Tag 07 | 30 Days Book Challenge

 

07 Eine Biografie

Ist ja nicht so, als hätte ich gar keine hier im Regal, auch wenn ich längst nicht bei allen Schriftstellern das Bedürfnis habe, deren Biografie zu kennen. Aber manchmal versteht man eben mehr, wenn es ein Buch gibt, das einem hilft, den Finger, den Gedanken auf die richtige Stelle zu legen.

Als ich zum ersten Mal Gedichte von Hilde Domin las, war mir sehr schnell klar, dass ich mehr über diese ungewöhnliche Frau erfahren wollte. Ich bemühte mich um Materialien und hatte Glück: Es gibt eine hervorragende Biografie, geschrieben von einer Frau, die mit Domin wirklich engen Umgang über Jahre hinweg hatte UND die ihr Handwerk versteht – sowohl das Schreiben wie auch das Recherchieren.

Ich spreche von Marion Tauschwitz und ihrer Biografie „Hilde Domin – Dass ich sein kann, wie ich bin“, von der ich damals die zweite, überarbeitete Auflage vorliegen hatte. Tauschwitz, die in vielen Situationen einen persönlichen Eindruck von dieser besonderen Frau gewinnen konnte und die diesen Eindruck, der komplex und wohlwollend, aber durchaus auch kritisch war, in ihrem Buch mit Daten, Fakten und Briefen, d. h. mit einer unendlichen Fülle an Details belegt.
Und es liest sich gut, was bei Biografien auch nicht unbedingt die Regel sein muss.

Hier ist noch eine fremde Stimme dazu: Natalia Blum-Barth auf literaturkritik.de

Ich hatte jene Hilde-Domin-Phase, als mein Blog noch recht neu war, daher verweise ich auf ein paar meiner Erkenntnisse zu Hilde Domin von damals: hier, hier und hier. Und übrigens, laut Statistik habe ich immer noch konstant Zugriffe darauf, und das freut mich.

 

Tag 07 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Mein Dank geht unverdrossen an Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen.

 

Tag 06 | 30 Days Book Challenge

 

06 Ein Buchtitel, der mehr als vier Wörter hat

Es ist schon erstaunlich, in wie viele Kategorien der berühmte Hundertjährige – sowie beide Bücher eines gewissen Herrn Olpo 😉 – fallen würden, wenn ich es mir mal recht überlege. Auf jeden Fall ist der heutige Tag für mich eine leichte Aufgabe.

Denn nicht nur, dass ich zwei Werke von dem bereits erwähnten Michael Ondaatje besitze, die diese Vorgabe erfüllen („In der Haut eines Löwen“, hervorragend, und „Die gesammelten Werke von Billy the Kid“, eher nicht mein Ding, aber das ist das Thema), mich sprang natürlich auch sofort ein Duden an, „Das Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle“ (hat mich schon aus mancher Bredouille gerettet). Ferner habe ich das ebenfalls von mir sehr geliebte „Was man von hier aus sehen kann“ (Mariana Leky) in meinem Regal freudig wieder begrüßt, „Choral am Ende der Reise“ (Erik Fosnes Hansen) gestreift und mich spontan in ein Zitat aus „Wo die Berge jung sind“ (Han Suyin, das Original ist 1958 erschienen) verguckt. Und von Rilke („Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“), Mascha Kaléko („In meinen Träumen läutet es Sturm“) und „Ins Ungebundene gehet eine Sehnsucht“ (Christa und Gerhard Wolf, Prosa und Essays über die Romantik) fange ich erst gar nicht an. Oder vielleicht doch. Später.

Aus verschiedenen Gründen habe ich mich aber für ein ganz anderes Buch entschieden. „Der lange Weg zu einem kleinen, zornigen Planeten“ von Becky Chambers. Nun scheiden sich bei Fantasy/Science Fiction und Utopien/Dystopien ja die Geister, und wie ich finde, nicht zu Unrecht. Andererseits kommt es mir bei moderner Science Fiction/Fantasy immer öfter so vor, als würden deren Ideen Dinge/Zustände vorwegnehmen, die durchaus Wirklichkeit sein könnten – später mal.

Okay, das ist eher die düstere Ecke, und ich bin kein Fan von Weltuntergangsschlachten, Unmengen von Blut und gepflegtem Halbdunkel, auch nicht, wenn es sich im Weltraum abspielt. Eigentlich war ich mal ein gestandener High-Fantasy-Fan, aber ich finde in den letzten Jahren relativ wenig, was mich fesselt. Daher lese ich gern bei Blogs, die Sci-Fi/Fantasy nicht ängstlich aussparen und auch mal Bücher aufgreifen, über die man nicht ständig stolpert. Dazu gehört fraggles „reisswolfblog“, auf dem ich zum ersten Mal auf dieses Buch stieß. Aus seinem Fazit: „Chambers legt den Fokus eher auf andere Dinge, wie die Frage nach dem Umgang miteinander. Dadurch, dass schon die Crew […] so unterschiedlich wie nur möglich ist, und man im Laufe der Handlung weiteren eher verhaltensoriginellen Personen begegnet, ergibt sich eine Chance, die die Autorin ergreift: Sie beschäftigt sich in ihrem Roman häufig mit Toleranz, damit, den anderen einfach so sein zu lassen, wie er ist, auch wenn ich sie oder ihn nicht verstehe.“ (HIER LESEN.)
Das ist in der Tat eine eher seltene Stoßrichtung. Noch dazu ist die Autorin Tochter einer Astrobiologin und eines Luft- und Raumfahrttechnikers – sie weiß, wovon sie schreibt, bzw. sie hat Leute, die sie fragen konnte, sodass sie nicht kompletten Humbug produziert. Und das Angenehme: Man merkt es nicht.

Wäre der Titel kürzer gewesen als „Der lange Weg zu einem kleinen, zornigen Planeten“, hätte ich ihn vermutlich wieder vergessen, aber als ich in den Hamburger Bücherhallen darüber stolperte, fiel mir fraggles Empfehlung ein. Tatsächlich ist dieses Buch genau mein Fall, und die Nachfolgebände, von denen es inzwischen zwei gibt („Zwischen zwei Sternen“ und „Unter uns die Nacht“) sind nicht minder interessant – nur anders – und ich habe alle drei mit großer Freude bereits mehrere Male gelesen. Schließlich möchte ich (schon wieder 😉, hallo, Ulrike) Ulrike Sokul zitieren, die alle drei Bände gelesen und besprochen hat und zusammenfasst: „Becky Chambers gelingt mit dem ersten Band der Wayfarer-Reihe eine attraktive Balance aus zukunftsmusikalischer Raumfahrt- und Alltagstechnik und komplexem, zwischenspeziärem Miteinander. Der ebenso tiefsinnige wie unterhaltsam-verspielte, philosophisch-sozialkritische und phantasievoll-visionäre Facettenreichtum dieses SF-Romans fasziniert von der ersten bis zur letzten Seite.“ (HIER LESEN.)

Das Lob gilt für alle drei Bücher, und ich kann mich ihm nur anschließen.

 

Tag 06 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Mein Dank geht unverdrossen an Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen.

 

Von Sommer und Sehnsucht

 

Sommernachtszauber

Einsam in der Julinacht bin ich träumend heimgegangen;
schmeichelnd hielt Resedenduft meine Sinne süß umfangen.
Durch die Lindenzweige ging flüsternd ein geheimes Sehnen,
von den Blüten fiel der Tau leis und lind wie Liebestränen.

Einsam durch die Julinacht irrten Mandolinenklänge,
ach, als ob aus Fernen weit deine Stimme zu mir dränge,
deine Stimme, die mir einst weich in wogenden Akkorden
wie Musik ertönt – und jetzt klanglos, unstet, fremd geworden …

Fern aus Süd ein Windhauch kam; heimlich durch das Lindendunkel
blitzte, deinen Augen gleich, träumerisches Lichtgefunkel.
Leuchtend fiel ein Stern herab – ach, wo mocht’ sein Strahl sich senken?!
Einsam in der Julinacht, weinend mußt ich dein gedenken. –

(Clara Müller-Jahnke, Sommernachtszauber, aus: Gedichte, 1910, Online-Quelle)

 

Im Sommerwald

Im Sommerwald, wo sich die Blätter drücken,
Liegt Sonnenschein in kleinen Stücken,
Drinnen die Mücken schweben und rücken.
Ich muß mich unter die Stille bücken.
Vor den finstern Tannenlücken
Sah ich einen Schmetterling weiß wie einen Geist aufzücken.
Der Wald riecht nach Kien und ist heiß.
Vielleicht hat hier ein Herz gebrannt und nur der Wald davon weiß.

(Max Dauthendey, Im Sommerwald, aus: Insichversunkene Lieder im Laub, in: Gesammelte Gedichte und kleinere Versdichtungen, Albert Langen, München 1930, S. 315/16)

 

Brief in die Sommerfrische

Ich habe so Sehnsucht nach Dir.
Weil alles so gut steht
Auf unserem Gemüsebeet.
Und Du bist in England. Nicht hier
Bei mir.
Frau heißt auf Englisch „wife“;
Muß man, um das zu lernen,
Sich so weit und so lange entfernen?
Bei uns ist alles Gemüse reif.
Meinst du, daß ich das allein
Esse? Kommt gar nicht in Frage.
Und so vergehen die Tage.
Könnte doch zu zweit so billig sein.

Bis August und noch September vergeht,
Ist alles verfault auf dem Beet.
Aber Englisch ist wichtiger als Gemüse,
Das es schließlich auch in Büchsen gibt.
Und ich gönne dir das alles sehr. Grüße
Dich!
Dein Mann (einsam in Dich verliebt).

(Joachim Ringelnatz, Brief in die Sommerfrische, aus: Gedichte, Gedichte von Einstmals und Heute, 1934, Online-Quelle)

 

Quelle: Pixabay

 

Für die anbrechende Woche sagen die Wetterfrösche für Hamburg Höchsttemperaturen eher unter 20 °C voraus. Der Regen, so er fällt, ist willkommen und nötig, aber ach … manchmal könnte ich auch ein bisschen Meer (blau, blaugrün) vertragen …

Kommt gut in und durch die neue Woche! :-)

In eigener Sache: WP scheint im Moment meine Kommentare zu fressen. So geschehen bei Arno, wortverloren, Anja (Annuschka). Könntet ihr bitte mal schauen, ob ich im Spam gelandet bin und mich freischalten? Danke! Veronika hat meine Kommentare aus dem Spam befreit, sie sollten also dort sein. Eigentlich.

Und könntet ihr bitte checken, ob beim Etüdensommerpausenintermezzo eure Kommentare alle da sind? Falls es ums Verplatzen nicht geht: Bitte per Mail und/oder über mein Kontaktformular. Danke euch!

 

Tag 05 | 30 Days Book Challenge

 

05 Ein Buch, das Du schon immer mal lesen wolltest

Hm. Auch diese Aufgabe finde ich gar nicht so leicht. Die Formulierung „schon immer mal“ hat für mich so was Unbedingtes, und wenn ich irgendwas UN-BE-DINGT lesen will, dann lese ich es auch. Wenn ich dagegen einem Buch mit „Och ja, nett, könnte mich vielleicht unter Umständen interessieren, muss ich mal schauen“ begegne, dann kann ich in der Regel auch drauf verzichten.

Es gibt allerdings die selten besetzte Kategorie der „Will ich sehr gern lesen, hab jetzt aber gerade keine Zeit, mich drauf einzulassen“-Bücher. Ein Teil davon landet auf meinem SUB (Stapel Ungelesener Bücher), den natürlich auch ich besitze – erwähnte ich den „Distelfink“ schon? Möchte ich jetzt hier also meinen SUB vorstellen, der übrigens auch das eine oder andere angelesene (und mit dem festen Willen, es weiterzulesen) weggelegte Buch enthält (darunter relativ viele Sachbücher)? Mitnichten.

Ich wollte „schon immer mal“ die Bücher von Peter Wohlleben (Website) lesen. Ihr kennt ihn vermutlich alle, ja, das ist der Förster mit den Wald-Büchern: „Das geheime Leben der Bäume“ etc. Von ihm gibt es inzwischen ein paar Bücher mehr, ich habe ihn auch schon diverse Male in Talkshows gesehen und war sehr begeistert von ihm, das „Bäume“-Buch lag hier auch schon ausgeliehen … aber tatsächlich geschafft, es zu lesen, habe ich nicht. Ich wollte wirklich. War wohl nicht die Zeit, sage ich mir, aber eigentlich ärgert es mich.

Ulrike von den Leselebenszeichen, deren kundige und engagierte Rezensionen ich überaus schätze, hat natürlich alle Bücher von ihm aufgelistet und besprochen, Ehrensache, daher verlinke ich mal zur näheren Information zu ihr auf „Das geheime Band zwischen Mensch und Natur“ (hier klicken) von Peter Wohlleben, das ich selbstverständlich auch noch nicht … Ja, ärgert mich irgendwie doch.

 

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Mein Dank geht unverdrossen an Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen.

 

Tag 04 | 30 Days Book Challenge

 

04 Ein Buch mit einem Cover in Grün

Na gut. Tolkien, anyone? Auch ich gehöre zur Schar derer, die die grüne Ausgabe des Herrn der Ringe besitzen, ich noch die alte Übersetzung von Margaret Carroux, die ich, wie ebenfalls immer wieder dokumentiert, für die bessere halte. Sie ist in schlechtem Zustand, weil arg zerlesen, und ich bin nicht daran schuld, ich habe sie verliehen (das machte man damals so, Bücher in der Klasse verleihen) und zerfleddert zurückbekommen. Bin mir nicht sicher, ob das Absicht war. Und natürlich habe ich sie trotzdem viel gelesen, aber schonender halt.

Ich weiß, dass ich öfter mal auf den Herrn der Ringe auf dem Blog Bezug genommen habe, weil er für mich so wichtig war/ist, aber auf die Schnelle nur einen etwas längeren Eintrag gefunden (bitte hier lesen). Vielleicht mögt ihr ja mal schauen.

Also ja, auch für mich ist ein grünes Cover mit weitem Abstand meine Tolkien-Herr-der-Ringe-Ausgabe. Oder ein Duden. Oder irgendwas von Suhrkamp, da gibt es ja nun auch echt viel.

 

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Mein Dank geht unverdrossen an Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen.

 

Tag 03 | 30 Days Book Challenge

 

03 Ein Buch mit einer Zahl im Titel

Kategorie: Unerwartete Schwierigkeiten. Okay, es gibt den „Hundertjährigen“ in allen Varianten (und „Hundert Jahre Einsamkeit“), es gibt „1984“, das Mutter-aller-Zahlentitel-Buch, es gibt das Buch meines wertgeschätzten Wiener Mitbloggers Olpo „5000 Kilometer Urlaub und 390 Euro“ und es gibt bestimmt diverse weitere Sachbücher mit Zahlen im Titel, logisch. Und natürlich gibt es „50 Shades of Grey“. Hm. Kein Kommentar.

Wenn ich mir meine Regale anschaue, dann stehe ich erst mal spontan auf dem Schlauch. Schön, die von mir hochgeschätzte englische Krimiautorin Dorothy Sayers hat ein Buch geschrieben, welches „Fünf falsche Fährten“ heißt. Könnte ich mal wieder lesen, die Dame. Ferner könnte ich, o Freude, den zweiten Teil des überaus geliebten Tolkien’schen „Herrn der Ringe“ aufführen, der „Die zwei Türme“ heißt, und schließlich aus der Abteilung Kinderbuch „Jim Knopf und die Wilde 13“ von Michael Ende, an das ich auch ohne Augsburger Puppenkiste nur die allerbesten Erinnerungen habe.

Hängen geblieben bin ich dann schließlich bei Elif Shafak: „Die vierzig Geheimnisse der Liebe“. Und wer denkt, dass vierzig ja gar nicht so weit weg ist von fünfzig, dem sei versichert, dass er*sie völlig falsch liegt. Im Grunde befassen sich die „vierzig Geheimnisse“ nämlich nicht mit der Lovestory der Hauptfigur, Ella, gut situiert, verheiratet, Mutter von 3 Kindern und tödlich gelangweilt, sondern mit einem Roman über den Sufi-Dichter Rumi, über den Ella eine Rezension schreiben soll.

Dieser Roman-im-Buch ist die Geschichte um den im 13. Jahrhundert lebenden persischen Dichter und Mystiker Rumi und seinen Freund, den Derwisch Shams-e Tabrizi. Shams lehrt seinen Freund vierzig Geheimnisse der Liebe und erläutert sie an bildhaften Beispielen. Ella wiederum erliegt dem Zauber des Autors und der im Roman vertretenen Denkrichtung, deren Grundsatz lautet: „Ein Leben ohne Liebe ist ohne Bedeutung.“ Ella, die graue Maus, beginnt schließlich zu leuchten.

Elif Shafak hat mit einem Buch über Religion ein heißes Eisen angefasst, und sie tut es entschlossen, aber mit Vorsicht. Denn im Zentrum der Mystik (nicht nur der islamischen) steht die Liebe. Eine friedvolle, frauenfreundliche und liebende Version des Islam ist leider nicht das, wofür der Islam heutzutage hauptsächlich bekannt ist (das Christentum auch nicht, schon klar, aber darum geht es mir nicht), und Shafak hat sich mit ihrer Haltung nicht nur Freunde gemacht.

Dieses Buch ist nichts für Leser*innen, die mit philosophischen Themen nichts anfangen können, und es ist ebenfalls nichts für Fundamentalisten und Orthodoxe jeglicher Couleur. Es feiert das Leben und die Liebe und gibt dem, der offen dafür ist, vielerlei Anstöße für andere Betrachtungsweisen.

Mehr lesen bei We read Indie: Elif Shafak – Die vierzig Geheimnisse der Liebe

 

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Mein Dank geht unverdrossen an Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen.

 

Tag 02 | 30 Days Book Challenge

 

02 Ein Buch mit einem Tier im Titel

Spontan: „Die Möwe Jonathan“. „Der Steppenwolf“. „Schiffbruch mit Tiger“. „Der Distelfink“ – wobei das auch ein Anwärter bei der Frage „Welches Buch wollten Sie eigentlich schon längst gelesen haben?“ wäre. Natürlich die ganzen wunderbaren Sachbücher aus der Naturkunden-Reihe – zählen die auch? Was ich auch sehr fasziniert verschlungen habe und was deutlich mehr als ein Sachbuch über die Zähmung eines Habichts ist: „H wie Habicht“ von Helen Macdonald. Oder doch Delia Owens’ „Gesang der Flusskrebse“ (hier etwas bei Ulrike Sokul darüber lesen), den ich ebenso gern sehr weiterempfehle?

Nein. (O hätte ich doch überall so viel Auswahl.) Meine Wahl fällt auf „Katzentisch“ des Kanadiers Michael Ondaatje, den ich seit vielen Büchern liebe. (Und nicht nur ich – hier etwas bei letteratura darüber lesen.) Ondaatje ist ein genauer Beobachter sowie ein großartiger, einfühlsamer Erzähler, und diese Geschichte von der Überfahrt eines ziemlich auf sich allein gestellten Elfjährigen von Sri Lanka nach London auf einem Schiff mit ziemlich gemischtem Publikum (eine entfernte Verwandte hat ab und an ein Auge auf ihn) ist so weit weg von typischer Kreuzfahrtbelletristik wie nur eben möglich. Der Katzentisch ist der Tisch in der hintersten Ecke, an dem die Leute zu sitzen haben, die man aus Gründen am liebsten übersehen würde, der Ort, wo die wirklich spannenden Sachen passieren oder besprochen werden – nicht nur, wenn man noch so jung ist wie Michael, der Ich-Erzähler … ;)

Ich werde mir auch in Zukunft von diesem Schriftsteller alles ins Regal stellen, dessen ich habhaft werden kann. Natürlich schlägt mein Herz nicht für alle seiner Bücher gleich schnell, aber „Katzentisch“ steht ganz weit oben.

 

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Mein Dank geht an Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen.

 

Tag 01 | 30 Days Book Challenge

 

01 Ein Buch aus Deiner Kindheit

Ich konnte lesen, als ich in die Schule kam, und zwar mehr als meinen Namen. Dennoch fällt es mir ein bisschen schwer, Bücher aus meiner „Kindheit“ aufzulisten, weil ich bei vielen absolut nicht mehr sicher bin, wann sie bei mir eingezogen sind.

Eins aber, von dem ich das aber ziemlich sicher weiß, ist „Die großen Abenteuer des kleinen Ferdinand“ von Ondřej Sekora. Ich besitze die DDR-Ausgabe, meine Großeltern väterlicherseits, die damals beide noch lebten, hatten sie mir anlässlich eines Sommerbesuchs dort geschenkt. Das Buch ist auf Deutsch 1971 erschienen und trägt statt einer ISBN nur den Vermerk „© der deutschen Ausgabe ALBATROS, Praha 1971“. Gefühlt kommt das hin.
Ich sehe mich neben dem Kachelofen in der winzigen Wohnung meiner anderen Großmutter sitzen und lesen und den Gesprächen der Erwachsenen bestenfalls desinteressiert folgen, und höre meinen Großvater fragen, was denn „das Kind“ da tue, worauf meine Großmutter ihn informiert: „Hermann, sie liest das Buch, das du ihr mitgebracht hast!“

Ferdinand ist eine Ameise, ich habe das Buch sehr geliebt und daher nicht weggegeben, aber ich erinnere mich überhaupt nicht mehr an den Inhalt.

Hier ist ein Wikipedia-Eintrag zum Autor.

Mit Dank an Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben stammen, und Frau Vro, bei der ich über die Challenge gestolpert bin.

 

Tag 01 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Von Liebe und Meer

 

Dein Haar hat Lieder, die ich liebe

Dein Haar hat Lieder, die ich liebe,
und sanfte Abende am Meer –
O glückte mir die Welt! O bliebe
mein Tag nicht stets unselig leer!

So kann ich nichts, als matt verlegen
vertrösten oder wehe tun,
und von den wundersamsten Wegen
bleibt mir der Staub nur auf den Schuhn.

Und meine Träume sind wie Diebe,
und meine Freuden frieren sehr –
dein Haar hat Lieder, die ich liebe,
und sanfte Abende am Meer.

(Max Herrmann-Neiße, Dein Haar hat Lieder, die ich liebe, aus: Verbannung, 1919, Online-Quelle)

 

Mein Leben ist wie leise See

Mein Leben ist wie leise See:
Wohnt in den Uferhäusern das Weh,
wagt sich nicht aus den Höfen.
Nur manchmal zittert ein Nahn und Fliehn:
aufgestörte Wünsche ziehn
darüber wie silberne Möven.

Und dann ist alles wieder still. . .
Und weißt du was mein Leben will,
hast du es schon verstanden?
Wie eine Welle im Morgenmeer
will es, rauschend und muschelschwer,
an deiner Seele landen.

(Rainer Maria Rilke, Mein Leben ist wie leise See, aus: Dir zur Feier, 1897/98, Online-Quelle)

 

Diese Rose von heimlichen Küssen schwer:
Sieh, das ist unsre Liebe.
Unsre Hände reichen sie hin und her,
unsre Lippen bedecken sie mehr und mehr
mit Worten und Küssen sehnsuchtsschwer,
unsre Seelen grüßen sich hin und her –
wie über ein Meer – – wie über ein Meer – –
Diese Rose vom Duft unsrer Seelen schwer:
Sieh, das ist unsre Liebe.

(Christian Morgenstern, Diese Rose von heimlichen Küssen schwer, aus: Stuttgarter Ausgabe, Bd. 1, Online-Quelle)

 

Das Meer singt

Singe das Leben
Trunken und weit.
Rausche euch allen
Unendlichkeit.

Singe die Liebe
Grausam und groß.
Breit über alles
Mein Namenlos.

Gott tönt aus mir.
Dunkel und Glut.
Alles ist tödlich
Und alles ist gut.

(Franziska Stoecklin, Das Meer singt, aus: Die singende Muschel, 1925, Online-Quelle)

 

 

Hinter der Sandbank der Leuchtturm | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst an einem wirklich heißen Tag

 

Hinter der Sandbank die See | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst an einem wirklich heißen Tag

 

Kommt gut und gesund in und durch die neue Woche! :-)

 

 

Von Sehnsucht und Meer

 

Die singende Muschel

Als Kind sang eine Muschel
mir das Meer.
Ich konnte träumelang
an ihrem kühlen Munde lauschen.

Und meine Sehnsucht wuchs
und blühte schwer,
und stellte Wünsche und Gestalten
in das ferne Rauschen.

(Franziska Stoecklin, Die singende Muschel, aus: Die singende Muschel, 1925, Online-Quelle)

 

[Noch lange stand ich wortlos, wie gebannt]

Noch lange stand ich wortlos, wie gebannt,
wie lauschend jener andern fernen Welt –
ihr woget zauberhaft rings um mich her
wie meiner Sehnsucht unermeßlich Meer.

Ich muß dich fassen mit der Sehnsucht Macht,
wenn ich mein Selbst aus dir will wiederfinden –
es ist durch dich ein Ton in mir erwacht,
auf den ich lange, lange, lang geharrt.

(Luise Baer, Noch lange stand ich wortlos, wie gebannt, aus: Jahresgedanken einer Frau, 1921, Online-Quelle)

 

Du bist mein Land

Du bist mein Land,
ich deine Flut,
die sehnend dich ummeeret;
du bist der Strand,
dazu mein Blut
ohn Ende wiederkehret.

An dich geschmiegt,
mein Spiegel wiegt
das Licht der tausend Sterne;
und leise rollt
dein Muschelgold
in meine Meergrundferne.

(Christian Morgenstern, Du bist mein Land, aus: Und aber ründet sich ein Kranz, 1902, Online-Quelle)

 

Quelle: Pixabay

 

Kommt gut in und durch die neue Woche! :-)

 

Awesome was? – Der Awesome Blogger Award

Innerhalb von vier Tagen ereilten mich zwei Nominierungen für den Awesome Blogger Award. Beide von Blogs, die ich außerordentlich gerne lese, wobei ich mir verblüffenderweise zwei unterschiedliche Begründungen sparen kann: Vielen Dank, liebe Tanja Stachelbeermond und liebe Natalie aus dem Fundevogelnest, ohne eure poetischen, fröhlichen, traurigen, mystischen, verspielten, bitteren, lebensklugen, herzlichen … ach, wunderschönen, das Leben feiernden Geschichten wäre meine Bloglandschaft so, so viel ärmer. Ich bin so froh, euch gefunden zu haben, und natürlich auch, dass ihr Etüden schreibt ;-) … Danke, wirklich.
Und wenn ich, liebe Natalie, wirklich mit den Etüden der Anlass gewesen bin, dass du einen Blog hast … dann freu ich mich doppelt.

Ich bin kein großer Fragenausdenker, daher endet diese Kette bei mir. Ich werde dementsprechend auch nicht die Regeln herunterbeten – bedankt habe ich mich, hashtaggen mit #awesomebloggeraward will ich gern.

Hier kommen meine Antworten. Holt euch am besten noch einen Kaffee, es wird länger.

 

Tanja will wissen:

 

  1. Warum schreibst du?
    Weil es Spaß macht. Weil es mich jedes Mal, wenn es mir einigermaßen gut geht, packt, eine Geschichte zu erzählen, zumindest anzureißen, Menschen und ihre Lebensumstände zu erfinden, sei die Handlung groß, klein, ambitioniert oder platt, menschlich oder tierisch, heiter oder traurig, von dieser Welt oder mehrdimensional. Mit (m)einer Geschichte zufrieden zu sein macht mich glücklich.
  2. Wie viel Zeit verbringst du mit deinem Blog? Zu wenig? Zu viel?
    Manchmal gefühlt zu wenig, manchmal gefühlt zu viel. Ein Projekt wie die Etüden macht eine Menge kontinuierliche Arbeit im Hintergrund, und es ist nicht so, dass ich das nicht öfter schon verflucht hätte. Andererseits habe ich auch daran Spaß, ohne das ginge es sicher nicht. Aber natürlich sehne ich mich auch manchmal nach den Prä-Etüden-Zeiten zurück, wo ich viel mehr nur nach Lust und Laune gebloggt habe. Im Moment bin ich da viel strukturierter.
  3. Welche Literaturform magst du am liebsten? Warum?
    Roman, lang, kann „hohe“ Literatur, schnöde Belletristik oder noch was anderes sein. Ich bin einstmals dem Lesen mit Karl May, Alexandre Dumas und Tolkien verfallen. Für die Tage, wo ich eine Auszeit von der Realität brauche oder sie durch einen anderen Filter, andere Augen sehen will.
    Kurzgeschichten lese ich (wie Lyrik) viel distanzierter.
  4. Socken mit Motiven oder ohne?
    Ohne!
  5. Wie beginnst du deinen Tag?
    Ich falle die Stiege (nicht) hinunter, öffne dem Fellträger die Tür und füttere ihn, setze Kaffee auf und verschwinde im Bad. Dann mache ich den Computer wach, schaue nach Mails, trinke meinen ersten Kaffee (mit viel Milch) und laufe die erste Runde durch die Blogs.
  6. Welche Getränke begleiten dich durch deinen Tag?
    Kein Morgen ohne Kaffee mit viel Milch, daran scheitert bei mir jegliches Intervallfasten. Später kommt es darauf an: Ist es kalt, sind die Getränke heiß, ist es heiß, sind die Getränke kalt. Viel Wasser ist immer dabei, entweder als Getränk oder in den Getränken. Gelegentlich ein Nachmittagskaffee, gelegentlich Cola. Abends gern mal (Rot-)Wein, den im Sommer auch als Schorle.
  7. Wenn du vor die Haustür trittst und dich nach rechts wendest – was siehst du?
    Eine Bank, auf der bevorzugt der Fellträger Zeit verbringt, sommers wie winters, sommers auch ich zum Beispiel mit besagtem Kaffee. WLAN reicht bis dort. Einen schlichten Plattenweg, überschattet und aufgeworfen von einer großen Weide. Da die Öffentlichkeit dort nicht längstrampelt, erhalte ich den Status quo mit Freude.
  8. Lebst du gern in dem Haus, in dem du wohnst? Gibt es eine Geschichte dazu?
    Ja, sehr gern, möge es noch lange so bleiben, in der Nähe soll groß gebaut werden. Es war die Wohnung eines Bekannten, der, als er auszog, mich fragte, ob sie was für mich wäre. Und ich hörte mich zu meiner eigenen Überraschung sagen, dass ich darüber nachdächte. Ich habe es nie bereut, über die Elbe in den Hamburger Süden gezogen zu sein, was für mich davor unvorstellbar war, hat sich als genau die richtige Entscheidung herausgestellt. Ich bin hier zu Hause, mehr, als ich es vorher drüben war.
  9. Wenn du dich für eine andere Wandfarbe als weiß entscheiden müsstest, welche wäre das?
    Eine rote Wand fände ich toll, aber bitte nur eine als Blickfang, ansonsten vielleicht orange oder ein ganz zartes Grün. Aber eigentlich ist Weiß völlig okay.
  10. Eine Weisheit aus deinem Leben, rückblickend gesehen – welche wäre das?
    Hinterher ist man immer schlauer ;-)

 

Natalie fragt:

 

  1. Wie kam dein Blog zu seinem Namen?
    Mein Blog begann als 365-Tage-Projekt. Der Name war Programm: Jeden Tag ein Gedanke, ein Zitat oder ein Bild – und mein Senf dazu, kürzer oder länger. Das war mehr eine Herausforderung an mich selbst, ob ich das durchhalten würde, jeden Tag etwas zu posten, und es schaffen würde, mich in Bloghausen heimisch zu fühlen. Nach den 365 Tagen war mir klar, dass der Zug an dieser Stelle nicht enden würde, und ich wechselte erleichtert den Blognamen und in einen entspannteren Modus. Irgendwas ist schließlich immer.
  2. Hast du schon Menschen „leibhaftig“, durch das Bloggen kennengelernt? Würdest du das gerne oder warum lieber nicht?
    O ja! Es ist ja so, dass sich durch das Bloggen eine Art Vertrautheit aufbaut, ein Zu-Kennen-Meinen, ein Kennenlernen-Wollen, schlichtweg Neugier und/oder ein Mögen. Dann finde ich es völlig normal und wunderbar, bei einem Kaffee oder so zu überprüfen, ob die Realität dem Online-Eindruck standhält. Ich habe schon einer Bloggerin meine Couch angeboten, bei einer anderen Bloggerin übernachtet und für eine dritte die Stadtführerin (und nicht nur Stadt-) gemacht und bei Nr. vier und fünf eine großartige Hinterhofparty mit Livemusik besucht – alles waren absolute Highlights. Und natürlich auch die „Nur Kaffee“-Begegnungen: Ich würde sie jederzeit wiederholen wollen, ich habe aus jeder viel mitgenommen.
    Bis auf eine waren meine Blog-Begegnungen durchweg positiv und erfreulich – und bei jener einen war nach drei Sätzen klar, dass die Chemie einfach nicht stimmt. Das kann passieren, ich war darauf vorbereitet. Alles gut.
    Also: Ja. Ich würde es immer wieder machen. Aber ich verstehe, dass andere das anders sehen.
  3. Hat sich durch das Bloggen der Blick auf deinen Alltag geändert?
    Ja, speziell im ersten Jahr, als ich jeden Tag „Content“ produzieren wollte und daher meinen Alltag ständig auf Blogbeitragstauglichkeit abgeklopft habe. Ich fand’s nervig (meine Freunde auch), aber zugleich auch spannend. Irgendwie war ich so ein bisschen Lokalreporter im eigenen Leben. Mit den Etüden ist es zwar ähnlich, aber durchaus entspannter. Aber ich habe auch schon Geschichten, die mir andere erzählt haben, in die Etüden eingebaut … ;-)
  4. Und durch das Lesen anderer Blogs?
    Unbedingt, das Lesen anderer Blogs erweitert den Horizont. Ich folge einer (hoffentlich) gesunden Mischung aus Schreib-, Tagebuch- und Rezensionsblogs, ein paar Foto- und Künstlerblogs sind dabei und ein bisschen Politik fehlt auch nicht. Ich finde, mein Tellerrand ist wirklich schön bunt. Und ich unterhalte mich gern.
  5. Wie bist du durch die „Corona-Monate“ gekommen? Entschleunigt? Erschöpft? Verarmt? Verängstigt? Mit neuen Erkenntnissen? Hoffentlich gesund!
    Gesund, ja. Ansonsten von allem etwas. Ich hätte NIE geglaubt, dass so viele Leute so leicht Verschwörungstheorien aufsitzen – und sich so erbittert darüber streiten, wer „recht“ hat. Krisen offenbaren viel vom Charakter eines Menschen … und das war und ist interessant.
    Genervt vom Auf und Ab, auch finanziell, würde ich sagen. Und irgendwann habe ich einfach beschlossen, mir den täglichen Aufreger nicht mehr zu geben, und mich stattdessen um Lohnenderes gekümmert.
  6. Wie hältst du es mit den Krabbeltieren, Insekten, Spinnen und Co.? Kreischanfall? Staubsauger? Glas und Postkarte? Insektenhotel? Mehlwurmburger? (Frau Pflanzwas hat diese Frage schon durch ihren Blog beantwortet ;))
    Alles, was man mit Glas und Postkarte von drinnen nach draußen befördern kann, verlässt auf diesem Weg meine Wohnung. Mit manchen (Weberknechte, Schnaken) kann es sein, dass ich mich auf „Bleib du in deiner Ecke, dann bleib ich in meiner“ einige. Lediglich Stechmücken überleben nicht, wenn ich sie mitbekomme, ich bin empfindlich bei Insektenbissen, aber normalerweise bei Wespen, Bienen, Hummeln und Co. absolut tiefenentspannt. Mit Ameisen habe ich noch keine Probleme gehabt.
  7. „Musst“ du im Sommer wegfahren? Weit weg gar? Oder ist es um dich herum auch ganz schön?
    Muss ich nicht, weit weg schon mal gar nicht (ab wann ist weit weit?). Hamburg und die Küsten sind doch gefragte Urlaubsgebiete! Ich bin ein begeisterter Tages- und Wochenendausflügler und mag Städtereisen, Kultur, Essen, Land und Leute und so. Allerdings hätte ich doch schon manchmal Gelüste nach ganz woanders, aber das ist vermutlich auch der aktuellen Situation geschuldet.
  8. Lernst du manchmal Gedichte oder auch andere Texte, die dir gefallen, auswendig?
    Früher Gedichte (aktiv gelernt), heute sind es vermutlich eher Songtexte, die ich so oft höre, dass ich sie mitsingen kann.
  9. Findest du es sehr schlimm, wenn mir keine Frage mehr einfällt?
    Ich finde jede*n bewundernswürdig, dem überhaupt SO VIELE Fragen einfallen, die keine Lala-Fragen sind, vor allem, weil man sich ja auch nicht wiederholen will, die Award-Welle schwappt ja gerade so richtig in alle Ecken. Alles gut.
    Darf ich zurückfragen? Welche von deinen Fragen würdest du gern selbst beantworten? ;-)

 

Awesome Blogger Award | 365tageasatzaday

 

Von Sonne und Glück

 

Glück

Nun sind vor meines Glückes Stimme
alle Sehnsuchtsvögel weggeflogen.
Ich schaue still den Wolken zu,
die über meinem Fenster in die Bläue jagen –
Sie locken nicht mehr,
mich zu fernen Küsten fortzutragen,
Wie einst, da Sterne, Wind und Sonne
wehrlos mich ins Weite zogen.
In deine Liebe bin ich
wie in einen Mantel eingeschlagen.
Ich fühle deines Herzens Schlag,
der über meinem Herzen zuckt.
Ich steige selig
in die Kammer meines Glückes nieder,
Ganz tief in mir, so wie ein Vogel,
der ins flaumige Gefieder
Zu sommerdunklem Traum
das Köpfchen niederduckt.

(Ernst Stadler, Glück, aus: Der Aufbruch, 1914. Stadler (Wikipedia) fiel bereits 1914 im Ersten Weltkrieg. Online-Quelle)

 

[Ueber die Welt hin ziehen die Wolken]

Ueber die Welt hin ziehen die Wolken.
Grün durch die Wälder
fliesst ihr Licht.
Herz, vergiss!
In stiller Sonne
webt linderndster Zauber,
unter wehenden Blumen blüht tausend Trost.
Vergiss! Vergiss!
Aus fernem Grund pfeift, horch, ein Vogel. . . .
Er singt sein Lied.
Das Lied vom Glück!
Vom Glück.

(Arno Holz, Ueber die Welt hin ziehen die Wolken, aus: Phantasus, I. Heft, Berlin, 1898, Online-Quelle)

 

Lieben

I

Und wie mag die Liebe dir kommen sein?
Kam sie wie ein Sonnen-, ein Blütenschein,
kam sie wie ein Beten? – Erzähle:

Ein Glück löste leuchtend aus Himmeln sich los
und hing mit gefalteten Schwingen groß
an meiner blühenden Seele …

II

Das war der Tag der weißen Chrysanthemen, –
mir bangte fast vor seiner schweren Pracht…
Und dann, dann kamst du mir die Seele nehmen
tief in der Nacht.

Mir war so bang, und du kamst lieb und leise, –
ich hatte grad im Traum an dich gedacht.
Du kamst, und leis wie eine Märchenweise
erklang die Nacht …

(Rainer Maria Rilke, Lieben I/II, aus: Traumgekrönt, 1896, Online-Quelle)

 

 

Quelle: Pixabay

 

Und eine weitere gut gelaunte Ausgabe der Montagsgedichte! Gerade noch rechtzeitig fiel mir auf, dass diese Woche ja Sommeranfang ist! Sommersonnenwende … ;-) Und meine Sehnsucht nach Sonne und Meer steigt mit jedem Tag.

Daher hier schnell noch mal ein Sehnsuchtslied: Malediva – Fast schon das Meer sehen

 

In meinem Offline-Leben ist zurzeit eine Menge los, daher mache ich gerade etwas seltener bzw. verspätet meine Runde durch die Blogs, seht es mir bitte nach. Ich bin nicht weg, es kann nur ein bisschen dauern, bis von mir was kommt.