Viecherstreifen

Da steht kein Pferd auf dem Flur, es ist ja auch nicht Fasching, aber da sitzt doch tatsächlich plötzlich ein Hase auf dem Rasen! Nicht so ein niedliches Karnickel, nein, ein ausgewachsener Hase! Der Fellträger hinter der Terrassentür guckt überaus aufmerksam hinaus. „Bist du bescheuert“, frage ich ihn, „denk nicht mal dran, der ist größer als du.“ Abgesehen davon bin immer noch ich es, die die Tür aufmacht. Er verzichtet aber weise auf einen Aufstand. Der Hase mümmelt ein wenig und hoppelt schließlich davon, und ich grinse doof vor Freude ob des Überraschungsgastes.

Das Gösselchen stammt von einer Kanadagans und die fette Taube, die wirklich fast vor Eifer von dem dünnen Zweig gekippt ist, ist eine Ringeltaube. Nein, die schnäbelte nicht etwa nach dem roten Käfer. Ruguu ruguu ruguu – volles Brutgeschäft. Sie klaubte überall Zweige zusammen und eierte damit davon. Ähnlich wie bei Hunden wurden die keineswegs in der Mitte angefasst. Gut, ich habe Tauben noch nie Intelligenz nachgesagt, aber so witzig fand ich sie bisher auch selten.

Ich vermute, dass das Vögelchen links ein Grauschnäpper sein könnte und habe keine Ahnung, was das für ein hübscher Käfer ist, kann mir da jemand von euch weiterhelfen?

Dies ist, erraten, ein Beispiel für die Vertikalvariante meiner Streifenbilder. Mir war so nach basteln. Wer sich noch mal die Horizontalvariante anschauen mag, darf gern hier klicken.

 

Viecherstreifen – 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst | KLICK MACHT GROSS

 

Gänse im Marsch oder so

Ich stelle fest, dass es schwieriger als erwartet ist, aus einer (Blog-) Pause wieder auszusteigen, seien die Gründe für die Pause auch noch so ehrenwert gewesen. Wenn man die Prioritäten erst mal verschoben hat, sind sie anders. Zurück an die gleiche Stelle? Unmöglich.
Und dann zeigt es sich: Woran hängt das Herz, blogtechnisch gesehen? Darüber muss ich für die Zukunft nachdenken, denn natürlich will ich meinen Blog nicht aufgeben.

Nicht gerade um mich selbst zu überlisten (was den Anreiz für einen Blogbeitrag angeht), aber nach gefühlt ewiger Zeit mal wieder um meinen Lieblingsteich gelaufen. Und am nächsten Tag gleich nochmal, denn dann musste die Kamera mit, denn … jawollja, die Schwäne mit den diesjährigen Küken, ihr erinnert euch. (Ich warne jetzt schon mal: Das geht so weiter. Auch nächstes Jahr vermutlich.) Nun, erst waren es zehn, dann waren es acht, und jetzt sind es immer noch sieben. SIEBEN! Und alle sehr entspannt beim Gründeln. Köpfchen in das Wasser …
Ein Fotograf, den ich traf, erzählte mir, dass die im letzten Herbst plötzlich verschwundenen Jungschwäne wohl von unserem „Schwanenvater“ einkassiert und zum Alsterschwan befördert worden seien. Auffrischung des Genmaterials und so. Bitteschön, mir soll es recht sein.

Ansonsten gehört zu dem Inventar des Teichs, nach dem ich mir immer den Hals verrenke, auch der Fischreiher. Zu meiner Irritation und unendlichen Freude scheint der Teich zwei davon zu haben, denn die beiden waren nicht an derselben Stelle, wobei es theoretisch natürlich durchaus möglich wäre, dass er den Ort gewechselt hat und gleich zweimal fotografiert werden wollte …

Manchmal ist eine Auszeit mit Kamera eben einfach das Richtige. Noch dazu, wenn die Sonne scheint, wozu man sie dieser Tage deutlich auffordern muss, von den Temperaturen reden wir gar nicht … es war Weihnachten schon ähnlich warm.
Nichtsdestotrotz, kommt gut ins Wochenende!

 

Quelle: ichmeinerselbst

 

Frühlingsfotos und: Rilke geht immer

Eigentlich, ja, eigentlich wollte ich nur ein paar Bilder vom (hoffentlich nur) kurz abwesenden Frühling zeigen. Dann stolperte ich über Herrn Rilke und beschloss, dass sein Gedicht hervorragend zu dem gerade herrschenden Aprilwetter passt.

Ihr erinnert euch vielleicht an mein Schwanengedöns vom letzten Jahr? Nun, dasselbe Schwanenpaar hat diesen Frühling 10!, in Worten ZEHN Küken. Die Bilder sind vom letzten Freitag, und natürlich glaube ich nicht, dass alle überleben, denn neben den Menschen gibt es ja auch noch natürliche Feinde, aber der/die eine oder andere wird sich ja vielleicht auch noch an meine Schwanenwächtergeschichte erinnern *hexhex* 🙂

Ach, und das andere Kleine, das da herumwackelt (derdiedas Mini mit dem roten Schnabel, das gerade gefüttert wird), ist ein Teichhuhn, auch/besser bekannt als Teichralle. Und die Mama von den beiden anderen Zwergen ist eine Kanadagans. Kleine Enten habe ich dagegen noch nicht gesehen.

 

Aus einem April

 

Wieder duftet der Wald.

Es heben die schwebenden Lerchen

mit sich den Himmel empor, der unseren Schultern schwer war;

zwar sah man noch durch die Äste den Tag, wie er leer war, –

aber nach langen, regnenden Nachmittagen

kommen die goldübersonnten

neueren Stunden,

vor denen flüchtend an fernen Häuserfronten

alle die wunden

Fenster furchtsam mit Flügeln schlagen.

 

Dann wird es still. Sogar der Regen geht leiser

über der Steine ruhig dunkelnden Glanz.

Alle Geräusche ducken sich ganz

in die glänzenden Knospen der Reiser.

 

(Rainer Maria Rilke, Aus einem April, aus: Das Buch der Bilder, Erster Teil, Quelle)

 

Quelle: ichmeinerselbst, was habt ihr denn gedacht