In Sachen Markus Igel

Erinnert ihr euch, dass ich euch im Januar auf den Fall von Markus Igel aufmerksam gemacht habe? („Teilen Sie das bitte!“, hier nachlesen.) Okay, eigentlich war ich einem Aufruf von dergl gefolgt. Dieses Mal ist es kein Aufruf, sondern eine schlichte, höchst erfreuliche Meldung, die sie veröffentlicht hat und die ich gern weitertragen möchte.

Das Bundesverfassungsgericht hat Markus Igel ZUM ZWEITEN MAL recht gegeben. dergl schreibt dazu:

Markus Igels Weg ist noch nicht zu Ende, aber es ist jetzt das zweite Mal, dass das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, dass der Umgang der Behörden mit ihm einen Verstoß gegen ein Grundrecht darstellt, das ist ein wichtiger Baustein dazu, dass neu verhandelt werden muss.

Hier könnt ihr ihren Beitrag lesen.

Auf diese Meldung der kobinet-Nachrichten bezieht sie sich: Bundesverfassungsgericht gibt Markus Igel erneut Recht.

 

Justitia | 365tageasatzadayQuelle: Bild von pixel2013 auf Pixabay

 

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Teilen Sie das bitte!

 

Plakat zur Demo am 24.1.2019 in Saarbrücken. Bild: AbilityWatch

 

„Teilen Sie das bitte!“, fordert uns die dergl in mehr als einem Beitrag in den letzten Tagen auf. Es geht um nichts weniger als das Recht, als Behinderter einigermaßen selbstbestimmt zu leben, was jenem Behinderten, sein Name ist Markus Igel, systematisch abgesprochen wird. Daher gibt es jetzt gerade viel Lärm, denn wenn man bei ihm damit durchkommt, wird das möglicherweise Vorbildfunktion haben.
dergls Erklärungen finden sich hier.

Alles nicht meine Baustelle, werden jetzt viele von euch denken. Nein, meine auch nicht, ich habe in den letzten Tagen versucht nachzuzählen, wie viele Behinderte ich eigentlich kenne, mit denen ich auch schon mal gesprochen habe (das hört sich schlimmer an, als es ist, gemeint ist, dass man/ich Gelegenheit und Möglichkeit habe, mit dem*derjenigen zu sprechen). Einen. Rollifahrer, lebt (hoffentlich immer noch) selbstständig (ich weiß nicht, wo), studierter Sozpäd oder so. In dem Zusammenhang, in dem wir uns begegnet sind, war die Behinderung kein Thema, und ich habe keinen Kontakt zu ihm.

Nein, nicht meine Baustelle. Aber was ist, wenn mir morgen der berühmte Ziegelstein auf den Kopf fällt, ich mit der Karre einen Unfall baue und alles ganz doof läuft? Dann kann es sein, dass Schluss ist mit dem selbstbestimmten Leben, dann sitze ich in irgendeinem Heim fest und langweile mich vermutlich zu Tode. Was mir im Alter eh blühen kann, aus Mangel an vertrauten Personen und/oder Geld. Jede*r denkt, dass dann schon gut für einen gesorgt wird und steckt den Kopf in den Sand. Ich auch.

Gleichzeitig kennt aber jede*r die Berichte über Leute in der Pflege, die sich schier totarbeiten für wenig Geld, weil an allen Ecken und Enden Kosten gesenkt, rationalisiert und gespart werden.
Macht die Augen auf, Leute. Das könnten wir alle sein, um die es geht. Wer in unserem Staat von der Wohltätigkeit und der Willkür des Staates abhängig ist, dem geht es nicht mehr gut, der Sozialstaat baut sich seit spätestens der Kohl-Regierung massiv um, und nicht zum Wohl derer, die eh schon wenig haben. Es gibt diesen Spruch, dass man den Charakter von Menschen daran erkennt, wie sie mit denjenigen umgehen, die nichts für sie tun können. Da ist was dran.

Nicht meine Baustelle, immer noch nicht? Aber was ist dieses ganze Internet-Gedöns von Bloghausen und der großen Internetfamilie denn wert, wenn ich nicht mal der Bitte von jemandem wie der dergl nachkomme, die in dem Thema drinsteckt wie keine andere, weil sie selbst betroffen und auch schon deswegen scheißgut informiert ist? Das kann ich eigentlich nicht vor mir selbst vertreten.

Daher: Geht auf diese Demo, wenn ihr könnt. Lest zum Thema „Markus Igel“ bei den kobinet-Nachrichten, zum Beispiel hier: Das Behörden-Drama um Markus Igel (in dem Artikel gibt es auch Links zur Petition und zum Fundraising).

Zu den Berichten zur Situation Behinderter, denen man nun wirklich nicht vorwerfen kann, einseitig zu sein, gehört auch der über den Fall Nenad, der zu Unrecht 11 Jahre lange eine Förderschule für Geistige Entwicklung zu besuchen hatte, obwohl er gar nicht geistig behindert war. Einzelfall? Darüber kann man streiten. Überprüft eure Meinung und fangt hier mit Gucken an:

Ein Schüler verklagt den Staat – Nenad und das Recht auf Bildung (WDR-Mediathek, noch bis 14.11.19)

Und, last but not least, eine Doku zum Thema Inklusion: Das Märchen von der Inklusion, ARD-Mediathek, noch bis 21.01.20.

Wem das immer noch nicht genug Links sind, der lese bitte diese Etüde von dergl (Für die Etüden: Paul B.), auch wegen der ergänzenden Links in den Kommentaren.

Nein, das ist nicht lustig. Alles nicht.

 

An die Wand gefahren | abc.etüden

Ihre Eltern bestimmten den ihr zugedachten Platz. Selbstverständlich. Sie wollten schließlich nur ihr Bestes. Urgroßeltern, Großeltern, Eltern, dann kam sie und nach ihr ihre Kinder. So war es richtig, so wurde es gemacht, so musste es sein, was zögerte sie?

Sie hatte nicht rebelliert, wohin hätte sie gehen sollen? Sie hatte geheiratet, Kinder bekommen, ein an Freuden armes Leben voller Pflichterfüllung durchgezogen. Als die auferlegten Fesseln so stark einschnitten, dass sie krank wurde und innerlich zu bluten begann, hatte ihr Mann sie entsorgt. Die Kur, wo sie am Ende landete, kam ihr vor wie ein Gnadenhof. Mit der üblichen Frage: Musste sie bald zum Abdecker oder hatte sie noch ein paar Jahre?

„Man kann den Menschen wohl nicht in den Kopf sehen“, hatte ihre Schwiegermutter spitz festgestellt und sie dabei misstrauisch beäugt.
„DU schon mal gar nicht“, dachte ihre Schwiegertochter, die tatsächlich etwas verbarg, ihr ganzes Leben lang schon. Sie hatte sich deswegen oft Vorwürfe gemacht, sich schuldig gefühlt – und die Gedanken schließlich beiseitegeschoben.

Ihr Leben: an die Wand gefahren, ach ja, wirklich? Nun ermutigten die Psychologen sie, mit sich selbst ins Reine zu kommen und sich nicht zu verurteilen. So zog sie bedächtig Gefühl nach Gefühl von der inneren Abraumhalde in das Licht der Erkenntnis, bis sie transparent wurden, begriff, verzieh und erlaubte sich langsam, das Undenkbare zuzulassen.

Da war eine Frau in der Töpfergruppe, die sie heimlich mit Blicken verschlang. Die alles war, was sie so gern gewesen wäre. Da war ein Begehren, das sie nachts unruhig schlafen ließ.
Es war egal, ob jene Frau jemals auch nur ihren Namen erfuhr, erkannte sie irgendwann. Denn die einzig wichtige Frage lautete: Würde sie dazu stehen oder nicht?

Sie entschied sich. Ihr ganzes Leben lang war sie unter falscher Flagge gesegelt. Aber jetzt wehte über ihr gelassen der Regenbogen.

 

2018 51+52 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Woche 51/52.2018: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von dergl und lauten: Regenbogen, transparent, bluten.

Ich hatte gedacht, speziell der Regenbogen würde den Etüden viele Geschichten aus der queeren Ecke bescheren, und bin ganz erstaunt, dass dem fast nicht so war. Dies ist wieder mal keine Geschichte, die mir selbst passiert ist, aber ich kenne eine Frau, die ihre Lebenspartnerin so kennengelernt hat, wobei ich natürlich die Umstände in der Etüde an meine Wünsche angepasst habe …

 

 

Dazu passt vielleicht das folgende Video, das mir sehr ans Herz gegangen ist. Es heißt „All that we share“ („Alles, was wir teilen“ / „Alles, was uns verbindet“) und ist ursprünglich ein Spot des dänischen Fernsehens (TV2 Denmark). Es geisterte unter der Überschrift „Muss uns erst ein TV-Sender erklären, wie Gesellschaft funktioniert?“ über Weihnachten durch WhatsApp. Ich habe eine Version gesucht, die deutsche Untertitel dazugebastelt hat, da ich nicht weiß, wie gut euer Englisch ist. Die ursprüngliche Version findet sich hier.

 

Wenn nur die Sehnsucht nicht wäre | abc.etüden

Wer annahm, dass Weihnachten das Fest der Liebe war, glaubte vermutlich auch, dass Einhörner Regenbogen pupsten. Er jedenfalls hatte zu viele Weihnachtsfeste nur mit der Rotweinflasche verbracht. Hatte nachts im Fernsehen Frauen angestarrt, die mit transparenten Dessous und später nur noch mit neckischem Nikolausmützchen bekleidet waren, bis ihm die Augen zufielen.

Wenn nur die Sehnsucht nicht wäre.

Natürlich war ihm bewusst, dass der Weihnachtsrummel vor allem deshalb veranstaltet wurde, um die Umsätze nach oben zu treiben. Wen kümmerten da die paar Millionen Menschen, die sich wünschten, dass Weihnachten so schnell wie möglich vorbei ginge – oder besser, gar nicht erst stattfände. Aus Gründen.

Wenn nur die Sehnsucht nicht wäre.

Er hatte sie gekannt, die fröhlichen Weihnachten, hatte gefühlte Unsummen für Frau und Kind ausgegeben, und das gern. Hatte klaglos die ganzen unsäglichen Besuchsarien bei Omas, Opas, Eltern, Tanten und Onkeln und Cousins mitgemacht, hatte sich in den Weihnachtsgottesdienst schleifen lassen, weil man das so tat, und nicht einmal darüber gemeckert, dass es jedes verdammte Jahr immer wieder nur Gans gab. Es hatte sich richtig angefühlt.

Wenn nur die Sehnsucht nicht wäre.

Auf der Seepromenade lauschte er gerade den hervorragenden lettischen Blechbläsern in Nikolausmänteln, als jemand ihm auf die Schulter tippte. Er sah in ein fragendes Gesicht.
„Entschuldigung – Max? Max! Gut siehst du aus!“
„Sanne? Mein Gott. Was machst du denn hier?“
„Urlaub. Bis Dreikönig. Lebst du noch hier?“
Er nickte.
„Wollen wir uns mal treffen? Irgendwo? Nur reden?“
„Gib mir mal deine Nummer.“
„Ist die alte. Hast du die noch?“
Er nickte. „Ich melde mich.“

Wenn nur die Sehnsucht nicht wäre.

Zwei Stunden später spielten die Letten: „Still, still, still, weil’s Kindlein schlafen will.“ Das war zu viel. Etwas zerbrach. Der Kummer hatte sein Herz die ganzen Jahre bluten lassen, er konnte genauso gut etwas wagen. Entschlossen griff er zum Handy.

 

2018 51+52 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Woche 51/52.2018: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von dergl und lauten: Regenbogen, transparent, bluten.

 

Falls sich wer fragt, wer da spricht, es ist mein „Wassermaler“ (hier und hier lesen), er lebt an der Ostsee, Sanne ist seine geschiedene Frau, sie hatten eine Tochter, die tragisch gestorben ist …
Oh, und besagte Letten (aus Riga, hab leider kein Foto) stehen zurzeit auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt am Rathaus. Ein Genuss.

 

 

Sollten wir uns nicht mehr lesen, wünsche ich euch besinnliche und frohe Feiertage! Dieser Blog macht keine Weihnachtsferien, befindet sich jedoch ab Heiligabend (und den Montagsgedichten) häufiger im Außer-Haus-Modus.

 

Schreibeinladung für die Textwoche 51.52.18 | Wortspende von dergl

Es ist so weit, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, Weihnachten und damit das Jahresende naht. Erfreulich wenige Blogs (auf denen ich lese) haben sich bisher in mehr oder weniger stimmungsschwangeren Jahresrückblicken geübt – und ich werde bestimmt nicht damit anfangen. Dennoch hatte ich angekündigt, dass die Etüdenneuerungen erst mal bis Weihnachten gelten, also sollte/möchte ich über deren Fortlaufen ein paar Worte verlieren.

1. Wie geht es weiter?
Wenn ihr nicht vehement protestiert, so wie gehabt. Bei mir hat die Umstellung viel Stress rausgenommen. Ich mag die Sache mit den 300 Wörtern als Obergrenze und möchte nicht zurück. Und auch der 14-tägige Rhythmus kommt mir momentan sehr entgegen.

2. Also bleibt alles, wie es war?
Äh, nein. Ich würde gern festlegen, dass die regulären Schreibeinladungen für die Etüdenwörter (also das, was ihr gerade lest) jeweils am 1. und am 3. Sonntag des Monats erscheinen. Ab und an haben Monate allerdings 5 Sonntage. Der Dezember ist so einer – der 30. Dezember ist der 5. Sonntag. (Der nächste ist Ende März.) Dann gibt es einen Aufruf zu Extraetüden, dann tanzen die Etüden eine Woche lang aus der Reihe. Lasst euch überraschen!

3. Wortspenden
Wörter darf spenden, wer mit dem Erscheinen dieser Schreibeinladung zwei Etüden zur laufenden Saison beigetragen hat und seinen Wunsch bekundet hat, Wörter spenden zu wollen. Auf meiner Liste sind dafür eingetragen: Anna-Lena, Bernd, Bettina, dergl, Elke H. Speidel, Frau Flumsel, Frau Vro, Gerda, Jaelle Katz, m.mama, Myriade, Natalie, Nina, Petra Schuseil, René, Rina, Ulli, Viola, Werner Kastens, Yvonne. Wenn ich eine*n von euch runternehmen soll, sagt bitte Bescheid. Sollte ich wen vergessen haben, bitte ebenfalls brüllen! Pronto!

Nachfragen möchte ich bei Agnes, Isabel und dem werten Herrn fraggle, unserem Neuzugang (hurra!). Wenn ihr in die Reihe derer, deren Namen in den Topf für die Ziehung kommen, aufgenommen werden möchtet, dann hinterlasst mir doch bitte bis inklusive Mittwoch (19.12.) einen Kommentar. Dies dient auch (aber nicht nur) den Regeln der DSGVO, damit sei euch nämlich dann bekanntgegeben, dass ich eure Mailadresse speichere, um euch ggf. anschreiben zu können.

4. Ziehung der Wortspender
Der Fellträger findet es zwar nett, dass ich mir so viel Mühe gebe, dass er mit den leeren (und wegen Katzen-Leckerli klappernden) Ü-Eiern spielen soll, die gelben Plastikteile interessieren ihn aber immer noch null.

Fellträger mit Ü-Eiern | 365tageasatzaday

Daher werde ich die Ziehung einem befreundeten Menschen übertragen – und sie wird relativ bald stattfinden. Die nächste „Saison“ geht bis Ostern (= 8 reguläre Termine), den ersten Termin schenke ich Ludwig, unserem Etüdenerfinder, zu Weihnachten (hallo, Ludwig!), also bleiben noch 7 Leute, die gezogen und dann von mir angeschrieben werden (irgendwann zwischen den Jahren, ich hoffe, ihr schaut dann nach euren Mails).

5. Illustrationen
Ludwig liest zwar ab und an bei uns mit, hat aber momentan keine Lust auf Bloggedöns. Also kümmere ich mich weiter darum.
Ein Wort zu den Weihnachtsillustrationen: Ich gehe nicht davon aus, dass die Anzahl der Etüden Rekorde brechen wird, schließlich ist Weihnachten. Als ich die Illus erstellt habe, konnte ich aber irgendwie die Finger nicht davon lassen, daher sind es so viele. Und bitte: Ich will auch eure hässlichen Etüden, die unfrohen, die dunklen, die mit dem Knoten im Herz, die mit Blut und Gift und bösen Worten. Die haben genauso ihre Berechtigung wie das heitere glockenklingende White-/Last-Christmas-Gedöns mit Schnee und Gänsebraten und Happy-family-Kitsch.
dergl hat dankenswerterweise sehr vielseitige Wörter dafür gefunden.

6. Statistik
Bald ist Weihnachten, die Leute haben Besseres/anderes im Kopf, als Etüden zu schreiben. Wundert es wen? Ich finde es dennoch erstaunlich, dass 17 Blogs 35 Etüden eingereicht haben. Das ist echt nicht viel weniger als vor 14 Tagen. Danke dafür! Und wir haben noch einen Neuzugang zu verzeichnen, nämlich den wertgeschätzten Herrn fraggle, dessen Blog ich schon ziemlich lange folge, weil er extrem gute Rezensionen schreibt und bei ihm selbst die manchmal recht drögen „Freitagsfragen“ zu Highlights meines Tages geraten. Willkommen in unserer Runde, mögest du festwachsen und deine Etüdenideen blühen und gedeihen!

Hier kommt also erst mal die Liste zum Nachlesen. Irgendwas falsch? Hab ich wen/was vergessen? Bitte sagt Bescheid!

dergl auf Die Tinterkleckse sehen aus wie Vögel: hier und hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier, hier und hier
Werner Kastens hat in den Kommentaren mehrere PDFs eingeliefert: hier, hier und hier
Bernd auf Red Skies over Paradise: hier, hier und hier
Frau Vro auf vro jongliert: hier,  hier und hier
Jaelle Katz auf Jaellekatz: hier
Viola auf viola-et-cetera: hier
René auf From a friend of Friends or How Überweiss changed my life: hier
Frau Flumsel auf Wortgeflumselkritzelkram: hier und hier
fraggle auf reisswolfblog: hier und hier
Ulli aus dem Café Weltenall: hier, hier und hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
Anna-Lena auf Meine literarische Visitenkarte: hier, hier und hier
m.mama auf Mein Name sei MAMA: hier, hier und hier

Nachzügler:
Rina auf Geschichtszauberei: hier
Nina vom Bodenlosz-Archiv: hier
Natalie aus dem Fundevogelnest: hier

 

Vielen Dank allen, die mitgeschrieben, und denen, die mitkommentiert haben! Ich freue mich sehr, dass ihr die Etüden und damit meinen Blog immer wieder anlauft …

7. Die neuen Wörter
Die Wortspende für über Weihnachten, für die Textwochen 51/52 des Schreibjahres 2018, stiftete dergl von Die Tintenkleckse sehen aus wie Vögel. Ihre Wörter lauten:

Regenbogen
transparent
bluten.

 

Der Etüden-Disclaimer: Die Headline heißt: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder (am besten „und“) postet den Link unten in einen Kommentar (oder gleich die ganze Etüde, wenn ihr keinen Blog habt oder es bei euch nicht passt), damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt nicht auf die nächste Liste, das wäre doch schade, oder?
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright.
Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig.

Die erste Ausgabe der Extraetüden gibt es am 30.12.2018, die nächsten (regulären) Wörter am 06. Januar 2019. Euch viel Spaß und erst mal gelungene Festtage! Ich hoffe, dass es euch allen gut ergeht und ihr gut und möglichst fröhlich und mit möglichst wenig Blessuren welcher Art auch immer über die Runden kommt!

 

2018 51+52 | 365tageasatzaday

 

2018 51+52 | 365tageasatzaday

 

2018 51+52 | 365tageasatzaday

 

2018 51+52 | 365tageasatzaday

 

Liebe im Mai | abc.etüden

„Das Leben ist ein Affenkasten“, seufzte die alte Frau, die mit einer Tasse Kaffee in der späten Nachmittagssonne ausruhte, „wenn du Glück hast, dann füttern sie dich, wenn du Pech hast, dann schmeißen sie mit Steinen nach dir. Man weiß es nie vorher, da kannst du janken, so viel du willst. Aber ich will dich nicht langweilen, Kind, was sagtest du, wann dein junger Mann dich abholen kommt? Hübsch siehst du aus, ist die Bluse neu?“

Die Bluse war nicht nur neu und schmeichelte ihrer Figur, sie war auch elektrischblau, was Stine zu ihrer aktuellen Lieblingsfarbe erkoren hatte, weil sie so gut zu ihrer Haarfarbe, zum Himmel und zu ihrer Laune passte, und die war strahlend. Eigentlich hatte sie nur kurz bei ihrer Omi hereinschauen wollen, aber dann hatte diese ihr den Kaffee im Garten aufgenötigt, und nun saß sie wie auf Kohlen und warf immer wieder einen Blick zur Straße.

„Es kann ja auch gutgehen“, hielt sie dem beginnenden Sermon über die Unbill des Lebens leise, aber entschieden entgegen, denn sie hatte jetzt wirklich keinen Nerv dafür, „warst du denn trotz allem nicht glücklich mit Opa?“ Sie hätte vor Ungeduld schreien und herumzappeln können, aber da bog ja schon ganz pünktlich ein Beetle, unverwechselbar durch sein cooles Maikäfer-Design, um die Ecke.

„Ich muss“, rief sie aufgeregt, wartete die Antwort nicht ab, schnappte sich ihre Tasche, drückte der alten Frau ein Küsschen auf die Wange und rannte fast davon, hinaus zu dem Mann, der ihre Träume erobert hatte.
„Ach, das Glück ist launisch“, murmelte diese und sah lächelnd ihrer Enkelin nach, „auch wenn du es nicht hören willst, du wirst es auch noch lernen, hoffentlich nicht so bald …“

 

2018_22_2_zwei lz | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Für die abc.etüden, Woche 22.2018: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von dergl (ihr Blog ist getaucht) und lauten: Affenkasten, elektrischblau, janken. Und da ich mich so geärgert hatte, dass mir letzte Woche die Zeit für die wunderbaren Wörter von Elke H. Speidel fehlte, sind die auch noch gleich mit drin: Maikäfer, leise, schreien.

Hier donnert es leise und zieht sich zu, geht es euch allen wettermäßig gut, da draußen im Blogland?

 

Schreibeinladung für die Textwoche 22.18 | Wortspende von dergl

Der Stichtag für die DSGVO ist rum, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, eine Menge Blogs sind getaucht oder endgültig vom Netz. Auch ich habe meinen Kopf eingezogen (und an einer Datenschutzerklärung gebastelt) und hoffe, dass ich so weitermachen kann wie bisher. Weil eigentlich ist der Gedanke hinter der DSGVO ja okay, nur die Umsetzung, diese unselige (deutsche) Neigung, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen … wenn wir alle „vernünftig“ wären, wie es manche Blogger und Journalisten postulieren, dann gäbe es diese Korinthenkacker (auch ein schönes Wort) nicht und jeder würde (und könnte) alles so verstehen, wie es gemeint ist.
Ich war die letzte Woche blogtechnisch außerordentlich wenig aktiv, ihr werdet es bemerkt haben. Grund ist/war nicht Pfingsten oder mangelndes Interesse (oder die, deren Namen nicht mehr genannt werden soll), Grund ist/war die überaus erfreuliche Tatsache, dass mich eine Freundin besucht, die ich vielleicht 2, 3 Male im Jahr sehe. Da hat mein Offline-Leben Vorrang. Das heißt leider auch, dass ich keine Zeit hatte, die Etüde zu Papier zu bringen (Entschuldigung, Elke), die mir immer noch durch den Kopf schwebt. Ich hoffe in der nun anbrechenden Woche auf Zeit für den Nachzügler.

Nun ist, lange Rede, kurzer Sinn, aber erst mal die Wortspende für die Textwoche 22.18 dran. Gestiftet von der dergl, die mit ihren Fädenrissen (faedenrisse.wordpress.com) aus guten Gründen auch getaucht ist, wundert euch also bitte nicht, falls ihr klopfen müsst. Ihre Wörter lauten:

Affenkasten (Erklärung Duden)
elektrischblau
(Erklärung dergl)
janken
(Erklärung Duden).

Ich hoffe, ihr habt immer noch/wieder Spaß, daraus eine Geschichte zu basteln. Wie immer, ihr wisst: Diese 3 Wörter bitte in maximal! 10! Sätzen unterbringen! Auch diese Woche stammen die Illustrationen von dem werten Herrn lz., vielen Dank, Ludwig!
Euren Beitrag verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder (am besten „und“) postet den Link unten in einen Kommentar (oder gleich die ganze Etüde, wenn ihr keinen Blog habt oder es bei euch nicht passt), damit eure Etüde auch ganz sicher von dergl und mir und von allen, die es interessiert, gefunden werden kann.

(Spinnt bei euch der/die/das Cookie-Banner auch? Egal, wie oft ich meins anklicke, es lässt sich nicht deaktivieren.)

 

 

2018_22_1_eins lz | 365tageasatzaday

 

2018_22_2_zwei lz | 365tageasatzaday

 

Ketten im Kopf | abc.etüden

Ich kann nicht, ich kann nicht, ich kann nicht, ich kann nicht. Sarah hat mich zu einem Sederabend eingeladen, mich, ausgerechnet mich, und das hat mich ziemlich abgeschossen, weil ich sie doch mag.

Die ganze Zeit schaue ich zu der kleinen offen stehenden Kiste mit den Erinnerungen von früher. Das große Ding da drin, das da so metallisch glänzt, ist ein altes BDM-Abzeichen, der ganze Stolz meiner Großmutter, von dem Rest haben wir vieles weggeschmissen. „Die haben ihre Religion und wir haben unsere, aber die sind nicht wie wir und wir sind nicht wie die und deshalb mischen wir uns nicht“, mehr hat sie nie gesagt, aber ich weiß, was sie denken würde, wenn ich ihr von der Einladung erzähle, sie hat ihre Haltung nie groß verändert.

Ich wusste jedenfalls nicht, dass Sarah Jüdin ist, sie sieht auch nicht so aus, Sarah ist für mich kein typisch jüdischer Name, „typisch jüdisch“, wie furchtbar sich das schon anhört!

Darf ich wirklich bei Juden an deren Feiertag teilnehmen? Die müssen mich doch immer noch hassen, weil ich das Kind meiner Eltern und Großeltern bin. Ich meine, was Hitler gemacht hat, war ein Verbrechen, ganz klar, aber was ist mit der Schuld bis ins siebte Glied, von der die Bibel spricht, und was ist damit, dass sich meine Leute dann bestimmt von mir verraten fühlen würden, auch wenn sie schon lange tot sind?

Ich mäandere durch meine Gedanken und weiß nicht, was ich ihr sagen soll.

 

2018_14_1_eins lz | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Für die abc.etüden, Woche 14.2018: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von dergl und lauten: Seder, metallisch, mäandern.

Bisschen viel um die Ohren diese Woche, daher bin ich kaum online. Und irgendwie haben einige von euch in die gleiche Richtung gedacht wie ich, daher musste ich warten, bis ich für meine Etüde wusste, wer spricht und was …

 

 

Schreibeinladung für die Textwoche 14.18 | Wortspende von Fädenrisse

Ostern polarisiert, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, oder wie ist es bei euch? Während man bei Weihnachten um die religiöse „Frohe Botschaft“ kaum herumkommt, finde ich Ostern, das Fest des Sterbens und Auferstehens, wesentlich schwerer zu verstehen und denke, Tod ist ja eh kein beliebtes Thema, dass es doch weitaus heftiger im Magen liegt. Wen wundert es da, dass viele (und damit meine ich nicht mal die notorischen Skeptiker, Agnostiker, Atheisten oder sowieso Desinteressierten) sich viel lieber mit Süßkram den Magen verderben und daraus ein langes Wochenende mit mehr oder weniger viel Familie machen.

Sei es wie es sei. Für die kommende Woche, die Textwoche 14.18, stammen die Wörter aus dem Gedankenarchiv von Frau dergl und ihrem Blog, den Fädenrissen (faedenrisse.wordpress.com), und ja, ich halte sie mal wieder für eine Herausforderung, vor allem das erste, das ich zwar als Begriff kannte, aber sehr gern und sofort mal genauer nachgeschlagen habe und wofür Frau dergl mir auch Links anbot. (Falls sich wer wundert: Ich finde grundsätzlich interessant, was/woran Menschen glauben (und warum), auch wenn vieles möglicherweise nicht meins ist. Wir können uns nur näherkommen, wenn wir wenigstens die Basics verstehen, und nein, das gilt nicht nur für so schwierige Dinge wie Glauben.)

Die Wörter lauten:

Seder (Bedeutung: Wikipedia, haGalil.com, Chajms Sicht)
metallisch
mäandern.

 

Wie immer die berühmten letzten Worte: Diese 3 Wörter sind in maximal! 10! Sätzen unterzubringen, wie es sich gehört stammen die Illus aus der Kamera/Feder des werten Herrn lz., vielen Dank, Ludwig!
Euren Beitrag verlinkt ihr dann bitte wie gewohnt hierhin und/oder (am besten „und“) postet den Link unten in einen Kommentar (oder gleich die ganze Etüde, wenn ihr keinen Blog habt oder es bei euch nicht passt), damit eure Etüde auch ganz sicher von Frau dergl und mir und von allen, die es interessiert, gefunden werden kann.

Und schöne, friedliche Ostertage euch, egal, was ihr damit anfangt!

 

2018_14_1_eins lz | 365tageasatzaday

 

2018_14_2_zwei lz | 365tageasatzaday

 

Lifestyle | abc.etüden

Okay, okay, sein Styling war etwas gewöhnungsbedürftig geraten. Er war irgendwo auch stolz darauf, es dokumentierte seinen rebellischen Pfad. „Sollte das so oder war das ein Unfall?“, hatte seine Mutter entsetzt gefragt, dagegen hatte seine zickige Schwester nur spitz bekundet, kein Interesse an dem Zeug zu haben, was er ja wohl wieder geraucht hätte. Nun, da war was dran, sie kannte ihn halt, völlig klar war bestimmt keiner von ihnen gewesen.

Aber eigentlich war es nur ein verdammt schiefgelaufenes Experiment, was er da auf dem Kopf trug; ihn hatte es von der Gang am schlimmsten erwischt. Die Dosierung mit der Honigpumpe war nicht zuverlässig gewesen, nun waren seine Haare einerseits strohig und abstehend (erwünscht), aber andererseits auch schimmelig-blond-grau-grün gesträhnt (ursprünglich nicht erwünscht, definitiv nicht).
Eindeutig zu heavy für die Trabantenstadt, genauso wie der neue Stoff, vielleicht würde er einen Schuh machen und ein paar Wochen bei seinem Vater pennen.

Er stoppte vor der Photobox am Bahnhof. Der krasse Look gab bestimmt ein spaciges Fahndungsfoto für Interpol oder so ab. Man musste das Bild von sich schließlich rechtzeitig prägen.

 

2017_40.17_zwei_lz | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Für die abc.etüden, Woche 40.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von dergl von den Fädenrissen (faedenrisse.wordpress.com) und lauten: Interpol, Trabantenstadt, Honigpumpe.

Zuerst habe ich gedacht, ich schreibe eine Fortsetzung zu den Interpolern. Aber dann fuhr dieser Typ auf einem Fahrrad an mir vorbei und ich reagierte wie die Mutter … und dachte dann, okay, daraus ließe sich auch eine Etüde machen.  ;-)

 

Tödliches Artefakt | abc.etüden

Er tigerte unruhig, aber in Hochstimmung vor den hohen Glasfenstern hin und her, die über die Trabantenstadt mit ihren Lichtern hinwegblickten. Nach der Übergabe heute würde er zum Kreis der Interpoler gehören, zu der Kaste, die sich auch in den Polregionen mit ihren Bodenschätzen frei bewegen durfte. Es würde seine Geschäfte beflügeln, ach was, verhundertfachen! Dafür hatte er in all den Jahren das ganze Blut an seinen Händen auf sich genommen: hinauszukommen aus den Betonghettos, in denen die Menschen seit dem großen Zusammenbruch zusammengepfercht dahinvegetierten und wo es entweder kalt oder dunkel war – und oft genug beides.
Auch zwei Generationen nach der Klimakatastrophe hielt das Leben noch nicht wieder viele Freuden bereit, aber mit genügend Geld konnte man es sich nach wie vor recht nett machen.

Das Artefakt, der Schlüssel zu seinem neuen Leben, ruhte in einem kleinen Kasten hinter ihm auf dem Schreibtisch: eine in Silber getriebene Honigpumpe, deren Anwendung ihm im Übrigen völlig fremd und ebenso egal war. Er hatte in seinem Leben nur zwei- oder dreimal echten Honig gegessen, Bienen gehörten in Geschichten aus einer Vergangenheit, die er nicht kannte. Wenn er ehrlich war, hatte es ihm sowieso nicht geschmeckt.

Das Sicherheitssystem signalisierte die Ankunft seiner Geschäftspartner und er ging persönlich zur Tür, um sie willkommen zu heißen.
Sie benötigten nur einen einzigen Schuss.

 

2017_40.17_eins_lz | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Für die abc.etüden, Woche 40.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von dergl von den Fädenrissen (faedenrisse.wordpress.com) und lauten: Interpol, Trabantenstadt, Honigpumpe.

Ja, ich hab schon die ganze Zeit befürchtet, dass das was Dystopisches wird, was eher in Richtung Krimi geht, und ich hab mich hartgetan damit. Tut mir ja bisschen leid, dergl, aber ich habe weder was mit Beuys noch mit Interpol am Hut …

 

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Schreibeinladung für die Textwoche 40.17 | Wortspende von Fädenrisse

So, eine ergebnisoffene und reichlich postfaktische Woche liegt hinter uns, es war ja nicht anders zu erwarten, oder hattet ihr? Da ist es doch nett, wenn man sich zur Abwechslung bei den Etüden mal mit was richtig Konkretem, Solidem, Abwegigem herumschlagen muss. Oder? Oder nicht?
Wie dem auch immer sei, in dieser Woche, der Textwoche 40.17, stammen die Wörter aus dem Gedankenarchiv von Frau dergl und ihrem Blog, den Fädenrissen (faedenrisse.wordpress.com). Sie lauten:

Interpol
Trabantenstadt
Honigpumpe.

Ich habe euch gewarnt / You have been warned. Mich überfallen erste Krimi-Assoziationen …

Bitte diese 3 Wörter in maximal! 10! Sätzen unterbringen! Euren Beitrag verlinkt ihr dann bitte hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar (oder gleich die ganze Etüde, wenn ihr keinen Blog habt oder es bei euch nicht passt), damit eure Etüde auch ganz sicher von mir, von Frau dergl und von allen anderen Mitlesern/-schreibern gefunden werden kann.

Unverkennbar stammen auch diese Illustrationen wieder von dem wertgeschätzten Herrn lz., dem Etüdenerfinder, der nach wie vor mit seiner Artpage unter ludwigzeidler.de zu finden ist. Danke, Ludwig!

 

2017_40.17_eins_lz | 365tageasatzaday

 

2017_40.17_zwei_lz | 365tageasatzaday