Ein Regen ist kalt durch den Tag gegangen

Viel Wolken halten den Abend umfangen,
Viel dunkle Falten vom Himmel hangen.
Ein Regen ist kalt durch den Tag gegangen,
Und Stille macht Halt ernst ohne Bewegen.

Der Abend will sich gern niederlegen,
Die Berge reichen den Rücken hin,
Und jeder Stein will dem Dunkel sich bücken
Dem Abend und seinem geheimen Sinn.

(Max Dauthendey, Quelle)

 

Ein Tag für ein schwarzes Ach. Dennoch pluviophil, dennoch mit guten Nachrichten. Wünsche euch Besseres!

 

Regenfenster – 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst

 

Pluviodingsda Nachschlag

Obwohl es heute trocken und grau und recht mild ist, ein pluviophiler Nachschlag. Gestern überreichte mir in den Kommentaren die überaus geschätzte Frau Knobloch ein Zitat: „Wenn man die Augen zumacht, klingt der Regen wie Applaus.“ Urheber: Enno Bunger. Ich warf es schnellentschlossen in die Suchmaschine und erfuhr nicht nur, wer Enno Bunger ist, sondern auch, dass das Zitat aus dem überaus erfolgreichen Stück „Regen“ stammt.

Kein fröhliches Liedlein, zugegeben, es kommt sanft daher, geht tief und entführt (mich) in beklemmende Gedankenräume … aber so wunderbar besungen und instrumentiert. Wer es kennt, wird nicken, dem Rest sei es empfohlen. „Welche Farbe hat dein Frosch im Hals?“ …

Und nein, ich habe keinen Blues wegen Liebeskummer. Ich finds nur gut.

 

 

Auf Wörterjagd

Ich habe ein neues Wort gelernt: ich bin pluviophil, also jemand, der Regen liebt. Wobei ich, also ich persönlich, das für mich einschränken muss, da ich nicht gern nass werde, was angeblich dazugehört. (Vermutlich eine Verwandtschaft zwischen dem Fellträger und mir.)

Sucht man das Wort allerdings im Netz, wird man hauptsächlich im englischen Sprachraum fündig, und ich weiß eigentlich nicht warum, aber es macht mich misstrauisch (Deutsch, die Sprache der Dichter und Denker, richtig, mit ihren ganzen Lehnwörtern). Es ist eine lateinisch-griechische Zusammensetzung (wie der Urban Dictionary bemängelt, der das Wort scheinbar für nicht sehr seriös hält): pluvia = Regen, -phil = liebend. Pluviophilie = Liebe zu Regen. Und wo es -phil gibt, müsste es auch -phob geben, also jemand, der keinen Regen mag, jemand, der es hasst, nass zu werden.
Möglicherweise also einfach nur ein Spaßwort, eine eigenwillige Wortbildung, die Kreise zieht, weil sie sich so schön „wissenschaftlich“ anhört? Keine Ahnung, ich wüsste es gern. Auf jeden Fall regnet es heute hier, und mir macht der Gedanke Spaß, dass zu dem entspannten Gefühl, das mir der fallende Regen vermittelt, so ein schönes Wort gehören könnte.

Kommt gut durch den Tag!

 

Klammern bei Regen auf der Leine – 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst | Klick macht groß