Bitterer Abschied | abc.etüden

Sie war sich nicht sicher, ob sie mehr wütend oder mehr traurig war. Glaubte die denn, dass Gefühle recycelbar waren wie die Zeitung von gestern?

„Du wirst schon wieder eine Freundin finden.“

Ha! Ja, sicher, aber es war ihr um SIE gegangen und sie hatte wirklich geglaubt, dass die Jahre, in denen sie alles geteilt hatten – Kummer, Freude, Verliebtheiten, Glück, Schmerz –, mehr wert seien als so einen herablassenden Spruch. War alles nur gespielt gewesen? „Best friends forever“, sie hatte es ernst gemeint, sie hatte sich ihr geöffnet wie nicht vielen Menschen vorher. Mehr und mehr war die Freundin zu einem wichtigen Teil ihres Lebens geworden. Und nun war sie fort.

Irgendwann war ER in ihr Leben getreten, er, an dessen Seite sie jetzt ausreiste. Vorbei die viel diskutierten Zweifel, ob er endlich der berühmte Richtige wäre. Das Versprechen der Greencard, des Lebens im Land der gar nicht so unbegrenzten Möglichkeiten hatte letztendlich gezogen.
Liebe? Oder Schönrederei?

Wo waren ihre Ideale geblieben, die hatten sie doch gehabt?
Sie hatte sich wohl geirrt.
Und wenn schon in ihrer Freundin, worin dann noch?

„Wir sehen uns bestimmt bald wieder.“
Wer’s glaubt. Sie nicht.

Unten reihte sich das Flugzeug auf dem Rollfeld ein, und sie war sich ziemlich sicher, dass die Andere nicht am Fenster kleben würde, um die kleine Silhouette auf der Aussichtsterrasse des Flughafens zu entdecken. Ob man sie winken sehen konnte? Sie würde es trotzdem tun.

Einer liebt immer mehr. Eine Erkenntnis, auf die sie gern verzichtet hätte.

Der mächtige Airbus hob ab und verschwand gen Westen in Richtung Sonnenuntergang. Sie starrte in das Himmelsleuchten, bis ihre Augen brannten. Dann drehte sie sich um und machte sich auf den Weg durch das Terminal nach Hause, und es kümmerte sie nicht, dass man die Tränen sah, die über ihre Wangen liefen.

 

abc.etüden 2019 45+46 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 45/46.2019: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Anna-Lena und ihrem Blog „Meine literarische Visitenkarte“ und lauten: Himmelsleuchten, recycelbar, ausreisen.

Nein, bitte, das ist NICHT so autobiografisch, wie es sich vielleicht liest, da fließt ziemlich viel an (eigenen und fremden) Erfahrungen zusammen.

 

Aus der Traum | abc.etüden

Will man noch ausreisen, wenn man die Hoffnung hat, das Haus der Väter heil durch die wechselhaften Zeiten zu bringen, wenn man selbst sich arrangiert hat und der „ausgerissene“ Bruder mit der Familie regelmäßig nach Hause kommt? Ich weiß es nicht. Ich vermute, dass der Traum unter der Realität verschüttging, falls es ihn gab, aber ich bin sicher, dass bei unseren Besuchen vieles nicht gesagt wurde, auch meinetwegen, schließlich war ich noch klein. Schwierigkeiten wurden in Alkoholika ertränkt, wobei man davon ausging, dass ich das nicht mitbekam, was damals ebenfalls stimmte.

„Schau, Christiane, die Berge dahinten, das ist schon im Westen“, hieß es, wenn wir aus dem Wohnzimmerfenster sahen und die Stadt in Richtung Süden überblickten. Da hatten sie früher Freunde und Bekannte gehabt und waren einkaufen gewesen, früher, bevor die Grenze dichtgemacht wurde und sie plötzlich im „Zonenrandgebiet“ lebten. Dass im Westen keinesfalls in dem Ausmaß Milch und Honig floss, wie ihnen das Westfernsehen vorgaukelte, glaubten sie uns das? Irgendwie schon, aber konnten sie es sich vorstellen? Nein – genauso wenig wie wir uns das Leben im „real existierenden Sozialismus“. Brötchen, Milch und Bücher waren zu meiner kindlichen Begeisterung jedenfalls unglaublich billig.

Sind Träume recycelbar? Als die Grenze aufging, waren meine Tanten so begeistert wie alle anderen auch. Sie hielten sich für zu alt, um sich noch die Welt anzusehen, aber sie besuchten uns, immerhin, und sie mochten es. Danach … ja, ach. Sie waren vielleicht tatsächlich zu alt (und zu idealistisch), um mit der grassierenden Wildwest-Mentalität ihrer neuen Mitbürger und den daraus resultierenden Veränderungen im Alltag klarzukommen. Heute denke ich, dass sie sich zu Recht übergebügelt fühlten, und natürlich fragten sie damals nicht um Hilfe (schon gar nicht uns), natürlich nahmen sie Schaden und natürlich waren auch wir, die Westfamilie, irgendwie schuld.

Der goldene Westen, ein Himmelsleuchten?
Eher nicht.

 

abc.etüden 2019 45+46 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 45/46.2019: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Anna-Lena und ihrem Blog „Meine literarische Visitenkarte“ und lauten: Himmelsleuchten, recycelbar, ausreisen.

Ja, da ist ziemlich viel Autobiografisches drin. Aber meine (Südthüringer) Tanten sind lange tot und das Haus steht in der Form auch nicht mehr …

 

Vogelflug II | abc.etüden

Was ihr Mann zu einem Kurs „Divination – Antike und Neuzeit“ sagen würde, wusste sie, ohne ihn gefragt zu haben.
„Was willst du denn damit? Wahrsagerin werden?“

Nun, das war die Frage. Abgesehen davon, dass sie sich nicht sicher war, ob sie sich in esoterische Kreise begeben wollte (das Plakat hatte im Schaufenster einer sogenannten spirituellen Buchhandlung gehangen), war ihr beim Nachdenken darüber klar geworden, dass sie eigentlich nur eine einzige Zukunft interessierte: ihre.

Schön, sie hatte ein Faible für Geschichte und hätte beinahe mal Religionswissenschaften studiert. Der Gedanke an Zukunftsdeutung aus Vogelflug, Astrologie und Kartenlegen übte durchaus einen gewissen Reiz auf sie aus. Sie war jedoch ehrlich genug, sich selbst einzugestehen, dass die Zukunft an sich nicht das Problem war.
Die Frage war schlicht: Was sollte sie mit dem Rest ihres Lebens anfangen? Die Kinder waren aus dem Haus, die Ehe mit ihrem Mann hatte das Funkeln verloren und war einem wärmenden, geschätzten Feuerchen gewichen. Liebe, ja, klar, aber irgendwo waren sie älter geworden und lebten manchmal ganz schön nebeneinander her und nicht miteinander. Sie war zu bequem und zu ängstlich, das für eine ungewisse Zukunft aufzugeben (auch das eine unbehagliche Einsicht), außerdem hatten sie beide hart dafür gearbeitet, genau diesen Status quo zu erreichen.
Aber in ihr war dieses … Loch. Es muss im Leben doch mehr als alles geben, schrie es beharrlich. Was fehlte? Sie wusste es nicht.

Draußen schwang sich ihr Mann auf sein Motorrad. Es würde eine der letzten Ausfahrten vor dem Winter werden. Hoffentlich war er vorsichtig, die Straßen waren oft laubbedeckt und rutschig, und er hatte erst letztes Jahr wieder mit dem Biken begonnen. Nicht auszudenken, wenn etwas passierte …
Motorradfahren. Ein Traum, eine alte Liebe.

Was war überhaupt aus ihren ureigensten Träumen geworden, überlegte sie. Hatte sie niemals welche gehabt?

 

abc.etüden 2019 43+44 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 43/44.2019: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Ulli und ihrem „Café Weltenall“ und lauten: Vogelflug, ängstlich, schwingen.

Ich habe es dieses Mal Veronika nachgemacht: irgendwie dasselbe Thema, nur ein anderer Aspekt, eine andere Geschichte. Vielen Dank! Euch, so ihr habt, einen guten Feiertag!

 

Vogelflug | abc. etüden

Sie war so wütend und fühlte sich innerlich so zerrissen, sie hätte schreien und mit Gegenständen werfen können.

„Warum bist du so sauer?“

„Ach, kümmer dich doch um deinen eigenen Kram“, brummte sie in sich hinein, aber sprach es nicht laut aus. Es war eh egal, als Nächstes würde man ihr Wechseljahresbeschwerden unterstellen. Was sollte sonst schon mit ihr sein?

Der Herbst brach mit Macht herein, es wurde jeden Tag dunkler und kälter und sie fühlte sich wie ein Tier, das nicht zu den anderen in den Stall wollte. Es muss doch mehr als alles geben! Irgendwas war total falsch.

Draußen hörte sie die ziehenden Gänse, sie stürzte auf die Terrasse und starrte in den Himmel, dem fliegenden V hinterher. Früher, ja, früher, da hatte man den Vogelflug genutzt, um die Zukunft vorauszusagen. Eingeweideschau übrigens auch, iiih, sie erinnerte sich, davon in der Schule im Lateinunterricht gehört zu haben. Aber würde sie denn wirklich die Zukunft erfahren wollen, so richtig im Ernst, oder war sie dazu nicht doch zu ängstlich? Sie, bei der die Tarotkarten streikten und die Silvesterbleigießerei nur irgendwelche obskuren Knubbel hervorbrachte? Zurzeit jedenfalls zweifelte sie an allem und jedem, und sie war sich nicht sicher, wie tief das Grollen ihre Grundfesten erschüttern würde, wenn sie es weiter zuließe.

Wer dachte, dass sie heute eifrig den Putzwedel schwingen würde, dem würde sie jedenfalls mit dem Besen eins überbraten. Ha. So!

Soll doch. Sollen die anderen.

„Hau bloß ab, du“, raunzte sie die Katze an, die vor ihr um die Ecke bog. Die jedoch, ignorant wie stets, hielt auf sie zu und rieb sich an ihrem Bein. Reflexartig hob sie sie hoch, fuhr zärtlich über das kurze, harte Fell und lächelte bei dem zufriedenen Schnurren des kleinen Tieres.

Sie fühlte sich wie der Gordische Knoten vor dem großen Schlag.

 

 

abc.etüden 2019 43+44 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 43/44.2019: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Ulli und ihrem „Café Weltenall“ und lauten: Vogelflug, ängstlich, schwingen.

 

Bargespräche, die zweite | abc.etüden

Ein anderer Abend. Bar, Tanzabend, laute Musik.

„Komm her, Puppe“, lallte er ihr ziemlich betrunken ins Ohr, „weißt du eigentlich, wie bezaubernd du aussiehst, mein Täubchen? Tanz mit mir. Nur einmal, ja?“

Im schummrigen Licht der Tanzfläche bewegten sich dicht an dicht gedrängte Pärchen. Sie erduldete seine Wurstfinger, schob mehrmals energisch eine zudringliche Hand fort und war alles in allem erleichtert, als das Stück endete.

„Belästigt dich der Kerl etwa, Schätzchen?“ Die Barfrau. Kühl. Souverän.

Der Kerl nahm die Einmischung übel und brüllte prompt los.

„Was glaubst du eigentlich? Das ist doch meine Sache, wie ich mit der Dame hier spreche! Mach uns lieber noch ein paar Whiskys, aber flott, sonst bist du schneller entlassen, als du dich entschuldigen kannst!“

Er zog etwas metallisch Glänzendes aus der Tasche und knallte es auf die Bar. Eine Pistole!
In was für einem schlechten Roman bin ich hier denn gelandet, dachte sie schockiert, und erwartete unwillkürlich, dass irgendjemand loskreischen würde.
Die Barfrau seufzte. Nahm ein Handtuch, legte es kopfschüttelnd über die Waffe und verstaute sie außer Sichtweite. Seine Augen wurden glasig, als er seinen Whisky auf ex kippte. Dann sackte sein Kopf schwer auf den Tresen.

„Geh jetzt besser, Schätzchen.“ Die Barfrau drängte. „Hast du alles?“

„Ich muss noch mal …“ Sie wies mit dem Kopf nach hinten, griff nach ihrer Handtasche, rutschte von dem Barhocker und verschwand. In der Toilette leerte sie mit einem schnellen Griff sein Portemonnaie und ließ es vor der „Herren“-Tür unauffällig zu Boden gleiten – und erstarrte.
Im Türrahmen stand die Barfrau.

„Ich wäre glücklich, wenn deine Art des Geldverdienens variabler wäre“, sagte die. „Der Typ kann mir echt Ärger machen. Aber du weißt, dass ich mich immer freue, wenn du vorbeischaust, Liebes.“

Ein Küsschen auf die Wange. Dann trat sie nach draußen und winkte sich ein Taxi heran.

 

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Für die abc.etüden, Wochen 38/39.2019: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Alice und ihrem Blog „Make a choice Alice“ und lauten: Roman, variabel, entlassen.

Das ist doch … jawohl, die gleiche Pointe. Weil man das sonst nicht macht. Und irgendwie doch anders. Das musste so.

Und wer mein vorläufiges Fazit zu dem Triggerwarnungsgedöns verpasst hat, kann das hier nachlesen.

 

Bargespräche | abc.etüden

Schlecht aussehen tat er nicht und er wusste es zweifellos, aber hatte der Typ, der auf Teufel komm raus auf sie einredete und ihr dabei viel zu nahe rückte, eben wirklich gesagt, er sei „moralisch variabel“??? Schade.

Erstens, warf ihr innerer Korrektor gelangweilt ein, heißt das „moralisch flexibel“. Um ganz penibel zu sein, ging es in dem Zitat ursprünglich um „moralische Flexibilität“. Zweitens: Was will er damit ausdrücken? Dass er verheiratet ist und eine Geliebte sucht? Oder eine schnelle Nummer nebenbei?

Sie war erheitert. Vermutlich meinte er genau das. Nach einem Profikiller sah er jedenfalls nicht aus, nicht mal nach einem verhinderten Spion.
Er interpretierte ihr Lächeln falsch. „Schöne Frau, darf ich dir etwas zu trinken bestellen?“
Sie tippte gegen ihr Glas. „Noch einen Bellini, bitte.“
Natürlich wollte er mit ihr anstoßen. „Und du trinkst?“, erkundigte sie sich.
„Sex on the Beach!“

Ja, war klar.

Ihr Augenrollen bekam er schon nicht mehr mit, schließlich versank sein umflorter Blick in ihrem Dekolleté. Das bestätigte ihren Eindruck, dass dieser Möchtegern-Casanova niemals an einen wegen mangelnder Trinkfestigkeit entlassenen Nachwuchs-Bond herankommen würde. Bond hätte immerhin Stil  bewiesen. Sex on the Beach!
Aber war sie seine Hüterin? Also bitte.

„Hör mal“, beschwerte er sich irgendwann, „du quatschst aber auch nicht gerade Romane, was?“

Dazu wiederum hätte sie viel entgegnen können, unter anderem, dass es sie zwar anödete, aber ihrer Erfahrung nach viele Männer ungeheuer gern redeten und mit ihren Erfolgen und angeblichen Vorzügen prahlten wie Hähne auf dem Misthaufen. Männer wie er. Was ihr den Job erleichterte.

Zeitverschwendung.

Also sah sie ihn ernst an, erwiderte: „Nein, selten“, griff nach ihrer Handtasche, rutschte von dem Barhocker und verschwand. In der Toilette leerte sie mit einem schnellen Griff sein Portemonnaie, ließ es vor der „Herren“-Tür unauffällig zu Boden gleiten und winkte sich draußen ein Taxi heran.

 

abc.etüden 2019 38+39 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 38/39.2019: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Alice und ihrem Blog „Make a choice Alice“ und lauten: Roman, variabel, entlassen.

Das Zitat mit der moralischen Flexibilität habe ich aus „Grosse Pointe Blank“, wo der Protagonist tatsächlich Profikiller ist. Es lautet: „Ich bin damals zur Army gegangen und im Einstufungstest wies mein Profil eine moralische Flexibilität auf.“ (Quelle) Mehr zum Film auf Wikipedia. Ich hab ihn nie gesehen, glaube ich, aber jemand, den ich kannte, war von besagter moralischer Flexibilität bis zur Unangemessenheit angetan. Möglicherweise war es aber auch nur seine Art von Humor.

Und wer mein vorläufiges Fazit zu dem Triggerwarnungsgedöns lesen möchte, der kann das hier tun.

 

Zu verschenken | abc.etüden

Sie war ambivalent. Sie liebte den Klang des Wortes, es hörte sich so viel melodischer und geheimnisvoller an als die Wahrheit: Sie war im Zwiespalt, zögerte, sich zu entscheiden. Sollte sie oder sollte sie nicht? War ihr Plan komplett bescheuert oder genial?

Noch einmal gab sie sich Phantasien hin, die süße Befriedigung versprachen – und schob sie weg. Ein neues Leben. Das war es doch, was sie wirklich wollte, ein Leben fernab aller Abhängigkeiten. Klar. Straight. Fit. Verantwortlich. Sensibel. Klimabewusst.

Sie sah sich selbst im Sessel hängen und verachtete ihre Schwäche.

„Mach es einfach“, schrie sie sich innerlich an, „los jetzt, Feigling, trau dich, tu einmal was nur für dich!“

Sie atmete tief durch.

Stand entschlossen auf, griff nach dem bereitstehenden Karton und kippte mit Schwung ihre gesamte Süßigkeitenschublade hinein. Ein energischer Griff – Plätzchenrollen aus dem Schrank und Schokoküsse aus dem Kühlschrank segelten hinterher. War das alles? Ja. Sie wusste es genau.

Den vollen Karton unter den Arm geklemmt, lief sie treppab zur Straße. Sie deponierte ihn an der Haltestelle, achtete darauf, dass das Schild „Zu verschenken“ gut sichtbar war, gönnte ihm einen endgültigen, erinnerungsseligen Blick zum Abschied und stapfte eilig zurück in ihren dritten Stock. Geschafft! Der Inhalt des Kartons fand bestimmt schnell Fans, um diese Uhrzeit waren viele Passanten unterwegs.

Sie warf sich auf die Couch und vermisste die Tröster jetzt schon. Aber sie würde es überleben, die ersten Tage würden schlimm sein und morgen würde sie bestimmt das Glas Nussnougatcreme leer fressen … Na und? Entscheidend war, keins mehr nachzukaufen. Sie war auf dem Weg zu einem weitgehend zuckerfreien Leben. Ihrer Gesundheit zuliebe, und nicht nur der.

Eine Verzweiflungstat? Keineswegs, dachte sie. Ein Befreiungsschlag.

 

abc.etüden 2019 36+37 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay (hier und hier), Bearbeitung: ich

 

Für die abc.etüden, Wochen 36/37.2019: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Ludwig, dem Etüdenerfinder, und lauten: Verzweiflungstat, ambivalent, hingeben.

Genug Drama in den letzten Tagen. Aber bevor sich jetzt jemand nach meiner geistigen oder sonstigen Gesundheit erkundigt: Danke, alles gut. Ich halte derartige Hauruck-Aktionen in den seltensten Fällen für wirksam. Wer aber dazu neigt, abends den Kühlschrank oder die Plätzchenschublade zu überfallen, dem hilft es möglicherweise, nichts im Haus zu haben …

Ein kritisches Auge auf den eigenen Zuckerkonsum zu haben, ist jedoch auf keinen Fall eine schlechte Idee.

 

Verantwortung | abc.etüden

Zu behaupten, ihre Gefühlslage sei ambivalent, war nicht nur ein Euphemismus, sondern eine fette Lüge. Sie schwankte zwischen zerreißendem Erschrecken und verschlingendem Zorn. Und Mitleid. Und ausgeprägten Schuldgefühlen.

Ihr Vater, der Auslöser der Misere, lag in seinem Krankenhausbett vor ihr und glich mehr denn je einem Häuflein Elend. Diagnose: ein frisch entdeckter, schwerer Diabetes mellitus, verbunden mit einem diabetischen Fuß. Der Arzt hatte soeben das Schreckgespenst Amputation an die Wand gemalt. Fuß ab oder tot, er könne wählen. Gottlob sei diese Verzweiflungstat noch keine medizinische Notwendigkeit, sondern erst das letzte Mittel, wenn nichts anderes anschlüge und er nicht auf der Stelle alles komplett umstelle. Es sei fünf nach zwölf.

Er hatte den Verlust ihrer Mutter vor Jahren nicht gut verkraftet. Nach ihrem Tod hatte er den Kummer mit Essen bekämpft, war kaum noch aus dem Haus gegangen, hatte stark zugenommen und immer weniger auf sich geachtet. Sie sahen einander nur selten, da sie in einer anderen Stadt ihr eigenes Leben lebte, telefonierten irgendwann bloß noch ein-, zweimal im Monat. Er hatte sich abgekapselt und sie hatte es zugelassen.
Manche schweißt ein Tod zusammen, andere nicht.
Jeder trauert anders, nicht wahr, und sie hatte schließlich ihre Mutter verloren. Und er war erwachsen und konnte auf sich selbst aufpassen.
Nun, anscheinend wohl doch nicht.
Nicht mehr.

Immerhin war er selbstständig zum Arzt gegangen, als die Blase, die er sich gelaufen hatte, über Wochen nicht zugeheilt war.

Und jetzt? Sich dem Jammer hinzugeben war auf jeden Fall nicht hilfreich. Die nächsten Monate würden zeigen, welche Veränderungen anstanden. Sie konnte nicht sagen, dass sie sich darauf freute.

„Ach, Papa!“

Er drückte schwach ihre Hand. Sie nickte aufmunternd.

„Gott sei Dank wissen wir jetzt Bescheid“, sagte sie und fühlte die Verantwortung tonnenschwer auf ihren Schultern lasten. „Wird schon wieder, Papa. Wir bekommen das irgendwie hin.“

 

abc.etüden 2019 36+37 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay (hier und hier), Bearbeitung: ich

 

Für die abc.etüden, Wochen 36/37.2019: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Ludwig, dem Etüdenerfinder, und lauten: Verzweiflungstat, ambivalent, hingeben.

Diese Etüde ist insofern autobiografisch, als ich mal jemanden kannte, der darunter litt, und bei dem Diabetes exakt so diagnostiziert wurde. Also, Freunde: Wenn ihr bei euch oder bei euren Nächsten schmerzlose (Polyneuropathie) und schlecht oder gar nicht heilende Wunden feststellt, speziell an den Füßen, dann denkt dran, dass der Mensch auch Zucker, sprich Diabetes haben könnte.

Infos Diabetisches Fußsyndrom: Wikipedia, Diabetesinformationsdienst München

 

Froschkönig revisited | abc.etüden

Es war nicht so, dass er leicht in sein neues altes Leben zurückgefunden hätte.
Gar nicht.
Es war so verdammt still im Haus.
Offensichtlich waren die Einzigen, die etwas von ihm gewollt hatten, seine Tochter und einer seiner Auftraggeber gewesen.
Bisschen wenig für ein paar Monate.
Es nagte an ihm.

Er hatte beide noch nicht zurückgerufen. Was hätte er auch sagen sollen, wo er abgeblieben war? Ein harmonischer Urlaub war das jedenfalls nicht gewesen.

Leicht verloren saß er vor dem Computer und suchte den YouTube-Kanal, in dem er die Wetternachrichten gesprochen hatte. Und staunte nicht schlecht: Da saßen zwei ziemlich bedröppelt vor der Kamera, berichteten von einem Studiounfall und dass er, der geliebte Frosch, seitdem spurlos verschwunden sei. Sie hätten in, hinter und unter jedes Möbelstück und jeden Teppich geschaut, beteuerte Vanessa, und jetzt käme nur noch infrage, dass er vielleicht irgendwie durch den Spalt der Terrassentür ins Freie gelangt sei, obwohl sie sich das nicht vorstellen könnten. Man vermisse ihn jedenfalls total.

Huch? Geld konnte jedenfalls nicht der Grund für diese Gefühlsaufwallungen sein, dachte der gerührte Nicht-mehr-Frosch ziemlich nüchtern, denn sie hatten für ihn keins bekommen. Dumm gelaufen. Jetzt, im Nachhinein, hätte er es ihnen fast gewünscht. Denn er musste zugeben, Tobi war möglicherweise nicht der Hellste, aber sie hatten echt Spaß miteinander gehabt.

Tobi war es auch, der einen Appell an die Zuschauer richtete: „Leute, falls euch in den letzten Tagen ein sprechender Frosch zugehüpft ist, oder, Frosch, falls du mich hörst, ich weiß ja, dass du plietsch bist und immer irgendwie auf die Füße fällst – na ja, bis jetzt: Wir wohnen hinter dem Schwimmbad. Das blaue Haus. Erdgeschoss. Komm zurück! Ihr anderen: Wir zahlen Finderlohn!“

Der Nicht-mehr-Frosch stand auf und griff nach seinen Autoschlüsseln. Er würde gleich mal hinfahren. Auf ein Bier oder so. Warum denn nicht.

 

abc.etüden 2019 28+29 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 28/29.2019: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Gerhard und seinem Blog Kopf und Gestalt und lauten: Füße, harmonisch, wünschen.

Ich konnte es mir nicht verkneifen. Aber jetzt lasse ich ihn in sich gehen, jetzt ist gut … und Sommer sowieso. Wer die Vorläufer noch mal lesen will, weil er*sie nur Bahnhof versteht: hier.

 

Vier Miniaturen | abc.etüden

 

Bis bald, Uroma!

Sie stand in der Tür und sah dem kleinen Mädchen hinterher, das den Weg entlanglief und mit beiden Füßen in eine Pfütze sprang, dass es nur so platschte! Hach, das Leben, die Zuversicht, die Neugierde! Sie wünschte ihr von Herzen, dass alles immer so harmonisch bleiben könnte. Aber das Schicksal würde auch von ihr seinen Tribut fordern. Wie von jedem. Warum auch nicht, es gehörte dazu.

 

Bis bald, Oma!

Sie sah der Frau hinterher, die lachend ihrem kleinen Sonnenschein nacheilte. Ja, so war sie auch gewesen, diese Sicherheit, dass sie auf die Füße fallen würde, was immer auch die Zukunft bereithielte, die hatte sie von ihr. Ob harmonisch oder nicht, das war jetzt nicht so wichtig, alles wollte in vollen Zügen erlebt sein. Ihre Enkelin feierte das Leben, und sie, die Alte, wünschte ihr nichts anderes, als dass sie es auskosten konnte.

 

Bis bald, Mama!

Vom Auto her winkte die ältere Frau zu ihr herüber. Die Tochter war eine, die war schon fast so wie sie. Ihr war klar, dass es nur galt, auf den Füßen zu bleiben, sich nicht aufzugeben, dem, was vor ihr lag, die Stirn zu bieten. Die Waagschalen ihres Lebens waren oft schon in Schieflage geraten. Nun wusste sie sie harmonisch auszubalancieren, und man konnte ihr nur wünschen, dass die Winde des Schicksals sich nie mehr als tückisch erweisen würden, denn sie hatte hart dafür gearbeitet.

 

Bis bald, Schatz!

Er war nicht mehr bei ihr. Als er zum letzten Mal auf die Füße gekommen war, hatte er diese Welt verlassen und sein Schicksal freudig akzeptiert. Sie hatten einige turbulente und viele harmonische Jahre miteinander verbringen dürfen, bis seine Zeit abgelaufen gewesen war. Und sie wünschte sich, dass er sie erwarten möge, wenn sie sich dereinst auf den Weg über die Schwelle machen würde.

 

abc.etüden 2019 28+29 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 28/29.2019: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Gerhard und seinem Blog Kopf und Gestalt und lauten: Füße, harmonisch, wünschen.

Ich wollte schon lange mal was anderes ausprobieren und Gerhards Wortspende eignet sich optimal dazu. Bin gespannt auf eure Meinung.

 

Froschkönig reloaded | abc.etüden

Mir hat die Geschichte keine Ruhe gelassen. Und da kommen mir die Extraetüden gerade recht, um meinen Nicht-Frosch aus seiner Zwangslage zu befreien.

Wer die anderen Teile nicht kennt:

Teil 1: Verflucht

Teil 2: Trübe Aussichten

 

* * *

 

„Der Frosch erinnert mich an Papa.“
„Wie jetzt?“
„Na, da bei der Wettervorhersage. Hörst du nicht, wie der spricht?“
„Du spinnst, seit wann sprechen Frösche denn? Das ist doch alles nur Fake. Außerdem, wenn das dein Vater wäre, dann hätte er mindestens eine Krone auf. Kennst ihn ja, der würde auf der Froschkönig-Nummer bestehen.“

Schweigen.

„Mama?“
„Mhm?“
„Denkst du noch oft an ihn?“

Eigentlich war sie froh, dass sie ihn los war. Die Scheidung war okay gelaufen, sie hatte ihn sich von der Seele geheult und ein neues Leben aufgebaut. Böse formuliert saß der einzige Gewinn aus dieser Beziehung gerade neben ihr und schaute mit ihr obskure Lokalnachrichten auf YouTube. Aber sagt man das seiner Tochter? Würde das bei irgendwas helfen? Sie glaubte es eher nicht.

„Und du?“
„Ich glaube, dass ihr euch getrennt habt, war unabwendbar. Spätestens, als er die Tussi hatte.“

Oh. Ja. Die.

Fakt war, dass er seit ein paar Monaten verschwunden zu sein schien, jedenfalls waren alle Papa-Tochter-Treffen wegen Nichterscheinens gescheitert. In was der sich wohl wieder reingeritten hatte? Sie seufzte. Nicht mehr ihr Bier.
Dieser Frosch hatte doch was von ihrem Ex-Mann. Der Gedanke an eine Spontanmutation erheiterte sie kurz, dann ließ sie ihn fallen.

 

Der Knall erschütterte sein Universum. Er wunderte sich. Sollte er nicht Matsch oder gegrillt sein? Er war sich ziemlich sicher, dass eben die schwere Baulampe in seinem Wetterfroschglas gecrasht war, weil Tobi, der Hirni, oder seine minderbemittelte Schwester wieder mal über ein Kabel in ihrem kleinen Heimstudio gestolpert waren. Großes Ding, Wetternachrichten mit einem sprechenden Frosch! Natürlich hatte ihnen keiner abgenommen, dass die Froschstimme echt war, aber man hatte es als Sommerloch-Gag witzig genug gefunden. Bis in die Lokalnachrichten auf YouTube hatte er es geschafft. Wahnsinn.
Er schlug die Augen auf und sah erst mal alles unscharf. Als sich sein Gesichtsfeld verengte, erkannte er, dass er auf einem Fußboden lag. In SEINER Küche. Interessant. Er hob eine Hand. Menschlich! Konnte alles nur ein trüber Traum gewesen sein?
Viel später gelang ihm die Koordination seiner Gliedmaßen und er tappte unsicher durchs Haus. Wo war Mimi? Weg, stellte er fest, ebenso wie alle ihre Sachen. Na, kein Verlust. Der Kühlschrank war auch leer. Er vertilgte eine Dose Ravioli aus der eisernen Reserve. Hauptsache was im Magen.

Auf seinem Schreibtisch erwartete ihn ein Brief mit Froschbildern und einer Nachricht.
„Also, tut mir leid, die Verwandlung war keine Absicht. Falls du das hier jemals liest, hoffe ich für dich, dass das Schicksal dir eine Chance gegeben hat und du nicht mehr der hässliche Frosch bist (siehe Fotos), den ich am Teich ausgesetzt habe. Ansonsten ist zwischen uns alles gesagt. Ich bin froh, wenn ich dich nie wiedersehen muss, und ich bin nicht die Einzige damit, wie ich inzwischen erfahren habe. Und das, mein Lieber, sollte dir zu denken geben. Ein schönes Leben noch. Mimi“

Schönes Leben noch?

Er ließ den Brief sinken.
War er wirklich so ein Arschloch?
Er hätte genauso gut tot sein können.

Das Haus war totenstill und er fühlte sich sterbensallein.

 

Extraetüden 27.19 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Ausgabe Extraetüden, Woche 27.2019: 5 Begriffe (aus 6), maximal 500 Wörter. Die Worte stammten dieses Mal von Werner Kastens und Viola, ich habe verwendet: unabwendbar, verengen, Froschkönig, trüb, helfen.

Die Auflösung: Mimi ist das ja so passiert, dass sie ihn verwandelt hat, also konnte sie ihn auch nicht zurückverwandeln. Außerdem hätte sie nicht gewollt. Das Mädel und ihr Bruder, die ihn finden, die hatten kein wirkliches Interesse. Und seiner Ex-Frau ist er ziemlich egal, die hätte VIELLEICHT Mitleid. Möglicherweise würde bei seiner Tochter was gehen, aber die hat er wiederum nicht auf dem Schirm. Er hat eigentlich niemanden auf dem Schirm außer sich selbst.

Ich habe mir also überlegt, dass sich „vertierte“ Menschen dann zurückwandeln (und dabei an den Ort des ursprünglichen Geschehens zurückkehren), wenn sie in ihrer Tiergestalt unfreiwillig sterben, wie es hier der Fall ist, denn eigentlich hätte er den Kurzschluss nicht überleben dürfen.

Trübe Aussichten | abc.etüden

Sie hielt sich nicht wirklich für den großen Tierkommunikator, aber dieser Frosch hatte gerade eben eindeutig „Küss mich“ gequakt. Verstohlen sah sie sich am Badeteich um. Keiner in ihrer Nähe. Nur der hässliche, große Frosch.

„Küss mich!“, quakte er erneut.

Sie war jetzt auch nicht so der Märchenfan, aber da hatte es doch etwas mit einem Frosch gegeben, da war sie sich sicher. In ihrem Kopf blitzten Bilder auf. Froschkönig. Genau. Verzauberter Prinz. Sie, die Auserwählte. Hochzeit. Reichtum. Ewiges Glück.

Und das alles, weil sie ihm half, seine ursprüngliche Gestalt wiederzuerlangen? Das konnte sie ja wohl bringen. Sie streckte die Hand aus, der Frosch sprang hinein, sie hob ihn zum Mund und küsste ungeschickt das Froschmaul. Iiiih.

Es geschah – nichts.

„Noch mal!“

Wieder nichts.

„Ey, ist das hier ‚Versteckte Kamera‘ oder was?“

Sie hätte schwören können, dass er genervt geseufzt hatte. „Süße, wenn ich erst mal meine wirkliche Gestalt wiederhabe, dann überschütte ich dich mit Rosen und Diamanten und bade dich in Champagner. Was du willst! Ich verspreche es! Ich bin ziemlich einflussreich! Komm schon, gib dir ein bisschen mehr Mühe. Kann doch nicht so schwer sein!“

Sie starrte ihn an. Okay. Aller guten Dinge waren schließlich drei.

Der Frosch blieb ein Frosch.

„Ich glaube, du bist echt zu blöd zum Küssen“, knurrte er. Es gab scheinbar keinen einfachen Weg aus der Misere. Die Kleine war nämlich nicht die Erste gewesen, mit der die Küsserei fehlgeschlagen war. Seine Ex-Geliebte konnte was erleben, das Miststück.

Ihr fiel etwas ein. „Du kannst nicht hierbleiben“, sagte sie und schüttelte eifrig Melonenstücke aus ihrer Vorratsdose, „ich nehme dich mit zu meinem Bruder. Der hat ein großes Terrarium und liebt Tiere.“

Er sah sich bereits auf seinem Leiterchen im Weckglas sitzen und das Wetter vorhersagen. Im Fernsehen. Wer hatte schon einen sprechenden Frosch?

Trübe Aussichten.

 

abc.etüden 2019 25+26 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 25/26.2019: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Viola und ihrem Blog viola-et-cetera und lauten: Froschkönig, trüb, helfen.

Wenn eine*r der beiden gewusst hätte, dass man laut Märchen den Frosch an eine Wand pfeffern muss, dann hätte es nur einen großen, matschigen Fleck und eine traumatisierte Frau gegeben. Wirklich. Glaubt mir.
Warum er jetzt plötzlich sprechen kann? Tja, gute Führung? Vielleicht lässt der Fluch nach? ICH weiß es nicht.

Ach so, dies ist die lose Fortsetzung dieser Etüde, die erklärt, wie der Frosch zum Frosch wurde …

Kommt gut durch die Hitze!