Morgenskizze mit Fellträger | abc.etüden

Häufig beginnt mein Tag damit, dass ich auf der Ofenbank hocke und aus dem nach Osten weisenden Fenster nach orangen Wolken Ausschau halte, auf dass sie beim Sonnenaufgang besseres Wetter als das zurzeit alltägliche Dauergrau verheißen mögen. Gleichzeitig lese ich mich durch meinen WP-Reader und schlürfe den ersten Kaffee.

Hin und wieder werde ich dabei unterbrochen. Dem Fellträger meines Herzens ist nämlich jüngst erst aufgefallen, dass er auf meiner Augenhöhe ist, wenn er sich auf der Fensterbank platziert, und seitdem steht gelegentlich ein Kater vor meiner Nase und starrt mich an. Besagte »Ofenbank« ist der Heizkörper meiner Nachtspeicherheizung und in bequemem Abstand zum Fenster montiert. Ein Lieblingsplatz von uns beiden.

»Na, Schnurri«, begrüße ich ihn zärtlich, schiebe weg, was ich in der Hand halte, lehne meinen Kopf an seinen und kraule ihn am Hals und hinter den Ohren. Wenn er gekommen ist, um sich ein paar Streicheleinheiten abzuholen, hält er still, stellt seinen eingebauten Lautsprecher an und kann sogar so laut losschnurren, dass das Geraspel buchstäblich den ganzen Katerkörper erschüttert. So sitzen wir da, die Stirnen aneinandergedrückt, die Augen geschlossen, eine Minute … zwei … fünf, und vergewissern uns ohne weitere Worte, dass bei dem anderen alles in Ordnung ist.
Mütter haben mir versichert, sie müssten nur an ihren Babys riechen, um zu wissen, ob sie okay sind, und ich habe festgestellt, dass das irgendwie übertragbar ist, auch sein Geruch ist nicht immer gleich … Was er auf diese Weise von meinem Innenleben mitbekommt, wüsste ich gern, bin aber überzeugt, es dürfte einiges sein, vermutlich mehr als ich umgekehrt.

Wir verharren in diesem Zustand ziemlich bewegungslos, bis einem von uns etwas einfällt, das mehr Priorität bekommen muss. Meist will er fressen oder schlafen, und ich gehe an meine Arbeit.

 

abc.etüden 2021 03+04 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 03/04.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Ulrike und ihrem Blog Blaupause7. Sie lauten: Lautsprecher, orange, erschüttern.

Natürlich ist das autobiographisch, glaubt ja wohl keiner was anderes, oder? 😉
Versuch in der Ich-Form. Bin noch nicht so ganz überzeugt.

 

Erinnerungen | abc.etüden

Sie presste sich in die Ecke der Couch und schloss die Augen. Die Helligkeit der Lampe verblasste zu einem orangen Fleck auf dem Inneren ihrer Augenlider. Die Musik tröpfelte sanft aus dem Lautsprecher. Sie atmete tief aus und ließ sich einsinken. Mit der Musik kamen die Erinnerungen.

Er war der erste Welterklärer gewesen. Stundenlang. Begeistert. Der erste Mann, der sie ernst genommen hatte, mit ihr diskutiert hatte, mit dem sie ihre Wertvorstellungen entwickelt hatte. Und mehr.

Auch mit ihm hatte sie diese Musik gehört, die ihn so gar nicht ansprach, und die er zu verstehen und mögen versucht hatte, weil es ihre war. Für die sie in jenem rauchgeschwängerten Arbeitszimmer die Anlage aufdrehen durfte, bis die Klänge das Haus ausfüllten und erschütterten.

Der erste in ihrem Leben, der gescheitert war. Der erste, der ungewollt viel zu früh gehen musste. Der erste, dessen Zerbrechlichkeit sie erkannte und dessen Verletzlichkeit sie zu beschützen versucht hatte, weil sie es weder anders gewusst noch gekonnt hätte.
Dessen Wärme und Liebe sie vermisste.

Mal mehr, mal weniger, aber immer wieder.

Die Musik schwoll auf, ebbte schließlich ab und verstummte. Sie stand auf, wischte ein paar verirrte Tränen weg und sah auf das Bild an der Wand.

»Happy Birthday, Papa.«

 

abc.etüden 2021 03+04 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 03/04.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Ulrike und ihrem Blog Blaupause7. Sie lauten: Lautsprecher, orange, erschüttern.

Ja, auch (AUCH!) autobiographisch. Er wäre dieser Tage 95 geworden.
Und ich wollte auch mal eine Miniatur.

 

Die Musik zur Etüde: Mike Oldfield, Platinum, Part I bis Part IV (bis 19:13)

 

Das Bild zur Etüde ❤

Foto: privat 🙂

 

 

Schreibeinladung für die Textwochen 03.04.21 | Wortspende von blaupause7

Einen furiosen Start haben wir da hingelegt, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, selten bisher haben sich so viele Blogs an einer Runde beteiligt. Ludwig, das kann ich euch verraten, wundert sich beständig, dass das Projekt, das er damals aus der Taufe gehoben hat, immer noch läuft – und ich kann euch noch etwas verraten: Heute vor vier Jahren, am 17.01.2017, erschien der erste Aufruf dazu!!! 😀 Etüdengeburtstag! HAPPY BIRTHDAY, ETÜDEN!
Ludwigs alten Blog gibt es längst nicht mehr, aber ich verlinke euch mal meine allererste Etüde: Ein ganzes Leben – sie erschien am Tag drauf, ich habe sogar die allererste Illustration noch. Ich glaube, in einem anderen Leben hätte ich einen guten Archivar abgegeben. Und ein paar von euch waren damals ja auch schon dabei, erinnert ihr euch?

Statistik first. Ludwigs wunderbare Wortspende hat 62 Etüden von 40 Blogs hervorgebracht. Die Zahl der Etüden ist hoch, wurde aber schon übertroffen; aber 40 Blogs ist richtig viel, danke euch allen! Die Liste führen Christian, Gerhard und Puzzleblume mit jeweils 4 Etüden an, gefolgt von Kain Schreiber mit 3 Etüden.

Vielen Dank wie immer an alle, die mitgeschrieben, mitgelesen, gelikt und kommentiert haben! Vielen Dank an jede*n, die*der mit durch die teilnehmenden Blogs gegangen ist und kommentiert/diskutiert hat.
Ich schreibe das immer wieder, denn es stimmt auch immer wieder: Ich freue mich über jede*n, der*die Lust dazu hat, man lernt die anderen Blogger*innen besser kennen und rückt ein bisschen näher zusammen, und sei es nur virtuell, ist doch egal.

Wie immer bitte ich euch, die Liste zu kontrollieren, ob jede eurer Etüden dort verzeichnet ist oder ob euch sonst was komisch vorkommt. Ich trage gerne nach, wenn irgendwas nicht stimmt, ihr wisst das, es ist keine böse Absicht.
Kaffee und Keks parat? Hier kommt die Liste.

Disclaimer: Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Inhaltshinweisen (CN/Triggerwarnungen, z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt.

Bernd von Red Skies over Paradise: hier und hier
Olpo Olponator auf olpo run: hier und hier
Karin in meinen Kommentaren: hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier
Donka auf onlybatscanhang: hier und hier
Anja auf Annuschkas Northern Star: hier
Heidi auf heidimariaskleinewelt: hier
Heidi auf Erinnerungswerkstatt: hier
Resi Stenz in meinen Kommentaren: hier
Ulrike auf Blaupause7: hier und hier
Ulli aus dem Café Weltenall: hier
Ellen auf nellindreams: hier und hier
Christian auf Wortverdreher: hier, hier, hier und hier
Doro auf DORO|ART: hier
Elke H. Speidel auf Transworte auf Litera-Tour: hier
Puzzleblume auf Puzzle: hier, hier, hier und hier
Jane auf Blood, Tears, Gold & Minds: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier, hier, hier und hier
Judith auf Mutiger leben: hier und hier
Maren auf Ich lache mich gesund: hier und hier
Das andere Mädchen auf Das andere Mädchen: hier
Kain Schreiber auf Gedankenflut: hier, hier und hier
Werner auf Werner Kastens: hier und hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier und hier
Wortman auf Wortman: hier
Lea auf Kommunikatz: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Anna-Lena auf Meine literarische Visitenkarte: hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier und hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier
Melina auf Innen-Reise-Wege: hier
Yvonne von umgeBUCHt: hier
Tanja auf Stachelbeermond: hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier und hier
Monika-Maria auf Zauberei mit Buchstaben: hier
Monika auf Allerlei Gedanken: hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Stepnwolf auf Weltall. Erde. Mensch … und Ich.: hier
Marion auf Findesatz: hier

Nachzügler:
Veronika auf vro jongliert: hier

Die Wörter für die Textwochen 03/04 des Schreibjahres 2021 stiftete Ulrike mit ihrem Blog Blaupause7. Sie lauten:

Lautsprecher
orange (NICHT die Frucht, die Farbe)
erschüttern.

 

Wie immer möchte ich euch an dieser Stelle den öden, blöden Etüden-Disclaimer nahebringen: Die Headline für die Etüden heißt: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Eventuelle Inhaltshinweise (Triggerwarnungen) und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der zugehörigen Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt nicht auf die nächste Liste bzw. muss meckern, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig. Wer sich die Illustrationen herunterladen möchte, sollte sie vorher großklicken, danach kann man sie in der Regel downloaden und bei sich wieder hochladen.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 7. Februar 2021, aber zuvor, am 31. Januar, startet eine Woche Extraetüden, denn das ist der 5. Sonntag im Monat Januar.
Habt weiterhin ein schönes Wochenende und gute Einfälle!

 

abc.etüden 2021 03+04 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

abc.etüden 2021 03+04 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Adventüden 2020 09-12 | 365tageasatzaday

09.12. – Jedes Jahr das Gleiche | Adventüden

 

Lebkuchen im August, Wichteln bei der Firmenweihnachtsfeier … och nö! Und dann das Gedudel im Radio: »Last Christmas« – der Minnesang der Neuzeit? Warum keine Christmas Carols wie bei den Sternsingern? Statt dessen die tot gedudelten Evergreens aus Amerika mit Kaminabenden oder einer Schlittenfahrt mit Glöckchengebimmel durch ein Winterwunderland.

In den Bergen muss die weiße Pracht ein Traum sein, aber hier? Bis sieben Uhr morgens darf ich diese graue Pest weggeräumt haben. Zu hülf! Dann habe ich halt das Etikett »Weihnachtsmuffel«, aber das war nicht immer so. Weihnachten daheim gab es Schweinsbraten mit Semmelknödeln, danach sind wir mit Mama und Papa zum Rodeln in den Park, und abends lasen sie uns aus unserem großen Märchenbuch vor.

Jetzt habe ich Halloween lieber: gruselig kostümierte Kinder, Nebelschwaden, ausgehöhlte Kürbisse … und die Kleinen haben ihren Spaß bei der Jagd auf Süßes. So einer Prozession kleiner Gespenster, Hexen oder Vampire gebe ich doch gerne etwas von meinen Süßigkeiten ab, denn die sind Streicheleinheiten für die Seele. Apropos – im Kühlschrank war noch Käsekuchen, damit verziehe ich mich aufs Sofa unter meine Kuscheldecke zu meiner aktuellen Lektüre: »Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch«. Den hätte ich jetzt auch gerne. Mich in alles verwandeln zu können, einen Zugvogel vielleicht, oder überall hin reisen zu können, zum Beispiel an einen fernen Strand … Aloha! Dazu einen Gin Tonic, während ich im Liegestuhl den lauen Abend genieße, und über mir der Sternenhimmel, ein Lichtermeer aus kleinen Pünktchen.

Jedes Jahr das Gleiche? Von wegen! Vielleicht mache ich den Traum wahr, wenn ich die Chance dazu habe, denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und ein Zaubertrank ist dafür nicht nötig.

Autor*in: Ulrike     Blog: Blaupause7

 

Adventüden 2020 09-12 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Zum Thema Inhaltshinweise/CN/Triggerwarnungen in den Adventüden bitte hier lesen.

Nachdem viele Teilnehmer*innen und Leser*innen das Fetten der vorgegebenen Wörter als störend empfunden haben, wurde darauf verzichtet. In einem Text, der maximal 300 Wörter umfassen durfte, waren (mindestens) drei der folgenden fünfzehn Begriffe zu verwenden:

Etikett, Gin, Käsekuchen, Kuscheldecke, Lebkuchen, Lichtermeer, Märchenbuch, Minnesang, Nebelschwaden, Schlittenfahrt, Semmelknödel, Streicheleinheiten, Wichtel, Wunschpunsch, Zugvogel

Dieser Text erschien zuerst im Rahmen der Adventüden 2020, einem Projekt von »Irgendwas ist immer«.

 

Tag 30 | 30 Days Book Challenge

 

30 Ein Bildband, der zum Schmökern einlädt

Es ist ungefähr 15 Jahre her, dass das alte Ägypten seine Hand nach mir ausstreckte. Da bewunderte ich nämlich zum ersten Mal bei einem Freund ein Bild an der Wand, das das altägyptische „Wiegen des Herzens“ zeigte (eine Szene aus dem Ägyptischen Totenbuch). Völlig fasziniert vertiefte ich mich in den Detailreichtum, nur um ihm dann irgendwann zu gestehen: „Ich weiß weder, wer dort Mensch oder Gott ist, noch, was dort eigentlich geschieht.“ Ich war das nicht gewohnt, um ehrlich zu sein.

Die Fragen waren schnell zu beantworten, aber danach sammelten sich über die Jahre Bücher zum alten Ägypten bei mir, meist zum Thema Religion. Und damit natürlich dann auch Bildbände, die mir eine Zeit lang regelrecht zuliefen – kennt ihr das, wenn ihr an keinem Grabbeltisch vorbeikommt, weil dort schon wieder das, was euch interessiert, verramscht wird?

Das krönende und m. E. fast unmöglich zu übertreffende Schmuckstück meiner Sammlung ist ein Bildband von Sandro Vannini, DEM Fotografen der Pharaonen und ihrer Gräber (SPIEGEL-Artikel), mit dem Titel „Tutanchamun. Die Reise durch die Unterwelt“. 25 x 34 cm, über 3 Kilogramm schwer, knapp 400 Seiten. Es begegnete mir 2018 auf der Buchmesse (Messerabatt, hurra!, hallo, Karin 😉 – Und oh, es gibt auch eine „kleine“ Ausgabe davon, aber von der spreche ich hier nicht). Nicht nur sehr kundige, knappe Artikel, die zwar mit King Tut beginnen, aber weit über ihn hinausgehen, sondern vor allem ein Schwelgen in Bildern, die so atemberaubend schön sind, dass mir schlicht die Worte für die Beschreibung fehlen – und glaubt mir, ich kenne mich inzwischen mit den Fotos aus, die man sonst in Bildbänden so sieht, speziell, was Altägypten angeht.
Dies ist die Premiumklasse.
Hier ist der Link zum Verlag (inkl. Leseprobe, inkl. Inhaltsverzeichnis), und auch zwei der drei Rezensionen beim großen A sind meiner Meinung nach zu empfehlen. Fragt mich nicht, warum der Verlag in der Leseprobe den englischsprachigen Text eingebunden hat, man kann es auch übertreiben … Ich besitze jedenfalls noch ein zweites Buch von Sandro Vannini – „Bilder der Unsterblichkeit – Die Totenbücher aus den Königsgräbern in Theben“ –, für Altägypten-Fans ebenfalls mehr als nur sehr zu empfehlen.

Ansonsten fallen mir zu diesem Buch nur Superlative ein. Es ist opulent und prunkvoll und sehr, sehr faszinierend, eigentlich ein Coffee Table Book, vergleicht man das Verhältnis von Bildmenge zu Textmenge, aber dennoch viel, viel mehr.

Es ist das einzige Buch in meinen Regalen, das in einem Ausmaß in Schwarz und Gold gedruckt ist, dass ich mir überlegt habe, dass ich beim Lesen Handschuhe bräuchte, damit sich meine Fettfinger nicht auf den Seiten verewigen – und ich bin ein mehr als schonender Leser. Reicht das an Schwärmerei? 😉

Und damit soll es genug sein.

Meine erste Challenge! Vielen Dank für Idee und Ausrichtung, liebe Ulrike. Teilweise waren die Fragen nicht meins und gingen mir auch bisschen auf die Nerven, aber alles in allem habe ich sehr gerne mitgemacht.

 

Tag 30 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Mein Dank verfolgt unverdrossen Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen und die auch eine Teilnehmerliste führt.

 

Off topic: Adventüden (hier klicken): 8 bereits erhalten, 15 weitere Zusagen, den Etüden-Erfinder angefragt. Weiter so!

 

Tag 29 | 30 Days Book Challenge

 

29 Ein Gedicht, das Du magst

Heimspiel! Dies ist nicht nur der Etüden-Blog (in Sommerpause), seit März 2017 gibt es hier auch das/die Montagsgedicht(e). Ich hab da also echt die Qual der Wahl. 😉

Und da sie vergangenen Montag zugunsten von Musik ausgefallen sind, greife ich doch mal in die Vollen und bewerfe euch zuerst mit Rilke.

 

(X)

Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben!
Sie zu halten, wäre das Problem.
Denn, wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben,
wo ein endlich Sein in alledem? –

Sieh, der Tag verlangsamt sich, entgegen
jenem Raum, der ihn nach Abend nimmt:
Aufstehn wurde Stehn, und Stehn wird Legen,
und das willig Liegende verschwimmt –

Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; –
aber auch in ihnen flimmert Zeit.
Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt
obdachlos die Unvergänglichkeit.

(Rainer Maria Rilke, Wunderliches Wort, aus: Aus dem Nachlaß des Grafen C. W., Erste Reihe, X., Ende Nov. 1920, in: Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens, Gedichte aus den Jahren 1906 bis 1926, insel tb 98, 1953, S. 116, Online-Quelle)

 

Dazu habe ich euch eine Rarität auf YT aufgetrieben: die Vertonung von Laith al-Deen.

 

 

 

Zugabe? Bitte schön. Diesmal wird es gefühlvoll.

 

Du machst mich traurig – hör
(Hans Adalbert)

Bin so müde.
Alle Nächte trag ich auf dem Rücken
Auch deine Nacht,
Die du so schwer umträumst.

Hast du mich lieb?
Ich blies dir arge Wolken von der Stirn
Und tat ihr blau.

Was tust du mir in meiner Todesstunde?

(Else Lasker-Schüler, Du machst mich traurig – hör, 1917, aus: Gesammelte Gedichte, Online-Quelle)

 

Auch dazu gibt es eine absolut wunderbare und zarte Vertonung, und zwar von Mieze (MIA).

 

 

 

Tag 29 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Mein Dank verfolgt unverdrossen Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen und die auch eine Teilnehmerliste führt.

 

Off topic: Adventüden (hier klicken): 7 bereits erhalten, 16 weitere Zusagen. Sehr schön! Weiter so!

 

Tag 28 | 30 Days Book Challenge

 

28 Ein Held/eine Heldin, der/die Dein Herz berührt hat

Ich könnte es kurz machen, und es wäre gerechtfertigt: Spiel, Satz und Sieg für „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara. Es gibt wenige Bücher, die mich in den letzten Jahren so erschüttert zurückgelassen haben wie dieses Monster von einem Buch (knapp 1.000 Seiten) über den Wert von Liebe und Beziehungen, über den Lebensweg von vier Freunden, unter ihnen Jude, der eine Kindheit und Jugend voller schwerster körperlicher und seelischer (und sexueller) Misshandlungen überstanden hat und es trotz aller Freundschaft und Freundlichkeit, die er nun endlich erfährt, nicht schafft. Wer es nicht kennt: LESEN (Link zum Verlag für Infos und Leseprobe: HIER KLICKEN!, es gibt auch eine TB-Ausgabe (anderer Verlag)). Aber seid gewarnt, es ist harter Tobak.

Nicht nur, weil ich davon ausgehe, dass die meisten, die das Buch gelesen haben und bei der Challenge mitschreiben, dieses Buch wählen werden, habe ich mir noch eine weibliche Heldin gesucht.

 

Es geht „um die Tochter eines Königs, dessen schöne Frau ihm auf dem Sterbebett das Versprechen abnimmt, nur dann wieder zu heiraten, wenn jene Frau mindestens ebenso schön sei wie sie selbst und ebensolche goldenen Haare habe. Als sich eine solche Schönheit nicht findet, erkennt der König eines Tages, dass allein seine Tochter ebenso schön ist wie die verstorbene Gattin, und begehrt sie zur neuen Ehefrau.“ (QUELLE) Die Vorlage ist das Grimm’sche Märchen namens Allerleirauh (hier das Original), das ist aber auch die Geschichte von „Tochter des Schattens“ (ein blöder Titel, wie ich finde, „Deerskin“ im Original) von Robin McKinley.
Auch hier begehrt der verwitwete Vater seine Tochter, aber anders als Allerleirauh kann sie erst fliehen, nachdem der Vater sie vergewaltigt und geschwängert hat. Im Gegensatz zum Märchen wird Lissar, die Tochter, aber von ihrer Hündin begleitet, mit der sie dann durch die Wildnis irrt. Nachdem sie bei der Fehlgeburt fast stirbt, nimmt sich die Mondgöttin ihrer an. Ihre Geschenke, unter anderem ein Gewand aus Rehleder („Deerskin“) weisen Lissar einen Weg in ein neues Leben, aber es dauert noch einige Jahre, bis sie wieder einen Platz in der Welt gefunden hat, das ihr angetane Unrecht benannt und gesühnt werden kann und sie sich vor der Entscheidung findet, der Liebe Raum in ihrem Leben einzuräumen.

Das Buch ist 1993 (1994 dt.) herausgekommen und stand 1994 auf der Liste der Finalisten beim Mythopoeic Award (Adult). Aufgrund des Alters ist es fast logischerweise nur noch gebraucht irgendwo aufzutreiben. Ich bin überhaupt nicht sicher, warum es so einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen hat, abgesehen davon, dass die Geschichte (trotz allem) zauberhaft und tiefgründig ist (und etwas für Windhundfans), vermutlich müsste ich hier auch wieder mal die bemerkenswerte sprachliche Wucht, Einprägsamkeit und Schönheit der Sprache aufführen – „Tochter des Schattens“ hat die letzten 25 Jahre auf meinem Bücherbord überdauert (das regelmäßig durchgeschaut wird, allein aus Platzgründen), und ich sehe nicht, dass sich das ändern wird.

 

Tag 28 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

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Tag 27 | 30 Days Book Challenge

 

27 Ein Werk, das vertont worden ist, z. B. als Hörbuch oder Hörspiel

Es ist ein bisschen bitter, schon wieder die Achseln zu zucken und „Ach“ zu sagen, aber Hörbücher (Hörspiele betrachten sich jetzt bitte mal als „mitgemeint“) und ich waren in den letzten Jahren nicht unbedingt Freunde. Der Grund ist einfach: Mir fehlt die Zeit zum Hören. Hören ist nicht mein bevorzugter Sinn.

Nun hört sich das vielleicht nach einem Widerspruch an, wenn man weiß, dass bei mir meistens das Radio läuft (als Soundteppich kurz über der Wispergrenze), aber da höre ich nur ab und an mal hin, bekomme Lieblingslieder mit, Nachrichten, Comedy (*seufz*) und gelegentlich Werbung. Konzentriert ZUHÖREN, und das möchte ich bei Hörbüchern, kann ich nicht, denn in der Regel arbeite/mache ich irgendwas nebenbei, sei es Job oder privat, wofür ich ungeteilte Aufmerksamkeit brauche. Ich habe mir irgendwann versucht anzugewöhnen, nur ein Ding gleichzeitig zu machen (verdammtes Multitasking!), und ZUHÖREN und gleichzeitig arbeiten geht bei mir nicht. Fernsehen und nebenbei lesen kann ich übrigens auch nicht, dann bekomme ich in der Regel von einem nichts mit, dann lasse ich es lieber gleich. Vor dem Einschlafen schaue ich lieber irgendwas im TV, als dass ich hören würde. Beim Spazierengehen oder Autofahren parallel Hörbuch hören würde natürlich funktionieren, aber wenn ich draußen bin, will ich meine Umwelt mitbekommen, ich MUSS mich nicht mit Stöpseln in den Ohren, die ich eh nicht mag, abschotten. Und momentan fahre ich zu selten regelmäßig und längere Strecken Auto, als dass ich Lust auf Hörbücher hätte, um mir die Zeit zu vertreiben. Ich will DA sein, wo ich bin.

Ich habe also kein Hörbuch für euch? Doch. Aber wieder mal nicht den heißen Scheiß aus der Hörbuchschwemme (wobei ich euch sagen könnte, dass es Becky Chambers‘ „langen Weg zu einem kleinen, zornigen Planeten“ im Original! als Hörbuch gibt, absolut zu empfehlen, wenn man die Stimme der Sprecherin mag), sondern was Literarisches.

Christa Wolf (Wikipedia-Artikel) war eine DDR-Schriftstellerin; bzw. bezeichnet das den Zeitraum ihres Schaffens, der für mich die größte Relevanz hatte. Ich bin zu jener Zeit (im Westen) aufgewachsen, ich hatte Verwandte in der DDR, die wir regelmäßig besuchten, ich begann, mich für Politik zu interessieren und zu diskutieren, ich war im Thema. Als „Kassandra“ – und ich spreche hier von „Kassandra“ – 1983 herauskam, war das die Zeit der erstarkenden Friedensbewegung, der Aufrüstung auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs und des NATO-Doppelbeschlusses. Es war auch die Zeit, wo ich mich (vermutlich) zum ersten Mal mit feministischen Ideen und der damals sogenannten „weiblichen Spiritualität“ auseinandersetzte. Aufgewachsen mit Gustav Schwabs „Sagen des klassischen Altertums“ und vorbelastet durch einige Jahre Altgriechischunterricht war mir das handelnde Personal mehr als vertraut, und Christa Wolfs Interpretation legte sich mühelos wie eine Folie darüber und faszinierte mich zutiefst. Nicht dass mir mein Buch durch zu viel Lesen unter den Händen zerfallen wäre (ich habe es noch, es sieht gut aus), aber ich habe es oft gelesen und sehr geliebt.
Wikipedia schreibt: „Die in selbstverständlichem ‚Wir‘-Gefühl zum trojanischen Hof gehörende Kassandra, die die um sich greifende ‚Vorkriegs‘- und ‚Sicherheits‘-Mentalität als ihr völlig fremd empfindet, muss sich in einer mühsamen Selbstaufklärung zunächst des Sachverhalts bewusst werden, dass ihr eigenes Leben als Königstochter und Priesterin in die herrschaftsbildenden Strukturen am Hof verwoben ist.“ (Quelle: Wikipedia-Artikel) „Vorkriegs- und Sicherheitsmentalität“? Das kommt mir aktuell bekannt vor. Vielleicht sollte ich das Buch erneut lesen.

Und dann diese Stimme, die mich in ihren Bann zieht/zog, seit ich eine Aufnahme von „Kein Ort. Nirgends“ von ihr selbst gelesen gehört hatte. Christa Wolf mag keine großartige Sprecherin sein, aber sie ist, wie jede*r Autor*in, durchdrungen von ihrem Buch. Als ich also per Zufall darauf stieß, dass eine ungekürzte Lesung von „Kassandra“ existiert, musste ich die haben (Hörprobe (3 Minuten) beim Verlag). Herausgekommen ist das Hörbuch 2012, da lebte Christa Wolf allerdings schon nicht mehr, ich gehe davon aus, dass diese Ausgabe auf einer Aufnahme von 1992 basiert, die der SR gemacht hat. Ich kann euch außerdem einen 5-minütigen YT-Schnipsel einer Kassandra-Lesung aus dem Jahr 2010 anbieten (HIER KLICKEN), ich halte beides für einen guten Einstieg.

 

Tag 27 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Mein Dank verfolgt unverdrossen Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen und die auch eine Teilnehmerliste führt.

 

Off topic: Adventüden (hier klicken): 6 bereits erhalten, 17 weitere Zusagen. Sehr schön! Weiter so!

 

 

Tag 26 | 30 Days Book Challenge

 

26 Ein Reiseführer, der bei Dir den Wunsch zu einer Reise geweckt hat

Ich musste erst mal bisschen nachdenken, um die Aufgabe zu verstehen. Ähm. Tschuldigung, bei mir ist das wieder mal anders. Ich lese nicht, um dann anhand des prächtigsten/buntesten/detailliertesten Reiseführers zu sagen: Ach, da könnte ich ja auch mal hin. Bei mir ist es gerade umgekehrt. Ich interessiere mich für ein Ziel und suche mir dann Reiseführer dazu aus, um herauszufinden, was konkret ich da alles anstellen könnte.

So weit, so schlecht, und damit könnte ich den Beitrag eigentlich schließen, wenn er mich nicht dazu verleitet hätte, mich zu fragen, wie ich denn eigentlich auf meine Ziele komme.

In den letzten Jahren überwiegend durch drei Faktoren: Fotos, die ich auf anderen Blogs entdecke, Bücher, die an jenen Orten spielen, Menschen, die dort wohnen oder mir von einem Besuch dort erzählen.

Was die Fotos angeht, möchte ich euch nur einen Blog vorstellen, dessen Inhaber mich mit seinen unvergleichlich und atemberaubend schönen Fotos konstant anfixt: Helmuts MEERblick.blog. Irgendwann komme auch ich noch auf die Halligen, an der Küste bin ich ja schon relativ regelmäßig! Bestimmt!

Was die Bücher angeht, so ist die Zahl derer, die an schönen Orten spielt, welche auch mehr oder weniger gut bzw. ausführlich beschrieben werden, Legion. Hier sind natürlich an ersten Stelle die diversen Regionalkrimis zu nennen, ob Eifel-, Taunus-, Bodensee- oder Ostfrieslandkrimis (ich weiß, es gibt unglaublich viele und das Niveau ist äh, vielfältig, das ist KEINE Wertung), aber ebenso haben viele weitere Autoren aus ihrer Liebe zu Land und Leuten kein Geheimnis gemacht. Hier würde ich mich über eure Favoriten freuen – schreibt sie mir in die Kommentare, einfach nur Autor*in und Titel bitte.

 

***

 

Und ich habe mich mal umgeschaut, wer von den Blogmenschen, denen ich folge, Bücher veröffentlicht hat, die ich euch ans Herz legen möchte: ganz sicher eine willkürliche und unvollständige Auswahl.

Ladys first? Ladys first.

Jutta Reichelt. Dass ich ein Fan von Jutta bin und gern mitschreibe, wenn sie ruft, ist aus diesem meinem Blog leicht ersichtlich, bitte unter „Geschichten-Generator“ nachlesen. Ihr Roman „Wiederholte Verdächtigungen“ ist bereits 2015 erschienen und verdient es, nicht in Vergessenheit zu geraten: HIER KLICKEN.

Mitzi Irsaj. Münchnerin, die mich seit einigen Jahren mit Geschichten aus Giesing bekannt macht – nicht, dass ich vorher gewusst hätte, dass es einen Stadtteil dieses Namens gibt, aber ihre Erzählungen sind voller Herz, lebensklug und mehr als vergnüglich zu lesen. Schwer Italien-verrückt ist sie außerdem. Wer mehr über ihre Bücher wissen möchte, findet diese HIER.

Natalie – die Frau aus dem Fundevogelnest. Natalie hat mit „Zwischenzeit“ ein Buch geschrieben, das irgendwo im Hamburger Norden spielt (okay, nicht mein bevorzugtes Reiseziel), dem ich aber wünsche, dass mehr Menschen es lesen, weil ich Natalie für eine großartige Erzählerin halte und in ihre Figuren verliebt bin. Auch wenn das Buch das Manko hat, dass sein Verlag ihm nicht mal ein Korrektorat angedeihen ließ, was man leider sehr bemerkt und was alles über diesen Verlag aussagt, was man wissen muss. Mehr Infos: HIER KLICKEN.

Nina Bodenlosz. Sie schreibt bei den Etüden mit – und schreibt auch sonst mit spitzer Feder, bissigem Humor und der Spur Unvorhersehbarkeit, die scheinbar alltägliche Geschichten phantasievoll funkeln macht und heraushebt. HIER und HIER mehr lesen.

 

Simon Segur. Im „normalen Leben“ heißt der Mann Jonas Torsten Krüger und hat gemeinsam mit seinem Bruder zwei abgedrehte Krimis veröffentlicht, die in/um Frankfurt/Main spielen. Abgedreht auch deswegen, weil Ornithologie eine tragende Rolle spielt. Den ersten – „Die Tränen der Vögel“ – habe ich mit viel Vergnügen gelesen, „Frankfurt am Mord“, der zweite, wird bald folgen. Mehr erfahren kann man HIER.

René, der BerlinAutor. René schreibt nicht nur Etüden, René schreibt auch kürzere oder längere Kurzgeschichten, die immer auch Berlin zum Thema haben und die er dem Genre „Funny Fiction“ zuordnet – laut Selbstauskunft „irgendwo zwischen Joachim Ringelnatz, Loriot und Heinz Erhardt“. Und er nimmt sich nicht so ernst, trotz aller Leidenschaft. HIER weiterlesen.

Olpo (Oscar-Ludwig Possinger). Sein „Rolla“-Buch – „5000 Kilometer Urlaub und 390 Euro“ – kommt am ehesten an das heran, was mich zum Mit-/Nachreisen (zumindest mit dem Finger auf der Landkarte) inspiriert: ein Tagebuch von einem, der mit dem Roller Griechenland bereist(e), möglichst viel sieht und erlebt und mit möglichst wenig Geld durchkommt. Perspektive sowie Autor ist mit Sicherheit als ungewöhnlich, eigenwillig und authentisch zu bezeichnen. Ähnliches gilt auch für Teile des zweiten Buchs – das „Mindestens“ –, nur dass er hier in Kroatien unterwegs ist. Motorradaffine Leser*innen haben eindeutig Vorteile.

 

Tag 26 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Mein Dank verfolgt unverdrossen Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen und die auch eine Teilnehmerliste führt.

 

Off topic: Adventüden (hier klicken): 6 bereits erhalten, 17 weitere Zusagen. Sehr schön! Weiter so!

 

Tag 25 | 30 Days Book Challenge

 

25 Ein Buch, auf das Du durch den Klappentext neugierig wurdest

Diese Aufgabe schreit nach einem Sachbuch. Denn, ganz ehrlich, Belletristik nach dem Klappentext? Och nö! Mir ist es zu oft passiert, dass ich mich gefragt habe, ob derjenige, der den Klappentext verzapft hat, das Buch überhaupt gelesen hat. Je belletristischer das Buch, desto häufiger ist der Klappentext reines Marketing, so meine Erfahrung (bei Feuilleton-Literatur trauen sich die Verlage das weniger).
Daher kaufe ich entweder einen Autorennamen oder nach Rezensionen – und deshalb folge ich auch relativ vielen Buchblogs, deren Rezensionen lese ich regelmäßiger als die entsprechenden Seiten in Zeitungen.

Wo Klappentexte aber noch ganz gut funktionieren, sind Sachbücher. Ich möchte euch zwei präsentieren. Auf das erste, „Federnlesen“ von Johanna Romberg, stieß ich vermutlich in den Bücherhallen auf der Suche nach irgendwelchen Vogelbestimmbüchern. Ist leider immer noch nicht so, dass ich großartig Ahnung von dem hätte, was draußen so herumfliegt, aber ich habe speziell zum Thema „Vogelstimmen erkennen lernen“ mal eine Zeit lang sehr intensiv gesucht (wird nicht mein Ding, ich vermute, ich bin zu alt). Dabei fiel mir dann auch „Federnlesen“ in die Hände, von dem ich den Klappentext las (im Bild links, „Über die Magie des Beobachtens“ ) und es spontan mitnahm. Es ist ein angenehmes, sehr persönliches Buch von einer Journalistin und Hobby-Ornithologin, von einer, die Ahnung hat und darüber so schreiben kann, dass es auch jemanden packt, der keine Ahnung hat. Man geht klüger und erfreut daraus hervor. Ich mag es sehr. Und zu meiner großen Freude kann ich wieder mal zu den Leselebenszeichen von Ulrike Sokul verlinken, der dieses wunderbare Buch auch sehr gefallen hat: HIER.

 

Quelle: Links Buchrückseite „Federnlesen“ von Johanna Romberg, rechts „Federn“ von Thor Hanson
Klick macht groß!

 

Ob ich im gleichen Zusammenhang auch über das zweite Buch stolperte, „Federn“ von Thor Hanson aus der aus Prinzip schon großartigen „Naturkunden“-Reihe, weiß ich nicht mehr. Sicher ist, dass ich mich ähnlich wie bei der Frage nach Vogelrufen schon öfter gefragt hatte, was denn das für Federn sind, die mir da vor die Füße geraten, wenn ich zum Beispiel um den Teich gehe (meistens Tauben). Nun beantwortet dieses Buch die Frage eher theoretisch-grundsätzlich, zugegeben, aber nicht minder unterhaltsam und auch für Laien zugänglich. Thor Hanson ist ein amerikanischer Biologe, der über die Beobachtung von Geiern auf das Thema „Federn“ kam, das ihn seither nicht mehr loslässt: „Federn – Ein Wunderwerk der Natur“. Nachdem ich ihm begeistert und staunend durch seine Erörterung zu den Federn des Archaeopteryx gefolgt bin, wusste ich, dass dieses Buch unbedingt ebenfalls bei mir einziehen muss, damit ich es häppchenweise lesen kann, wann immer mir nach geballtem Wissen über Federn ist. Es gibt so viel, was ich nicht weiß, nicht mal ansatzweise. So schön!

Ich habe für Interessierte ein paar Rezensionen herausgesucht: FAZ, Deutschlandfunk Kultur, Elementares Lesen – und möchte euch sowohl „Federn“ wie auch „Federnlesen“ überaus gern ans Herz legen.

 

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Tag 24 | 30 Days Book Challenge

 

24 Ein Buch, das Du gerne mal verfilmt sehen würdest

Ich schwächele, muss ich zugeben. Das ist schon wieder nicht meine Frage, so wenig, wie ich ins Kino gehe, und so kritisch, wie ich mit der Verfilmung von geliebten Büchern eigentlich bin. Ich finde mich da etwas, äh, einfallslos.

Aber gut: Ich wünsche mir mehr Fantasy-Verfilmungen, natürlich. Peter Jackson hat damit angefangen und der Welt gezeigt, dass man sogar einen Klops wie den „Herrn der Ringe“ angemessen verfilmen kann (auch wenn ich kein Fan der „Hobbit“-Trilogie bin).

Weil wir erst neulich (Tag 20) davon sprachen: Könnte bitte endlich wer Michael Endes „Unendliche Geschichte“ so verfilmen, dass man nicht weinend aus dem Kino rennt bzw. einem das Messer in der Tasche aufgeht?

Als Fan wünsche ich mir seit Jahren eine Verfilmung der Bücher von Patricia McKillip, zum Beispiel der „Riddlemaster“-Trilogie oder dem von mir bereits angesprochenen „Bards of Bone Plain“ (Tag 17) von jemandem, der sie liebt.

Genauso gut könnte jemand, der ein Faible für Sci-Fi hat, aber auch Becky Chambers’ „Der lange Weg zu einem zornigen Planeten“ (Tag 06) verfilmen. Das ging ja auch bei Star Trek, was eigentlich eine ähnliche Stoßrichtung hat, bloß moderner ist.

Und was „Literatur“ angeht: „Katzentisch“ (Tag 02) von Michael Ondaatje würde sich ebenfalls eignen, „Action“ ist genug drin, wenn man darauf Wert legt, und wenn nicht, ergäbe es einen prima Arthouse-Film. Die Verfilmung von „Der englische Patient“ ist ja sogar ein Renner geworden, der diverse Oscars abgesahnt hat, wie ich immer noch finde, völlig zu Recht.

 

 

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Tag 23 | 30 Days Book Challenge

 

23 Ein Buch, dessen Verfilmung Dir besser gefallen hat als die Vorlage

Es kann leider sein, dass dieses Buch in die Kategorie „Man mag immer das lieber, was man zuerst gesehen/gelesen hat“ fällt und deshalb verloren hat. Meine Buchausgabe ist erst 1992 herausgekommen, der Film 1991, es IST möglich, dass ich den Film zuerst gesehen habe, obwohl ich auch damals schon nicht besonders häufig im Kino war …

Ich spreche von „Grüne Tomaten“. Als Film unvergleichlich großartig, nicht nur wegen Jessica Tandy (für ihre Rolle für den Oscar nominiert) und Kathy Bates (Ha! Die Parkplatzszene! Fans wissen, wovon ich spreche!), sondern auch wegen der völlig selbstverständlichen, nie thematisierten Liebe zwischen Idgie und Ruth und wegen diverser Filmzitate, vor allem der Sache mit der Soße – und mit dem Parkplatz.

Wer den Film nicht kennt: Wikipedia-Artikel, sehr lesenswert

Wer das Buch nicht kennt: Wikipedia-Artikel, sehr lesenswert

Deutschsprachiger Trailer: Dailymotion

Die berühmte Parkplatzszene: YouTube
Allerdings sollte man den Film sehen/gesehen haben, um nachvollziehen zu können, warum die Parkplatzszene so eine Bedeutung hat. Wenn ich sie heute isoliert anschaue, finde ich sie doch leicht befremdlich …

Ach ja, „Grüne Tomaten“. Toller Film, ich mochte ihn damals sehr.

 

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