Die Verwandlung to go

Ich lese ja gerade, wie das eine oder andere Mal erwähnt, mit großer Begeisterung die hervorragende Kafka-Biographie von Reiner Stach (ursprünglich ein Tipp von der Wolkenbeobachterin, vielen Dank dir), von daher ist eine gewisse Annäherung an Kafka durchaus mein Thema. Von daher wundert es mich auch nicht, dass mir Links zu oder Erwähnungen von Kafka zurzeit ständig vor die Füße fallen.

Kafkas Werke sind als „schwierig“ verschrien, sei das gerecht oder nicht, da gehen die Meinungen auseinander. Was definitiv nicht schwierig ist, ist, ist das Genießen der Zusammenfassung der „Verwandlung“ in 11 Minuten von Sommers Weltliteratur to go – und das mit Playmobil-Figuren. Genial.

Nachdem wir heute alle eine Stunde geschenkt bekommen haben, könnt ihr ja mal 11 Minuten investieren, meint ihr nicht? Einen schönen sonnigen Sonntag euch!

 

 

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Pluviodingsda

Pluviophil. Regenliebend. Egal, ob es das Wort nun gibt oder nicht. Hamburg, Sonntagnachmittag, es regnet leicht vor sich hin. Und da ich seit ein paar Tagen ständig über Kafka stolpere, habe ich hier ein pluviophiles (naja, eins mit Regen drin) Zitat von ihm. (Katzenliebend heißt übrigens ailurophil, nur weil wir es davon hatten. Ja, echt, bescheuert. Finde ich auch.)

 

Starker Regenguß. Stelle dich dem Regen entgegen, laß die eisernen Strahlen dich durchdringen, gleite in dem Wasser, das dich fortschwemmen will, aber bleibe doch, erwarte so aufrecht die plötzlich und endlos einströmende Sonne.

(Franz Kafka, Tagebücher, 27. Mai 1914 (Quelle, wenn man an den Anfang des Jahres scrollt, sieht man, dass es 1914 ist.)

 

Also lese ich jetzt meine Kafka-Biographie (von Reiner Stach) weiter, die ich ansonsten gern empfehlen möchte, denn vorher habe ich zu Kafka keinerlei Zugang gefunden.

 

Regendach – 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst | Klick macht groß

 

Samstag, 13. September 2014

Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.

(Franz Kafka)

 

Auf Facebook kursiert gerade ein Spiel, bei dem man 10 Bücher auflisten soll, die einen besonders beeinflusst oder beeindruckt haben. Oder so. Wobei ich die Anforderung ja schon mal hoch gegriffen finde. Ich bin in mich gegangen, habe mich an die Bücher meiner Kindheit und Jugend erinnert und war erstmal irritiert, dass spontan so viele Romane auftauchten. Dann habe ich beschlossen, mich auf Fiktion zu beschränken und meine Auswahl zu kommentieren.

Wer mitmachen möchte: bitteschön, herzlich willkommen, ich freue mich auf eure Kommentare und/oder Beiträge!

 

  1. Annemarie Selinko: Désirée
    Der erste historische Roman meines damals noch recht kurzen Lebens. Nein, ich habe mich nie in die Rolle von Napoleon Bonapartes erster Verlobter, Désirée, der späteren schwedischen Königin, hineinversetzt. Mir ist auch klar, dass das ein Roman ist, kein Tatsachenbericht, auch wenn die Figur historisch ist. Aber ich erinnere mich, dass dieses Buch in unserem heimischen Bücherschrank stand, und dass ich es viele, viele Male begeistert gelesen habe.
  2. Hermann Hesse: Narziss und Goldmund
    Ja, ich bin auch aus der Generation (oder kurz danach), wo man Hesse gelesen haben musste. Ich also auch. Allerdings muss ich sagen, dass ich mit dem ach so beliebten „Steppenwolf“ nie wirklich warm geworden bin, „Narziss und Goldmund“, „Siddhartha“ und das „Glasperlenspiel“ aber oft und gern gelesen und darüber gegrübelt habe.
  3. Thomas Mann: Die Buddenbrooks
    Es gibt Bücher, die werden einem von anderen nahegebracht. Ohne meine damalige beste Freundin hätte ich dieses Buch nie so schätzen gelernt. Heute bekenne ich, dass die Buddenbrooks mir (als Jugendliche auf dem Dorf) eine andere Welt eröffnet haben. Dass ich mich in Hamburg zu Hause fühlen kann, verdanke ich auch diesem großartigen Buch.
  4. J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe
    Mit diesem Werk wurde ich (mit 14) Fantasy-Fan. Ich habe erst später begriffen, dass ich mit Tolkien die Messlatte ziemlich hoch gelegt habe, aber bedauern kann ich das nicht. Ich erinnere mich: ich habe diese Bücher Tag und Nacht wie ein Verdurstender gelesen (Ferien!), dann war ich durch, schlief mich aus – und fing wieder von vorne an.
    Keine weiteren Fragen. Eben.
  5. Christa Wolf: Kassandra
    Zu den heißgeliebten Büchern meiner Jugend gehörten auch die „schönsten Sagen des klassischen Altertums“ von Gustav Schwab. Ich war ein großer Fan griechischer Sagen. Kassandra passte, Kassandra war aber auch der Anfang meiner frauenbewegten Phase, was ebenfalls zum Geist der Zeit gehörte. Ich mag Christa Wolfs Art, Dinge zu beschreiben, auch heute noch, aber nach der Wende hat sie für mich an Relevanz verloren.
  6. Dorothy Sayers: Aufruhr in Oxford
    Eine Zeitlang habe ich die Sayers-Krimis verschlungen. Letzten Endes ist dies eine Liebesgeschichte und ein Buch über Selbstbestimmung; ich habe alle Lord-Peter-Wimsey-Krimis auch immer wegen der Unzahl an Zitaten geliebt. Dorothy Sayers ist mir sehr kostbar.
  7. Marion Zimmer Bradley: Die Nebel von Avalon
    Danach war meine Welt nicht mehr wie vorher. Heute sehe ich meine Begeisterung viel distanzierter, aber damals war es mein erstes „Hexenbuch“, und ja, es hat mir Wege geöffnet, die mein Leben zu dem gemacht haben, was es heute ist.
    An dieser Stelle muss ich mich auch als „Darkover“-Fan outen, auch eine wichtige Reihe, die ich zeitweise fast komplett in meinem Regal hatte.
  8. Fannie Flagg: Grüne Tomaten
    Ich kann das Buch vom Film schlecht trennen. Ich liebe beide. Warum gerade das? Keine Ahnung, ehrlich. Hat auf jeden Fall viel mit Humor zu tun. Kennt ihr übrigens „Schultze gets the Blues„?
  9. Paulo Coelho: Der Alchimist
    Und dann stolpert man über Bücher, wo man beim Lesen nickt und immer nur „ja, ja, ja“ sagt. Und so tief. Und in einer so schönen Sprache. Nein, ich habe nicht alles von ihm gelesen, manches tangiert mich nicht, aber er ist mehr als empfehlenswert.
  10. Patricia McKillip: Die „Riddle-Master“-Trilogie
    Neben Tolkien, der für sich allein steht, und vielleicht noch Terry Pratchett, dessen klugen Humor ich ebenfalls sehr schätze (Oma Wetterwachs!), ist Patricia McKillip so was wie ein Alltime-Favorit. Die „Riddle-Master“-Trilogie war ihr Erstlingswerk und ich liebe sie dafür heiß und innig, aber ich liebe auch fast alle ihrer späteren Bücher. Ich liebe ihre Beschreibung von Magie, die lebensbejahende Schönheit und Sanftheit ihrer Sprache – ich kehre so gern in ihre Welten zurück.

 

Ein Buch muss die Axt sein – 365tageasatzaday