Tag 29 | 30 Days Book Challenge

 

29 Ein Gedicht, das Du magst

Heimspiel! Dies ist nicht nur der Etüden-Blog (in Sommerpause), seit März 2017 gibt es hier auch das/die Montagsgedicht(e). Ich hab da also echt die Qual der Wahl. 😉

Und da sie vergangenen Montag zugunsten von Musik ausgefallen sind, greife ich doch mal in die Vollen und bewerfe euch zuerst mit Rilke.

 

(X)

Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben!
Sie zu halten, wäre das Problem.
Denn, wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben,
wo ein endlich Sein in alledem? –

Sieh, der Tag verlangsamt sich, entgegen
jenem Raum, der ihn nach Abend nimmt:
Aufstehn wurde Stehn, und Stehn wird Legen,
und das willig Liegende verschwimmt –

Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; –
aber auch in ihnen flimmert Zeit.
Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt
obdachlos die Unvergänglichkeit.

(Rainer Maria Rilke, Wunderliches Wort, aus: Aus dem Nachlaß des Grafen C. W., Erste Reihe, X., Ende Nov. 1920, in: Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens, Gedichte aus den Jahren 1906 bis 1926, insel tb 98, 1953, S. 116, Online-Quelle)

 

Dazu habe ich euch eine Rarität auf YT aufgetrieben: die Vertonung von Laith al-Deen.

 

 

 

Zugabe? Bitte schön. Diesmal wird es gefühlvoll.

 

Du machst mich traurig – hör
(Hans Adalbert)

Bin so müde.
Alle Nächte trag ich auf dem Rücken
Auch deine Nacht,
Die du so schwer umträumst.

Hast du mich lieb?
Ich blies dir arge Wolken von der Stirn
Und tat ihr blau.

Was tust du mir in meiner Todesstunde?

(Else Lasker-Schüler, Du machst mich traurig – hör, 1917, aus: Gesammelte Gedichte, Online-Quelle)

 

Auch dazu gibt es eine absolut wunderbare und zarte Vertonung, und zwar von Mieze (MIA).

 

 

 

Tag 29 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Mein Dank verfolgt unverdrossen Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen und die auch eine Teilnehmerliste führt.

 

Off topic: Adventüden (hier klicken): 7 bereits erhalten, 16 weitere Zusagen. Sehr schön! Weiter so!

 

Du machst mich traurig – hör

Du machst mich traurig – hör
(Hans Adalbert)

Bin so müde.
Alle Nächte trag ich auf dem Rücken
Auch deine Nacht,
Die du so schwer umträumst.

Hast du mich lieb?
Ich blies dir arge Wolken von der Stirn
Und tat ihr blau.

Was tust du mir in meiner Todesstunde?

(Else Lasker-Schüler, 1917, Quelle)

 

 

(Zum Innehalten. Kein spezieller Anlass. Oder zu viele.
Einfach nur … so.)