Einsamkeit

Auf der Suche nach Regengedichten (man muss ihn ja vielleicht nicht rufen, zumindest momentan nicht) bin ich über Rilke gestolpert. Auch wenn ich mit der letzten Zeile hadere, so hat es mir doch die wunderbare Vertonung angetan, Katharina Franck, unverwechselbare Stimme und Kopf der Band Rainbirds (ach), schmeichelt sich mühelos in mein Ohr. Dies wiederum führt mich zum Club der toten Dichter, die mit einer Rilke-CD ihr drittes Programm vorstellen. Die CD, die von „Einsamkeit“ eröffnet wird, umfasst 17 Titel und heißt „Eines Wunders Melodie“. Die Hörproben hauen mich jetzt insgesamt zwar nicht so vom Hocker, aber Katharina Franck muss ich mal nachgehen.

 

Die Einsamkeit ist wie ein Regen.
Sie steigt vom Meer den Abenden entgegen;
von Ebenen, die fern sind und entlegen,
geht sie zum Himmel, der sie immer hat.
Und erst vom Himmel fällt sie auf die Stadt.

Regnet hernieder in den Zwitterstunden,
wenn sich nach Morgen wenden alle Gassen
und wenn die Leiber, welche nichts gefunden,
enttäuscht und traurig von einander lassen;
und wenn die Menschen, die einander hassen,
in einem Bett zusammen schlafen müssen:

dann geht die Einsamkeit mit den Flüssen…

(Rainer Maria Rilke, Einsamkeit, aus: Das Buch der Bilder, Quelle)

 

Ach übrigens: Ich suche Harfenmusik. Nicht unbedingt das klassische elegische Geklimper, nicht unbedingt die keltische Fraktion. Ja, ernsthaft, kein Aprilscherz. Für Tipps zu Musikern und Stücken wäre ich sehr dankbar.