Tattoo: viereinhalb Jahre danach

Heute vor viereinhalb Jahren (25. Januar 2017) habe ich mich tätowieren lassen. Mein erstes und bislang einziges Tattoo, einer von den „Signature“-Löwen (jedenfalls war das damals so) von Melina Wendlandt (Vaders.dye, Hamburg, Website, furchtbar gehypt). Kennzeichen: Ornamente; Punkte und unterschiedlich dicke, zum Teil sehr feine Linien. (Wer jetzt entsetzt schaut und sagt: Die? Dort? Das passt doch null zu dir? Wer also damals noch nicht mitgelesen hat: Hier ist die Berichterstattung.)

Ich habe diesen Beitrag vor zwei Jahren schon einmal geschrieben. Da sich seitdem aber nicht wirklich viel verändert hat, fasse ich ihn neu zusammen und ergänze ihn und hoffe, er bringt ein bisschen Mehrwert für alte und neue Leser.

Wie ist es mir über die viereinhalb Jahre ergangen mit meinem Tattoo? Gut. Es ist völlig problemlos abgeheilt, ich habe sämtliche Anweisungen befolgt, was zu tun oder zu lassen war – und langsam ist es zu einem Teil von mir geworden.

Ich bin ein alltäglicher Schreibtischtäter ohne großartige sportliche Betätigung, sieht man mal von dem Gewandere ab, was ich seit letztem Jahr intensiver betreibe. Ich bin auch nicht der Typ, der sich in Körperlotion ertränkt – und meine Haut ist keine 25 mehr, sondern mehr als das Doppelte. Ich habe einen Fellträger, der sich mit mir prügelt, wenn er seine drolligen zehn Minuten hat, und dann bekomme ich den Arm manchmal nicht schnell genug weg, was wehtut und zum Teil sichtbare Spuren hinterlässt. Auch im Tattoo! Da ist eine Linie unterbrochen, in der eine Katzenkralle gelandet war. (Das Tattoo verschönert übrigens meinen linken Unterarm.)
Normal also, oder? Also denke ich, was das angeht, bin ich ziemlicher Durchschnitt. Wobei so was wie mit den Linien last but not least auch individuell vom Typ abhängig ist, Stichwort Bindehaut und so.

Bei einer Bildersuche im Internet findet man meist Fotos von frisch gestochenen Tattoos, erkennbar an der Rötung und einer leichten Schwellung um die frisch gestochenen Partien. Ein Tattoo wird ca. nach 6–12 Wochen als »geheilt«/»healed« betrachtet; wer also unter diesem Stichwort sucht, findet meist Fotos mit Tattoos dieses Alters.
Älter? Wenige, und davon überdurchschnittlich viele Katastrophen. Ich habe es schon im letzten Beitrag geschrieben: Man kann gar nicht nicht oft genug predigen, dass ein Gang zum Tätowierer gut überlegt sein sollte, weil man das Ergebnis lebenslang mit sich herumschleppt, und dass man sich Arbeiten des-/derjenigen VORHER ansehen sollte. Ja, man kann Tattoos entfernen. Aber erstens kostet das tierisch viel Geld, und zweitens bleiben Spuren, gerade bei größeren Tattoos. Da hilft covern vielleicht, aber ich für mich bin da skeptisch. Mein Löwe ist vom obersten Punkt bis zum untersten 11 cm lang, würde ich da etwas drüberlegen lassen wollen, müsste ich wohl mit einem sehr (blick-)dichten Sleeve (»Ärmel«) leben, zumindest um den Unterarm, idealerweise mit viel freundlichem Schwarz, damit nichts durchscheint. Das ist nicht gerade das, worauf ich stehe. Und ja, auch ich bin ein Risiko eingegangen: Die feinen Linien bei meinem Löwen hätten richtig schiefgehen können, gerade über die Jahre, und nein, ich habe das vorher auch nicht in dieser Konsequenz bedacht.

(Und was machen die Leute? Fallen bei einem Zug durch die Gemeinde oder im Urlaub zugedröhnt/besoffen im Tattoostudio ein, gern in Rudeln, und wundern sich danach. Tätowierer ist keine geschützte Berufsbezeichnung! Jede*r Idiot kann sich im Netz eine Tätowiermaschine und Zubehör kaufen, ein paar YT-Videos gucken, sich einen Gewerbeschein zulegen und sich Tätowierer* schimpfen. Und das Schlimmste ist: Manche tun das auch.)

 

Tattoo: 4,5 Jahre | 365tageasatzaday
Quelle: privat (und immerhin ist es mein Arm)

 

Da seit geraumer Zeit die Zugriffe auf den angesprochenen alten Tattoo-Post wieder steigen, dachte ich, es ist vielleicht Zeit für ein Update. Als ich also vorgestern die Gelegenheit hatte, einen Kameraprofi zu bitten, mit seinem Handy meinen Löwen abzulichten (vielen Dank nochmals!), nahm ich das gern wahr.
Hierbei stehe ich wieder (bei dem 2,5-Jahre-Foto saß ich, man sieht es bisschen). Aber insgesamt finde ich, dass sich eigentlich nichts verändert hat. Die Linien sind nicht dicker geworden, bei der Frage nach dem Weiß in den Augen hat sich ebenfalls nichts getan (live: ja, ganz schwach, aber auf dem Foto nur zu erahnen, wenn man es auf 100 Prozent anschaut).

Immer noch sehr wichtig: Ich will hiermit keinen in die Pfanne hauen, dies ist ein Service-Beitrag. Ich möchte die Veränderung meines Tattoos dokumentieren, weil ich solche Bilder nicht gefunden habe, als ich danach gesucht habe. Ich liebe diesen Löwen nach wie vor von Herzen und ich glaube, das wird auch so bleiben.

Ich weiß, dass ihr zum Teil auch Tattoos habt. Wenn sie schön sind, mögt ihr Bilder davon zeigen und dazuschreiben, wie alt sie sind?

 

Tattoo: frisch vs. 2,5 Jahre vs. 4,5 Jahre | 365tageasatzaday
Quelle: privat. Das Foto sollte sich auf 100 Prozent großklicken lassen, das ist zum genaueren Vergleich auch dringend zu empfehlen!

 

Tattoo: zweieinhalb Jahre danach

Heute vor zweieinhalb Jahren und einem Monat (Jan. 2017) habe ich mich tätowieren lassen. Mein erstes und bislang einziges Tattoo, einer von den „Signature“-Löwen von Melina Wendlandt (Vaders.dye, Hamburg, Website, seit ich sie verfolge, furchtbar gehypt). Kennzeichen: Ornamente; Punkte und unterschiedlich dicke, zum Teil sehr feine Linien. Ort: Unterarm, links. (Wer damals noch nicht mitgelesen hat: Hier ist die Berichterstattung.)

Wie ist es mir also ergangen mit meinem Tattoo? Mit einem Wort: gut. Es ist völlig problemlos abgeheilt, ich habe mich an sämtliche Anweisungen gehalten, was zu tun (cremen, cremen, cremen) oder zu lassen war (Sonneneinstrahlung, Bäder, Sport, Kämpfe mit rauflustigen Fellträgern) – und langsam ist es zu einem Teil von mir geworden. Am Anfang hat es sich angefühlt wie ein großartiges Abziehbild, falls ihr die Dinger noch kennt. Danach wurde es normal … und ich fing an, mit anderen darüber zu diskutieren, ob die Linien so dünn bleiben würden bzw. inwieweit sie dicker werden würden. Nein, schon klar, sie bleiben nicht SO dünn. Das war mir klar, mehr nicht.

Ich bin ein völlig alltäglicher Couchpotato. Schön, ich sitze nicht vorwiegend fernsehend auf der Couch (Dudendefinition), sondern tippend am Computer, aber mehr Sport speziell für die Arme treibe ich nicht, ich bin auch nicht der Typ, der sich in Körperlotion ertränkt – und meine Haut ist keine 25 mehr, sondern eher das Doppelte. Ich habe einen Fellträger, der es liebt, sich mit mir zu prügeln, wenn er seine drolligen zehn Minuten hat, und dann bekomme ich den Arm manchmal nicht schnell genug weg von seinen Krallen oder Zähnen, was WEHtut und zum Teil sichtbare Spuren hinterlässt.
Abgenommen, und zwar einiges, habe ich in dem Jahr danach auch, was mit Sicherheit auf die Haut geht, vielleicht jedoch nicht primär am Arm. Normal also, oder? Leben halt. Also denke ich, was das angeht, bin ich ziemlicher Durchschnitt. Wobei so was wie mit den Linien last but not least auch individuell vom Typ abhängig ist, Stichwort Bindehaut und so.

Was findet man an Bildern im Internet? Meistens Fotos von frisch gestochenen Tattoos, erkennbar an der Rötung und einer leichten Schwellung um die frisch gestochenen Partien. Ein Tattoo wird ca. nach 6–12 Wochen als „geheilt“/“healed“ betrachtet; wer also unter diesem Stichwort sucht, findet meist Fotos mit Tattoos dieses Alters. Älter? Wenige, und davon überdurchschnittlich viele Katastrophen. Man kann es nicht oft genug predigen, dass ein Gang zum Tätowierer gut überlegt sein sollte, weil man das Ergebnis lebenslang mit sich herumschleppt, und dass man sich Arbeiten des-/derjenigen VORHER ansehen sollte. Die feinen Linien bei meinem Löwen hätten richtig schief gehen können, auch jetzt über die Jahre. (Wobei die Existenz von Fotofiltern selbst schon für das Handy die Glaubwürdigkeit von Fotos bei z. B. Instagram oder Facebook nicht wirklich steigert.)
Und was machen die Leute? Fallen bei einem Zug durch die Gemeinde oder im Urlaub besoffen im Tattoostudio ein, gern in Rudeln, und wundern sich danach. Tätowierer ist keine geschützte Bezeichnung. Jede*r Idiot kann sich im Netz eine Tätowiermaschine und Zubehör kaufen, ein paar YT-Videos gucken, sich einen Gewerbeschein zulegen und sich Tätowierer*in schimpfen. Und das Schlimme ist: Manche tun das auch.

Wo war ich? Ach so, das Foto. Als neulich Myriade in Hamburg war, habe ich sie gebeten, mein Tattoo zu fotografieren. Vergessen hatte ich, dass ich für das Vergleichsfoto damals stand – wenn man sich die Fotos ansieht, sieht der Löwe auf dem neuen etwas gestauchter aus, das kommt daher. Außerdem hätte ich mich besser um ähnliche Lichtverhältnisse bemüht, es ist draußen bei Sonne im Halbschatten entstanden, das erste indoor. Das Bild leidet daher leider unter schlechten Kontrasten, gerade an den Stellen, die mir wichtig sind: Ist da noch Weiß in den Augen? (Nicht auf dem Foto, aber ja: ganz schwach.) Berühren sich die Linien in dem Kopfschmuck des Löwen? (Hmmmmm. Auf dem Foto gibt es Stellen, wo man dran zweifeln könnte. Auf jeden Fall sind die Linien erheblich näher aneinandergerückt. ABER sie sind immer noch sehr erkennbar unterschiedlich dick.) Anyway, mea culpa, ich hätte vorher bisschen mehr darüber nachdenken können – über das Foto. So weit, dass die Linien mit der Zeit viel dicker werden könnten/würden und ich irgendwann „Matsch“ auf meinem Arm haben könnte, habe ich damals nicht gedacht, und das ist ganz allein meine Verantwortung.

Ganz wichtig: Ich will hiermit keinen in die Pfanne hauen, dies ist eher ein Service-Beitrag. Ich möchte die Veränderung meines Tattoos dokumentieren, weil ich solche Bilder nicht gefunden habe, als ich danach gesucht habe. Ich liebe diesen Löwen von Herzen und alles, wofür er steht.
Wie geht es euch mit euren Tattoos, über die Jahre gesehen? Hat schon mal wer ein Tattoo entfernen lassen oder gecovert – nicht, dass ich das vorhätte?

(Ob ich mit einem zweiten Tattoo liebäugele? Nicht mehr und nicht weniger als vor zweieinhalb Jahren, aber ich schließe es nicht aus und finde das Tattoo-Thema nach wie vor faszinierend.)

Es gibt ein Update! Tattoo: viereinhalb Jahre danach.

 

Tattoo: frisch vs. 2,5 Jahre | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst, zumindest ist es mein Arm
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Update Adventskalender für die Etüden (danke, dergl): 15 Geschichten hüte ich bisher, inklusive meiner. Für drei weitere habe ich Zusagen, dazu gehört auch der Etüdenerfinder. Bisher schwächeln die Herren generell *tadelnden Blick in die Runde werf* (außer WERNER natürlich!), könntet ihr mal sagen, ob ich noch mit einer Einreichung rechnen kann? Wenn ihr mehr Zeit braucht, ist das okay, aber ich bräuchte eine verbindliche Ansage.

Wer von den Etüdenschreiber*innen bisher in der Sommerpause war und den Aufruf nicht mitbekommen hat: HIER NACHLESEN. Ihr habt regulär noch eine Woche.