Das verflixte Siebte

Das war eine der Gelegenheiten, wo ich »einfach mal gemacht« habe. Heute. Vor sieben Jahren. »Ich zähl die Häupter meiner Lieben, und seh, statt sechse sind es sieben«, zitierte schon mein Vater eine »Glocke«-Parodie eines unbekannten Urhebers. Ja, hallo, ein Jahr älter, herzlichen Glückwunsch zum 7-jährigen Bloggeburtstag, lieber Blog!

Wie in den letzten Jahren möchte ich zuerst die Statistik updaten. Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, stehe ich eh nicht auf diese beweihräuchernden Jahresrückblicke zu Silvester, wo (fast) alle zu dem Ergebnis kommen, dass irgendwie alles doch toll war und mit guten Wünschen für das neue Jahr um sich schmeißen. Ich halte mich daher kurz.
Dieser Eintrag ist Nummer 1.357, vor diesem Eintrag hatte ich 57.127 Kommentare, wobei 24.282 von mir sind (meist antworte ich auf jeden Kommentar; der Rest dürften mehrheitlich Pings sein, kein Wunder bei den Etüden). Meine Follower-Zahl ist langsam, langsam über die 900 gerutscht (ohne Mail-Follower und ich selbst), wobei eine Menge davon nicht deutsch (oder wenigstens englisch) auf ihrem Blog schreibt. (Was wollen die bei mir? Ich bin dann immer gespannt, ob die bleiben: manche ja, andere nicht.) Die, die bleiben: HERZLICH WILLKOMMEN!

Wenn ich so über meinen Blog schaue, ist in diesem Blogjahr weniger passiert, als ich mir das gewünscht hatte. Okay, ich habe diese wunderbare und von mir sehr geliebte Zu Fuß unterwegs-Kategorie ins Leben gerufen, die momentan an Ergänzungen krankt: Nicht, weil ich nicht mehr unterwegs wäre, sondern weil ich in diesem Nicht-Sommer gefühlt ständig auf dem Elbdeich zwischen Over und Hoopte herumstapfe oder -sitze. Ist total hübsch, ich möchte es nicht missen, aber fototechnisch nicht sonderlich ergiebig, auch wenn ich mich an dem Kutter in Fliegenberg nicht sattsehen kann.

Geschrieben habe ich auch zu wenig. Das hat viele Gründe, leider ebenfalls private, aber es ist auch so, dass dieser »zähe Schleier« (danke, Maren), der gerade über allem und jedem liegt und nicht besser zu werden scheint, jedenfalls nicht in meiner Wahrnehmung, mich stark belastet. Ich finde keine Worte, mein Unwohlsein adäquat auszudrücken. Es ist nicht so, dass ich keine Freundlichkeit erleben würde, o nein, gar nicht, ich danke dafür, aber mir ist viel Fröhlichkeit abhanden gekommen. Auch Unbeschwertheit, falls ich das je war, und ja, früher hatte ich davon mehr, auch zu verschenken.
Da ich aber nicht aus Frust, Wut oder Häme schreiben kann, jedenfalls keine Geschichten, die mir am Herzen liegen, schweige ich mich öffentlich meist aus. Nun kann man nicht alles unbegrenzt aushalten, und ich erwarte, dass ich entweder irgendwann zusammenkrache oder explodiere, möglicherweise beides.
Ihr werdet es erleben.
Was ich echt bräuchte, ist Motivation für die Etüden über den Jahreswechsel hinaus. Interessieren sie euch noch, gerade ihr, die ihr schon lange mitschreibt? Oder wollen wir sie langsam einschlafen lassen – wenn es am schönsten ist, soll man gehen?

Ich freue mich nach wie vor, ein Teil eines Blogdorfs zu sein, aus dem sich in den ganzen Jahren mehr oder weniger intensive Kontakte wie auch schon mehrmals persönliche Treffen ergeben haben, ich würde und werde das wieder tun, mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Es spricht sich leichter und vertrauter, wenn man weiß, wen man vor sich hat – und es fühlt sich (auch ohne sich zu kennen) oft so an, unsere »Blogblasen« sind alles andere als anonym (auch wenn sie gefakt sein können, ich weiß, und sich sowieso jeder im besten Licht darstellt), auch wenn man das nicht mit echter Nähe verwechseln darf. Ich, die ich mir selbst predige, hier nicht mehr zu erzählen, als ich auch auf jedem Marktplatz erzählen würde, tappe in mein Bedürfnis nach Austausch manchmal ebenso hinein wie alle anderen, die auf Twitter ihre Kurzgedanken und auf Facebook/Insta öffentlich ihr Essen teilen (oder macht man das nicht mehr?) …

Nach welchen Kriterien folgt und entfolgt ihr Blogs? Nur nach dem Bauch und/oder nach eurem Interessengebiet? Ich folge in der Regel NICHT zurück, nur weil mir jemand folgt, sondern weil ich das mag, was auf diesem Blog geschieht – und das kann sich auch mal ändern. (Und wenn jemand innerhalb einer Minute bei mir 6 Posts likt, von denen ich weiß, dass man eigentlich länger für das Lesen von nur einem braucht, und ich denjenigen nicht mal kenne, dann gehe ich inzwischen oft nicht mal mehr nachsehen, wer das ist.) Dies hier ist ein Textblog, Freunde! Bei Fotoblogs sieht das bestimmt anders aus, unbenommen. Daher ist auch meine Blogroll überdurchschnittlich voll mit Buchblogs und/oder Schreibenden – und von denen folgen mir längst nicht alle.

Mich würden eure Ansätze, eure Meinungen, eure Erfahrungen zum Thema Bloggen interessieren. Mit welchen Vorstellungen habt ihr angefangen, wie hat sich das entwickelt? Habt ihr oder haben sich eure Erwartungen verändert?

Ansonsten nehmt euch gerne was zu trinken aus der unsichtbaren dickbauchigen Zauberkanne (Getränke nach Wunsch) und probiert die magischen Cupcakes (Farbwechsler, kann auch Schoko, zum Reinsetzen köstlicher Geschmack, null Unverträglichkeiten, selbstverständlich auf Wunsch vegan – und natürlich extrem kalorienarm und Low Carb. As you like it).

7 Jahre. Keine kurze Zeit. Ich freue mich.

(Adventüden: 20 bisher. Noch eine gute Woche. DANKE an die einen – und an die anderen: Hallo! Time fast over! NUR NOCH EINE GUTE WOCHE!)

 

7. Bloggeburtstag | 365tageasatzaday
Quelle: Foto von alleksana von Pexels

 

Adventüden 2019. Ein Fazit.

Schön war’s, oder?! Als Allererstes möchte ich mich bei euch bedanken, die ihr mitgeschrieben habt, ohne euch wäre eh nichts gegangen, dann bei der Gruppe unermüdlich Lesender, Likender und Kommentierender – es ist so eine Freude, dass ihr immer wieder bei mir auftaucht!
Na klar, als Gruppe der Schreibenden sind wir ziemlich unterschiedlich und decken eine große Bandbreite ab. Diese Vielfalt wurde immer wieder genannt und hat mich, ehrlich gesagt, auch ein bisschen gewundert – ich kann doch nicht die Einzige sein, die überall liest, wo Etüden auftauchen? Zudem habe ich immer wieder darauf hingewiesen, dass jede*r weiß, dass die Vorweihnachtszeit und speziell Weihnachten für viele eine schlimme Belastung darstellen und dass sich das ruhig in den Adventüden niederschlagen darf.

Wirklich total geflasht haben mich aber dann die vielen Wortmeldungen, die alle in die Richtung gingen, dass ihr euch morgens beeilen / euch darauf freuen / extra früh in den Blog schauen würdet, um das aktuelle Türchen des Adventüden-Adventskalenders zu lesen. HERZLICHEN DANK!!! Das ist natürlich genau das, was ich hören will und auch brauche und geht runter wie, äh, Lebkuchen.

Ihr habt vielleicht schon im Sommer mitbekommen, dass ich zumindest gelegentlich gern in meine Statistiken schaue. Ich dachte, dass es euch vielleicht interessieren könnte, wie denn die Adventüden so „performt“ haben. Erwartet habe ich, dass die frühen Adventüden viele Klicks haben und die späten wenige, auch, weil es ja auf Weihnachten zuging und alle gefühlt in Hektik waren. Das bestätigte sich höchstens grob als Trend. Seht selbst, hier sind die Top 5 mit der Anzahl Aufrufe.

 

TOP 5 Adventüden 2019 | 365tageasatzadayScreenshot; anklicken macht groß!

 

TOP 1: Myriade, 13. Dezember
TOP 2: Veronika, 20. Dezember
TOP 3: Bettina, 3. Dezember
TOP 4: Petra, 5. Dezember
TOP 5: Tanja, 1. Dezember

 

Was lernen wir daraus? 😉

  1. Nachdenkliche Etüden sind ganz vorne mit dabei (TOP 2 und 3)
  2. Austria rules! (TOP 1 und 2)
  3. Kein Mann unter den TOP 5 (ja, schon gut, die Plätze 6 und 9 gehen an Herren, ja, schon gut, ich wollte unbedingt einen dritten Punkt).

Myriades Etüde ist die einzige mit über 200 Aufrufen, TOP 6 ist knapp unter 150, und nur eine einzige Adventüde ist unter 100 Aufrufen geblieben. Wenn jemand von euch Mitschreibenden seine Platzierung wissen will, gebe ich gern Auskunft.

 

Danke für das immer wiederkehrende Lob, ich würde mir „so eine Mühe machen“. Na ja. Entweder man macht so was ganz oder gar nicht, das ist jedenfalls meine Meinung. Mit ein bisschen Organisation lässt sich der wirklich nicht geringe Zeitaufwand ganz schön verteilen, so waren zum Beispiel ALLE Adventüden-Beiträge vor dem Erscheinen der ersten bereits vorgeplant, wozu auch gehörte, dass die Grafik mit den sich öffnenden Türchen fertig gebastelt und eingebunden war – ich zeige euch das unten als GIF, ich hoffe, auf euren Bildschirmen bewegt sich was.

Die öfter erwähnte Tatsache, dass ich alles, was nicht niet- und nagelfest war, kommentiert habe, berührt eines meiner ehernen Blogprinzipien: Wer hier was schreibt, bekommt eine Antwort. Besonders, wenn der Kommentar ein (sinnvoller) Satz ist und nicht das dritte, fünfte, zehnte Herzchen, Blümchen, Sternchen, Kätzchen auf die längst schon von mir beantwortete Frage, wie es mir denn geht, den Wunsch nach einem guten Tag etc.
Manche finden allerdings den Punkt zum Aufhören nicht, habe ich den Eindruck, wenn sie immer eine Antwort bekommen. Sehr simpel: Es ist mein Blog, daher habe ich hier das letzte Wort, ihr könnt also aufhören, ohne unhöflich zu sein 😉

Warum mache ich das? Wenn ich auf einem Blog bin und eine Anmerkung schreibe, dann freue ich mich, wenn der Bloginhaber mir persönlich antwortet, sei es auch noch so klein und mein Kommentar noch so bescheuert, denn dann fühle ich mich gesehen. Und wo ich mich gesehen fühle, da komme ich gern wieder. Logisch, oder? Das ist also eine Frage von Höflichkeit, klar, aber auch eine Frage von so was Abstraktem wie „Leserbindung“. Und ja, ich betrachte meinen Blog inzwischen zu einem großen Teil als den „Etüden-Blog“, dass ich mich dem Projekt verpflichtet fühle, sollte jedem*jeder inzwischen aufgefallen sein 😉
Ich war/bin wirklich happy, wenn/dass ihr euch in meiner Kommentarspalte zum Beitrag unterhalten habt/unterhaltet, konkret jetzt bei den Adventüden, weil ich dann endlich auch mal nur mitlesen konnte. Kommentieren frisst viel Zeit, ihr wisst das selbst. Ich freue mich sehr über die Diskussionen, die in meinen Kommentaren zustande kommen, und versuche auch, mich rauszuhalten, wenn ich definitiv nicht gemeint bin, wobei ich das im Eifer des Gefechts manchmal erst zu spät mitbekomme/mitbekommen habe, das gebe ich zu.

Was die meisten interessiert zu haben scheint ist die Frage, ob wir so was noch mal machen. Ja, gern. Ich möchte das Ganze erneut als Teil des Etüdensommerpausenintermezzos starten, denn damit habe ich dann tatsächlich genug Vorlaufzeit, dass es nicht allzusehr in Stress ausartet. Wir können die näheren Umstände gern im Sommer im Vorfeld diskutieren: Zeitrahmen (was ist, wenn jemand gern mitmachen will, aber z. B. aus Krankheitsgründen nicht kann), Anzahl bzw. möglicherweise Auswahl/Losen/Laufzeit verlängern (was machen wir, wenn jetzt zum Beispiel 30 Leute mitmachen? Der klassische Adventskalender läuft vom 1. Dezember bis zum 24., und danach brechen auch bei mir die Aufrufe ein, weil auch ich zu Weihnachten und zwischen den Jahren eigentlich null Lust auf Blog habe. Ich freue mich auf eure Gedanken zum Thema).

 

Coming up next: Am Sonntag geht es mit den regulären Etüden wieder los.

 

Adventskalender-GIF | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir