Rosen | Sommer

Rosen

Ach, gestern hat er mir Rosen gebracht,
Sie haben geduftet die ganze Nacht,
Für ihn geworben, der meiner denkt –
Da hab’ ich den Traum der Nacht ihm geschenkt.

Und heute geh’ ich und lächle stumm,
Trag’ seine Rosen mit mir herum
Und warte und lausche, und geht die Thür,
So zittert mein Herz: ach, käm er zu mir!

Und küsse die Rosen, die er gebracht,
Und gehe und suche den Traum der Nacht …

(Thekla Lingen: Rosen, aus: Am Scheidewege, 1898, Quelle)

 

Sommer

Sieh, wie sie leuchtet,
Wie sie üppig steht,
Die Rose –
Welch satter Duft zu dir hinüberweht!
Doch lose
Nur haftet ihre Pracht –
Streift deine Lust sie,
Hältst du über Nacht
Die welken Blätter in der heissen Hand …

Sie hatte einst den jungen Mai gekannt
Und muss dem stillen Sommer nun gewähren –
Hörst du das Rauschen goldener Aehren?
Es geht der Sommer über’s Land …

(Thekla Lingen: Sommer, aus: Am Scheidewege, 1898, Quelle)

 

Da ich diese Schriftstellerin noch gar nicht kannte, hier ein Link zu mehr Gedichten und zu einer Kurzbiographie.

Die Rosen habe ich vor dem Regen in Planten un Blomen (hallo, Blumenmädchen), einem großen Hamburger Park, fotografiert. Kommt gut in die neue Woche!

 

Quelle: ichmeinerselbst *stolzguck*

 

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Von den heimlichen Rosen

Heute Morgen war mir mal nach Basteln, hatte ich doch neulich an einem Blumenstand eine so ungeheuerlich zauberhafte Rose entdeckt …

Es rost und rost in den Vorgärten und Hecken, wohin man schaut, und ähnlich wie das fliegende Volk taumele ich von einem Duft zum nächsten und schließe ab und an beseligt die Augen. Es ist einfach nur schön. Ich glaube, ich MUSS heute mit der Kamera raus, nachdem der Sommer sich anscheinend endlich entschieden hat, in den Norden zu kommen …

 

Von den heimlichen Rosen

Oh, wer um alle Rosen wüßte,
die rings in stillen Gärten stehn –
oh, wer um alle wüßte, müßte
wie im Rausch durchs Leben gehen.

Du brichst herein mit rauen Sinnen,
als wie ein Wind in einem Wald –
und wie ein Duft wehst du von hinnen,
dir selbst verwandelte Gestalt.

Oh, wer um alle Rosen wüßte,
die rings in stillen Gärten stehn –
oh, wer um alle wüßte, müßte
wie im Rausch durchs Leben gehen.

(Christian Morgenstern, Quelle)

 

Habt einen wunderschönen, geruhsamen Sonntag!

 

Rose Morgenstern – 365tageasatzaday

Quelle: ichmeinerselbst, siehe oben

 

Nur eine Rose

Nur eine Rose als Stütze … ich lese und schaue Hilde Domin, der Film („Ich will dich – Begegnungen mit Hilde Domin“) ist eingetroffen. Ein sehr berührendes Portrait.

Daneben habe ich die letzte Strophe des Gedichtes in eines meiner Fotos integriert. Ich bin mir unsicher, wie die Copyrightbestimmungen für Hilde Domin aussehen, daher verweise ich für das gesamte Gedicht sicherheitshalber hierhin.

 

Nur eine Rose als Stütze – Hilde Domin – 365tageasatzaday

Quelle: ichmeinerselbst

 

Valentinstag, Fasching/Karneval … falls ihr irgendwo unterwegs seid, habt Spaß und passt auf euch auf!

 

Rosen & Dornen – Dienstag, 4. November 2014

Der Optimist sieht eine Rose, nicht aber die Dornen.
Der Pessimist starrt auf die Dornen und vergisst die Rose.

(Khalil Gibran)

 

Ich hasse es, (mir selbst) immer wieder dasselbe zu predigen. Aber ich frage mich ernsthaft: warum sieht man anscheinend immer nur eine Seite? Ich bin emotional immer auf der Seite der Rose. Und dann erlebe ich mich dabei, auf die Dornen (wirkliche oder eingebildete) zu starren, bis ich fast durchdrehe. Gesund ist das beides nicht.

Gut, mein Sternzeichen verschafft mir da (manchmal) einen Vorteil: Zwillinge. Ich gebe dem einen die Rose, dem anderen die Dornen, und sehe ihnen beim Jonglieren zu. Idealerweise fördert das eine ganzheitliche Sichtweise. Manchmal führt es zu dornigem Blütenmatsch.

Wenn das Hirn versagt, hilft nur noch, auf das Herz zu achten. Oder den Bauch. Oder wie auch immer. Sozusagen die nächsttiefere/-höhere Instanz. Einen Schritt zurück, hinschauen, mit allen Sinnen wahrnehmen. Den Traum an der Realität messen. Das Kribbeln zulassen. Das Abenteuer des Lebens.

 

Rosen Dornen – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

Rose – Kohlkopf – Montag, 29. September 2014

Eine Rose riecht besser als ein Kohlkopf, gibt aber keine bessere Suppe ab.

(Jean Baptiste Molière)

 

Danke für die besorgten Blicke der letzten Tage, obiges ist mir schon klar.

Ich bin trotzdem für die Rose.

Ja, ich war schon immer so. Nein, das ändert sich auch nicht mehr. Gleichgesinnte willkommen!

 

Gelbe Rose – 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst höchstpersönlich. :-)

Stellt euch vor, die ROCH auch noch so gut!