Schwanengedöns

Hamburg hat, wie ich schon mal erwähnt habe, eine besondere Beziehung zu Schwänen, da sie als Hamburgs lebende Wahrzeichen gelten. In Finnland dagegen zählen Singschwäne zu den nationalen Natursymbolen und haben es sogar auf die Rückseite der 1-Euro-Münze geschafft. Schwäne stehen für Schönheit, Anmut und Stolz sowie Reinheit und Transformation. Erzählungen, in denen Menschen in Schwäne verwandelt wurden/werden, bereichern die Literatur. Götter werden von Schwänen begleitet und besonders in der keltischen und nordischen Mythologie und Sagenwelt kommt ihnen eine besondere Bedeutung zu. Ich schweige zu Lohengrin, aber ich möchte Friedrich von Logau zitieren, der offensichtlich nicht so recht an die Sage vom vor seinem Tod singenden Schwan glauben mag:

 

Gläubstu, daß für ihrem Tode, wie man schreibt, die Schwanen singen?
Ja, wo du mir einen möchtest, der es selbst gehöret, bringen.

(Friedrich von Logau, Der singende Schwan, Quelle)

 

Last but not least hat es den Schwan in den Himmel geschafft: Nachts im Sommer ist über unseren Köpfen das Sternbild Cygnus („Schwan“) zu bewundern, auch „Kreuz des Nordens“ genannt. Sein Hauptstern, Deneb, bildet mit den Sternen Wega (Leier) und Altair (Adler) das Sommerdreieck.

Meine Beziehung zu ihnen ist eher normal und sentimental: Meine Lieblingsrunde führt mich um ein Gewässer, wo auch dieses Jahr wieder ein (Höcker-) Schwanenpaar gebrütet hat. Ich halte immer nach ihnen Ausschau. Sage und schreibe sechs Küken haben sie über den Sommer bekommen, das ist nicht gerade wenig. Und während sie im Mai noch winzig waren

Schwanenfamilie im Mai 2015 – 365tageasatzadayQuelle: meine allerliebste Freundin E. aus F. | KLICKEN MACHT GROSS

 

sind sie jetzt schon richtig groß und stehen den Alten, außer in der Gefiederfärbung, nicht mehr viel nach, zumindest in der Größe. (Ja, das sind sechs junge Schwäne, immer noch.)

Schwanenfamilie im September 2015 – 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst | KLICKEN MACHT GROSS

 

Gestern war ich mit der Kamera unterwegs und traf sie an Land, wo gerade eine überaus ausgedehnte Putzrunde stattfand. Wieder was fürs Vogelbuch! 😉 Vermutlich irritierte das Piepen des Autofokus oder der Spiegelschlag einen der Altvögel, auf jeden Fall machte er ein paar Schritte zur Seite, baute sich auf und begann, kräftig mit den Flügeln zu schlagen. Da ich mich nicht weiter beeindruckt zeigte, hörte er dann auch wieder damit auf und gab sich erneut der Gefiederpflege hin. Was für schöne, majestätische Vögel!

Quelle: ichmeinerselbst | KLICKEN MACHT GROSS