Das Schöne vom Tag

Vor gut zwei Jahren (Mai 2019) zogen zwei Mini-Kakteen bei mir ein. Baumarkt. Mitleidskäufe, ehrlich gesagt. Hoher Niedlichkeitsfaktor. Nummer eins ist ein Erdbeerkaktus, Nummer zwei eine Mammillaria. Meine pflanzliche Intelligenz reichte gerade noch dafür zu erkennen, dass die unverhältnismäßig riesige Blüte bei Nummer zwei nicht angeklebt war. Außerdem fand (und finde) ich dieses Orangerot als Farbe total hübsch.

Das Internetstudium belehrte mich, dass meine räumlichen Möglichkeiten, Kakteen artgerecht zu pflegen und über den Winter zu bekommen, schlichtweg bei mir nicht ausreichend (um nicht zu sagen: nicht vorhanden) sind. Also, so das Fazit, müsse ich damit leben, dass sie nicht blühen würden.

Na schön. Da die Herausforderung für mich vielmehr erst mal darin bestand, herauszubekommen, wie viel Wasser für die Winzlinge angemessen ist, um sie nicht vor lauter Begeisterung totzugießen, nahm ich das achselzuckend zur Kenntnis. Ich mag die beiden. Sie stehen am hellsten und sonnigsten Platz, was in dieser Wohnung nicht viel besagt, und schlagen sich so durch.

Bis … ja, bis ich vor drei Tagen entdeckte, dass die Mammillaria eine riesige Blüte treibt, die sich vorgestern entfaltete. Ich habe nichts extra dafür getan. Sie kam einfach so … 😀
Das Foto ist von gestern, und ich hoffe, es hat ihr nicht geschadet, dass ich sie mal kurz bewegt habe, dass es jetzt gerade kalt wird und überhaupt. Ich bin sehr gespannt, wie lange diese Blüte hält. Auf jeden Fall hat die pure Tatsache, dass sie sich überhaupt entschieden hat zu blühen, meine Stimmung signifikant erhöht.
Die kleinen Geschenke des Alltags … 😉 ❤

 

Blühender Kaktus (Mammillaria) | 365tageasatzaday
Quelle: ichmeinerselbst, ist sie nicht hübsch?

 

Wer wissen möchte, wie es den Schwänen geht: leben alle noch. Ich sehe öfter mal nur sieben Schwanenkinder, neulich sogar bloß mal fünf, aber letzten Donnerstag habe ich wieder alle acht gesehen. Yes! Geht doch!

Möge es … und so weiter. 🦢🦢 🦢🦢 🦢🦢 🦢🦢

 

Urwald im Taschenformat und ein Leuchttürmchen ;-)

Nächster Teil aus der »Heute mal keine Steigungen«-Reihe. Das Naturschutzgebiet Heuckenlock, unser erster Anlaufpunkt, ist »einer der letzten Tideauenwälder Europas. Es liegt im Süden der Hamburger Elbinsel Wilhelmsburg nahe der Bunthäuser Spitze außerhalb der Hochwasserschutzanlagen und wird daher ungefähr hundertmal pro Jahr durch Spring- oder Sturmfluten überspült.« (Wikipedia) Daher lohnt es sich unbedingt, den aktuellen Wasserstand im Blick zu haben (Pegel: Bunthaus, Elbe, hier), denn bei (Sturm-) Flut ist der Weg unpassierbar und bei normalem Hochwasser eventuell matschig. Immerhin übersteigt der tägliche Tidenhub 3,50 Meter! Trotzdem würde ich zu der Begehung kurz vor oder nach Hochwasser raten, ansonsten ist der große Priel, der von der Brücke überspannt wird, optisch eine recht traurige Angelegenheit.

Im Netz finden sich zu diesem überaus beeindruckenden Stück Land viele Infos und tolle Bilder, neben der Gesellschaft für ökologische Planung zum Beispiel bei Gerhard Brodowski und bei draussenlust.de, auch Maren von Von Orten und Menschen war schon dort.
Wir parkten am Moorwerder Hauptdeich kurz hinter der gleichnamigen Bushaltestelle, erklommen den Deich und waren auch schon fast drin.

Neben all den Vorschusslorbeeren möchte ich ein paar Dinge klarstellen, um eventuell falsche Erwartungen zu berichtigen:

  • Es gibt nur einen offiziellen Pfad Weg (danke, Olpo) durch das Heuckenlock, alles andere ist (zu Recht; Vogelschutz) gesperrt.
  • Der Pfad Weg ist von einem Ende zum anderen geschätzt ca. 500 Meter lang, vielleicht bisschen mehr, aber gefühlt echt kurz. Man kann außenherum zurück, vor und auf dem Deich.
  • Der Pfad Weg ist fast überall schmal (eine Person).
  • Es ist nicht empfehlenswert, vom Pfad Weg abzuweichen, erstens, weil der Boden unzuverlässig (tief, nass) ist, zweitens, weil alles total verwachsen ist (siehe: Urwald), drittens DARF MAN ES NICHT aus Naturschutzgründen.
  • Man darf auch nicht an die Elbe.
  • Es gibt keine Bänke, Picknick im Naturschutzgebiet fällt flach.
  • Hunde sind an der berühmten kurzen Leine zu führen, und ehrlich: Fahrräder bleiben besser komplett draußen (auch nicht geschoben, fahren kann und darf man eh nicht).
  • Ich liebe die Flatterulmen, alleine dafür komme und käme ich jederzeit wieder, aber fotografisch gesehen bin ich andernorts glücklicher.

Das vorausgeschickt: Warum sollte man sich trotzdem dafür unbedingt Zeit nehmen? Weil es großartig ist. Urwaldig. Verwunschen. Ganz anders als normal aufgeräumter, deutscher Wald. 😉

 

Quelle: ichmeinerselbst; Anklicken macht groß!

 

Wenn man aus dem Heuckenlock wieder heraustritt und auf den Deich krabbelt und sich nach rechts wendet, hat man das nächste Ziel schon fast vor Augen: die Bunthäuser Spitze (Wikipedia). Das ist die südöstlichste Spitze (Elbkilometer 609) der Elbinsel Wilhelmsburg, vor der sich die Elbe für ca. 17 Kilometer in Norder- und Süderelbe aufteilt (Ende: Köhlbrand, Elbkilometer 626). Bevor man dort ankommt, trifft man aber noch auf das Elbe-Tideauenzentrum (Info), wo man auch nur am Wochenende im Garten sitzen und Kuchen essen kann (was wir taten), und muss den Wohnmobilstellplatz passieren. Dann läuft man auf einem gut befestigten Weg durch eine wunderbare Allee auf die Bunthäuser Spitze und ihre Attraktion, das Leuchtfeuer Bunthaus, zu. Besagtes Leuchtfeuer ist ein knapp sieben Meter hohes Leuchttürmchen aus Holz, das 1914 erbaut wurde und die Schifffahrt darauf aufmerksam machte, dass sich an dieser Stelle die Elbe in Norder- und Süderelbe teilt. Das Leuchtfeuer wurde 1977 außer Dienst gestellt. Die Treppe, die nach oben auf die umlaufende Galerie führt, ist steil, aber stabil, das Türmchen selbst ist mit Graffiti übersät, aber gut in Schuss. Zumindest am Wochenende ist es ein ziemlich beliebtes Ausflugsziel. Man kann unten darum herumgehen (und dort auch sitzen), aber auch hier gilt: Keine Chance, direkt an die Elbe zu kommen, dort ist alles nass.

 

Quelle: ichmeinerselbst; Anklicken macht groß!

 

Dies ist vielleicht jetzt nicht die Mega-Sehenswürdigkeit, aber es ist einer der Orte, von denen noch nicht jeder Hamburger gehört hat, geschweige denn, dass man sie kennt – und erst recht nicht jeder Tourist. Ich finde das Leuchttürmchen ausgesprochen entzückend und in Verbindung mit dem Heuckenlock einen großartigen Sonntagnachmittagsausflug.

Dort auf der Bunthäuser Spitze angelangt konsultierte ich meine Schrittzähler. Ich bin nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube, es waren knapp über 5.000 Schritte, die wir bisher spaziert waren – und wir hatten beide noch Bewegungsdrang, obwohl das vorgesehene »Programm« eigentlich erschöpft war. Also regte ich an, an der Norderelbe auf dem Deich Richtung Stadt zu laufen, und dabei noch ein bisschen den Gemüseanbau auf Moorwerder zu bewundern, bis wir ungefähr auf der Höhe des Autos waren, das hinter dem Deich an der Süderelbe parkte, und dann für einen guten Kilometer eine Straße quer über Land zu nehmen. Asphalt, ja, aber was solls.

 

Quelle: ichmeinerselbst; Anklicken macht groß!

 

Fazit: Meine beiden Schrittzähler einigten sich auf 13.026 Schritte, das sind im Mittel 8,6 Kilometer. Gebummelt bei strahlendem Sonnenschein und leichtem Wind, der die Sonne mehr als erträglich machte. Klarer Fall von Sonntagsspaziergang. Anschließend waren wir beide hungrig und fielen spontan bei unserem Lieblingsvietnamesen in Wilhelmsburg ein. Draußen sitzen, essen, trinken, »normal« fühlen. Ein Genuss. Jederzeit gerne wieder.

 

Tattoo: viereinhalb Jahre danach

Heute vor viereinhalb Jahren (25. Januar 2017) habe ich mich tätowieren lassen. Mein erstes und bislang einziges Tattoo, einer von den „Signature“-Löwen (jedenfalls war das damals so) von Melina Wendlandt (Vaders.dye, Hamburg, Website, furchtbar gehypt). Kennzeichen: Ornamente; Punkte und unterschiedlich dicke, zum Teil sehr feine Linien. (Wer jetzt entsetzt schaut und sagt: Die? Dort? Das passt doch null zu dir? Wer also damals noch nicht mitgelesen hat: Hier ist die Berichterstattung.)

Ich habe diesen Beitrag vor zwei Jahren schon einmal geschrieben. Da sich seitdem aber nicht wirklich viel verändert hat, fasse ich ihn neu zusammen und ergänze ihn und hoffe, er bringt ein bisschen Mehrwert für alte und neue Leser.

Wie ist es mir über die viereinhalb Jahre ergangen mit meinem Tattoo? Gut. Es ist völlig problemlos abgeheilt, ich habe sämtliche Anweisungen befolgt, was zu tun oder zu lassen war – und langsam ist es zu einem Teil von mir geworden.

Ich bin ein alltäglicher Schreibtischtäter ohne großartige sportliche Betätigung, sieht man mal von dem Gewandere ab, was ich seit letztem Jahr intensiver betreibe. Ich bin auch nicht der Typ, der sich in Körperlotion ertränkt – und meine Haut ist keine 25 mehr, sondern mehr als das Doppelte. Ich habe einen Fellträger, der sich mit mir prügelt, wenn er seine drolligen zehn Minuten hat, und dann bekomme ich den Arm manchmal nicht schnell genug weg, was wehtut und zum Teil sichtbare Spuren hinterlässt. Auch im Tattoo! Da ist eine Linie unterbrochen, in der eine Katzenkralle gelandet war.
Normal also, oder? Also denke ich, was das angeht, bin ich ziemlicher Durchschnitt. Wobei so was wie mit den Linien last but not least auch individuell vom Typ abhängig ist, Stichwort Bindehaut und so.

Bei einer Bildersuche im Internet findet man meist Fotos von frisch gestochenen Tattoos, erkennbar an der Rötung und einer leichten Schwellung um die frisch gestochenen Partien. Ein Tattoo wird ca. nach 6–12 Wochen als »geheilt«/»healed« betrachtet; wer also unter diesem Stichwort sucht, findet meist Fotos mit Tattoos dieses Alters.
Älter? Wenige, und davon überdurchschnittlich viele Katastrophen. Ich habe es schon im letzten Beitrag geschrieben: Man kann gar nicht nicht oft genug predigen, dass ein Gang zum Tätowierer gut überlegt sein sollte, weil man das Ergebnis lebenslang mit sich herumschleppt, und dass man sich Arbeiten des-/derjenigen VORHER ansehen sollte. Ja, man kann Tattoos entfernen. Aber erstens kostet das tierisch viel Geld, und zweitens bleiben Spuren, gerade bei größeren Tattoos. Da hilft covern vielleicht, aber ich für mich bin da skeptisch. Mein Löwe ist vom obersten Punkt bis zum untersten 11 cm lang, würde ich da etwas drüberlegen lassen wollen, müsste ich wohl mit einem sehr (blick-)dichten Sleeve (»Ärmel«) leben, zumindest um den Unterarm, idealerweise mit viel freundlichem Schwarz, damit nichts durchscheint. Das ist nicht gerade das, worauf ich stehe. Und ja, auch ich bin ein Risiko eingegangen: Die feinen Linien bei meinem Löwen hätten richtig schiefgehen können, gerade über die Jahre, und nein, ich habe das vorher auch nicht in dieser Konsequenz bedacht.

(Und was machen die Leute? Fallen bei einem Zug durch die Gemeinde oder im Urlaub zugedröhnt/besoffen im Tattoostudio ein, gern in Rudeln, und wundern sich danach. Tätowierer ist keine geschützte Berufsbezeichnung! Jede*r Idiot kann sich im Netz eine Tätowiermaschine und Zubehör kaufen, ein paar YT-Videos gucken, sich einen Gewerbeschein zulegen und sich Tätowierer* schimpfen. Und das Schlimmste ist: Manche tun das auch.)

 

Tattoo: 4,5 Jahre | 365tageasatzaday
Quelle: privat (und immerhin ist es mein Arm)

 

Da seit geraumer Zeit die Zugriffe auf den angesprochenen alten Tattoo-Post wieder steigen, dachte ich, es ist vielleicht Zeit für ein Update. Als ich also vorgestern die Gelegenheit hatte, einen Kameraprofi zu bitten, mit seinem Handy meinen Löwen abzulichten (vielen Dank nochmals!), nahm ich das gern wahr.
Hierbei stehe ich wieder (bei dem 2,5-Jahre-Foto saß ich, man sieht es bisschen). Aber insgesamt finde ich, dass sich eigentlich nichts verändert hat. Die Linien sind nicht dicker geworden, bei der Frage nach dem Weiß in den Augen hat sich ebenfalls nichts getan (live: ja, ganz schwach, aber auf dem Foto nur zu erahnen, wenn man es auf 100 Prozent anschaut).

Immer noch sehr wichtig: Ich will hiermit keinen in die Pfanne hauen, dies ist ein Service-Beitrag. Ich möchte die Veränderung meines Tattoos dokumentieren, weil ich solche Bilder nicht gefunden habe, als ich danach gesucht habe. Ich liebe diesen Löwen nach wie vor von Herzen und ich glaube, das wird auch so bleiben.

Ich weiß, dass ihr zum Teil auch Tattoos habt. Wenn sie schön sind, mögt ihr Bilder davon zeigen und dazuschreiben, wie alt sie sind?

 

Tattoo: frisch vs. 2,5 Jahre vs. 4,5 Jahre | 365tageasatzaday
Quelle: privat. Das Foto sollte sich auf 100 Prozent großklicken lassen, das ist zum genaueren Vergleich auch dringend zu empfehlen!

 

Latschen durch die Seeveniederung ;-)

Nachdem ich die letzten Male mehr oder weniger steile Wege über Stock und Stein erklommen hatte, wollte ich zur Abwechslung unbedingt mal wieder was Flaches, gerne am Wasser. Auf meine übliche Deichtreten-Runde hatte ich dann aber auch keine Lust. Warum nicht mal was Neues, zumindest halbwegs? Moment, war da nicht was?

Doch, da war was. Eine Runde durch die Untere Seeveniederung (Wikipedia), gefunden auf draussenlust.de (tolle Seite; hier klicken, da gibt es auch die Karte). Ich bin den Teil, der an der Seeve entlangführt, schon gegangen und hatte gar nicht registriert, dass es noch einen Parallelweg weiter östlich gibt. Kraft souveräner Willkür beschloss ich daher, an der Elbe bei Wuhlenburg zu starten und zuerst den unbekannten Teil zu erkunden.

Gesagt, getan. Joa. Ganz nett. Später Sonntagmittag, eigentlich bestes Ausflugswetter, sonnig, warm, in der Ferne aufziehende Wolken. Asphaltierte Straße, eigentlich klassisch für Fahrräder und autofahrende Anlieger (und Ortskundige). Ich hatte rechts Deich und links allerlei Häuser, Grünzeug und ab und an auch bisschen Teiche (Seerosen, Fische, Libellen, Wasserläufer etc., teilweise echt schön), später die Elbmarsch – und war nicht sonderlich erfreut, dass mich gefühlt ständig Radfahrer an den Rand klingelten. Also rauf auf den Deich – ein alter Deich, noch sehr steil – und nicht gemäht, aber dafür dann immerhin mit Aussicht (sehr plattes Land, merke: Niederung) nach beiden Seiten.
Ich war in einer leicht genervten Stimmung, ich gebe es zu, und stapfte leicht grimmig die ganze Zeit durch die Sonne vor mich hin. Immerhin wehte ein Lüftchen, sodass ich keine Probleme mit fliegendem bzw. beißendem Viehzeug hatte, anders als die Kühe, die ich linkerseits gelegentlich mit ihren natürlichen Fliegenklatschen wedeln sah.
Und natürlich entzückte mich der Hüpfer, der irgendwann auf meinem Arm landete und sich geduldig fotografieren ließ. Das nun wiederum ist etwas, was ich speziell am Sommer liebe und was die Begleitmusik beisteuerte: Die Konzerte von Heuschrecken und Grillen und was nicht noch allem, dieses unglaublich laute Zirpen in allen Tonlagen – und meist sind sie so klein, dass man keine Ahnung hat, wo sie sitzen, aber auf keinen Fall weit weg J
Was für eine Menge Geräusch von so einem vergleichsweise winzigen Tier!

 

Quelle: ichmeinerselbst, Anklicken macht groß!

 

Irgendwann fing die Sonne richtig an zu brennen, und ich war dankbar, dass ich vom Deich runter und abbiegen durfte, denn jetzt kam ein Teil, der ein bisschen Schatten versprach, und ich nutzte ihn gern. Ich bin dann am Rand von Stelle entlanggetrottet, was aber egal war, ich blieb diesseits der Bahnlinie, in diesem Fall die ICE-Trasse zwischen Hannover und Hamburg – sehr befahren, echt nah an der Straße. Muss man mögen. Ich frage mich, ob man das noch wahrnimmt, wenn man dort länger wohnt, denn die Häuser waren gepflegt und modern, es ist also keine unbeliebte Gegend. Vermutlich nicht.

Nicht so hübsch (ich war immer noch im Meckermodus) fand ich, dass meine Straße später wegen Bauarbeiten über ein ziemlich langes Stück aufgerissen und gesperrt war. Nun kommen Fußgänger überall durch, ich also auch, aber einen Abzug in der B-Note wegen Mühseligkeit gibt das schon. Snob, ich.

Schließlich aber näherte ich mich endlich dem, worauf ich nach der Beschreibung neugierig war: Seevengeti, ein Beweidungs-/Naturschutzprojekt (hier beim NABU mehr lesen). Gut gemacht, aber erst mal unspektakulär. Leider stellte ich beim Blick in den Himmel sehr schnell fest, dass ich mir besser nicht allzu viel Zeit nehmen sollte, um mich auf dem Aussichtsturm einzunisten und die Gegend sowie den Steller See zu bewundern: Der Wind hatte die Wolken inzwischen reichlich zusammengeschoben, wenn ich nicht nass werden wollte, war es ratsam, die Beine in die Hand zu nehmen und zu schauen, ob ich noch einigermaßen trocken am Auto ankommen könnte. Ich schätzte, dass ich ungefähr zwei Drittel der Strecke zurückgelegt hatte, und hastete voran.

Kurz hinter der Seevengeti überquerte ich die hier schnell fließende Seeve und war damit auf bekanntem Terrain. Die Wolkenwand sah inzwischen ziemlich amtlich dunkel aus (aber ohne Wetterleuchten), und ich fing an zu überlegen, ob ich da kein klassisches Eigentor geschossen hatte, denn wo war meine Regenjacke? Richtig, zu Hause, warm und trocken, wie sich das gehört. Aber mir blies der Wind ins Gesicht, und ich hoffte, dass er die Wolken über mir mitnehmen würde – und weiter vorne war es glücklicherweise hell. Sollte ich also eine Portion Wasser von oben abbekommen, würde das vermutlich nicht allzu lange andauern. Und wozu stehen an der Seeve Bäume?

Ich war schon ein gutes Stück vorwärtsgekommen, als mich die ersten dicken Tropfen trafen und ich einsah, dass es geboten war, mich in Erwartung von mehr sofort unterzustellen. Und jetzt erwies es sich als die beste Idee des Tages, trotz Wärme in den Wanderstiefeln losgelaufen zu sein, denn die dicken Sohlen erleichterten mir das Überqueren der überaus naturbelassenen und schafbefressenen Wiese deutlich.
Und so saß ich nach kurzer Zeit am Seeveufer auf einer Wurzel unter einer freundlichen Kopfweide, hörte den Regen auf das dichte Blätterdach fallen und spürte, wie die ganze Hektik des Tages und aller unterdrückter Ärger von mir abfielen, meine Lebensgeister neu erwachten und sich wie blöde freuten, einfach nur seelenruhig abzuwarten, bis die Wolken weitergezogen waren. Was übrigens verhältnismäßig bald war, von daher war meine Einschätzung völlig korrekt gewesen. Also bedankte ich mich bei dem Baum für seinen Schutz und brach wieder auf.
Es war nicht mehr weit, ich wanderte bester Laune vor mich hin und erreichte bei Elbkilometer 604,9 den Elbdeich und die Seevemündung. Von dort aus waren es nur noch ein paar Schritte bis zu meinem Auto.

 

Quelle: ichmeinerselbst, Anklicken macht groß!

 

Fazit: Angegeben ist eine Streckenlänge von 10,7 Kilometer. Meine Schrittzähler haben sich beide auf 15.605 Schritte eingeschossen, was im Mittel ca. 10,5 Kilometer sind, und dieses Mal glaube ich ihnen, da ich keine nennenswerten Steigungen überwunden habe.
Die Strecke ist flach und asphaltiert und bestimmt toll für Radfahrer (ohne die Baustelle). Aber ehrlich gesagt war das Aufregendste, was ich gesehen habe, ein Reh, das den Ashauser Mühlengraben durchwatete (und mich ignorierte). Oh, und das silberne »Alien« auf freiem Feld natürlich 😉 Sollte ich dort noch mal gehen, trabe ich wieder am Junkernfeldsee vorbei und mache einen Abstecher zur Seevengeti, der unbekannte, jetzt bekannte neue Teil hat mich nicht überzeugt. Aber vielleicht war das auch einfach nur die falsche Jahreszeit für die Strecke und ich bin im Sommerloch gelandet – oder ich müsste mehr botanisches Wissen haben. Im Frühling habe ich jedenfalls die Schachbrettblumenblüte verpasst.
Ich weiß nicht. Mein Favorit zum Deichtreten bleibt erst mal der Elbdeich.

 

Last but not least ist das ein Beitrag zum diesjährigen Etüdensommerpausenintermezzo, verwendete Wörter: Eigentor, Fliegenklatsche, Konzert, Lebensgeister, Regen, Sommerloch, Wasserläufer, Wetterleuchten, Willkür. Kein Similaungletscher in der norddeutschen Tiefebene, sorry, Olpo. Nein, das ist nicht die Geschichte, ich die eigentlich schreiben will, aber wenn ich meine Unterwegs-Berichte nicht schnell online stelle, dann sind sie überholt – und dies Gelatsche ist von Mitte Juli.

Wer wissen möchte, welche Intermezzos wo schon online sind, kann hier klicken.

 

Etüdensommerpausenintermezzo 2021 – 7 aus 12 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Das Schöne vom Tag

Schwanen-Update! Breaking News! 😉

Selten habe ich mich so gefreut, mich korrigieren zu können. Die Jungschwäne dieses Jahres sind immer noch zu acht!

 

Schwanenpaar mit 8 Küken 2021 | 365tageasatzaday
Quelle: ichmeinerselbst, anklicken macht groß!

 

Fragt mich nicht, wieso es beim letzten Mal nur sieben waren. Ich bin sicher, dass ich mich nicht verzählt habe, das heißt aber, dass einer sich wohl abgesondert hatte und getrödelt hat. Ich habe so etwas tatsächlich schon häufiger beobachtet, dass ein Schwänchen früher eigene Wege geht, aber so früh? Egal.

Wie dem auch immer sei: Acht Jungschwäne, gestern Abend (19.07.2021) um 20:45 Uhr auf der Außenmühle, allesamt gewohnt unaufgeregt. Ich bin mehr als erfreut.

 

Das Schöne vom Tag

Das Schöne vom Tag ist gleichzeitig auch ein bisschen traurig. Schwänchenupdate: Da waren es nur noch 7. Die Rede ist natürlich von dem diesjährigen Schwänchengelege, das sich, wie ich gestern Abend betrübt festgestellt habe, von 8 auf 7 verkleinert hat.

Aber: Ich hatte sie Anfang des Monats zum letzten Mal gesehen, danach hat Familie Schwan offenbar ihren Standort gewechselt und/oder ich war immer zur falschen Zeit am falschen Ort. Kann ja sein. Auf jeden Fall war ich sehr froh, sie gestern Abend zu entdecken – und wie groß sie geworden sind! Sie sollten jetzt gut zwei Monate alt sein, und ich finde, sie sehen immer mehr wie richtige Schwäne aus.

Es ist normal, dass nicht das ganze Gelege durchkommt. Letztes Jahr war krass, da war im Herbst nur noch einer (oder waren es doch zwei?) übrig, in diesem Jahr stehen die Zeichen bisher viel besser.

 

Schwanenpaar mit 7 Kueken 2021 | 365tageasatzaday
Quelle: ichmeinerselbst, Klicken macht groß

 

Ebenfalls entdeckt: Mindestens zwei ziemlich possierliche Nutrias, erkennbar an den weißen Schnurrhaaren (hier mehr dazu, Handyausschnitt, sorry für die Qualität). Dieses hier fraß völlig gemütlich und ungeniert vor sich hin und ließ sich von den handyknipsenden Spaziergängern durchaus nicht stören, auch von mir nicht 😉 Ich hatte schon viel früher im Jahr welche im Teich entdeckt und bin überrascht, sie wiedergesehen zu haben.

Wie geht es euch mit dem Wetter? Hamburg ist recht sonnig und relativ trocken, aber alles in Maßen.

Und last but not überhaupt nicht least: Es sind schon 5 Adventüden eingetroffen! Vielen Dank! Gerne weiter so! 😀

 

Nutria Juli 2021 | 365tageasatzaday
Quelle: ichmeinerselbst, Klicken macht groß

 

W5 – die Nordschleife ;-)

Ich gehöre nicht zu den Leuten, die behaupten, etwas zu »kennen«, wenn sie einmal irgendwo lang getrampelt sind, das dürfte euch vielleicht schon aufgefallen sein, ebenso, dass die Harburger Berge es mir angetan haben. Irgendwann wird sich vor meinem inneren Auge das komplette Netz dieser Wanderwege entfalten und ich werde mir meine eigenen Runden zusammenstellen. Aber bis dahin erlaufe ich mir sozusagen die Materie auf vorgeschlagenen Wegen 😉 .

W5, einfach, Teil zwei steht noch aus (hier zu Teil eins, aufgeschoben ist nicht aufgehoben!), aber mir war beim Planen klar geworden, dass ich die von mir so bezeichnete »Nordschleife« von W5 (siehe Wegskizze) noch nie komplett gelaufen bin. Die führt nämlich über das Freilichtmuseum am Kiekeberg, und ich hatte mich beide Male, als ich am Wanderparkplatz Am Rosengarten aus dem Wald gekommen war, für die Abkürzung entschieden: quer durch Alvesen direkt zum Wildpark. Also beschloss ich letzten Sonntag (warm und trocken), mit dem Schwenk über den Kiekeberg anzufangen, über den Paul-Roth-Stein bis Schulenburgs Eiche zu wandern und dann zurück zum Wildpark Schwarze Berge, meinem Parkplatz.

 

Wegskizze Nordschleife, Wanderweg W5 Schwarze Berge | 365tageasatzaday
Wegskizze Nordschleife, Wanderweg W5 Schwarze Berge,
nach Material des Regionalpark Rosengarten, basierend auf OpenStreetMap

 

Also los. Am Gasthaus zum Kiekeberg vorbei (beschattete Parkmöglichkeiten!) und beim Hochseilgarten in das Wäldchen eingetaucht. Sehr angenehm zu gehen, schmale, naturbelassene Wege, gut beschildert mit den nämlichen Pfeilen (Richtung KA für Karlstein), über die ich mich ja auch schon diverse Male ausgelassen habe. Hin und wieder sogar ein kleines W5-Schild. Allerdings versagt die Beschilderung an dem Punkt, wo man auf die Straße kommt (Am Sandberg, eine Kreisstraße zwischen Alvesen und Vahrendorf, Punkt A auf der Wegskizze). Da muss man dann einfach WISSEN, dass man nach links abbiegen muss, nicht nach rechts bergab, denn es steht nirgendwo. Seufz. Gute 50 Meter weiter links (Punkt B auf der Wegskizze) zweigt der Pfad wieder in den Wald ab, der weiterhin echt idyllisch ist. Später überquerte ich die Kreisstraße Alvesen – Sottorf und bog auf den Wanderparkplatz Am Rosengarten ab.

 

Quelle: ichmeinerselbst, Klick macht groß!

 

Eigentlich ist W5 ja ein Weg, den ich im Sommer fast bedenkenlos allen weiterempfehlen würde, was die Wegqualität angeht. Die größere Ausnahme ist die Strecke, die ich jetzt in Angriff nahm und die an der Abzweigung zum Paul-Roth-Stein endet. Wenn also die Wegbeschreibung besagt (hier lesen): »Überwiegend naturbelassene, teils wurzelige Wege mit anspruchsvollem Relief (festes Schuhwerk erforderlich)«, dann meint sie speziell bei »anspruchsvoll« genau dieses Stück. Es geht ein paarmal sehr heftig auf und ab. Ich habe versucht, das fotografisch festzuhalten (siehe unten), aber es sieht nach nichts aus. Lasst euch also versichert sein, dass ich diese Strecke nicht freiwillig begehe, wenn es nass und rutschig ist, also keinesfalls im Winter, und dass ich, trotz furztrockenem Boden Halt suchend, schlagartig begriff, wofür Wanderstöcke nützlich sind. Was ich zudem nicht bedacht hatte, war, dass ich hier einen langen, insgesamt relativ steilen Anstieg vor mir hatte, denn ich war die beiden Male vorher klugerweise in der anderen Richtung unterwegs gewesen, wie es die Wegbeschreibung auch empfiehlt (ach was?!). Ich habe die (gefühlte) Bergziegeneinlage trotzdem genossen, gar keine Frage, so stelle ich mir »Wandern« vor, aber als ich an der Schulenburgs Eiche eine Pause einlegte, hatte ich mir mein mitgeschlepptes Wasser verdient.

 

Quelle: ichmeinerselbst, Klick macht groß!

 

Der Rest ist schnell erzählt und harmlos. Ich spazierwanderte den Highway W5 zurück ins »Tal« durch den wunderbaren Wald, hier etwas belebter, bog kurz vor dem Heidefriedhof nach rechts Richtung Wildpark Schwarze Berge ab (siehe Wegskizze) und erreichte nach mir sehr kurz vorkommenden und langsam wieder ansteigenden 1,8 Kilometern mein Auto. Die Schrittzähler attestierten mir 16.295 Schritte. Da ich mich entschieden habe, einen Mittelwert von 1.500 Schritte = 1 Kilometer anzunehmen, könnten das 10,86 Kilometer gewesen sein, wenn ich nicht glauben würde, dass ich »am Berg« so viele kürzere Schritte gemacht habe, dass diese Berechnung nicht mehr hinkommt. Die quasi offizielle Länge dieses W5-Teilstücks ist laut Beschilderung 10,1 Kilometer, und die schreibe ich mir gern auf meine Wanderfahne.

 

Quelle: ichmeinerselbst, Klick macht groß!

 

Einmal W5, einfach | abc.etüden

Wenn zwei Frauen miteinander unterwegs sind, kann das mehrere Vorteile haben: Gesellschaft; ausprobieren zu können, ob man auch miteinander schweigen kann; dass hoffentlich eine mitgenommen hat, was der anderen fehlt (alles zwischen Wasser, Pralinen und Blasenpflaster – o ja, Schokolade kann sehr wichtig sein) und, last but not least, wenn beide über einen fahrbaren Untersatz verfügen, kann man einen am Ende der Wanderstrecke deponieren und gemeinsam zum Anfang fahren.

So geschehen am letzten Sonntag, und wohin ging es? Na, erraten? Richtig: W5 und der Karlstein, die Gegend lässt mich nicht los. Dieser Rundweg W5 ist in Gänze laut Karte etwa 18 Kilometer lang und kann auch in zwei Schleifen erlaufen werden, ihr erinnert euch vielleicht. Was ich bisher noch nicht hatte, war die Variante mit den beiden Autos.

Ich war im kühlen März vermutlich zuletzt dort und sehr überrascht, wie verändert sich dieser Wald im Sommer präsentiert, wie grün, wie wohlriechend, wie anders das Licht, wie magisch. Man durchquert auf dieser Strecke sowohl Laubwälder, Mischwälder und Nadelwälder, und jeder transportiert seine spezifische Stimmung, wenn man das Herz öffnen kann. Unglaublich anrührend.

Als einzige unrühmliche Ausnahme erwies sich ein höchst aggressiver Mountainbiker, der meinte, uns vollpöbeln zu müssen, weil wir Dero Gnaden bei seinem Erscheinen nicht weitestmöglich Platz gemacht hatten (es war ein breiter, gut befestigter Wanderweg, er hätte vorbeigekonnt, wir waren höflich – er sah das anders), und der bei mir prompt kurzfristig den Wunsch erweckte, ihn von seinem Rad zu holen und herzhaft in den Waldboden … Ja, ich. Tatsächlich. Mea culpa.

Nun, nichts dergleichen ist passiert, wir wanderten kopfschüttelnd und eher amüsiert weiter und beendeten unseren Weg nach ca. 10 Kilometern am Wildpark Schwarze Berge. Da W5 ein Rundweg ist, könnten wir auch noch die andere Schleife erobern (die anstrengender ist, weil mit steileren Abhängen), und ich überlege, das vorzuschlagen.

 

abc.etüden 2021 25+26 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 25/26.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Wortspende stammt dieses Mal von Monika mit ihrem Blog Allerlei Gedanken. Die Wörter lauten: Praline, herzhaft, wandern.

 

Ich möchte sicherheitshalber ein Wort zur Ehrenrettung der Mountainbiker verlieren: Dieser Wald ist von Pfaden aller Art durchzogen, Trails für Mountainbiker gehören dazu (wir waren auf keinem), und natürlich benutzen alle manche Wege gemeinsam. Ich habe ansonsten bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht, die meisten grüßen im Vorbeifahren, dieser Aggro-Typ hier war der Erste und ist absolut nicht repräsentativ.

Der Moisburger Stein ist ein alter Forstgrenzstein, davon stehen hier im Wald noch einige, ein Thema für sich, ich habe nicht nur für geschichtlich Interessierte dazu einen Blog entdeckt, auf den ich gern verlinken möchte: hier.

Und oh, Schokolade ist prima, auch unterwegs, aber niemals würde ich echte Pralinen auf eine Wanderung mitschleppen, sorry, Monika, hier habe ich deine wunderbare Wortspende passend gemacht 🙂

 

Quelle: ichmeinerselbst, Klicken macht groß!

 

Das Schöne vom Tag

Neben dem gerade wieder strahlend und fast schon zu warm gewordenen Wetter (jaaa, ich weiß, nicht meckern, genießen!) möchte ich euch über die Schwänchen auf dem Laufenden halten.

Es sind immer noch 8! Und wie ich seit gestern weiß, sind sie am 9. Mai geschlüpft, was bedeutet, dass sie heute einen Monat alt werden. Na denn, ihr Zwerge, auf den nächsten und alle folgenden!

Mein Foto stammt vom Sonntag, ich hätte es aber auch gestern Abend machen können, da lagen sie an der gleichen Stelle. Interessant auch, dass immer eins von den Kleinen im Wasser zu sein scheint, direkt neben Mama (ich glaube, dass es Mama ist), während Papa die Lage „auf See“ verteidigt.

 

Schwanenmutter mit Kueken 2021 | 365tageasatzaday
Quelle: ichmeinerselbst, Anklicken macht groß!

 

Es gibt dieses Jahr gefühlt sehr viel Nachwuchs am Teich, ich habe meist Kanadagänse, Graugänse und Stockenten (mit Kükenschwarm von 2 bis 9!) gesehen, aber nur selten vorzeigbar fotografiert. Zumindest zwei Fotos möchte ich euch dazu aber doch präsentieren: Nein, ich kann leider nicht sagen, ob es dieselbe Graugans ist, die übrigens neben einem sehr begangenen Weg hockte. Die Aufnahmedaten liegen etwa zwei Wochen auseinander, aber sicher ist, dass Gänschen sehr viel schneller wachsen als Schwänchen.

 

Quelle: ichmeinerselbst, Anklicken macht groß!

 

Das Schöne vom Tag

Nachtrag (na ja, irgendwie) zu den Vogelgedichten von gestern: Wie ich immer wieder gerne berichte (zum Beispiel hier), lebt und brütet an/auf meinem Lieblingsteich ein Schwanenpaar.
Nachdem 2020 ein wirklich rabenschwarzes Jahr war (die Schwänin bekam einen neuen Partner, sie hatten ein kleines Gelege mit immerhin vier Schwanenküken, aber im Herbst war nur noch einer übrig), war ich doch sehr gespannt, ob und wie das Paar den Winter und den kühlen Frühling überstehen würde. Es ist immer so eine Art Omen …

Irgendwann sah man, dass die Schwänin sich zurückgezogen hatte und brütete. Hoffnung. Die Tage vergingen, und ich wäre bereit zu beschwören, dass es erheblich länger als ein Monat war. Und dann … heureka!

Es waren acht! Acht ist stolz, aber nicht ungewöhnlich für sie.

 

Schwanenpaar mit Kueken 2021 | 365tageasatzaday
Quelle: ichmeinerselbst, Klick macht groß

 

Dies ist ein Handyfoto, und ihr könnt selbst sehen, wie klein die Kleinen noch sind. Ich denke, das ist eine Frage von sehr wenigen Tagen. Es spricht sehr für die Menschenvertrautheit von Mama, dass ich so nah rankommen durfte, Papa ist unentspannter.

 

Schwanenpaar mit Kueken 2021 | 365tageasatzaday
Quelle: ichmeinerselbst, Klick macht groß

 

Dies ist ein Foto von vorgestern, die Zwerge sind also acht Tage älter. Es wurde mit meiner kleinen Immer-dabei-Kamera geschossen und sie sind viel weiter weg. Ja, es sind immer noch acht, aufrechte Köpfchen sieht man nur sieben, aber das achte ist da (ganz außen links). Ich habe noch mehr Fotos, wo man es deutlicher sieht, aber dies hier ist das hübscheste. Mama steht (ich denke, dass es Mama ist) an einer flachen Stelle, es ist nicht gesagt, dass sie sich über das Nilgans-Paar aufregt, das da nicht weit weg ist, die waren nämlich ganz ruhig. Kann auch sein, dass sie einfach nur mal zeigen wollte, dass das ihr Teich ist …

Drückt mal mit die Daumen, dass die Kleinen über den Sommer kommen, es gibt genug Gefahren, die von Tieren (Greifvögel, Füchse, dumme Hunde etc.) und Menschen ausgehen. Schwund ist zwar immer, das ist normal, aber ich kann auch nicht sagen, wie zufriedenstellend die Ernährungslage im Teich selbst ist, das scheint durchaus ein Thema zu sein, dass es nicht genug gibt.

Aber hey, Nachwuchs bei Schwanens! Das Jahr wird gut. Bestimmt 😉

 

On the Road Again ;-)

Es ist eine beklagenswerte Tatsache, dass ich momentan häufig zu lustlos bin, meine Runde um den Teich bzw. durch die Schrebergärten zu schaffen. Was mir jedoch nicht fehlt, ist die Motivation, am Wochenende glücklich grinsend durch die Gegend zu stapfen, auch gern länger, irgendwo, wo keine Maskenpflicht herrscht. Wenn ich die Tour aber schon mal hier dokumentiert habe, dann spare ich mir in der Regel den Bericht dazu, es sei denn, ich hätte was Neues entdeckt. Glaubt also nicht, dass ich nur auf dem Sofa sitze, auch wenn ich diesbezüglich nichts schreibe.

Vergangenes Wochenende bin ich endlich mal wieder auf unbekannten Pfaden gewandelt. Nachdem ich das Wochenende zuvor noch einmal von Undeloh zum Wilseder Berg spaziert war (Erstbesteigung: hier lesen), lautete der Plan dieses Mal, von Oberhaverbeck über den Wilseder Berg nach Wilsede und von dort über den Totengrund und Steingrund zurück nach Oberhaverbeck  lustzuwandeln. Dazu fand ich im Netz auch einen Routenvorschlag, aber im Grunde genommen gibt es in der Lüneburger Heide SO VIELE gut ausgeschilderte Wanderwege, dass man das eigentlich nicht braucht, wenn man einigermaßen die Orientierung (und Netz) hat.

Quelle: ichmeinerselbst unter Verwendung einer Karte von OpenStreetMap, Anklicken macht groß

 

Die Lüneburger Heide ist karg, aber echt schön, auch wenn sie nicht blüht. Außerhalb der Saison dort zu sein hat den Vorteil, dass relativ wenig Leute unterwegs sind, selbst bei strahlendem Sonnenschein – und ich weiß, siehe letztes Jahr, dass sich das sehr schnell ändern kann. Auch in Oberhaverbeck gibt es übrigens Pferdekutschenplätze (nicht besetzt), und am Parkplatz befindet sich ein großer Verkauf für Felle und Porzellan (offen am Wochenende!) und Verpflegung, momentan natürlich to go.

Was soll ich sagen, es war großartig. Der Weg durch die rostbraune Heidelandschaft (mehr Infos) Richtung Wilseder Berg katapultierte mich von einem Entzücken ins nächste. Hügel reihte sich an Hügel, es ging stetig unmerklich aufwärts, der Himmel war hoch, die Sonne war warm, der Wind war kühl, die Wege waren befestigt und knochentrocken – und die Birken blühten, und nicht nur die.

Der Wilseder Berg ist leicht zu erkennen, wenn man von Südwesten kommt, er ist nicht nur der höchste Hügel, sondern auf dem Plateau steht diese prägnante, ausladende (noch unbelaubte) Gipfelbuche, ihr könnt sie auf zwei Fotos bewundern. Oben angekommen habe ich die Gelegenheit genutzt, über die Ebene zu fotografieren, aus der wir kamen, schlechte Idee, weil gegen die Sonne, aber was solls, ich mag diesen Weg, der sich da wie ein Band windet.

Quelle: ichmeinerselbst, Anklicken macht groß

 

Nach einer Trinkpause war Wilsede das nächste Ziel. Der Heideort Wilsede liegt idyllisch und ist autofrei und eigentlich ein fürchterliches Touristenkaff (hier mehr dazu), aber tatsächlich klein und gut gemacht. Und da Touristen aus den bekannten Gründen gerade Mangelware sind, waren wir froh, immerhin an zwei Stellen geöffnete Gastronomie (und Toiletten) entdecken zu können. Gestärkt zogen wir von dannen Richtung Totengrund und begegneten zuerst allerdings zu meiner großen Freude einer Heidschnuckenherde (mit Schäfer, zwei Hunden und ein paar Ziegen). Mehr Heidekitsch geht ja kaum, es sei denn, die Heide blüht.

Quelle: ichmeinerselbst, Anklicken macht groß

 

Aber auch der Totengrund, dieser mysteriöse Talkessel, wäre schon allein einen Ausflug wert: Es heißt, dass man ihn umrunden könne, und ich glaube, das kommt auf meine Liste möglicher Ausflüge. Schaut mal hier rein, ist das nicht zum Niederknien schön? Ich habe jedenfalls die obligatorischen Fotos am Rand geschossen, mich fürs Erste ab- und auf reichlich schmalen Pfaden dem Steingrund zugewendet, was nichts weiter als der Talkessel nebenan ist. Laut Karte vermute ich, dass wir auch an dem nur entlanggewandert sind, was allerdings nichts machte, so langsam war es Zeit, intensiv an den Rückmarsch zu denken 😉

Quelle: ichmeinerselbst, Anklicken macht groß

 

Nachdem wir dank Google Maps und der Beschilderung im Wald gelandet waren, gerieten wir bei dessen Durchquerung  auf die schnurgerade Verbindungsstraße zwischen Wilsede und Oberhaverbeck. Doof zu laufen (altes Kopfsteinpflaster), aber vertrauenerweckend, und ab dem Waldrand hatte ich schon wieder das Gefühl zu wissen, wo ich war.

Trotzdem war ich froh, auf dem Parkplatz ins Auto fallen zu können und nicht mehr laufen zu müssen. Nein, keine Blasen, mir taten einfach nur die Füße weh, und später hab ich auch die Waden gemerkt. Die Statistik (meine beiden Schrittzähler) sagt, dass ich mit 18.123 Schritten zwischen 11,78 und 12,33 Kilometer gegangen sei, was prima ist und eine Hausnummer, bei der ich mich öfter bewegen möchte.

Fazit: Die Lüneburger Heide ist eine einladende Gegend, die auf mich sehr anziehend wirkt, ich hätte mich schier totknipsen können und möchte da wirklich gerne bald wieder hin.

Und oh: Werbung aus Begeisterung, NICHT gegen Bezahlung oder irgendwelche „geldwerten Vorteile“.

 

Elbspaziergang im Frühling (mit Fotos) | abc.etüden

Sie stand auf dem Deich und sah sich in alle Richtungen um. Blühende Landschaft? Na ja. Wenig mehr als haltlose Wünsche, bei aller Liebe. Okay, die Vorgärten, okay, in geschützten Ecken hatten wagemutige Magnolien tatsächlich schon Knospen angesetzt und die Forsythien blühten auch. Trotzdem: Die Hunde trugen zwar keine Mäntel mehr, Herrchen und Frauchen aber sehr wohl noch ihre Winterjacken, die Temperaturen hielten sich hartnäckig im einstelligen Bereich. Später sollte es regnen, der Wind schob jetzt schon graue Wolken heran, also war es höchste Zeit, jetzt loszustapfen. Wenn überhaupt.

Sie überlegte, ob es vielleicht ein bisschen zu viel verlangt war, sich zu wünschen, man würde im April schon einen Sonnenhut brauchen. Ganz sicher hätte es dann jemanden gegeben, der wegen eventueller Trockenheit gemeckert hätte.

Der alte Fischkutter lag wieder an seinem üblichen Platz vor Anker, sehr schön. Sie hielt die Nase in den Wind. Es war fast Flut, schätzte sie, selbst hier vor dem Hafen gab es noch mehrere Meter Tidenhub. Ha, Elbluft, dieser charakteristische Geruch, ihr Herz wurde weit. Wellen leckten an der Uferbefestigung, vor ihren Füßen blühte Huflattich, und drüben auf der anderen Flussseite, der weiße Fleck, das war mit Chance ein brütender Schwan. Fast ein Wunder, dass der durch die passierenden Radfahrer, von denen es dort bestimmt öfter welche gab, nicht gestört wurde. Sie folgte den vorbeifliegenden Gänsen – den Schreien nach waren es Graugänse gewesen – mit dem Blick stromaufwärts und sah die Fähre den Fluss überqueren. Der Anleger war ein Ort, wo sich Biker aller Couleur massiert trafen, auch weil die dort angesiedelten Imbissbuden inzwischen garantiert wieder geöffnet hatten.

Sie setzte sich Richtung Fähre in Bewegung. Wenn sie wieder an ihrem Auto eintreffen würde, hatte sie sich das Stück Torte aus dem Hofladen, das sie auf der Rückfahrt zu kaufen gedachte, redlich verdient. Sie lächelte zufrieden.

 

abc.etüden 2021 14+15 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 14/15.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Ludwig Zeidler und von mir mit meinem Blog Irgendwas ist immer. Sie lauten: Sonnenhut, haltlos, massieren.

Das ist momentan so was wie meine Standardrunde, wenn ich zum Deichtreten gehe. Meistens bin ich dann dort irgendwo unterwegs, schätzungsweise zwischen Elbkilometer 599 und 604 😉

 

Quelle: ichmeinerselbst | Anklicken macht groß!