Das Meer hören

Denn von hier und hier von genau da wo wir stehn
Kann man fast schon das Meer sehn.

(Malediva, aus: Fast schon das Meer sehn, (hier ist das wunderwunderschöne Lied))

Auch der Hamburger, also in diesem Fall ich, ist nicht ständig an der See. Die Ostsee ist ca. eine Autostunde weg, die Nordsee etwas weiter. „Meer“ sagen wir sowieso nicht, wenn wir die Nordsee bzw. Ostsee meinen. Für Sehnsucht reicht es aber allemal, und schließlich haben wir die Elbe vor der Haustür, die zählt zum Thema Wasser und Fernweh auch.

Ich kann es kaum erwarten, wieder mal einen Tag am Wasser zu verbringen. Weg von allem, nur Wind und Wasser und hoffentlich Sonne. Und meine Gedanken. Und und und. Meinwärts. Durchatmen. Lächeln. Oder auch nicht. Dazu ein anderes Mal wieder mehr.

Daher, rechtzeitig für alle geplanten Strandspaziergänge (und nicht nur für die), die oberwichtige Frage:

Warum hört man im leeren Schneckenhaus das Meer rauschen?

Die Antwort kommt wieder von GEO.de.

 

Muschel im Sand – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

 

Sterne wie Sand am Meer

Man sagt, es gäbe Sterne wie Sand am Meer. Ja, schon, aber wovon gibt es mehr, Sterne oder Sandkörner? Nein, das stammt nicht aus diesem (immer noch faszinierenden) Buch über absurde hypothetische Fragen (Randall Munroe, What if), über das ich hier berichtet habe. Diese Frage wurde gestellt (und beantwortet!) auf GEO.de, bei der Frage des Tages.

Ich will die Antwort nicht vorwegnehmen, hier könnt ihr selbst miträtseln:

Sterne wie Sand am Meer – wovon gibt es mehr?

Unglaublich, oder? Aber wenn mir jemand (hallo, Naturwissenschaftler, anyone?) sagen könnte, wie man auf diese Zahlen kommt, würde mich das schon interessieren.

 

Sandstrand an der Küste – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

Wasser zum Zweiten

Lieder wollte ich singen über die Schönheit und die Bedeutung des Wassers. Dann sagt eine Stimme „Mittelmeer“ und ich verstumme, weil mir die Realität auf den Kopf fällt und in den Ferienbildern Ertrunkene treiben. Ich denke an den Zeitpunkt zurück, als der SPIEGEL mit „Festung Europa“ titelte (das ist lange her, ich weiß nicht mehr wann), und ich begriff, dass meine Ideen über Freiheit, Gleichheit, Mitmenschlichkeit ziemlich elitär sind, weil ich als Europäerin auf der reichen Seite des großen Zauns geboren wurde … und ja, ich weiß, dass es auch bei uns viele Zäune gibt, es muss mich keiner erinnern.

Ich weiß nicht, was ich sagen soll, aber ich kann irgendwie auch nicht nichts sagen. Weder Politiker zu beschimpfen noch Petitionen zu zeichnen erscheint mir als gangbare Lösung für ein Problem, um nicht zu sagen für eine Konstitution der Welt, das/die um vieles größer als mein Einzel-Ich, sogar als mein Einzel-Staat ist. Dennoch: es ist nicht richtig. Ich bin furchtbar unglücklich.

 

Sturm hoch am Abendhimmel,

Zornigen Meeres Gesang –
Sturm auf dem Meer und Gedanken,
Viele Gedanken, so bang –
Sturm auf dem Meer und Gedanken,
Schwellnder Gedanken Klang –
Schwarzen Gewölkes Gewimmel,
Zornigen Meeres Gesang.

(Afanassi Afanassjewitsch Fet)

 

Sturmfront Nordsee – 365tageasatzadayQuelle: Ichmeinerselbst

 

Das Meer sehn – Montag, 15. Dezember 2014

Wenn man allein ist ist es ganz oft schwer nur einen Schritt zu gehn
Wenn man allein ist denkt man oft: ich bleib jetzt einfach stehn
Wenn man allein ist ist es ganz oft schwer den Lauf der Welt zu drehn
Dann braucht es einen der dir sagt: lass uns noch ein bisschen gehn
Denn von hier und hier von genau da wo wir stehn
Kann man fast schon das Meer sehn …

(aus: Malediva, Fast schon das Meer sehn, YouTube)

 

„Denn niemand kann allein die deutschen Winter überstehn“. Recht haben sie. Aber was soll man machen, wenn man das/den/die man will, nicht bekommen kann, und das/den/die man bekommen kann, nicht will? Herzen, übrigens auch Köpfe, sind unbotmäßige Organe, und so froh ich meistens darüber bin, so ist meistens eben nur meistens, gerade wenn alles um einen herum dunkelgrau ist. Und mal ganz ehrlich, da hilft auch weihnachtliches Glitzersilbergefunkel nicht. Mir jedenfalls.

Aber irgendwann, wenn ich durch damit und genervt von mir selbst bin, kommt irgendwer oder irgendwas von außen. Wie ich festgestellt habe, können das Freunde, ein Satz in einem Blog, eine Zeile in einem Buch/Film oder natürlich Musik sein, dir mir ins Herz geht und mich überzeugt: JA!
Und, wie ebenfalls schon häufiger festgestellt: ist die Entscheidung zum Weiterleben erstmal gefallen, kommt der Rest nach. „Kommen wir über den Hund, kommen wir auch über den Schwanz“, wie meine Mutter dann zu sagen pflegte. Ich hoffe bloß, dass das nicht wöchentlich wiederkommt.