Alltag | November

Seit dem vergangenen Wochenende läuft es, Ullis „Projekt Alltag“. Sie lädt uns dazu ein, „… einmal im Monat, ein Jahr lang, jeweils zum ersten Wochenende eines Monats, ein Bild, einen Text, ein Musikstück auf deiner Seite mit dem Thema „Alltag“ vorzustellen und dieses mit diesem Beitrag zu verlinken.“

Nun ist das erste Wochenende eines Monats aus verschiedenen Gründen zurzeit bei mir eher belegt, und ich muss zugeben, dass ich es 1. hasse, etwas zu posten und dann nicht online zu sein, um auf Kommentare reagieren zu können, und 2. ausnehmend ungern zwei Sachen an einem Tag poste, um dann wieder mehrere Tage völlig still zu sein. Daher, liebe Ulli, hoffe ich, dass du mir verzeihen kannst: Ich bin ein Nachzügler.

Auch ich habe nach einem Gegenstand aus meinem Alltag gesucht, den ich euch zeigen könnte.

Palmström legt des Nachts sein Chronometer,
um sein lästig Ticken nicht zu hören,
in ein Glas mit Opium oder Äther.

Morgens ist die Uhr dann ganz ›herunter‹.
Ihren Geist von neuem zu beschwören,
wäscht er sie mit schwarzem Mokka munter.

(Christian Morgenstern, Palmström legt des Nachts sein Chronometer, 1910, Online-Quelle)

Ähm, nein, kein Chronometer. Voilà, ich präsentiere: meinen Kaffeebecher, und, ähm, nein, Mokka geht da drin auch irgendwie verloren …

Kaffeebecher | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst

 

Es gibt Leute, die sammeln Schuhe oder Handtaschen. Ich komme schwer an Ständen mit Töpfereiwaren vorbei. (Oh, und mit Ohrringen, wenn wir schon mal dabei sind.) Bis bei mir der Verstand eingesetzt hat, war ich bei fast jedem Töpfereistand in Gefahr, einen oder zwei (selbstverständlich später fast nie gebrauchte) Becher nach Hause zu tragen. Dieser Becher stammt aus der Töpferei Porzelius-Reder in Bamberg in der Nähe von Dom und Michaelsberg und ist völlig undefinierbaren Alters (außer dass die Töpferin diese Größe nicht mehr herstellt, und ich war da schon seit knapp 10 Jahren nicht mehr) und absolut ständig in Gebrauch.

Meine Definition von „anständigem Kaffee“ ist eh, dass ich so viel Kaffee in die Milch tue, dass die Milch warm wird. Der Becher fasst ca. 400 ml und eignet sich hervorragend für Milchkaffee.

Mein Becher ist nun wirklich nicht der einzige, den ich besitze, aber wenn der irgendwann mal das Zeitliche segnet, dann weiß ich jetzt schon, dass ich völlig aufgeschmissen vor der Frage stehen werde, woraus ich meinen Kaffee trinken soll …

Für Lakritze und alle, die es interessiert: Dies ist der Becher mit der kleinen Schwester. Klein ist relativ, es passen auch 250–300 ml hinein. Das Bild dagegen ist links verzogen, es sieht ungleichmäßig bauchig aus, das stimmt natürlich so nicht.

 

Kaffeebecher | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbstinallerEile

 

 

Projekt Alltag von Ulli Gau

Projekt Alltag von Ulli Gau
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Lächeln – Samstag, 4. Oktober 2014

Das Lächeln ist ein Licht, das sich im Fenster eines Gesichts zeigt, und anzeigt, dass das Herz daheim ist.

(Unbekannt)

 

Ein Lächeln kostet nicht viel und bewirkt zumindest, dass man sich (kurzfristig) besser fühlt. Ja, das Glück der kleinen Dinge undsoweiter. Und was, wenn der Alltag nur nervt? Gerade dann. Licht gibt es nur mit Schatten, sonst sähe man das Licht ja gar nicht. Also ist doch die Frage: was will ich sehen, worauf will ich meinen Fokus legen? Das Schöne? Das Nervige?

Es geht nicht darum, zu behaupten, dass alles immer „schön“ ist. Ist es nicht, das wäre Verdrängung. Aber es geht darum, es AUCH zu sehen, wenn es einem schlecht geht. Auch wenn ich wütend bin, weil ich mich mit meinem Liebsten gezofft habe, kann ich sehen, dass die Katze wie gemalt auf ihrem Lieblingsplatz liegt und selig schläft. Auch wenn ich genervt bin, weil mein Kuchen nicht geworden ist, kann ich hören, dass das Radio gerade eines meiner Lieblingslieder spielt. Das heißt nicht, dass ich keinen Handlungsbedarf mehr habe, aber ich kann innehalten – und lächeln. Und zumindest meine Laune verbessert das. Zumindest kurz.

Sonnenblumenlachen – 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst

Nein, das Gesicht war schon so, als ich sie entdeckt habe, ich finds nur schade, dass ich sie nicht mit noch mehr Blütenblättern ablichten konnte.