Gedankenkarussell | abc.etüden

Sie war zutiefst traurig. Sie haderte mit sich. Sie war überzeugt, alles falsch gemacht zu haben, und gleichzeitig hätte sie nicht gewusst, wie sie anders hätte handeln sollen. Wieder mal.
Warum hatte sie eigentlich immer das schlechte Gewissen und die Schuldgefühle?
Warum putzten sich die anderen den Ärger und den Streit einfach von der Backe und taten so, als ob alles easy wäre?
Bluteten die nicht innerlich?
WAREN die einfach so abgebrüht?
Sie war hier falsch. Ihr ganzes Leben schon.
Gute Miene zum bösen Spiel, ha, voll ihr Ding, sich tot zu stellen. Emotional tot.
Sie hasste alle.
Wie oft konnte ein Herz eigentlich brechen?
Nur ein nettes Mädchen ist ein gutes Mädchen, und nett ist … na? Eben.

Sie stapfte blind vorwärts. Sie durchquerte den schönsten grünen Wald, die Sonne schien, die Vögel riefen ihren Namen, Spaziergänger grüßten freundlich.

Sie blieb steinern. Sie sah nichts, hörte nichts und verabscheute jeden. Sie hatte zugleich Angst vor allem, weil das irgendwie dazugehörte, denn wer würde sie schon lieben, wenn sie doch alle hasste? Bestimmt niemand! Niemals!

Sie stolperte, konnte sich gerade noch abfangen und saß plötzlich auf dem Waldboden. Neben ihr stand ein Fliegenpilz. Sie musterte ihn verdutzt. Ominös. War das das Zeichen, dass sie sich besser gleich umbringen sollte?

»Sei nicht so bescheuert«, flüsterte eine Stimme in ihrem Kopf.

Ihr Knöchel schmerzte wie Hölle. Das hatte jetzt gerade noch gefehlt!

»Darf ich mich vorstellen: dein Orientierungssinn.« Die Stimme seufzte. »Ich hätte ja gern früher eingegriffen, aber dieser Schlick, den du Gedanken nennst, war zu zäh. Du bist schon zweimal falsch abgebogen. Und jetzt musst du da vorne rechts, ohne Widerrede, sonst kannst du das Auto vergessen, und das findet dein Knöchel garantiert nicht so lustig!«

Sie humpelte los, sich innerlich verfluchend, und bis auf Weiteres vollständig im Hier und Jetzt.

 

abc.etüden 2021 36+37 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 36/37.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Wortspende stammt dieses Mal von Ludwig Zeidler. Die Wörter lauten: Schlick, ominös, putzen.

Nein, das ist nicht sehr autobiografisch. Ich meine, natürlich kenne ich Gedankenkarusselle, wer nicht, aber meine sehen anders aus. Tatsache ist dagegen, dass ich mich am Sonntag bei bestem Wetter im Wald wirklich zweimal verlaufen und (nicht nur) einen Fliegenpilz gesehen habe – allerdings ohne die erwähnte Assoziation. Und da angekommen, wo ich hingewollt habe (ohne Stolpern), bin ich schließlich auch, wobei ich der Meinung bin, dass der Weg eklatant schlecht ausgeschildert ist/war. Aber hübsch. Sehr hübsch. Ich beabsichtige zu berichten.

 

Schreibeinladung für die Textwochen 36.37.21 | Wortspende von Ludwig Zeidler

Willkommen zurück bei den Etüden nach der Sommerpause, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen! Ich hoffe, euer Sommer war angenehm und erholsam, ihr habt Kräfte sammeln können und mögt jetzt wieder bestens gelaunt in das alltägliche Etüdengeschäft einsteigen. Habt ihr Kaffee und Keks am Start? Es kommen ein paar Vorbemerkungen.

Diese Saison endet am 1. Advent (dann beginnt der Adventskalender), und dieses Mal gibt es eine Besonderheit. Damit jede Runde eine Laufzeit von zwei Wochen hat, gibt es erstmalig am 5. Oktobersonntag keine Woche Extraetüden, sondern neue Wörter. Damit verschiebt sich im November der Termin für die neue Runde vom 1. auf den 2. Sonntag, und am 4. Novembersonntag setzen die Adventüden mit dem Weihnachtscountdown ein. Ich sags nur jetzt schon mal.
Adventüden: Es fehlen noch 3 von der Liste, und wenn alle eintreffen, gibt es wieder eine Doppelbelegung.

Wer von euch ist seit Anfang des Jahres neu dazugekommen und möchte in den Topf der Wortspender aufgenommen werden? Bitte einmal explizit in den Kommentaren nicken, auch wenn ihr denkt, ihr habt schon! Das ist wichtig, denn sonst darf ich laut DSGVO (danke schön) eure Mail-Adresse nicht speichern und euch nicht automatisch vereinnahmen und ziehen und ggf. anschreiben. Und nein, das hat nichts mit einer eventuellen Teilnahme am Intermezzo oder den Adventüden zu tun! Ich möchte möglichst bald ziehen und euch dann zügig anschreiben.

Ein paar von euch haben meine Überlegungen zum Thema Etüdenzukunft mitbekommen (hier nachlesen) und sich dazu geäußert. Danke euch allen! Ich bin immer noch nicht weiter, aber ich bin wohl generell bisschen müde. Ich habe wieder mehr Lust auf Couch und Buch bzw. darauf, draußen herumzustapfen und Rechner Rechner sein zu lassen, und ich finde das gut … Hm.
Als Konsequenz davon werde ich ausprobieren, meinen Blog etwas weniger hoch zu hängen, offline geht vor online. Ich werde (möglicherweise) langsamer reagieren, wenn ihr Etüden postet, wobei ich Pings immer noch von Hand freischalten muss und natürlich auch eure Kommentare sehe; und generell weniger und/oder später lesen. Wenn ich das hinbekomme, neugierig, wie ich bin. 😉 (Ein Grund für das Spätervorbeikommen sonntags ist übrigens, dass ich gern mit einer Freundin durch die Gegend laufe, und die kann, wenn überhaupt, nur dann. Und wenn ich draußen bin, interessiert mich der Blog eher, äh, weniger.)
Am meisten gefreut habe ich mich darüber, dass so vielen von euch die Etüden so wichtig sind. Am charmantesten hat das meiner Meinung nach Christian (Wortverdreher) auf den Punkt gebracht (hier nachlesen). Schon klar, seit ich das abc.etüden-Projekt des Etüdenerfinders übernommen habe, hat sich einiges getan. Ich kann mich einfach nur bei allen bedanken.

Etüdensommerpausenintermezzo „7 aus 12“. Es hat diesen Sommer nur ein Intermezzo gegeben, dafür fiel die Beteiligung sehr erfreulich aus, wie ich fand. Die Liste hatte ich upgedatet und unter die Illustrationen gehängt, da mir aber klar ist, dass nicht alle sie verfolgt haben werden, kommt sie hier noch mal. Sorry für den doppelten Ping!

Disclaimer: Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Inhaltshinweisen (CN/Triggerwarnungen, z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt. (Endlich mal wieder der Disclaimer.)

Olpo auf Olpo Olponator: Urlaub ahoi!, Charly
Judith auf Mutiger leben: Sonnenuntergang am Bodensee, Abends
Ulrike auf Blaupause7: Still ruht der See, Ab in den Norden, Die ideale Abwehr, Summer in the city
Heidi auf Erinnerungswerkstatt: Sommertag am See
Maren auf Ich lache mich gesund: Sommerurlaub, Evolution, Freiheit, Willkür
Bernd auf Red Skies over Paradise: Grundlsee., Deutschlandfunk. 9 Uhr. Die Nachrichten.
Alice auf Make a Choice Alice: Urlaub, Irgendwo in Afrika, Sex on the Beach
Puzzleblume auf Puzzle❀: Nicht allzu weit weg
Werner Kastens auf Mit Worten Gedanken horten: Hafenrundfahrt
Kain Schreiber auf Gedankenflut: Luisa, Wellengang
Gerda von GERDA KAZAKOU: „Geh aus, mein Herz“. Bebilderte Kata-Strophen, Hundstage, Der Junge mit der Fliegenklatsche
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: Sommerintermezzo 7 von 12
Katharina auf Katha kritzelt: Friedrich
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: Latschen durch die Seeveniederung 😉
Gerhard auf Kopf und Gestalt: Übers fotografische Schauen, Mitteilungen der Erde
Christian auf Wortverdreher: Die Willkür der Stadt, Aufgestaut, Herr der Mücken, Klein gegen groß, Die Challenge-List, Rette sich wer kann
Lene auf Herzpoeten: Sich am Rhein finden
Melina auf Innen-Reise-Wege: David und Goliath
Tanja auf Stachelbeermond: Sommerloch
Ellen auf nellindreams: Sommerloch
Natalie im Fundevogelnest: Pfützen
Nina vom Bodenlosz-Archiv: Unter dem Gletscher
Doro auf DORO|ART: Durch den Monsun

 

Nach guter Tradition werden die ersten Wörter nach dem Break immer von dem Etüdenerfinder (oder von mir) gespendet. Für die Textwochen 36/37 des Schreibjahres 2021 stammt die Wortspende von Ludwig Zeidler (bloggt nicht mehr). Sie lautet:

Schlick
ominös
putzen.

Ja, es ist immer wieder erstaunlich, was wir alles noch nicht hatten.
Wenn ihr also alle den ominösen Schlick weggeputzt habt, gilt wieder der obligatorische Etüden-Disclaimer. Die Headline für die Etüden heißt: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Eventuelle Inhaltshinweise (Triggerwarnungen) und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der zugehörigen Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt (höchstwahrscheinlich) nicht auf die nächste Liste bzw. muss meckern, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig. Wer sich die Illustrationen herunterladen möchte, sollte sie vorher großklicken, danach kann man sie in der Regel downloaden und bei sich wieder hochladen.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst ja.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 19. September 2021.

Habt weiterhin ein schönes Wochenende und lasst euch von der Muse küssen – und genießt die schönen Tage (wenn ihr sie habt) nach Kräften!

 

abc.etüden 2021 36+37 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

abc.etüden 2021 36+37 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Computerprobleme | abc.etüden

TELEFONGESPRÄCH. ZWEI FREUNDINNEN.

Huhu, meine Liebe, wie geht es dir, ist bei dir alles gut? Hör mal, was ich dir sagen wollte, ich hab da ein Problem mit der Textdatei, die du mir geschickt hast.

Was ist denn los?

Na ja, ich habe sie aufgemacht und gelesen, was du geschrieben hast, hast du ganz toll gemacht, wirklich, danke und so, aber dann wollte ich noch ein paar Kleinigkeiten ändern, und da ging das nicht.

Kann nicht sein.

Wenn ich es dir doch sage! War ganz komisch, ich bin überhaupt nicht richtig mit dem Cursor reingekommen! Ich hab mir doch jetzt erst das neue Update geholt, glaubst du, dass der dann deine Dateien nicht mehr lesen kann?

Eigentlich nicht. Inzwischen sind Textprogramme so gut, dass unterschiedliche Betriebssysteme und Versionen egal sein sollten. Dateiformate sind standardisiert, und ich hab alles wie immer gemacht. Kriegst du denn irgendwelche Meldungen?

Ja, kriege ich.

Dann lies doch mal vor.

Kann ich nicht, ich seh das so schlecht, das reflektiert so, die Schrift ist so klein. Ich sitze hier hübsch gemütlich in der Sonne mit Sonnenhut und einem Drink auf der Terrasse und warte auf die Fußpflege, du weißt doch, heute ist wieder Pediküre und Massieren angesagt. Und da dachte ich, ich erledige das mal eben vorher. Du kannst gerne rüberkommen, wenn du magst, dann machen wir uns einen lustigen Abend.

Neee, Schatzi, lieber nicht, ich muss morgen fit sein. Jetzt sag mal: Du sitzt also mit deinem Laptop auf der Terrasse und machst die Datei auf. Und wenn du was verändern willst oder speichern, kommt eine Meldung?

Laptop, wieso Laptop? Ich bin auf dem Handy!

Äh … Dir ist schon klar, dass du dein Schreibprogramm auf dem Laptop hast? Nur da?

 

KLACK. AUFGELEGT.

Bestimmt die Fußpflege.

Sie lehnt sich zurück und beginnt, haltlos zu lachen.

 

abc.etüden 2021 14+15 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 14/15.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Ludwig Zeidler und von mir mit meinem Blog Irgendwas ist immer. Sie lauten: Sonnenhut, haltlos, massieren.

Nein, auch wenn man es vielleicht annehmen könnte, ich war NICHT die eine Frau. Ich hab die Geschichte erzählt bekommen und die Gegebenheiten den Etüdenwörtern angepasst 😉

 

Elbspaziergang im Frühling (mit Fotos) | abc.etüden

Sie stand auf dem Deich und sah sich in alle Richtungen um. Blühende Landschaft? Na ja. Wenig mehr als haltlose Wünsche, bei aller Liebe. Okay, die Vorgärten, okay, in geschützten Ecken hatten wagemutige Magnolien tatsächlich schon Knospen angesetzt und die Forsythien blühten auch. Trotzdem: Die Hunde trugen zwar keine Mäntel mehr, Herrchen und Frauchen aber sehr wohl noch ihre Winterjacken, die Temperaturen hielten sich hartnäckig im einstelligen Bereich. Später sollte es regnen, der Wind schob jetzt schon graue Wolken heran, also war es höchste Zeit, jetzt loszustapfen. Wenn überhaupt.

Sie überlegte, ob es vielleicht ein bisschen zu viel verlangt war, sich zu wünschen, man würde im April schon einen Sonnenhut brauchen. Ganz sicher hätte es dann jemanden gegeben, der wegen eventueller Trockenheit gemeckert hätte.

Der alte Fischkutter lag wieder an seinem üblichen Platz vor Anker, sehr schön. Sie hielt die Nase in den Wind. Es war fast Flut, schätzte sie, selbst hier vor dem Hafen gab es noch mehrere Meter Tidenhub. Ha, Elbluft, dieser charakteristische Geruch, ihr Herz wurde weit. Wellen leckten an der Uferbefestigung, vor ihren Füßen blühte Huflattich, und drüben auf der anderen Flussseite, der weiße Fleck, das war mit Chance ein brütender Schwan. Fast ein Wunder, dass der durch die passierenden Radfahrer, von denen es dort bestimmt öfter welche gab, nicht gestört wurde. Sie folgte den vorbeifliegenden Gänsen – den Schreien nach waren es Graugänse gewesen – mit dem Blick stromaufwärts und sah die Fähre den Fluss überqueren. Der Anleger war ein Ort, wo sich Biker aller Couleur massiert trafen, auch weil die dort angesiedelten Imbissbuden inzwischen garantiert wieder geöffnet hatten.

Sie setzte sich Richtung Fähre in Bewegung. Wenn sie wieder an ihrem Auto eintreffen würde, hatte sie sich das Stück Torte aus dem Hofladen, das sie auf der Rückfahrt zu kaufen gedachte, redlich verdient. Sie lächelte zufrieden.

 

abc.etüden 2021 14+15 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 14/15.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Ludwig Zeidler und von mir mit meinem Blog Irgendwas ist immer. Sie lauten: Sonnenhut, haltlos, massieren.

Das ist momentan so was wie meine Standardrunde, wenn ich zum Deichtreten gehe. Meistens bin ich dann dort irgendwo unterwegs, schätzungsweise zwischen Elbkilometer 599 und 604 😉

 

Quelle: ichmeinerselbst | Anklicken macht groß!

 

Schreibeinladung für die Textwochen 14.15.21 | Wortspende von Ludwig Zeidler und Irgendwas ist immer

Willkommen zu einer neuen Runde Etüden, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen. Ich hoffe, euer Ostern ist oder war eierreich, fröhlich, friedlich und freundlich, und ihr habt Lust (und Zeit), euch mehr oder weniger fröhliche, friedliche und freundliche Geschichten zu der neuen Wortspende auszudenken.

Ich brauche wieder neue Wortspender, daher meine Frage an die neu Mitschreibenden, die mehr als eine Etüde in den letzten drei Monaten geschrieben haben: Möchtet ihr in den Topf, aus dem ich die Wortspender ziehe? Falls ja, dann hinterlasst mir bitte möglichst zügig einen entsprechenden Kommentar. Entschuldigung für den Umstand, aber erstens wollen nicht alle spenden und zweitens hat das Datenschutzgründe: Dann, und nur dann, darf ich mir eure Mailadressen wegspeichern und euch anschreiben, falls ihr ausgelost worden seid.

Interessanterweise waren es in den letzten beiden Wochen NICHT signifikant mehr Mitschreibende/Etüden als in den beiden Wochen vorher, die „Klassenkeile“ (hallo, René) kann es also scheinbar doch nicht gewesen sein. Allerdings ist meine Laune nicht viel besser geworden und mein Reader hatte gefühlt nach wie vor weniger Beiträge als sonst – wie geht es euch?
Weiß inzwischen jede*r, die*der möchte, wie sie*er den alten/klassischen Editor und die Verwaltungsfunktionen im Blog zurückbekommt?

Zu Statistik und Liste: Ich verzeichne diesmal 53 Etüden von 32 Blogs, und mein Dank gebührt den Männern, denen scheinbar einfach mehr einfällt – ich weiß nicht, ob mich das frustriert oder nicht. 😉 Und ich erhoffe mir mehr Ping-Pong-Etüden, was Myriade und Werner begonnen hatten (Stichwort „Alex“ bei Myriade), bevor sie sich um anderes kümmern musste. 😀
Die Liste führen jedenfalls sehr souverän Gerhard mit 6 und Christian mit 5 Etüden an. Danke euch sehr! ❤

Vielen Dank wie immer an alle, die mitgeschrieben, mitgelesen, gelikt und kommentiert haben! Mein herzliches Danke schön an Puzzleblume, die ebenfalls kommentierend durch die mitschreibenden Blogs gezogen ist, und an jede*n, den ich in den teilnehmenden Blogs getroffen habe und der*die dort kommentiert/mitdiskutiert hat.

Wie immer bitte ich euch, die Liste zu kontrollieren, ob jede eurer Etüden dort verzeichnet ist oder ob euch sonst was komisch vorkommt. Ich trage gerne nach, wenn irgendwas nicht stimmt, ihr wisst, es ist keine böse Absicht, manchmal habe ich einfach Tomaten auf den Augen und manchmal geht auch was mit den Pings/Verlinkungen schief …
Kaffee und Keks Osterei zur Hand? Hier kommt die Liste.

Disclaimer: Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Inhaltshinweisen (CN/Triggerwarnungen, z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt.

Anja auf Annuschkas Northern Star: hier
Jane auf Blood, Tears, Gold & Minds: hier
Heidi auf heidimariaskleinewelt: hier
Heidi auf Erinnerungswerkstatt: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier, hier, hier, hier, hier und hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Ellen auf nellindreams: hier
Puzzleblume auf Puzzle❀: hier, hier und hier
Melina auf Innen-Reise-Wege: hier
Kain Schreiber auf Gedankenflut: hier, hier und hier
Ulrike auf Blaupause7: hier und hier
Christian auf Wortverdreher: hier, hier, hier, hier und hier
Resi Stenz auf Gschichtldruckerei Resi Stenz: hier
Werner auf Werner Kastens: hier, hier und hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier
Maren auf Ich lache mich gesund: hier
Judith auf Mutiger leben: hier und hier
Lea auf Kommunikatz: hier
Bernd von Red Skies over Paradise: hier, hier und hier
Torsten auf Wortman: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier und hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Emma auf Emma Escamilla: hier
Donka auf onlybatscanhang: hier
Yvonne auf umgeBUCHt: hier
Monika auf Allerlei Gedanken: hier
Doro auf DORO|ART: hier
Veronika auf vro jongliert: hier
Nina vom Bodenlosz-Archiv: hier

Nach guter Tradition werden die Wörter im Break immer von dem Etüdenerfinder oder von mir gespendet. Für die Textwochen 14/15 des Schreibjahres 2021 haben wir uns zusammengetan. Die Wörter stammen also von Ludwig Zeidler (bloggt nicht mehr), und Irgendwas ist immer. Sie lauten:

Sonnenhut (ist übrigens auch eine (Heil-)pflanze, Echinacea)
haltlos
massieren.

Wie immer an dieser Stelle der Verweis auf den Etüden-Disclaimer. Die Headline für die Etüden heißt: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Eventuelle Inhaltshinweise (Triggerwarnungen) und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der zugehörigen Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt (höchstwahrscheinlich) nicht auf die nächste Liste bzw. muss meckern, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig. Wer sich die Illustrationen herunterladen möchte, sollte sie vorher großklicken, danach kann man sie in der Regel downloaden und bei sich wieder hochladen.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 18. April 2021.
Habt weiterhin ein schönes Wochenende und gute Einfälle – und genießt, was es zu genießen gibt!

Ja, es gibt 3 Illustrationen, ich konnte mich nicht entscheiden.

 

abc.etüden 2021 14+15 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

abc.etüden 2021 14+15 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

abc.etüden 2021 14+15 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

On the Road Again? | abc.etüden

Ihm klingelten immer noch die Ohren von dem Zetermordio, das sie geschrien hatte, und von dem Tränenausbruch, der unweigerlich gefolgt war. Irgendetwas war gar nicht in Ordnung in der letzten Zeit.
Sie aß komische Dinge! Sie roch fremd! Sie war anders mit ihm! Okay, er hatte ein Bedürfnis nach Unabhängigkeit und war viel unterwegs, aber offenkundige Respektlosigkeit konnte er nicht tolerieren, sie kannte ihn schließlich gut, das musste er sich nicht bieten lassen.
»Tja, Griff ins Klo, was? Dann bleibt dir wohl nichts anderes übrig, als dir ein Ei auf den Kerl zu backen«, hatte ihre Freundin gesagt und böse geschaut. Besser war es aber dennoch nicht geworden, auch wenn ihre Hand wie üblich zu ihm gewandert war. Und was hatten die Frauen überhaupt mit »sitzen lassen« gemeint? Er hatte jedenfalls nichts falsch gemacht, da war er sich sicher, und wenn er sie auf der Couch heulen sah, dann hielt das sein weichmütiges Herz kaum aus.
»Ich habe Sorgen«, hatte sie ihm neulich gestanden, »und eigentlich habe ich ziemlich Angst vor dem, was da auf mich zukommt.« Er hatte sie zu trösten versucht, aber es war nicht genug gewesen. Er hasste es, hilflos zu sein.

Sie war hektisch. Sie räumte die Wohnung um. Sie kümmerte sich noch weniger um ihn. Sie machte die Schlafzimmertür zu, was er als Affront empfand. Außerdem wurde ihr Bauch immer dicker und ihre Laune meistens noch schlechter.
Er verstand nicht, was geschah, er fühlte sich unerwünscht und zog seinerseits die Reißleine.

Nun lag er gemütlich auf einer Veranda in der Schrebergartenkolonie, hörte den Regen auf das Dach trommeln und schlug die Pfoten unter. Mäuse gab es genug, für Essen war also gesorgt. Sie fehlte ihm trotzdem. Er wollte, dass alles in Ordnung war. Morgen würde er mal vorbeischauen. Oder übermorgen. Oder nächste Woche. Bestimmt.

 

abc.etüden 2021 01+02 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 01/02.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Ludwig Zeidler, dem Etüdenerfinder. Sie lauten: Zetermordio, weichmütig, backen.

 

Auch ich, ich gestehe es, treibe mich gelegentlich im Netz auf Katzenseiten herum, nicht nur der Fellträger hinter meinem Rücken 😉 Es gibt nichts, was einem so schnell bessere Laune bescheren kann, aber auch nichts, wo einem so schnell das Herz zerfließen kann, man muss also durchaus vorsichtig sein. Zum Glück passt meiner auf mich auf, dass ich nicht aus Versehen das »Catlady-Einstiegsset« ordere und er demnächst seinen Schlafplatz mit ein paar Katzenkindern teilen muss …
So landete ich jedenfalls auf einer Seite über »Wie geht die Katze damit um, wenn ein Baby ins Haus kommt?« (hängt sehr von der Katze und ihrer Menschbezogenheit ab, aber man kann was machen), und dachte, dass das ein prima Thema für eine Etüde/Kattitüde sei, wo die Situation wirklich aus dem Ruder gelaufen ist und »der Katz« mal nicht automatisch alles unter Kontrolle hat …

Kennt sich jemand von euch damit aus? Katha, habt ihr euch schon Gedanken dazu gemacht, falls du dies hier liest?

Dass dabei dann zufällig gerade Willie Nelson aus dem Radio tropfte und mir mit »On the Road Again« den Etüdentitel (+ Ohrwurm) bescherte, war Zufall. Hier, falls ihr auch wollt – ja, gut aussehender Mann, zumindest auf dem Pic (ich weiß, wie alt er ist, aber mich würde interessieren, wie alt er da war 😉 ):

 

 

Schönen Sonntag zusammen!

 

Update! Bekommt noch jemand seine Mails/Benachrichtigungen über GMX? Ich kann seit 9:00 Uhr Mails zwar verschicken, aber nicht mehr empfangen, und wüsste gern, ob es noch jemandem von euch so geht …

 

Fortsetzung: Sommerquartier

 

Schreibeinladung für die Textwochen 01.02.21 | Wortspende von Ludwig Zeidler

Willkommen zurück, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, und willkommen im neuen Jahr! Wem ich es bisher noch nicht gewünscht habe: Möge es ein gutes neues Jahr werden, möge es uns wohlwollen, möge es uns mit kreativen Einfällen überschütten und unterstützen – auch gerne über die Etüden hinaus! 😀 Schön, dass ihr (wieder) dabei seid!

Ich möchte mit einem kurzen Fazit zu den Adventüden 2020 beginnen, und dazu gehört vor allem die Statistik. Die Top-3-Etüden mit den meisten Aufrufen waren:

08.12. – Annamirls magische Semmelknödel

01.12. – Alice und die Schlittenfahrt

13.12. – Ein Anfang?

 

Screenshot Statistik Adventüden2020 | 365tageasatzaday
Quelle: Blogstatistik, 02.01.2021, 11:11 Uhr

 

Was fällt mir dazu ein? Nichts Besonderes, ich bin selbst überrascht 😉
Okay, ich hätte/habe erwartet, dass die frühen Adventüden mehr Aufrufe bekommen, das hat sich dieses Jahr eher bewahrheitet. Aber einen Trend zu irgendwas lese ich aus diesem Ergebnis nicht. 2019/2020 habe ich mir zu den Adventüden noch deutlich mehr Gedanken gemacht, wer mag, der kann hier gerne noch mal nachlesen.

Was bleibt, ist meine Freude, dass sie überhaupt zustandegekommen sind, dass ihr euch im Sommer hingesetzt habt, um einen vorweihnachtlichen Text zu schreiben, und dass ihr sie auch alle (hoffentlich) genossen habt, selbst im Corona-Vorweihnachtstrubel. Wobei die Adventüden insgesamt weniger Aufrufe hatten als im Jahr zuvor, aber auch dieses Jahr ist nur eine einzige Adventüde sehr knapp unter 100 Aufrufen geblieben.
Ich war ebenfalls sehr glücklich, am jeweiligen Tag so viele Etüdenverfasser zur Unterstützung beim Kommentieren auf meinem Blog zu haben: Es mag an mir selbst und meinem Anspruch liegen, Leute auf eine Antwort auf ihre Kommentare ungern stundenlang warten zu lassen, aber 26 Tage lang hintereinander den Li-La-Launebär zu geben, unabhängig von meiner eigenen Gemütsverfassung, das ist nichts, was mir leichtfällt. Natürlich ist mir klar, dass ihr zum Teil gearbeitet habt und einfach nicht konntet.

Fazit: Es liegt an euch und an dem Interesse, dass ihr dieses Jahr den Etüden entgegenbringt, ob wir im nächsten Winter wieder Adventüden starten werden. Die Einzelheiten klären wir später, wie immer 😉

 

Jetzt aber los mit den neuen Etüden! Wie fast immer am Anfang einer neuen „Saison“ stammen die Wörter aus der Feder des Etüdenerfinders, der oft genug Wörter vorschlägt, die mir nie in den Sinn gekommen wären. Die Mails an die neuen Wortspender sind gestern Abend raus, checkt also bitte eure Postfächer!

Die Wörter für die Textwochen 01/02 des Jahres 2021 stiftete Ludwig Zeidler. Sie lauten:

Zetermordio
weichmütig
backen.

 

Zum ersten Mal in diesem Jahr mache ich euch auf den öden, blöden Etüden-Disclaimer aufmerksam: Die Headline für die Etüden heißt: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Eventuelle Inhaltshinweise (Triggerwarnungen) und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der zugehörigen Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt nicht auf die nächste Liste bzw. muss meckern, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig. Wer sich die Illustrationen herunterladen möchte, sollte sie vorher großklicken, danach kann man sie in der Regel downloaden und bei sich wieder hochladen.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 17. Januar 2021. Habt weiterhin ein schönes Wochenende und gute Einfälle!

 

abc.etüden 2021 01+02 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay

 

abc.etüden 2021 01+02 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay

 

Engelchen greift ein | abc.etüden

 

Er hasste sie mit Inbrunst, und das wollte etwas heißen, denn eigentlich war seine Welt behütet und Hass ein zu großes Wort für ihn. Er fand, dass ihr Geruch zwischen Tod und Chemie schwankte, was ihm zusätzlich Kopfweh verursachte. Da aber SIE so begeistert von ihr war, wurde ihm klar, dass er SIE vor dieser Bedrohung beschützen musste.

Ohne Rücksicht auf Verluste.

Und es musste sein, solange SIE noch keinen Verdacht geschöpft hatte und er sich noch frei bewegen konnte. Er schlief drei Tage lang schlecht und geisterte durch das Haus, aber dann hatte er die zündende Idee und wusste, was seine Aufgabe war.

Frühmorgens schnappte er sie sich, zog sie hinter sich her nach draußen über den Rasen und in das Gebüsch. Was er dort mit ihr tat, sah keiner; und als SIE erwachte, war längst wieder alles wie vorher. Scheinbar.

»Engelchen«, rief SIE nach ihm wie üblich, »Engelchen, mein Schatz, wo bist du?«, und er beeilte sich, war glücklich, zu IHR zu kommen; aber als SIE gewahrte, dass sie verschwunden war, war der schöne Frieden schnell vorbei. Es wurde auch nicht besser, als SIE sie nirgends entdecken konnte. Natürlich stellte er sich dumm, als er nach ihrem Verbleib gefragt wurde, lediglich als SIE den Verdacht äußerte, dass er sich vielleicht nicht besonders engelhaft verhalten hätte, musste er niesen, schämte sich und ging betreten weg.

Sie tauchte nicht mehr auf, und er dachte schon, SIE hätte sie vergessen.

Bis zu jenem Tag, an dem SIE die Brombeerhecke im Garten aberntete, stolperte und in das Kaninchenloch trat, in dem Engelchen, der Rauhaardackel des Hauses, die teure blonde Echtlanghaarperücke seines Frauchens vergraben hatte.

 

abc.etüden 2020 37+38 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 37/38.2020: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal aus der Feder des Etüdenerfinders Ludwig Zeidler, danke dir, Ludwig! Sie lauten: Idee, engelhaft, vergraben.

Ich bekomme momentan nichts Tiefgründiges hin, aber immerhin so was.
Diese Idee hier ist entstanden nach dem Beobachten eines Dackels, der so ziemlich alles über die Wiese zerrte, was nicht niet- und nagelfest war und von den dazugehörigen Kindern nicht gerettet werden konnte … 😉
Nein, Katzen tun so was nicht. Die lassen tun.

 

Ist da jemand | abc.etüden

 

»Na, Schnecke, alles okay?«

Seine Stimme reißt sie aus ihren trüben Gedanken. »Klar!«, beteuert sie mit Nachdruck, versteckt sich hinter ihrem engelhaftesten Lächeln und starrt ihn an. Ein fast unfehlbares Mittel, in Ruhe gelassen zu werden, wenn sie es einigermaßen durchhält.

Klappt bei diesem hier nicht. Er kennt sie zu lange.

»Schon gut, gib dir keine Mühe«, brummt er und lässt sich neben sie auf die Parkbank fallen. »Hätte ja sein können.«

Sie schweigt und schaut stur geradeaus. Normalerweise hätte sie jetzt auf dem Handy was gecheckt, aber nicht mal das will sie heute. Sie merkt, dass er sie ab und zu von der Seite ansieht. Er macht sich Sorgen.

»Hör mal, das ist ja nicht auszuhalten, so gesprächig bist du«, sagt er irgendwann. »Ich hab ’ne Idee: Komm mit, wir vergraben uns vor dem Fernseher, ziehen uns irgendwelchen Mist rein und saufen uns einen an. Ich schmeiß ’ne Runde Pizza.«

»Ich will Eis«, sagt sie.

»Kriegst du. Wir gehen beim Laden vorbei.« Er seufzt. »Liebeskummer? Familienpackung?«

Sie will nicken, unterdrückt es und zuckt stattdessen mit den Schultern. »Auch. Ach, alles.«

»Dann los.« Er steht auf, hält ihr die Hand hin und zieht sie hoch. Sie lässt es geschehen. »Kenne ich ihn? Einer aus der Clique? Wenn ich jemandem die Fresse polieren oder in Grund und Boden stampfen soll, sagst du Bescheid, okay?«

Sie kann nicht anders, sie muss lächeln. »Mach ich. Ist mit der Tussi von neulich was gelaufen?«

Er schüttelt den Kopf.

»Hätte ich dir da schon sagen können.«

»Halt die Klappe.«

»Weibliche Intuition.« Außerdem wäre ihr einzigartiger großer Bruder für DIE viel zu gut gewesen. Bestimmt.

Er legt seinen Arm um ihre Schultern, sie hängt den Daumen in eine seiner Gürtelschlaufen und schaut zu ihm auf. Er grinst sie an. Gemeinsam trotten sie davon.

 

abc.etüden 2020 37+38 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 37/38.2020: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal aus der Feder des Etüdenerfinders Ludwig Zeidler, danke dir, Ludwig! Sie lauten: Idee, engelhaft, vergraben.

 

Song zur Etüde: Adel Tawil – Ist da jemand

 

 

Zum Songtext bei songtexte.com

 

 

Die Erwachende (Miniatur II/II) | abc.etüden

 

Wo sind die Erinnerungen, von denen ich zehren kann? Blass sind sie alle und fade. Mein Herz, ach, es ist eine Rumpelkammer, ich ließ die Türen verrammeln, Licht, Luft und Freude ausschließen, redete mir ein, es sei zu meinem Schutz.
So wurde es wahr.

Aber alles hat seine Zeit und was war, muss nicht bleiben! Ich bin nicht ganz allein! Frühlingswind, herbei, steh mir bei! Mutvoll reißen wir die Fenster auf, die sich der Veränderung entgegenstemmen. Sonne, ich rufe dich zu Hilfe, leuchte uns und schenk uns deine Wärme. Regen, rausch hernieder, wir lenken dich herein und schwemmen alles hinaus, was den Fluss des Lebens behindert.
Ich wasche, ich putze, ich sortiere aus und räume um.
Ich weine. Ich lasse los.
Zeit vergeht.
Frieden zieht ein.
Im Baum vor dem Fenster singen Vögel.

Als es klopft, steht die Hoffnung im Türrahmen und überreicht mir ein Sträußchen Wiesenblumen, weiß, gelb, blau, lila, selbst gepflückt im frischen Grün. Eine dreifarbige Katze steht neben ihr, die wie selbstverständlich eintritt, sich auf den bequemen Sessel legt und einschläft, als sei sie nie fort gewesen.

Die Hoffnung lächelt und wirft einen Blick umher. „Willkommen zurück“, sagt sie sanft, umarmt mich kurz und ist so schnell wieder verschwunden, wie sie gekommen ist.

Die Katze betrachtet mich zufrieden und schnurrt.

 

abc.etüden 2020 15+16 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 15/16.2020: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Ludwig Zeidler und lauten: Rumpelkammer mutvoll, zehren.

Diese Etüde greift meine Miniatur von gestern auf: Die Verzweifelte (hier lesen). Wo aber gestern die Bewegung von außen nach innen gerichtet war, ist sie es heute von innen nach außen. Nein, sie setzt nicht exakt am gleichen Punkt an, ich bin nicht mal sicher, ob es noch die gleiche Protagonistin ist, die spricht …

 

Die Verzweifelte (Miniatur I/II) | abc.etüden

CN: Dies ist ein für mich unüblicher Versuch, eine Fingerübung (= Etüde). Lasst euch bitte versichern, dass das „Ich“ fiktiv ist und ich akut nicht in diesem Zustand bin, und seid gewarnt, falls ihr gerade auf Verzweiflung, Hilflosigkeit oder Traurigkeit empfindlich reagiert.
Morgen gibt es einen zweiten Teil.

 

Nein, nein, nein, ich halte es nicht mehr aus, keinen Tag länger! Ich kann diesen Scherbenhaufen nicht mehr ertragen! Die Verzweiflung zehrt an meinen Kräften, ich will nicht mehr, ich will weg, will hier raus, will fliehen … doch wohin nur, wohin? Warum hilft mir niemand? Ach, es gibt keinen Ort, der mich aufnehmen wird, mein Zuhause ist zerronnen, ich bin heimatlos.

Glücklich heißen sie mich, die glatten Gesichter ohne Gefühl, ich habe doch alles, behaupten sie, ich solle nur mutvoll zugreifen, das Schicksal würde sich schon beugen. Vielleicht bei ihnen, es gibt solche Menschen, die nicht zaudern, mir sind sie fremd.

Nichts davon trifft auf mich zu, jetzt, wo das Wesentliche fehlt. Zerbrochen ist das Leben, das ich mir errichtete, versäumt habe ich die Entscheidungen, die es zu treffen galt, weil ich die Wahrheit nicht erkannte. Nirgendwo war Rettung, und die Gefahr kommt immer näher …

Ich ziehe mich zurück und bleibe für mich, allein und aller guten Geister ledig, selbst die Katze ist hinausgegangen. Draußen ist es sternklar, drinnen ist es finster. „Sie sitzt schon wieder ohne Kerze in ihrer Rumpelkammer“, flüstern sie und stoßen sich bedeutungsvoll an, und ich schweige dazu, sie wissen es nicht anders.
Fensterlose Wände, an denen sich mein Atem bricht.
Hier tut mir nichts weh, hier ist es sicher. Ich verriegele die Türen meines Herzens und schließe die Augen, will nichts mehr wollen, lasst mich in Ruhe, lass es einfach vorübergehen …

 

 

abc.etüden 2020 15+16 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 15/16.2020: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Ludwig Zeidler und lauten: Rumpelkammer mutvoll, zehren.

OFF TOPIC: ACHTUNG, Etüdenschreiber*innen. Die Pings von WordPress kommen wieder mal nicht oder nur teilweise durch (Judith, deiner ist da), ich brauche von euch bei der Schreibeinladung einen Kommentar mit dem Link zu eurer Etüde! Danke!

 

Schreibeinladung für die Textwochen 15.16.20 | Wortspende von Ludwig Zeidler

Saisonstart/-wechsel ist’s bei den Etüden, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen; nicht nur steht Ostern ins Haus (huch? Ist irgendwem österlich?), nein, auch eine neue Runde Etüden startet, die bis Ende Juni gehen wird. Traditionsgemäß (na ja) eröffnet sie mit Worten, die diesmal der Etüdenerfinder beigesteuert hat, diese sind nicht im Geringsten österlich und wie üblich gern etwas ausgefallener.

Das heißt, ich werde in der nächsten Woche wieder die Wortspender auslosen und anschreiben. Dazu folgen jetzt alle die, die seit Januar zu uns gestoßen sind und mindestens zwei Etüden geschrieben haben: Ellen von nellindreams, Elvira vom Quilttraum, Judith von Mutiger leben, Lea von kommunikatz, Olpo von Olpo Olponator, Susanne von books2cats, Ulrike von Blaupause7. (Fehlt wer? Ich hoffe nicht.) In meinen Aufzeichnungen fehlen Ela von 365 Tage in Richtung 60 und Isabel, die Wortverzauberte, das kann aber mein Fehler sein.
Ihr alle, die ich jetzt genannt habe: Möchtet ihr auf die Liste der potenziellen Wortspender? Falls ja, müsst ihr bitte einmal per Kommentar nicken (bitte bis inklusive Mittwoch, 08.04.), denn dann habe ich es nach Datenschutzregeln, dass ich eure Mail-Adressen speichern darf, um euch anzuschreiben, falls ihr gezogen werdet (und NUR dazu). Die neue Saison geht bis Ende Juni, einmal Extraetüden sind drin, ich habe 5 Spenderplätze zu verlosen. Meldet euch bitte zuhauf.
Und ihr anderen: Jede und jeder, der seit Beginn des Jahres mehr als eine Etüde geschrieben hat, ist für die Verlosung drin im Topf, es sei denn, ihr hättet dem widersprochen.

Weitere Überlegung am Rande: Adventüden. Wie im letzten Jahr wäre ich auch wieder geneigt, für den Dezember Adventüden auszurufen. Könntet ihr euch jetzt, mitten in Corona, vorstellen, im Etüdensommerpausenintermezzo (also im Sommer) Adventüden zu schreiben, wo wir nicht wissen, ob wir im Advent Corona hinter uns gelassen haben werden oder mittendrin in irgendeinem Lockdown sitzen? Denkt mal mit, bitte, und sagt, wie ihr euch dabei fühlt.

Okay. Jetzt Statistik? Jetzt Statistik und Liste, wie immer, für alle, die vielleicht die eine oder andere Etüde verpasst haben und noch mal nachlesen wollen. Es wurden von 21 teilnehmenden Blogmenschen insgesamt 27 Etüden eingereicht, und das ist für eine einzelne Woche verdammt viel, wie ich finde – und ich finde das richtig gut! Vielen Dank an alle, die mitgeschrieben, mitgelesen, gelikt und kommentiert haben!

Checkt bitte, ob alles mit euren Links okay ist, und meldet Fehler/Fehlendes oder ob sonst was falsch ist – ich möchte keine*n vergessen.

Disclaimer: Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Inhaltshinweisen (CN/Triggerwarnungen, z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt.

Ulrike auf Blaupause7: hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier und hier
Yvonne von umgeBUCHt: hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Puzzleblume auf Puzzle: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier und hier
Werner auf Werner Kastens: hier und hier
Lea auf kommunikatz: hier
Bernd auf Red Skies over Paradise: hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier und hier
Ela auf 365 Tage in Richtung 60: hier
fraggle auf reisswolfblog: hier
Olpo Olponator auf olpo run: hier und hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Judith von Mutiger leben: hier
Tanja auf Stachelbeermond: hier
Ellen auf nellindreams: hier und hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier
Veronika auf vro jongliert: hier
Nina vom Bodenlosz-Archiv: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier

Nachzügler:  Isabel auf Wortverzauberte: hier

Die Wörter für die Textwochen 15/16 des Schreibjahres 2020 stiftete uns der Etüdenerfinder Ludwig Zeidler, der weiterhin nicht mehr bloggt – hallo, Ludwig! Seine Begriffe lauten:

Rumpelkammer
mutvoll
zehren.

 

Jaha, ich überlege auch, was der Unterschied zwischen „mutvoll“ und „mutig“ ist, außer dass ich finde, dass es schöner klingt. Nun denn.

Wir kehren wieder zurück zum öden, blöden Etüden-Disclaimer: Die Headline für die Etüden heißt: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Inhaltshinweise und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt nicht auf die nächste Liste, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 19. April 2020. Habt weiterhin ein schönes Wochenende!

 

abc.etüden 2020 15+16 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

abc.etüden 2020 15+16 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir