Erleuchtung. Weisheit. Oder so.

Im alten China stand auf dem Gipfel des Berges Ping ein Tempel, in dem Hwan, der Erleuchtete, wohnte. Von seinen vielen Schülern ist uns nur einer bekannt, Lao-Li. Über mehr als zwanzig Jahre studierte und meditierte Lao-Li beim großen Meister Hwan. Doch obgleich Lao-Li zu den klügsten und ergebensten Schülern zählte, hatte er noch nicht die Stufe der Erleuchtung erreicht. Von der Lebensweisheit verstand er nichts.
Tage, Nächte, Monate und sogar Jahre kämpfte Lao-Li mit seinem Schicksal, bis ihm eines Tages der Anblick einer fallenden Kirschblüte zu Herzen ging. „Ich kann nicht länger gegen meine Bestimmung ankämpfen“, sah er ein. „Genau wie die Kirschblüte muss ich mich mit Würde in mein Schicksal fügen.“

Und in diesem Moment beschloß Lao-Li, sich von dem Berg zurückzuziehen und seine Hoffnung auf Erleuchtung aufzugeben.

„Was hast du gelernt, Lao-Li?“ fragte der Meister. Lao-Lis Antwort war Schweigen. Endlich, nach langer Stille, hob der Meister wieder an. „Der Weg zur Erleuchtung ist wie die Reise vom Berg herunter. Die Erleuchtung kommt nur zu jenen, die begreifen: All das, was einer vom Gipfel des Berges aus sieht, ist nicht dasselbe wie das, was er vom Fuß des Berges her sieht. Ohne diese Einsicht verschließen wir unsere Sinne vor allem, was wir von unserem Standpunkt aus nicht sehen können, und schränken so unsere Fähigkeit ein, uns zu entwickeln und zu verbessern.“

(Verfasser: unbekannt, Quelle)

 

Mein Lieblingszitat zum Thema Erleuchtung kommt nach wie vor aus dem Zen:

Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.

(Ikkyū Sōjun, Gedanken|Erklärungen)

 

Kirschblüten – 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst

 

Holzhacken II – Donnerstag, 18. September 2014

Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.

(Ikkyū Sōjun) (Gedanken/Erklärung)

 

Ich mag diese lakonischen Zen-Sprüche und das Grübeln, zu dem sie mich verleiten – und den Humor, auf den man dann ab und an stößt. Mich bringt dieser Spruch jedes Mal zum Schmunzeln, er ist so praktisch.

Der Garten ist übrigens fertig, die Abfälle sind entsorgt und wir fußwund und glücklich aus Hagenbecks Tierpark zurück. Elefanten machen ein Geräusch wie ein Staubsauger, wenn sie einem das Automaten-Trockenfutter aus der Hand saugen und sabbern nur ein bisschen. Und Walrosse  sind so urviechartig hässlich, dass sie schon wieder hübsch sind. Löwen können lächeln 🙂 und Eisbären haben es echt drauf, wie Plüschbären auszusehen. Finde ich.

Morgen kümmere ich mich wieder um den Holznachschub.