit lang GAR NICHTS zu machen, höchstens bei euch zu lesen, ohne schlechtes Gewissen (ja, doch) blogfern sein zu können, vielleicht wirklich mal nur die Montagsgedichte zu hätscheln bzw. meine Wandergeschichten zu posten …

Wie immer gilt: Bitte hierher verlinken und/oder kommentieren, ich mache die übliche Liste und bin total gespannt, was euch so einfällt … ich freue mich! Viel Spaß beim Aussuchen und Schreiben!!!!!

Ich habe wieder ein paar Illustrationen gebastelt, die ihr gern verwenden dürft, aber nicht müsst. Alles wie immer also.

Wo der Aufruf zu den Adventüden ist? Na, hier!

Und unter den Illustrationen findet ihr die Beitragsliste.

 

Etüdensommerpausenintermezzo 2021 – 7 aus 12 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Etüdensommerpausenintermezzo 2021 – 7 aus 12 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Etüdensommerpausenintermezzo 2021 – 7 aus 12 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Liste der bisher veröffentlichten Intermezzos

Olpo auf Olpo Olponator: Urlaub ahoi!, Charly
Judith auf Mutiger leben: Sonnenuntergang am Bodensee, Abends
Ulrike auf Blaupause7: Still ruht der See, Ab in den Norden, Die ideale Abwehr, Summer in the city
Heidi auf Erinnerungswerkstatt: Sommertag am See
Maren auf Ich lache mich gesund: Sommerurlaub, Evolution, Freiheit, Willkür
Bernd auf Red Skies over Paradise: Grundlsee., Deutschlandfunk. 9 Uhr. Die Nachrichten.
Alice auf Make a Choice Alice: Urlaub, Irgendwo in Afrika, Sex on the Beach
Puzzleblume auf Puzzle❀: Nicht allzu weit weg
Werner Kastens auf Mit Worten Gedanken horten: Hafenrundfahrt
Kain Schreiber auf Gedankenflut: Luisa, Wellengang
Gerda von GERDA KAZAKOU: „Geh aus, mein Herz“. Bebilderte Kata-Strophen, Hundstage, Der Junge mit der Fliegenklatsche
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: Sommerintermezzo 7 von 12
Katharina auf Katha kritzelt: Friedrich
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: Latschen durch die Seeveniederung 😉
Gerhard auf Kopf und Gestalt: Übers fotografische Schauen, Mitteilungen der Erde
Christian auf Wortverdreher: Die Willkür der Stadt, Aufgestaut, Herr der Mücken, Klein gegen groß, Die Challenge-List, Rette sich wer kann
Lene auf Herzpoeten: Sich am Rhein finden
Melina auf Innen-Reise-Wege: David und Goliath
Tanja auf Stachelbeermond: Sommerloch
Ellen auf nellindreams: Sommerloch
Natalie im Fundevogelnest: Pfützen
Nina vom Bodenlosz-Archiv: Unter dem Gletscher
Doro auf DORO|ART: Durch den Monsun




 

Etüdensommerpausenintermezzo 2021 – Hinter den Kulissen

Guten Morgen, Mittag, Abend, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen. Die Etüden sind tot, es leben die Etüden bzw. die Adventüden 2021 (hurra!) und das Etüdensommerpausenintermezzo 😉

Verabschieden wir also wie üblich zu Beginn die regulären Etüden. Die Statistik sagt, dass es in den letzten beiden Wochen 62 Etüden von 36 teilnehmenden Blogs auf den unterschiedlichsten Wegen auf die Liste geschafft haben. Das ist nach wie vor SEHR viel, und ich freue mich sehr darüber, dass wir dieses Jahr kein nennenswertes Sommerloch hatten.
Hier kommt die Liiiiiiiiiste! Gerhard führt sie an mit 7 Etüden, Christian folgt mit 6 und Maren mit 4 Etüden.
Danke an euch, die ihr mitgeschrieben, mitgelesen, gelikt und kommentiert habt! Vielen Dank an jede*n, die*der mit durch die teilnehmenden Blogs gegangen ist und kommentiert/diskutiert/gelikt hat, und speziell an Monika, der wir die zauberhaften Wörter der letzten Wochen verdankten.

Disclaimer: Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Inhaltshinweisen (CN/Triggerwarnungen, z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt.

paulpeterheinz in den Kommentaren auf Kopf und Gestalt: hier
Christa Hartwig in meinen Kommentaren: hier
Natalie vom Fundevogelnest in meinen Kommentaren: hier
Barbara von der Kulturbowle in meinen Kommentaren: hier
Christiane auf TravelLiteratureundArt: hier
Jane auf Blood, Tears, Gold & Minds: hier und hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier
Heidi auf Erinnerungswerkstatt: hier
Heidi auf heidimariaskleinewelt: hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
anderes Mädchen auf das andere Mädchen: hier
Bruni auf Wortbehagen: hier
Christian auf Wortverdreher: hier, hier, hier, hier, hier und hier
Veronika auf vro jongliert: hier
Werner auf Werner Kastens: hier und hier
Puzzleblume auf Puzzle❀: hier, hier und hier
Judith auf Mutiger leben: hier und hier
Maren auf Ich lache mich gesund: hier, hier, hier und hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier
Monika auf Allerlei Gedanken: hier und hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
Torsten auf Wortman: hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier und hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier
Kain Schreiber auf Gedankenflut: hier und hier
Tanja auf Stachelbeermond: hier
Bernd von Red Skies over Paradise: hier und hier
Lene auf HerzPoeten: hier und hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier
Ulrike auf Blaupause7: hier und hier
Yvonne auf umgeBUCHt: hier
Donka auf onlybatscanhang: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Doro auf DORO|ART: hier
Nina vom Bodenlosz-Archiv: hier

ZUM VORMERKEN: Die nächsten regulären Wörter erscheinen am 5. September 2021. Bis dahin gibt es keine Etüden, nein. Ich möchte auch mal eine Pause … 😉

 

Etüdensommerpausenintermezzo goes Adventskalender 2021 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Ich bin echt geschmeichelt, dass euch so viel an den Adventüden liegt, hab ich das schon mal gesagt? Also wird es dieses Jahr auch wieder welche geben, das heißt, einen Adventskalender mit Etüden, die ihr schreibt und die ich im Dezember (ab dem 1. Advent, das ist der 28.11.) veröffentliche. Mehr zum Prozedere noch mal nächsten Sonntag oder ihr schaut bei mir in die entsprechenden Kategorien, wie das ausgesehen hat (2020, 2019). Im Kleingedruckten ist dazu auch was.

In guter Etüdensommerpausentradition erbitte ich dazu jetzt erst mal Wortspenden von euch: Denkt dran, es geht um eine Etüde für einen Adventskalender! 😉
Weihnachten und die Vorweihnachtszeit ist für viele nicht unbedingt ein Fest der Freude, sondern vor allem ein Fest, das durch Stress und Ängste geprägt ist. Ich möchte eure Wortspenden daher keinesfalls auf den Weihnachtskontext limitieren, schon gar nicht auf den fröhlichen. Und es müssen auch nicht zwangsläufig Naturbeschreibungen sein, ich nehme auch so was wie »Eisspray«, »Winterschlussverkauf« oder »Lastenfahrrad«.

Ach ja, ich hätte bitte gern nur Hauptwörter/Substantive: Jede*r darf drei, ich lasse später auslosen. Jede*r, der*die bei den abc.etüden schon mal mitgeschrieben hat, ist spendenberechtigt und darf mitschreiben. Ihr verpflichtet euch damit NICHT, eine Adventüde zu schreiben, aber ich habe eure Absichtserklärungen dazu nicht vergessen 😀
Umgekehrt können natürlich auch alle Etüdenschreiber*innen mitschreiben, die keine Wörter gespendet haben.
Bitte keine Wörter, die wir schon hatten, maßgeblich sind die Listen, die ihr hier findet (alphabetisch und chronologisch), ansonsten streiche ich die einfach. Schreibt eure Wortspende offen in die Kommentare, ich hole sie dann raus und liste sie hier unter dem Bild.

Die Wörterannahme schließt am Freitag, den 09.07.2021, um 18:00 Uhr CEST – ich will abends auslosen (lassen).
Das Ergebnis lest ihr nächsten Sonntag, dann gibt es alle restlichen Erklärungen und den offiziellen Startschuss.

In den Lostopf wandern:

Glitzer
Dunkelheit
Rauch
Schaumbad
Kekse
Wolldecke
Partitur
Eiskratzer
Barbarazweig
Girlande
Rum
Depression
Frostigkeit
Sommersehnsucht
Geschenkewusel
Notdienst
Glöckchen
Bratapfel
Warteschlange
Impfung
Trostpflaster
Lametta
Marzipan
Endlosschleife
Arbeitslosengeld
Gartenschlauch
Orientierung
Sternsinger
Weihnachtsgurke
Kartoffelsalat
Doppelgänger
Glanz
Leinwand
Knusperhäuschen
Weihnachtsbaum
Weihnachtsschmuck
Walnusskuchen
Lederhandschuhe
Faszienrolle
Schneeregen
Schweinehund
Sternblau
Hintertür
Briefumschlag
Essenz
Sehnsucht
Ochs
Esel
Schneebruch
Beerdigung
Veränderung
Lederhose
Eistee
Tannenzapfen
Ruhe
Glücksgefühl
Oratorium
Wintereinsamkeit
Buchlust
Sturmwolkenblau
Kaktus
Lebensmut
Narben
Herzschmerz
Gänsebraten
Geborgenheit
Punsch
Puschen
Zimtparfait
Bauchweh
Mahlzeit
Kopfzerbrechen
Aktentasche
Kamelhaarmantel
Türklinke


 

Etüdensommerpausenintermezzo 2021 Sommerwörter gesucht! | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Und noch einmal. Für das eigentliche Etüdensommerpausenintermezzo, das, zumindest das erste, wieder aus »Schreibt eine Geschichte beliebiger Länge und bringt xx Wörter darin unter« (ja, ich steh auf so was) bestehen soll. Und diese xx Wörter erbitte ich jetzt von euch. Bitte jeweils hier nur ein Substantiv/Hauptwort, auch hier bitte keine Wörter, die wir schon hatten (Liste: hier und hier), ansonsten streiche ich die einfach. Ebenfalls schließt die Wörterannahme am Freitag, den 09.07.2021, um 18:00 Uhr CEST und auch diese Wörter werden ausgelost. Schreibt auch hierfür eure Spende offen in die Kommentare, ich hole sie dann raus und liste sie hier unter dem Bild.
Das Ergebnis lest ihr ebenfalls nächsten Sonntag, dann gibt es auch alle weiteren Infos.

In den Lostopf wandern:

Regen
Wellenrauschen
Konzert
Gewitter
Willkür
Similaungletscher
Lebensgeister
Abschied
Heuriger
Eigentor
Kulturschock
Weinschorle
Motorrad
Hormonpräparate
Sommerpause
Dachbegrünung
Drachen
Wetterleuchten
Sommerloch
Sternschnuppe
Tauperlenwiese
Kunstkuchen
Fliegenklatsche
Glühwürmchen
Unwetter
Wasserläufer

Fertig? Fertig. Euch weiterhin ein schönes Wochenende!

 

Bekenntnisse einer Pralinenliebhaberin | abc.etüden

Das Problem mit den Pralinen ist, dass ihre Lebensdauer in meiner Umgebung so extrem kurz ist, dass es für Inspiration nicht ausreicht: Kaum sind sie da, sind sie auch schon wieder weg. Andererseits sind mir Menschen seit jeher suspekt, die beim Anblick eines Apfels oder einer Salatgurke in Verse ausbrechen. Sagen Sie selbst, was soll man von solch prosaischen Gemütern halten? Ich habe da kein Verständnis.

Ein weiteres Problem ist, dass sie meist so klein sind. Ja, natürlich, man soll Pralinen genießen, so heißt es überall, sie mit den Augen verzehren, zärtlich beknabbern wie eine angebetete Person, vielleicht sogar halbieren oder vierteln. Jedenfalls nicht mit einem herzhaften Happs verschlingen! Aber was soll ich sagen, beim Liebesakt bin ich da eben etwas handfester, und ich stehe dazu.

Ein unverschämter Mensch, den ich für einen lieben Freund gehalten habe, hat mich kürzlich ernsthaft gefragt, ob ich schon mal darüber nachgedacht hätte, sie zu kauen, bevor ich sie herunterschlucke, es würde schließlich die Geschwindigkeit der – äh – Genussmittelaufnahme heruntersetzen und ich hätte länger was davon. Wofür hält der mich! Wollte der mich erschrecken, sodass mir die Pralinen im Halse stecken bleiben? Nun, Fehlanzeige!
Jetzt muss ich meine Pralinen wenigstens mit niemandem mehr teilen. Schade um ihn, er hatte eigentlich einen guten Geschmack.

Wo ich gerade so nett mit Ihnen plaudere: Hat jemand von Ihnen Interesse an sehr gut erhaltener, hochwertiger Damengarderobe, Größe 46 bis 48? Ich brauche sie nicht mehr und würde mich freuen, von Ihnen zu hören. Es ist mir ein wenig peinlich, aber sonst wandert alles in den Secondhandladen zu meiner Freundin, und die hat sich bereits eine goldene Nase an mir verdient.

Ach, wenn mir früher mal jemand vorausgesagt hätte, was für Opfer ich für meine Leidenschaft bringen würde, nichts davon hätte ich geglaubt. Ach ja, das Leben geht seltsame Wege.

 

abc.etüden 2021 25+26 | 365tageasatzaday
Quelle: Photo by Nathana Rebouças on Unsplash, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 25/26.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Wortspende stammt dieses Mal von Monika mit ihrem Blog Allerlei Gedanken. Die Wörter lauten: Praline, herzhaft, wandern.

Diese Etüde hat eine Vorgeschichte, und zwar beginnt sie mit dem ersten Satz, den Myriade gestern als Kommentar bei mir postete (hier nachlesen), und woraus sich ergab, dass wir beide eine Etüde damit schreiben würden. Nun denn. Myriades diesbezügliche Etüde ist übrigens hier nachzulesen.

Ansonsten: Nein, diese Etüde ist nicht autobiografisch, nicht sehr. Natürlich mag ich Pralinen und Schokolade (und Torten, mjamm), aber ich bin weitaus eher in Gefahr, im Sommer einem Eiswagen nachzulaufen … 😉

 

Einmal W5, einfach | abc.etüden

Wenn zwei Frauen miteinander unterwegs sind, kann das mehrere Vorteile haben: Gesellschaft; ausprobieren zu können, ob man auch miteinander schweigen kann; dass hoffentlich eine mitgenommen hat, was der anderen fehlt (alles zwischen Wasser, Pralinen und Blasenpflaster – o ja, Schokolade kann sehr wichtig sein) und, last but not least, wenn beide über einen fahrbaren Untersatz verfügen, kann man einen am Ende der Wanderstrecke deponieren und gemeinsam zum Anfang fahren.

So geschehen am letzten Sonntag, und wohin ging es? Na, erraten? Richtig: W5 und der Karlstein, die Gegend lässt mich nicht los. Dieser Rundweg W5 ist in Gänze laut Karte etwa 18 Kilometer lang und kann auch in zwei Schleifen erlaufen werden, ihr erinnert euch vielleicht. Was ich bisher noch nicht hatte, war die Variante mit den beiden Autos.

Ich war im kühlen März vermutlich zuletzt dort und sehr überrascht, wie verändert sich dieser Wald im Sommer präsentiert, wie grün, wie wohlriechend, wie anders das Licht, wie magisch. Man durchquert auf dieser Strecke sowohl Laubwälder, Mischwälder und Nadelwälder, und jeder transportiert seine spezifische Stimmung, wenn man das Herz öffnen kann. Unglaublich anrührend.

Als einzige unrühmliche Ausnahme erwies sich ein höchst aggressiver Mountainbiker, der meinte, uns vollpöbeln zu müssen, weil wir Dero Gnaden bei seinem Erscheinen nicht weitestmöglich Platz gemacht hatten (es war ein breiter, gut befestigter Wanderweg, er hätte vorbeigekonnt, wir waren höflich – er sah das anders), und der bei mir prompt kurzfristig den Wunsch erweckte, ihn von seinem Rad zu holen und herzhaft in den Waldboden … Ja, ich. Tatsächlich. Mea culpa.

Nun, nichts dergleichen ist passiert, wir wanderten kopfschüttelnd und eher amüsiert weiter und beendeten unseren Weg nach ca. 10 Kilometern am Wildpark Schwarze Berge. Da W5 ein Rundweg ist, könnten wir auch noch die andere Schleife erobern (die anstrengender ist, weil mit steileren Abhängen), und ich überlege, das vorzuschlagen.

 

abc.etüden 2021 25+26 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 25/26.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Wortspende stammt dieses Mal von Monika mit ihrem Blog Allerlei Gedanken. Die Wörter lauten: Praline, herzhaft, wandern.

 

Ich möchte sicherheitshalber ein Wort zur Ehrenrettung der Mountainbiker verlieren: Dieser Wald ist von Pfaden aller Art durchzogen, Trails für Mountainbiker gehören dazu (wir waren auf keinem), und natürlich benutzen alle manche Wege gemeinsam. Ich habe ansonsten bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht, die meisten grüßen im Vorbeifahren, dieser Aggro-Typ hier war der Erste und ist absolut nicht repräsentativ.

Der Moisburger Stein ist ein alter Forstgrenzstein, davon stehen hier im Wald noch einige, ein Thema für sich, ich habe nicht nur für geschichtlich Interessierte dazu einen Blog entdeckt, auf den ich gern verlinken möchte: hier.

Und oh, Schokolade ist prima, auch unterwegs, aber niemals würde ich echte Pralinen auf eine Wanderung mitschleppen, sorry, Monika, hier habe ich deine wunderbare Wortspende passend gemacht 🙂

 

Quelle: ichmeinerselbst, Klicken macht groß!

 

Schreibeinladung für die Textwochen 25.26.21 | Wortspende von Allerlei Gedanken

Letzte Runde! Letzte Runde! Noch jemand ohne? Letzte Runde vor der Sommerpause! Es ist wieder mal so weit, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, wir befinden uns gefühlt schon im Hochsommer *schwitz* und ich denke bereits auf dem Etüdensommerpausenintermezzo und den Adventüden 2021 herum.

Also, der Fahrplan für die nächsten Wochen:
Bis zum 4. Juli 2021 laufen noch die regulären Etüden, Näheres dazu gleich 😉
Ab 4. Juli dürft ihr zum Wörterspenden für die Adventüden (und für das Etüdensommerpausenintermezzo) vorbeischauen.
Am 11. Juli habe ich die Wörter ausgelost und werde sie dann hier veröffentlichen.
Am 5. September 2021 starten die regulären Etüden wieder.

Dafür dass wir in den letzten Tagen wohl alle unter dieser Brüllhitze gestöhnt haben, sind echt viele Etüden zusammengekommen. Ich zähle 66 Etüden von 35 teilnehmenden Blogs, das ist super!
Ferner sind auf den letzten Drücker zwei Neue auf den Etüdenzug aufgesprungen: Bitte begrüßt mit mir Sabine mit ihrem Blog Verbalkanone und die vielen schon längst bestens bekannte Bruni mit ihrem Blog Wortbehagen! Noch einmal ein herzliches Willkommen im Kreis der Etüdenverrückten! 😀 Klug habt ihr das gemacht, denn jetzt seid ihr start- und (Wort-)spendeberechtigt für die Adventüden, ich weise nur darauf hin 😉

Fertig für die Liste? Hier kommt sie. Gerhard führt sie an mit 7 Etüden, Christian folgt mit 6 und Wortspenderin Ellen mit 5 Etüden.
Danke an euch, die ihr mitgeschrieben, mitgelesen, gelikt und kommentiert habt! Vielen Dank an jede*n, die*der mit durch die teilnehmenden Blogs gegangen ist und kommentiert/diskutiert/gelikt hat, und speziell an Ellen, der wir die zauberhaften Wörter der letzten Wochen verdankten.

Disclaimer: Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Inhaltshinweisen (CN/Triggerwarnungen, z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt.

Barbara von der Kulturbowle in meinen Kommentaren: hier
Sabine auf Verbalkanone: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier
Jane auf Blood, Tears, Gold & Minds: hier
Anna-Lena auf Meine literarische Visitenkarte: hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Heidi auf Erinnerungswerkstatt: hier
Heidi auf heidimariaskleinewelt: hier
Puzzleblume auf Puzzle❀: hier, hier und hier
Puzzleblume auf Puzzleblume❀: hier
Christiane auf TravelLiteratureundArt: hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier, hier, hier und hier
Christian auf Wortverdreher: hier, hier, hier, hier, hier und hier
Bruni auf Wortbehagen: hier
Doro auf DORO|ART: hier
Ulrike auf Blaupause7: hier und hier
Bernd von Red Skies over Paradise: hier und hier
Ellen auf nellindreams: hier, hier, hier, hier und hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier, hier und hier
Werner auf Werner Kastens: hier und hier
Judith auf Mutiger leben: hier und hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Lene auf HerzPoeten: hier
Kain Schreiber auf Gedankenflut: hier, hier und hier
Maren auf Ich lache mich gesund: hier und hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Monika auf Allerlei Gedanken: hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier, hier und hier
Veronika auf vro jongliert: hier
Yvonne auf umgeBUCHt: hier
Torsten auf Wortman: hier
Nina vom Bodenlosz-Archiv: hier
Tanja auf Stachelbeermond: hier

Die Wörter für die Textwochen 25/26 des Schreibjahres 2021 stiftete Monika mit ihrem Blog Allerlei Gedanken. Sie lauten:

Praline
herzhaft
wandern.

 

Der Etüden-Disclaimer lautet wieder: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Eventuelle Inhaltshinweise (Triggerwarnungen), Vorbemerkungen sowie die Überschrift zählen NICHT zum Text. Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der zugehörigen Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt (höchstwahrscheinlich) nicht auf die nächste Liste bzw. muss meckern, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig. Wer sich die Illustrationen herunterladen möchte, sollte sie vorher großklicken, danach kann man sie in der Regel downloaden und bei sich wieder hochladen.

Noch Fragen rund um die Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 5. September 2021.
Habt weiterhin ein schönes Wochenende und genießt den Juni, möge er mit uns allen sanft und heiter umgehen!

 

abc.etüden 2021 25+26 | 365tageasatzaday
Quelle: Photo by Nathana Rebouças on Unsplash, Bearbeitung von mir

 

abc.etüden 2021 25+26 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Das Kleid – Die Aussprache | abc.etüden

Nachdem ich die ersten beiden Etüden entworfen hatte, war mir klar, dass es da noch offene Fragen gab, die eine Antwort verdienten. Warum war sie so ausgeflippt? Warum war ihr nicht aufgefallen, dass mit ihm etwas nicht okay war, hätte das nicht eigentlich sein müssen?
Eure Fragen/Kommentare (danke!) haben mich darin bestärkt, dass es eine dritte Etüde geben muss, denn die Lösung ist ziemlich simpel und damit begründbar, dass jede*r halt manchmal sein individuelles Brett vor dem Kopf hat …

Bitte schön, hier ist sie.

Es ist sinnvoll, alle drei nacheinander zu lesen. Hier sind die beiden ersten Teile (von vorgestern und gestern).

Das Kleid – Sie
Das Kleid – Er


 

Fühl mich bei dir geborgen, setz mein Herz auf dich …«

Sie starrte ihn an. »Und das ist wirklich alles? Mehr ist nicht?«

Nun, DAS war nicht ganz die erwartete Reaktion. »Mehr ist nicht«, bestätigte er feierlich.

»Aber du hast was mit ›Fettfleck‹ gesagt, als du mich gesehen hast!«

Er nahm einen Zipfel der Picknickdecke und wischte ihr über das tränennasse Gesicht.

»Hab ich nicht. Ich hab ›nettes Kleid‹ oder etwas ähnlich Bescheuertes gesagt. Ehrlich.«

»Ich bin aber fett geworden während Scheißcorona. Und du auch. Wir haben beide zu viel gegessen und sind nicht rausgegangen. Wohin denn auch.«

Absolut zutreffend.

»Ich hab gedacht, du findest mich nicht mehr attraktiv, und als du mich dann noch beleidigt hast, dachte ich, du hast eine andere. Weil – es ist ja gerade wirklich wenig im Bett los zwischen uns.«

»Schatz, hör doch mal. Normalerweise hätte ich dir dein Kleid mit diesem höchst verwegenen Ausschnitt vom Leib gerissen. Okay, ist schon bisschen her, aber das weißt du noch, oder?«

Sie bejahte. Zögerlich. Gottseidank.

»Aber wenn ich etwas verspreche, dann will ich es auch halten, und das kann ich gerade nicht. Leider. Nur, dass du glauben würdest, dass ich fremdgehe, weil ich mich zurückziehe, darauf hätte ich kommen können. Das ist nicht gut gelaufen. Es tut mir leid.«

Sie schniefte. »Warst du beim Arzt? Du hast doch bestimmt schon alles Mögliche dazu recherchiert.«

Er nickte. »Noch nicht. Weißt du, meine allererste Frage ist: Was macht das mit mir, wenn ich nicht mehr kann? Wie sehr definiere ich mich über Sex? Und die zweite: Bleibst du trotzdem bei mir?«

Nun klang sie empört. »Du bist mein Mann. Das ist nicht nur eine Bettgeschichte. Über alles andere reden wir später.«

Er legte den Arm um sie und zog sie an sich. Ein Glas kippte um. Der Rotwein versickerte.

 

abc.etüden 2021 23+24 | 365tageasatzaday
Quelle: Photo by Jennie Clavel on Unsplash, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 23/24.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Wortspende stammt dieses Mal von Ellen mit ihrem Blog »nellindreams«. Die Wörter lauten: Picknickdecke, verwegen, recherchieren.

 

Wer wissen möchte, woraus ich zitiere: Herbert Grönemeyer: Halt mich

 

Und wehe, irgendwer findet meine Lösung unrealistisch ;-). Ich habs mit Enden, die irgendwie positiv offen sind.

 

Das Kleid – Er | abc.etüden

Nachdem „Das Kleid“ ungewöhnlich viele Reaktionen hervorrief (vielen herzlichen Dank dafür), meldete sich mein Protagonist zu Wort und bat nachdrücklich darum, seine Sicht der Dinge darstellen zu dürfen. In Wirklichkeit ist nämlich alles ganz anders.

Darum: Wer die erste Etüde nicht gelesen hat, der möge das bitte tun.

Das Kleid – Sie


 

Er zeugte sieben Kinder in einer Nacht und über seine Feinde hat er nur gelacht …«

Dass »Mann« immer konnte, wann hatte er angefangen, das als »verwegene Hypothese« zu bezeichnen? Klar, anfangs waren sie wild gewesen, auf der Picknickdecke und darunter, später in all den Betten, die sie sich geteilt hatten. Sie war seine Knutschkugel, rund und fröhlich, und er liebte jedes Extrakilo an ihr. Oder besser: Es war ihm völlig egal, denn sie war nicht nur die Frau seines Lebens, sie kochten und aßen auch gern gemeinsam.

Dann war die Pandemie gekommen, die ihnen Angst um ihre Gesundheit gemacht und vieles verwehrt hatte, Rituale, die ihnen wichtig gewesen waren: Reisen, Veranstaltungen, Kino, Freunde treffen.

Er hatte sich eingerichtet, sich zurückgezogen. Es war ihm immer leichter gefallen. Ihr auch. Jedenfalls hatte er das gedacht. Bis diese Einladung zu diesem Charity-Event gekommen war und sie überschwänglich begeistert reagiert hatte.

Er nicht.

Die Aussicht, zu dieser Wichtigtuerveranstaltung mitgeschleppt zu werden, hatte ihn derartig entsetzt, dass es ihn selbst schockiert hatte. Selbstverständlich hatte er ihr das verschwiegen. Sie freute sich doch so, nur er, er zog nicht mit.

Als sie sich vorhin in diesem schicken roten Kleid präsentiert hatte … früher hätte er sie daraufhin vernascht, so viel war sicher. Aber heute?
Da hatte ihm auch kein Recherchieren im Netz geholfen.
Da hatte sich bei ihm einfach nichts gerührt. Bei aller Lust.

War er in diesen anderthalb Jahren unbemerkt vom Strom des Lebens in einen Nebenarm abgebogen? War er ALT geworden? Was bedeutete das für sie beide?

Jetzt musste er sich um sie kümmern. Alle Karten auf den Tisch legen. Dass sie nicht schon längst wieder flammenden Auges vor ihm aufgetaucht war, war kein gutes Zeichen.

Die Glastür hatte einen Sprung. Mit ihrem Lieblingswein und zwei Gläsern bewaffnet ging er sie suchen.

 

abc.etüden 2021 23+24 | 365tageasatzaday
Quelle: Photo by Jennie Clavel on Unsplash, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 23/24.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Wortspende stammt dieses Mal von Ellen mit ihrem Blog »nellindreams«. Die Wörter lauten: Picknickdecke, verwegen, recherchieren.

 

Wer wissen möchte, woraus ich zitiere: Ich hab vor dem Fernseher gesessen und rumgehimmelt, als das lief 😉

Dschinghis Khan mit dem gleichnamigen Lied, ESC 1979. Ohne Worte, komplett 😉

 

Update: Fortsetzung hier: Das Kleid – Die Aussprache

 

Das Kleid – Sie | abc.etüden

Hast du etwas getan, was sonst keiner tut? Hast du hohe Schuhe oder gar einen Hut, oder hast du etwa ein zu kurzes Kleid getragen …«
Ja, in der Tat, das hatte sie vorgehabt. Eigentlich war nichts an ihrem Outfit besonders ungewöhnlich. Fand sie. Das Kleid war knallrot. Sie würde leuchten, und das war dem Anlass angemessen, schließlich war es eine Abendveranstaltung, die erste seit – ach, keine Ahnung. Jahren. Nein, fröhliches Schwarz war nicht vorgeschrieben, und so alt war sie noch nicht, sich freiwillig selbst zu kasteien.

Okay, Affekthandlung, okay, aber es hatte SO GUT getan, die Tür beim Rausstürzen hinter sich zuzuschlagen. Okay, es war eine Glastür. Gewesen. Sie waren versichert.

Sie hatte sich spontan in das Kleid verliebt und war sich beim Kauf verwegen vorgekommen. Endlich mal wieder der Seele etwas gönnen, das Leben feiern, draußen, ein schickes Charity-Dinner auf der Seeterrasse mit Lokalprominenz und Presse. Wenn er ihr vorgeworfen hätte, mit dem Kleid ein wenig overdressed zu sein, hätte sie das noch verstanden, aber sie hatte in der Klatschpresse recherchieren können, dass da durchaus mit noch Ausgefallenerem zu rechnen war.

»Schatz, meinst du nicht …« Nein! Herrgott, sie wog nun mal keine siebzig Kilo! Seit sie ihn kannte, hatte sie noch nie siebzig Kilo gewogen! Und er hatte häufig beteuert, jedes Pfund an ihr zu lieben, auch als es jetzt einige mehr geworden waren. War das also wirklich derselbe Mann, der vorhin etwas von »Fett…« gemurmelt hatte, als er ihrer ansichtig geworden war?

Sie hatte ihn nicht genau verstanden, aber das musste sie auch nicht. Warum saß sie jetzt seit Stunden im Garten in der Hollywoodschaukel und heulte, eingehüllt in ihre liebste Picknickdecke, obwohl sie so enttäuscht von ihm war, dass sie ihn am liebsten umgebracht hätte? Die Tränen liefen.
Wo war er?
Sie wusste nicht weiter.

 

abc.etüden 2021 23+24 | 365tageasatzaday
Quelle: Photo by Jennie Clavel on Unsplash, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 23/24.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Wortspende stammt dieses Mal von Ellen mit ihrem Blog »nellindreams«. Die Wörter lauten: Picknickdecke, verwegen, recherchieren.

 

Wer wissen möchte, woraus ich zitiere: Es sind (natürlich) DIE ÄRZTE mit ihrem Klassiker: Lasse redn

 

Ich hatte mir eigentlich etwas Heitereres gewünscht, aber plötzlich saß da diese unglückliche Frau weinend in ihrer Hollywoodschaukel im Garten … 😉

Update: Fortsetzung hier – Das Kleid – Er