Schweineteuer – saublöd

Im Radio nervt ein Werbespot mit schweineteuer. Warum es denn wohl schweineteuer hieße, es solle doch viel eher tigerteuer heißen, Tiger seien doch viel wertvoller als Schweine. Während ich da nur die Augen rolle und das lieber unkommentiert lasse, fand ich die Frage nach dem Schwein plötzlich ganz interessant. Ich nun wieder, ich weiß.

Was macht denn das Schwein bei schweineteuer, beziehungsweise die Sau, denn ich erinnerte mich schnell, dass ich ja auch noch sauteuer kenne?

Gesucht und schnell gefunden war auch eine Antwort: gar nichts. Sau- bzw. schweine- (letzteres ist die norddeutsche Nebenform) sind sogenannte „Präfixoide“ (Sprachelemente, die nicht im ursprünglichen Wortsinn gebraucht werden, sondern der positiven/negativen Verstärkung dienen), sagt das Wiktionary (Quelle und Differenzierung).

Okay. Aber warum kam nun gerade das Schwein ins Spiel, die arme Sau? Die negative Verstärkung (z. B. saudoof, saugrob, Sauwetter) ist überaus bekannt, denn, wie die GfdS zum Thema sau- schreibt: „Das Schwein bzw. die Sau hat als Haustier seit Urzeiten den Menschen begleitet, und aufgrund seiner Lebensweise und seines Verhaltens wird es oft als Symbol für Unreinheit, Schmutz, Gestank, ja auch Größe und Plumpheit betrachtet“ (Quelle).
Für die positive Verstärkung sind Begriffe wie saugut und Sauglück bekannt. Und Sauglück hatte ich, als ich auf einen Eintrag stieß, dass im Mittelalter das Ass (die höchste Karte im deutschen Kartenspiel) als Daus bekannt war – und auf dieser Karte war häufig ein Schwein/eine Sau abgebildet! So häufig, dass sich Schwein/Sau als Name für diese Karte durchsetzte, und wer diese Karte ausspielen konnte, hatte Schwein beziehungsweise Sauglück, denn es war eine Stichkarte, die sogar den König stechen konnte (Quelle) und damit zum Gewinnen verhalf.

Wie/warum nun das Schwein auf die Karte gelangte, ist nicht belegt. „Die Bezeichnung Sau stellt möglicherweise eine Verballhornung des Wortes Daus dar, und die Abbildung eines Schweines auf den Spielkarten bedeutet lediglich eine bildliche Darstellung dieser etymologischen Entwicklung“ (Quelle). Aber wenn nun diese Karte Gewinn/Überfluss bedeutete, könnte ich mir zumindest vorstellen, dass die Sau, die als gebärfreudig und wertvoll hoch geschätzt war (Quelle), ihren Weg auf die Karte fand, noch dazu, falls es wirklich sprachliche Überlappungen zwischen Daus/Sau gab.

Habt also ganz viel Schwein heute!

Hausschwein mit Ferkeln – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

As Schwein goes by

…. bleibt der Kater danach.

Liebes 2015, ab morgen feiere ich dich wieder mit, werde lachen, weinen, klagen, loben und lieben und meine Stimme für die Veränderung in die Waagschale werfen. Oder auch nicht. Ab morgen. Vielleicht auch schon ab heute Abend. Aber bis dahin kannst du erst mal ohne mich loslegen.

 

Berliner mit Schwein – 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst, und nein, ich hab ihn nicht gegessen

 

Singendes Schwein – Montag, 6. Oktober 2014

Versuche niemals, einem Schwein das Singen beizubringen, du verschwendest deine Zeit und belästigst das Schwein.

(Paul Dickson)

 

Auch wenn mir die Vorstellung des Versuchs ein entzücktes Grinsen auf das Gesicht treibt (bei anderen, versteht sich) – nein, kann man lassen. Was ich dagegen allerdings völlig faszinierend finde, ist, wie viele es versuchen. Ich natürlich eingeschlossen. Woher das kommt? Daher, dass man den/die andere/n nicht sieht, wie er/sie ist. Beziehungsweise ihn/sie nicht so sehen will.

Das nun wiederum kann ganz, ganz viele Ursachen haben, die dicke Ratgeberbücher und Psychologiebände füllen. Zu Recht, und ich will auch gar nicht darauf eingehen.

Allerdings: manche Leute SIND denkbefreite Idioten. Die wollen etwas nicht nur nicht verstehen, die KÖNNEN nicht. Echt nicht. Da hilft weder Psychologie noch der gute, alte Holzhammer.

Jede/r versucht vermutlich, erstmal sein Anliegen zu erklären. Sich verständlich zu machen. Geduld zu haben. Aber wenn man damit konsequent scheitert, wie z. B. mit dem Versuch, sagen wir mal, mir Theoretische Physik näherzubringen, dann ist es legitim, aufzugeben, sich einen Kaffee/ein Bier zu holen und was anderes zu machen.

Aufgeben ist in unserer Gesellschaft nicht wirklich hoch angesehen, schon wahr. Aber manchmal schont es einfach die Nerven. Auf allen Seiten.

In diesem Sinne: habt einen entspannten Montag! 🙂

 

Schwein Singen – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay