Lange Nacht …

Gestern bekannte Hamburg nicht nur Farbe, gestern war auch die „Lange Nacht der Kirchen„, wo jedes Jahr viele Kirchen in ganz Hamburg ihre Pforten öffnen (nicht nur die Hamburger Hauptkirchen, wobei die m. E. deutlich am vollsten sind), um mit einem speziell gestalteten Programm (meist Konzerte, keine „klassischen“ Gottesdienste) Besuchern die Schwellenangst vor Kirchbesuchen zu nehmen. Das Programm ist riesig und fast unüberschaubar, die Menschen, denen ich begegnete, waren aufgeschlossen, neugierig und freundlich. Ich wollte dieses Jahr Taizé-Lieder singen, das hat (in drei von den sechs Kirchen, in denen ich war) auch geklappt und war sehr schön und feierlich.
Spätnachts wurde ich dann in St. Petri mit Bach auf der Orgel überflutet und in St. Katharinen mit „Der Mond ist aufgegangen“ und einem Segen zur Mitternacht nach Hause geschickt.

Nacht der Kirchen in St. Petri, Hamburg – 365tageasatzadayBeim Orgelkonzert in St. Petri, Quelle: ichmeinerselbst

 

Da ich mich aber sehnsuchtstrunken bisschen vom Taizé-Geist gestreift fühle (ich war 2009 und 2010 dort), möchte ich noch einen Trailer zu Taizé anfügen. Mir gefällt die englische Fassung besser als die deutsche, sie sind jedoch beide absolut hörenswert, die deutsche Fassung findet man hier. Man muss vielleicht nicht wirklich erwähnen, dass der Prior von Taizé, Frère Alois, Deutscher ist (in Stuttgart aufgewachsen), ich auf jeden Fall höre ihn gern Englisch sprechen … 😉 Zum Thema „Faszination von Taizé“ gibt es tonnenweise Videos, daher verlinke ich hier keins.

 

 

Dienstag, 9. September 2014

Im Leben geht es darum, die richtigen Fragen zu stellen und nicht dauernd Antworten zu geben.
(Martina Gedeck)

 

Eine Reisegruppe, in der ich mehrere Leute kannte, war eine Woche in Taizé. Heute Morgen fand ich mich im Verteiler einer Rundmail, in der sich eine (auf die Frage, was sie von Taizé mit nach Hause nähme) über das Essen beschwert hat (unter anderem, aber sehr massiv). Zugegeben, das kann man. Taizé hat eine Großküche, die mit einfachsten Mitteln arbeitet. „Naturbelassen“ ist dort höchstens Obst, der Rest wird mehr oder weniger zu Pampe verarbeitet (siehe Bild).

 

Der kleine Taizé-Gourmet-Führer - 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst | KLICK MACHT GROß

 

Was mich aber dennoch umtreibt, ist eine andere Frage. Taizé ist gut dokumentiert (offizielle Seite), was man dort erwarten kann (und was nicht), ist leicht herauszufinden (Erlebnisbericht eines nicht-jugendlichen Taizé-Fahrers), ich war vor ein paar Jahren selbst dort. Schlicht gesagt, man fährt nicht für das Essen nach Taizé.
Besagte Reisende ist also an eine persönliche Grenze gestoßen. So was passiert. Aber was hat sie vom Zauber von Taizé begriffen, wenn das Essen für sie so ein Thema war?