Himmel – Freitag, 17. Oktober 2014

Ich ziehe deshalb den Herbst dem Frühjahr vor, weil das Auge im Herbst den Himmel, im Frühjahr aber die Erde sucht.

(Søren Kierkegaard)

 

Ich meine das vielleicht nicht so wie Kierkegaard, aber ich kenne das Gefühl, ihr auch? Im Herbst, beim Spazierengehen über die offenen Felder, habe ich immer das Gefühl einer Richtung nach oben, es zieht mich sozusagen weg, mit. Drachensteigen, Zugvögel (Immer möcht ich auffliegen, | mit den Zugvögeln fort;), Sturm, schnelle Wolken – egal. Vermutlich ist das ein Grund, weshalb ich die Küste so mag, gerade dann, wenn es karger wird.

Im Frühling ist alles anders, inwärtiger, wie er schreibt, zu Boden gerichteter. Da feiere ich in jedem Schneeglöckchen, Huflattich oder Krokus, in jeder Tulpe oder Weidenkätzchen das Wieder-Sichtbarwerden des Jahreskreislaufs.

Aber jetzt ist Herbst. Ich freue mich auf Wolken, Wind – und Regen. Bunt atmen mit den Winden | In der großen Luft. (beides aus „Ein Lied“ von Else Lasker-Schüler).

 

drachen himmel – 365tageasatzdayQuelle: Pixabay