Der Frühling schmollt | abc.etüden

Er war kurz davor, das persönlich zu nehmen. Da hatte er sich solche Mühe gegeben, ihnen etwas zu bieten! Für wen hatte er denn seinen altersschwachen Vorgänger verfrüht aus dem Rennen gedrängelt und das ganze Land mit frischem Grün überzogen? Und? Wo blieben sie? Undankbares Volk!
Er vermisste ihre blassen Gesichter: Die Spaziergänger, die Sonnenanbeter, die In-die-Luft-Gucker-und-Freuer, die Balkonsitzer, die ewigen Griller, die Eisesser, die Jogger, die Gassigeher, die Omas und Mütter mit kleinen Kindern, die Mittags-essen-Geher – Temperaturen fast egal, Hauptsache draußen? Kommt raus, ihr Gesundheitsapostel, tankt euer Vitamin D!

Er liebte sie alle, und er wusste, sie liebten ihn auch. Eigentlich.

Hatte er sich doch nicht genug ins Zeug gelegt, war das Gelb der Forsythien oder des Löwenzahns diesmal nicht strahlend genug? Selbst Osterglocken hatte er schon reichlich gestreut und sogar hier und da Magnolien versucht – und dafür war es eigentlich wirklich noch zu früh.

Als alles nicht zu helfen schien, hatte er tiefer in die Trickkiste gegriffen: Frost. Etwas erfrieren zu lassen, brachte die Leute immer zuverlässig nach draußen zum Jammern, vor allem die, die sonst wie bescheuert in ihren Gärten werkelten und allen möglichen Trends nachliefen, als ob sie sonst nichts Wichtigeres zu tun hätten.

Nichts. Also nicht komplett nichts, aber alles in allem lächerlich wenig.

Er schnaubte beleidigt, als er sich die leeren Parks besah. Schön, es hatte auch seine Vorteile, wenn man nicht so herumpowern musste, aber das sah bisher nach einem überaus merkwürdigen Jahr aus und er wusste noch nicht, ob er die Entwicklung begrüßen würde.

 

abc.etüden 2020 12+13 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 12/13.2020: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Elke H. Speidel mit ihrem Blog Transworte auf Litera-Tour und lauten: Forsythien, lächerlich, erfrieren.

Hat vielleicht mal wer Mitleid mit dem armen Frühling?

 

Corona: Lourdes – abc.etüden

Lourdes hat geschlossen!“
Klar, sagte man ihr, da sind immer so viele Menschen, zum Teil signifikant krank, es gibt Vorschriften, ist doch nur gut, bla, bla, bla. Sie nickte. Natürlich war das so, und vermutlich war es lächerlich, dass es sie überhaupt berührte, schließlich hielt sie religiösen Massentourismus für fragwürdig, und Lourdes mit seinem frommen Overkill stand ganz oben auf ihrer Liste.
Aber: LOURDES hatte geschlossen. Lourdes, wohin seit gut 160 Jahren immer mehr Leute gepilgert waren, um Hilfe zu erflehen, und das scheinbar wohl auch in den Weltkriegen immer offen gewesen war. Lourdes war dicht. Lourdes kam kurz nach dem Petersdom. Sie hätte vermutet, dass eher die Hölle erfror, also einfror, als dass das passierte.

Die untersagten Gottesdienste hatten sie schon merkwürdig berührt. Als Konstante in ihrem Leben vermittelten sie ein Gefühl von Beständigkeit: was, wenn nicht die Kirche, war immer da? Und sei es nur in Form des Abend- und sonstigen Läutens, bzw. dessen Fehlen zu Zeiten von „nach Rom fliegenden Glocken“ vor Ostern. Auf den kirchlichen Beistand war sie nicht angewiesen, ihre Spiritualität ging andere Wege. Aber sie stellte fest, dass sie dieser Tage für herzliche Worte empfänglich war, zum Beispiel für die Rundmail der Gemeinde, selbst wenn es nicht mehr als das vielfach gehörte „Rückt virtuell zusammen, nehmt Rücksicht, seid vernünftig und beachtet die Regeln, wir sehen uns bald wieder“ war.

Und jetzt? Ja, leben, einen Tag nach dem anderen, weiterlächeln, irgendwie würde es weitergehen. Der Forsythienstrauch im Garten war fast abgeblüht, aber aus anderen Gärten leuchtete es vielfarbig. Hämmern drang die Straße herauf, dort arbeiteten Handwerker auf dem Dach. Radiobeats, Gefluche, Gelächter. Normalität, selten so willkommen. Im Sonnenschein erschien alles frühlingshaft verzaubert.
Sie beschloss, draußen eine kleine Runde zu machen – mit Maximalabstand zu allen, die es ihr gleichtun würden. Solange sie noch durfte.
Befremdliches Gefühl.

 

abc.etüden 2020 12+13 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 12/13.2020: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Elke H. Speidel mit ihrem Blog Transworte auf Litera-Tour und lauten: Forsythien, lächerlich, erfrieren.

Ich bin nicht sicher, ob man das nachvollziehen kann …

 

Übel gelaunte Irgendwie-Etüde | abc.etüden

Stimmungsmäßige Gemengelage: trüb.
Weltpolitik? Bitte nicht.
Griechenland? Die Bilder brechen mir schier das Herz. Meine Mutter ist 1948 aus Ostpreußen geflüchtet, irgendwas dockt da über die Generation hinweg an, wenn ich zerstörte Städte und flüchtende Menschengruppen sehe.
Corona? Ach, geh mir weg. Drei Viertel der Deutschen sähen laut Umfrage die Lage „gelassen“, so die Medien, heute Morgen gehört. Okay, ein Viertel nicht, das ist die Kleinigkeit von gut 20 Millionen. 20 Millionen Menschen, die auf jeden Mist fliegen, den die Presse sich ausdenkt, die Desinfektionsmittel, Mundschutze, Klopapier und Nudeln hamstern, als ob sie ansonsten den kommenden Sonnenuntergang nicht mehr erlebten, geschweige denn den nächsten Tag, und die Umwelt mit ihrer Gier und Panik vergiften. Hallo? Geht’s noch?
Natürlich, wer gesundheitlich bereits angegriffen ist, der muss sich vorsehen, gar keine Frage. Aber der Rest? Beim Einkaufen vermeide ich den Blick auf die Schlagzeilen der Revolverblätter, danke, mir ist schon schlecht. Katzenfutter scheint wenigstens noch nicht gehortet zu werden.
Ich warte irgendwie drauf, dass die Verschwörungstheoretiker sich als Whistleblower herausstellen, so absurd finde ich das Theater.

Und immer wieder Griechenland und dieses Gefühl der Hilflosigkeit angesichts des Elends und der Verrenkungen der hohen Politik. Ich weiß, dass ich in Europa warm und trocken sitze und im Vergleich nichts, aber auch gar nichts auszustehen habe, und mir ist auch bewusst, dass andere dafür die Zeche zahlen und ich ganz simpel Glück hatte, hier geboren zu werden. Hilft mir das? Nein.
Gerda schreibt heute an Ulli: „… das Gefühl der Hilflosigkeit wird gemildert, wenn man EINEM Menschen beisteht.“ Ja, stimmt, das passt zu meiner eigenen Erfahrung. Und „Trust Love“ – gestern gesprayt gefunden. Wenn überhaupt was stimmt, dann das. Schwierig ist es trotzdem. Gerade jetzt.

Ein Lächeln ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen. Ansteckungsfrei.

Kommt gut durch die nächste Zeit und bleibt gesund!

 

abc.etüden 2020 10+11 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 10/11.2020: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Corly mit ihrem Blog Corlys Lesewelt und lauten: Sonnenuntergang, warm, fliegen.

Ihr Lieben, ich bin heute Nachmittag/Abend und morgen so gut wie nicht online, wundert euch also bitte nicht, wenn meine Kommentare vorerst ausbleiben, ich hole sie nach … :-)
Aber ich wollte den Text veröffentlichen, damit er mir nicht mehr auf der Seele liegt.

 

Trust love | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst, Anklicken macht groß

 

Alle Fotos von dieser Woche.

 

Der Muffel | abc.etüden

»Scha-hatz? Machst du mal bitte die Tür auf? Ich kann gerade nicht.«

Natürlich machte er die Tür auf. Natürlich! Selbst für Charlotte, eine Freundin seiner Frau, eine redselige und künstlich erblondete Person, die er an seinen großzügigen Tagen anstrengend fand. Und heute war keiner davon.

»Hallo, Paul! Na, wie geht es dir? Was machst du denn heute wieder für ein Gesicht, was ist denn mit dir los? Es ist doch Karneval!«

Falls sie auf eine Reaktion seinerseits gewartet hatte, wurde sie enttäuscht.

»Paul! Fasching! Alaaf! Helau! Spässken, Schabernack, Witz, Humor, hoch die Tassen! Schau nicht so, man könnte ja denken, das wären alles Fremdworte für dich?« Pause. »Hör mal, bist du krank? Du gehst zum Lachen aber auch wirklich in den K…«

»Hallo, Lotte, komm rein«, unterbrach er sie. Plötzliche Mordlust brodelte in ihm. »Ruth ist in der Küche.«

Umdrehen. Das Arbeitszimmer ansteuern.
Lotte schloss die Haustür und verschwand in der Küche. Sie nahm ihm sein Benehmen nicht übel. Er war halt einer, der die Zähne nicht auseinanderbekam, wie man so sagte, während sie dazu neigte, alles und jeden lang und breit durchzukauen. Worüber sollte man sich auch sonst unterhalten? Menschen waren doch so spannend!

Heute Morgen halfen auch der zweite und dritte Kaffee nicht, um seine Stimmung zu verbessern, stellte Paul fest, dessen Arbeitszimmer von dem halblauten fröhlichen Geschnatter geflutet wurde. Nun, er legte auch keinen Wert darauf, auf DIESE Betriebstemperatur zu kommen, wo aus Hirn und Mund nur noch Geplätscher drang. Das war kein Small Talk, das war schon Sprechdurchfall! Er musste hier raus. Frischluft. Dringend.

Er erhob sich und zog im Flur seine Jacke an, als Ruth den Kopf aus der Küche streckte. »Wohin gehst du, Schatz?«

»In den Keller«, gab er zurück. »Frag deine Freundin.« Und raus war er. Ruth sah ihm kopfschüttelnd hinterher und seufzte.

 

abc.etüden 2020 08+09 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 08/09.2020: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von René mit seinem neuen Zweitblog BerlinAutor und lauten: Schabernack, breit, erheben.

Ich gebe zu: Mir ist nicht nach Karneval, darin gleiche ich meinem missmutigen Protagonisten. Der liebt übrigens seine Frau aufrichtig und schon seit vielen Jahren, nur über die Auswahl ihrer Freundinnen verzweifelt er ab und zu insgeheim … ;-)

 

Freitag | abc.etüden

Wie eine flackernde Kerze, dachte sie beim Anblick der alten Dame erschrocken, die auf der Terrasse die spärliche Frühlingssonne genoss. Verfluchter Winter, er nahm so viel.

„Renate, bist du das?“ Suchend sah die alte Dame sich um.
„Nein, Frau Neumann, ich bin doch Milena vom Pflegedienst. Wie geht es Ihnen heute Mittag?“

Sie kam jeden Tag zweimal, um das zu erledigen, was es zu tun gab. Auch, weil sonst keiner mehr da war. Haare, Haut, Gesichtsfarbe, die viel zu oft gewaschene und jetzt schlotternde Kleidung der alten Dame erinnerten Milena an ein ausgebleichtes Foto.
Wie anders waren die Herzlichkeit und das laute Lachen ihrer eigenen Großmutter gewesen, die bis zum letzten Tag vor Leben gestrotzt hatte. Mit ihr zu knuddeln war wie ein Ringkampf mit einem Bären gewesen. Einem, bei dem man gern unterlag, weil dann die pure Liebe über einem zusammenschlug.
Angenehm war es in der Sonne. Milena seufzte.

„Könnten Sie mir meine Decke von der Couch holen? Mir wird kalt.“
„Wie lange sitzen Sie denn schon hier, Frau Neumann? Haben Sie zu Mittag gegessen? Sie sollten hineingehen und einen schönen, heißen Tee trinken, nicht, dass Sie sich noch eine Grippe einfangen.“
„Nein, ich möchte gern hierbleiben. Heute ist doch Dienstag, da kommt Renate mich nachmittags immer besuchen. Wer sind Sie noch gleich?“

Ihre Jugendfreundin war vor sechs Monaten gestorben. Letzte Woche hatte die alte Dame das noch gewusst.

„Sie ist bestimmt gleich da, Frau Neumann. Kommen Sie mit in die Küche, dann helfe ich Ihnen, Tee und Kuchen vorzubereiten. Das wird Sie aufwärmen.“
„Na gut.“

Sie stand auf und folgte Milena in die Küche.

Wenn sie weiter so abbaute, musste sie Meldung machen, das wusste Milena, dann würde die alte Dame nicht mehr lange allein leben können, ohne sich selbst zu gefährden.
Denn heute war und blieb Freitag.

 

abc.etüden 2020 06+07 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 06/07.2020: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Alice mit ihrem Blog Make a Choice Alice und lauten: Grippe, gebleicht, knuddeln.

Nein, nein, nein! Ich bin okay! Ich habe höchstens ein bisschen Winterblues und leide an allgemeiner Lustlosigkeit, aber sonst ist nichts, wirklich nicht! Bei mir ist es diesmal das Wort „gebleicht“, das mich verfolgt und mir von Tod und Vergehen erzählt. Ich wollte mir eigentlich viel lieber was Schräges über „Bleaching“ (von Zähnen) aus den Fingern saugen, aber das Traurige wollte mich nicht loslassen …

 

Mitgliederwerbung mit Hindernissen | abc.etüden

»Was recherchierst du jetzt noch im Internet?«

»Ich versuche rauszufinden, ob hier in den letzten Jahren jemand verschwunden ist. Unaufgeklärte Morde und so.«

»Alter! Tickst du noch ganz sauber? Du sollst Unterschriften gegen die Umweltzerstörung sammeln!«

»Hab ich doch! Okay, ich erzähl es dir. Ich war im letzten Haus im Kastanienweg und hab an der Pforte geklingelt. Es summt, ich aufs Grundstück, Gebell. Rast so ein Köter auf mich zu und macht einen auf megawichtig. Ich ihn erst mal geknuddelt, damit er sich abregt, ich kann ja gut mit Hunden. Herrchen macht auf, ich erkläre, was ich will, und er sagt, ich soll reinkommen, er hätte keinen Bock auf Gespräche an der Tür, er hätte gerade erst ’ne Grippe überstanden. Okay, ich rein und ihm nach. Ich dachte ja Küche oder so, aber nee, ich lande im Arbeitszimmer. Er fragt mich, ob ich Tee will und verschwindet.

Okay, ich schau mich unterdessen um. Alter! Ich hab noch nie so viele Bücher auf einem Haufen gesehen! Alle Wände voller Regale! Und auf dem Schreibtisch dann dieser Schädel auf so einem schwarzen Tuch. Ein Totenschädel, ich schwör’! Weiß gebleichte Knochen und alles. Voll krass. Ja, kann man im Internet kaufen, sag nix. Daneben eine Kerze auf ’nem goldenen Leuchter und eine Sanduhr. Als der Typ dann mit dem Tee kam, hab ich ihn gefragt, ob der Schädel echt ist, und er hat mich richtig komisch angelächelt und geantwortet: ›Na, was denkst denn du?‹
Alter, ICH will nicht der nächste Schädel auf jemandes Tisch werden, ich hab mir meinen Kram geschnappt und bin abgehauen. Und ich sag dir eins: Wenn hier in den letzten zwanzig Jahren wer spurlos verschwunden ist, dann bin ich so was von schnell bei den Bullen, das hast du noch nicht gesehen!«

»Soll heißen, unterschrieben hat er nicht?«

»Alter!«

 

abc.etüden 2020 06+07 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 06/07.2020: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Alice mit ihrem Blog Make a Choice Alice und lauten: Grippe, gebleicht, knuddeln.

Nicht so ganz ernst nehmen, bitte … ;-)

Diese Etüde spielt mit Motiven aus Freimaurer-Traditionen (hier nachlesen).
Ferner ist es mir schon öfter passiert, dass Leute (angeblich?) im Auftrag von durchaus seriösen Organisationen an meine Tür kamen und mir dann nicht nur eine Unterschrift ab-, sondern eine Mitgliedschaft aufschwätzen wollten. Lediglich der Ruf besagter Organisationen hat mich bisher davon abgehalten, das als den Versuch einer normalen Haustürabzocke zu sehen …

 

Die Verabredung | abc.etüden

 

Sie saß im Restaurant und wartete auf ihn.

Fünf Minuten.
Na ja, fünf Minuten, was war das schon. Sie jedenfalls war fast immer pünktlich.

Zehn Minuten.
Sie sah ständig auf ihr Handy. Nichts. Sie war doch keine belanglose Verabredung, die man mal eben so ignorieren konnte, oder?

Fünfzehn Minuten.
Nichts. Keine Nachricht, kein Thomas. Das Plätschern der Jazz-Lounge-Bar-Musik nervte sie. Gelangweilt las sie alles, was ihr in die Finger fiel, und erfuhr, dass das Restaurant Hochzeiten im kleinen wie im großen Rahmen ausrichtete. Aha. Das machte ihr das Warten nicht sympathischer.

Zwanzig Minuten.
Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige, sagt man. Sollte sie ihn anrufen oder whatsappen? War das nicht zu aufdringlich? Aber wenn er im Auto saß, konnte er eh nicht rangehen.

Fünfundzwanzig Minuten.
Sie fiel innerlich in sich zusammen. Wenn sie etwas verunsicherte, dann mangelnde Verlässlichkeit. Warum passierte es immer wieder, dass sie geduldig Brücken baute und nach einem die Hand ausstreckte, der darüber hinwegsah, ihre Mühen gering schätzte oder einfach nicht fähig war, darauf einzugehen? Was machte sie falsch?

Dreißig Minuten.
Es gab eine Grenze zwischen einladend und aufdringlich, und die hatte sie scheinbar überschritten. Wenn Thomas sich nicht innerhalb von fünf Minuten meldete oder auftauchte, würde sie ihn als Papiertiger abschreiben. Einer mehr, der große Sprüche von Zweisamkeit klopfte und sich im Alltag als Reinfall erwies. Nicht mit ihr.

Fünfunddreißig Minuten.
Sie würde nicht weinen. Nicht hier. Ihr Glas Wein war leer, die Kellner schauten schon. Sie würde die Toilette aufsuchen, zahlen und gehen und zu Hause seinen Namen aus Herz und Telefonbuch löschen.

Achtunddreißig Minuten.
Die Tür flog auf, ein Mann stürzte herein, als der Kellner bereits neben ihr stand.
„Michaela“, stieß er hervor, „Gott sei Dank!“

Sie sah ihn auf sie zukommen. Ihr Herz wurde weit und sie verbarg die Tränen hinter einem Lächeln.

 

abc.etüden 2020 04+05 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 04/05.2020: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Donka mit ihrem Blog OnlyBatsCanHang und lauten: Papiertiger, belanglos, plätschern.

Ich bin durchaus nicht der Meinung, dass es sich hier um ein Happy End handelt, eher um so ein „Gerade noch mal die Kurve gekriegt“-Gefühl – was denkt ihr?
Wie fühlen sich Männer in so einer Situation, ihr Herren?
Ich bin gespannt auf eure Anmerkungen.

 

Zwei Welten | abc.etüden

Sie nennt mich „Tiger“. Seit Jahren. Eigentlich fast von Anfang an. Gut, es gibt Schlimmeres, ich kann sogar mal mit „Tigerchen“ leben. Im Eifer des Gefechts rutscht einem ja so manches heraus.

Was ich aber eigentlich nicht abkann, ist dieses Gesäusel, das sie manchmal draufhat. Schau mal dieses und mach mal jenes, ist das nicht nett und möchtest du nicht vielleicht doch …? Aber wehe, ich tue ihr Gerede als das ab, was es ist, nämlich belanglos, ignoriere sie und gehe meiner Wege. Dann ist sie beleidigt, seufzt ganz tief und bekommt manchmal sogar nasse Augen, vor allem, wenn ich einen Zug durch die Gemeinde gemacht habe und ein bisschen länger ausgeblieben bin. Wie ich das hasse, dass sie sich Sorgen macht! Ich liebe sie doch!

Gestern, ich muss es gestehen, hat sie mich mit ihrem halbgar dahinplätschernden Gerede so sehr genervt, dass ich erst laut und dann handgreiflich geworden bin. DIE – SCHNALLT – MANCHMAL – SO – WAS – VON – NICHTS! Komm mir jetzt bitte keiner mit „Gewalt ist keine Lösung“. Mir ist einfach der Kragen geplatzt.
Okay, ich muss einräumen, dass sie mir daraufhin prompt die Tür gewiesen hat. Hab sie noch irgendwas von „blöder Papiertiger“ pöbeln hören und bin abgehauen. Die ganze Nacht. So! Mütchen kühlen? Ich? Soll SIE sich doch erst mal beruhigen!

Heute Morgen tat es mir wirklich leid. Ich bin der Mann im Haus, ich hätte nicht so ausflippen dürfen. Verantwortung und so. Zum Glück hat sie nur „Na, du Spinner, alles okay?“ gesagt. Dann durfte ich wieder rein.
Und jetzt liege ich auf dem Sofa und sie streichelt mein Fell und krault mich hinter den Ohren, wenn sie an mir vorbeigeht. Ich muss nur noch herausbekommen, wo hier ein Papiertiger ist, denn in diesem Haus gibt es nur einen Fellträger, und der bin ich.

 

abc.etüden 2020 04+05 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay (hier und hier), bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 04/05.2020: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Donka mit ihrem Blog OnlyBatsCanHang und lauten: Papiertiger, belanglos, plätschern.

Ich bin sehr entzückt, dass bei der Vielfalt von Papiertigern auf DEN Trichter noch keine*r gekommen ist.

Ein schönes Wochenende wünschen wir euch! 🙂 🐱

 

Nichts in Sicht | abc.etüden

Er betrachtete gelassen den Mann, der in seine Amtsstube gestürmt war und sich aufgebracht nach dem Verbleib des Aushängeschildes des Ortes erkundigt hatte. Schließlich sei ihm von kompetenter Stelle zugesichert worden –

„Christopher, mein Freund. Auch wenn es hart klingt, es ist mir völlig egal, wovon ihr beim Tourismusverein geträumt habt. Mach doch mal die Augen auf und schau noch mal nach draußen. Siehst du hier irgendwo Schnee? Hast du die Wetterprognosen verfolgt? Hat irgendwer in der letzten Zeit für die nächsten Wochen auch nur mal annähernd von hoher Niederschlagswahrscheinlichkeit für das Flachland gesprochen und damit Schnee gemeint? Du erinnerst dich, das echte weiße Zeug, das vom Himmel fällt, kein Plastik oder so? Wir leben in Schleswig-Holstein, Himmeldonnerwetter!“

Sein Gegenüber setzte zu einer erbosten Antwort an, aber er winkte einfach nur ab.

„Ich war bei den Ersten, die hier mit dem Ding auf dem Bungsberg Ski fahren gelernt haben, habe ich dir das jemals erzählt? Das waren noch Winter, sogar hier bei uns! Ja, ich weiß, unser Skilift ist selbstverständlich kein mickriger mobiler Schlepplift, sondern Kult, und natürlich fest eingeplant in den Skiurlaub von Gästen aus ganz Norddeutschland. Aber wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren …
Sehen wir mal davon ab, dass das Teil zuallererst repariert werden und dann durch den TÜV müsste, wir immer noch, äh, Schwierigkeiten mit der Qualifikation eines potenziellen Betreibers haben und die Gemeindeversammlung letztens beschlossen hat, mögliche Gelder woanders zu investieren. Bei diesem Wetter bekomme ich den Skilift nicht mehr durch, das ist die traurige Wahrheit.

Alter, ich würde dir lieber heute als morgen die üblichen Verdächtigen zum Aufbauen in die Lagerhalle kommandieren, aber wenn das so weitergeht mit dem Klimawandel, dann, mein Freund, sehe ich für unseren schönen Ort und seinen Skilift, ehrlich gesagt, dauerhaft schwarz.“

 

abc.etüden 2020 02+03 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay (hier und hier), bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 02/03.2020: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von mir (Irgendwas ist immer) und lauten: Skiurlaub, mickrig, kommandieren.

Der Bungsberg (Wikipedia-Artikel) ist mit 168 Metern die höchste Erhebung in Schleswig-Holstein. Ich würde hier nicht wirklich von einem „Berg“ sprechen, aber es gibt dort Deutschlands nördlichstes Wintersportgebiet (hier Bilder) und seit 1971 einen mobilen Schlepplift, der Kult ist und bei Bedarf im Winter auf- und abgebaut wird. Diesem Lift geht es schlecht, es gibt diverse Schwierigkeiten, die ich nur aus der Presse kenne, aber ich befürchte, dass er, wenn es tatsächlich dauerhaft wärmer werden wird, nicht mehr sehr häufig zum Einsatz kommen wird.
Und ebenfalls: Hier ist der ausbleibende Schnee ein Ärgernis. Woanders kostet er Existenzen.

Selbstverständlich sind alle Personen, die in dieser Etüde vorkommen, vollständig fiktiv und die dargestellten Schwierigkeiten erheben keinerlei Anspruch auf Aktualität. Soll heißen: Ich weiß den aktuellen Stand der Dinge nicht. Dieser Text ist Fiktion. Es KÖNNTE so sein, MUSS aber nicht.

 

Adventüden 2019. Ein Fazit.

Schön war’s, oder?! Als Allererstes möchte ich mich bei euch bedanken, die ihr mitgeschrieben habt, ohne euch wäre eh nichts gegangen, dann bei der Gruppe unermüdlich Lesender, Likender und Kommentierender – es ist so eine Freude, dass ihr immer wieder bei mir auftaucht!
Na klar, als Gruppe der Schreibenden sind wir ziemlich unterschiedlich und decken eine große Bandbreite ab. Diese Vielfalt wurde immer wieder genannt und hat mich, ehrlich gesagt, auch ein bisschen gewundert – ich kann doch nicht die Einzige sein, die überall liest, wo Etüden auftauchen? Zudem habe ich immer wieder darauf hingewiesen, dass jede*r weiß, dass die Vorweihnachtszeit und speziell Weihnachten für viele eine schlimme Belastung darstellen und dass sich das ruhig in den Adventüden niederschlagen darf.

Wirklich total geflasht haben mich aber dann die vielen Wortmeldungen, die alle in die Richtung gingen, dass ihr euch morgens beeilen / euch darauf freuen / extra früh in den Blog schauen würdet, um das aktuelle Türchen des Adventüden-Adventskalenders zu lesen. HERZLICHEN DANK!!! Das ist natürlich genau das, was ich hören will und auch brauche und geht runter wie, äh, Lebkuchen.

Ihr habt vielleicht schon im Sommer mitbekommen, dass ich zumindest gelegentlich gern in meine Statistiken schaue. Ich dachte, dass es euch vielleicht interessieren könnte, wie denn die Adventüden so „performt“ haben. Erwartet habe ich, dass die frühen Adventüden viele Klicks haben und die späten wenige, auch, weil es ja auf Weihnachten zuging und alle gefühlt in Hektik waren. Das bestätigte sich höchstens grob als Trend. Seht selbst, hier sind die Top 5 mit der Anzahl Aufrufe.

 

TOP 5 Adventüden 2019 | 365tageasatzadayScreenshot; anklicken macht groß!

 

TOP 1: Myriade, 13. Dezember
TOP 2: Veronika, 20. Dezember
TOP 3: Bettina, 3. Dezember
TOP 4: Petra, 5. Dezember
TOP 5: Tanja, 1. Dezember

 

Was lernen wir daraus? 😉

  1. Nachdenkliche Etüden sind ganz vorne mit dabei (TOP 2 und 3)
  2. Austria rules! (TOP 1 und 2)
  3. Kein Mann unter den TOP 5 (ja, schon gut, die Plätze 6 und 9 gehen an Herren, ja, schon gut, ich wollte unbedingt einen dritten Punkt).

Myriades Etüde ist die einzige mit über 200 Aufrufen, TOP 6 ist knapp unter 150, und nur eine einzige Adventüde ist unter 100 Aufrufen geblieben. Wenn jemand von euch Mitschreibenden seine Platzierung wissen will, gebe ich gern Auskunft.

 

Danke für das immer wiederkehrende Lob, ich würde mir „so eine Mühe machen“. Na ja. Entweder man macht so was ganz oder gar nicht, das ist jedenfalls meine Meinung. Mit ein bisschen Organisation lässt sich der wirklich nicht geringe Zeitaufwand ganz schön verteilen, so waren zum Beispiel ALLE Adventüden-Beiträge vor dem Erscheinen der ersten bereits vorgeplant, wozu auch gehörte, dass die Grafik mit den sich öffnenden Türchen fertig gebastelt und eingebunden war – ich zeige euch das unten als GIF, ich hoffe, auf euren Bildschirmen bewegt sich was.

Die öfter erwähnte Tatsache, dass ich alles, was nicht niet- und nagelfest war, kommentiert habe, berührt eines meiner ehernen Blogprinzipien: Wer hier was schreibt, bekommt eine Antwort. Besonders, wenn der Kommentar ein (sinnvoller) Satz ist und nicht das dritte, fünfte, zehnte Herzchen, Blümchen, Sternchen, Kätzchen auf die längst schon von mir beantwortete Frage, wie es mir denn geht, den Wunsch nach einem guten Tag etc.
Manche finden allerdings den Punkt zum Aufhören nicht, habe ich den Eindruck, wenn sie immer eine Antwort bekommen. Sehr simpel: Es ist mein Blog, daher habe ich hier das letzte Wort, ihr könnt also aufhören, ohne unhöflich zu sein 😉

Warum mache ich das? Wenn ich auf einem Blog bin und eine Anmerkung schreibe, dann freue ich mich, wenn der Bloginhaber mir persönlich antwortet, sei es auch noch so klein und mein Kommentar noch so bescheuert, denn dann fühle ich mich gesehen. Und wo ich mich gesehen fühle, da komme ich gern wieder. Logisch, oder? Das ist also eine Frage von Höflichkeit, klar, aber auch eine Frage von so was Abstraktem wie „Leserbindung“. Und ja, ich betrachte meinen Blog inzwischen zu einem großen Teil als den „Etüden-Blog“, dass ich mich dem Projekt verpflichtet fühle, sollte jedem*jeder inzwischen aufgefallen sein 😉
Ich war/bin wirklich happy, wenn/dass ihr euch in meiner Kommentarspalte zum Beitrag unterhalten habt/unterhaltet, konkret jetzt bei den Adventüden, weil ich dann endlich auch mal nur mitlesen konnte. Kommentieren frisst viel Zeit, ihr wisst das selbst. Ich freue mich sehr über die Diskussionen, die in meinen Kommentaren zustande kommen, und versuche auch, mich rauszuhalten, wenn ich definitiv nicht gemeint bin, wobei ich das im Eifer des Gefechts manchmal erst zu spät mitbekomme/mitbekommen habe, das gebe ich zu.

Was die meisten interessiert zu haben scheint ist die Frage, ob wir so was noch mal machen. Ja, gern. Ich möchte das Ganze erneut als Teil des Etüdensommerpausenintermezzos starten, denn damit habe ich dann tatsächlich genug Vorlaufzeit, dass es nicht allzusehr in Stress ausartet. Wir können die näheren Umstände gern im Sommer im Vorfeld diskutieren: Zeitrahmen (was ist, wenn jemand gern mitmachen will, aber z. B. aus Krankheitsgründen nicht kann), Anzahl bzw. möglicherweise Auswahl/Losen/Laufzeit verlängern (was machen wir, wenn jetzt zum Beispiel 30 Leute mitmachen? Der klassische Adventskalender läuft vom 1. Dezember bis zum 24., und danach brechen auch bei mir die Aufrufe ein, weil auch ich zu Weihnachten und zwischen den Jahren eigentlich null Lust auf Blog habe. Ich freue mich auf eure Gedanken zum Thema).

 

Coming up next: Am Sonntag geht es mit den regulären Etüden wieder los.

 

Adventskalender-GIF | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Fazit Textwochen 47.48.19, willkommen Adventüden!

Es ist Zeit, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, die reguären Etüden zu verabschieden, und zwar für die restliche verbleibende Zeit dieses Jahres. Denn in einer knappen Stunde geht auf diesem Blog das erste Türchen auf: HURRA, die Adventüden, der erste Etüden-Adventskalender, lächeln in die Runde! Nun, zu den Adventüden habe ich gestern schon mehr geschrieben (hier nachlesen), das muss ich also jetzt alles nicht wiederholen.

Ich komme also, wie es schon Tradition hat, zur Statistik. Als Bernd, von dem die letzten Wörter stammten, mir die „Unbehaustheit“ eingereicht hat, war mir klar, dass das auch ganz leicht unter „Herausforderung“ fallen hätte können, aber nein, erstaunlicherweise nicht. Obwohl: Ich HABE mich schwer damit getan, war in Gedanken immer bei so was völlig abgehoben Philosophischem. Nachdem ich das dann einer Figur unterschieben konnte, war ich gerettet …
Eingereicht wurden 55 Etüden von 31 sagenhaften Blogs (Stand ohne Nachzügler). Was für ein gelungener Abschluss! Die Liste führen die Puzzleblume und fraggle mit jeweils fünf Etüden an. Anna auf „Eulenschwinge“ hat sich an ihrer ersten Etüde versucht, was mich total gefreut hat, und Judith von „Mutiger leben“ hat bei Sabine Wortgeflumsel eine Kommentaretüde hinterlassen, die diese sofort bei mir gepostet hat: danke an euch beide!

Wie immer: Checkt bitte, ob alles mit euren Links okay ist, und meldet Fehler/Fehlendes oder ob sonst was falsch ist – ihr kennt das ja.

Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Inhaltshinweisen (CN/Triggerwarnungen, z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt.

Die Fledermaus auf onlybatscanhang: hier und hier
Elke H. Speidel auf Transworte auf Litera-Tour: hier, hier und hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier und hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier und hier
Werner auf Werner Kastens: hier, hier und hier
Puzzleblume auf Puzzle: hier, hier, hier, hier und hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier, hier und hier
Petra Schuseil auf Wesentlich werden: hier
fraggle auf reisswolfblog: hier, hier, hier, hier und hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier und hier
René auf Ein Blog von einem Freund. Von Humor. Und Spass. Aus Berlin. Im Ernst!: hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier und hier
Die Hummel im Hummelweb: hier
Veronika auf vro jongliert: hier
Anna-Lena auf Meine literarische Visitenkarte: hier, hier und hier
Bernd auf Red Skies over Paradise: hier und hier
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Vielen Dank an alle, die mitgeschrieben, mitgelesen, gelikt und kommentiert haben!

Im Dezember ruhen die Etüden zugunsten der Adventüden. Wer aus den Adventüden-Wörtern Etüden nach den üblichen Regeln schreiben möchte, dem sei das nicht verwehrt, der sei aber gebeten, sie erst NACH ABLAUF des Adventskalenders zu veröffentlichen, soll heißen, ab dem 25.12. – denn ihr hättet ja (zumindest die meisten von euch) im Sommer das Etüdensommerpausenintermezzo lesen und mitschreiben können, gelle? Also habt bitte Verständnis.

Die regulären Etüden starten wieder am ersten Sonntag im neuen Jahr, das ist der 5. Januar 2020.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Wen ich vorher nicht mehr lesen sollte: Schöne Weihnachten, kommt gut rüber! Ich werde noch im Dezember die nächsten Wortspender ziehen (lassen) und anschreiben. Ich bedanke mich bei euch allen für ein wirklich ereignisreiches Etüdenjahr und bin sehr gespannt auf das nächste!

 

Adventüden 2019 Start | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Coming up next: Adventskalender! | Adventüden

Ich blogge ja nun schon seit ein paar Jahren, und eigentlich fand ich die Sache mit den Adventskalendern und dem ganzen Bohei drumherum immer spannend und ein bisschen aufwendig und nervig. Aber selber einen veranstalten? Womit? Kurz vor Weihnachten? Wo keiner so richtig Zeit hat?

Das war der Stand bis dieses Jahr, als dergl im Frühling vorschlug, man könnte ja vielleicht IN DER SOMMERPAUSE als Teil des Etüdensommerpausenintermezzos die Schreibaufgabe stellen, zu vorher zusammengesammelten Wörtern Etüden zu schreiben und die NICHT direkt zu veröffentlichen, sondern an mich zu schicken, auf dass ich sie als Adventskalender unter die Leute bringe. Die Konditionen: drei Wörter aus der Liste (einige haben mehr genommen, manche alle) in maximal 300 Wörtern. Das wurde dann begeistert aufgegriffen, was mich ziemlich erstaunte. Hier könnt ihr den Aufruf dazu noch mal lesen, nur dergl schreibt leider nicht mehr mit und hat mich gebeten, auch ihre sämtlichen Kommentare zu löschen, daher laufen alle Links diesbezüglich ins Leere. Ich sags nur.

O Wunder, die Etüden trudelten ein, die meisten sogar innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens. Der Witz ist, dass im Sommer die Zahl der Etüdenmitschreibenden signifikant sinkt, was kein Wunder ist, wenn man bedenkt, dass vermutlich die meisten einen Garten oder Ähnliches haben und jedenfalls keine Lust, so viel vor dem Rechner zu hängen.

Also hat dieser Adventskalender zwei Funktionen: Er soll Lust auf die regulären Etüden machen und er soll all die Schreibenden belohnen, die auch im Sommer bloggen.

Bedingung war von meiner Seite lediglich, dass der*die Beitragende bereits eine veröffentlichte Etüde hatte, und das Konzept ist insofern aufgegangen, als dass ich nur EINE Etüde von einem bekommen habe, der zu den sehr sporadisch Mitschreibenden gehört und EINE Etüde von einer, die in größeren Abständen mitschreibt – beide Etüden sind in meinem persönlichen Ranking weit oben und ich würde mich freuen, mehr und öfter von beiden zu lesen. Ansonsten finden sich hier die „üblichen Verdächtigen“: HERZLICHEN DANK an euch, die Etüden leben von/durch euch und eure Schreiblust.

Nun hätte es natürlich auch sein können, dass ich den ganzen Dezember komplett mit Etüden hätte füllen können. Hätte ich den Aufruf im Herbst gestartet, wo die Beteiligung wieder nach oben schnellt, wäre das vermutlich auch so gewesen. Aber, zweites „o Wunder“, wären alle gekommen, die sich angekündigt hatten, hätte ich für einen regulären Adventskalender nur eine Etüde zu viel gehabt. Nach dem Ausscheiden von dergl zog jedoch einige Wochen später leider auch noch der Etüdenerfinder seine Zusage zurück, sodass ich mit 23 Etüden dastand. Ich hatte zwar für einen derartigen Fall durchaus Zweit-Etüden in petto, aber eigentlich wollte ich, dass jede*r nur mit einer Etüde vertreten ist. Also habe ich nachnominiert und eine Schreiberin um eine Etüde gebeten, die nach der Sommerpause erst eingestiegen ist und in deren Protagonistin ich mich spontan verguckt habe. Ende Gelände.

Für alle, die jetzt immer noch fragen: Nein, ihr könnt nicht mehr mitmachen. Jedenfalls nicht in diesem Jahr. Und jedem, dem jetzt noch mit den Wörtern eine sooooo tolle Etüde einfällt (und ich bin sicher, das wird einigen von euch so gehen): Ich würde sie gerne lesen, aber erst, wenn dieser Adventskalender durch ist. Also zwischen Weihnachten und Neujahr. Weil – ihr hättet ja auch im Sommer mal in eure Reader schauen können, es ist ja nicht das erste Mal, dass es Etüdensommerpausenintermezzos gab.
Oh, nein, eine Liste, wer wann drankommt, gibt es nicht, die Türcheninhaber wissen ihr Datum aber. Mein Gedanke dazu war, dass man das bei einem normalen Adventskalender ja auch nicht weiß, was/wer drin ist. Hättet ihr es gern anders gehabt?

Morgen früh also starten die Adventüden (eine Wortschöpfung von René, die ich gern aufgegriffen habe). Jeden Tag öffnet sich ein Türchen mehr, die Etüden sind für kurz vor 6:00 Uhr in der Pipeline. Reblogs sind ab morgen offen, ihr könnt eure eigene Etüde also gern bei euch rebloggen, und ich/wir freuen uns wie immer herzlich über Kommentare.
Die „regulären“ Etüden verabschieden sich morgen früh in die Weihnachtspause und starten Anfang Januar wieder durch.
Nur entschieden, ob es auf diesem Blogtheme dieses Jahr schneien wird, habe ich noch nicht, aber im Radio habe ich schon zum ersten Mal das Theme von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gehört. Ja, es gibt Alternativen zu „Last Christmas“! Habt eine fröhliche, helle Zeit!

 

Adventüden 2019 Start | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir