Vom Wandern und der Zeit

Über den Bergen

Über den Bergen, weit zu wandern,
sagen die Leute, wohnt das Glück.
Ach und ich ging im Schwarme der andern,
kam mit verweinten Augen zurück.
Über den Bergen, weit, weit drüben,
sagen die Leute, wohnt das Glück …

(Carl Hermann Busse, Über den Bergen, aus: Gedichte, 1892, 4. erw. Auflage 1899. Online-Quelle)

Wanderung zur Nacht

Wenn ich in Nächten wandre
Ein Stern wie viele andre,
So folgen meiner Reise
Die goldnen Brüder leise.

Der erste sagts dem zweiten,
Mich zärtlich zu geleiten,
Der zweite sagts den vielen,
Mich strahlend zu umspielen.

So schreit ich im Gewimmel
Der Sterne durch den Himmel.
Ich lächle, leuchte, wandre
Ein Stern wie viele andre.

(Klabund, Wanderung zur Nacht, in: Lesebuch. Vers und Prosa, 1926, Beleg (Titel), Beleg, Online-Quelle)

Sterne wandern durch die Weiten

Sterne wandern durch die Weiten;
ferne Wasser singen sacht.
Möcht mein Herz mir schier entgleiten
in den Silberglanz der Nacht.

Menschenleid und Menschenfehle
sind so fern und erdenweit –
Gib, o Nacht, doch meiner Seele
deiner Reinheit Sternenkleid!

(Rudolf Koch (Wikipedia-Artikel), Sterne wandern durch die Weiten, Online-Quelle, bessere Quelle dringend gesucht!)

Morgen- und Abendopfer

Ein Tag, der sagt dem andern,
Mein Leben sei ein Wandern,
Zur großen Ewigkeit.
O Ewigkeit, so schöne,
Mein Herz an dich gewöhne,
Mein Heim ist nicht in dieser Zeit.

(Gerhard Tersteegen, Morgen- und Abendopfer (9. und letzte Strophe), Kirchenmusiker, aus: Geistliches Blumengärtlein, 1729, Online-Quelle)

 

Quelle: Pixabay

 

Wie immer: Kommt gut in und durch die neue Woche, und möge sie für uns alle sonnig und heiter sein … 😉