Elbspaziergang im Frühling (mit Fotos) | abc.etüden

Sie stand auf dem Deich und sah sich in alle Richtungen um. Blühende Landschaft? Na ja. Wenig mehr als haltlose Wünsche, bei aller Liebe. Okay, die Vorgärten, okay, in geschützten Ecken hatten wagemutige Magnolien tatsächlich schon Knospen angesetzt und die Forsythien blühten auch. Trotzdem: Die Hunde trugen zwar keine Mäntel mehr, Herrchen und Frauchen aber sehr wohl noch ihre Winterjacken, die Temperaturen hielten sich hartnäckig im einstelligen Bereich. Später sollte es regnen, der Wind schob jetzt schon graue Wolken heran, also war es höchste Zeit, jetzt loszustapfen. Wenn überhaupt.

Sie überlegte, ob es vielleicht ein bisschen zu viel verlangt war, sich zu wünschen, man würde im April schon einen Sonnenhut brauchen. Ganz sicher hätte es dann jemanden gegeben, der wegen eventueller Trockenheit gemeckert hätte.

Der alte Fischkutter lag wieder an seinem üblichen Platz vor Anker, sehr schön. Sie hielt die Nase in den Wind. Es war fast Flut, schätzte sie, selbst hier vor dem Hafen gab es noch mehrere Meter Tidenhub. Ha, Elbluft, dieser charakteristische Geruch, ihr Herz wurde weit. Wellen leckten an der Uferbefestigung, vor ihren Füßen blühte Huflattich, und drüben auf der anderen Flussseite, der weiße Fleck, das war mit Chance ein brütender Schwan. Fast ein Wunder, dass der durch die passierenden Radfahrer, von denen es dort bestimmt öfter welche gab, nicht gestört wurde. Sie folgte den vorbeifliegenden Gänsen – den Schreien nach waren es Graugänse gewesen – mit dem Blick stromaufwärts und sah die Fähre den Fluss überqueren. Der Anleger war ein Ort, wo sich Biker aller Couleur massiert trafen, auch weil die dort angesiedelten Imbissbuden inzwischen garantiert wieder geöffnet hatten.

Sie setzte sich Richtung Fähre in Bewegung. Wenn sie wieder an ihrem Auto eintreffen würde, hatte sie sich das Stück Torte aus dem Hofladen, das sie auf der Rückfahrt zu kaufen gedachte, redlich verdient. Sie lächelte zufrieden.

 

abc.etüden 2021 14+15 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 14/15.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Ludwig Zeidler und von mir mit meinem Blog Irgendwas ist immer. Sie lauten: Sonnenhut, haltlos, massieren.

Das ist momentan so was wie meine Standardrunde, wenn ich zum Deichtreten gehe. Meistens bin ich dann dort irgendwo unterwegs, schätzungsweise zwischen Elbkilometer 599 und 604 😉

 

Quelle: ichmeinerselbst | Anklicken macht groß!

 

Schreibeinladung für die Textwochen 14.15.21 | Wortspende von Ludwig Zeidler und Irgendwas ist immer

Willkommen zu einer neuen Runde Etüden, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen. Ich hoffe, euer Ostern ist oder war eierreich, fröhlich, friedlich und freundlich, und ihr habt Lust (und Zeit), euch mehr oder weniger fröhliche, friedliche und freundliche Geschichten zu der neuen Wortspende auszudenken.

Ich brauche wieder neue Wortspender, daher meine Frage an die neu Mitschreibenden, die mehr als eine Etüde in den letzten drei Monaten geschrieben haben: Möchtet ihr in den Topf, aus dem ich die Wortspender ziehe? Falls ja, dann hinterlasst mir bitte möglichst zügig einen entsprechenden Kommentar. Entschuldigung für den Umstand, aber erstens wollen nicht alle spenden und zweitens hat das Datenschutzgründe: Dann, und nur dann, darf ich mir eure Mailadressen wegspeichern und euch anschreiben, falls ihr ausgelost worden seid.

Interessanterweise waren es in den letzten beiden Wochen NICHT signifikant mehr Mitschreibende/Etüden als in den beiden Wochen vorher, die „Klassenkeile“ (hallo, René) kann es also scheinbar doch nicht gewesen sein. Allerdings ist meine Laune nicht viel besser geworden und mein Reader hatte gefühlt nach wie vor weniger Beiträge als sonst – wie geht es euch?
Weiß inzwischen jede*r, die*der möchte, wie sie*er den alten/klassischen Editor und die Verwaltungsfunktionen im Blog zurückbekommt?

Zu Statistik und Liste: Ich verzeichne diesmal 53 Etüden von 32 Blogs, und mein Dank gebührt den Männern, denen scheinbar einfach mehr einfällt – ich weiß nicht, ob mich das frustriert oder nicht. 😉 Und ich erhoffe mir mehr Ping-Pong-Etüden, was Myriade und Werner begonnen hatten (Stichwort „Alex“ bei Myriade), bevor sie sich um anderes kümmern musste. 😀
Die Liste führen jedenfalls sehr souverän Gerhard mit 6 und Christian mit 5 Etüden an. Danke euch sehr! ❤

Vielen Dank wie immer an alle, die mitgeschrieben, mitgelesen, gelikt und kommentiert haben! Mein herzliches Danke schön an Puzzleblume, die ebenfalls kommentierend durch die mitschreibenden Blogs gezogen ist, und an jede*n, den ich in den teilnehmenden Blogs getroffen habe und der*die dort kommentiert/mitdiskutiert hat.

Wie immer bitte ich euch, die Liste zu kontrollieren, ob jede eurer Etüden dort verzeichnet ist oder ob euch sonst was komisch vorkommt. Ich trage gerne nach, wenn irgendwas nicht stimmt, ihr wisst, es ist keine böse Absicht, manchmal habe ich einfach Tomaten auf den Augen und manchmal geht auch was mit den Pings/Verlinkungen schief …
Kaffee und Keks Osterei zur Hand? Hier kommt die Liste.

Disclaimer: Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Inhaltshinweisen (CN/Triggerwarnungen, z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt.

Anja auf Annuschkas Northern Star: hier
Jane auf Blood, Tears, Gold & Minds: hier
Heidi auf heidimariaskleinewelt: hier
Heidi auf Erinnerungswerkstatt: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier, hier, hier, hier, hier und hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Ellen auf nellindreams: hier
Puzzleblume auf Puzzle❀: hier, hier und hier
Melina auf Innen-Reise-Wege: hier
Kain Schreiber auf Gedankenflut: hier, hier und hier
Ulrike auf Blaupause7: hier und hier
Christian auf Wortverdreher: hier, hier, hier, hier und hier
Resi Stenz auf Gschichtldruckerei Resi Stenz: hier
Werner auf Werner Kastens: hier, hier und hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier
Maren auf Ich lache mich gesund: hier
Judith auf Mutiger leben: hier und hier
Lea auf Kommunikatz: hier
Bernd von Red Skies over Paradise: hier, hier und hier
Torsten auf Wortman: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier und hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Emma auf Emma Escamilla: hier
Donka auf onlybatscanhang: hier
Yvonne auf umgeBUCHt: hier
Monika auf Allerlei Gedanken: hier
Doro auf DORO|ART: hier
Veronika auf vro jongliert: hier
Nina vom Bodenlosz-Archiv: hier

Nach guter Tradition werden die Wörter im Break immer von dem Etüdenerfinder oder von mir gespendet. Für die Textwochen 14/15 des Schreibjahres 2021 haben wir uns zusammengetan. Die Wörter stammen also von Ludwig Zeidler (bloggt nicht mehr), und Irgendwas ist immer. Sie lauten:

Sonnenhut (ist übrigens auch eine (Heil-)pflanze, Echinacea)
haltlos
massieren.

Wie immer an dieser Stelle der Verweis auf den Etüden-Disclaimer. Die Headline für die Etüden heißt: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Eventuelle Inhaltshinweise (Triggerwarnungen) und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der zugehörigen Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt (höchstwahrscheinlich) nicht auf die nächste Liste bzw. muss meckern, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig. Wer sich die Illustrationen herunterladen möchte, sollte sie vorher großklicken, danach kann man sie in der Regel downloaden und bei sich wieder hochladen.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 18. April 2021.
Habt weiterhin ein schönes Wochenende und gute Einfälle – und genießt, was es zu genießen gibt!

Ja, es gibt 3 Illustrationen, ich konnte mich nicht entscheiden.

 

abc.etüden 2021 14+15 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

abc.etüden 2021 14+15 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

abc.etüden 2021 14+15 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Fastenzeit | abc.etüden

Ihre Stimme klang anklagend. »Ich habe dich beobachtet. Wir waren übereingekommen, nicht vor Mittag etwas zu essen!«

Er ignorierte sie und starrte zur Spüle, wo noch die Reste des Essens standen. Ihres Essens. Fisch und Chips, wie er das hasste, schon den Geruch. Er hätte ihr etwas von der »Fressformel«, der süchtig machenden Kombination von Kohlehydraten und Fetten erzählen können, das Lieblingsthema der Professorin, ach, warum hatte er die eigentlich verlassen.
Aber wo als Krönung der Mahlzeit ein fruchtig-süßlicher Curryketchup auf den Tisch kam, da würde er damit kein Gehör finden.
Er seufzte innerlich. So viel zu gesundem Essen in diesem Haushalt.

Na schön, er war nicht mehr so schlank wie früher. Okay, ja, er verstand sogar, was sie mit »Rettungsringen« meinte. Zugegeben, er mochte vielleicht eher ein Gourmand als ein Gourmet sein, aber ihn so abzukanzeln, nur weil er sich aus dem Kühlschrank bedient hatte? Was bildete die sich denn ein? In diesem Ton? Und überhaupt, das waren Reste gewesen!

ER hatte jedenfalls gar nichts zugestimmt. Bestimmt nicht.

Er runzelte die Stirn und hoffte, es würde sie besänftigen, weil sie seine sogenannten Dackelfalten ja so toll fand. Überhaupt, noch so etwas! Denkerstirn ließ er sich ja gerade noch gefallen, aber Ähnlichkeit mit einem Dackel? Er? Das ging wirklich zu weit. Er musste dringend die Gesamtsituation überdenken. Allein.

Als die Klingel an der Haustür verheißungsvoll schepperte und sie ihrer Nachbarin öffnete, schoss er an ihr vorbei aus dem Haus, überquerte den Rasen mit drei Sprüngen, erklomm den Birnbaum und hockte sich erst mal schwer atmend in eine Astgabel.

Die beiden Frauen betrachteten ihn nachdenklich. »Ich hab es dir vorausgesagt, dass es bei der Ernährungsumstellung Schwierigkeiten geben könnte«, bemerkte die Nachbarin. »Nicht alle Katzen stehen auf Intervallfasten.«

 

abc.etüden 2021 12+13 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 12/13.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Puzzleblume und ihrem Blog Puzzle❀. Sie lauten: Dackelfalten, fruchtig, scheppern.

Weiß nicht, wie es bei euch ausschaut, aber in meinem Bekanntenkreis mehren sich die Intervallfaster. Für mich ist es nichts, da ich mit meiner Milchdosis im Morgenkaffee das Fasten breche, auch wenn ich zehnmal vor Mittag nichts esse …

 

Aus dem Stundenbuch | Myriades Impulswerkstatt

Aller guten Dinge sind drei, heißt es: Nun denn, hier ist mein dritter Beitrag für Myriades Impulswerkstatt (März), und es wird sicherlich auch der kürzeste.

 

Denn wir sind nur die Schale und das Blatt.
Der große Tod, den jeder in sich hat,
das ist die Frucht, um die sich alles dreht.

(Rainer Maria Rilke, Denn wir sind nur die Schale und das Blatt, aus: Das Buch von der Armut und vom Tode, in: Das Stundenbuch, 1903, Online-Quelle)

 

Ich werde den Teufel tun, mich interpretatorisch an Rilkes »Stundenbuch« zu wagen. Ich bin nämlich nicht mal sicher, das Stundenbuch jemals komplett gelesen zu haben, denn ich gerate immer wieder über Stellen, von denen ich denke: Oh, hier war ich noch nie. Meine Begeisterung für den Dichter Rilke ist groß und ehrlich, meine Ernüchterung über den Menschen ist es auch – Rilke eignete sich nicht zum Halbgott. Sigmund Freud hat ihn als einen »großen, im Leben ziemlich hilflosen Dichter« (Quelle) bezeichnet. Dazu kommt, dass ich Rilkes Gedichte manchmal zu schwärmerisch finde, irgendwie zu »drüber«, was dazu führt, dass ich ihn nur häppchenweise genieße.

Dankenswerterweise gibt es Tonnen an Sekundärliteratur zu fast allen Aspekten, und speziell das Stundenbuch ist gut dokumentiert. Um einige Themen, mit denen Rilke sich intensiv auseinandergesetzt hat, wie zum Beispiel Tod und Religion, scheren sich die meisten jedoch keinen feuchten Kehricht, und auch ich hätte daher auf dem Blog eher darauf verzichtet, hätte mich nicht die Muse für Myriades Gemüsebild über obige drei Zeilen stolpern lassen …

Hier ist der sehr lesenswerte Artikel zum Stundenbuch in der Wikipedia: HIER.
Hier ist der Text des Stundenbuchs bei Wikisource zum Online-Lesen: HIER.
Hier ist ein (wie ich finde höchst interessanter) Vortrag über das Stundenbuch vom Blog »Religion heute«: HIER. Sein Verfasser ist Pfarrer, you have been warned.
Last but not least hat das Rilke-Forum den Server gewechselt (in die Schweiz) und ist wieder online (hurra!): Antworten von Leuten, die sich wirklich auskennen, immer gut für einen Besuch: HIER.

Sowieso kommt/kam es mir bei allen drei März-Beiträgen für Myriade eher auf meine Bildbearbeitung/-gestaltung an als auf die Erklärungen dazu; und mein spezieller Dank gilt denen, den das aufgefallen ist. 😉
Das ist dieses Mal alles mit Photoshop gezaubert 😉

 

Rilke-Stundenbuch – Myriades Impulswerkstatt 03-21 | 365tageasatzaday
Quelle: Myriade, Bearbeitung: ich;
Anklicken erhöht die Lesbarkeit um ein Vielfaches

 

Kindermund | abc.etüden

 

Oma, ein Dackel ist doch ein Hund, oder?

Ja, Maxi, ein Dackel ist ein Hund.

Oma, hast du einen Hund?

Nein, wieso, wie kommst du drauf?

Na, weil Papa gesagt hat …

Was denn?

Er hat gesagt, Mamas neues Parfüm stinkt genauso wie das Zeug, das du immer für die Dackelfalten nimmst!

Sieh an, der Herr Schwiegersohn, dieser Vollpfosten. Wieso sich meine Tochter dem eigentlich an den Hals geworfen hat, wollte ich immer schon mal wissen. Na, vielleicht besser nicht. Hm.

Und was hat Mama geantwortet?

Mama hat gesagt, dass er achtgeben soll, dass es nicht gleich scheppert!

Gut so, Tochter, auf dich ist Verlass.

Z E I T   V E R G E H T.

Oma?

Ich wusste doch, dass das Thema noch nicht durch ist.

Ja?

Kann man denn Dackel falten?

Oh, uff, kluge Frage. Na ja, mein Enkel!

Du meinst, so wie dein Schiff, das wir neulich aus Papier gefaltet und bemalt haben?

Das ist kaputt 😦

Bei dem Vater? Wundert mich das jetzt?

Ja, das kann man, da gibt es sogar super Anleitungen für Kinder. Geh doch mal ins Wohnzimmer und hol uns das Papier und das ganze Zeug zum Basteln her. Ich koche uns inzwischen Kakao, und die fruchtigen Kekse, die du so gerne magst, habe ich auch extra besorgt.

Z E I T   V E R G E H T.

Maxi?

Ja, Oma?

Wenn du später dem Papa beim Abendessen den tollen Dackel zeigst, den wir heute gefaltet haben, dann vergiss nicht, ihn von mir ganz lieb zu grüßen, versprich mir das, ja?

 

abc.etüden 2021 12+13 | 365tageasatzaday
Quelle: Photo by Erda Estremera on Unsplash, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 12/13.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Puzzleblume und ihrem Blog Puzzle❀. Sie lauten: Dackelfalten, fruchtig, scheppern.

Wer nun den faltbaren Dackel sucht, möge hier klicken; ein faltbarer Hund findet sich hier. Nein, NICHT selbst ausprobiert, noch nicht.

Eine Variation der Idee gibt es bei Resi Stenz: Er war leider schneller als ich 😉

 

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren | Myriades Impulswerkstatt

Noch ein Versuch, für Myriades Impulswerkstatt (März) Text und Bild miteinander zu verbinden. Dieses Mal habe ich mir eines der wohl bekanntesten Gedichte der Romantik herausgegriffen.

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen,
Wenn die, so singen oder küssen,
Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
Wenn sich die Welt in’s freie Leben,
Und in die Welt wird zurück begeben,
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu ächter Klarheit werden gatten,
Und man in Mährchen und Gedichten
Erkennt die ewgen Weltgeschichten,
Dann fliegt vor Einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort.

(Novalis (Friedrich von Hardenberg), Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren, aus: Heinrich von Ofterdingen, Tiecks Bericht über die Fortsetzung, 1800, Online-Quelle, Interpretation bei Wikipedia)

 

Die Welt ist zu Novalis’ Zeit kein reines unbekanntes Wunder mehr, sondern »funktioniert« nach Gesetzmäßigkeiten, die beginnende Industrialisierung und das damit verbundene Nützlichkeitsdenken werden erlebt und diskutiert.
Die Romantik setzt die Möglichkeit einer Erfahrung der Einheit von Realität und Anderswelt dagegen, sie verbindet Diesseitiges und Mystik, überbrückt die Kluft zwischen Verstand und Empfindung. Zustande kommt diese Grenzüberschreitung durch vielschichtige Sinneswahrnehmungen: Synästhesien, Träume, Ahnungen etc. führen zu Bewusstseinserweiterungen.
Die Suche nach der (symbolischen) blauen Blume in der Natur (im Außen) wandelt sich zu einem Weg nach innen, zu einer Suche nach sich selbst; und wer begreift, was seine tiefste Sehnsucht ist, erkennt sich schließlich selbst. »Wichtig ist, dass diese Erkenntnis des Selbst ein Ergebnis von Gefühl und Reflektion ist und eben nicht von Rationalität und Wissenschaft.« (Quelle)

Nach dieser Definition hätte ich ziemlich viel von einem Romantiker, glaube ich. 😀

 

Novalis – Myriades Impulswerkstatt 03-21 | 365tageasatzaday
Quelle: Myriade, Bearbeitung: ich;
Anklicken erhöht die Lesbarkeit um ein Vielfaches 😉

 

Schreibeinladung für die Textwochen 12.13.21 | Wortspende von puzzleblume

Das war ja wohl nicht so wirklich was mit der Klassenkeile, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen. Es hat sich wieder mal gezeigt, dass es einen „harten Kern“ an mitschreibenden Blogs gibt (danke!), aber wirklich gesprudelt sind die Ideen bei den wenigsten, denen dafür meine aufrichtige Bewunderung gilt: Ich gehörte auch nicht dazu.

Nun, das sollte jetzt mit den neuen Wörtern anders werden. Nicht, dass ich sie komplett unkompliziert finde, aber sie sind doch eher eins: heiterer. Und ich finde, das haben wir bei diesem Frühling, der zumindest hier bisher noch nicht so richtig in die Pötte kommt, wie wir hier oben sagen, auch verdient. Noch dazu ist demnächst Ostern 😉

Ich muss allerdings gestehen: Ich finde gerade alles ziemlich fad und kann mich überhaupt nicht so richtig auf irgendwas freuen. Mir ist auch aufgefallen, dass in den letzten Wochen signifikant weniger Beiträge in meinem Reader waren, was vermutlich bedeutet, dass es noch mehr Blogger*innen da draußen so geht wie mir (denn Wetter für den Garten ist ja noch nicht). Nein, ich hocke nicht bewegungslos den ganzen Tag vor der Kiste, ich mache eine Menge anderes. Aber irgendwie … 😦

Zu Statistik und Liste: Ich verzeichne diesmal 48 Etüden von 30 Blogs, und mein Dank verfolgt wieder mal speziell die Männer, die sich auch dieses Mal wieder schreibend hervorgetan haben.
Die Liste führen Christian mit 5 und Gerhard mit 4 Etüden an, darauf folgen Werner und Bernd mit jeweils 3 Etüden. Danke euch sehr!

Vielen Dank wie immer an alle, die mitgeschrieben, mitgelesen, gelikt und kommentiert haben! Mein herzliches Danke schön an René, der ebenfalls kommentierend durch die mitschreibenden Blogs gezogen ist, und an jede*n, den ich in den teilnehmenden Blogs getroffen habe und der*die dort kommentiert/mitdiskutiert hat.

Wie immer bitte ich euch, die Liste zu kontrollieren, ob jede eurer Etüden dort verzeichnet ist oder ob euch sonst was komisch vorkommt. Resi, du hattest deine Etüde bei der falschen Schreibeinladung in die Kommentare gesetzt, und ich gestehe, ich habe es erst gestern gemerkt *augenroll*. Nächstes Mal besser, ja …? 😉
Ich trage gerne nach, wenn irgendwas nicht stimmt, ihr wisst, es ist keine böse Absicht, manchmal habe ich einfach Tomaten auf den Augen und manchmal geht auch was mit den Pings/Verlinkungen schief …
Kaffee und Keks zur Hand? Hier kommt die Liste.

Disclaimer (und diesmal ist er nötiger als sonst): Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Inhaltshinweisen (CN/Triggerwarnungen, z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt.

Jane auf Blood, Tears, Gold & Minds: hier
Melina auf Innen-Reise-Wege: hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier
Tanja auf Stachelbeermond: hier
Heidi auf heidimariaskleinewelt: hier
Heidi auf Erinnerungswerkstatt: hier
Christian auf Wortverdreher: hier, hier, hier, hier und hier
Maren auf Ich lache mich gesund: hier und hier
Puzzleblume auf Puzzle❀: hier
Werner auf Werner Kastens: hier, hier und hier
René auf Berlin. Autor. BerlinAutor: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier, hier, hier und hier
Ellen auf nellindreams: hier und hier
Judith auf Mutiger leben: hier und hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier und hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier und hier
Bernd von Red Skies over Paradise: hier, hier und hier
Ulrike auf Blaupause7: hier und hier
Torsten auf Wortman: hier
Kain Schreiber auf Gedankenflut: hier und hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier
Resi Stenz auf Gschichtldruckerei Resi Stenz: hier
Ulli aus dem Café Weltenall: hier
Lea auf Kommunikatz: hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Yvonne auf umgeBUCHt: hier
Emma auf Emma Escamilla: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier

Nachzügler: Christian mit einer Ergänzungsetüde auf Wortverdreher, unbedingt auch lesen: hier

Die Wörter für die Textwochen 12/13 des Schreibjahres 2021 stiftete die Frau Puzzleblume (ich habe vergessen, ob ich deinen Vornamen nennen darf) mit ihrem Blog Puzzle❀. Sie lauten:

Dackelfalten
fruchtig
scheppern.

 

Wie immer an dieser Stelle der Verweis auf den Etüden-Disclaimer. Die Headline für die Etüden heißt: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Eventuelle Inhaltshinweise (Triggerwarnungen) und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der zugehörigen Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt (höchstwahrscheinlich) nicht auf die nächste Liste bzw. muss meckern, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig. Wer sich die Illustrationen herunterladen möchte, sollte sie vorher großklicken, danach kann man sie in der Regel downloaden und bei sich wieder hochladen.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 04. April 2021, jawohl, Ostersonntag!
Habt weiterhin ein schönes Wochenende und gute Einfälle – und genießt, was es zu genießen gibt!

 

abc.etüden 2021 12+13 | 365tageasatzaday
Quelle: Photo by Erda Estremera on Unsplash, bearbeitet von mir

 

abc.etüden 2021 12+13 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Betrachtung der Zeit | Myriades Impulswerkstatt

Myriades Impulswerkstatt beschenkt uns im März mit einem wunderbar ruhigen Sonnenuntergangsbild zum Spielen, das zugleich nah und fern wirkt und bei mir (und nicht nur bei mir) sofort Skandinavien-Assoziationen auslöste. Stimmt auch. Es stammt aus Norwegen.

Norwegen, altnordisch norðrvegr, bedeutet »Weg nach Norden« (wobei Bedeutung und Herkunft als nicht sicher geklärt gelten). Egal. Karge Landschaften machen etwas mit mir, und als Myriade bekundete, Barockgedichte zu mögen (jedenfalls lieber als die Zeit, die sonst in meinen Montagsgedichten vorherrscht), war mir klar: Der Weg nach Norden, der Weg nach innen, da geht was.

76. Betrachtung der Zeit

Mein sind die Jahre nicht die mir die Zeit genommen/
Mein sind die Jahre nicht/ die etwa möchten kommen
Der Augenblick ist mein/ und nehm‘ ich den in acht
So ist der mein/ der Jahr und Ewigkeit gemacht.

(Andreas Gryphius, Betrachtung der Zeit, aus: Epigramme. Das erste Buch, 1643–1663, Online-Quelle)

 

»Die Barocklyrik ist im Wesentlichen von drei Leitmotiven geprägt, die das Lebensgefühl der Menschen beschreiben. Vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) war der Alltag der Menschen von Gewalt und Zerstörung bestimmt. Alle diese Motive setzen sich mit der dadurch weit verbreiteten Angst vor dem Tod und dessen Auswirkungen auf verschiedene Art auseinander:  Memento mori, Vanitas, Carpe diem.« (Quelle: Wikipedia)

Ich freue mich, seit Langem mal wieder einen Anlass gehabt zu haben, Text und Bild zu verbinden. Vielleicht mache ich das öfter, ich weiß es noch nicht. Ich brauche zurzeit bisschen Stille zum inneren Luftholen, also seht es mir nach, falls ich online seltener präsent bin.

Es empfiehlt sich, das Bild großzuklicken.

 

Gryphius – Myriades Impulswerkstatt 03-21 | 365tageasatzaday
Quelle: Myriade; Bearbeitung: ich

 

Schicksal to go | abc.etüden

Und hier ist unser Halbstarken-Rudel«, verkündete der Tierheimmitarbeiter, stieß die Tür auf und ging mit ihr hinein. O ja: In dem großzügig gestalteten Areal bewegte sich eine Gruppe offensichtlich noch nicht allzu alter Katzen, die voller Inbrunst einander überfielen, einander mit Pfotenhieben traktierten, bissen, kratzten, fauchten, verfolgten, die davonrasten, die Klettermöglichkeiten erklommen und im hohen Bogen wieder heruntersprangen oder -plumpsten. Wer langsam war, hatte verloren und wurde getriezt, bis es einen anderen traf und/oder er/sie sich dem entziehen konnte.

»Passiert da nie was Ernstes?«, fragte sie.
»Selten«, gab er zurück. »Sie sind in dem Alter, wo sie die Rangordnungen klären müssen, und da gibt es keine schwammigen, politisch korrekten Ansagen, da gehen die Herren und Damen Katzen etwas handfester vor.«

Hoppla, dachte sie.

Sie sah sich um und entdeckte in einer Katzenhöhle auf einem Kratzbaum eine schmale getigerte Katze, die aus gelben Augen flüchtig zu ihr herübersah, dann aber weiterhin gebannt die wilde Jagd beobachtete. Sie kannte den Blick. Diese Katze hatte Angst.

»Und was ist mit der da?«
»Ach, die. Lieschen. Gesund ist sie, aber sie integriert sich nicht, trödelt rum und versteckt sich immer. Die hat natürlich keinen leichten Stand, aber wir können sie nicht separieren, dann ginge es ihr noch schlechter. Katzen brauchen den Umgang mit Artgenossen.«

Ja, bei Katzen ist das scheinbar wie bei Menschen, dachte sie. Was bist du nur für ein ignoranter Trottel.

Sie ging zu dem Kätzchen und strich ihm vorsichtig über das gesträubte Fell. Es zögerte zunächst, dann sah es sie an und stupste leicht den Kopf gegen ihre Hand. Mach weiter, Mensch!

»Wie sieht es aus?«, fragte der junge Mann. »Möchten Sie eine Katze kennenlernen?«

Sie entschloss sich spontan und kraulte selbstvergessen das getigerte Katzenkinn.
»Diese hier«, sagte sie und übersah seinen überraschten Gesichtsausdruck. »Ich konnte Klassenkeile früher auch nie ab.«

 

abc.etüden 2021 10+11 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay; Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 10/11.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von René und seinem Blog BerlinAutor. Sie lauten: Klassenkeile, schwammig, trödeln.

Ich bin sicher, dass ich nicht darauf herumreiten muss, dass eine Entscheidung für ein Tier eine Entscheidung fürs Leben ist – meist für das Leben des Tiers. Aber nicht jede*r hat das Glück, von einem Fellträger ausgesucht zu werden, manche müssen selbst tätig werden. Daher möchte ich bekennen, dass ich bisher nur zwei Tierheime von innen gesehen habe und nie selbst die Suchende war, und dass ich einfach nicht weiß, ob die oben beschriebene Szene so passieren könnte.

Was ich weiß, ist, dass man Tiere kennenlernen kann (und sollte), bevor man sie aus der Obhut der Tierheime mitnehmen darf.
Was ich ebenfalls weiß, ist, dass es auch unter Katzen Rüpel gibt; dass man dabei sogar tatsächlich von Mobbing spricht, war mir neu (hier nachlesen).
Wer sich genauer informieren möchte, wie die Adoption eines Tieres im Detail vor sich geht, sollte mit seinem örtlichen Tierheim Kontakt aufnehmen. Und was unter Corona-Bedingungen überhaupt noch möglich ist, wissen eh nur die Götter. Oder auch nicht.

 

Schreibeinladung für die Textwochen 10.11.21 | Wortspende von BerlinAutor

Der Frühling schreitet weiter ins Land, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, die Friseure dürfen wieder öffnen und ein Ende des Lockdowns scheint zumindest absehbar: Ich traue der schönen neuen Welt nicht sonderlich, nicht mal dem Wetter, und das scheint sich noch am ehesten den Erwartungen gemäß zu verhalten.

Nun. Die Wortspende für die nächsten beiden Wochen hat es wieder mal in sich, finde ich. Aber zunächst Statistik und Liste.

Beigesteuert wurden diesmal 78 Etüden von 39 Blogs, und das gefühlt hauptsächlich durch 4 Blogs, die jeweils dreimal 7 und einmal 6 Etüden veröffentlicht haben – die Männer waren auch dieses Mal wieder kaum zu bremsen (prima! Gerne weiter so!).
Die Liste führen also Gerhard, Christian und Kain Schreiber mit jeweils 7 Etüden an, gefolgt von Sabine mit jeweils 6. Hut ab!

Vielen Dank wie immer an alle, die mitgeschrieben, mitgelesen, gelikt und kommentiert haben! Vielen Dank an Sabine, die ich, wie ich glaube, wirklich überall gesehen habe, wo eine Etüde erschienen ist (das ist soooo toll, Sabine, danke!) und an jede*n, den ich in den teilnehmenden Blogs getroffen habe und der*die dort kommentiert/mitdiskutiert hat.

Wie immer bitte ich euch, die Liste zu kontrollieren, ob jede eurer Etüden dort verzeichnet ist oder ob euch sonst was komisch vorkommt. Ich trage gerne nach, wenn irgendwas nicht stimmt, ihr wisst, es ist keine böse Absicht, manchmal habe ich einfach Tomaten auf den Augen und manchmal geht auch was mit den Pings/Verlinkungen schief …
Kaffee und Keks zur Hand? Hier kommt die Liste.

Disclaimer: Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Inhaltshinweisen (CN/Triggerwarnungen, z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt.

Christa Hartwig in meinen Kommentaren: hier
autopict in meinen Kommentaren: hier
Karin in meinen Kommentaren: hier
Werner in meinen Kommentaren: hier
Ulrike auf Blaupause7: hier und hier
Jane auf Blood, Tears, Gold & Minds: hier
Melina auf Innen-Reise-Wege: hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Werner auf Werner Kastens: hier, hier und hier
Heidi auf heidimariaskleinewelt: hier
Heidi auf Erinnerungswerkstatt: hier
Sandra auf Denkzeiten: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier
Christian auf Wortverdreher: hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier
Kain Schreiber auf Gedankenflut: hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier
Maren auf Ich lache mich gesund: hier, hier und hier
Puzzleblume auf Puzzle❀: hier, hier, hier und hier
Fraggle auf Modern Wolfare: hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier, hier, hier, hier, hier und hier
Judith auf Mutiger leben: hier und hier
Anja auf Annuschkas Northern Star: hier
Torsten auf Wortman: hier
Bernd von Red Skies over Paradise: hier, hier und hier
Doro auf DORO|ART: hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier, hier und hier
Anna-Lena auf Meine literarische Visitenkarte: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
Donka auf onlybatscanhang: hier
Ellen auf nellindreams: hier, hier und hier
Heike auf Gedankenmusik: hier
Yvonne auf umgeBUCHt: hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Monika auf Allerlei Gedanken: hier
Marion auf Findesatz: hier
Tanja auf Stachelbeermond: hier
Veronika auf vro jongliert: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Nina vom Bodenlosz-Archiv: hier

Die Wörter für die Textwochen 10/11 des Schreibjahres 2021 stiftete René mit seinem Blog BerlinAutor. Sie lauten:

Klassenkeile
schwammig
trödeln.

 

Wie immer an dieser Stelle der Verweis auf den öden, blöden Etüden-Disclaimer: Die Headline für die Etüden heißt: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Eventuelle Inhaltshinweise (Triggerwarnungen) und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der zugehörigen Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt nicht auf die nächste Liste bzw. muss meckern, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig. Wer sich die Illustrationen herunterladen möchte, sollte sie vorher großklicken, danach kann man sie in der Regel downloaden und bei sich wieder hochladen.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 21. März 2021 und dann ist auch schon bald Ostern …
Habt weiterhin ein schönes Wochenende und gute Einfälle – und genießt, was es zu genießen gibt!

 

abc.etüden 2021 10+11 | 365tageasatzaday
Quelle: Photo by I.am_nah on Unsplash, Bearbeitung von mir

 

abc.etüden 2021 10+11 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay; Bearbeitung von mir

 

Zwei Welten | abc.etüden

Lauf, lauf, lauf, lauf, lauf.
Lauf um dein Leben, lauf für dein Leben, denk nicht nach, lauf, lauf, lauf, lauf.
Dein Leben gehört dir, es gibt noch so viel zu entdecken, denk nicht dran, bleib nicht stehen, lauf nur, lauf, lauf einfach, lauf es aus dir heraus.
Die Erinnerung ist trügerisch, die Vergangenheit wirft Fesseln und Fallstricke nach dir aus, schau dich nicht um, lauf, lauf schneller, lauf ihr davon.
Du kannst es, du schaffst es, wirf es ab, lauf, lauf, nichts hält dich, du rennst, deine Schritte werden größer, ah, die samtige Luft, du gleitest davon, du fliegst, du bist frei …

»Das war schon richtig gut, Frau Stein.« Die Therapeutin zog ihre Hände aus den Taschen der Strickjacke, die sie unerlaubterweise über dem weißen Kittel trug. Trotz zu viel Kaffee war sie nicht richtig wach und fröstelte ständig. Zum Glück war die Schicht bald um. Sie hielt das Laufband an und reichte der Frau im Jogginganzug die Hand, um ihr beim Absteigen zu helfen.
»Wenn Sie so weitermachen, können Sie vielleicht Ende der Woche mit dem Rollator in den Garten, was halten Sie davon, wäre das nicht großartig?«

 

abc.etüden 2021 08+09 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay; Bearbeitung von mir

 

Miniatur für die abc.etüden, Wochen 08/09.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Sabine und ihrem Blog wortgeflumselkritzelkram. Sie lauten: Strickjacke, trügerisch, entdecken.

Das war … ich kann es auch nicht sagen. Auf jeden Fall NICHT autobiographisch, obwohl … 😉

 

Spaziergangsgedanken | abc.etüden

Es war ein scheißgrauer, kühler Samstagnachmittag im Februar. Sie hatte ihren Lieblingspark erreicht und traf die üblichen Verdächtigen an: Kinderwagenschieber*innen, Gassigeher, Jogger, Jugendliche allein, zu zweit, in Grüppchen, Paare. Belebt war es, hier waren immer Leute, aber weit weg von voll oder gar überfüllt. Dann sah sie das Schild.

MASKENPFLICHT

Ach ja, da war doch was. Hier also auch. Es wunderte sie nicht weiter, sie wusste, wie voll es hier werden konnte, gerade bei Sonne und Strickjackenwetter wie letztes Wochenende. Sie hatte eine Maske dabei. Aufsetzen? Sie zögerte, atmete aus und ging einfach los.

Alle schienen alle heimlich zu beäugen.

Wer sich den Vorschriften gemäß verhält, hat das Recht auf seiner Seite und muss scheinbar nicht mehr achtsam sein: Die Maskenträger hielten weniger Abstand.
Sie war gewohnt, Entgegenkommenden möglichst weit auszuweichen, die Wege gaben es problemlos her. Wobei sie die Sicherheit, die die schlabbrig getragenen OP-Masken versprachen, eh für trügerisch hielt. Insgesamt schätzte sie die Anzahl der Maskenträger auf etwa ein Drittel, am nächsten Tag würden es vermutlich mehr sein.

Mehrmals sah sie sich um, ob irgendwo etwas von den angekündigten Kontrollen zu entdecken war, aber nein, nichts. Vor einer Woche (oder waren es zwei gewesen?) waren zwei Berittene die Wege entlang patrouilliert, wunderschön hatte das ausgesehen.  

Sie ging nachdenklich durch die Schrebergärten nach Hause. Normalerweise mied sie an den Wochenenden den Park, speziell bei gutem Wetter, denn dann war er ihr selbst ohne Abstandhaltenmüssen zu voll. Aber heute hatte sie sich über ein Gebot hinweggesetzt, das sie prinzipiell für nicht mal unvernünftig hielt, weil es ihr in der konkreten Situation völlig unsinnig erschienen war. Sie fühlte sich unwohl und grinste ertappt.
Schließlich stoppte sie ja auch nachts an roten Ampeln.
Ach, es war nicht einfach, in dem ganzen Bohei ein denkendes Schaf zu bleiben.

 

abc.etüden 2021 08+09 | 365tageasatzaday
Quelle: Photo by Maksym Kaharlytskyi on Unsplash; Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 08/09.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Sabine und ihrem Blog wortgeflumselkritzelkram. Sie lauten: Strickjacke, trügerisch, entdecken.

Seit gestern, 27.02.2021, gilt in Hamburg eine erweiterte Maskenpflicht „auf bestimmten besonders belebten Straßen und in Parks“, und zwar meist von 10 bis 18 Uhr. Es gibt eine Liste, wen sie interessiert, der findet sie auf dieser Seite des NDR. Es ist, mit einem Wort, sehr viel von dem maskenpflichtig, wohin der Hamburger am Wochenende ins Grüne oder ans Wasser möchte (aber nicht der Hamburger Norden und wenig vom Hamburger Süden).
Bei Verstößen kann ein Bußgeld in Höhe von (bis zu?) EUR 150,- erhoben werden.