Tag 19 | 30 Days Book Challenge

 

19 Ein Buch mit mehr als 1000 Seiten

Ei, ei, ei. Das Erste, was mir diese Aufgabe beschert, ist die Einsicht, dass gewisse Teile meines Bücherregals definitiv unsortiert sind und der Entrümpelung sowie mehr Ordnung bedürfen. Zweitens, dass ich mich hierbei wiederum auf „schöne“ Literatur begrenze und die Sachbücher wie Lexika oder den/die Duden außen vor lasse.

Okay. Weil ich vermute, dass sie sonst eher wenige auf dem Zettel haben werden: Die Bibel. Ich habe zwei, das eine Exemplar ist eine Art Familienbibel (geerbt, aber nur von meinen Eltern), das andere ist meine aus spätestens Konfirmandenzeiten – die kommt schon aus Erinnerungsgründen nicht weg. (Kommt schon, das ist KEIN Sachbuch.)

Lyrikanthologien: Ich besitze tatsächlich eine Ausgabe des „Großen Conrady“ von 1977 (geerbt), und zwei Ausgaben, eine älter, eine neuer, von „Der ewige Brunnen“ von Reiners. Die neuere habe ich für 2 (in Worten: zwei!) Euro abgegriffen, eine tadellose Hardcover-Ausgabe, die ich nicht liegen lassen konnte.

Auf meinem SUB befindet sich der schon mal erwähnte „Distelfink“ (Donna Tartt) sowie „Fahlmann“ von Christoph Ecker (Link zur Rezension von schiefgelesen), letzterer hat auch noch einen Materialienband (ich liebe so was ja), der ist aber dünn.

In meinem Regal haben auf jeden Fall die Ausgaben von Fontane, Kafka, Kleist und C. F. Meyer (Dünndruck, ha, tückisch) mehr als 1000 Seiten.

Leider schwächelt meine TB-Ausgabe von Hanya Yanagihara „Ein wenig Leben“ bei 958 Seiten. „Sie werden darüber sprechen wollen“, warb der Hanser-Verlag bei Erscheinen. Stimmt. Will ich immer noch. Ein in jeder Hinsicht herausragendes Buch.

Auch mehr als 1000 Seiten hat mein 3-in-1-„Wächter“-TB von Sergej Lukianenko – „Wächter der Nacht“, „Wächter des Tages“, „Wächter des Zwielichts“ –, irgendwann mal geschossen, als ich beschloss, die „Wächter“ haben zu müssen.

Last but not least, sozusagen endlich: Ich bin ein bekennender Tolkien-Fan, ÜBERRASCHUNG! Als solcher besitze ich zwangsläufig sowohl ein mehr als 1000 Seiten starkes Exemplar einer englischen TB-Ausgabe des „Lord of the Rings“ von 1995 wie auch das „Rote Buch“, eine gebundene Ausgabe des HdR (meine im grünen Schuber zerfällt) von 1997, beide natürlich in der Übersetzung von Margaret Carroux. Wunderbar ist, dass fast jede*r den „Herrn der Ringe“ kennt (und natürlich eine Meinung dazu hat), und ich dazu nichts weiter erklären muss. Als mein Blog noch neu war, habe ich aus damals aktuellem Anlass was dazu geschrieben, ich verlinke euch das mal: HIER.

 

Tag 19 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Mein Dank verfolgt unverdrossen Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen und die auch eine Teilnehmerliste führt.

 

Off topic: Adventüden (hier klicken): 6 bereits erhalten, 15 weitere Zusagen. Sehr schön! Weiter so!

 

Tag 04 | 30 Days Book Challenge

 

04 Ein Buch mit einem Cover in Grün

Na gut. Tolkien, anyone? Auch ich gehöre zur Schar derer, die die grüne Ausgabe des Herrn der Ringe besitzen, ich noch die alte Übersetzung von Margaret Carroux, die ich, wie ebenfalls immer wieder dokumentiert, für die bessere halte. Sie ist in schlechtem Zustand, weil arg zerlesen, und ich bin nicht daran schuld, ich habe sie verliehen (das machte man damals so, Bücher in der Klasse verleihen) und zerfleddert zurückbekommen. Bin mir nicht sicher, ob das Absicht war. Und natürlich habe ich sie trotzdem viel gelesen, aber schonender halt.

Ich weiß, dass ich öfter mal auf den Herrn der Ringe auf dem Blog Bezug genommen habe, weil er für mich so wichtig war/ist, aber auf die Schnelle nur einen etwas längeren Eintrag gefunden (bitte hier lesen). Vielleicht mögt ihr ja mal schauen.

Also ja, auch für mich ist ein grünes Cover mit weitem Abstand meine Tolkien-Herr-der-Ringe-Ausgabe. Oder ein Duden. Oder irgendwas von Suhrkamp, da gibt es ja nun auch echt viel.

 

Tag 04 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Mein Dank geht unverdrossen an Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen.

 

Weltenbauer – Freitag, 5. Dezember 2014

Tolkien hatte für mich immer eine ungeheuer faszinierende Dichte und Tiefgründigkeit. Was er erzählt ist eine unendliche Geschichte, denn es steckt immer noch eine Geschichte hinter der, an der man gerade arbeitet.

(John Howe in Auf den Spuren der Hobbits, Teil 1/5)

 

Es gibt Bücher, die liest man, und danach ist die Welt nicht mehr wie vorher. Heute empfinde ich so eine Aussage als Allgemeinplatz, aber je jünger man ist, desto mehr haut sowas rein. Als ich in meiner zarten Jugend zum ersten Mal in den Sog des „Herrn der Ringe“ (die grüne, 3-bändige Ausgabe in der alten Carroux-Übersetzung) geriet, hatte ich von Fantasy recht wenig Ahnung, um nicht zu sagen, gar keine. Selbst der „Hobbit“ hatte mich nicht sonderlich beeindruckt. Ich begann am Sonntagmittag mit der Lektüre, aß und schlief kaum. Als ich 1.000 Seiten später wieder zu mir kam, war es die Nacht von Montag auf Dienstag. Ich muss Schulferien gehabt haben, denn ich erinnere mich, dass ich ausschlief und dann wieder von vorn zu lesen anfing. Heute würde ich das als „Überdosis“ bezeichnen. 🙂

Über die Jahre habe ich danach viel Fantasy gelesen. Aktuell steht in meinem Regal George R.R. Martin neben Richard Schwartz, um gerade angesagte Autoren zu nennen (das ändert sich auch wieder), aber auch so Außenseiter wie die von mir sehr geliebte poetische Patricia McKillip. Welten erbauen alle. Wie Tolkien ist keine/r. Und dass die Verlage auf die Cover anderer Autoren „In der Tradition von J.R.R.T.“ drucken ließen oder lassen, sagt etwas über Tolkien aus, nicht über die Qualität dieser Werke.

Ich habe Anfang des Jahrtausends (ha, wie das klingt!) der Verfilmung von Peter Jackson entgegengefiebert und bin heute noch sehr angetan von dem Ergebnis, das eindrucksvoll beweist, dass der „Herr der Ringe“ verfilmbar ist (entgegen Tolkiens Annahme); und ja, ich hatte im Vorfeld die ganzen „Werktreue“-Diskussionen verfolgt und jeden Trailer wieder und wieder geschaut. Die „Hobbit“-Filme ziehen mich weit weniger in ihren Bann, aber ich werde den dritten Teil ganz sicher auch genießen, wenn er demnächst startet.

Mittwochabend bin ich zufällig in einen Beitrag über Professor Tolkien auf ARTE geraten: J.R.R. Tolkien – Herr der Worte, Herr der Welten. Ein (neues) Portrait des Sprach-, Mythen- und Weltenerfinders, das versucht, sich dem Tolkien-Zauber anzunähern. Ich hoffe, dass man es danach irgendwo im Netz auftreiben kann, aber für die nächsten paar Tage ist es jedenfalls noch auf ARTE+7 zu sehen:

http://www.arte.tv/guide/de/049471-000/j-r-r-tolkien

Ebenfalls ist auf ARTE eine fünfteilige Serie angelaufen: Auf den Spuren der Hobbits. Nicht die Qualität wie das Portrait, aber kann sich ja noch steigern. Aus dem ersten Teil stammt obiges Zitat von John Howe. Mehr Infos hier.

El Señor de los Anillos lectura

 

Samstag, 13. September 2014

Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.

(Franz Kafka)

 

Auf Facebook kursiert gerade ein Spiel, bei dem man 10 Bücher auflisten soll, die einen besonders beeinflusst oder beeindruckt haben. Oder so. Wobei ich die Anforderung ja schon mal hoch gegriffen finde. Ich bin in mich gegangen, habe mich an die Bücher meiner Kindheit und Jugend erinnert und war erstmal irritiert, dass spontan so viele Romane auftauchten. Dann habe ich beschlossen, mich auf Fiktion zu beschränken und meine Auswahl zu kommentieren.

Wer mitmachen möchte: bitteschön, herzlich willkommen, ich freue mich auf eure Kommentare und/oder Beiträge!

 

  1. Annemarie Selinko: Désirée
    Der erste historische Roman meines damals noch recht kurzen Lebens. Nein, ich habe mich nie in die Rolle von Napoleon Bonapartes erster Verlobter, Désirée, der späteren schwedischen Königin, hineinversetzt. Mir ist auch klar, dass das ein Roman ist, kein Tatsachenbericht, auch wenn die Figur historisch ist. Aber ich erinnere mich, dass dieses Buch in unserem heimischen Bücherschrank stand, und dass ich es viele, viele Male begeistert gelesen habe.
  2. Hermann Hesse: Narziss und Goldmund
    Ja, ich bin auch aus der Generation (oder kurz danach), wo man Hesse gelesen haben musste. Ich also auch. Allerdings muss ich sagen, dass ich mit dem ach so beliebten „Steppenwolf“ nie wirklich warm geworden bin, „Narziss und Goldmund“, „Siddhartha“ und das „Glasperlenspiel“ aber oft und gern gelesen und darüber gegrübelt habe.
  3. Thomas Mann: Die Buddenbrooks
    Es gibt Bücher, die werden einem von anderen nahegebracht. Ohne meine damalige beste Freundin hätte ich dieses Buch nie so schätzen gelernt. Heute bekenne ich, dass die Buddenbrooks mir (als Jugendliche auf dem Dorf) eine andere Welt eröffnet haben. Dass ich mich in Hamburg zu Hause fühlen kann, verdanke ich auch diesem großartigen Buch.
  4. J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe
    Mit diesem Werk wurde ich (mit 14) Fantasy-Fan. Ich habe erst später begriffen, dass ich mit Tolkien die Messlatte ziemlich hoch gelegt habe, aber bedauern kann ich das nicht. Ich erinnere mich: ich habe diese Bücher Tag und Nacht wie ein Verdurstender gelesen (Ferien!), dann war ich durch, schlief mich aus – und fing wieder von vorne an.
    Keine weiteren Fragen. Eben.
  5. Christa Wolf: Kassandra
    Zu den heißgeliebten Büchern meiner Jugend gehörten auch die „schönsten Sagen des klassischen Altertums“ von Gustav Schwab. Ich war ein großer Fan griechischer Sagen. Kassandra passte, Kassandra war aber auch der Anfang meiner frauenbewegten Phase, was ebenfalls zum Geist der Zeit gehörte. Ich mag Christa Wolfs Art, Dinge zu beschreiben, auch heute noch, aber nach der Wende hat sie für mich an Relevanz verloren.
  6. Dorothy Sayers: Aufruhr in Oxford
    Eine Zeitlang habe ich die Sayers-Krimis verschlungen. Letzten Endes ist dies eine Liebesgeschichte und ein Buch über Selbstbestimmung; ich habe alle Lord-Peter-Wimsey-Krimis auch immer wegen der Unzahl an Zitaten geliebt. Dorothy Sayers ist mir sehr kostbar.
  7. Marion Zimmer Bradley: Die Nebel von Avalon
    Danach war meine Welt nicht mehr wie vorher. Heute sehe ich meine Begeisterung viel distanzierter, aber damals war es mein erstes „Hexenbuch“, und ja, es hat mir Wege geöffnet, die mein Leben zu dem gemacht haben, was es heute ist.
    An dieser Stelle muss ich mich auch als „Darkover“-Fan outen, auch eine wichtige Reihe, die ich zeitweise fast komplett in meinem Regal hatte.
  8. Fannie Flagg: Grüne Tomaten
    Ich kann das Buch vom Film schlecht trennen. Ich liebe beide. Warum gerade das? Keine Ahnung, ehrlich. Hat auf jeden Fall viel mit Humor zu tun. Kennt ihr übrigens „Schultze gets the Blues„?
  9. Paulo Coelho: Der Alchimist
    Und dann stolpert man über Bücher, wo man beim Lesen nickt und immer nur „ja, ja, ja“ sagt. Und so tief. Und in einer so schönen Sprache. Nein, ich habe nicht alles von ihm gelesen, manches tangiert mich nicht, aber er ist mehr als empfehlenswert.
  10. Patricia McKillip: Die „Riddle-Master“-Trilogie
    Neben Tolkien, der für sich allein steht, und vielleicht noch Terry Pratchett, dessen klugen Humor ich ebenfalls sehr schätze (Oma Wetterwachs!), ist Patricia McKillip so was wie ein Alltime-Favorit. Die „Riddle-Master“-Trilogie war ihr Erstlingswerk und ich liebe sie dafür heiß und innig, aber ich liebe auch fast alle ihrer späteren Bücher. Ich liebe ihre Beschreibung von Magie, die lebensbejahende Schönheit und Sanftheit ihrer Sprache – ich kehre so gern in ihre Welten zurück.

 

Ein Buch muss die Axt sein – 365tageasatzaday