Alltag | Januar

Eine feine Idee: Ulli ruft dazu auf, Einblicke in unseren Alltag zu zeigen. Sie lädt ein, „… einmal im Monat, ein Jahr lang, jeweils zum ersten Wochenende eines Monats, ein Bild, einen Text, ein Musikstück mit dem Thema „Alltag“ vorzustellen“, oder besser, aus unseren „Alle-Tagen“.

 

Quelle: Ulli Gau

 

„Alle Tage“, das ist dann auch mein Stichwort. Abgesehen davon, dass ich den Weg nicht „alle Tage“ gehe, und schon gar nicht zur gleichen Uhrzeit, möchte ich euch einen Ausblick vorstellen. Ich zücke jedes Mal, JEDES MAL, wenn ich dort vorbeikomme, mein Handy. Das geschieht oft genug, um ein Jahr (= ein Bild pro Monat) damit füllen zu können, und nein, ich habe mir kein Kreuz auf den Boden gemalt, dass ich immer an der gleichen Stelle stehe, daher gibt es schon gewisse Abweichungen, wenn man genau hinschaut …
Und auch ja, ich habe den Tagen mit dem abwechslungsreicheren (= mit Wolken) Himmel den Vorzug gegeben – dieser strahlend blaue Himmel nervt mich a) sowieso, b) kann die Handy-Cam damit nicht so gut (oder ich); diesen gleißenden Eindruck, wenn die Sonne auf einen knallt und man nicht im Schatten steht, habe ich bisher noch nicht so gut einfangen können, daher verfälscht das schon etwas, denn auch bei uns war der letzte Sommer sehr lang und sehr heiß und sehr trocken.
Das Bild kann man übrigens groß klicken.

 

Außenmühle 2018 | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst, in mühevoller Kleinarbeit

 

Da es mich nervt, dass immer bei den Nachzüglern zu sein, erscheint dieser Eintrag heute Abend und damit gerade noch fristgerecht  ;-), bricht aber meine eigene Regel von „möglichst nicht zwei Posts am Tag“. Sei es drum. Seht es mir bitte nach.

 

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Alltag | Dezember

Letztes Wochenende war es wieder so weit: Ulli rief dazu auf, Einblicke in unseren Alltag zu zeigen. Sie lädt ein, „… einmal im Monat, ein Jahr lang, jeweils zum ersten Wochenende eines Monats, ein Bild, einen Text, ein Musikstück mit dem Thema „Alltag“ vorzustellen.“

 

Quelle: Ulli Gau

 

Ich habe lange überlegt, was ich dieses Mal zeigen wollte, und mich dann für meine neueste Lieblingsbeschäftigung entschieden: Apfelbrot backen. Gehört momentan als Genussfaktor zum Alltag. Ich bin nämlich eher kein vorweihnachtlicher Plätzchenbäcker, ich bin eigentlich sogar ein ziemlicher Selten-Bäcker, aber ich habe zu dieser Jahreszeit verstärkt das Bedürfnis nach etwas Simplem, Selbstgemachtem. Apfelbrot also, ich liebe Äpfel. Und wenn es aufgegessen ist, backe ich neu.

 

Apfelbrot

 

750 g Äpfel (geschält und geputzt, möglichst sauer, ich: Boskoop)
200 g Zucker
(ich: normaler Kristallzucker)
200 g Rosinen
(ich: Sultaninen)
200 g Mandeln, gemahlen
(ich: gemahlen gekauft)
500 g Mehl
(ich: ordinäres Typ-403-Weizenmehl)
1 Pck. Backpulver
2 EL Kakao

1 TL Zimt
(gemahlen)
1 Messerspitze Nelken
(gemahlen)
1–2 EL Rum
(gelingt auch ohne)

 

Vorbereiten: Äpfel schälen und raspeln (siehe Bild), ich nehme dafür eine grobe Haushaltsreibe. Mit dem Zucker bedeckt etwa 3 Stunden stehen lassen, um Saft zu ziehen. (Wichtig! Zeit unbedingt einhalten! Es gibt Rezepte, da werden ungeschälte Äpfel verwendet und die Ruhezeit beträgt 12 Std./“über Nacht“. Noch nicht probiert.)

 

Making of Apfelbrot 1 | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst

 

Danach vermische ich die „nassen“ und die „trockenen“ Zutaten erst mal getrennt voneinander, also in einer Schüssel Mehl, Backpulver, Kakao, Zimt und Nelken, in der anderen Äpfel, Zucker, Mandeln und Rosinen. Das geschieht nur, damit sich alles wirklich gut mischt, speziell die trockenen Zutaten, schließlich soll das Brot hinterher aufgehen – und wenn die Äpfel dazukommen, braucht man einen Knethaken, dann wird es mühsam. Die Äpfel sollten nach den drei Stunden relativ kräftig Saft gezogen haben, das Mischen der „nassen“ Zutaten daher kein großes Ding sein. Danach füge ich beides zusammen und knete gut durch (Bild unten). So ungefähr sollte es aussehen. Wenn der Teig zu wenig geschmeidig sein sollte, kippe ich den Rum dazu. (Nur für die besondere Note geht natürlich auch.)

 

Making of Apfelbrot 2 | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst

 

Backen: Teig in gebutterte Kastenform füllen (Bild) und im vorgeheizten Ofen bei 180 °C (Ober- und Unterhitze!) ca. 60–80 Minuten backen. Das Brot geht noch auf, bleibt aber dennoch relativ kompakt und feucht, das ist der eigentliche Effekt der Äpfel (Bild).
Hier muss man für den eigenen Ofen das goldene Mittelmaß zwischen „zu nass“ und „außen verbrannt“ finden. 60 Minuten ist bei mir die Untergrenze, danach habe ich eine wachsame Nase Richtung Küche. Stäbchenprobe! (Bild)

Je nach Geschmack mit Butter (und z. B. Johannisbeergelee) bestreichen.

 

Quelle: ichmeinerselbst

 

Variante: 100 g gemahlene, 100 g blanchierte Mandeln, macht das Aussehen im Teig interessanter; Haselnüsse (gemahlen)

Kalorien: Also, was an Zutaten reingeht, hat Pi mal dicken Daumen 5.000 kcal. Ich bekomme ein Apfelbrot von ca. 1.600 g raus und kann euch nicht sagen, wie viele Scheiben es gibt. Wiegt im Zweifelsfall selbst. 100 g hätten nach dieser Rechnung 312,5 kcal.

Feedback: Es gab bisher keine*n, der/dem mein Apfelbrot nicht geschmeckt hat (man sieht ja, was übrig bleibt), ich habe aber auch schon gehört, dass es „nicht sehr nach Äpfeln schmecken“ würde. Stimmt. Es ist ein Brot; die Äpfel machen den Teig locker und feucht, wer ausgeprägten Apfelgeschmack sucht, sollte über die Herstellung eines Apfelkuchens nachdenken.

 

Quelle: ichmeinerselbst

 

Bemerkung: Das Brot steht und fällt (erst mal) mit den Äpfeln. Eher süße Äpfel ziehen viel mehr Saft, eher mürbe zerfallen beim Raspeln, die Konsistenz bildet sich hinterher im Teig deutlich ab. Bei den beiden oberen Bildern ist das erste von der heutigen Partie (mit Boskoop; zu früh angeschnitten, war noch heiß, ich denke, wenn es durchgekühlt gewesen wäre, wäre das anders gewesen, aber was solls, im Winter sind die Tage kurz), das andere (mit der angeschnittenen Scheibe) von der davor, da hatte ich als Äpfel Red Jonaprince ausprobiert. Beide Apfelbrote sind übrigens mit Haselnüssen gemacht, und heute habe ich noch ein halbes Päckchen Lebkuchengewürz zusätzlich verbacken. Geschmackstest steht noch aus, da ich aber Zimtfan bin, fürchte ich mich nicht.

Ich wäre neugierig auf eure Erfahrungen, ich bin sicher, dass ihr zum Teil mit anderem Mehl und mit anderem Zucker backen werdet – und vielleicht hat ja auch eine*r was zum Über-Nacht-mit-Schale-ziehen-lassen zu sagen. Das Rezept habe ich übrigens ursprünglich hier gefunden, und es hat ziemlich lange gedauert, bis ich raushatte, dass man die Temperaturangabe NICHT für Umluft halten sollte.

 

Alltag | November

Seit dem vergangenen Wochenende läuft es, Ullis „Projekt Alltag“. Sie lädt uns dazu ein, „… einmal im Monat, ein Jahr lang, jeweils zum ersten Wochenende eines Monats, ein Bild, einen Text, ein Musikstück auf deiner Seite mit dem Thema „Alltag“ vorzustellen und dieses mit diesem Beitrag zu verlinken.“

Nun ist das erste Wochenende eines Monats aus verschiedenen Gründen zurzeit bei mir eher belegt, und ich muss zugeben, dass ich es 1. hasse, etwas zu posten und dann nicht online zu sein, um auf Kommentare reagieren zu können, und 2. ausnehmend ungern zwei Sachen an einem Tag poste, um dann wieder mehrere Tage völlig still zu sein. Daher, liebe Ulli, hoffe ich, dass du mir verzeihen kannst: Ich bin ein Nachzügler.

Auch ich habe nach einem Gegenstand aus meinem Alltag gesucht, den ich euch zeigen könnte.

Palmström legt des Nachts sein Chronometer,
um sein lästig Ticken nicht zu hören,
in ein Glas mit Opium oder Äther.

Morgens ist die Uhr dann ganz ›herunter‹.
Ihren Geist von neuem zu beschwören,
wäscht er sie mit schwarzem Mokka munter.

(Christian Morgenstern, Palmström legt des Nachts sein Chronometer, 1910, Online-Quelle)

Ähm, nein, kein Chronometer. Voilà, ich präsentiere: meinen Kaffeebecher, und, ähm, nein, Mokka geht da drin auch irgendwie verloren …

Kaffeebecher | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst

 

Es gibt Leute, die sammeln Schuhe oder Handtaschen. Ich komme schwer an Ständen mit Töpfereiwaren vorbei. (Oh, und mit Ohrringen, wenn wir schon mal dabei sind.) Bis bei mir der Verstand eingesetzt hat, war ich bei fast jedem Töpfereistand in Gefahr, einen oder zwei (selbstverständlich später fast nie gebrauchte) Becher nach Hause zu tragen. Dieser Becher stammt aus der Töpferei Porzelius-Reder in Bamberg in der Nähe von Dom und Michaelsberg und ist völlig undefinierbaren Alters (außer dass die Töpferin diese Größe nicht mehr herstellt, und ich war da schon seit knapp 10 Jahren nicht mehr) und absolut ständig in Gebrauch.

Meine Definition von „anständigem Kaffee“ ist eh, dass ich so viel Kaffee in die Milch tue, dass die Milch warm wird. Der Becher fasst ca. 400 ml und eignet sich hervorragend für Milchkaffee.

Mein Becher ist nun wirklich nicht der einzige, den ich besitze, aber wenn der irgendwann mal das Zeitliche segnet, dann weiß ich jetzt schon, dass ich völlig aufgeschmissen vor der Frage stehen werde, woraus ich meinen Kaffee trinken soll …

Für Lakritze und alle, die es interessiert: Dies ist der Becher mit der kleinen Schwester. Klein ist relativ, es passen auch 250–300 ml hinein. Das Bild dagegen ist links verzogen, es sieht ungleichmäßig bauchig aus, das stimmt natürlich so nicht.

 

Kaffeebecher | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbstinallerEile

 

 

Projekt Alltag von Ulli Gau

Projekt Alltag von Ulli Gau

Lächeln – Samstag, 4. Oktober 2014

Das Lächeln ist ein Licht, das sich im Fenster eines Gesichts zeigt, und anzeigt, dass das Herz daheim ist.

(Unbekannt)

 

Ein Lächeln kostet nicht viel und bewirkt zumindest, dass man sich (kurzfristig) besser fühlt. Ja, das Glück der kleinen Dinge undsoweiter. Und was, wenn der Alltag nur nervt? Gerade dann. Licht gibt es nur mit Schatten, sonst sähe man das Licht ja gar nicht. Also ist doch die Frage: was will ich sehen, worauf will ich meinen Fokus legen? Das Schöne? Das Nervige?

Es geht nicht darum, zu behaupten, dass alles immer „schön“ ist. Ist es nicht, das wäre Verdrängung. Aber es geht darum, es AUCH zu sehen, wenn es einem schlecht geht. Auch wenn ich wütend bin, weil ich mich mit meinem Liebsten gezofft habe, kann ich sehen, dass die Katze wie gemalt auf ihrem Lieblingsplatz liegt und selig schläft. Auch wenn ich genervt bin, weil mein Kuchen nicht geworden ist, kann ich hören, dass das Radio gerade eines meiner Lieblingslieder spielt. Das heißt nicht, dass ich keinen Handlungsbedarf mehr habe, aber ich kann innehalten – und lächeln. Und zumindest meine Laune verbessert das. Zumindest kurz.

Sonnenblumenlachen – 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst

Nein, das Gesicht war schon so, als ich sie entdeckt habe, ich finds nur schade, dass ich sie nicht mit noch mehr Blütenblättern ablichten konnte.