Ich nicht.

Gedanken sind nicht stets parat, // man schreibt auch, wenn man keine hat.

(Wilhelm Busch, Quelle)

Ich nicht. Schreiben ohne Gedanken. Also, zumindest nicht gern. Wobei das ja gar nicht geht, keine Gedanken zu haben, meldet sich die Logik. Und woher kommt dann das Wort „gedankenlos“? frage ich zurück. Da ist sie still. Du willst doch nicht behaupten, dass das, was du so in den Medien liest oder schaust, gedankenvoll wäre, fragt der Verstand. Das hat mit Gedanken nichts zu tun, seufze ich, das ist viel zu häufig „Content“, der gefüllt werden muss, und für den ich genau deshalb nur dieses scheußliche Wort verwende, denn mit „Gedanken“, also mit Nachdenken und den hoffentlich zumindest ansatzweise tiefgründigen Ergebnissen hat das nichts zu tun. Opium für das Volk, zitiert der Verstand unverdrossen. Ja, sage ich, irgendwie schon.

Es ist trüb und kühl und für Sommer finde ich das Wetter suboptimal, obwohl das bisschen Regengefiesel, das vom Himmel kommt und den Fellträger veranlasst, mir doch lieber den Schoß zu wärmen, sehr willkommen ist … es ist zu trocken.

Heute also kein Gedicht, kein Lied und keine ansatzweise klugen oder gefühligen Gedanken dazu, nur ein Zitat. Heute möchte ich rumliegen und lesen, zu meiner Hesse-Biographie (von Gunnar Decker) hat sich eine zweite gesellt (von Heimo Schwilk), die laut nach mir ruft. Und außerdem muss ich jetzt endlich dringend wissen, was nun eigentlich dem verschwundenen und wiederheimgekehrten Christoph geschah, dass es ihn viele Jahre später so aus der Bahn warf. Und und und (schiefer Blick zu meinem SUB).

Ich bin dann mal weg. Habt einen schönen Sonntag!

 

Herzen – 365tageasatzaday

Quelle: Pixabay

 

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In Gedanken

Du bist dort, wo deine Gedanken sind. Sieh zu, daß deine Gedanken da sind, wo du sein möchtest.

(Rabbi Nachman von Bratslav, Quelle)

 

Eine nette Variante von „Energy follows thought“. Ich frage mich nicht, ob „Schöndenken“ funktioniert (das tut es), sondern was passiert, wenn man das, was auch noch da ist und gesehen werden will, wegdrückt, ob und wann man das in bösen Träumen oder sonstigen Unverträglichkeiten herausbekommt und ob einem das Ganze nicht zwangsläufig um die Ohren fliegt.

Oder ist es einfach so, dass jemand, der eine (angenommen) positive Grundeinstellung einnimmt („energy follows thought“), auf dieser Basis einfach leichter mit den Unbillen des Lebens klarkommt. Und was ist mit dem ewigen „Ja, aber“?

Ich bin dann mal weg.

 

Baumhaus – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

Gedanken – Sonntag, 19. Oktober 2014

Energy follows thoughts.

 

Ich habe keine Ahnung, wie lange ich auf diesem Spruch schon herumdenke und -lebe. Immer wieder mal taucht er auf. Ganz konkret, indem ich ihn zur Wunscherfüllung einsetze (anders kann man meine Methode, einen Parkplatz in der Innenstadt zu bekommen, nicht umschreiben), oder auch weniger fassbar, indem ich feststelle, dass ich mir mein eigenes Chaos schaffe (in der Spirale aus Missverstehen, Verletztsein und Überreaktion), wo ein einfaches Nachfragen vielleicht schon klären könnte, was wirklich gemeint ist. Wobei das erfordert, dass beide Teile einen Schritt zurücktreten und reflektieren können und wollen, was passiert ist. Ist nicht immer der Fall. (Das auszubügeln, davon lebt ein ganzer Berufszweig. Mindestens.)

Oder die ganz vage Variante, die „thoughts“ nicht als konkrete Gedanken, sondern als halb unterbewusst formulierte/formulierbare Wünsche, Haltungen, Erfahrungen, Muster versteht. Das innere Hamsterrad, das so viel Energie kostet.

Da sitze ich und lese, und plötzlich lese ich etwas, das mich so berührt, dass ich anfange zu heulen. Der richtige Satz im richtigen Moment, mehr ist das nicht, und dennoch so unendlich viel. Sich selbst erkennen, staunend, dankbar. Ich folge der Spur nach innen, öffne innere Riegel, schaue in dunkle Kammern. Behutsam. Manche Türen bleiben verschlossen.

Das Aufbrechen (aus der eigenen Angst) ist entscheidend. (Für mich.) Immer wieder und immer wieder.

 

_this_way_upQuelle: ichmeinerselbst

Nichts los – Freitag, 10. Oktober 2014

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben. Man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.

(Karl Kraus)

 

Leere im gähnenden Hirn. Zwei neue juckende Mückenstiche – ich wüsste mal gern, wieso die Biester JETZT auftauchen, nachdem ich den ganzen Sommer über keine gesehen habe.
Nachts hochgeschreckt, weil draußen ein Tier laut, langanhaltend und in den höchsten Tönen schrie … ich kann es gar nicht beschreiben. Ein Marder? Eine Ratte? Erster Gedanke: die Katze? Und da er offensichtlich nicht schrie (das war KEINE Katze), war er der Verfolger? Der Schrei brach nicht abrupt ab, vielleicht hat der Schreiende überlebt … Draußen war nichts zu sehen. Wie einem so etwas nachgeht.

Wie dem auch sei, kommt gut über den Freitag und ins Wochenende!

 

herbststimmung – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay