Scheitern | abc.etüden

Ihre Freundinnen hatten sie schon gewarnt gehabt, dass das Ende manchmal sehr banal daherkäme. Das hatte sie ihnen nicht so recht geglaubt, warum auch? Sie hatten gemeinsam das Haus gebaut und abbezahlt, die Kinder groß gezogen und zu prächtigen Menschen heranwachsen sehen, die wiederum eigene Familien gründeten, hatten Krankheiten überstanden, die ihnen beiden Angst eingejagt, sie aber auch zusammengeschweißt hatten. Immer hatten sie gemeinsam nach vorn geblickt. Dachte sie.

Als er anfing, für den besser bezahlten Job länger zu arbeiten und öfter mal auf Dienstreise zu gehen, belegte sie Yogakurse. Es schien beiden gutzutun.

Bei einem ihrer hässlichen Streits, die in der Folgezeit immer häufiger aufbrachen, bezeichnete er ihren Yogalehrerkurs als Jodeldiplom. Da er das völlig ernst gemeint hatte – sie kannte ihn schließlich lange genug –, realisierte sie endlich, dass sie vielleicht in die gleiche Richtung geschaut, aber einander aus den Augen verloren hatten, und brach zusammen. So ein kleiner Satz: eine Stilblüte, nichts als eine traurige Fußnote in der Geschichte ihrer Scheiterns.

 

2017_46.17_zwei_lz | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Für die abc.etüden, Woche 46.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Petra Schuseil (wesentlichwerdenblog.wordpress.com) und lauten: Stilblüte, banal, jodeln.

Als Nicht-mal-Süddeutsche habe ich wenig Bezüge zum Jodeln, und der stärkste scheint bei mir tatsächlich das Jodeldiplom zu sein, an dessen Erfinder Bernd in seiner Biographie-Etüde erinnert hat …

 

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Löffelliste | abc.etüden

Sie saß vor dem Laptop und dachte über das Ansinnen nach, eine LÖFFELLISTE zu schreiben, wobei allein das Wort sie eigentlich schon nervte, viel zu glatt, viel zu Social-Media-tauglich. Wieder mal würde sie zielsicher aus dem Trend fallen – keine Lebensträume, die unbedingt noch öffentlichkeitswirksam erfüllt werden mussten, keine Leistungsschau kreativer Unwesentlichkeiten, je schräger, desto lieber, mit denen sie mit den anderen konkurrieren konnte. Eine ihrer Freundinnen wollte unbedingt in diesem Leben noch auf Chinareise, eine andere auf den Kilimandscharo krabbeln, das wusste sie von beiden schon lange. Schön, gestand sie sich ein: Ostafrika, Safari, Städte, Menschen, wilde Tiere, Natur, das wär’s schon, sie hatte es nämlich nicht so mit Asien. Und aus ihrer Zeit als Au-pair in Kanada lag immer noch das echte Zuckerahornblatt getrocknet im Atlas, gehütet wie ihre Erinnerungen an Ahornsirup und den ersten kanadischen Kuss.

Aber um das Auffallen geht’s doch gar nicht, hörte sie die anderen in Gedanken aufschreien, es geht darum, was du im Leben noch erreichen willst, um deine Träume! Eigentlich, dachte sie, wollte sie bloß gesund und lebendig in Kopf und Herz älter und alt werden, wollte Zeit und genug Geld haben, um sich große und kleine Wünsche zu erfüllen, die dann sicherlich beizeiten die Hand heben würden.

Zu unspektakulär für eine LÖFFELLISTE, entschied sie. Pah, schon wieder so eine „Mein Haus, mein Boot, mein Auto“-Variante, und sie wäre beinahe darauf hereingefallen. Gelassen klappte sie den Laptop wieder zu.

 

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Für die abc.etüden, Woche 45.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Elke H. Speidel (transsilabia.wordpress.com) und lauten: Ahornblatt, Chinareise, krabbeln.

Ich umkreise das Thema „Löffelliste“, dazu dann nächste Woche noch mehr, denn das ist keineswegs der letzte Stand der Dinge. Wer einen Hinweis zum Thema haben möchte, lese dazu hier im Totenhemd-Blog.

 

Aufbruch | abc.etüden

Sie hätte ja wohl sozusagen einen Hyperknall, hatte Alina, die Tochter ihrer besten Freundin, ihr unverblümt gesagt, ob ihr denn gar nicht klar wäre, dass das mit der wiedergefundenen Schwester auch nichts als eine Riesen-Abzocke sein könnte, ihre Mutter sei ja bloß zu höflich, um es auszusprechen, weil sie Sybilla nicht verletzen wollte, aber wahrscheinlich würde es doch nur auf Geld hinauslaufen. Sie solle um Himmels willen doch nicht zu jener Frau auch noch hinfahren!

„Weiß man doch alles noch gar nicht“, hatte Sybilla sich gewehrt und „seid doch nicht immer alle gleich so negativ“ gesagt, aber geholfen hatte es nichts, auch nicht ihr Grübeln. Wie konnte sie den Freunden auch die Gewissheit vermitteln, die sich ihr wie eine Wanderdüne näherte – langsam, aber unaufhaltbar –, dass das alles sehr wohl seine Richtigkeit haben konnte. Es würde so viel erklären, nicht nur die Kürze, mit der ihre Mutter auf Nachfragen nach ihrem Leben unter der russischen Besatzung in Königsberg immer reagiert hatte – Verachtung, Hunger, Krankheiten, Übergriffe –, sondern auch ihre zurückgezogene Art, mit der sie das Leben meisterte. Heute würde man das als Trauma erkennen und hoffentlich entsprechend behandeln, damals gab es das nicht, da schämte man sich dafür und schwieg, dachte Sybilla.

Nun, ihre Mutter hatte ihr Geheimnis mit ins Grab genommen, wenn es denn eins gab, und Sybilla glaubte nicht, dass sie von irgendwelchen ihrer Gynäkologen Auskünfte erhalten würde, vorausgesetzt, dass die überhaupt noch praktizierten. Also hatte sie der älteren Frau am Telefon versichert, dass sie sich treffen würden, und zwar schon nächste Woche, jawohl, Olga Petrowa, und dann gern über alles sprechen könnten.
Wie immer, wenn sie endlich eine schwierige Entscheidung gefällt hatte, fühlte sie sich pudelwohl und war völlig euphorisch. Ob sie einander wohl ähnlich sahen?

 

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Für die abc.etüden, Woche 44.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Rina.P (geschichtszauberei.wordpress.com) und lauten: Hyperknall, Wanderdüne, pudelwohl.

Dies ist eine Etüde über etwas, das hätte Wirklichkeit sein können, auch wenn ich nicht Sybilla heiße oder heißen möchte. Hier ist der quasi erste Teil.

„Und die Düne kam und deckte sie zu.“ Ich möchte gern meine Assoziation zu „Wanderdüne“ mit euch teilen. Es ist eine Ballade: Agnes Miegel, Die Frauen von Nidden. Ich war auch schon in Nidden.

 

Hamsterrad | abc.etüden

Die SMS einer Freundin fiepte: „Denk dran, ein Hamsterrad sieht von innen aus wie eine Karriereleiter.“ Berühmte letzte Worte, dachte sie, als sie ihr Handy wegsteckte.
Sie stand am offenen Fenster und sah hinaus, bis ihr plötzlich der Sog auffiel, den die Tiefe auf sie ausübte. Sie hatte doch nicht wirklich gerade ans Aufgeben gedacht, ans Loslassen, ihren Körper unten liegen gesehen, malerisch verkrümmt? Ihr Herz schlug schneller, ihr wurde leicht schwindelig, sie schlug den Fensterflügel zu und lehnte sich dagegen. Gerade noch mal die Kurve gekriegt, verdammt, was sollte denn das?

Draußen verdunkelte die Dämmerung das Herbstfarbenbunt und knipste die Laternen an. Wie lange eigentlich, fragte sie sich nachdenklich, war es her, dass sie nicht ständig fremdgelebt hatte, wie lange war es her, dass sie nicht ständig diese bleierne Müdigkeit gefühlt hatte, wann hatte sie zum letzten Mal so richtig Zeit für sich gehabt und wann war der Spaß an der Aufgabe, der Leistung ausgeblieben?

Sie war nicht länger bereit und fähig, sich diesem Druck auszusetzen, gab sie still zu und fühlte sich sofort leichter. Sie fuhr den Computer herunter, ignorierte die klingelnden Telefone, löschte das Licht und verließ ihren Arbeitsplatz mit unbekanntem Ziel.

 

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Für die abc.etüden, Woche 43.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Sandra Matteotti (denkzeiten.com) und lauten: Laterne, herbstfarbenbunt, loslassen.

 

 

Laternenumzug | abc.etüden

„Na, Sie haben ja wohl keine Kinder, wenn Sie das hier alles noch lustig finden können!“
Ein giftiger Blick traf Nicola, die, immer noch lächelnd, beiseitetrat und die Mutter mit drei quengelnden Kindern im geschätzten Kindergarten-/Grundschulalter im Schlepptau vorbeistapfen ließ. Unerhört, wie konnte sie auch guter Dinge sein, wo doch gerade ein Wolkenbruch den seit einigen Wochen an jeder Straßenecke angekündigten Laternenumzug grandios unter Wasser gesetzt hatte? Die lange Reihe aus tapferen „Laterne, Laterne“-Sängern und -trägern, die man vorher noch im Halbdunkel mit ein bisschen gutem Willen als herbstfarbenbunt (nein, Rosa ist keine Herbstfarbe) und textsicher (wohl eher die Mütter) hatte einstufen können, stob jetzt jedenfalls wie Blätter im Sturm auseinander.

Nicola betrachtete mitleidig die Mädchen, die jener Frau hinterhertrotteten. „Chill mal, Mama“, hätte ihre Große gesagt und recht damit gehabt. Loslassen, fünfe gerade sein lassen oder bei jeder Kleinigkeit überfordert durchdrehen – diese Entscheidung stand eindeutig noch aus. Wobei das kleinste Mädchen offensichtlich beschlossen hatte, die Laune der Anführerin zu ignorieren und platschend mit beiden Beinen in eine große Pfütze sprang. Alle nass, wirklich alle, Nicola hob anerkennend den Daumen und grinste breit.

Den Regen kümmerte ihre Laune sowieso nicht, warum sollte sie aus dem Chaos, in das sie geraten war, also nicht das Beste machen?

 

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Für die abc.etüden, Woche 43.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Sandra Matteotti (denkzeiten.com) und lauten: Laterne, herbstfarbenbunt, loslassen.

Neee, ich habe übrigens wirklich keine Kinder.  😉

 

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Schwester | abc.etüden

Sybilla starrte auf das halbamtliche Schriftstück in ihrer Hand und konnte nicht fassen, was sie da las. Ja, sie war die Tochter von Ilse Feldmann, geborene Kaludrigkeit, geboren 1926 in Königsberg in Ostpreußen – und sie hatte was? Eine Schwester, eher wohl eine Halbschwester, knapp nach dem Krieg geboren, also bevor ihre Mutter in den Westen Deutschlands gekarrt worden war und im Wirtschaftswunder Sybillas Vater kennengelernt und mit ihm eine Kleinfamilie gegründet hatte? Nun, ihre Mutter, die wenig über den Krieg gesprochen hatte, hatte zu ihren Erlebnissen in der Besatzungszeit noch hartnäckiger geschwiegen: „Wir haben uns gefühlt, als wären wir verdammt und müssten alles büßen, was der Hitler angerichtet hat. Es ist ein Wunder, dass so viele von uns irgendwie überlebt haben.“

Schaudernd begriff sie, wie grenzenlos allein ihre Mutter gewesen sein musste und wie verzweifelt. Sie war bei der Geburt noch minderjährig gewesen, ob man ihr das Kind weggenommen hatte oder ob sie es nicht hatte haben wollen? Ob sie überhaupt wusste, wer der Vater war, oder ob … Sybilla wollte das nicht weiterdenken.

Aber eines konnte sie machen, jetzt, sofort: Sie blickte auf die Adresse in ihrer Hand – Zweibrücken, wenigstens in Deutschland – und griff mutig zum Telefon. Als eine Frau mit einer älter klingenden Stimme abnahm, holte sie tief Luft: „Olga Petrowa … es könnte sein, dass wir Schwestern sind …“

 

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Für die abc.etüden, Woche 42.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Gerda Kazakou (gerdakazakou.com) und lauten: Zweibrücken, verdammt, grenzenlos.

Bin erst heute Nachmittag länger online, sorry.

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Knapp davongekommen | abc.etüden

Okay, okay, ich bin nachtragend, ich gebe es ja zu. Henry nennt das grenzenlos dumm, sauer auf die verdammte Katze zu sein, ich habe geschwiegen, um ihm nicht etwas an den Kopf zu knallen, woraufhin er drei Tage nicht mehr mit mir gesprochen hätte.
Nahtoderfahrung, Bindehautentzündung, schwersttraumatisiert, ha, Anton, blödes Biest! Mein heiß geliebtes Aquarium ist hin, und das nur, weil ich gutmütig war, und Henry tut so, als ob er nicht begreift, was mir das bedeutet hat und meint, dass ich mich nur künstlich aufrege! Typisch Mann, drückt sich vor Gefühlen und hält sich raus – ich möchte öffentlich dazu nichts anderes sagen, aber zu diesem Punkt könnte ich noch so einiges beisteuern.

Okay, der Kater hat daraufhin die Biege gemacht, was ich ihm auch geraten hätte, diesem Biest mit seinen roten Augen. Erst war er bei den Nachbarn und ich habe schon auf Horrorstories von drüben gewartet, aber dann ist er wohl von dort auch verschwunden. Jetzt schickt uns Henrys Ex-Frau die Kaffeekanne seiner verstorbenen Oma, säuberlich in jede Menge Zeitungspapier eingewickelt, und was lese ich? In Zweibrücken (und das ist ziemlich weit weg von hier, genauso wie seine Ex-Frau, zum Glück) gab es einen mysteriösen Todesfall mit einem abgetrennten Kopf, bei dem (un-)tote Katzen-DNA gefunden wurde!

Ich glaub, ich spinne, das ist doch nicht normal!

 

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Für die abc.etüden, Woche 42.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Gerda Kazakou (gerdakazakou.com) und lauten: Zweibrücken, verdammt, grenzenlos.

Wenn nichts geht (und ich habe gerade mal wieder zu wenig Zeit), dann geht immer noch eine vergnügte kleine Katzengeschichte, möge es Anton gut gehen, da, wo er jetzt ist!  🐱 🐱 🐱

 

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Die Auskunft des Spiegels | abc.etüden

Sie drehte und wendete sich vor dem Spiegel. Die große Frage: Sahen ihr Hintern und ihre Beine in dieser Hose fragwürdig aus oder vielleicht doch schon einen Schritt in Richtung anbetungswürdig?

Es waren ihre Lieblingsjeans gewesen, perfekte Farbe, perfekter Schnitt, sie erinnerte sich gern an die guten Zeiten. Aber dann hatte das Leben sich plötzlich übel gedreht und sie sich nicht nur mit zu viel Schokolade getröstet. Die Jeans überlebten das – im Schrank, als Mahnung. Nun, da sie sich Monat für Monat die Waage wieder hinunterkämpfte, hatte sie auch seelischen Ballast abgeworfen und fühlte sich mit jedem verlorenen Kilo lebendiger und schöner.

Sie lächelte sich im Spiegel zu. Nicht nur ihre Figur hatte gelitten, auch ihrem Selbstbewusstsein hatte sie keinen Gefallen damit getan, dass sie ihr inneres Wunschbild jahrelang ignoriert hatte. Oh ja, sie war so weit, die Jeans würden gehen, beschloss sie erfreut, aber selbstkritisch; anbeten musste sie sich allerdings noch selbst. Na, mal sehen, wohin sie ihre Reise dieses Mal führen würde.

 

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Für die abc.etüden, Woche 41.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Bernd von Red Skies over Paradise (redskiesoverparadise.wordpress.com) und lauten: Monat, fragwürdig, gehen.

 

Der Wintertyp | abc.etüden

Alles war endlich wieder offen. Der Himmel hoch, die Sicht klar. Dass seine Freunde derartige Metaphern für den Herbst- und Winterhimmel … fragwürdig und seine Abneigung gegen Monate ohne -er am Namensende (den Januar ausgenommen) zumindest ein wenig befremdlich fanden, nahm er gelassen hin. Poser nervten ihn sowieso, die hysterische, oberflächliche Geselligkeit der Sommer-Anbeter verursachte ihm körperliche Übelkeit.

„Und es gehen die Menschen hin, zu bestaunen die Höhen der Berge, die ungeheuren Fluten des Meeres, die breit dahinfließenden Ströme, die Weite des Ozeans und die Bahnen der Gestirne und vergessen darüber sich selbst.“

Wäre es doch noch so, o Petrarca, dachte er bedauernd, heutzutage diente doch alles dazu, den eigenen Instagram-Account zu hypen. Es war entschieden schade, dass Selbstvergessenheit so aus der Mode gekommen war. Aber was kümmerte ihn die Gesellschaft, die seine Werte ablehnte; er wusste jedenfalls genau, was gut für ihn war.
Er verließ das Hamsterrad, verschmolz mit den farbdurchwehten Wäldern und atmete tief durch. Sollten doch die anderen, er war raus bis zum Frühling.

 

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Für die abc.etüden, Woche 41.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Bernd von Red Skies over Paradise (redskiesoverparadise.wordpress.com) und lauten: Monat, fragwürdig, gehen.

Zum Zitat siehe den Wikipedia-Artikel zu Petrarca.

 

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Lifestyle | abc.etüden

Okay, okay, sein Styling war etwas gewöhnungsbedürftig geraten. Er war irgendwo auch stolz darauf, es dokumentierte seinen rebellischen Pfad. „Sollte das so oder war das ein Unfall?“, hatte seine Mutter entsetzt gefragt, dagegen hatte seine zickige Schwester nur spitz bekundet, kein Interesse an dem Zeug zu haben, was er ja wohl wieder geraucht hätte. Nun, da war was dran, sie kannte ihn halt, völlig klar war bestimmt keiner von ihnen gewesen.

Aber eigentlich war es nur ein verdammt schiefgelaufenes Experiment, was er da auf dem Kopf trug; ihn hatte es von der Gang am schlimmsten erwischt. Die Dosierung mit der Honigpumpe war nicht zuverlässig gewesen, nun waren seine Haare einerseits strohig und abstehend (erwünscht), aber andererseits auch schimmelig-blond-grau-grün gesträhnt (ursprünglich nicht erwünscht, definitiv nicht).
Eindeutig zu heavy für die Trabantenstadt, genauso wie der neue Stoff, vielleicht würde er einen Schuh machen und ein paar Wochen bei seinem Vater pennen.

Er stoppte vor der Photobox am Bahnhof. Der krasse Look gab bestimmt ein spaciges Fahndungsfoto für Interpol oder so ab. Man musste das Bild von sich schließlich rechtzeitig prägen.

 

2017_40.17_zwei_lz | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Für die abc.etüden, Woche 40.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von dergl von den Fädenrissen (faedenrisse.wordpress.com) und lauten: Interpol, Trabantenstadt, Honigpumpe.

Zuerst habe ich gedacht, ich schreibe eine Fortsetzung zu den Interpolern. Aber dann fuhr dieser Typ auf einem Fahrrad an mir vorbei und ich reagierte wie die Mutter … und dachte dann, okay, daraus ließe sich auch eine Etüde machen.  😉