Polonaise mit Meeresfrüchten | abc.etüden

Im großen Saal der Kuranstalt Rosenhof tobte der Tanztee. Um ihn herum. Schön, er hatte das Leben nie für eine Hängematte gehalten und erst recht nicht für einen Ponyhof, aber wer bitte hatte ihm diese Unsäglichkeit eingebrockt, und warum, warum nur hatte er eingewilligt, zur Kur mitzukommen?
Er sah resigniert zur Tanzfläche, wo der Grund beschwingt einen rüstigen Herrn anstrahlte. Das Urteilsvermögen seiner Holden war auch schon mal besser gewesen.

„Und wenn die ganze Erde bebt und die Welt sich aus den Angeln hebt: Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern, keine Angst, keine Angst, Rosmarie!“ Eine Polonaise drohte sich zu formen; auch das noch. Sie würden ihn bestimmt gleich holen kommen. Der alte Schlager ließ ihn unwillkürlich an das Mittagessen denken, und sein Magen hob sich. Er hatte Meeresfrüchte doch noch nie gut vertragen.

 

abc.etueden schreibeinladung 11.17 3 | lzVisuals mit freundlicher Genehmigung von ludwigzeidler

 

Für die abc.etüden des Herrn Textstaub: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Melanie Coupar und lauten: Hängematte, Urteil, Meeresfrüchte.

 

 

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