Die einfachen Sterne

Die einfachen Sterne haben sich hoch über die Bäume geschoben.
Manchen, der nie tags sein Auge vom Boden gehoben,
Den machen nachts kopfhoch die blauen Lampen droben,
Die urewig gleichmäßig Wandelnden,
Die ewig fernen und nie laut Handelnden,
Die Sterngeister, die blauen, der großen Ruhe leuchtende Meister,
Die dem Weisen Zeichen und Weglicht geben,
Die alle Erdenkönige samt allen Königreichen überleben,
Die wie feurige Liebesgedanken über den nächtlichen Dächern schweben.

(Max Dauthendey, Die einfachen Sterne, aus: Lusamgärtlein, Quelle)

 

Milchstraße | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

Ich habe eine Gesamtausgabe Dauthendey-Gedichte geschossen (blaues Leinen, Dünndruckausgabe, Fraktur!, 1930), dies ist mein erster Fund daraus. Ja, ich bin immer noch auf der Suche nach dem nämlichen Regengedicht, ich kann schon mal sagen, dass es unter dem Titel nicht auffindbar ist.

Kommt gut in die neue Woche!

 

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