Überraschung! | Lieblingsetüden

Wer ein bisschen länger bei mir liest, der kennt sie: Die Etüden, wo der*die geneigte Leser*in am Ende merkt, dass er*sie aufs Glatteis geführt wurde. Nicht wie in einem Krimi, wo man über die Auflösung nachdenken muss, nein, ganz direkt.

In der Kategorie habe ich einige Etüden, natürlich und speziell ein paar Kattitüden, wo sich der Protagonist irgendwann als ein gewisser Fellträger (Ähnlichkeiten zu lebenden Tieren nicht komplett ausgeschlossen) entpuppt. Klar. Die liebe ich aus den üblichen Gründen auch sehr.

Woran ich euch aber erinnern bzw. euch neu vorstellen möchte, ist eine Etüde aus dem Jahr 2017, Woche 36. Damals galt noch die 10-Sätze-Regel. Ich wollte gern mal etwas wirklich Kurzes schreiben, habe alles weggelassen, was nicht wirklich unbedingt notwendig war, und bin immer noch ziemlich stolz auf das Ergebnis.

 

„Wie viel?“
Sie sagte es ihm.
Bei manchen war die Frequenz, in der sie zu ihr kamen, ganz schön hoch. Immer am liebsten zu ihr, sie wusste auch warum, schließlich achtete sie pingelig auf Sauberkeit. Egal, sie konnte sie alle nicht ausstehen …
Hier gibts die komplette Etüde.

 

Na? Naaaaaaaa??? Was sagt ihr? 😀

Ja, die Kommentare sind da inzwischen zu (Spamschutz, ich finds so nervig). Aber hier nicht.

Dies ist ein Beitrag für die Lieblingsetüden des diesjährigen Etüdensommerpausenintermezzos.

Off topic: Ich habe versprochen, daran zu erinnern: Die ersten beiden Etüden für den Adventskalender sind schon da!

 

Lieblingsetüde | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

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Etüdensommerpausenintermezzo 2019-II: Herzen

Zur Idee: Ludwig, der Etüdenerfinder, hat die Etüden im Januar 2017 ins Leben gerufen. Seit April 2017 hoste ich sie. Viele von euch schreiben mit, seit mein Blog die Etüden übernommen hat, einige sind aber auch von Anfang an dabei. Das heißt, die Etüden machen dieses Jahr zum dritten Mal Sommerpause. Aller guten Dinge sind drei? Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe in den drei Jahren 158 Etüden als abc.etüden gekennzeichnet, ich dachte mir, da wäre ein kleiner Rückblick doch fein, was es denn schon alles gab.

Laufzeit: 21.07.2019 (Sonntag) bis 03.08.2019 (Samstag) – zwei Lieblingsetüden-Wochen

Jede*r hat Lieblingsetüden. Jede*r hat Etüden, an denen sein*ihr Herz hängt. Sei es, dass ihr das Thema besonders mochtet, sei es, dass ihr gewisse Formulierungen (oder den kompletten Text) besonders gut gelungen/kühn/zum Dahinschmelzen fandet, sei es, dass euch das Feedback aus den Latschen gehauen hat: eure Sache.

Jede*r hat Lieblingsetüden. Verratet der Etüdenwelt, welche das sind! Rebloggt sie bei euch, schreibt einen Beitrag und verlinkt sie bzw. veröffentlicht sie neu! Euch ist völlig freigestellt, wie viele das sind. Wenn ihr mögt, erzählt die Geschichte dazu, wenn es eine gibt, und verlinkt euren Beitrag unbedingt hierher, ich mache zum Ende wieder mal eine Liste!
Meine Bedingung dabei ist nur, dass es die regulären Etüden sind (inklusive Extraetüden, die hatte ich vergessen, danke, dergl), also NICHT die von irgendeinem vergangenen Etüdensommerpausenintermezzo (und erst recht nicht die vom aktuellen), sonst, das schwöre ich euch, dürft ihr meinen „Wassermaler“ (den ich liebe) noch mal in voller Länge lesen, und das wollt ihr doch alle unbedingt, oder? 😉

Abgrenzung: Das müssen nicht unbedingt die Etüden mit den meisten Kommentaren, mit den meisten Likes oder mit den meisten Aufrufen sein. Eure Lieblingsetüde kann auch gerade mal fünf Likes und zwei Kommentare haben – ihr entscheidet. Schietegol, wie sie hier oben sagen. Es geht wirklich und ausschließlich um eure Lieblingsetüden, um die, die euch ans Herz gewachsen sind.

Die Illustration kann wie immer eingebunden werden, muss aber nicht.

Nur für alle Fälle: Den Aufruf für das mit dem Adventskalender habt ihr alle gelesen, ja?

 

Lieblingsetüde | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Etüdensommerpausenintermezzo 2019-I: Die Sache mit dem Adventskalender

Ich hoffe, ihr habt Kaffee und Kuchen parat, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, dies hier wird etwas länger. Denn es gilt nicht nur, die letzte Etüdenrunde zu beleuchten, es gilt auch, zwei Teile des Etüdensommerpausenintermezzos einzuläuten. Dies ist der erste Teil, warum es geteilt ist, dazu später mehr.

Statistik first: Nachdem Gerhard uns zum ersten Mal seine Wörter zum Spielen überließ, hatte ich zwar gehofft, dass diese mehr Mitschreiber auf den Plan rufen würden, der Plan ging aber leider nicht auf. Die Statistik belegt, dass in den letzten beiden Wochen 31 Etüden von 20 teilnehmenden Blogs (Stand ohne Nachzügler) gemeldet wurden. An den Wörtern lag es sicher nicht, da bin ich sicher, wenn ich mir meine eigene Müdigkeit anschaue, dann hat es mich die beiden letzten Wochen überallhin gezogen, nur nicht zum Schreiben an den Rechner. Aber wir haben seit längerer Zeit mal wieder eine Neue: Begrüßt die Hoffende von ihrem Blog „ICH & MEHR“ in unserer Runde!
Die Spitzenplätze der Liste belegen die üblichen Verdächtigen: Werner Kastens mit fünf sowie dergl und Anna-Lena mit jeweils drei Etüden.

dergl von Die Tintenkleckse sehen aus wie Vögel: hier, hier und hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier und hier
Anna-Lena auf Meine literarische Visitenkarte: hier, hier und hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
LadyAngeli auf Mein Leben ist bunt: hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier
Werner Kastens auf Mit Worten Gedanken horten: hier, hier, hier, hier und hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier
Viola auf viola-et-cetera: hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier
Bernd auf Red Skies over Paradise: hier und hier
Die Hummel im Hummelweb: hier
Veronika auf vro jongliert: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
Jacqueline auf Jacquelines Lebenstagebuch: hier
Die Hoffende auf ICH & MEHR: hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Nina vom Bodenlosz-Archiv: hier

Checkt wie immer bitte, ob alles mit euren Links okay ist, und meldet Fehler/Fehlendes oder ob sonst was falsch ist – wie immer, ihr kennt das Prozedere ja inzwischen zu Genüge. Ebenfalls wie immer vielen Dank an alle, die geschrieben, gelesen, gelikt und kommentiert haben – und an Gerhard fürs Vorbeischauen.

Die regulären Etüden starten wieder am 1. September, der passenderweise ein Sonntag ist.

 

Und nun zum *lufthol* Etüdensommerpausenintermezzo (wie ich dieses Wort liebe)!

In 157 Tagen ist Weihnachten, ohne jetzt irgendwen erschrecken zu wollen, und wenn die Etüden wieder losgehen, liegen auch schon wieder Lebkuchen in den Läden … In der Vorweihnachtszeit haben die meisten den Kopf voll mit allem Möglichen, und häufig hat das nicht sehr viel mit Schreiben zu tun. Wenn doch, denke ich nur an die ganzen Jahresrückblicke und diverse Mengen an Grußkarten mit allerherzlichsten Weihnachts- und Neujahrswünschen, die neben dem ganzen familiären Kram, der auch noch koordiniert werden will, zu erstellen sind.

Außerdem wollte ich schon immer mal einen Adventskalender auf meinem Blog … 🙂

Die Idee (hier noch mal die ursprüngliche Idee von dergl nachlesen) ist also, dass ihr jetzt während der Etüdensommerpause eine Etüde schreibt und (NICHT öffentlich!!!) an mich schickt (für die, die meine Mailadresse nicht haben: Ich habe ganz neu ein Kontaktformular), die ich im Dezember im Advent dann veröffentliche. Jeden Tag eine, irgendwann früh am Morgen auf meinem Blog, selbstverständlich mit der genauen Angabe, von wem/welchem Blog sie ist. Ihr kennt das. Und selbstverständlich dürft und sollt ihr rebloggen, ich habe dann die Reblogs auf (danke, Sabine!).
Online stellen möchte ich eure Etüden vom 01.12. bis zum 24.12. bzw., wenn genug Leute mitgemacht haben, bis Silvester. Das kommt dieses Jahr optimal hin, da der 1. Dezember gleichzeitig auch der erste Sonntag des Monats ist. (Das heißt auch, dass es im Dezember keine Extraetüden geben wird.)

Auch wenn in der letzten Zeit eher weniger Leute als zwanzig mitgeschrieben haben, sind wir trotzdem doch viel, viel mehr, und alle, die schon mal eine Etüde veröffentlicht haben, sind teilnahmeberechtigt. Daher geht ein Aufruf auch an die, die nicht regelmäßig dabei sind/sein können: JA, DU AUCH! GERN! (Und sollte irgendwer von euch bei „Etüden-Abtrünnigen“ lesen oder kommentieren: Erinnert sie! 🙂)

Sucht euch von den unten stehenden Wörtern drei aus und schreibt damit in bewährter Manier eine Etüde, soll heißen, mit nicht mehr als 300 Wörtern. Sie soll im Herbst/Winter spielen, und mir ist völlig egal, wo (und wann) der stattfindet, auf Alpha Centauri, in der Südsee, in Hamburg-Altona, in Hintertupfingen oder … Weihnachten kann drin vorkommen, muss aber nicht, es darf geliebt, gehasst und gelebt werden wie immer … eine normale Etüde eben.

Zeitrahmen: Ihr habt dafür Zeit vom (So) 21.07. bis (Sa) 31.08.2019, denn am 01.09. starten die regulären Etüden wieder. Sollten mich bis dahin nicht genügend Etüden erreicht haben, denke ich mir noch was aus bzw. komme zum Jammern rum. Sollten mich mehr Etüden erreichen, als der Dezember Tage hat, kann ich entweder a) losen oder b) frei nach Schnauze aussuchen. Sagt mir unbedingt, was euch lieber wäre. (Update: Nein, vergesst das, war hirnrissig. Keine Einsendung wird irgendwie unter den Tisch fallen. Wenn ich weiß, wie viele ich bekommen habe (also nach dem 1. September), dann sehen wir weiter.)

Ich bin ziemlich happy mit dem Ergebnis der Ziehung, weil es sowohl die „Nussallergie“ als auch die „Jungratte“ geschafft haben 🙂. Eigentlich wollte ich uns nur 15 Begriffe anbieten, uns hier ist aber beim Ziehen entgangen, dass sich zwei Zettel ineinander verhakt hatten. Daraufhin habe ich das als ein Zeichen genommen; sie sind jetzt beide drin. Ich glaube, es waren die beiden Herbst-Begriffe.

Für die, die Grafiken nicht aktiviert haben, dies sind die Wörter:

Armut, Bärenfell, Glatteis, Herbstdepression, Herbststurm, Hundegebell, Hunger, Jungratte, Kuscheltier, Nussallergie, Pudelmütze, Schneeflocken, Steinwüste, Teekanne, Weihnachtszauber, Wintersonnenwende

Hab ich noch was vergessen? Gibt es Kritik, gibt es Anmerkungen? „Mag ich / mag ich gar nicht, weil …“? Her damit! Ansonsten, wie immer: Viel Spaß und gute Ideen! Ich freue mich auf eure Geschichten.

So viel zum ersten Teil des Etüdensommerpausenintermezzos, der „Langläufer“. Ich habe euch ja mehrere Teile versprochen. Hier ist der nächste, der erste „Kurzläufer“! Etüdensommerpausenintermezzo 2019-II: Herzen.

 

Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Froschkönig revisited | abc.etüden

Es war nicht so, dass er leicht in sein neues altes Leben zurückgefunden hätte.
Gar nicht.
Es war so verdammt still im Haus.
Offensichtlich waren die Einzigen, die etwas von ihm gewollt hatten, seine Tochter und einer seiner Auftraggeber gewesen.
Bisschen wenig für ein paar Monate.
Es nagte an ihm.

Er hatte beide noch nicht zurückgerufen. Was hätte er auch sagen sollen, wo er abgeblieben war? Ein harmonischer Urlaub war das jedenfalls nicht gewesen.

Leicht verloren saß er vor dem Computer und suchte den YouTube-Kanal, in dem er die Wetternachrichten gesprochen hatte. Und staunte nicht schlecht: Da saßen zwei ziemlich bedröppelt vor der Kamera, berichteten von einem Studiounfall und dass er, der geliebte Frosch, seitdem spurlos verschwunden sei. Sie hätten in, hinter und unter jedes Möbelstück und jeden Teppich geschaut, beteuerte Vanessa, und jetzt käme nur noch infrage, dass er vielleicht irgendwie durch den Spalt der Terrassentür ins Freie gelangt sei, obwohl sie sich das nicht vorstellen könnten. Man vermisse ihn jedenfalls total.

Huch? Geld konnte jedenfalls nicht der Grund für diese Gefühlsaufwallungen sein, dachte der gerührte Nicht-mehr-Frosch ziemlich nüchtern, denn sie hatten für ihn keins bekommen. Dumm gelaufen. Jetzt, im Nachhinein, hätte er es ihnen fast gewünscht. Denn er musste zugeben, Tobi war möglicherweise nicht der Hellste, aber sie hatten echt Spaß miteinander gehabt.

Tobi war es auch, der einen Appell an die Zuschauer richtete: „Leute, falls euch in den letzten Tagen ein sprechender Frosch zugehüpft ist, oder, Frosch, falls du mich hörst, ich weiß ja, dass du plietsch bist und immer irgendwie auf die Füße fällst – na ja, bis jetzt: Wir wohnen hinter dem Schwimmbad. Das blaue Haus. Erdgeschoss. Komm zurück! Ihr anderen: Wir zahlen Finderlohn!“

Der Nicht-mehr-Frosch stand auf und griff nach seinen Autoschlüsseln. Er würde gleich mal hinfahren. Auf ein Bier oder so. Warum denn nicht.

 

abc.etüden 2019 28+29 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 28/29.2019: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Gerhard und seinem Blog Kopf und Gestalt und lauten: Füße, harmonisch, wünschen.

Ich konnte es mir nicht verkneifen. Aber jetzt lasse ich ihn in sich gehen, jetzt ist gut … und Sommer sowieso. Wer die Vorläufer noch mal lesen will, weil er*sie nur Bahnhof versteht: hier.

 

Vier Miniaturen | abc.etüden

 

Bis bald, Uroma!

Sie stand in der Tür und sah dem kleinen Mädchen hinterher, das den Weg entlanglief und mit beiden Füßen in eine Pfütze sprang, dass es nur so platschte! Hach, das Leben, die Zuversicht, die Neugierde! Sie wünschte ihr von Herzen, dass alles immer so harmonisch bleiben könnte. Aber das Schicksal würde auch von ihr seinen Tribut fordern. Wie von jedem. Warum auch nicht, es gehörte dazu.

 

Bis bald, Oma!

Sie sah der Frau hinterher, die lachend ihrem kleinen Sonnenschein nacheilte. Ja, so war sie auch gewesen, diese Sicherheit, dass sie auf die Füße fallen würde, was immer auch die Zukunft bereithielte, die hatte sie von ihr. Ob harmonisch oder nicht, das war jetzt nicht so wichtig, alles wollte in vollen Zügen erlebt sein. Ihre Enkelin feierte das Leben, und sie, die Alte, wünschte ihr nichts anderes, als dass sie es auskosten konnte.

 

Bis bald, Mama!

Vom Auto her winkte die ältere Frau zu ihr herüber. Die Tochter war eine, die war schon fast so wie sie. Ihr war klar, dass es nur galt, auf den Füßen zu bleiben, sich nicht aufzugeben, dem, was vor ihr lag, die Stirn zu bieten. Die Waagschalen ihres Lebens waren oft schon in Schieflage geraten. Nun wusste sie sie harmonisch auszubalancieren, und man konnte ihr nur wünschen, dass die Winde des Schicksals sich nie mehr als tückisch erweisen würden, denn sie hatte hart dafür gearbeitet.

 

Bis bald, Schatz!

Er war nicht mehr bei ihr. Als er zum letzten Mal auf die Füße gekommen war, hatte er diese Welt verlassen und sein Schicksal freudig akzeptiert. Sie hatten einige turbulente und viele harmonische Jahre miteinander verbringen dürfen, bis seine Zeit abgelaufen gewesen war. Und sie wünschte sich, dass er sie erwarten möge, wenn sie sich dereinst auf den Weg über die Schwelle machen würde.

 

abc.etüden 2019 28+29 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 28/29.2019: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Gerhard und seinem Blog Kopf und Gestalt und lauten: Füße, harmonisch, wünschen.

Ich wollte schon lange mal was anderes ausprobieren und Gerhards Wortspende eignet sich optimal dazu. Bin gespannt auf eure Meinung.

 

Etüdensommerpausenintermezzo 2019 – Hinter den Kulissen

Unser Etüdensommerpausenintermezzo besteht auch dieses Jahr wieder aus mehreren Teilen, so viel sei jetzt schon mal verraten. Dies ist das Vorgeplänkel zu dem Teil hinter den Kulissen.

Wer hier länger liest und schreibt, erinnert sich vielleicht an die Adventskalender-Aktion, die dergl vorschlug (hier nachlesen). Ich würde die gern aufgreifen, aber ein wenig abwandeln, Details erfahrt ihr nächsten Sonntag.

In guter Etüdensommerpausentradition brauche ich dazu jetzt erst mal Wörter von euch, aber Achtung, es geht um eine Etüde für einen Adventskalender! Ich möchte die Begriffe nicht unbedingt an die Vorweihnachtszeit geknüpft wissen, ich würde aber schon vorschlagen, dass eure Etüde im kühleren Halbjahr angesiedelt ist (ja, damit ist Oktober bis März gemeint). Und es müssen auch nicht zwangsläufig Naturbeschreibungen sein, ich nehme auch so was wie „Schokoladennikolaus“, „Nässe“ oder „Streusalz“.
Ach ja, ich hätte bitte gern nur Hauptwörter/Substantive: Jede*r darf drei, ich lasse später auslosen. Jede*r, der*die bei den abc.etüden schon mal mitgeschrieben hat, ist spendenberechtigt. (Bitte keine Wörter, die wir schon hatten, die Liste ist hier.) Schreibt eure Spende offen in die Kommentare, ich picke sie mir dann raus.

Die Wörterannahme schließt am Freitag, den 19.07., um 20:00 Uhr CEST.
Das Ergebnis lest ihr nächsten Sonntag, dann gibt es noch mehr Erklärungen und den offiziellen Startschuss.

Ich bin wie immer sooooooooo gespannt!

Oh, noch eine Off-topic-Frage: Weiß jemand, ob es eine Möglichkeit gibt, über die Statistik die Einträge mit den meisten Likes herauszufinden? Wie man an die mit den meisten Aufrufen kommt, weiß ich, aber das ist ja nicht deckungsgleich.

 

Etüdensommerpausenintermezzo goes Adventskalender | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

 

Die aktuelle Liste, wird laufend ergänzt:

 

Abdeckplane

Apfelsine

Alpenglühen

Bärenfell

Eisbaden

Eisblume

Eisnebel

Engelshaar

Erkältungsbad

Flockengestöber

Gänsehaut

Geschenkpapier

Glatteis

Graupelschauer

Hagebutte

Herbstdepression

Herbststurm

Holzstapel

Honigeisaufguss

Hundegebell

Hunger

Jungratte

Kälte

Kamin

Kristall

Kuscheltier

Lawine

Nebelschwaden

Nussallergie

Pudelmütze

Rentier

Ruhe

Rumtopf

Schafwolle

Schneebesen

Schneeflocken

Schneekugel

Schneerose

Schwärze

Schweissperlen

See

Steinwüste

Sturmtief

Teekanne

Topfpalme

Torffeuer

Treibjagd

Wachskerze

Wanne

Weihnachtszauber

Windvogel

Winterschlaf

Wintersonnenwende

Wolkenbruch

Zauberelfe

Zimt

 

Schreibeinladung für die Textwochen 28.29.19 | Wortspende von Kopf und Gestalt

Eine Runde noch, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, dann ist es da, das alljährliche Etüdensommerpausenintermezzo. Da es dafür ein bisschen Vorlauf braucht, möchte ich euch bitten, nächsten Sonntag wieder reinzuschauen, dann erfahrt ihr mehr. (Warum nicht jetzt? Weil ich dieses Wochenende Besuch habe und meinen Tag nicht am Rechner verbringen möchte, jedenfalls in einem so geringen Ausmaß wie möglich.)

Kommen wir zur Statistik. Ich danke jeder und jedem Einzelnen von euch, die*der Zeit und Lust und Inspiration hatte, in dieser Woche eine Extraetüde zu schreiben. Vielen Dank, dass ihr den Etüden so eisern die Treue haltet, ein Projekt wie dieses würde ohne euch nicht funktionieren.
Aber natürlich gibt es genauso gute Gründe, nicht online zu sein und nicht zu schreiben. Leben geht nun mal vor.

Es sind 17 Etüden von 17 teilnehmenden Blogs geworden. Ich freue mich sehr, dass sich doch viele dazu hinreißen ließen, die 500 Wörter auszunutzen. Zum ersten Mal gibt es keinen, der die Liste anführt, nach der Anzahl meine ich, es hat keine*r mehr als eine Etüde geschrieben.

dergl von Die Tintenkleckse sehen aus wie Vögel: hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
fraggle auf reisswolfblog: hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier
Werner Kastens auf Mit Worten Gedanken horten: hier
Die Hummel im Hummelweb: hier
Viola auf viola-et-cetera: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier
LadyAngeli auf Mein Leben ist bunt: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier
Gerda von GERDA KAZAKOU in meinen Kommentaren: hier
Bernd auf Red Skies over Paradise: hier
Veronika auf vro jongliert: hier
Alexandra auf Blätterflug Gedankenschnuppen: hier

Checkt wie immer bitte, ob alles mit euren Links okay ist, und meldet Fehler/Fehlendes oder ob sonst was falsch ist – wie immer, ihr kennt das Procedere ja inzwischen zu Genüge. Ebenfalls wie immer vielen Dank an alle, die geschrieben, gelesen, gelikt und kommentiert haben.

Die Wörter für die Textwochen 28/29 des Schreibjahres 2019 kommen zum ersten Mal von Gerhard und seinem Blog Kopf und Gestalt. Die neuen Begriffe lauten:

Füße
harmonisch
wünschen.

 

Zum guten Schluss wieder der öde blöde Etüden-Disclaimer: Die Headline heißt: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt nicht auf die nächste Liste, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe, den Stress tu ich mir nicht an.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright, und glaubt mir, ich hatte echt Freude daran, sie dieses Mal zu illustrieren.
Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die Etüdensommerpausenintermezzo startet am 21. Juli 2019, den dazugehörigen Aufruf zwecks Vorlauf gibt es am nächsten Sonntag, am 14. Juli 2019. Regulär gehen die Etüden am 1. September 2019 weiter.
Euch viel Spaß und gute Ideen!

 

abc.etüden 2019 28+29 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

abc.etüden 2019 28+29 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Froschkönig reloaded | abc.etüden

Mir hat die Geschichte keine Ruhe gelassen. Und da kommen mir die Extraetüden gerade recht, um meinen Nicht-Frosch aus seiner Zwangslage zu befreien.

Wer die anderen Teile nicht kennt:

Teil 1: Verflucht

Teil 2: Trübe Aussichten

 

* * *

 

„Der Frosch erinnert mich an Papa.“
„Wie jetzt?“
„Na, da bei der Wettervorhersage. Hörst du nicht, wie der spricht?“
„Du spinnst, seit wann sprechen Frösche denn? Das ist doch alles nur Fake. Außerdem, wenn das dein Vater wäre, dann hätte er mindestens eine Krone auf. Kennst ihn ja, der würde auf der Froschkönig-Nummer bestehen.“

Schweigen.

„Mama?“
„Mhm?“
„Denkst du noch oft an ihn?“

Eigentlich war sie froh, dass sie ihn los war. Die Scheidung war okay gelaufen, sie hatte ihn sich von der Seele geheult und ein neues Leben aufgebaut. Böse formuliert saß der einzige Gewinn aus dieser Beziehung gerade neben ihr und schaute mit ihr obskure Lokalnachrichten auf YouTube. Aber sagt man das seiner Tochter? Würde das bei irgendwas helfen? Sie glaubte es eher nicht.

„Und du?“
„Ich glaube, dass ihr euch getrennt habt, war unabwendbar. Spätestens, als er die Tussi hatte.“

Oh. Ja. Die.

Fakt war, dass er seit ein paar Monaten verschwunden zu sein schien, jedenfalls waren alle Papa-Tochter-Treffen wegen Nichterscheinens gescheitert. In was der sich wohl wieder reingeritten hatte? Sie seufzte. Nicht mehr ihr Bier.
Dieser Frosch hatte doch was von ihrem Ex-Mann. Der Gedanke an eine Spontanmutation erheiterte sie kurz, dann ließ sie ihn fallen.

 

Der Knall erschütterte sein Universum. Er wunderte sich. Sollte er nicht Matsch oder gegrillt sein? Er war sich ziemlich sicher, dass eben die schwere Baulampe in seinem Wetterfroschglas gecrasht war, weil Tobi, der Hirni, oder seine minderbemittelte Schwester wieder mal über ein Kabel in ihrem kleinen Heimstudio gestolpert waren. Großes Ding, Wetternachrichten mit einem sprechenden Frosch! Natürlich hatte ihnen keiner abgenommen, dass die Froschstimme echt war, aber man hatte es als Sommerloch-Gag witzig genug gefunden. Bis in die Lokalnachrichten auf YouTube hatte er es geschafft. Wahnsinn.
Er schlug die Augen auf und sah erst mal alles unscharf. Als sich sein Gesichtsfeld verengte, erkannte er, dass er auf einem Fußboden lag. In SEINER Küche. Interessant. Er hob eine Hand. Menschlich! Konnte alles nur ein trüber Traum gewesen sein?
Viel später gelang ihm die Koordination seiner Gliedmaßen und er tappte unsicher durchs Haus. Wo war Mimi? Weg, stellte er fest, ebenso wie alle ihre Sachen. Na, kein Verlust. Der Kühlschrank war auch leer. Er vertilgte eine Dose Ravioli aus der eisernen Reserve. Hauptsache was im Magen.

Auf seinem Schreibtisch erwartete ihn ein Brief mit Froschbildern und einer Nachricht.
„Also, tut mir leid, die Verwandlung war keine Absicht. Falls du das hier jemals liest, hoffe ich für dich, dass das Schicksal dir eine Chance gegeben hat und du nicht mehr der hässliche Frosch bist (siehe Fotos), den ich am Teich ausgesetzt habe. Ansonsten ist zwischen uns alles gesagt. Ich bin froh, wenn ich dich nie wiedersehen muss, und ich bin nicht die Einzige damit, wie ich inzwischen erfahren habe. Und das, mein Lieber, sollte dir zu denken geben. Ein schönes Leben noch. Mimi“

Schönes Leben noch?

Er ließ den Brief sinken.
War er wirklich so ein Arschloch?
Er hätte genauso gut tot sein können.

Das Haus war totenstill und er fühlte sich sterbensallein.

 

Extraetüden 27.19 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Ausgabe Extraetüden, Woche 27.2019: 5 Begriffe (aus 6), maximal 500 Wörter. Die Worte stammten dieses Mal von Werner Kastens und Viola, ich habe verwendet: unabwendbar, verengen, Froschkönig, trüb, helfen.

Die Auflösung: Mimi ist das ja so passiert, dass sie ihn verwandelt hat, also konnte sie ihn auch nicht zurückverwandeln. Außerdem hätte sie nicht gewollt. Das Mädel und ihr Bruder, die ihn finden, die hatten kein wirkliches Interesse. Und seiner Ex-Frau ist er ziemlich egal, die hätte VIELLEICHT Mitleid. Möglicherweise würde bei seiner Tochter was gehen, aber die hat er wiederum nicht auf dem Schirm. Er hat eigentlich niemanden auf dem Schirm außer sich selbst.

Ich habe mir also überlegt, dass sich „vertierte“ Menschen dann zurückwandeln (und dabei an den Ort des ursprünglichen Geschehens zurückkehren), wenn sie in ihrer Tiergestalt unfreiwillig sterben, wie es hier der Fall ist, denn eigentlich hätte er den Kurzschluss nicht überleben dürfen.

Schreibeinladung für die Textwoche 27.19 | Extraetüden

Der Sommer ist da und mit ihm die dritten Extraetüden dieses Jahres, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen. Heute ist der fünfte Sonntag im Monat Juni, was Extraetüden bedeutet, bis es am nächsten (ersten) Sonntag des Monats Juli zum letzten Mal vor der Sommerpause mit regulären Wörtern weitergeht. Ob was mit einem Etüdensommerpausenintermezzo geht, erzähle ich euch dann. (Natürlich geht was.)

Die Liste wie immer zuerst. Die Statistik zeigt, dass in den letzten beiden Wochen 35 Etüden von 22 teilnehmenden Blogs (Stand ohne Nachzügler) gemeldet wurden. Wie immer gilt mein Dank allen, die sich bei diesem schweißtreibenden Wetter hingesetzt und mitgeschrieben haben, wo es doch so viel einfacher wäre, irgendwas anderes zu tun … nichts zum Beispiel.
Die Spitzenplätze der Liste belegen die üblichen Verdächtigen: Werner Kastens mit fünf und dergl mit vier Etüden. Danach folgen schon die Nasen mit zwei Etüden. Dennoch hatte ich viel Spaß beim Schreiben und Lesen, mich beflügelte der Froschkönig, während er andere (nicht wahr, Herr fraggle) leider eher abzuschrecken schien.

dergl von Die Tintenkleckse sehen aus wie Vögel: hier, hier, hier und hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier und hier
Werner Kastens auf Mit Worten Gedanken horten: hier, hier, hier, hier und hier
Jacqueline auf Meine bunte Textewelt: hier
Viola auf viola-et-cetera: hier
Alexandra auf Blätterflug Gedankenschnuppen: hier und hier
Jacqueline auf Jacquelines Lebenstagebuch: hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
Die Hummel im Hummelweb: hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier
Bettina auf Wortgerinnsel: hier
Bernd auf Red Skies over Paradise: hier und hier
Gerda auf GERDA KAZAKOU: hier und hier
Jaelle Katz auf Jaellekatz: hier
fraggle auf reisswolfblog: hier und hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Veronika auf vro jongliert: hier
Nina vom Bodenlosz-Archiv: hier

Nachzügler: Elke H. Speidel auf Transworte auf Litera-Tour: hier

Checkt wie immer bitte, ob alles mit euren Links okay ist, und meldet Fehler/Fehlendes oder ob sonst was falsch ist – wie immer, ihr kennt das Procedere ja inzwischen zu Genüge. Ebenfalls wie immer vielen Dank an alle, die geschrieben, gelesen, gelikt und kommentiert haben.

Wie das mit den Extraetüden geht? Ihr nehmt die Begriffe des abgelaufenen Monats, das sind sechs, sucht euch davon fünf aus und verpackt die in einen Text von maximal 500 Wörtern. Zeit: eine Woche!
Den Rest kennt ihr.

Dies waren die Juni-Wörter, gespendet von Werner Kastens und Viola:

Abweichung, unabwendbar, verengen
Froschkönig, trüb, helfen
.

 

Zum guten Schluss wieder der Etüden-Disclaimer: Die Headline für die Extraetüden heißt: 5 Begriffe in maximal 500 Wörtern.
Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt nicht auf die nächste Liste, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe, den Stress tu ich mir nicht an.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 7. Juli 2019. Euch viel Schreiblust!

 

Extraetüden 27.19 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Extraetüden 27.19 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Trübe Aussichten | abc.etüden

Sie hielt sich nicht wirklich für den großen Tierkommunikator, aber dieser Frosch hatte gerade eben eindeutig „Küss mich“ gequakt. Verstohlen sah sie sich am Badeteich um. Keiner in ihrer Nähe. Nur der hässliche, große Frosch.

„Küss mich!“, quakte er erneut.

Sie war jetzt auch nicht so der Märchenfan, aber da hatte es doch etwas mit einem Frosch gegeben, da war sie sich sicher. In ihrem Kopf blitzten Bilder auf. Froschkönig. Genau. Verzauberter Prinz. Sie, die Auserwählte. Hochzeit. Reichtum. Ewiges Glück.

Und das alles, weil sie ihm half, seine ursprüngliche Gestalt wiederzuerlangen? Das konnte sie ja wohl bringen. Sie streckte die Hand aus, der Frosch sprang hinein, sie hob ihn zum Mund und küsste ungeschickt das Froschmaul. Iiiih.

Es geschah – nichts.

„Noch mal!“

Wieder nichts.

„Ey, ist das hier ‚Versteckte Kamera‘ oder was?“

Sie hätte schwören können, dass er genervt geseufzt hatte. „Süße, wenn ich erst mal meine wirkliche Gestalt wiederhabe, dann überschütte ich dich mit Rosen und Diamanten und bade dich in Champagner. Was du willst! Ich verspreche es! Ich bin ziemlich einflussreich! Komm schon, gib dir ein bisschen mehr Mühe. Kann doch nicht so schwer sein!“

Sie starrte ihn an. Okay. Aller guten Dinge waren schließlich drei.

Der Frosch blieb ein Frosch.

„Ich glaube, du bist echt zu blöd zum Küssen“, knurrte er. Es gab scheinbar keinen einfachen Weg aus der Misere. Die Kleine war nämlich nicht die Erste gewesen, mit der die Küsserei fehlgeschlagen war. Seine Ex-Geliebte konnte was erleben, das Miststück.

Ihr fiel etwas ein. „Du kannst nicht hierbleiben“, sagte sie und schüttelte eifrig Melonenstücke aus ihrer Vorratsdose, „ich nehme dich mit zu meinem Bruder. Der hat ein großes Terrarium und liebt Tiere.“

Er sah sich bereits auf seinem Leiterchen im Weckglas sitzen und das Wetter vorhersagen. Im Fernsehen. Wer hatte schon einen sprechenden Frosch?

Trübe Aussichten.

 

abc.etüden 2019 25+26 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 25/26.2019: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Viola und ihrem Blog viola-et-cetera und lauten: Froschkönig, trüb, helfen.

Wenn eine*r der beiden gewusst hätte, dass man laut Märchen den Frosch an eine Wand pfeffern muss, dann hätte es nur einen großen, matschigen Fleck und eine traumatisierte Frau gegeben. Wirklich. Glaubt mir.
Warum er jetzt plötzlich sprechen kann? Tja, gute Führung? Vielleicht lässt der Fluch nach? ICH weiß es nicht.

Ach so, dies ist die lose Fortsetzung dieser Etüde, die erklärt, wie der Frosch zum Frosch wurde …

Kommt gut durch die Hitze!

 

Verflucht | abc.etüden

 

Der Streit erreichte seinen Höhepunkt.

„Von wegen, bist du noch zu retten?“, kreischte sie. „Du bist es doch, dem hier nicht mehr zu helfen ist! Ich verfluche dich! Du sollst im Außen die Gestalt annehmen, die dein Inneres widerspiegelt!“
Sie verspürte einen leisen Druck auf den Ohren, dann machte es vernehmlich „Plopp!“. Vor ihr auf der Anrichte saß ein fetter Frosch.

Oh.
Verdammt.

Sie stülpte geistesgegenwärtig eine Vorratsdose über ihn, bevor er sie anspringen konnte. Man wusste ja nie. Durch das klare Plastik sah sie jedoch, dass er einfach nur vor sich hin glotzte.

Logisch. Schock.

Sie fasste einen Plan. Die Handykamera im Anschlag hob sie die Dose an.
„Kannst du sprechen?“, fragte sie.
„Quak!“

Offensichtlich nicht. Wahrscheinlich ging das nur bei Froschkönigen. „Königstochter, jüngste“, und so. War sie eh keine.

„Hör mal“, erklärte sie, „lass mich ein paar nette Fotos von dir machen, danach bringe ich dich an den Teich im Park. Zu deinen Artgenossen. Das dürfte deinem jetzigen Zustand angemessener sein als das Haus.“

Obwohl er ja eigentlich einer Kröte viel ähnlicher sah als einem Frosch.

Nachdem sie seine neue Gestalt von allen Seiten dokumentiert hatte, schubste sie ihn in die Vorratsdose, legte den Deckel drauf und ging nach draußen.

Der Teich war trüb. Frösche quakten. Sie öffnete die Dose und wartete, bis er sein Übergangsdomizil verlassen hatte. Wie lange hielt wohl so ein Fluch? Hoffentlich waren mit der Verwandlung auch die tierischen Instinkte aktiviert worden.

Sie fand sich kaum nachtragend.

„Und jetzt“, verkündete sie, „wird dein dummes Flittchen sein Leben wieder in die eigenen Hände nehmen. Deiner Frau werde ich die Bilder schicken. Falls sie fragt. Aber darauf solltest du besser nicht vertrauen.“

Bis zum Abend würde im Haus keine Spur mehr von ihr zu finden sein. Um alles andere konnte sie sich später kümmern.

 

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Für die abc.etüden, Wochen 25/26.2019: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Viola und ihrem Blog viola-et-cetera und lauten: Froschkönig, trüb, helfen.

Ich finde, in den meisten Geschichten kommt der Aspekt zu kurz, wie/warum der Frosch in diese doch eher missliche Lage gerät …

Falls ihr euch wundert: Ich hatte diesen Beitrag eben kurz drin, bis Sabine Wortgeflumsel mir sagte, dass er nicht bei ihr im Reader sei (danke!). Nachdem er in meinem auch nicht auftauchte, habe ich beschlossen, ihn rauszunehmen und eine Stunde später noch mal zu veröffentlichen, in der Hoffnung, dass sich der Reader bis dahin eingekriegt hat. Wie ist es bei euch, seht ihr ihn? Ich habe ihn jetzt.

 

Schreibeinladung für die Textwochen 25.26.19 | Wortspende von viola-et-cetera

Und schon wieder ist es fast Sommeranfang, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, ich bin immer wieder überrascht, wie schnell die Zeit vergeht. War gefühlt nicht eben erst Ostern? Jetzt sind bereits die längsten Tage des Jahres 2019 … und in gut sechs Monaten sind wir kurz vor Weihnachten. Unglaublich.

Die Etüdenstatistik hat sich zum letzten Mal leicht positiv (yay!) verändert: 38 Etüden von 20 teilnehmenden Blogs. Die Spitzenplätze der Liste der Liste teilen sich dergl, fraggle und Werner mit jeweils fünf Etüden. Vielen Dank, weiter so!

Hier ist die Liste zum Schmökern, checkt wie immer bitte, ob alles mit euren Links okay ist, und meldet Fehler/Fehlendes oder ob sonst was falsch ist – wie immer, ihr kennt das Procedere ja inzwischen zu Genüge.

dergl von Die Tintenkleckse sehen aus wie Vögel in meinen Kommentaren: hier, hier, hier, hier und hier
Jacqueline auf Meine bunte Textewelt: hier
fraggle auf reisswolfblog: hier, hier, hier, hier und hier
Werner Kastens auf Mit Worten Gedanken horten: hier, hier, hier, hier und hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier, hier und hier
Elke H. Speidel auf Transworte auf Litera-Tour: hier
Viola auf viola-et-cetera: hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Die Hummel im Hummelweb: hier
Veronika auf vro jongliert: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
Bernd auf Red Skies over Paradise: hier und hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier
Carmen aus der Wortwabe: hier und hier
Petra Schuseil auf Wesentlich werden: hier und hier
Gerda auf GERDA KAZAKOU: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier

Vielen Dank an alle, die geschrieben, gelesen, gelikt und kommentiert haben, und einen speziellen Dank an Werner Kastens, den Wortspender, der manches Mal schneller bei euch/den Etüdenschreibenden war als ich  ;-) Das ist so eine Freude.

Die Wörter für die Textwochen 25/26 des Schreibjahres 2019 kommen von Viola und ihrem Blog viola-et-cetera. Die neuen Begriffe (Märchenliebhaber, aufgepasst!) lauten:

Froschkönig
trüb
helfen.

 

Wer jetzt das Märchen vom Froschkönig nochmals nachlesen möchte: hier im Projekt Gutenberg.

Zum guten Schluss wieder der öde blöde Etüden-Disclaimer: Die Headline heißt: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt nicht auf die nächste Liste, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe, den Stress tu ich mir nicht an.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright, und glaubt mir, ich hatte echt Freude daran, sie dieses Mal zu illustrieren.
Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die dritte Ausgabe der Extraetüden startet am 30.06.2019, die nächsten regulären Wörter gibt es am 7. Juli 2019. Euch viel Spaß und gute Ideen! Haut rein!

 

abc.etüden 2019 25+26 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

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