Alltag | Februar

Lieber Himmel, wo ist die Zeit hin? Vergangenes Wochenende bat Ulli wieder darum, ihr (und euch) ein Stück von meinem Alltag zu zeigen. Und ich? Ich habe – nichts. Oder zu viel.

Zu.viel.zu.tun.  Viel.zu.viel.zu.tun.

Es bleibt alles liegen, denn ich kämpfe einen großen Berg Arbeit nieder. Für den ich, nebenbei bemerkt, sehr dankbar bin, denn die letzten drei Monate waren eher mau, die Einkünfte daher auch, und nein, ich habe nicht vor, öffentlich in mehr Details zu gehen.

Aber gerade fehlt es an Zeit für alles. Blog, Wäsche, Haushalt, Einkaufen, Freizeit … und wenn dann so was wie gestern/am Wochenende passiert, dass mein Internet crasht, dann fliegt mir mein enger Zeitplan um die Ohren und ich sitze jammernd hier rum: Ich hole es nach, ich hole es nach. Weil, wenn man schon ein Schreibprojekt hat, dann sollte man sich auch kümmern. Mein Anspruch an mich. Leute, ich kann grad nicht, ich komme in den nächsten Tagen rum. Irgendwann.

Nicht zu kurz kommt die Zeit für den Fellgenossen, der fordert jeden Abend seine halbe Stunde Spielen mit der Fellangel ein, wenn nötig, mit Zähnen und Klauen. Leider kann ich ihn nicht dabei nicht fotografieren, es sind Bilder für die Götter.

Also habe ich nur ein Foto mit Aussicht für euch. Ziemlich grau und ziemlich unspektakulär wie mein Alltag zurzeit. Normalerweise kommt ein ganzer Trupp, aber hier war es nur eine Blaumeise, die nachsah, ob das Eis an der Vogeltränke wieder weg war. Ich liebe meine tierischen Besucher, gefiedert und nicht gefiedert. Und der Fellträger hat dann Katzenkino.

 

Blaumeise | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst

 

Cathedral

Gestern auf FB postete ein Bekannter etwas über die Bedeutung von Arbeit.

Where does meaning in work come from? It reminds me of the story of three people cutting stones. A man comes by and asks what they are doing. One man answers that he is earning his daily bread. The other that he is performing his trade. The last man answers that he is building a cathedral.

(Was gibt der Arbeit Bedeutung? Das erinnert mich an die Geschichte der drei Leute, die Steine bearbeiten. Ein Mann kommt vorbei und fragt sie, was sie da machen. Einer der Männer antwortet, dass er sein tägliches Brot verdient. Der zweite, dass er seinem Handwerk nachgeht. Der letzte Mann antwortet, dass er eine Kathedrale baut ….)

Übersetzung von mir, auf Nachfrage sagte er mir, dass er diese Geschichte dem Buch „Mysteries of the Chartres Cathedral“ von Louis Charpentier entnommen habe. Ich weiß, es ranken sich viele Geschichten um Chartres, und ich möchte nicht im Mindesten auf sie eingehen, sondern diese paar Zeilen einfach so stehenlassen.

Als Kontrapunkt das (kritische) „Cathedral“ von Crosby, Stills & Nash in einer Live-Aufnahme von 1983.

Habt einen guten Tag!

 

 

Immer am Anschlag – Samstag, 20. September 2014

Der Mensch: ein Wesen, das am Ende einer Woche Arbeit entstand, als Gott bereits sehr müde war.

(Mark Twain)

 

Ich denke darüber nach, wie viele Leute ich kenne, die eigentlich „immer am Anschlag“ sind. Die immer arbeiten (wollen oder müssen), immer im Stress sind, immer ihre Stunden mit noch mehr vollstopfen, bei denen ich das Gefühl habe, die drehen ihr Hamsterrad selbst und mit Schwung, aber hoppla! Und wenn sie nicht auf der Arbeit sind, dann stürzen sie sich in die Freizeit, denn schließlich müssen Kontakte ja gepflegt werden und man will ja auch was erleben! Wie, du bist am Wochenende allein zu Hause? Die ganze Zeit? Du gehst nicht weg? Bist du okay? Sollen wir vorbeikommen?

Natürlich muss ich mir sagen lassen, dass ich ein introvertierter Couch-Potato bin, und dass es Leute gibt, die sich entspannen, wenn sie sich auspowern, beim Sport zum Beispiel oder wenn sie die Nacht durchtanzen. Klar, funktioniert, ist aber nicht mein Punkt.
„Entschleunigung“ heißt das Zauberwort, „Innehalten“ und meinetwegen auch „Achtsamkeit“. Aber eigentlich bedeutet es nur: langsam machen! Weniger konsumieren, sich Zeit nehmen für sich selbst, den Druck rausnehmen. Nicht alles, nicht sofort. Langsam leben. Bewusst.

Das „am siebten Tage sollst du ruhen“-Gebot habe ich früher als den Versuch verstanden, das Volk an jenem Tag in die Kirche zu treiben und heftig abgelehnt, na klar. Inzwischen fällt mir auf, dass Pausen eine gute Sache sind :-), egal wofür man sie verwendet. Ein Kollege sprach mal von „geistiger Arbeitshygiene“, und meinte damit, die Arbeit auf der Arbeit zu lassen. Abschalten können und dürfen, auch ein wichtiger Punkt.

Wünsche euch ein schönes Wochenende mit vielen Wohlfühlmomenten!

 

Mensch Gott Arbeit müde – 365tageasatzaday