Songs For Love

 

Heute mal keine Gedichte, dafür schicke ich euch mit drei Ohrwürmern (hoffentlich) in die neue Woche …

 

Bryan Adams, Rod Stewart, Sting – All For Love
1994. Soundtrack zur Verfilmung der drei Musketiere. Ach, so jung waren die alle mal …

Lyrics findet ihr hier auf songtexte.com: HIER KLICKEN

 

 

 

Phil Collins – Can’t Stop Loving You

2002. Auch noch bessere Zeiten für Mr. Phil.

Lyrics auf songtexte.com: HIER KLICKEN

 

 

 

 

Einer DER Klassiker schlechthin: Simon & Garfunkel – Bridge Over Troubled Water (Live)

Infos zum Song: Wikipedia
Lyrics auf der Website von S&G: HIER KLICKEN

Ursprünglich 1970 erschienen, ist dies eine späte Aufnahme, vermutlich aus den 2000ern, ich weiß es nicht, eine*r von euch vielleicht? Es wird behauptet, dies wäre DAS Lied von Simon & Garfunkel, ich teile diese Ansicht nicht, finde es aber in dieser winzigen Reihe überaus passend.

 

 

Es gibt aktuell eine Doku über Simon & Garfunkel auf arte – Simon & Garfunkel: Traumwandler des Pop (HIER KLICKEN) – bis zum 21.10.2020, dir mir den Anlass für diese Serie beschert hat. Wenn ihr Zeit habt, schaut rein, sie ist sehr sehenswert.

 

Was immer ihr gerade tut, kommt gut in und durch die neue Woche! 🙂

 

Von Feiern und Musik

 

Christbaumfeier

Piano, Geige: Hupf mein Mädel (forte),
Im Christbaum zucken gelblich ein paar Lichter,
Und an die Rampe tritt Kommis und Dichter
Und stottert stockend tannendufte Worte.
Man trampelt: „Bravo, Bravo“ mit den Füßen
Und prostet mit den Krügen nach dem Helden,
Indem sich schon zwei weiße Fräuleins melden,
Mit „Stille Nacht“ die Menge zu begrüßen.
Man säuft, man schreit, man giert und man verlost
Die Lebenslust – Rosa, unwiderstehlich,
Bringt lächelnd ihrem Buben bei (allmählich),
Daß er mich Papa ruft. – Na danke. Prost.

(Klabund, Christbaumfeier, aus: Morgenrot! Klabund! Die Tage dämmern!, 1913, Online-Quelle)

 

Bettellied/Christmas is coming

Weihnacht kommt näher
Die Gänse werden fetter
Gebt einen Groschen
Dem armen, alten Bettler!

Habt ihr keinen Groschen
Ein halber tuts zur Not
Und wenn ihr keinen halben habt
Dann helf euch Gott!

(Christmas is coming, altenglisch, Online-Quelle)

 

In die Zeit, als ich noch viel Sting gehört habe, fiel auch seine Weihnachtsplatte „If on a Winter’s Night“, die ich sehr mochte und immer noch höre. Darauf befindet sich ein Stück namens „Soul Cake“, das ich euch unten eingebunden habe, welches obigen Text enthält (die zweite Strophe).

Interessant finde ich den Wikipedia-Eintrag zu den Soul Cakes als Halloween-Tradition (hier lesen). Die Quellen des Liedes reichen zurück bis ins Jahr 1891/3, wobei Sting sich wohl wirklich Peter, Paul & Mary angeschlossen hat, denn er gibt deren Quelle bei sich ebenfalls an (im Original steht nicht „Till Christmas Time“ (was Sting singt), sondern „Till this time“ (Quelle: englische Wikipedia zu Soul Cake). Die englische Wikipedia weiß aber auch, dass schon 1893 Zeilen aus Weihnachtsliedern vorkamen (unter anderem obiges „Christmas is coming“, womit sich der Kreis schließt). Insgesamt ist der englische Beitrag zum Thema erheblich detailreicher und exakter, falls es euch interessiert und ihr des Englischen mächtig seid, lest den.

Wie ich beim Herumsuchen entdeckt habe, gibt es viele schöne Versionen dieses Liedes auf YT (nicht nur von Sting), sollte es euch gefallen, wünsche ich euch viel Spaß beim Herumhören!

Kommt gut in und durch die neue Woche!

 

 

 

 

Zwischenruf

Wettertechnisch ist es null weihnachtlich und Hamburg sowieso im Ausnahmezustand, der hohen Politik wegen … aber in meinem Kopf singt den ganzen Morgen schon dieses schöne, stille Lied …

 

 

„Gabriel’s Message“ ist ein ursprünglich baskisches Volkslied (Wikipedia, Text, beides englisch). Was ich nicht kannte, war die Version von Marillion.

 

 

Kommt gut durch den Tag!

 

 

An Englishman in Hamburg

Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf, die deutschen Fans werden auf Stings neuer „57th & 9th“-Tour nicht gerade mit Auftrittsorten überschüttet. Andererseits habe ich Sting glaube ich bei der „Sacred Love“-Tour (2004, Color Line Arena, sehr geil) zuletzt live gesehen, ich würde schon gerne mal wieder.

So würde sich das also ziemlich sicher anhören, wenn ich hinginge. Hm. Der Bataclan soll jedenfalls nach 30 Minuten ausverkauft gewesen sein.

Schnell gucken, ich bin nicht sicher, wie lange das Teil online bleibt!

 

 

Unkaputtbar?

Wir leben alle so, als seien wir unverwundbar oder unkaputtbar. Bis es zum ersten Mal irgendwo so richtig hinschlägt, Krankheit, Tod, bei uns oder bei anderen, und wir feststellen: Verdammt, da war doch noch was.

Dieses Jahr war eh schon heftig. Wo ich sonst mit dieser „WirdSchonGutgehen“-Glückshaut lebe und meine kleine heile Welt pflege, kommt es mir vor, als ob die Einschläge näher kommen und heftiger werden, egal, wo ich hinschaue. Das ist nicht nur nicht lustig, manchmal ängstigt es mich schier zu Tode, was natürlich auch nichts hilft.

Vor ein paar Tagen klingelt mein Telefon, und man überbringt mir die Nachricht, dass jemand, den ich kannte, sich umgebracht habe. Vermutlich habt ihr alle Menschen in eurem Bekanntenkreis, wo ihr spontan sagen würdet: „Der/Die? Selbstmord? Nie!“ Dies war so einer. Mitte Dreißig. Lebenslustig. Einer, der in seiner Arbeit aufging, und die war weder eintönig noch unterfordernd. Ein Verantwortungsträger, dessen Stimme gehört wurde. Mit beiden Beinen und beiden Armen, Herz und Kopf im Leben und in einem festen Glauben. Hilfsbereit. Freundlich. Zupackend. Verlässlich. Mit einem Familiengeflecht, einem Adressbuch und einem Bekanntheitsgrad im „wirklichen“ Leben, um das mancher professionelle Netzwerker ihn beneidet haben dürfte. Der? Sich umbringen? Nie!

Und jetzt ist er tot und alle, wirklich alle, mit denen ich darüber spreche, werden ein bisschen blasser und stiller und haben einen Kloß im Hals und schütteln verzweifelt den Kopf. Undenkbar.

Die Frage nach dem Warum ist ziemlich hypothetisch und wird vermutlich nicht beantwortet werden (ich weiß bisher nicht mal Genaues über das Wie), schon gar nicht öffentlich, wozu ich gehöre. Ist auch okay so. Man scheint von einer Kurzschlusshandlung auszugehen.

Trotzdem lässt mich das nicht nur mit der bitteren Erkenntnis zurück, dass man in Menschen eben nicht hineinschauen kann, dass es hinter dieser Schale eben immer noch eine/n gibt. Eine Binsenweisheit. Klar ist das so, man trägt nie immer alles nach außen.
Aber dieser Mann wurde geliebt. Warum hat er es nicht gesehen, warum hat er keinen gefunden, mit dem er sprechen konnte, sich öffnen konnte, warum konnte er nicht loswerden, was ihn so bedrückt hat, so bedrückt, dass, als dieser letzte Anlass kam, er das Fass zum Überlaufen brachte und ihn in den Tod trieb? Warum gab es für ihn keinen anderen Weg? Meine kluge Freundin sagte, dass er einer gewesen sei, der immer gegeben und niemals (auf jeden Fall nicht genug) genommen habe. Sie mag recht haben, mein Kopf versteht den Mechanismus, aber mein Herz spuckt weiter seine emotionalen Abers aus.

Aber das kann doch nicht wahr sein.
Doch.
AchAchAch.

 

 

On and on the rain will fall | Like tears from a star, like tears from a star | On and on the rain will say | How fragile we are, how fragile we are. (Sting, Fragile – offizieller Text hier)

(Immer weiter fällt der Regen, wie Tränen von einem Stern, wie Tränen von einem Stern. Immer weiter spricht der Regen davon, wie zerbrechlich wir sind.)

 

Adler im Flug – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

Now Winter comes slowly

Hier liegt Schnee und es ist reichlich kalt, ich weiß nicht, ob bei euch auch, aber auf jeden Fall ist mir heute danach …

 

Und dann, als ich nach dem Text gesucht habe, fiel mir auf, dass Sting hier Purcell singt, ein Stück aus „The Fairy-Queen„, und zwar aus dem 4. Akt …

 

Und hier der Text:

Now Winter comes Slowly, Pale, Meager and Old
First trembling with Age, and then quiv’ring with Cold;
Benumb’d with hard Frosts, and with Snow cover’d o’er,
Prays the Sun to Restore him, and Sings as before.

(Music by Henry Purcell, Lyrics by Thomas Betterton, Quelle)

 

(Nun kommt langsam der Winter, bleich, dürftig und alt,
Zuerst zittert er wegen des Alters, dann wegen der Kälte;
Steif von harten Frösten und mit Schnee überall bedeckt,
Betet die Sonne, ihn zu erneuern, und singt wie zuvor.)
(Übersetzung von mir, wobei mir nicht klar ist, worauf sich die letzte Zeile bezieht, kann mir da jemand helfen?)

Update: Ich habe jetzt das Libretto gefunden und den IV. Akt gelesen, ich glaube, man singt mit „him“ den lebensspendenden Sonnengott an, der in diesem Fall den Jahreskreislauf anschieben soll. Hm.

 

Vergesst das Staunen nicht!

Wenn das Haus durchsichtig wird, gehören die Sterne mit zum Fest.
(Hugo von Hofmannsthal, nach der Quelle fahnde ich noch)

Mir ist so unglaublich unweihnachtlich zumute. Liegt vielleicht am Wetter, ich weiß es nicht, auf jeden Fall kommt mir das allgemeine Christmas-Gesäusel so was von gründlich zu den Ohren raus. Natürlich freue ich mich auf die Feiertage, auf die „große Pause“ vom Alltag, auf die Zeit zwischen den Jahren mit viel Zeit für mich, auf den Jahreswechsel, der vermutlich bunt und abwechslungsreich wird und auf das langsame Hineingleiten ins neue Jahr. Das Radio spielt inzwischen gefühlt nur noch Weihnachtslieder, eventuell auch welche nur mit Schnee (was ist das?), ich hör schon fast gar nicht mehr hin.

Dafür haben wir zu Weihnachten Vollmond, was auch nicht so häufig vorkommt. Okay, der genaue Zeitpunkt ist mittags am 25., das heißt, dass morgens noch und gegen Abend schon ein Scheibchen fehlt (Quelle und mehr Infos), aber was solls. Schaut also mal hoch, wenn das Wetter mitspielt, und genießt die Schönheit und den Zauber unseres vielbesungenen Begleiters.

 

 

Das kluge Kind: „Kannst du einen Stern anrühren?“ fragt man es. „Ja“, sagt es, neigt sich und berührt die Erde.
(Hugo von Hofmannsthal, Hinweise zur Quelle wären sehr willkommen)

 

Mir bedeutet mein Blog, das Hineinschauen/-fühlen in andere Leben, der Austausch vor und hinter den Kulissen inzwischen sehr viel mehr, als ich vor anderthalb Jahren gedacht habe, als ich leichtfertig beschloss, Bloggerin zu sein. (Anders gefragt: Wer braucht schon Facebook, wenn er bloggen kann? ;-)) Dennoch war dies aus vielerlei Gründen nicht mein Lieblingsjahr und ich bin froh, wenn das Rad ein wenig weiterrollt und ich leichter atmen kann. Zumindest jetzt gegen Ende des Jahres kann ich sagen, dass ich etwas dafür getan habe, dass das auch passiert.

Von daher wünsche ich (und der leicht abgenervte Fellträger) euch friedliche und entspannte Feiertage, egal, ob und was ihr feiert, genießt die Zeit und möge es euch gut ergehen, bis wir uns wiedersehen, -hören, -lesen! Und hin und wieder haltet inne, werdet still, tretet vor eure innere Tür, blickt zum Himmel, ladet das Wunderbare ein und vergesst das Staunen nicht! :-)

 

Sternennacht – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

Gefühlslage: wässerig

Zwei Tage vor Nikolaus.
Ich vergrabe mich in den Regenwolken, die ums Haus wehen, und komme niiiiiiie wieder raus.
Oder vielleicht doch?
Niiiiiiie?
Ach, mal sehen.
Irgendwie bin ich heute nicht ganz hier.

„Regen und Tränen sind Ströme, die den Schmutz des Lebens wegspülen“, sagt ein unbekannter Autor. Na dann … dann ist es doch heute wieder mal Zeit für eines meiner Lieblingslieder in einer neuen Aufnahme, nämlich von Ende November diesen Jahres. Draufgeschaut und festgestellt: Selbst Sting wird alt. Ach jaaaaaaa. ;-)

 

 

Regentraum | Desert Rose

I dream of rain | I dream of gardens in the desert sand | I wake in pain | I dream of love as time runs through my hand
I dream of fire | Those dreams are tied to a horse that will never tire | And in the flames | Her shadows play in the shape of a man’s desire

(Ich träume von Regen | ich träume von Gärten im Wüstensand | ich erwache mit Schmerzen| ich träume von Liebe, während die Zeit mir durch die Finger rinnt
Ich träume von Feuer | diese Träume sind mit einem Pferd verbunden, das niemals müde wird | und in den Flammen | bewegen sich ihre Schatten spielerisch in der Form des Verlangens eines Mannes)

(aus: Sting, Desert Rose, Originaltext hier, deutsche Übersetzung von mir)

Okay, ich kann jetzt vielleicht nicht so wirklich behaupten, dass das ein Regenlied wäre, obwohl ich genau diese erste Zeile heute Morgen in meinem Kopf vorfand. Hier ist es immer noch heiß, obwohl wir gestern Abend ein Gewitter hatten und es auch abkühlte.

Was bei diesem Lied auffällt, ist Stings Zusammenarbeit mit einem arabischen Musiker, dem „Prince of Raï“, dem Algerier Cheb Mami. Und natürlich frage ich mich: was singt der denn da, ist das einfach Stings Text auf Arabisch?
Ist es nicht, Sting wusste am Anfang nicht mal, um was es ging (hier nachzulesen, Kommentar von Shinae Choi Robinson, fast ganz oben).
Ich habe auf der Seite von Songfacts in den Kommentaren (man kann nicht besser verlinken, scrollt also bitte nach unten) von Samiel aus Beirut einen sehr ausführlichen Kommentar/Übersetzung gefunden, aus dem ich zitiere: „what a long time its been (…) ive been looking/searching for my love and im searching for my love (…) my whole life is for you/with you (…) there is nobody else but you (…) oh just you you love just you“ (Was für eine lange Zeit das war … ich habe (nach) meine/r Liebe gesucht/Ausschau gehalten und ich suche meine Liebe … mein ganzes Leben ist für dich/bei dir … es gibt keine andere außer dir … oh, nur du, du Liebe, nur du (meine Übersetzung)).

Bisschen schwül, oder? Mein Ding ist es auch nicht so, aber es passt dann doch zum Wetter …. :-)
Zum Abkühlen vielleicht noch ein „harter“ Songfact zum Video am Rand: Dies war das erste Mal (März 2000, das Lied kam 1999 heraus), dass ein zeitgenössisches Lied in einer Autowerbung Verwendung fand (Jaguar S-Type). Der Deal war ein cleverer Schachzug von Stings Manager, und beide Parteien profitierten fett davon. Sting hatte übrigens für 2001 eine Festival-Tour mit arabischen Musikern in den USA geplant, die wenige Tage nach den Anschlägen vom 11. September starten sollte und daraufhin platzte.

 

 

Tag des Ohrwurms: Englishman in New York

Es gibt Lieder, die hört man und hört man und hört man … und hört sie sich über … und nach einer gewissen Zeit hört man sie wieder. Und wieder. Ich jedenfalls. Sting gehört für mich dazu, und einer seiner Klassiker ist Englishman in New York (Text hier, Übersetzung hier), dieses großartige Lied darüber, sich irgendwo fremd zu fühlen und Haltung zu bewahren.

Be yourself, no matter, what they say

(Sei du selbst, egal, was andere sagen) ist eindeutig eines meiner Lieblingsmusikzitate (Allgemeinplätze sind immer viel schöner, wenn sie jemand anders sagt), und

Manners maketh man

(Manieren machen den Menschen aus) musste ich erstmal nachschlagen (na schön, wer jemals in der Schule Shakespeare zu lesen hatte, dem dürfte „maketh“ nicht ganz fremd vorkommen), aber dass es noch älter ist und das Motto zweier Oxford-Colleges, nämlich des Winchester College und des New College, ist (deren Gründer der Zitaturheber, William of Wykeham (1324 – 1404), war), wusste ich auch nicht (mehr). Wobei man „Manners“ nicht mit „Tischmanieren“ gleichsetzen sollte, sondern eher mit „Kinderstube“, „Anstand“, (guten) „Umgangsformen“. Nachvollziehbar, gerade in England.

Für mich schlägt dieses Buch auch immer eine Brücke zu den von mir offen (und gar nicht verschämt ;-)) geliebten Lord-Peter-Wimsey-Krimis von Dorothy Sayers. Hach ja. Müsste ich auch mal wieder lesen, und sei es nur, um ein paar neue Zitate zu entdecken, mit denen Lord Peter seine Sentenzen immer spickt.

 

 

Tag des Ohrwurms: Whenever I Say Your Name

Na schön, dieses Lied stammt von einer CD, die „Heilige Liebe“ („Sacred Love“) betitelt ist, ich sollte mich also vielleicht nicht wundern, dass es sich inbrünstig und intensiv auf der Grenze zwischen Mensch und Himmel bewegt. Man kann es als beides lesen: das absolute Liebeslied, die absolute Verschmelzung und Vergötterung mit dem/des anderen … und die absolute liebende Vereinigung mit dem Höheren. Letzteres allerdings ist heutzutage eher weniger populär, im Christentum fällt es unter „Mystik“, im Islam unter „Sufismus“, im Osten gibt es bestimmt auch viele Namen dafür. Sting nun wiederum, der über viele Tellerränder geschaut hat, traue ich zu, das Lied mit Absicht genau da angesiedelt zu haben.

Whenever the sun refuse to shine, whenever the skies are pouring rain | Whatever I lost I thought was mine whenever I close my eyes in pain | Whenever I kneel to pray, whenever I need to find a way | I’m calling out your name

Wann immer die Sonne sich weigert zu scheinen, wann immer Regen vom Himmel fällt | was immer ich verloren habe, was ich mein glaubte, wann immer ich meine Augen vor Schmerz schließe | Wann immer ich niederknie zum Beten, wann immer ich einen Weg finden muss | rufe ich deinen Namen

(Sting, Whenever I say your name, Text hier, deutsche Übersetzung hier)

Ich habe keine Ahnung, warum sich dieses Lied bei mir zum Ohrwurm entwickelt hat, ich bin nicht der Typ, einen Liebsten derart anzusingen (leider), aber ich habe seit ein, zwei Tagen die großartige Mary J. Blige im Duett mit Sting im Ohr, und zwar die Stellen, wo sie gemeinsam singen, wo sie sich in die Höhen aufschwingt … Gänsehautfaktor.

Kennt ihr das auch mit Ohrwürmern? Wodurch werden sie bei euch ausgelöst?

 

Und weil es so schön ist: das Kontrastprogramm mit der ebenfalls wunderbaren Jo Lawry – ganz anders, nicht weniger gut:

 

Form meines Herzens

Nicht mein Tag. Es gibt diese Tage, da wacht man auf und denkt: was ist hier eigentlich plötzlich los? Heute platze ich vor innerer Unruhe, die alles zudeckt und macht, dass ich schwanke, ob ich losrennen oder mich verstecken will. Und warten, bis es vorbei ist. Der Fellträger verwandelt sich von einer Drinnen- in eine Draußenkatze, kann vor Kraft schier kaum laufen und will alles in Einzelteile zerlegen, was nicht rechtzeitig wegrennt, mich inklusive.
Frühling? Vielleicht. Heute nervt es mich auf jeden Fall. Gegen das innere Durcheinander hilft dann nur Musik zum Durchatmen aus der Lieblingskiste … und schon mal die Laufschuhe rauskramen.

I know that the spades are the swords of a soldier| I know that the clubs are weapons of war | I know that diamonds mean money for this art | But that’s not the shape of my heart

Ich weiß, dass Pikkarten Schwerter der Soldaten sind | Ich weiß, dass Kreuzkarten Waffen des Krieges sind | Ich weiß, dass Karokarten das Geld für diese Kunst bedeuten | Aber das ist nicht die Form meines Herzens

(aus: Sting: Shape of my heart, Text hier, Übersetzung hier)