Schreibeinladung für die Textwoche 40.19 | Extraetüden

Der Herbst ist da und mit ihm die vierten Extraetüden dieses Jahres, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen. Heute ist der fünfte Sonntag im Monat September, was Extraetüden bedeutet, bis es am nächsten (ersten) Sonntag des Monats Oktober mit den regulären Wörtern weitergeht.

Ja, viel ist passiert in den letzten zwei Wochen hier auf dem Blog. Seid versichert, dass ich nur so tue, als ob alles okay ist, in mir gärt unsere Diskussion (hier und hier) nach wie vor. Erfreut bin ich aber dennoch, dass so viele Etüden in der zweiten Woche eingetrudelt sind, das sieht für mich so aus, als ob ihr den Etüden die Treue halten wolltet/würdet – ich habe zeitweise daran gezweifelt, ob ihr nicht mit den Füßen abstimmen würdet. (Und an mir.)

So, nun denn. Ich wende mich wie immer zuerst der Statistik zu und reibe mir verwundert die Augen: Es sind zwar knapp weniger Blogs, dafür aber sogar mehr Etüden (und drei neue Schreibende!): 39 Etüden, 22 teilnehmende Blogs/Schreiber*innen (Stand ohne Nachzügler), letztes Mal waren es 36 Etüden von 23 Blogs. Ich bin wirklich gerührt und begrüße die Neuen auch hier noch mal ganz herzlich, ich hoffe, ihr habt Spaß und bleibt uns und dem Projekt lange gewogen.
Die Liste führt dieses Mal Werner mit fünf Etüden an, ihm folgen Alice, Myriade, Veronika und Resi Stenz mit jeweils drei.

Wie immer: Checkt bitte, ob alles mit euren Links okay ist, und meldet Fehler/Fehlendes oder ob sonst was falsch ist – ihr kennt das Procedere ja meist inzwischen zu Genüge.

Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Triggerwarnungen (z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt.

Alice auf Make a Choice Alice: hier, hier und hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier und hier
Resi Stenz in meinen Kommentaren: hier
Jacqueline auf Jacquelines Lebenstagebuch: hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier, hier und hier
Werner auf Werner Kastens: hier, hier, hier, hier und hier
René auf Ein Blog von einem Freund. Von Humor. Und Spass. Aus Berlin. Im Ernst!: hier und hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Die Hummel im Hummelweb: hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier und hier
Bernd auf Red Skies over Paradise: hier und hier
Sofie auf Sofies viele Welten: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier
Resi Stenz auf Resi Stenz: hier und hier
Veronika auf vro jongliert: hier, hier und hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
Gisela Benseler in meinen Kommentaren: hier
Martina auf Und sonst so?: hier
Ulli aus dem Café Weltenall: hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier
Elke H. Speidel auf Transworte auf Litera-Tour: hier
Viola auf viola-et-cetera: hier
Die Hoffende auf ICH & MEHR: hier

Neu in der Runde der Schreibenden sind „Und sonst so?“ vom Blog Und sonst so?, deren Namen ich nicht weiß, Sofie vom Blog Sofies viele Welten, die ihr vielleicht aus der Diskussion kennt, und Gisela Benseler, die (soweit ich weiß) keinen eigenen Blog hat und in den Kommentaren zu meiner Überraschung testweise mit einer Etüde auftauchte.

Wie das mit den Extraetüden geht? Ihr nehmt die Begriffe des abgelaufenen Monats, das sind sechs, sucht euch davon fünf aus und verpackt die in einen Text von maximal 500 Wörtern. Zeit: eine Woche!
Den Rest kennt ihr.

Dies waren die September-Wörter, gespendet von Ludwig Zeidler und Alice:

Verzweiflungstat, ambivalent, hingeben,
Roman, variabel, entlassen.

 

Natürlich darf der öde, blöde Etüden-Disclaimer nicht fehlen: Die Headline für die Extraetüden heißt: 5 Begriffe in maximal 500 Wörtern.
Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt nicht auf die nächste Liste, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 6. Oktober 2019. Uns allen viel Schreiblust, und habt noch ein schönes Wochenende!

 

Extraetüden 27.19 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Extraetüden 27.19 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Froschkönig reloaded | abc.etüden

Mir hat die Geschichte keine Ruhe gelassen. Und da kommen mir die Extraetüden gerade recht, um meinen Nicht-Frosch aus seiner Zwangslage zu befreien.

Wer die anderen Teile nicht kennt:

Teil 1: Verflucht

Teil 2: Trübe Aussichten

 

* * *

 

„Der Frosch erinnert mich an Papa.“
„Wie jetzt?“
„Na, da bei der Wettervorhersage. Hörst du nicht, wie der spricht?“
„Du spinnst, seit wann sprechen Frösche denn? Das ist doch alles nur Fake. Außerdem, wenn das dein Vater wäre, dann hätte er mindestens eine Krone auf. Kennst ihn ja, der würde auf der Froschkönig-Nummer bestehen.“

Schweigen.

„Mama?“
„Mhm?“
„Denkst du noch oft an ihn?“

Eigentlich war sie froh, dass sie ihn los war. Die Scheidung war okay gelaufen, sie hatte ihn sich von der Seele geheult und ein neues Leben aufgebaut. Böse formuliert saß der einzige Gewinn aus dieser Beziehung gerade neben ihr und schaute mit ihr obskure Lokalnachrichten auf YouTube. Aber sagt man das seiner Tochter? Würde das bei irgendwas helfen? Sie glaubte es eher nicht.

„Und du?“
„Ich glaube, dass ihr euch getrennt habt, war unabwendbar. Spätestens, als er die Tussi hatte.“

Oh. Ja. Die.

Fakt war, dass er seit ein paar Monaten verschwunden zu sein schien, jedenfalls waren alle Papa-Tochter-Treffen wegen Nichterscheinens gescheitert. In was der sich wohl wieder reingeritten hatte? Sie seufzte. Nicht mehr ihr Bier.
Dieser Frosch hatte doch was von ihrem Ex-Mann. Der Gedanke an eine Spontanmutation erheiterte sie kurz, dann ließ sie ihn fallen.

 

Der Knall erschütterte sein Universum. Er wunderte sich. Sollte er nicht Matsch oder gegrillt sein? Er war sich ziemlich sicher, dass eben die schwere Baulampe in seinem Wetterfroschglas gecrasht war, weil Tobi, der Hirni, oder seine minderbemittelte Schwester wieder mal über ein Kabel in ihrem kleinen Heimstudio gestolpert waren. Großes Ding, Wetternachrichten mit einem sprechenden Frosch! Natürlich hatte ihnen keiner abgenommen, dass die Froschstimme echt war, aber man hatte es als Sommerloch-Gag witzig genug gefunden. Bis in die Lokalnachrichten auf YouTube hatte er es geschafft. Wahnsinn.
Er schlug die Augen auf und sah erst mal alles unscharf. Als sich sein Gesichtsfeld verengte, erkannte er, dass er auf einem Fußboden lag. In SEINER Küche. Interessant. Er hob eine Hand. Menschlich! Konnte alles nur ein trüber Traum gewesen sein?
Viel später gelang ihm die Koordination seiner Gliedmaßen und er tappte unsicher durchs Haus. Wo war Mimi? Weg, stellte er fest, ebenso wie alle ihre Sachen. Na, kein Verlust. Der Kühlschrank war auch leer. Er vertilgte eine Dose Ravioli aus der eisernen Reserve. Hauptsache was im Magen.

Auf seinem Schreibtisch erwartete ihn ein Brief mit Froschbildern und einer Nachricht.
„Also, tut mir leid, die Verwandlung war keine Absicht. Falls du das hier jemals liest, hoffe ich für dich, dass das Schicksal dir eine Chance gegeben hat und du nicht mehr der hässliche Frosch bist (siehe Fotos), den ich am Teich ausgesetzt habe. Ansonsten ist zwischen uns alles gesagt. Ich bin froh, wenn ich dich nie wiedersehen muss, und ich bin nicht die Einzige damit, wie ich inzwischen erfahren habe. Und das, mein Lieber, sollte dir zu denken geben. Ein schönes Leben noch. Mimi“

Schönes Leben noch?

Er ließ den Brief sinken.
War er wirklich so ein Arschloch?
Er hätte genauso gut tot sein können.

Das Haus war totenstill und er fühlte sich sterbensallein.

 

Extraetüden 27.19 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Ausgabe Extraetüden, Woche 27.2019: 5 Begriffe (aus 6), maximal 500 Wörter. Die Worte stammten dieses Mal von Werner Kastens und Viola, ich habe verwendet: unabwendbar, verengen, Froschkönig, trüb, helfen.

Die Auflösung: Mimi ist das ja so passiert, dass sie ihn verwandelt hat, also konnte sie ihn auch nicht zurückverwandeln. Außerdem hätte sie nicht gewollt. Das Mädel und ihr Bruder, die ihn finden, die hatten kein wirkliches Interesse. Und seiner Ex-Frau ist er ziemlich egal, die hätte VIELLEICHT Mitleid. Möglicherweise würde bei seiner Tochter was gehen, aber die hat er wiederum nicht auf dem Schirm. Er hat eigentlich niemanden auf dem Schirm außer sich selbst.

Ich habe mir also überlegt, dass sich „vertierte“ Menschen dann zurückwandeln (und dabei an den Ort des ursprünglichen Geschehens zurückkehren), wenn sie in ihrer Tiergestalt unfreiwillig sterben, wie es hier der Fall ist, denn eigentlich hätte er den Kurzschluss nicht überleben dürfen.

Schreibeinladung für die Textwoche 27.19 | Extraetüden

Der Sommer ist da und mit ihm die dritten Extraetüden dieses Jahres, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen. Heute ist der fünfte Sonntag im Monat Juni, was Extraetüden bedeutet, bis es am nächsten (ersten) Sonntag des Monats Juli zum letzten Mal vor der Sommerpause mit regulären Wörtern weitergeht. Ob was mit einem Etüdensommerpausenintermezzo geht, erzähle ich euch dann. (Natürlich geht was.)

Die Liste wie immer zuerst. Die Statistik zeigt, dass in den letzten beiden Wochen 35 Etüden von 22 teilnehmenden Blogs (Stand ohne Nachzügler) gemeldet wurden. Wie immer gilt mein Dank allen, die sich bei diesem schweißtreibenden Wetter hingesetzt und mitgeschrieben haben, wo es doch so viel einfacher wäre, irgendwas anderes zu tun … nichts zum Beispiel.
Die Spitzenplätze der Liste belegen die üblichen Verdächtigen: Werner Kastens mit fünf und dergl mit vier Etüden. Danach folgen schon die Nasen mit zwei Etüden. Dennoch hatte ich viel Spaß beim Schreiben und Lesen, mich beflügelte der Froschkönig, während er andere (nicht wahr, Herr fraggle) leider eher abzuschrecken schien.

dergl von Die Tintenkleckse sehen aus wie Vögel: hier, hier, hier und hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier und hier
Werner Kastens auf Mit Worten Gedanken horten: hier, hier, hier, hier und hier
Jacqueline auf Meine bunte Textewelt: hier
Viola auf viola-et-cetera: hier
Alexandra auf Blätterflug Gedankenschnuppen: hier und hier
Jacqueline auf Jacquelines Lebenstagebuch: hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
Die Hummel im Hummelweb: hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier
Bettina auf Wortgerinnsel: hier
Bernd auf Red Skies over Paradise: hier und hier
Gerda auf GERDA KAZAKOU: hier und hier
Jaelle Katz auf Jaellekatz: hier
fraggle auf reisswolfblog: hier und hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Veronika auf vro jongliert: hier
Nina vom Bodenlosz-Archiv: hier

Nachzügler: Elke H. Speidel auf Transworte auf Litera-Tour: hier

Checkt wie immer bitte, ob alles mit euren Links okay ist, und meldet Fehler/Fehlendes oder ob sonst was falsch ist – wie immer, ihr kennt das Procedere ja inzwischen zu Genüge. Ebenfalls wie immer vielen Dank an alle, die geschrieben, gelesen, gelikt und kommentiert haben.

Wie das mit den Extraetüden geht? Ihr nehmt die Begriffe des abgelaufenen Monats, das sind sechs, sucht euch davon fünf aus und verpackt die in einen Text von maximal 500 Wörtern. Zeit: eine Woche!
Den Rest kennt ihr.

Dies waren die Juni-Wörter, gespendet von Werner Kastens und Viola:

Abweichung, unabwendbar, verengen
Froschkönig, trüb, helfen
.

 

Zum guten Schluss wieder der Etüden-Disclaimer: Die Headline für die Extraetüden heißt: 5 Begriffe in maximal 500 Wörtern.
Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt nicht auf die nächste Liste, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe, den Stress tu ich mir nicht an.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 7. Juli 2019. Euch viel Schreiblust!

 

Extraetüden 27.19 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Extraetüden 27.19 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Frühlingsgefühle | abc.etüden

Der Frühling kam, wie er immer kam: mit Macht, mit Möwengekreisch, mit frischem Wind und Bäumen, die sich wie über Nacht in ein weiches Grün kleideten. Und mit ihm kamen die Osterferien und die Touristen. Ersteres war Max Hansen ziemlich schnuppe, letztere nicht, schließlich kauften sie seine Bilder. Von irgendwas musste man ja abbeißen.

Als er am Morgen aus dem Fenster sah, seufzte er. Nieselregen mit der Option auf mehr, nach den Wolken zu schließen. Ausgerechnet heute, wo er zum ersten Mal Susanne wieder treffen würde! Flanieren auf der Strandpromenade konnte er damit wohl knicken, sie zu sich einzuladen hatte er sich nicht getraut. Das könnte missverstanden werden, und dann wäre der ganze Tag verdorben.

Als sie in seinem Lieblingscafé einfielen, weil es draußen wie erwartet vor sich hin pladderte, fremdelten beide zuerst. Sie widmete sich genüsslich ihrem Schokoladenkuchen und leckte sich hin und wieder die Finger ab. Er sah ihr gebannt dabei zu.
Wie viel Sinnlichkeit sie ausstrahlte! Wie lange hatte er nicht mehr so an sie gedacht?
Sie bemerkte seine Blicke und lächelte heiter. Das brach das Eis. Sein nervöser Magen beruhigte sich.

„Ach, Sanne, ich war so ein Esel damals“, platzte es aus ihm heraus, während sie entspannt über Gott und die Welt plauderten. „Was würde ich darum geben, wenn ich wiedergutmachen könnte, was passiert ist.“
„Kannst du nicht“, antwortete sie. „Was vorbei ist, ist vorbei. Ich bin auch nicht stolz auf mich. Wir haben unsere Ehe damals gründlich an die Wand gefahren.“
„Es tut mir so leid. Glaubst du mir wenigstens das, trotz all meiner Fehler?“
Sie lehnte sich zurück und musterte ihn aufmerksam.
„Weißt du eigentlich, Max Hansen, dass du immer mein Traummann warst? Seit wir uns kennengelernt haben, was übrigens morgen vor fünfundzwanzig Jahren war?“
Ihre Augen strahlten. Sein Herz machte einen kleinen unverhofften Sprung.
„Du hast mir auch gefehlt. Ehrlich gesagt habe ich jede Frau mit dir verglichen. Und mich irgendwann damit abgefunden, dass du weg warst, dass Marie tot und mein Leben kaputt war.“
„Und seitdem sitzt du rum und hast keine Freude mehr.“ Das war eine Feststellung, keine Frage.
„Außer beim Malen.“
Sie nickte. „Zum Glück für dich. Kannst du dir überhaupt noch vorstellen, aus deinem Schneckenhaus auch wieder rauszuwollen?“
Er wusste nicht, ob er den Satz so verstehen durfte, wie er möglicherweise gemeint war, entschied sich jedoch für die Wahrheit. „Ich weiß nicht, ob das noch geht“, gab er zu. „Ich wollte seitdem nie, weißt du? Also nie so wirklich.“
„Aber damit fängt es an. Mit der Sehnsucht. Der Angst davor, dass man sich irrt und am Ende wieder bloß Scherben stehen. Und irgendwann der Entscheidung, das Risiko einzugehen.“

Er zögerte zu lange. Sie erhob sich abrupt.
„Max, ich will heute noch in die Therme. Sehen wir uns morgen wieder? Gleiche Zeit, gleicher Ort?“
Er nickte verdattert und dann rauschte sie auch schon davon. Obwohl er ihr hinterherstarrte, drehte sie sich nicht um.
Es dauerte, bis Max auffiel, dass er bis über beide Ohren grinste.
Frühlingsgefühle. Eindeutig.

 

Extraetüden 14.19 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Ausgabe Extraetüden, Woche 14.2019: 5 Begriffe (aus 6), maximal 500 Wörter. Ich habe alle Wörter verwendet, weil es mir gerade passte: Nieselregen, weich, irren, Café, verdorben, beißen.

Mir ist gerade so. Und ja, das ist mein Wassermaler, der seine Ex-Frau über Weihnachten doch nicht wieder getroffen hatte, ich weiß allerdings nicht, wieso. Immerhin haben sie ein paarmal telefoniert. Wer die vorhergehenden Teile noch nicht kennt: hier, hier und hier.

 

 

Schreibeinladung für die Textwoche 14.19 | Extraetüden

Extraetüden! Extraetüden! Nur für kurze Zeit! Extraetüden! Zum zweiten Mal, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, rufe ich euch zu den Extraetüden auf! Denn heute Nacht wurde nicht nur die Zeit umgestellt – ja, hallo! Alle wach? –, heute ist der fünfte Sonntag im Monat März. Und das bedeutet, richtig, Extraetüden, bis es am nächsten (ersten) Sonntag des Monats April ganz normal wieder weitergeht.

Die Statistik lehrt, dass in den letzten beiden Wochen 47 Etüden von 29 teilnehmenden Blogs (Stand ohne Nachzügler) gemeldet wurden. Alice, Werner Kastens und der wertgeschätzte fraggle führen mit jeweils 4 Etüden die Hitliste an. Nicht ganz neu, aber wieder hinzugekommen ist Sandra Matteotti mit ihren Denkzeiten – und ich freue mich sehr, dass Elke H. Speidel wieder die Tastatur geschwungen hat, regelmäßige Leser wissen, warum das ein Anlass zur Freude ist.

Nun also die Liste für das vergnügliche Lesen beim (verdammte Zeitumstellung, na gut, nächstes Jahr zum letzten Mal) Sonntagmorgenvormittagskaffee (oder so). Wie immer: Checkt bitte, ob alles mit euren Links okay ist, und falls euch auffällt, dass jemand fehlt oder sonst was falsch ist, dann brüllt!

dergl auf Die Tintenkleckse sehen aus wie Vögel: hier und hier
Gerhard von Kopf und Gestalt in den Kommentaren: hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Sandra Matteotti auf Denkzeiten: hier
Miki auf Miki: hier
Rina auf Geschichtszauberei: hier und hier
Bettina auf Wortgerinnsel: hier und hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier, hier, hier und hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier
Werner Kastens auf Mit Worten Gedanken horten: hier, hier, hier und hier
Die Hummel im Hummelweb: hier
Viola auf viola-et-cetera: hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier, hier und hier
René auf Ein Blog von einem Freund. Von Humor. Und Spass. Aus Berlin. Im Ernst!: hier
Sophie auf Immer diese Gedankenmacherei: hier
fraggle auf reisswolfblog: hier, hier, hier und hier
Frau Vro auf vro jongliert: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
LadyAngeli auf Mein Leben ist bunt: hier
Anna-Lena auf Meine literarische Visitenkarte: hier und hier
Bernd auf Red Skies over Paradise: hier und hier
Gerda auf GERDA KAZAKOU: hier und hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Ulli aus dem Café Weltenall: hier
Petra auf Wesentlich werden: hier
Nina vom Bodenlosz-Archiv: hier
Elke H. Speidel auf Transworte auf Litera-Tour: hier
Sven auf Svens kleiner Blog: hier

Nachzügler:
Nicole auf Die Waldträumerin: hier

 

Ebenfalls wie immer vielen Dank an die Wortspenderin und alle, die gelesen, gelikt und kommentiert haben – und natürlich an euch, die ihr mitschreibt!

Noch mal zur Erinnerung, wie das mit den Extraetüden geht: Ihr nehmt die Begriffe des abgelaufenen Monats, das sind sechs, sucht euch davon fünf aus und verpackt die in einen Text von maximal 500 Wörtern. Zeit: eine Woche!
Der Rest ist so wie immer.

Dies waren die März-Wörter, gespendet von Natalie und Rina.P:

Nieselregen, weich, irren
Café,
verdorben, beißen.

 

Der Etüden-Disclaimer: Die Headline für die Extraetüden heißt: 5 Begriffe in maximal 500 Wörtern (jaha, ist das nicht toll? 200 Wörter mehr!).
Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder (am besten „und“) postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt nicht auf die nächste Liste, das wäre doch schade, oder?
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright.
Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 7. April 2019. Bin sehr gespannt, was ihr draus macht!

 

Extraetüden 14.19 | 365tageasatzaday

 

Extraetüden 14.19 | 365tageasatzadayQuelle: hier und hier, Bearbeitung von mir

 

 

Lumis Geheimnis | abc.etüden

Auch ich möchte die Gelegenheit der Extraetüden nutzen, eine Geschichte weiterzuerzählen, auch, weil doch viele danach gefragt hatten. Ob ich noch mal darauf zurückkomme, weiß ich nicht, einerseits sprengen die Geschehnisse den Etüdenrahmen, andererseits ist oder wäre da noch so viel Luft … Egal, hier ist erst mal Teil 5 meiner Lumi-Geschichten. Bisschen dick aufgetragen? Na und.

Teil 1: Lumi

Teil 2: Im Blockhaus

Teil 3: Eröffnung

Teil 4: Wahrheit

 

***

Spannende Erkenntnisse zog Lumi aus ihren Gesprächen mit Keijo: Ihre Mütter waren beide bei der Geburt gestorben. Sie hatte einen Vater, der ein Elf war. Der lebte! Keijo wiederum hatte eine Mutter gehabt, die elfisch (und tot) war, weil das Geschlecht der Kinder immer gegengeschlechtlich zum elfischen Elternteil war.
Also waren sie keine Geschwister.
„Stimmt“, bestätigte Keijo. „Du bist meine Cousine. Und übrigens, ich bin mehr als ein paar Jahre älter als du. Ich sehe bloß jünger aus.“
Lumi ließ ihm das durchgehen, denn sie beschäftigte etwas anderes. „Kennst du meinen Vater?“
„Ja.“
„Will er nicht wissen, wie es mir geht?“
„Was glaubst du, warum ich hier bin?“

 

Irgendwann musste es auch dem Dümmsten auffallen, dass Lumi immer öfter Sätze mit „Keijo hat gesagt“ begann. Hanna war nicht dumm. Lumi wollte etwas von ihr.
„Lumi“, fragte sie unter vier Augen, „wer ist Keijo? Gibt es etwas, was ich wissen sollte? Wird das ein Gespräch, dass du mit mir zum Frauenarzt gehen willst?“
Lumi schüttelte den Kopf und wurde ein bisschen rot.
„Er sieht aus wie ich“, stieß sie hervor. „Wir reden darüber, wer ich bin.“
Oh! Würde Lumis Geheimnis jetzt gelüftet werden? Dann besser hier als draußen.
„Ihr trefft euch in der Hütte? Bei dem nasskalten Winterwetter? Bring ihn mit, wenn er will, es ist okay.“
„Wenn er will“, hatte Lumi zugestimmt.

Den Garten verzierte der bunt geschmückte Winterbaum. Ach herrje, dachte Hanna, als Keijo an ihm vorbeiging, der sieht ja aus wie … Sie stockte.
Die Zeit der Wahrheit war also wirklich gekommen. Nach all den Jahren.

„Es ist gut, dass wir uns trennen, obwohl ich weiß, dass ich dem nachtrauern werde, was hätte sein können. Wir werden aus der Ferne über dich und die Deinen wachen. Und später vielleicht, irgendwann, werden wir mit einer Bitte an dich herantreten, die etwas mit einem Kind zu tun haben wird …“

Sie saßen auf der Küchenbank und hielten ihre Teebecher umklammert.
„Ich schulde dir eine Geschichte, Lumi“, sagte Hanna. „Euch beiden.“

An einem stürmischen Winterabend war Lumi vor ihrer Tür aufgetaucht. Stumm, frierend, durcheinander. Aber nicht allein. Hanna hatte das Herz geblutet, als sie die Angst in den Augen des Mädchens gesehen hatte, und sofort den Arm um sie gelegt, was diese wunderbarerweise zuließ.
„Was ist passiert?“
„Autounfall. Die Frau, die sie für ihre Mutter hielten, tot. Im Krankenhaus haben sie ihr Blut untersucht und festgestellt, dass diese Zusammensetzung völlig unbekannt ist. Das Übliche. Daraufhin haben sie angefangen, sie auf den Kopf zu stellen, und sie dortbehalten. Ein einziger Horrortrip. Wir haben sie quasi entführt. Jetzt braucht sie eine neue Familie.“
Kann sie hierbleiben, fragten die Augen des Mannes, dessen Liebe sie nie vergessen würde. Sie überlegte nicht lange und nickte. Wo drei Kinder waren, war auch Platz für ein viertes. Er entspannte sich und wurde etwas weniger transparent. Hanna wusste, dass das nicht nur der Aufregung geschuldet war. Sein Volk war so.

So hatte es begonnen.

„Wie hieß er?“, fragte Keijo.
„Jonne.“
Ein klargrüner Blick. „Jonne ist mein Onkel.“

 

Extraetüden 01.19 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Ausgabe Extraetüden, Woche 01.2019: 5 Begriffe (aus 6), maximal 500 Wörter. Ich habe dieses Mal folgende Wörter verwendet: nachtrauern, nasskalt, Winterbaum, transparent, bluten.

 

Schreibeinladung für die Textwoche 01.19 | Extraetüden

Zweimal werden wir noch wach, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, heißa, dann ist … längst nicht mehr Weihnachten, dann befinden wir schon im Jahr 2019. Ist es eine Altersfrage, das Gefühl, dass irgendwann die Zeit zu rennen anfängt, mit „Dinner for one“ in Dauerschleife, bisschen wie das täglich grüßende Murmeltier? Na, egal.

Ich fange mal mit der Statistik an. Obwohl Weihnachten war und einige ihre Blogs dichtgemacht hatten, sind in den letzten beiden Wochen von 19 Blogs 38 Etüden veröffentlicht worden, das ist tatsächlich MEHR als vor 14 Tagen und ich finde euren Einsatz richtig großartig. Darunter befinden sich – hört, hört – gleich vier(!!!) Neuzugänge, von denen ich hoffe, dass sie bei uns auf den Geschmack kommen werden: Das andere Mädchen, Mein Leben ist bunt sowie Resi Stenz und Hummelweb, die beiden letzteren gleich mit zwei Etüden! Quantitativ gesehen hält m.mama souverän die Poleposition mit sechs, Frau Flumsel und Werner Kastens folgen mit jeweils vier Etüden. Sehr lobenswert, bitte gerne weiter so!

Hier kommt die Liste. Irgendwas falsch? Hab ich wen/was vergessen? Bitte Bescheid sagen!

dergl auf Die Tinterkleckse sehen aus wie Vögel: hier, hier und hier
m.mama auf Mein Name sei MAMA: hier, hier, hier, hier, hier und hier
fraggle auf reisswolfblog: hier und hier
Viola auf viola-et-cetera: hier
Frau Vro auf vro jongliert: hier
Frau Flumsel auf Wortgeflumselkritzelkram: hier, hier, hier und hier
Werner Kastens hat in den Kommentaren mehrere PDFs eingeliefert: hier, hier, hier und hier
Das andere Mädchen auf Das andere Mädchen: hier
Bernd auf Red Skies over Paradise: hier und hier
Gerda auf GERDA KAZAKOU: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
René auf From a friend of Friends or How Überweiss changed my life: hier
LadyAngeli auf Mein Leben ist bunt: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier und hier
Resi Stenz auf Resi Stenz: hier und hier
Bettina auf Wortgerinnsel: hier
Die Hummel im Hummelweb: hier und hier
Nina vom Bodenlosz-Archiv: hier

 

Vielen Dank an alle, die mitgeschrieben, und auch an die, die kommentiert haben!

 

Wir befinden uns gerade in einem Monat mit fünf Sonntagen. Am ersten und am dritten Sonntag gibt es jeweils eine Schreibeinladung, das ist jetzt festgelegt, aber was ist am fünften? Da tanzen wir ein bisschen aus der Reihe: Extraetüden!

Wie das geht? Ganz einfach. Ihr nehmt die Begriffe des abgelaufenen Monats, das sind sechs, sucht euch davon fünf aus und verpackt die in einen Text von maximal 500 Wörtern. Zeit: eine Woche!
Der Rest ist so wie immer.

Hier sind also die Dezember-Wörter, ursprünglich gespendet von Elke H. Speidel und dergl:

Winterbaum, nasskalt, nachtrauern
Regenbogen,
transparent, bluten.

 

Der Extraetüden-Disclaimer: 5 Begriffe in maximal 500 Wörtern, Textart egal.

Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder (am besten „und“) postet den Link unten in einen Kommentar (oder gleich die ganze Etüde, wenn ihr keinen Blog habt oder es bei euch nicht passt), damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt nicht auf die nächste Liste, das wäre doch schade, oder?
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright.
Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen.

Die nächsten (regulären) Wörter gibt es am 06. Januar 2019, ja, das ist nächste Woche. Euch viel Spaß beim Schreiben und rutscht gut rüber!

 

Extraetüden 01.19 | 365tageasatzaday

 

Extraetüden 01.19 | 365tageasatzadayQuelle: hier und hier, Bearbeitung von mir