Königin der Nacht | abc.etüden

Und, was hast du aktuell so auf dem Zettel? Was machst du abends so? Ist ja alles nicht so einfach, wenn man allein lebt, jetzt in diesen Zeiten, oder?«

Tja, meine Liebe, wenig. Danke, dass du nicht gefragt hast, wie ich meine Abende gestalte, das ist eins meiner absoluten Hasswörter. Ich inszeniere mein Leben nämlich nicht, schon gar nicht öffentlich. Ich arbeite tagsüber. Ich überlebe abends. Irgendwie. Gern gemütlich. Mit einem Buch, vor dem Computer, vor dem Fernseher, auch mit einem Glas Wein, wenn es keine bessere Gesellschaft gibt. Nein, das ist kein versteckter Hinweis auf ein Alkoholproblem, das könntest du wissen, wenn ich dich tatsächlich interessieren würde.
Ich habe nichts gegen dich, aber ich habe nicht mal Lust auf den Austausch von Belanglosigkeiten, und deine ach so bunte, fröhliche Patchworkfamilien-Fassade glaub ich dir eh nicht, ich bin nicht blind.

Ich entschließe mich, höflich auszuweichen.

»Ach, weißt du, ich habe eine alte Liebe wiederentdeckt. Ich gehe abends öfter mal rüber in die Nachtkönigin zum Billard. Und mit Petermann hinter der Theke kann man immer noch prima klönen.«

»Das ist bestimmt schön für dich. Ich muss jetzt nach Hause, ich bin heute mit dem Abendessen für die Familie dran.«

»Dann dir einen angenehmen Abend!«

Sie nickt mir zu und geht. Treffer, versenkt. Wusste ich es doch. Ich habe seit Jahren keinen Fuß mehr in diese Kneipe gesetzt, es stinkt dort bestimmt immer noch fürchterlich nach Rauch und nach Erinnerungen an unsere gemeinsame Jugendzeit. Billard war übrigens nie mein Ding.

Ob sie versteht, wie das ist, nie wirklich intensiv mit Kindern zu tun gehabt zu haben? Dass man es irgendwann gar nicht mehr will und schon bei dem Gedanken fremdelt, weil es einen überfordert? Vermutlich nicht. Vermutlich tue ich ihr leid. Vermutlich bin ich für sie irgendwie komisch.

Bin ich. Bin ich?


abc.etüden 2022 42+43 | 365tageasatzaday

Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

Für die abc.etüden, Wochen 42/43.2022: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Wortspende stammt dieses Mal von Monika mit ihrem Blog Allerlei Gedanken. Sie lautet: Billard, aktuell, gestalten.

Das ist eine reichlich fiktive Etüde, die sich aus Menschen, Beobachtungen und Sätzen zusammengefügt hat, die mir in der letzten Zeit so über den Weg gelaufen sind, und der Erkenntnis, dass manche Gräben verdammt tief sind, selbst wenn sie keine*r aufreißen wollte.

 

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Schreibeinladung für die Textwochen 42.43.22 | Wortspende von Allerlei Gedanken

Gehe ich um meinen Lieblingsteich, ist es wirklich Herbst, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen. Dennoch bin ich leicht irritiert, weil hier in meiner eher windgeschützten Wildnis die Bäume noch ziemlich grün aussehen, aber ich weiß genau: zwei, drei Nächte mit kalten Temperaturen, und damit meine ich mit Temperaturen um/unter 5 °C, und die Blätter werden auch hier fliegen … Stattdessen sind für Montag Temperaturen um die 20 °C angesagt, und ich habe mir verwundert die Ohren gerieben, als ich es gehört habe. Wie sieht es bei euch aus? Herbstlich? Ist es immer noch viel zu trocken?

Die Statistik vermeldet 28 Blogmenschen, die 53 Etüden beigesteuert haben, dazu gehört (zum Ende der Zählung) eine vom Schweizer Schreibenblog (da können evtl. später noch welche nachkommen, ich ergänze dann aber nur noch die Links). Die Etüdenmenge ist dieses Mal überwiegend Gerhard zu verdanken, der in seine philosophischen Gedanken mit Vorliebe die Etüdenwörter unterbringt und daher die Liste mit 10 Etüden anführt, gefolgt von einer stattlichen Anzahl Blogmenschen, die jeweils 3 Etüden beigesteuert haben: Gerda, Maren, Monika, Ulrike und Werner.
Außerdem möchte ich eine neue Mitschreiberin am Etüdenfeuer begrüßen, die sich bereits mächtig ins Zeug gelegt hat: 4 Etüden stammen von Petra mit ihrem Blog Petra schreibt – herzlich willkommen, schön, dass du hergefunden hast, ich wünsche dir auch in Zukunft viel Spaß! 😀

Vielen Dank wie immer an alle, die Lust hatten, mitzuschreiben und/oder mitzulesen, die gelikt und kommentiert haben! Vielen Dank speziell an Werner für seine Wortspende und seine oft sehr humorvollen Kommentare, und auch immer wieder meinen Extradank an jede*n von euch, den*die ich in den teilnehmenden Blogs getroffen habe und der*die dort kommentiert/mitdiskutiert hat. 😀👍

Wie immer bitte ich euch, die Liste zu kontrollieren, ob jede eurer Etüden dort verzeichnet ist oder ob euch sonst was komisch vorkommt. Ich trage gerne nach, wenn irgendwas nicht stimmt, und versichere wie jedes Mal, dass es keine böse Absicht ist. 😀

Disclaimer: Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Inhaltshinweisen (CN/Triggerwarnungen, z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt.

Bereit für eine frische Herbstliste? Hier kommt sie!


Karin von diesunddasundnochvielmehr in meinen Kommentaren: hier
Petra von Petra schreibt in meinen Kommentaren: hier
Petra auf Petra schreibt: hier, hier und hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Heidi auf Erinnerungswerkstatt: hier
Ulrike auf Blaupause7: hier, hier und hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier
Maren auf Ich lache mich gesund: hier, hier und hier
Werner auf Werner Kastens: hier, hier und hier
Tanja auf Stachelbeermond: hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier
Stefan auf Gelassen ausgebremst: hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier, hier und hier
Rika auf Rika liest: hier
Olpo auf olpo run: hier
Judith auf Mutiger leben: hier und hier
Kain Schreiber auf Gedankenflut: hier und hier
Monika auf Allerlei Gedanken: hier, hier und hier
Anna-Lena auf Meine literarische Visitenkarte: hier und hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier
Ellen auf nellindreams: hier
Friederike auf Friederike Schulz virtuelle Assistenz: hier
Rina auf Geschichtszauberei: hier
Puzzleblume auf Puzzleblume: hier
Doro auf DORO|ART: hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier
Gabriella Rauber auf Schreibenblog: hier

Nachzügler:
Katharina auf Katha kritzelt: hier


Die Wortspende für die Textwochen 42/43 des Jahres 2022 stammt von Monika mit ihrem Blog Allerlei Gedanken. Sie lautet:

Billard
aktuell
gestalten.


Ihr kennt das, es gilt der obligatorische Etüden-Disclaimer: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Eventuelle Inhaltshinweise (Triggerwarnungen) und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der zugehörigen Schreibeinladung finden kann (das ist diese hier), der kommt (höchstwahrscheinlich) nicht auf die nächste Liste bzw. muss meckern, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig. Wer sich die Illustrationen herunterladen möchte, sollte sie vorher großklicken, danach kann man sie in der Regel downloaden und bei sich wieder hochladen.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn euch was auffällt – ihr wisst ja.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 30. Oktober 2022. Ja, auch diesen Herbst spiele ich KEINE Extraetüden aus. Grund: So gewinnen noch zwei weitere Wortspender jeweils 2 Wochen Zeit für ihre Wörter, denn danach (letzter Novembersonntag = 1. Advent) beginnen bereits die Adventüden …

 

abc.etüden 2022 42+43 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

abc.etüden 2022 42+43 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

abc.etüden 2022 42+43 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Adventüden 2020 30-11 | 365tageasatzaday

30.11. – Weihnachtlicher Geist | Adventüden

 

Jedes Jahr gehen meine Freundin Anna und ich auf eine Weihnachtsfeier. Dabei zelebrieren wir das immer. Auf dem Weg zur Weihnachtsfeier des Vereins ist ein wunderbarer Rodelberg. Daher nehmen wir für den Hinweg einen Schlitten mit, sodass eine vergnügliche Schlittenfahrt vor uns liegt. Am Fuß des Berges sehen wir schon das Lichtermeer des Christkindelmarktes. Das ist unser Ziel. Hier treffen wir uns mit den Vereinskollegen. Jedes Jahr freuen wir uns schon auf das Treffen und das Wichteln.

Nach der Weihnachtsfeier gingen Anna und ich nach Hause. Das war natürlich anstrengender als zuvor, da wir die Schlitten den Berg hinaufziehen mussten.
Leider hatten sich in der Zwischenzeit Nebelschwaden gebildet, sodass der Weg unheimlicher geworden war, da wir durch unbewohntes Gebiet mussten. Wir waren froh, dass wir nicht alleine waren. Wir sahen plötzlich eine kopflose Gestalt vor uns auf einem Fahrrad. Mit Schrecken flüchteten wir ins Gebüsch. Da Schnee lag, wurden wir dort sehr nass. Als das Fahrrad weg war, gingen wir schweigend nach Hause.

Zu Hause erwartete ich meinen Mann, der mich mit einem Tee empfangen sollte, damit ich mich in der Kuscheldecke wärmen konnte. Doch es war niemand hier. Ich suchte verzweifelt nach einem Hinweis, aber er hatte keine Nachricht hinterlassen. Stunden später kam mein Mann nach Hause und sah mich völlig aufgelöst. Es stellte sich heraus, dass er uns aufgrund des schlechten Wetters mit dem Fahrrad entgegengekommen war. Er hatte den Kragen seines Mantels wegen des Wetters aufgestellt und jagte somit meiner Freundin und mir den Schreck ein. Wären wir stehen geblieben, hätten wir uns getroffen.

Als ich das am nächsten Morgen Anna erzählte, war auch sie erleichtert, da sie schon dachte, dass wir einen Geist gesehen hätten.

Autor*in: Monika     Blog: Allerlei Gedanken

 

Adventüden 2020 30-11 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Zum Thema Inhaltshinweise/CN/Triggerwarnungen in den Adventüden bitte hier lesen.

Nachdem viele Teilnehmer*innen und Leser*innen das Fetten der vorgegebenen Wörter als störend empfunden haben, wurde darauf verzichtet. In einem Text, der maximal 300 Wörter umfassen durfte, waren (mindestens) drei der folgenden fünfzehn Begriffe zu verwenden:

Etikett, Gin, Käsekuchen, Kuscheldecke, Lebkuchen, Lichtermeer, Märchenbuch, Minnesang, Nebelschwaden, Schlittenfahrt, Semmelknödel, Streicheleinheiten, Wichtel, Wunschpunsch, Zugvogel

Dieser Text erschien zuerst im Rahmen der Adventüden 2020, einem Projekt von »Irgendwas ist immer«.