Vom Leben und vom Meer

 

Was ist des Menschen Denken? 

Was ist des Menschen Denken?
Ein Labyrinth voll Nacht!

Was ist des Menschen Können?
Ach, eines Kindes Macht!

Was ist des Menschen Wissen?
Von Deinem Meer ein Schaum,

Was ist des Menschen Leben?
Ein kurzer bunter Traum!

(Ludwig Bechstein, Was ist des Menschen Denken?, aus: Faustus. Ein Gedicht, Leipzig 1833, Online-Quelle)

 

Die Wasser tragen alles

Die Wasser tragen alles:
Leg’ nur dein Glück darauf!
Sie heben’s wie auf Händen
Zum Sternenlicht hinauf.

Die Wasser tragen alles:
Leg’ auch dein Leid darauf!
Sie tragen’s nach dem Meere
In nimmermüdem Lauf.

(Karl Ernst Knodt, Die Wasser tragen alles, aus: Von Sehnsucht, Schönheit, Wahrheit, 1910, Online-Quelle)

 

Woher? Vom Meer

Woher?
Vom Meer.
Wohin?
Zum Sinn.
Wozu?
Zur Ruh.
Warum?
Bin stumm.

Klabund, Woher? Vom Meer, aus: Das heiße Herz. Berlin 1922, Online-Quelle)

 

Ansichten von Büsum | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst vom Wochenende

 

ZUGABE: Aus aktuellem Anlass wieder mal ein Lieblings-Ohrwurm: Malediva – Fast schon das Meer sehen. Egal, ob ihr es kennt oder nicht: ENJOY!

Wenn man allein ist ist es ganz oft schwer den Lauf der Welt zu drehn
Dann braucht es einen der dir sagt: lass uns noch ein bisschen gehn
Denn von hier und hier von genau da wo wir stehn
Kann man fast schon das Meer sehn.

(Malediva, Fast schon das Meer sehen, Text steht unter dem Video bei YT)

 

 

Kommt gut in die neue Woche!

 

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Morgen ist morgen | abc.etüden

Nichts wie weg, möglichst schnell, sie musste einfach raus aus dem ganzen postfaktischen Mist, den ihr Noch-Ehemann gerade abzog. Gefühlte Wahrheiten, ha, nichts weiter als Schlammschlachten, die sich aneinanderreihten: Hatten sie so etwas nicht immer vermeiden wollen, warum, warum, warum nur tat es so weh? Wenn das neue Flittchen an seiner Seite ernsthaft als Alternative zu ihr geplant war, dann hatte er doch wirklich nichts Besseres verdient.

Sie stieg aus dem Auto, riss sich die Ballerinas fast von den Füßen und rannte barfuß auf das Wasser zu. Feiner, warmer Sand, der immer feuchter wurde, je näher sie dem großen Rauschen kam. Dann stand sie bis über die Knöchel in der Brandung, genoss den Wind von vorn, breitete die Arme aus, strahlte die Sonne an und leckte sich die Tränen aus den Mundwinkeln, die ihr heiß und salzig über die Wangen rannen. Es war so kitschig, dass es fast wehtat, und fühlte sich ungeheuer gut an. Sie atmete tief durch und beschloss, einen langen Spaziergang zum Leuchtturm zu machen, eine Sandburg zu bauen und zuzusehen, wie die Flut sie holen würde, und sich später den Bauch mit ihrem Lieblingseis zu verkühlen.

Der Mensch wird am Meer wieder zum Kind, dachte sie irgendwann. Und morgen war morgen und zum Glück noch weit weg.

 

lz abc.etueden schreibeinladung 1 jaecki lindenau 19.17 | 365tageasatzadayvisuals: ludwigzeidler

 

Für die abc.etüden, Woche 19.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Jaecki Lindenau aus Berlin und lauten: Meer, Mensch, Kind.

Das ist natürlich ein Problem, wenn man drei Wörter hört/liest, und dann spontan einen Satz im Kopf hat, der alle drei beinhaltet und so simpel ist wie meiner. Was also machen? In meinem Fall habe ich mich entschieden, noch neun Sätze um ihn herumzubauen: Wer sagt/denkt diesen Satz? Warum? In welcher Situation?

Und jedes Jahr wieder, weil ich es spontan im Kopf hatte und so mag, ein Lied (auch) zum Meer.
Malediva: Fast schon das Meer sehen …

 

 

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Das Meer sehen

Da schlug eben bei Ulli der Satz „Einmal im Jahr muss man das Meer gesehen haben“ bei mir ein, und ich nicke zustimmend (ja, gilt auch für mich, die Nordsee ist mein Meer, einer meiner Sehnsuchtsorte, es ist immer ein Feiertag, wenn ich dort bin, auch bei 10 °C und Wind und Regen) … und in meinem Kopf singen Malediva los: Fast schon das Meer sehen.

Wenn man allein ist ist es ganz oft schwer den Lauf der Welt zu drehn
Dann braucht es einen der dir sagt: lass uns noch ein bisschen gehn
Denn von hier und hier von genau da wo wir stehn
Kann man fast schon das Meer sehn.

(Malediva, Fast schon das Meer sehen, Quelle unter dem Video)

 

 

Ich wünsche euch einen beschwingten Tag, ob mit Meer oder ohne. Und falls ihr mögt, freue ich mich über eure Lieblings-Meer-Lieder.

 

Das Meer hören

Denn von hier und hier von genau da wo wir stehn
Kann man fast schon das Meer sehn.

(Malediva, aus: Fast schon das Meer sehn, (hier ist das wunderwunderschöne Video/Lied))

Auch der Hamburger, also in diesem Fall ich, ist nicht ständig an der See. Die Ostsee ist ca. eine Autostunde weg, die Nordsee etwas weiter. „Meer“ sagen wir sowieso nicht, wenn wir die Nordsee bzw. Ostsee meinen. Für Sehnsucht reicht es aber allemal, und schließlich haben wir die Elbe vor der Haustür, die zählt zum Thema Wasser und Fernweh auch.

Ich kann es kaum erwarten, wieder mal einen Tag am Wasser zu verbringen. Weg von allem, nur Wind und Wasser und hoffentlich Sonne. Und meine Gedanken. Und und und. Meinwärts. Durchatmen. Lächeln. Oder auch nicht. Dazu ein anderes Mal wieder mehr.

Daher, rechtzeitig für alle geplanten Strandspaziergänge (und nicht nur für die), die oberwichtige Frage:

Warum hört man im leeren Schneckenhaus das Meer rauschen?

Die Antwort kommt wieder von GEO.de.

 

Muschel im Sand – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

 

Das Meer sehn – Montag, 15. Dezember 2014

Wenn man allein ist ist es ganz oft schwer nur einen Schritt zu gehn
Wenn man allein ist denkt man oft: ich bleib jetzt einfach stehn
Wenn man allein ist ist es ganz oft schwer den Lauf der Welt zu drehn
Dann braucht es einen der dir sagt: lass uns noch ein bisschen gehn
Denn von hier und hier von genau da wo wir stehn
Kann man fast schon das Meer sehn

(aus: Malediva, Fast schon das Meer sehn, kompletter Text auf YouTube)

 

„Denn niemand kann allein die deutschen Winter überstehn“. Recht haben sie. Aber was soll man machen, wenn man das/den/die man will, nicht bekommen kann, und das/den/die man bekommen kann, nicht will? Herzen, übrigens auch Köpfe, sind unbotmäßige Organe, und so froh ich meistens darüber bin, so ist meistens eben nur meistens, gerade wenn alles um einen herum dunkelgrau ist. Und mal ganz ehrlich, da hilft auch weihnachtliches Glitzersilbergefunkel nicht. Mir jedenfalls.

Aber irgendwann, wenn ich durch damit und genervt von mir selbst bin, kommt irgendwer oder irgendwas von außen. Wie ich festgestellt habe, können das Freunde, ein Satz in einem Blog, eine Zeile in einem Buch/Film oder natürlich Musik sein, dir mir ins Herz geht und mich überzeugt: JA!
Und, wie ebenfalls schon häufiger festgestellt: ist die Entscheidung zum Weiterleben erstmal gefallen, kommt der Rest nach. „Kommen wir über den Hund, kommen wir auch über den Schwanz“, wie meine Mutter dann zu sagen pflegte (Erklärung zu dem Sprichwort hier). Ich hoffe bloß, dass das nicht wöchentlich wiederkommt.