Adventüden 2020 10-12 | 365tageasatzaday

10.12. – Wenn die Zeit kommt | Adventüden

 

»Haben Sie schon geöffnet?« Eine junge, verfroren wirkende Frau hatte den Kopf zur Tür hereingesteckt.
»Küche ist noch zu, aber Sie sehen aus, als könnten Sie einen Kaffee vertragen«, sagte ich und winkte sie herein.
»Kaffee wäre herrlich.« Die Frau wirkte ein bisschen wie aus der Zeit gefallen. Sie hatte lange, etwas strähnige blonde Haare mit Stirnband und eine Brille wie Janis Joplin.
»Hier wird Musik gemacht?«, fragte sie, auf die kleine Bühne mit dem Klavier deutend.
»Ach, früher mal«, antwortete ich und stellte eine Schale Lebkuchen neben ihre Kaffeetasse. »Der Laden war berühmt für seine Jazz-Sessions.«
»War?«, fragte die Frau.
»Ja, leider ist das Vergangenheit. Inzwischen beschwert sich der alte Herr von gegenüber ständig über den ›Lärm‹«. Ich deutete mit den Händen Anführungszeichen an. »Dabei soll er früher regelmäßig mitgejammt haben. Er war Jazztrompeter.«
»Und was ist passiert, dass er die Musik nicht mehr erträgt?«, fragte die junge Frau, während sie unserem Kater ein paar Streicheleinheiten zukommen ließ.
»Seine Frau ist gestorben, heißt es«, erklärte ich. »Danach war er nicht mehr derselbe. Er wurde immer bösartiger. Ich weiß, er ist unglücklich und einsam, aber bei allem Respekt: Er ist nicht alleine auf dieser Welt. Wenn er so weitermacht, kann ich hier bald dichtmachen.«

Die junge Frau hatte aufmerksam zugehört. Jetzt stand sie auf und sagte lächelnd: »Es wird Zeit, ich muss meinen Mann abholen.«
Nachdenklich blickte ich ihr nach, wie sie in den Nebelschwaden verschwand.

An jenem Abend verstarb unser alter Nachbar. Wir richteten auf Wunsch seiner Kinder den Leichenschmaus aus. Am Abend vorher kam der Sohn und brachte ein großes Foto, das auf der Theke stehen sollte.
»Meine Eltern bei ihrer Hippie-Hochzeit 1969«, erklärte er mit einem traurigen Lächeln. »Mein Vater hätte es so gewollt.«

Ich erkannte sie sofort an der Janis-Joplin-Brille.

Autor*in: Bettina     Blog: Wortgerinnsel

 

Adventüden 2020 10-12 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Zum Thema Inhaltshinweise/CN/Triggerwarnungen in den Adventüden bitte hier lesen.

Nachdem viele Teilnehmer*innen und Leser*innen das Fetten der vorgegebenen Wörter als störend empfunden haben, wurde darauf verzichtet. In einem Text, der maximal 300 Wörter umfassen durfte, waren (mindestens) drei der folgenden fünfzehn Begriffe zu verwenden:

Etikett, Gin, Käsekuchen, Kuscheldecke, Lebkuchen, Lichtermeer, Märchenbuch, Minnesang, Nebelschwaden, Schlittenfahrt, Semmelknödel, Streicheleinheiten, Wichtel, Wunschpunsch, Zugvogel

Dieser Text erschien zuerst im Rahmen der Adventüden 2020, einem Projekt von »Irgendwas ist immer«.

 

Adventüden 2020 09-12 | 365tageasatzaday

09.12. – Jedes Jahr das Gleiche | Adventüden

 

Lebkuchen im August, Wichteln bei der Firmenweihnachtsfeier … och nö! Und dann das Gedudel im Radio: »Last Christmas« – der Minnesang der Neuzeit? Warum keine Christmas Carols wie bei den Sternsingern? Statt dessen die tot gedudelten Evergreens aus Amerika mit Kaminabenden oder einer Schlittenfahrt mit Glöckchengebimmel durch ein Winterwunderland.

In den Bergen muss die weiße Pracht ein Traum sein, aber hier? Bis sieben Uhr morgens darf ich diese graue Pest weggeräumt haben. Zu hülf! Dann habe ich halt das Etikett »Weihnachtsmuffel«, aber das war nicht immer so. Weihnachten daheim gab es Schweinsbraten mit Semmelknödeln, danach sind wir mit Mama und Papa zum Rodeln in den Park, und abends lasen sie uns aus unserem großen Märchenbuch vor.

Jetzt habe ich Halloween lieber: gruselig kostümierte Kinder, Nebelschwaden, ausgehöhlte Kürbisse … und die Kleinen haben ihren Spaß bei der Jagd auf Süßes. So einer Prozession kleiner Gespenster, Hexen oder Vampire gebe ich doch gerne etwas von meinen Süßigkeiten ab, denn die sind Streicheleinheiten für die Seele. Apropos – im Kühlschrank war noch Käsekuchen, damit verziehe ich mich aufs Sofa unter meine Kuscheldecke zu meiner aktuellen Lektüre: »Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch«. Den hätte ich jetzt auch gerne. Mich in alles verwandeln zu können, einen Zugvogel vielleicht, oder überall hin reisen zu können, zum Beispiel an einen fernen Strand … Aloha! Dazu einen Gin Tonic, während ich im Liegestuhl den lauen Abend genieße, und über mir der Sternenhimmel, ein Lichtermeer aus kleinen Pünktchen.

Jedes Jahr das Gleiche? Von wegen! Vielleicht mache ich den Traum wahr, wenn ich die Chance dazu habe, denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und ein Zaubertrank ist dafür nicht nötig.

Autor*in: Ulrike     Blog: Blaupause7

 

Adventüden 2020 09-12 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

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Etikett, Gin, Käsekuchen, Kuscheldecke, Lebkuchen, Lichtermeer, Märchenbuch, Minnesang, Nebelschwaden, Schlittenfahrt, Semmelknödel, Streicheleinheiten, Wichtel, Wunschpunsch, Zugvogel

Dieser Text erschien zuerst im Rahmen der Adventüden 2020, einem Projekt von »Irgendwas ist immer«.

 

Adventüden 2020 07-12 | 365tageasatzaday

07.12. – Verpunschunwunschung | Adventüden

 

Dichte gelbliche Nebelschwaden krochen aus der Flasche. Dieses Gebräu war sicherlich nicht mehr gut. Vorsichtig fächelte sie sich etwas von dem Nebel zu, um daran zu riechen. Der Geruch erinnerte entfernt an Mango, Katzenklo und Leberwurst. Sie schüttelte sich. Trinken würde sie das Zeug sicherlich nicht, auch wenn der Aufdruck »Wunschpunsch« einfach verlockend klang und sie sich sehr darüber gefreut hatte, als sie die kleine Flasche am Nikolausmorgen überraschend in ihrem Stiefel vor der Wohnungstür gefunden hatte.

Sie hatte sich vorgestellt, dass der gut aussehende neue Nachbar von gegenüber ihr dieses nette Geschenk gemacht hatte. Abends hatte sie sich allein auf dem Sofa in ihre Kuscheldecke eingemummelt und ein Stück ihres geliebten Käsekuchens genossen, während sie sich endlosen Träumereien eines Kennenlernens, Sichverliebens und Glücklichseins hingab.

Doch was ihr der Wunschpunsch nun offenbarte, war eher ernüchternd und verursachte bei ihr einen leichten Würgereiz. Inzwischen brodelte die Flüssigkeit leicht und der entweichende Dunst verfärbte sich ins Grünliche. Beängstigend, wie viel davon so einer kleinen Flasche entfliehen konnte. Jetzt wurde sie hektisch. Die Brühe musste so schnell wie möglich raus aus ihrer Wohnung. Wer wusste, was sie da einatmete! Sie öffnete die Balkontür, zog sich schnell ein Paar Einweghandschuhe über und trug vorsichtig die Flasche, die sich bereits leicht erwärmt hatte, hinaus auf den Balkon. Dort nahm ganz allmählich das Brodeln ab und auch der Nebel lichtete sich.
Am nächsten Tag kippte sie enttäuscht den Wunschpunsch in den Abfluss und hörte nicht, wie er leise das Lied des mit Füßen getretenen Glücks und der verpassten Gelegenheiten summte.

Autor*in: Yvonne     Blog: UmgeBUCHt

 

Adventüden 2020 07-12 | 365tageasatzaday
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Etikett, Gin, Käsekuchen, Kuscheldecke, Lebkuchen, Lichtermeer, Märchenbuch, Minnesang, Nebelschwaden, Schlittenfahrt, Semmelknödel, Streicheleinheiten, Wichtel, Wunschpunsch, Zugvogel

Dieser Text erschien zuerst im Rahmen der Adventüden 2020, einem Projekt von »Irgendwas ist immer«.

 

Adventüden 2020 06-12 | 365tageasatzaday

06.12. – Die Überraschung | Adventüden

Triggerwarnung: Hinterhältig!

 

Das Etikett auf der Flasche verhieß nichts Gutes. »Wunschpunsch« stand da. Gitta las es, drehte die Flasche einmal im Kreis herum und las noch mal. Wunschpunsch. Gitta schob den Käsekuchen zur Seite.

Vermutlich ist es einfach nur Gin, dachte sie – aber wenn doch was dran war? In ihrem alten Märchenbuch gab es eine Geschichte, es war irgendwas mit: Wenn man trinkt, kann man sich etwas wünschen – aber was war die Bedingung? Es gibt immer eine Bedingung bei den Märchen, nichts ist umsonst.
Sie nahm die Flasche in die Hand. Kein Drehverschluss, ein seltsamer Korken, der nicht so aussah, als ob man ihn mit dem Korkenzieher herausziehen sollte.

Ich könnte mir wünschen, dass ich jetzt noch die Semmelknödel mit Gulasch essen kann, mir nicht schlecht wird und ich morgen trotzdem nicht zugenommen habe, dachte sie.

So ein Blödsinn. Sie sollte sich schon etwas Gescheites wünschen. Einen Lottogewinn oder eine Schlittenfahrt mit dem Weihnachtsmann zum Beispiel. Und wenn sie erst beim Weihnachtsmann in der Kutsche saß, könnte sie ja direkt weiterwünschen. Der Weihnachtsmann und seine Wichtel erfüllen ja auch Wünsche.
Die Frage, wer ihr die Flasche vor die Tür gestellt hatte, war auch noch nicht beantwortet.

Ich wünsche mir einen Prinzen, der mein Herz mit Minnesang erobert, dachte Gitta, schenkte sich ein Glas halb voll und nippte. Mhm, lecker. Sie trank in kleinen Schlucken und wünschte sich den Prinzen. Dann trank sie ein zweites Glas und wünschte sich noch das Schloss dazu. Und noch ein Glas.
Ich wünsche mir die Schlittenfahrt. Gitta wurde schläfrig.
Sie ließ das Glas sinken und flüsterte: »Nein, viel lieber will ich ein Zugvogel sein und die ganze Welt von oben sehen.«

Das Glas fiel zu Boden.
Der Hausmeister fühlte Gittas Puls und wählte eine Nummer.
»Die Alte ist hin«, sagte er. »Die Wohnung wird frei.«

Autor*in: Carmen     Blog: Wortwabe

 

Adventüden 2020 06-12 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

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Etikett, Gin, Käsekuchen, Kuscheldecke, Lebkuchen, Lichtermeer, Märchenbuch, Minnesang, Nebelschwaden, Schlittenfahrt, Semmelknödel, Streicheleinheiten, Wichtel, Wunschpunsch, Zugvogel

Dieser Text erschien zuerst im Rahmen der Adventüden 2020, einem Projekt von »Irgendwas ist immer«.

 

Adventüden 2020 04-12 | 365tageasatzaday

04.12. – Gewebte Gedanken über der Brücke | Adventüden

 

Nebelschwaden liegen dunstgeschwängert über dem Moor. Fern ist das Lichtermeer. Vier Winde streifen um mein Haus. Moos kriecht an den Wänden empor, die Fenster sind mit Blindheit geschlagen. Minnegesang erklingt in staubigen Ecken – oder sind es Irrlichter, die flüstern und mit Versprechungen locken? Erinnerungen nisten sich in Spinnweben ein. Der See aus Tränen trägt nicht. Das Märchenbuch ist zugeschlagen. Die Geschichten, die ich las, sind vergessen. Zugvögel haben sie mit sich getragen. Wichtel haben mir meinen Wunschpunsch gestohlen. Auf meinen Schlaf legt sich Grau. Die Falten sind Gram. Worte verblassen.
Der Wind verstummt. Mir bleibt das Vergessen …

Autor*in: Sabine     Blog: Wortgeflumselkritzelkram

 

Adventüden 2020 04-12 | 365tageasatzaday
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Etikett, Gin, Käsekuchen, Kuscheldecke, Lebkuchen, Lichtermeer, Märchenbuch, Minnesang, Nebelschwaden, Schlittenfahrt, Semmelknödel, Streicheleinheiten, Wichtel, Wunschpunsch, Zugvogel

Dieser Text erschien zuerst im Rahmen der Adventüden 2020, einem Projekt von »Irgendwas ist immer«.

 

Adventüden 2020 03-12 | 365tageasatzaday

03.12. – Geld wächst auf Bäumen | Adventüden

 

Gregor saß auf seiner Parkbank in einem Lichtermeer. Die Stadt hatte keine Kosten und Mühen gescheut, jeden Baum in dem Stadtgarten zu erleuchten. Tagsüber tummelten sich hier Spaziergänger und Kinder trafen sich auf dem kleinen Hügel für eine Schlittenfahrt. Erst ab zwanzig Uhr, entweder zum Abendbrot oder zur Prime Time, verschwanden die Menschen nach und nach. Zurück blieben solche, die keinen Tisch für ein Abendbrot oder keinen Fernseher besaßen. Der Stadtgarten wurde zum Pennerpark. Sicher würde die Beleuchtung in wenigen Minuten ausgehen, um Strom zu sparen.

Gregor sah zu Elsa hinüber. Sie war eine dieser Junkies, die nach und nach schlechter aussahen, bis sie verschwanden. Gregor blieb beim Alkohol. Der machte einen haltbarer und war billiger. Er wollte sich nicht prostituieren. Die Vorstellung, wie er alter hässlicher Vogel versuchen würde, Gigolo zu sein, amüsierte ihn. Da war es wahrscheinlicher, dass Geld an Bäumen wuchs. Er lachte laut. So ganz abwegig war das nicht. Die Lichterketten hatten sicherlich ein Vermögen gekostet. Man hätte es in ein neues Obdachlosenheim investieren können, aber so weit dachten die da oben nicht.

Gregor nahm einen Schluck Gin und seine Stimmung schlug um. Er wurde sauer, dass man Leute wie ihn ignorierte, indem man das Licht ausmachte und sie verschwinden ließ. Gregor wurde immer wütender. Er schrie – und die Lichterketten erloschen.

Nun tauchte der Vollmond den Park in geheimnisvolles Licht. Schatten spielten in den Bäumen und der Schnee glitzerte. Der Park verwandelte sich. An jedem Strauch und Baum sah Gregor Blumen aufblühen. Neugierig ging er näher, um an ihnen zu riechen, doch er stellte fest, dass sie aus Papier waren. Vorsichtig pflückte er eine der Blüten und faltete sie auseinander – ein Fünfzig-Euro-Schein. Die nächste Blüte war ein Hunderter. Gregor lachte. Er hatte es gewusst. Geld wuchs auf Bäumen.

Autor*in: Katharina     Blog: Katha kritzelt

 

Adventüden 2020 03-12 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Ja, bis es mich nervt, schneit es jetzt hier. Ihr wollt auch? Bedankt euch bei Karin, die mich danach gefragt hat, denn ich kann euch meine Anleitung geben:
https://365tageasatzaday.wordpress.com/2019/12/12/12-eine-selige-weihnacht-adventueden/#comment-39948

 

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Etikett, Gin, Käsekuchen, Kuscheldecke, Lebkuchen, Lichtermeer, Märchenbuch, Minnesang, Nebelschwaden, Schlittenfahrt, Semmelknödel, Streicheleinheiten, Wichtel, Wunschpunsch, Zugvogel

Dieser Text erschien zuerst im Rahmen der Adventüden 2020, einem Projekt von »Irgendwas ist immer«.

 

Adventüden 2020 02-12 | 365tageasatzaday

02.12. – Gin und Käsekuchen – Ein Loblied auf den Käsekuchen | Adventüden

 

Gin und Käsekuchen

Auf dem Etikett
Steht es fett:
Gin soll man versuchen
Zu einem Käsekuchen.
Danach unter die Kuscheldecke,
Denn der Wind pfeift um die Ecke.
Treibt weiße Flocken vor sich her,
So kalt war es schon lang nicht mehr.

Ich träum vor mich hin
Nach weiterem Gin,
Von Schlittenfahrt und Gänsebraten,
Lebkuchen verschiedener Arten,
Von Wichteln und der Wichtelei,
Gin für mich ist auch dabei.
Durchs Fenster seh ich das Lichtermeer,
In der Tat, es weihnachtet sehr.

Noch ein Glas? Kann ja nicht schaden!
Was sind denn das für Nebelschwaden?
Seh ich Geister und Gespenster
Draußen vor dem großen Fenster?
Der Geist der Weihnacht, ist er hier?
Will er etwa auch zu mir?
Ich zieh den Vorhang schnell mal zu
Dann lässt der Geist mich wohl in Ruh.

Mir wird schon etwas blümerant,
Der Gin kommt besser in den Schrank.
Vom Käsekuchen noch ein Stück,
Dann auf das Sofa schnell zurück.
Ein Nickerchen werd ich mir gönnen,
Würd den Winter gern verpennen.
Um mit Gin und Käsekuchen
Ostereier dann zu suchen.

Autor*in: Elvira     Blog: Quilt-Traum

 

Ein Loblied auf den Käsekuchen

Käsekuchen mag ich schon immer. Woher die Affinität zu ihm kommt, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls ist er mir immer lieber als Apfelkuchen oder Streuselkuchen, die in unserer Region stark beliebt sind.

Das Etikett »Käskuchen« mag für viele Kuchen gelten, etwa auch für den flachen Mattekuchen oder »Ploatsch« (ich hoffe, ich habe ihn phonetisch gut wiedergegeben). Letzteren bekommt man oft in riesigen Schnitten, sodass man Kuchenteller getrost dafür vergessen kann.

Es gibt sicher auch Käsekuchen mit Alkohol, aber ob man Gin dazu nehmen kann? Jedenfalls habe ich manchmal auch etwas Weinbrand hinzugenommen, wenn ich ihn selbst gebacken habe.

Krümelig trockenen Käskuchen mag ich dagegen nicht, er stopft so schnell. Am liebsten ist mir eine richtig saftige Variante.

Jedenfalls ist es schön, dass solche Rezepte für mich nie aus der Mode kommen oder irgendwann nicht mehr schmecken. Das kann ich getrost für meinen Käsekuchen behaupten.

Autor*in: Gerhard     Blog: Kopf und Gestalt

 

Adventüden 2020 02-12 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

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Etikett, Gin, Käsekuchen, Kuscheldecke, Lebkuchen, Lichtermeer, Märchenbuch, Minnesang, Nebelschwaden, Schlittenfahrt, Semmelknödel, Streicheleinheiten, Wichtel, Wunschpunsch, Zugvogel

Diese Texte erschienen zuerst im Rahmen der Adventüden 2020, einem Projekt von »Irgendwas ist immer«. Dies ist die einzige Doppelbelegung eines Türchens, danke euch beiden herzlich für die Erlaubnis!

 

Adventüden 2020 01-12 | 365tageasatzaday

01.12. – Alice und die Schlittenfahrt | Adventüden

 

Die Sonne scheint auf den glitzernden Schnee. Während Alice sich in drei Schichten Unterwäsche quetscht, toben die Hunde schon an der Haustür. Gerd und Olav kommen gleich vorbei, dann soll es zur Schlittenfahrt auf die kleine Anhöhe gehen.

Morgens hatten noch Nebelschwaden über der Siedlung gehangen, doch ein gnädiger Wind blies sie bereits weg. Es klingelt, und sie wickelt den Schal um ihren Hals, bevor sie öffnet.
Olav begrüßt sie mit einem ungelenken Kuss auf die Wange, Gerd zieht grinsend die Augenbrauen hoch. Sie ziehen los, karawanengleich, jeder mit einem Schlitten im Schlepptau, kichernd und kicksend, wie sich nur erwachsene Kinder auf die seelischen Streicheleinheiten eines Tages im Schnee freuen können.

Alice stutzt, als sie um die letzte Ecke biegen. »Das darf doch nicht wahr sein!«

»Todesursache?« Mühlenbrock niest und zieht die Polizeiwollmütze tiefer in die hohe Stirn.
»Genickbruch, würde ich sagen.« Karl erhebt sich und tauscht die dünnen blauen Handschuhe gegen dicke Fäustlinge. »Sieht aus, als hätte er mit dem Streusalz gespart. Hier ist es spiegelglatt! Mehr …«
»… wenn du ihn auf dem Tisch hattest!« Der Kommissar nickt, niest noch einmal zur Bekräftigung und macht sich auf den Weg zurück ins warme Revier.

Er macht es sich am PC gemütlich, gießt sich eine heiße Schokolade aus seiner Thermoskanne ein und öffnet die Berichtsmaske. Das Telefon klingelt.
»Mühlenbrock? Ja, Karl? Eindeutig Unfall? Und die Spurensicherung hat im ganzen Haus kein Streusalz gefunden? Blöder Öko, das hat er jetzt davon.«
Er legt auf und schüttelt den Kopf.

Auf dem Hügel sitzen Alice und ihre Freunde und betrachten das abendliche Lichtermeer der Stadt.
»Hat alles auf unserem Rutschehügel verschwendet, der Idiot«, lacht sie, »da brauchten wir noch nicht mal nachzuhelfen.« Sie stößt mit den anderen an.

»Das scheint ein Wunschpunsch zu sein«, lächelt Olav und schaut ihr tief in die Augen.

Autor*in: Alice;     Blog: Make a Choice Alice

 

Adventüden 2020 01-12 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

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Etikett, Gin, Käsekuchen, Kuscheldecke, Lebkuchen, Lichtermeer, Märchenbuch, Minnesang, Nebelschwaden, Schlittenfahrt, Semmelknödel, Streicheleinheiten, Wichtel, Wunschpunsch, Zugvogel

Dieser Text erschien zuerst im Rahmen der Adventüden 2020, einem Projekt von »Irgendwas ist immer«.

 

Adventüden 2020 30-11 | 365tageasatzaday

30.11. – Weihnachtlicher Geist | Adventüden

 

Jedes Jahr gehen meine Freundin Anna und ich auf eine Weihnachtsfeier. Dabei zelebrieren wir das immer. Auf dem Weg zur Weihnachtsfeier des Vereins ist ein wunderbarer Rodelberg. Daher nehmen wir für den Hinweg einen Schlitten mit, sodass eine vergnügliche Schlittenfahrt vor uns liegt. Am Fuß des Berges sehen wir schon das Lichtermeer des Christkindelmarktes. Das ist unser Ziel. Hier treffen wir uns mit den Vereinskollegen. Jedes Jahr freuen wir uns schon auf das Treffen und das Wichteln.

Nach der Weihnachtsfeier gingen Anna und ich nach Hause. Das war natürlich anstrengender als zuvor, da wir die Schlitten den Berg hinaufziehen mussten.
Leider hatten sich in der Zwischenzeit Nebelschwaden gebildet, sodass der Weg unheimlicher geworden war, da wir durch unbewohntes Gebiet mussten. Wir waren froh, dass wir nicht alleine waren. Wir sahen plötzlich eine kopflose Gestalt vor uns auf einem Fahrrad. Mit Schrecken flüchteten wir ins Gebüsch. Da Schnee lag, wurden wir dort sehr nass. Als das Fahrrad weg war, gingen wir schweigend nach Hause.

Zu Hause erwartete ich meinen Mann, der mich mit einem Tee empfangen sollte, damit ich mich in der Kuscheldecke wärmen konnte. Doch es war niemand hier. Ich suchte verzweifelt nach einem Hinweis, aber er hatte keine Nachricht hinterlassen. Stunden später kam mein Mann nach Hause und sah mich völlig aufgelöst. Es stellte sich heraus, dass er uns aufgrund des schlechten Wetters mit dem Fahrrad entgegengekommen war. Er hatte den Kragen seines Mantels wegen des Wetters aufgestellt und jagte somit meiner Freundin und mir den Schreck ein. Wären wir stehen geblieben, hätten wir uns getroffen.

Als ich das am nächsten Morgen Anna erzählte, war auch sie erleichtert, da sie schon dachte, dass wir einen Geist gesehen hätten.

Autor*in: Monika     Blog: Allerlei Gedanken

 

Adventüden 2020 30-11 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

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Etikett, Gin, Käsekuchen, Kuscheldecke, Lebkuchen, Lichtermeer, Märchenbuch, Minnesang, Nebelschwaden, Schlittenfahrt, Semmelknödel, Streicheleinheiten, Wichtel, Wunschpunsch, Zugvogel

Dieser Text erschien zuerst im Rahmen der Adventüden 2020, einem Projekt von »Irgendwas ist immer«.

 

Adventüden 2020 29-11 | 365tageasatzaday

29.11. – Advent im Seniorenheim | Adventüden

 

Fräulein Honigohr schiebt den Kessel vor den Gemeinschaftsraum. Jetzt fehlt nur noch der perfekte Platz. Sie umrundet suchend einen Ohrensessel und erschrickt fast zu Tode, weil ein alter Mann darin sitzt. Er öffnet erst ein Auge, dann das zweite.
Ein Lächeln breitet sich auf seinem Graubartgesicht aus. »Du? Das freut mich aber!«
»Herrje! Du hast mich erschreckt! Was tust du hier?«
»Keine Umarmung? Kein Lächeln? Oh-oh, du bist immer noch sauer …«
Fräulein Honigohr kraust die Nase und spitzt die Lippen.
Der Graubartmann seufzt. »Na gut. Ich mache Urlaub. Diese alte Geschichte tut mir leid, aber ich bin nicht perfekt, auch, wenn das alle glauben möchten.«
Fräulein Honigohr guckt vorwurfsvoll. »Urlaub? Solltest du nicht arbeiten? Bei dir ist doch jetzt Hochsaison, oder?«
Der alte Mann winkt ab. »Ich muss nur zum Finale da sein. Hier gibt’s drei Mahlzeiten am Tag und keiner quatscht mich mit Wünschen voll. Außerdem ist es schön warm. Wie ich diesen ewigen Schnee hasse! Sind die Nebelschwaden da draußen nicht herrlich?«
»Na ja.« Fräulein Honigohr schaut skeptisch aus dem Fenster.
»Und du? Was tust du hier?«
»Ich bringe nur ein bisschen Wunschpunsch vorbei.«
»Deinen berühmten? Mit Gin?« Der Bart des alten Mannes leuchtet hell-weiß auf.
Fräulein Honigohr schlägt bescheiden die Augen nieder.
»Darf ich probieren?«

Sie nickt, dreht sich um und erstarrt. Auf dem Gang stehen drei alte Frauen, sie haben gefüllte Zahnputzbecher in der Hand und flüstern Wünsche in die Korridorluft. Ein winzig kleines geflügeltes Schwein fliegt Slalom durch die Zimmerpalmen.
»Du könntest mir helfen«, sagt Fräulein Honigohr, »der Kessel ist schwer, und ich würde ihn gern hier reinstellen, bevor er leer ist.«
Der alte Mann springt mit erstaunlich elastischen Bewegungen auf. »Und dann sind wir quitt?«
»Ja.«

Das Minischwein quiekt leise, dann segelt es auf den Flur hinaus. Es gilt, draußen eine Welt zu entdecken.

Autor*in: Tanja     Blog: Stachelbeermond

 

Adventüden 2020 29-11 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir
 

 

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Etikett, Gin, Käsekuchen, Kuscheldecke, Lebkuchen, Lichtermeer, Märchenbuch, Minnesang, Nebelschwaden, Schlittenfahrt, Semmelknödel, Streicheleinheiten, Wichtel, Wunschpunsch, Zugvogel

Dieser Text erschien zuerst im Rahmen der Adventüden 2020, einem Projekt von »Irgendwas ist immer«.

 

Fazit Textwochen 47.48.20, willkommen Adventüden 2020!

Das Jahr neigt sich seinem letzten Zwölftel entgegen, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, und ziemlich viele Leute sind der Meinung, es könne getrost weg, aber so was von! Ich möchte glücklicherweise einiges aus diesem Jahr zwar auf keinen Fall missen, aber die gesamte Lage … nun, da gibt es nun wirklich noch Luft nach oben … 😉

Was auf jeden Fall hiermit beendet ist, sind die regulären abc.etüden für dieses Jahr. In einer knappen Stunde geht die erste von 26 Adventüden 2020 online – der Etüden-Adventskalender, Ausgabe II, startet voll durch! 😀
An alle, die jetzt denken, dass sie daran gern mitgeschrieben hätten: Danke, die Türchen sind längst voll. Ich hatte im Sommer (im Rahmen des Etüdensommerpausenintermezzos) zum Schreiben aufgerufen und habe so viele Adventüden erhalten, dass ich schon zum 1. Advent mit der Veröffentlichung beginnen kann. Wer aber nun unbedingt mit diesen Wörtern (noch) etwas schreiben möchte, den bitte ich, es erst nach dem 24. zu veröffentlichen, denn dann schließt dieser Adventskalender, wie es gute Adventskalender nun mal tun. Und natürlich werde ich, falls es im nächsten Winter wieder Etüden und Adventüden geben wird, auch im Sommer erneut einen Schreibaufruf dazu posten.
Danke jedenfalls, dass ihr dabei seid. Wärmstens. ❤

Statistik first, wie immer. Die wunderbare Wortspende von Ulli Gau hat uns wahnsinnige 74 Etüden von 38 Blogs (ich weiß nicht, ob wir jemals so viele hatten, dieses komische Jahr bestimmt nicht) beschert. Die Liste führt Christian mit 7 Etüden an, gefolgt von Gerda mit 5 und Monika-Maria und Puzzleblume mit jeweils 4 Etüden.

Vielen Dank wie immer an alle, die mitgeschrieben, mitgelesen, gelikt und kommentiert haben! Vielen Dank ebenso an Ulli, die Wortspenderin, die ebenfalls gelesen, gelikt und kommentiert hat, sowie an jede*n, die*der mit durch die teilnehmenden Blogs gegangen ist und kommentiert/diskutiert hat.
Ich schreibe das jedes Mal, denn es stimmt auch jedes Mal: Ich freue mich über jede*n, der*die Lust dazu hat, man lernt die anderen Blogger*innen besser kennen und rückt ein bisschen näher zusammen, und sei es nur virtuell, ist doch egal.

Wie immer bitte ich euch, die Liste zu kontrollieren, ob jede eurer Etüden dort verzeichnet ist oder ob euch sonst was komisch vorkommt – manchmal übersehe ich was, und dieses Mal war ich definitiv mit anderem beschäftigt. Ich trage gerne nach, wenn irgendwas nicht stimmt, ihr wisst das, es ist keine böse Absicht.
Kaffee und Keks parat? Hier kommt die Liste.

Disclaimer: Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Inhaltshinweisen (CN/Triggerwarnungen, z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt.

Monika-Maria auf Zauberei mit Buchstaben: hier, hier, hier und hier
Melina auf Innen-Reise-Wege: hier und hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Jacqueline in Jacquelines Lebenstagebuch: hier
Olpo Olponator auf olpo run: hier
Maren auf Ich lache mich gesund: hier, hier und hier
Puzzleblume auf Puzzle❀: hier, hier, hier und hier
Christian auf Wortverdreher: hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier, hier und hier
Heidi auf Erinnerungswerkstatt: hier
Heidi auf heidimariaskleinewelt: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier, hier und hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier, hier, hier, hier und hier
Werner auf Werner Kastens: hier, hier und hier
Kain Schreiber auf Gedankenflut: hier, hier und hier
Ulrike auf Blaupause7: hier, hier und hier
Nicole auf Die Waldträumerin: hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier
Lilli, die Geschichtenweise, auf Schreibnische: hier
Ulli aus dem Café Weltenall: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier, hier und hier
Donka auf onlybatscanhang: hier
Anna-Lena auf Meine literarische Visitenkarte: hier
Wortman auf Wortman: hier
Tanja auf Stachelbeermond: hier
Lea auf Kommunikatz: hier
Veronika auf vro jongliert: hier
Ellen auf nellindreams: hier, hier und hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Monika auf Allerlei Gedanken: hier und hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Carmen aus der Wortwabe: hier
Doro auf DORO|ART: hier
Marion auf Findesatz: hier
Martina auf Und sonst so?: hier
Nina vom Bodenlosz-Archiv: hier
Judith auf Mutiger leben: hier und hier

 

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die nächsten regulären Wörter gibt es im neuen Jahr, und zwar am 3. Januar 2021. Ich werde noch im Dezember die nächsten Wortspender ziehen (lassen) und anschreiben. Achtung: Ihr, die ihr seit dem Sommer dazugestoßen seid, würdet ihr mir bitte in einem Kommentar ausdrücklich zustimmen, dass ihr Wortspender werden möchtet? Dann erst darf ich mir nämlich eure Mailadresse wegspeichern (mit Dank an die DSGVO) und werfe euren Namen in meinen imaginären Topf.

Nach den Adventüden plane ich für irgendwann noch eine Zusammenfassung, aber ansonsten falle ich vermutlich ins Weihnachtskoma.

Habt einen schönen 1. Advent, genießt die Adventüden, kommt gut durch den Dezember und über die Weihnachtstage. Wir lesen uns! 😀

 

Adventüden 2020 Start | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Inhaltshinweise/CN/Triggerwarnungen zu den Adventüden

Update Ende November 2020

 

Letztes Jahr waren auf diesem Blog die Triggerwarnungen das große Ding, das die Schreibenden gespalten hat, dieses Jahr haben wir Corona. Was bin ich froh, dass ich die Triggerdiskussion nicht dieses Jahr führen musste, ich bin nicht sicher, ob die Etüden das überlebt hätten. Ich finde nämlich schon, dass der Ton und die Haltungen unversöhnlicher geworden sind.

Corona kommt allerdings in den Etüden explizit so gut wie nicht vor.

Trotzdem gilt, dass Weihnachten für viele leider keine Freude ist. Für mehr, als man denkt, sind die geballten Emotionen, die uns Medien, Werbung etc. als „schönste Zeit im Jahr“ verkaufen, in Wirklichkeit eine Zeit von Alleinsein, Stress, Kummer und Angst – und vielfach auch Gewalt in allen Ausprägungen. Und natürlich gibt es auch Menschen, die Weihnachten aus verschiedenen Gründen gar nicht feiern. Die Verarbeitung einer anderen Seite der Realität hat auch in den Etüden ihren Platz, wobei doch viele Adventüden eher eine harmonische Weihnachtszeit beschwören.

Auch diese Etüden wurden im Rahmen des Etüdensommerpausenintermezzos (bis Ende August) geschrieben. Letztes Jahr hatte da die Debatte zum Thema Triggerwarnungen bei den abc.etüden noch nicht stattgefunden. Sieht man sich den scheinbar „normalen“ Ton an, in dem Debatten im Internet geführt werden, muss ich immer noch sagen, dass wir die Ausnahme geschafft haben: Wir sind nicht wirklich zu einem Konsens gekommen, aber das Wie (463! verdammte! Kommentare!; dabei allerdings auch Verlinkungen zu Etüden) war auf jeden Fall besonders und nachahmenswert – wir sprechen alle noch miteinander.

Unser Konsens sah/sieht so aus, dass sich jeder an den Etüden teilnehmende Blog entscheiden kann, ob er Inhaltshinweise setzt, speziell in den Stich-/Schlagwörtern, die man jedem Beitrag beifügen kann. Einführende Charakterisierungen des Textes haben die meisten Mitschreibenden abgelehnt. Die meisten (auch einige Betroffene) haben ferner argumentiert, dass Trigger zu speziell seien, als dass man sie benennen könnte, und dass buchstäblich ALLES triggern kann.

Aufgrund dieser besonderen Situation (siehe oben, die Etüden entstanden vor der Diskussion) und der Tatsache, dass die Adventüden über meinen Blog erscheinen, habe ich alle Etüden mit einem Link zu diesem Text versehen, außerdem sind alle verschlagwortet, ich hoffe, ausreichend, ich lerne da auch noch.

Schlussendlich möchte ich jede*n Lesende*n, der*die möglicherweise mit bestimmten Situationen Probleme hat, an seine*ihre Eigenverantwortung erinnern: Alle Adventüden sind zwar mit Stich-/Schlagwörtern bestückt, aber ich kann nicht beurteilen, ob sie gerade bei euch greifen. Wenn ihr im Zweifel seid, ob ihr etwas abkönnt, lest bitte nicht weiter.

 

Es kann nicht schaden, von ein paar Anlaufstellen zu wissen, für alle, die in der Realität Probleme haben oder bemerken und helfen möchten – ich bin sicher, dass es einige unter euch gibt, die wissen, wovon ich rede. Die Beratung ist kostenlos und anonym.

  • das „Hilfetelefon“ (Gewalt gegen Frauen, auch Beratung für Angehörige oder Freunde/Bekannte), Tel. 08000 116 016, www.hilfetelefon.de
  • die „Nummer gegen Kummer“ (für Kinder und Jugendliche; Eltern etc. andere Nummer, bitte über die Webseite aufrufen), Tel. 116 111, www.nummergegenkummer.de
  • die „TelefonSeelsorge“ (Sorgen von der Seele reden), Tel. 0800 111 0 111, www.telefonseelsorge.de

 

Habt viel Spaß beim zweiten Etüden-Adventskalender, den Adventüden 2020!

 

Adventüden 2020 Start | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir