Alsterrunde ;-)

Die Hamburger Binnen- bzw. Außenalster wird gern als Hamburgs „gute Stube“ bezeichnet. Tatsächlich teilt sich die Hamburger Bevölkerung in „Alster“- und „Elbe“-Hamburger, ich weiß nicht, ob es dafür „objektive“ Kriterien gibt oder ob das eine Herzensentscheidung ist … wo war ich?

Die Alster (Wikipedia: Binnenalster, Außenalster) ist nicht nur das gleichnamige Flüsschen, sondern vor allem der große Stausee im Herzen Hamburgs. Als solcher ist die Außenalster mit einer Fläche von 164 Hektar ein beliebtes Revier für Segler, Ruderer, Tretbootfahrer und Stand-up-Paddler (das Segelrevier soll gar nicht so einfach sein aufgrund der Windverhältnisse, die wiederum aus der höchst unterschiedlichen Bebauung herrühren (von historisch-prunkvollen Villen bis zum Szeneviertel ist alles dabei)), die Alsterschifffahrt und last but not least die Alsterschwäne. Ebenso führt eine bekannte und beliebte Joggerrunde (7,4 km) um die Außenalster.

Um letztere geht es mir. Ich jogge zwar nicht, aber nicht nur am Wochenende bewegt sich ein Pulk Menschen auf dieser Route um die Alster: Radfahrer, Jogger, Flanierer (auf der „schönen“, der westlichen Seite), Familien, Grüppchen von Freunden, Gassigeher – alle. Angst vor Corona darf man nicht haben … und ich war letzten Sonntag bei schönstem Wetter mittendrin.

Ich wollte etwa 10 Kilometer Strecke machen, also habe ich so geparkt, dass ich zuerst um die Binnenalster, dann um die Außenalster gehen konnte. Außerdem bin ich entgegen dem Uhrzeigersinn gelaufen, was den Vorteil hatte, dass das letzte Stück, wenn ich eh müder sein würde, sich auf der schönen Seite, dem Alstervorland, erstrecken würde, wo es Kaffee und Eis überall zu kaufen gibt, auch to go.

Was soll ich sagen: Es war toll, die Segler hatten Spaß, die Alster war voll. Mir war nicht klar, dass Segel so laut sind, bis ich sie im Wind knattern gehört habe! Und natürlich bin ich alle Naselang stehen geblieben, um ein Bild zu schießen. Ich überlasse es denen, die Ahnung davon haben (ich hoffe auf den wertgeschätzten Herrn Olpo), zu kommentieren, was  da auf dem Wasser los war – ich habe immerhin auch zwei Katamarane dabei 😉
Ich habe mich mehr um die Hamburger Silhouette bemüht. Denn vom Norden der Außenalster aus sieht man vier von fünf der sogenannten Hamburger Hauptkirchen (Wikipedia), und noch so einiges mehr. Die Hauptkirchen wiederum sind aufs Engste mit der Hamburger Geschichte verbunden, und ich behaupte einfach mal, dass es für Hamburg-Fans dazugehört, sich wenigstens irgendwie am Horizont orientieren zu können.

Stellt euch also vor, ihr seid fast schon im Nordosten eurer Alsterrunde und befindet euch auf einer Straße mit dem sprechenden Namen „Schöne Aussicht“ ca. Höhe Feenteich. Dann seht ihr, wenn ihr Richtung Süden schaut, etwa Folgendes (Bild bitte groß klicken, ich hab mal durchnummeriert).

 

Hamburg, Außenalster, Stadtsilhouette | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst, Ende August 2020

 

  1. Mariendom (kath.), St. Georg
  2. Hl. Dreieinigkeits-Kirche, St. Georg
  3. Hauptkirche St. Jacobi, Innenstadt, Arp-Schnitger-Orgel
  4. Hauptkirche St. Katharinen, Nähe Speicherstadt, die mit dem Goldring aus Störtebeker-Gold am Turm
  5. Hauptkirche St. Petri, Altstadt, bronzener Türzieher in Form eines Löwenkopfs von 1342
  6. Ruine St. Nikolai, ehem. Hauptkirche, Mahnmal 2. Weltkrieg
  7. Rathaus, Altstadt (nicht irritieren lassen, weil auch grün)
  8. Elbphilharmonie, HafenCity (unverwechselbar, ich sags ja nur)
  9. Hauptkirche St. Michaelis, Neustadt, Michel, DIE Kirche Hamburgs
  10. Alsterfontäne

Es fehlt die fünfte (aktuelle) Hauptkirche, St. Nikolai in Harvestehude, die 1962 das Mahnmal in dieser Funktion ablöste. Ihr seht den schmalen grünen Turm auf den Bildern bei der Krugkoppelbrücke, sie ist bei diesem Standpunkt schräg rechts hinter mir.

Hatte ich schon erwähnt, dass das Gute an dieser Spazierstrecke ist, dass man in recht kurzen Abständen einkehren könnte, und zwar egal wo? Drüben im Alstervorland, wo alles ein bisschen nobler und teurer ist (und/oder gern so tut), wo man bummelt, um zu sehen und gesehen zu werden (Stichwort: Cliff), gab es dann auch „Parkmusik“ zum Eis, eine Band habe ich abgelichtet, ich fand sie richtig gut.

Ich auf jeden Fall war froh, als ich wieder am Auto war, denn die Menge an Leuten fing irgendwann doch an zu nerven. 14.288 Schritte verzeichneten meine Schrittzähler, der eine behauptete, es seien 9,3 Kilometer, der andere wollte 9,7 getrackt haben. Ich nehme die Mitte, mir war es recht. Keine neuen Erkenntnisse bezüglich Ausrüstung, nur dass mein Handy bessere Bilder macht als die kleine Kamera. Welche Überraschung, wenn ich das Alter vergleiche.

Ob ich das öfter mache? Ja, auf jeden Fall könnte das eine nette Strecke für alle möglichen Zwecke sein, wenn ich mal nicht allein durch die Pampa trotten will. Je weiter der Herbst voranschreitet, desto mehr, vermute ich.

 

 

 

Maskenzauber für Kurzentschlossene

Wer bei mir schon ein bisschen liest, der weiß, dass ich alle Jahre wieder in schöner Regelmäßigkeit Werbung für den Maskenzauber an der Alster mache. Den Traum vom Karneval in Venedig, einzigartig und wunderschön. Die Kostüme sind alles von venezianisch über historisch bis Fantasy oder einfach schlicht. Die Gewandeten sind zwischen sehr jung und alt, viele sind jedes Jahr dabei – die Fotografen übrigens auch 😉
Es ist, mit einem Wort, ein Ereignis. Jedes Jahr aufs Neue. Kommendes Wochenende.

 

Die Termine für dieses Jahr sind:

Samstag, 16. Februar 2019
Flanierende Masken an den Colonnaden 11:00 bis 12:30 Uhr
Flanierende Masken an den Alsterarkaden 12:30 bis 14:00 Uhr
Höhepunkt Alsterarkaden ca. 13:30 Uhr

Sonntag, 17. Februar 2019
Flanierende Masken an den Alsterarkaden 15:00 bis 16:30 Uhr
Höhepunkt Alsterarkaden ca. 16:00 Uhr
Flanierende Masken an den Colonnaden 16:30 bis 17:30 Uhr
Gemeinsames Abschlußdefilée 17:30 Uhr

Startpunkt Colonnaden Mitte beim Bocksbeutel

 

Besagter Maskenzauber ist umsonst und draußen, bei jedem (!) Wetter (er war auch schon mal an einem Wochenende, als die Alster zugefroren und freigegeben war), und besteht aus einem Defilee zwischen den Colonnaden über den Jungfernstieg an der Alster entlang und durch die Alsterarkaden hindurch zum Rathausmarkt. Auf dem Rathausmarkt findet alle Jahre wieder der gleiche Tanz statt, dies ist der Höhepunkt der Veranstaltung.

Ich hatte mir überlegt, ob ich dieses Jahr dazu was auf den Blog stellen wollte oder nicht. Endgültig entschieden hat das ein Newsletter des ebenfalls von mir schon häufiger erwähnten Zaubertranks (hier und hier; yes! alive and kicking!), in dem Hans-Georg der Welt mitteilt, dass er doch dabei ist, was bisher in den Sternen stand. Es steht immer noch nicht auf der Zaubertrank-Homepage, ich hoffe also, dass ich, wenn ich Samstagmittag auf dem Rathausmarkt bin, dort die wohlbekannte mittelalterliche Bude des Zaubertranks sehe – denn Maskenzauber ohne Zaubertrank, das geht eigentlich gar nicht.

Wer noch ein bisschen in Bildern schwelgen will, findet Impressionen aus den letzten drei Jahren hier, hier und hier.

Die Wettervorhersage verspricht trockenes bis sonniges Wetter zwischen 8 °C und 11 °C für das Wochenende. Ich habe bisher vor, an beiden Tagen dort zu sein, und falls ihr Lust bekommen habt und vorbeischauen wollt, lasst es mich gern wissen, ich würde mich freuen.

 

Maskenzauber 2018 Teaser | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst

 

Die Schwäne sind zurück!

Frühling, endlich und unwiderruflich, ist, wenn die Alsterschwäne wieder draußen sind. Hamburg hat, das wissen viele, nicht nur die Elbe, sondern auch diesen großen Teich in seiner Mitte, Hamburgs geliebte „gute Stube“: die Alster. Die Alster entspringt nördlich von Hamburg, verläuft durch das Hamburger Stadtgebiet und mündet dort in die Elbe. Seit 1190 ist in der Nähe des Rathauses der Flusslauf der Alster aufgestaut, er ist durch eine Brücke in in „Binnen-“ und „Außen“-alster unterteilt, der Fußweg um die weitaus größere Außenalster ist 7,4 km lang, gespickt mit Einkehrmöglichkeiten und beliebt bei Spaziergängern, Joggern und Gassigehern.

Die Schwäne sind in Hamburg eine amtliche Sache, gelten die Schwäne doch als Hamburgs lebende Wahrzeichen. Hamburg übernahm bei seiner Stadtwerdung auch das Privileg des eigenständigen Schwanenwesens und dokumentierte damit Freiheit und Unabhängigkeit. Noch heute heißt es, dass Hamburg den Status als Freie und Hansestadt nur so lange hält, wie es Schwäne auf der Alster gibt.

„Eine Abrechnung aus den Jahren 1591/1592 belegt, dass bereits seit mehr als 400 Jahren die Höckerschwäne auf der Alster auf öffentliche Kosten mit Getreidefutter versorgt wurden. 1664 stellte der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg die Vögel unter besonderen Schutz: es ist bei Strafe verboten, sie zu beleidigen, zu verletzen oder zu töten“ (Quelle: Wikipedia). Seit 1674 dokumentiert ist die Anstellung einer Person zur Betreuung der Schwäne, der sogenannte „Schwanenvater“. Spannender Job? Ja. Mehr ist nachzulesen auf der Webseite: alsterschwaene.de

Die Medien rücken meist im Herbst an, wenn die etwa 120 Schwäne eingefangen und in ihr Winterquartier im Eppendorfer Mühlenteich gebracht werden, oder eben im Frühling, wenn das Geschwader wieder die Alster bevölkern und im Alsterfleet Touristen glücklich machen darf. Und genau das ist Anfang der Woche passiert: Die Schwäne sind zurück. Jetzt kann das Jahr loslegen!

 

640px-Schwäne_auf_der_kleinen_Alster_in_HamburgQuelle: Wikipedia

 

Hamburger Hauptkirchen – Freitag, 19. September 2014

Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.

(Albert Schweitzer)

 

Wer „Auswärtige“ zu Besuch hat, findet sich in der Rolle des Stadtführers, das gehört irgendwie dazu und macht ja auch Spaß. Also ließen wir einen Abend an der Außenalster ausklingen, blickten bei Oktoberfestbier (ja, in Hamburg, man glaubt es kaum) sinnend über Hamburgs gute Stube und genossen die Aussicht, die aus Booten aller Art, Segeln und der höchst beachtenswerten Stadtsilhouette bestand. Man sieht nämlich die sogenannten 5 Hamburger Hauptkirchen, jedenfalls fast, siehe unten, und noch einiges mehr.
Und dann kam es, wie wohl kommen musste: rechts neben uns auf (vermutlich) Russisch, links auf Italienisch wurde diskutiert, welcher Kirchturm denn nun welcher sei. Ich hörte stumm zu, bis meine Freundin mir gestand, dass sie auch nicht alle benennen könnte. Also, dann, ich hab mal durchnummeriert, was man so sieht. (Bild anklicken zum Vergrößern!)

Hamburger Hauptkirchen - 365tageasatzaday

1   St. Jacobi

2   St. Katharinen (die mit dem Ring aus Störtebeker-Gold (angeblich) am Turm)

3   St. Petri (zwischen Mönckebergstraße und Rathausmarkt)

4   St. Nikolai (das Mahnmal in der Altstadt, der Turm ist eine Ruine, inzwischen eingerüstet, weil baufällig. Die Kirchengemeinde hat diesen Standort aufgegeben und 1962 die neue St.-Nikolai-Kirche in Harvestehude am Klosterstern erbaut. Der ist aber bei diesem Standort rechts hinter mir.)

5   Rathaus (Dieser Turm verwirrt die meisten, auch weil das Dach grün, also Kupfer, ist.)

6   Elbphilharmonie (inkl. Kräne, Hamburgs Millionengrab)

7   St. Michaelis (der „Michel“, das Wahrzeichen Hamburgs; und nein, ich weiß nicht, wessen Hochhaus da die Skyline versauen darf.)