Tag 17 | 30 Days Book Challenge

 

17 Ein Buch von Deinem Lieblingsschriftsteller bzw. -schriftstellerin

Seufz. Ich weigere mich, irgendeinen absoluten „Liebling“ zu benennen. Weder Schriftsteller noch Genre. Bei Myriade in den Kommentaren las ich heute den Vorschlag, jemanden zu wählen, von dem man „richtig viele Bücher“ besäße. Und was ist, wenn besagter Liebling es in seinem Leben nur auf fünf Bücher gebracht hat? Da ist doch fast jede Fantasyreihe länger!

Da ich aber nicht schon wieder das Handtuch werfen wollte, habe ich mir eine meiner Lieblingsschriftstellerinnen ausgesucht, von der ich tatsächlich eine Menge Bücher besitze: die bereits schon mehrfach erwähnte Patricia A. McKillip (Wikipedia-Eintrag, weder in der deutschen noch in der englischen Wikipedia sind die Veröffentlichungen auf dem neuesten Stand), eine Fantasyautorin, die Romane und (meist längere) Kurzgeschichten schreibt, sehr zurückgezogen lebt und in schöner Unregelmäßigkeit Preise sowie Nominierungen abräumt.

Hierzulande ist sie am ehesten noch für die „Riddlemaster“-Trilogie (dt.: „Erdzauber“, im Original 1976–1979 erschienen) bekannt. Feine, leise Coming-of-Age-Fantasy, wo zwar reichlich viel passiert, aber Action-Fans dennoch nicht auf ihre Kosten kommen. High Fantasy halt. Auch wenn sie zuvor schon den World Fantasy Award gewonnen hatte, ist es ein frühes Werk, sie schreibt inzwischen anders, besser, wie ich finde. Leider gibt es auch hier Unschönheiten bei der Übersetzung: Die Ausgabe/Neuübersetzung von 2004 verändert willkürlich die Namen der Protagonisten und wird dem poetischen Schreibstil der Autorin weniger gerecht. Wenn ihr könnt (und mögt), greift auf die alten Goldmann-TBs (Übersetzerin: Mechthild Sandberg) zurück.

Aber sowieso ist es am besten, ihre Bücher im Original zu lesen, daher möchte ich euch eins nennen, das ich sehr liebe: „The Bards of Bone Plain“.

„Eager to graduate from the school on the hill, Phelan Cle chose Bone Plain for his final paper because he thought it would be an easy topic. Immortalized by poets and debated by scholars, it was commonly accepted-even at a school steeped in bardic tradition-that Bone Plain, with its three trials, three terrors, and three treasures, was nothing more than a legend, a metaphor. But as his research leads him to the life of Nairn, the Wandering Bard, the Unforgiven, Phelan starts to wonder if there are any easy answers…“ (Quelle: PenguinRandomHouse, hier klicken, dort gibt es auch eine Leseprobe)

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Auf der einen begegnen wir Phelan, der eine Bardenschule besucht und seine Abschlussarbeit schreiben muss. Er wählt die Geschichte von Nairn, dem berühmten Barden, und von Bone Plain. Angeblich ein leichtes Thema, an dem sich vor ihm schon Hunderte Schüler die Finger wundgeschrieben haben.
Die andere Zeitebene erzählt die Geschichte von Nairn, wie es dazu kam, dass er der wurde, der er war, und wie es zu dem Versagen kam, durch das er in die Geschichte einging („The Unforgiven“) und mit ewigem Leben gestraft wurde.
Im Laufe des Buches nähern sich die beiden komplexen Ebenen aneinander an, mensch bemerkt parallele Entwicklungen … und es endet mit einem großen, überraschenden Finale, ganz so, wie sich das gehört. Na ja, vielleicht nur so halb überraschend, schließlich spekuliert mensch ja schon die ganze Zeit, ob und wie – oder doch nicht.

Ich mag das Buch sehr und habe es schon ein paarmal gelesen, nicht zuletzt auch deswegen, weil mir die Übung im Englischen guttut – es ist nicht übersetzt. Wem Preise etwas bedeuten: Es war einer der fünf Finalisten des Mythopoetic Fantasy Award, den Patricia McKillip mit ihrem nächsten Roman „Kingfisher“ 2017 dann schließlich gewonnen hat. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte … 😉

 

Tag 17 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Mein Dank verfolgt unverdrossen Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen und die auch eine Teilnehmerliste führt.

 

Off topic: Adventüden (hier klicken): 4 bereits erhalten, 15 weitere Zusagen. Sehr schön! Weiter so!

 

Alltag | April

Alltag ist zurzeit, dass ich gefühlt durch meinen Tag hetze: Keine Zeit, keine Zeit! Termine, Deadlines, kann grade nicht, können wir das aufschieben, es ist noch so viel zu erledigen, was Priorität hat, ich will mir doch für das, was auch noch zu tun ist, Zeit nehmen können.

Und täglich grüßt das Hamsterrad.

Ich achte darauf, dass ich genug schlafe, indem ich nachts unter anderem die Unterbrechungen durch einen gewissen Herrn Fellträger zu reduzieren versuche („Geh halt raus und bleib da!“), was einfacher ist, seit es nicht mehr friert, und problematisch, wenn draußen Schneegriesel fällt wie im Moment. Ich bemühe mich ebenfalls, täglich an die frische Luft zu kommen, soll heißen, weiter als bis zum Briefkasten (Homeoffice kann echt hinderlich sein), aber ich HABE Deadlines (klingt viel schicker als „Termine“), die gehalten werden müssen, und es kann jederzeit irgendwas sein – auch das dürfte jede*r kennen.

Habe ich also ein Problem mit meinem Zeitmanagement? Nein, so überraschend sich das anhört. Meistens nicht. Ich habe ein Problem mit meinem Gefühl dazu. Ich habe nur das Gefühl, dass ich hetzen muss (weil ich nämlich oft so gar keine Lust habe; Druck ist auch Motivation) – und benehme mich entsprechend.

Ich bin ziemlich gut im Organisieren. Ich plane und mache viel auf die letzte Minute (eher Stunde), dann muss das natürlich klappen, dann darf nicht viel schiefgehen – aber ich habe meist eine Sicherheitsreserve an Zeit, damit ich tagsüber einkaufen gehen kann (echt ein Luxus) oder spontan mit der Nachbarin-Freundin bei einem Kaffee einen ausklönen kann. Ich halte meine Termine. Immer. Muss ja. Irgendwie.
Aber wenn ich den ganzen Tag konzentriert in den Rechner gestarrt habe, bin ich fertig mit der Welt und mag höchstens noch bisschen Blogs lesen und ein, zwei Runden Quizduell spielen, aber zu mehr reicht es dann nicht. Etüden schreiben? Andere Posts, so was wie diesen hier? Ha. Dann gehen nicht mal mehr Mails.

Ich bin ein Leser, kein Gucker, schon immer gewesen. Was also bei mir trotzdem fast immer geht, ist lesen. Analog. Und dann auch wieder, je nach Tagesform, etwas, was meinen Geist herausfordert … oder weniger. Da ich nicht über einen Reader oder über ein Tablet lese, besitze ich die Sorte Bücher nicht, die meist ausschließlich als E-Book verkauft werden – Schmonzetten und Schlimmeres oder Splatterthriller. Ich bin froh, dass ich nie zu den Bestsellerlisten-Lesern gehört habe, und was „man“ liest oder gelesen haben „muss“, nehme ich meist mit Verwunderung zur Kenntnis. Andererseits genieße ich es, mir aus den diversen Buchliebhaber-Blogs in meiner Blogroll Leseanregungen zu holen, und dass diese sich oft an den Neuerscheinungen und damit doch auch an dem „Muss“ orientieren, ist mir dann auch wieder egal.

 

Quelle: ichmeinerselbst

 

Immer noch dankbar bin ich dem Buchhändler in einem kleinen Antiquariat vor über 20 Jahren, der mir, die ich seine Fantasy-Ecke umgrub, ein Buch mit dem Kommentar: „Ich glaube, das könnte dir gefallen“, in die Hand drückte. Er hatte recht und unrecht zugleich: Das Buch entstammte der Feder einer meiner daraufhin erklärten Lieblingsautorinnen, Patricia A. McKillip, aber es war nicht die „Riddle-Master“-Trilogie, sondern eine Buchgemeinschaftsausgabe der „Vergessenen Tiere von Eld“ (zweites Buch von unten im deutschen Bild). Eld hat es nie auf meine Top-Ten-Liste geschafft, „Riddle-Master“ (ich finde, „Rätselmeister“ hört sich blöd an) sehr wohl. Da ihr Verlag häufiger gewechselt hat, was das Bild dokumentiert, und die neueren Bücher von PMK alle nicht mehr übersetzt werden (High Fantasy: ruhig, hintergründig und schön, der Fokus liegt auf der Entwicklung von Personen, nicht auf blutigen Schlachten; nein, keine Elben und keine Zwerge; sehr unzeitgemäß), lese ich sie auf Englisch und habe begonnen, sie zu sammeln. Sie schreibt keine Reihen, daher ist ihr Œuvre (ich habe ernsthaft erwogen, „Output“ zu verwenden) überschaubar, auch wenn es auf Wikipedia (deutsch und englisch) anders aussieht. Inzwischen gibt es auch ein sprachwissenschaftliches Buch über sie: „Patricia A. McKillip and the Art of Fantasy World-Building“. Ich habe noch längst nicht alle ihrer Romane (und wer sich über die Brüche in den Buchrücken mokiert: betrüblich, ja, finde ich auch, ist halt viel secondhand).

 

Tangram Quadrat | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst

 

Wenn ich mein Gehirn aus dem Hamsterrad befreien will und gleichzeitig nachdenken möchte, lege ich Tangrams. Händisch. Ebenfalls analog also. Ich weiß nicht, warum es funktioniert, aber es funktioniert. Das ist allerdings noch mal eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.

Liebe Ulli, vielen Dank, dass ich auch dieses Mal wieder meine Alltagsschilderung verspätet bei dir einreichen durfte!

 

Quelle: Ulli Gau

 

Schmöker, Krimi, Sachbuch

Was lest ihr gerade? Wenn ihr wie ich seid, was ich fast annehme, dann lest ihr mehr als ein Buch gleichzeitig. Also schlage ich folgendes Vorgehen vor:

1. Schnappt euch drei Bücher, die ihr gerade lest, schlagt sie auf Seite 135 auf, zählt den 9. vollständigen Satz ab und postet den 9., 10. und 11. Satz.
2. Nennt Autor und Titel.
3. Sagt zwei, drei Sätze zu diesem Buch, ob ihr es (bisher) mögt, ob ihr es weiterempfehlen würdet.

Und wenn ihr die Idee (so neu ist sie nicht) als Stöckchen weiterwerfen wollt, bitte, gern!

 

Los? Los! Hier sind meine aktuellen drei Bücher:

  1. „Ich hatte an jenem Nachmittag in einem Buch über Platon eine Passage über das Göttliche gelesen, und zwar daß die alten Griechen in Augenblicken furchterregenden Unheils oder unbändiger Freude, wenn alles im Leben plötzlich blendend aufscheint in einem fast unerträglichen Licht, das Empfinden von etwas Göttlichem, unkontrollierbar Übermächtigem haben und das dann als ‚der Gott‘ oder ‚ein Gott‘ bezeichnen, also im Singular. Gemeint ist nicht der unsrige, der ohne Artikel. Handelt es sich um Liebe, so ist es Aphrodite, hat es mit Kampf und Krieg zu tun, dann Ares.“
  2. Cees Noteboom, Briefe an Poseidon
  3. Mein erster Noteboom, und ich bin insgesamt sehr angetan von seiner Art zu schreiben, die Welt zu durchwandern und von den Sprachbildern, die er malt. Von Göttern, denke ich, versteht er allerdings wenig.

 


 

  1. „Sie sahen ihm bei der Arbeit zu, blieben ihm dicht auf den Fersen, sahen entzückt und verwundert, wie Steine unter seinen Händen erwuchsen, die vorher nicht dagewesen waren. Am späten Nachmittag, als er sein schweißnasses Gesicht gegen die Steine eines Torbogens drückte, spürte er die Berührung einer fremden Kraft. Er schloß die Augen und durchwanderte eine Stille, die ihm wohlvertraut geworden war.“
  2. Patricia A. McKillip, Erdzauber – Harfner im Wind
  3. Einer meiner Dauerbrenner, dieses Buch, geliebt, geliebt, geliebt. Wer High Fantasy mag, in der es keine Elfen und Zwerge geben und wo nicht andauernd gestorben werden muss, entdeckt mit dieser ganz eigenen Autorin eine sehr zauberhafte Welt und eine wunderbare Stimme. „Erdzauber“ ist eines ihrer Frühwerke (Ende der 70er), und ich würde Fantasylesern fast alles von ihr empfehlen.

 


 

  1. „Das gibt ihm zu denken. Denn in Wahrheit verhält es sich bei Hermann Hesse genau gegenteilig zu den Vorwürfen der Mutter. Er steckt, ebenso wie Helene Voigt, bevor sie Eugen Diederichs traf, fest im Panzer seiner Jungfräulichkeit, einer verordneten Leibfeindlichkeit.“
  2. Gunnar Decker, Hesse – Der Wanderer und sein Schatten, Biographie
  3. Mich hat Hesse beeinflusst, als ich ihn las, und ich habe ihn viel und oft gelesen, auch Materialien etc. Aber dann wurde anderes wichtiger; eine komplette Biographie über diesen besonderen Mann war bisher noch nicht dabei. Ich bin noch nicht sonderlich weit, aber es scheint mir, als hätte ich mit dieser hier einen sehr guten Griff getan.

 

Herz für Bücher – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay