Das Schöne vom Tag

Gelegentlich habe ich euch davon erzählt, dass hier auf meinem Lieblingsteich ein Schwanenpaar zu Hause ist, das in schöner Regelmäßigkeit im Vorfrühling brütet und meist so im Mai die lustwandelnde Spaziergängerschar mit Schwanenkindern (in der Regel 6 bis 10) in Entzücken versetzt. So weit, so normal, unten ein Foto vom letzten Jahr. Ihr erinnert euch?

Im Herbst sind die Küken so weit, dass sie sich allein durchschlagen können bzw. müssen. Irgendwann sind sie dann meist verschwunden, und es scheint so zu sein, dass der Schwanenvater sie einsammelt, damit sie eine Karriere als Alsterschwan machen und den dortigen Genpool bereichern. Wer mehr über das traditionelle Hamburger Schwanenwesen lesen möchte, kann hier schauen: offizielle Seite.

Dieses Jahr war kein gutes Jahr. Die Anzahl der Küken dezimierte sich rasch, bis es nur noch vier waren (von mindestens sieben im Mai), und irgendwann im Sommer fiel nicht nur mir auf, dass einer der Altvögel stark hinkte und hinter dem anderen mit den Küken weit zurückblieb. Das ist extrem ungewöhnlich, denn normalerweise gibt es die beiden nur im Doppelpack, wo der eine ist, ist auch der andere.

Nun kann alles der Grund sein. Das sind alte, erfahrene Schwäne, die wissen, wie sie mit freilaufenden Hunden (und Kindern. Und Grillvolk) umzugehen haben. Er/sie schien auch nicht sichtbar verletzt. Trotzdem war zu sehen, dass es nicht besser wurde (aber auch nicht schlimmer ) – und dann waren sie plötzlich weg. Alle. Beide Altvögel und die verbliebenen Jungvögel gleich mit. Das Hörensagen berichtete, dass der Schwanenvater sich gekümmert habe. Prima. Aufatmen.

Und heute … heute waren sie wieder da. In alter Schönheit zogen sie ihre Runden. Und ich hatte die Kamera dabei! Gut, ich habe nur einen das Wasser verlassen gesehen, aber das dürfte nur eine Frage von Tagen sein. Hach, ich bin froh, der Teich war echt leer ohne sie.

 

Quelle: ichmeinerselbst

 

Die Schwäne sind zurück!

Frühling, endlich und unwiderruflich, ist, wenn die Alsterschwäne wieder draußen sind. Hamburg hat, das wissen viele, nicht nur die Elbe, sondern auch diesen großen Teich in seiner Mitte, Hamburgs geliebte „gute Stube“: die Alster. Die Alster entspringt nördlich von Hamburg, verläuft durch das Hamburger Stadtgebiet und mündet dort in die Elbe. Seit 1190 ist in der Nähe des Rathauses der Flusslauf der Alster aufgestaut, er ist durch eine Brücke in in „Binnen-“ und „Außen“-alster unterteilt, der Fußweg um die weitaus größere Außenalster ist 7,4 km lang, gespickt mit Einkehrmöglichkeiten und beliebt bei Spaziergängern, Joggern und Gassigehern.

Die Schwäne sind in Hamburg eine amtliche Sache, gelten die Schwäne doch als Hamburgs lebende Wahrzeichen. Hamburg übernahm bei seiner Stadtwerdung auch das Privileg des eigenständigen Schwanenwesens und dokumentierte damit Freiheit und Unabhängigkeit. Noch heute heißt es, dass Hamburg den Status als Freie und Hansestadt nur so lange hält, wie es Schwäne auf der Alster gibt.

„Eine Abrechnung aus den Jahren 1591/1592 belegt, dass bereits seit mehr als 400 Jahren die Höckerschwäne auf der Alster auf öffentliche Kosten mit Getreidefutter versorgt wurden. 1664 stellte der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg die Vögel unter besonderen Schutz: es ist bei Strafe verboten, sie zu beleidigen, zu verletzen oder zu töten“ (Quelle: Wikipedia). Seit 1674 dokumentiert ist die Anstellung einer Person zur Betreuung der Schwäne, der sogenannte „Schwanenvater“. Spannender Job? Ja. Mehr ist nachzulesen auf der Webseite: alsterschwaene.de

Die Medien rücken meist im Herbst an, wenn die etwa 120 Schwäne eingefangen und in ihr Winterquartier im Eppendorfer Mühlenteich gebracht werden, oder eben im Frühling, wenn das Geschwader wieder die Alster bevölkern und im Alsterfleet Touristen glücklich machen darf. Und genau das ist Anfang der Woche passiert: Die Schwäne sind zurück. Jetzt kann das Jahr loslegen!

 

640px-Schwäne_auf_der_kleinen_Alster_in_HamburgQuelle: Wikipedia