18 – Nächtliche Gedanken | Adventüden

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Nächtliche Gedanken (Sabine, Wortgeflumselkritzelkram)

 

Heute Nacht treffen sich Weihnachtszauber und Wintersonnenwende, haben ein Stelldichein. Hundegebell höre ich von fern, Kinderlachen trifft mein Ohr.

Mein Gesicht recke ich in den Himmel, breite die Arme aus. Die Schneeflocken schmelzen auf meinen Augenlidern, rinnen herab.

Ich denke an Kaminfeuer und Bärenfell, bauchige Teekannen und Kerzenschein, wohlige Wärme. Ich höre Glockengeläut, rieche die Tannen, die am Waldesrand stehen.

Früher ließen wir uns fallen und warfen Engel in den Schnee.

Ein Gefühl von Frieden wird in mir wach.

Ich lausche, ich fühle – ich bin …

 

Adventüden 2019 18 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Kleines Geschenk

Früher Morgen
es wird gerade hell.
Ich liege eingekuschelt im Bett
die Augen weit offen
das Fenster gekippt
und genieße Farben, Klänge und Kühle des Morgens.

Plötzlich sitzt die Stille bei mir
hüllt meine Gedanken in Behaglichkeit
meine Glieder in wattige Schwere
und schließt meine Augen.
Ich sinke Stückchen für Stückchen
unter die Oberfläche meines Bewusstseins.

Glasklar
Farben vor meinen Augen
weiß, grün, blau, grau – leuchtend.
Ich zerfließe immer tiefer
in das Geschenk
ihres Friedens
und schlafe ein.

planet dream – 365tageasatzaday

Quelle: Pixabay

 

Es ist an der Zeit

Beim Querhören drüber gestolpert und erinnert. Eines der ergreifendsten Antikriegslieder, die ich kenne, in der Version von drei Sängern mit Gewicht in einem legendären Konzert: Reinhard Mey, Hannes Wader, Konstantin Wecker.

 

 

Weit in der Champagne im Mittsommergrün
Dort wo zwischen Grabkreuzen Mohnblumen blüh’n
Da flüstern die Gräser und wiegen sich leicht
Im Wind, der sanft über das Gräberfeld streicht
Auf deinem Kreuz finde ich toter Soldat
Deinen Namen nicht, nur Ziffern und jemand hat
Die Zahl neunzehnhundertundsechzehn gemalt
Und du warst nicht einmal neunzehn Jahre alt

Ja, auch Dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heute immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben:
Deine Kraft, Deine Jugend, Dein Leben

Hast du, toter Soldat, mal ein Mädchen geliebt?
Sicher nicht, denn nur dort, wo es Frieden gibt
Können Zärtlichkeit und Vertrauen gedei’n
Warst Soldat, um zu sterben, nicht um jung zu sein
Vielleicht dachtest du Dir, ich falle schon bald
Nehme mir mein Vergnügen, wie es kommt, mit Gewalt
Dazu warst du entschlossen, hast dich aber dann
Vor dir selber geschämt und es doch nie getan

Ja, auch Dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heute immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben:
Deine Kraft, Deine Jugend, Dein Leben

Soldat, gingst du gläubig und gern in des Tod?
Oder hast du verzweifelt, verbittert, verroht
Deinen wirklichen Feind nicht erkannt bis zum Schluß?
Ich hoffe, es traf dich ein sauberer Schuß.
Oder hat ein Geschoß Dir die Glieder zerfetzt
Hast du nach deiner Mutter geschrien bis zuletzt
Bist Du auf Deinen Beinstümpfen weitergerannt
Und dein Grab, birgt es mehr als ein Bein, eine Hand?

Ja, auch Dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heute immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben:
Deine Kraft, Deine Jugend, Dein Leben

Es blieb nur das Kreuz als die einzige Spur
Von deinem Leben, doch hör‘ meinen Schwur
Für den Frieden zu kämpfen und wachsam zu sein:
Fällt die Menschheit noch einmal auf Lügen herein
Dann kann es gescheh’n, daß bald niemand mehr lebt
Niemand, der die Milliarden von Toten begräbt
Doch finden sich mehr und mehr Menschen bereit
Diesen Krieg zu verhindern, es ist an der Zeit

 

Innerer Frieden – Mittwoch, 1. Oktober 2014

Come on, Inner Peace, I don’t have all day!

(Sachin Garg)

 

Es gibt Aussprüche, die bringen mich jedes Mal wieder aufs Neue zum Lachen. Dieser hier, weil er das Problem so schön auf den Punkt bringt.
Wie schwer es doch sein kann, sich in Geduld zu üben, nicht alles und sofort! haben zu müssen, die Dinge mal laufen und Ungesagtes auch ungesagt zu lassen. Manchmal ist es gut, dass die Dame des Nebels ihren Mantel ausbreitet und alles im Ungewissen lässt. Ja, das kann nerven, vor allem, wenn man immer alles gern gleich erledigt.

Es kommt der richtige Zeitpunkt.

Abwarten. Tee trinken. Balance finden.

 

Innerer Friede – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay