Das gescheiterte Handarbeitskränzchen | abc.etüden

Phu schmiss die Nadeln hin und verkniff sich den Wunsch, darauf herumzutrampeln. Nichts mit der gemütlichen, kuscheligen Nummer mit Tee und Plätzchen! Warum nur musste er (bei aller Achtsamkeit) immer wieder und wieder alle Fäden verwurschteln, oder, zugegeben, beim Ausatmen ankokeln?
Dabei hatte er die Schlagzeile doch schon vor sich gesehen: „Drachen für ein friedliches soziales Miteinander!“ Selbst „Integration gelungen! Drache strickt Sofadecke!“ konnte er vergessen, Stricken würde er nie so beherrschen wie die alten Damen, die ihn freundlich in ihr Handarbeitskränzchen aufgenommen hatten.

Phu rülpste resigniert, wobei ihm ein rosa-grünes Wölkchen entwich, das sogar für seine Begriffe ziemlich stank. Wie er sein Scheitern dem Komitee für Intermenschdrachangelegenheiten beibringen sollte, war ihm schleierhaft. Bestimmt würde man ihn dort wieder zur Waldarbeit abkommandieren, ein anstrengender Job, der leider die Krallen furchtbar ruinierte und ihm nach spätestens zwei Tagen Flügelschmerzen bescherte.
Er war als Botschafter für interkulturelle Angelegenheiten wohl doch noch nicht an der richtigen Stelle.

 

2017_38.17_1_eins_lz | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Für die abc.etüden, Woche 38.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Herbert und lauten: Achtsamkeit, verwurschteln, rosa-grün.

 

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Schreibeinladung für die Textwoche 38.17 | Wortspende von Herbert

Wer selbst schreibt, liebe Etüdenfans, -leser/innen und -mitschreiber/innen, weiß irgendwie irgendwann, welche Worte sich eignen, um sie als Spende in den Ring zu schmeißen. Dagegen finde ich es immer wieder spannend, Wörter von jemandem zu bekommen, dem ich nur gesagt habe: Ich brauche drei Wörter für mein Etüdenprojekt, magst du mitmachen, magst du dir was ausdenken? Diese Sorte Wörter habe ich für die nächste Woche, die Textwoche 38.17, für euch, gestiftet von Herbert, gegen den ich gelegentlich Quizduell spiele und der, natürlich, meinen Blog kennt. Sie lauten:

Achtsamkeit
verwurschteln
rosa-grün.

Wie immer: Bitte diese 3 Wörter in maximal! 10! Sätzen unterbringen! Euren Beitrag verlinkt ihr dann bitte hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar (oder gleich die ganze Etüde, wenn ihr keinen Blog habt oder es bei euch nicht passt), damit eure Etüde auch ganz sicher von mir, von Herbert und von allen anderen Mitlesern/-schreibern gefunden werden kann.

Ich bin ja wieder mal megamäßig gespannt, nachdem die Knutschkugel schon so wunderbare, bunte Ergebnisse gezeitigt hat. Rosa-grün stellt mich gerade vor echte Probleme.  🙂

Wie ihr sicher schon vermutet habt, stammen auch diese Illustrationen wieder von dem wertgeschätzten Herrn lz., dem Etüdenerfinder, der nach wie vor mit seiner Artpage unter ludwigzeidler.de zu finden ist. Danke, Ludwig!

 

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Schnurr um dein Leben | abc.etüden

Beim Öffnen der Wohnungstür unverhofft auf die ältliche Madame von der Hausverwaltung zu treffen war erheblich unangenehmer, als wöchentlich im Beichtstuhl erfundene Sünden zu gestehen.

„Frau Neumann, es heißt, Sie hielten eine Katze, Sie wissen …“

Zuerst war ihr erster Impuls, alles abzustreiten, aber das Kätzchen machte ihre Bestrebungen zunichte, indem es sich zwischen ihrem Bein und dem Türrahmen hindurchdrängte und sich vor ihr auf die Fußmatte setzte. Marie nahm es sofort auf den Arm, wo es kräftig nieste und prompt durchdringend zu schnurren begann.

„Sie lag fast verhungert unten in einer unserer Mülltonnen!“

Mehr sagte sie nicht, mehr war auch nicht nötig, die Anklage gegen die Welt reichte aus. Fasziniert beobachtete Marie die Verwandlung im Gesicht der plötzlich sehr mütterlich wirkenden Verwalterin von Haus und Hof, die vorsichtig einen Zeigefinger ausstreckte, um das schwarz glänzende Geschöpfchen hinter den Ohren zu kraulen, was mit noch lauterem Schnurren und behaglich zusammengekniffenen Augen quittiert wurde. „Was für eine Knutschkugel“, seufzte sie schließlich, „nein, die Kleine konnten Sie unmöglich sich selbst überlassen, die ist ja höchstens acht Wochen alt!“

Sie gab sich einen Ruck und gewann einen Teil ihrer gewohnten Strenge zurück: „Okay, sehen Sie zu, dass sie ruhig bleibt und keiner der Nachbarn sich beschwert. Was mich angeht, ich war offiziell nie hier, ich werde so lange wie möglich tun, als wüsste ich von nichts.“

 

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Für die abc.etüden, Woche 37.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von lz. und lauten: Knutschkugel, Verwandlung, Beichtstuhl.

 

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Randfluse … Einar Knieśgard | abc.etüden von lz.

Soeben erreichte mich eine Etüde vom Etüdenerfinder lz. himself. Danke, Ludwig! 😀

Einar Knieśgard

 

Einar Knieśgard hatte schlecht geschlafen und noch schlechter geträumt.
Nass und verstört nahm er die Bilder zum Anlass, sein Leben zu ändern.
Er hätte guter Dinge sein können, sein gerade erschienener fulminanter, wie er aber fand, langweiligster Roman „Mein Krampf“ war mehr als ein voller Erfolg, doch Knieśgard steuerte nicht nur auf eine Krise zu, er befand sich schon in ihr.
Es ging um das Leben, und mehr noch.
Er erkannte seine eigene Langweiligkeit, seine blassfarbene Existenz, seine ins Leben geworfene Müdigkeit, alles was sie von ihm erwarteten hatte er bis heute wie eine Unruh einer Schweizer Uhr erfüllt, damit sollte nun Schluß sein.
Er wollte weder enden wie Gregor Samsa, noch wie sein alter Freund Hillmann Bramstedt, der mit dem BMW 600 sich und diese Knutschkugel im Swellvral-Fjord versenkte.
Er riss die Füße aus dem Bett, und mit der Energie einer kanadischen Kettensäge kreiselte er mit seiner ganzen Wucht in die bevorstehende Verwandlung.
Abseits von weiterem Schreiben, abseits der Erfüllung von Zielen, die er so nicht mehr wollte.
Er legte das kleine Notizbuch, mit seinen Beichtstuhl-Füllergedanken auf den sauberen Holztisch, schultierte den Ortliebrucksack, und verließ diesen Raum, dieses Haus, diesen Ort, diese Knieśgard Langweiligkeit.
Er ging, in der Spur seines Herzens einen neuen Weg.

***
©lz | ludwigzeidler

 

2017_37.17_zwei_lz | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Für die abc.etüden, Woche 37.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von lz. und lauten: Knutschkugel, Verwandlung, Beichtstuhl.

 

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Liebe. Oder so | abc.etüden

Verdammt, verdammt, verdammt. Es veränderte ihr ganzes Leben auf einen Schlag, sie hatte es immer geahnt. Jetzt wusste sie hundertprozentig, dass die Knutschkugel ihren Namen zu Recht trug, und auch, dass Liebe ihre eigenen Wege fand, sich zu offenbaren.
Ihre Mutter wäre vermutlich dafür noch im Beichtstuhl auf die Knie gefallen.
Sie nicht mehr – Schuld, pah!

Sie betrachtete sich lange im Spiegel und befand begeistert, dass eine Verwandlung, nein, Transformation, Transformation war noch besser, eingesetzt hatte. Sie war plötzlich eine andere. Erwachsenere Augen schauten zurück, das unbeschwerte, verträumte Mädchen, das sie gestern noch gewesen war, hatte an Tiefe gewonnen.

Ihr Handy klingelte und sie fühlte sich wie in Feuer getaucht, als sie DEN NAMEN auf dem Display las. Fast atemlos ging sie sofort dran und quietschte: „Hallo, Melissa, wann wollen wir uns treffen?“

 

2017_37.17_eins_lz | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Für die abc.etüden, Woche 37.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von lz. und lauten: Knutschkugel, Verwandlung, Beichtstuhl.

Ach, und was Melissa angeht, außer dass das wohl zurzeit wirklich ein nicht unbeliebter Vorname ist:

 

 

Ich bin mit ihren Live-Versionen nicht so ganz glücklich, gefühlt schläft sie mir dabei immer ein, daher zur Abwechslung mal so.

 

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Schreibeinladung für die Textwoche 37.17 | Wortspende von lz.

Und schon ist die erste Etüdenwoche nach der Sommerpause rum, liebe Etüdenfans und -verrückte und solche, die es noch werden wollen. Ich fand das toll, den Wiedereinstieg, ich muss doch sagen, dass ich es irgendwie vermisst hatte, in zehn Sätzen zu denken, auch wenn es mir keiner glaubt. Vermutlich ist das so ein Phänomen wie auf Twitter mit seinen 140 Zeichen, da muss man auch den Bogen rauskriegen, möglichst kurz auf den Punkt zu kommen.

Wer das ganz meisterhaft beherrscht, ist der werte Herr Etüdenerfinder und Maler lz. (@odradet), wen wundert es. Und daher möchte ich auch gleich fröhlich zu seinen gespendeten Wörtern überleiten, denn er stellt die Wörter für die nächste Woche zur Verfügung, die Textwoche 37.17:

Knutschkugel
Verwandlung
Beichtstuhl.

Zur Erinnerung: Bitte diese 3 Wörter in maximal! 10! Sätzen unterbringen! Euren Beitrag verlinkt ihr dann bitte hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar (oder gleich die ganze Etüde, wenn ihr keinen Blog habt oder es bei euch nicht passt), damit euere Etüde auch ganz sicher von mir, von ihm und von allen anderen Mitlesern/-schreibern gefunden werden kann.

(Nein, der Esel nennt sich nicht immer selbst zuerst, ihm war es egal, wer den Reigen mit den neuen Wörtern eröffnet, er oder ich.) Auch in dieser Saison stammen die Illustrationen wieder von besagtem wertgeschätztem lz., dem Herrn Etüdenerfinder, der nach wie vor mit seiner Artpage unter ludwigzeidler.de zu finden ist.

 

2017_37.17_eins_lz | 365tageasatzaday

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„Wie viel?“ | abc.etüden

„Wie viel?“

Sie sagte es ihm.

Bei manchen war die Frequenz, in der sie zu ihr kamen, ganz schön hoch. Immer am liebsten zu ihr, sie wusste auch warum, schließlich achtete sie pingelig auf Sauberkeit. Egal, sie konnte sie alle nicht ausstehen, selbst wenn sie gut zahlten. Besonders die nicht, die immer so taten, als ob ihr Heiligenschein davon Flecken bekäme, und die dann ausnehmend erleichtert aussahen, wenn sie wieder hinaustraten.

„Wie viel?“

Sie sagte es ihm.

Stand von dem niedrigen Hocker auf, griff nach dem Eimer mit den Desinfektionsmitteln und den Lappen und der Bürste, verfluchte ihren schmerzenden Rücken und schlurfte ihm hinterher.
Zeit für die nächste Klorunde.

 

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Keine Fragen mehr, oder?  😉
Ich wollte mal was wirklich Knappes. Ich übe noch.

Für die abc.etüden, Woche 36.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von mir und lauten: Heiligenschein, Frequenz, erleichtert.

 

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Sockelheilige | abc.etüden

„Ich setzte den Freunden einen Heiligenschein auf …“, sie nickte bestätigend zu den Zeilen, das kam ihr sehr bekannt vor. Immer waren die anderen besser, wichtiger, richtiger gewesen, sie hatte sich völlig selbstverständlich zurückgenommen, machte man doch so, nicht? Ihre Rolle war die der Unentbehrlichen im Hintergrund: Taschenträgerin, Steigbügelhalterin, geduldige Ratgeberin im Namen der Freundschaft.
Die auf dem Sockel ließen sich das nur zu gern gefallen.
Sie gab freiwillig, also sah sie es als ihr gutes Recht an, dass sie auch fragte, wenn sie etwas brauchte. Dass daraufhin die Frequenz der Hilferufe stark zurückging, öffnete ihr die Augen: Die sogenannten Freunde verschwanden, ihre Heiligenscheine nahmen sie gleich mit, mit ihnen ging das Gefühl, etwas Besonderes und wertgeschätzt zu sein.

„Ich lernte spät, doch ich lernte es gut, nämlich, dass ein gewöhnlicher Hut es (meistens wenigstens) ebenso tut.“ Bis sie darüber erleichtert war, verstrich einige Zeit. Aber sie wollte ein neues Leben, alles anders, Beziehungen auf Augenhöhe, wusste, sie müsste dafür auch ihre eigenen Überzeugungen auf den Prüfstand stellen und vieles verändern, konnte sie das? …
Es gab kein Zurück.

 

2017_36.17_eins_lz | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Würdet ihr sagen, dass diese Frau ausgenutzt wurde, auch wenn sie all das, was sie für andere getan hat, freiwillig getan hat (und dafür ja mit „Freundschaft“ bezahlt wurde, bzw. dem, was sie darunter verstand)? Das ist nämlich, unter anderen, die Frage, die sie sich rückblickend stellt, da man sie das immer wieder fragt, warum sie das mit sich hat machen lassen.

Oder ist die Frage so vielleicht falsch gestellt?

Die verwendeten Zeilen sind meinem Gedächtnis entsprungen (daher übernehme ich keine Garantie für den genauen Wortlaut bzw. die Interpunktion) und stammen aus einem Gedicht von Mascha Kaléko, „Heiligenscheinheilige“. Die Werke von Mascha Kaléko sind bei dtv erhältlich.

Für die abc.etüden, Woche 36.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von mir und lauten: Heiligenschein, Frequenz, erleichtert.

 

Schreibeinladung für die Textwoche 36.17 | Wortspende von 365tageasatzaday

Es geht wieder looo-hoooos! Liebe Etüdenfans, -mitschreiber/innen, -leser/innen und -verrückte, pünktlich zum gefühlten Herbstbeginn ist die Sommerpause vorbei und wir gehen wieder in die Vollen!
Natürlich habe ich nicht mal die Hälfte von dem machen können, was ich eigentlich vorhatte, aber irgendwie wundert mich das schon gar nicht mehr. In diesem Jahr ist bei mir der Wurm drin, zumindest was Zeitplanungen angeht *seufz*.
Aber das muss euch alles überhaupt nicht stören, HIER KOMMEN DIE ERSTEN WÖRTER für die neue Saison, gestiftet von Irgendwas ist immer, also von mir höchstpersönlich  🙂

Heiligenschein
Frequenz
erleichtert.

Und nun lasst euch schön von den Musen küssen! Ich bin ja schon so, so, so, so, so gespannt!

Zur Erinnerung: Bitte diese 3 Wörter in maximal! 10! Sätzen unterbringen! Euren Beitrag verlinkt ihr dann bitte hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar (oder gleich die ganze Etüde, wenn ihr keinen Blog habt oder es bei euch nicht passt), damit euere Etüde auch ganz sicher von mir und von allen anderen Mitlesern/-schreibern gefunden werden kann.

Ich bin sehr glücklich, dass auch in dieser Saison die Illustrationen wieder von dem wertgeschätzten lz. stammen, dem Herrn Etüdenerfinder, der nach wie vor mit seiner Artpage unter ludwigzeidler.de zu finden ist. Danke, Ludwig!

 

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Frau Meyer hat einen Hals | Etüdensommerpausenintermezzo 2

Dieser Tag würde nicht ihr Lieblingstag werden, das wurde ihr schon morgens klar. Hatte der Sturm in der Nacht doch ihre drei Meter hohe Lieblingssonnenblume im Vorgarten geköpft! Sie nahm das persönlich. Scheißwind! Blöder Frühherbst! Frustriert erwog sie, das Büroradio, das nur dümmliche Sommerhits spielte, auf Klassik umzustellen. Und überhaupt, die Temperaturen! Selbst die Wetterfrösche zuckten bei der Frage nach besseren Aussichten nur die Achseln und bliesen Trübsal.

Mittags kam ihr Essen natürlich zuletzt und sie musste es fast herunterschlingen, sie wollte ja nicht, dass die wartenden Kollegen ihr auf den Teller starrten. Aus purem Verdruss spendierte sie später dem Labrador der nervigen Bürotratschtante ihren letzten Schokokeks und wünschte ihm Durchfall, Verstopfung oder beides. Sicherheitshalber schloss sie die Tür, dass er nicht ihr Büro vollpupsen konnte, sie brauchte heute nicht auch noch Stinkbombenalarm.
Zu Hause angekommen erwartete sie eine Urlaubskarte in Form einer Flaschenpost. Ihr Herr Sohn weilte mit Familie an der Nordsee, da fand man das offensichtlich witzig. Liebe Grüße in geschmacklosem, hirnlosem Plastik in Flachmannform mit Korkverschluss. Sie schnaubte und hätte am liebsten geschrien.

Draußen hatte die Sonne einen grandiosen Abgang in allen Rot- und Orangetönen hingelegt. Samtig und sternklar wölbte sich der Nachthimmel. Sie schlief entspannt. Endlich.

 

drabblemezzo 2 | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Zum Abschluss schulde ich euch noch das Double-Drabble für mein Etüdensommerpausenintermezzo 2. Aber dazu braucht es vielleicht einige Erklärungen.

Ich habe keine Ahnung, ob man nur im Norden „soooo einen (dicken) Hals“ hat. Die Bedeutung kann man jedenfalls hier nachlesen.

Besagte Flaschenpost bekommt man hier an den Landungsbrücken und tatsächlich oft an der Nordsee, oft bunt bedruckt. Sicher für manche Gelegenheiten eine witzige Idee. Bild der Puristenform hier.

Und ja, ich weiß, dass Hunde keine Schokolade bekommen dürfen! Daher erkläre ich hiermit feierlich, dass beim Schreiben und im Verlauf dieser Geschichte kein Hund zu Schaden kam, und dass besagter Labrador einen Schokokeks (es ist ja noch nicht mal reine Schokolade und sicherlich ist der Theobromin-Anteil nicht hoch) lächelnd verdrücken kann und gern noch einen zweiten verdrückt und verträgt.