On the Road Again ;-)

Es ist eine beklagenswerte Tatsache, dass ich momentan häufig zu lustlos bin, meine Runde um den Teich bzw. durch die Schrebergärten zu schaffen. Was mir jedoch nicht fehlt, ist die Motivation, am Wochenende glücklich grinsend durch die Gegend zu stapfen, auch gern länger, irgendwo, wo keine Maskenpflicht herrscht. Wenn ich die Tour aber schon mal hier dokumentiert habe, dann spare ich mir in der Regel den Bericht dazu, es sei denn, ich hätte was Neues entdeckt. Glaubt also nicht, dass ich nur auf dem Sofa sitze, auch wenn ich diesbezüglich nichts schreibe.

Vergangenes Wochenende bin ich endlich mal wieder auf unbekannten Pfaden gewandelt. Nachdem ich das Wochenende zuvor noch einmal von Undeloh zum Wilseder Berg spaziert war (Erstbesteigung: hier lesen), lautete der Plan dieses Mal, von Oberhaverbeck über den Wilseder Berg nach Wilsede und von dort über den Totengrund und Steingrund zurück nach Oberhaverbeck  lustzuwandeln. Dazu fand ich im Netz auch einen Routenvorschlag, aber im Grunde genommen gibt es in der Lüneburger Heide SO VIELE gut ausgeschilderte Wanderwege, dass man das eigentlich nicht braucht, wenn man einigermaßen die Orientierung (und Netz) hat.

Quelle: ichmeinerselbst unter Verwendung einer Karte von OpenStreetMap, Anklicken macht groß

 

Die Lüneburger Heide ist karg, aber echt schön, auch wenn sie nicht blüht. Außerhalb der Saison dort zu sein hat den Vorteil, dass relativ wenig Leute unterwegs sind, selbst bei strahlendem Sonnenschein – und ich weiß, siehe letztes Jahr, dass sich das sehr schnell ändern kann. Auch in Oberhaverbeck gibt es übrigens Pferdekutschenplätze (nicht besetzt), und am Parkplatz befindet sich ein großer Verkauf für Felle und Porzellan (offen am Wochenende!) und Verpflegung, momentan natürlich to go.

Was soll ich sagen, es war großartig. Der Weg durch die rostbraune Heidelandschaft (mehr Infos) Richtung Wilseder Berg katapultierte mich von einem Entzücken ins nächste. Hügel reihte sich an Hügel, es ging stetig unmerklich aufwärts, der Himmel war hoch, die Sonne war warm, der Wind war kühl, die Wege waren befestigt und knochentrocken – und die Birken blühten, und nicht nur die.

Der Wilseder Berg ist leicht zu erkennen, wenn man von Südwesten kommt, er ist nicht nur der höchste Hügel, sondern auf dem Plateau steht diese prägnante, ausladende (noch unbelaubte) Gipfelbuche, ihr könnt sie auf zwei Fotos bewundern. Oben angekommen habe ich die Gelegenheit genutzt, über die Ebene zu fotografieren, aus der wir kamen, schlechte Idee, weil gegen die Sonne, aber was solls, ich mag diesen Weg, der sich da wie ein Band windet.

Quelle: ichmeinerselbst, Anklicken macht groß

 

Nach einer Trinkpause war Wilsede das nächste Ziel. Der Heideort Wilsede liegt idyllisch und ist autofrei und eigentlich ein fürchterliches Touristenkaff (hier mehr dazu), aber tatsächlich klein und gut gemacht. Und da Touristen aus den bekannten Gründen gerade Mangelware sind, waren wir froh, immerhin an zwei Stellen geöffnete Gastronomie (und Toiletten) entdecken zu können. Gestärkt zogen wir von dannen Richtung Totengrund und begegneten zuerst allerdings zu meiner großen Freude einer Heidschnuckenherde (mit Schäfer, zwei Hunden und ein paar Ziegen). Mehr Heidekitsch geht ja kaum, es sei denn, die Heide blüht.

Quelle: ichmeinerselbst, Anklicken macht groß

 

Aber auch der Totengrund, dieser mysteriöse Talkessel, wäre schon allein einen Ausflug wert: Es heißt, dass man ihn umrunden könne, und ich glaube, das kommt auf meine Liste möglicher Ausflüge. Schaut mal hier rein, ist das nicht zum Niederknien schön? Ich habe jedenfalls die obligatorischen Fotos am Rand geschossen, mich fürs Erste ab- und auf reichlich schmalen Pfaden dem Steingrund zugewendet, was nichts weiter als der Talkessel nebenan ist. Laut Karte vermute ich, dass wir auch an dem nur entlanggewandert sind, was allerdings nichts machte, so langsam war es Zeit, intensiv an den Rückmarsch zu denken 😉

Quelle: ichmeinerselbst, Anklicken macht groß

 

Nachdem wir dank Google Maps und der Beschilderung im Wald gelandet waren, gerieten wir bei dessen Durchquerung  auf die schnurgerade Verbindungsstraße zwischen Wilsede und Oberhaverbeck. Doof zu laufen (altes Kopfsteinpflaster), aber vertrauenerweckend, und ab dem Waldrand hatte ich schon wieder das Gefühl zu wissen, wo ich war.

Trotzdem war ich froh, auf dem Parkplatz ins Auto fallen zu können und nicht mehr laufen zu müssen. Nein, keine Blasen, mir taten einfach nur die Füße weh, und später hab ich auch die Waden gemerkt. Die Statistik (meine beiden Schrittzähler) sagt, dass ich mit 18.123 Schritten zwischen 11,78 und 12,33 Kilometer gegangen sei, was prima ist und eine Hausnummer, bei der ich mich öfter bewegen möchte.

Fazit: Die Lüneburger Heide ist eine einladende Gegend, die auf mich sehr anziehend wirkt, ich hätte mich schier totknipsen können und möchte da wirklich gerne bald wieder hin.

Und oh: Werbung aus Begeisterung, NICHT gegen Bezahlung oder irgendwelche „geldwerten Vorteile“.