W5 – die Nordschleife ;-)

Ich gehöre nicht zu den Leuten, die behaupten, etwas zu »kennen«, wenn sie einmal irgendwo lang getrampelt sind, das dürfte euch vielleicht schon aufgefallen sein, ebenso, dass die Harburger Berge es mir angetan haben. Irgendwann wird sich vor meinem inneren Auge das komplette Netz dieser Wanderwege entfalten und ich werde mir meine eigenen Runden zusammenstellen. Aber bis dahin erlaufe ich mir sozusagen die Materie auf vorgeschlagenen Wegen 😉 .

W5, einfach, Teil zwei steht noch aus (hier zu Teil eins, aufgeschoben ist nicht aufgehoben!), aber mir war beim Planen klar geworden, dass ich die von mir so bezeichnete »Nordschleife« von W5 (siehe Wegskizze) noch nie komplett gelaufen bin. Die führt nämlich über das Freilichtmuseum am Kiekeberg, und ich hatte mich beide Male, als ich am Wanderparkplatz Am Rosengarten aus dem Wald gekommen war, für die Abkürzung entschieden: quer durch Alvesen direkt zum Wildpark. Also beschloss ich letzten Sonntag (warm und trocken), mit dem Schwenk über den Kiekeberg anzufangen, über den Paul-Roth-Stein bis Schulenburgs Eiche zu wandern und dann zurück zum Wildpark Schwarze Berge, meinem Parkplatz.

 

Wegskizze Nordschleife, Wanderweg W5 Schwarze Berge | 365tageasatzaday
Wegskizze Nordschleife, Wanderweg W5 Schwarze Berge,
nach Material des Regionalpark Rosengarten, basierend auf OpenStreetMap

 

Also los. Am Gasthaus zum Kiekeberg vorbei (beschattete Parkmöglichkeiten!) und beim Hochseilgarten in das Wäldchen eingetaucht. Sehr angenehm zu gehen, schmale, naturbelassene Wege, gut beschildert mit den nämlichen Pfeilen (Richtung KA für Karlstein), über die ich mich ja auch schon diverse Male ausgelassen habe. Hin und wieder sogar ein kleines W5-Schild. Allerdings versagt die Beschilderung an dem Punkt, wo man auf die Straße kommt (Am Sandberg, eine Kreisstraße zwischen Alvesen und Vahrendorf, Punkt A auf der Wegskizze). Da muss man dann einfach WISSEN, dass man nach links abbiegen muss, nicht nach rechts bergab, denn es steht nirgendwo. Seufz. Gute 50 Meter weiter links (Punkt B auf der Wegskizze) zweigt der Pfad wieder in den Wald ab, der weiterhin echt idyllisch ist. Später überquerte ich die Kreisstraße Alvesen – Sottorf und bog auf den Wanderparkplatz Am Rosengarten ab.

 

Quelle: ichmeinerselbst, Klick macht groß!

 

Eigentlich ist W5 ja ein Weg, den ich im Sommer fast bedenkenlos allen weiterempfehlen würde, was die Wegqualität angeht. Die größere Ausnahme ist die Strecke, die ich jetzt in Angriff nahm und die an der Abzweigung zum Paul-Roth-Stein endet. Wenn also die Wegbeschreibung besagt (hier lesen): »Überwiegend naturbelassene, teils wurzelige Wege mit anspruchsvollem Relief (festes Schuhwerk erforderlich)«, dann meint sie speziell bei »anspruchsvoll« genau dieses Stück. Es geht ein paarmal sehr heftig auf und ab. Ich habe versucht, das fotografisch festzuhalten (siehe unten), aber es sieht nach nichts aus. Lasst euch also versichert sein, dass ich diese Strecke nicht freiwillig begehe, wenn es nass und rutschig ist, also keinesfalls im Winter, und dass ich, trotz furztrockenem Boden Halt suchend, schlagartig begriff, wofür Wanderstöcke nützlich sind. Was ich zudem nicht bedacht hatte, war, dass ich hier einen langen, insgesamt relativ steilen Anstieg vor mir hatte, denn ich war die beiden Male vorher klugerweise in der anderen Richtung unterwegs gewesen, wie es die Wegbeschreibung auch empfiehlt (ach was?!). Ich habe die (gefühlte) Bergziegeneinlage trotzdem genossen, gar keine Frage, so stelle ich mir »Wandern« vor, aber als ich an der Schulenburgs Eiche eine Pause einlegte, hatte ich mir mein mitgeschlepptes Wasser verdient.

 

Quelle: ichmeinerselbst, Klick macht groß!

 

Der Rest ist schnell erzählt und harmlos. Ich spazierwanderte den Highway W5 zurück ins »Tal« durch den wunderbaren Wald, hier etwas belebter, bog kurz vor dem Heidefriedhof nach rechts Richtung Wildpark Schwarze Berge ab (siehe Wegskizze) und erreichte nach mir sehr kurz vorkommenden und langsam wieder ansteigenden 1,8 Kilometern mein Auto. Die Schrittzähler attestierten mir 16.295 Schritte. Da ich mich entschieden habe, einen Mittelwert von 1.500 Schritte = 1 Kilometer anzunehmen, könnten das 10,86 Kilometer gewesen sein, wenn ich nicht glauben würde, dass ich »am Berg« so viele kürzere Schritte gemacht habe, dass diese Berechnung nicht mehr hinkommt. Die quasi offizielle Länge dieses W5-Teilstücks ist laut Beschilderung 10,1 Kilometer, und die schreibe ich mir gern auf meine Wanderfahne.

 

Quelle: ichmeinerselbst, Klick macht groß!