Das Schöne vom Tag

Die Walnüsse sind reif. Zumindest, wenn man den Eichhörnchen glaubt, die meinen Baum bevölkern und die Nüsse klauen. Es sind mindestens zwei, ein schwarzes und ein rotes. Können auch mehrere rote sein. Ich bin gespannt, ob sie mir eine wenigstens übriglassen.

Dazu muss man wissen, dass es eh nicht viele gibt. Der Baum ist Anfang 2018 radikal gekappt worden – er ist krank, es war viel totes Holz drin, er hatte die Jahre zuvor immer weniger getragen, ich hatte schon Sorge gehabt, Klimawandel, Stürme etc. Mit viel Herumbetteln hat man wenigstens den Stumpf stehen lassen: ca. 4 Meter hoch, eine Gabel, ein paar dicke Enden. Für den Fellträger, der darauf herumklettert. prima. Letztes Jahr im Winter sah es ziemlich schaurig aus, ich erinnere mich ausnehmend ungern.

Der Baum ist tot, es lebe der Baum! Man hatte es ihm offensichtlich nicht gesagt, wie er sich zu verhalten hatte, tot und so. Der Baum trieb im Frühling an mehreren Stellen kleine Zweige und versah sie mit Blättern. Dieses Jahr gab es nicht nur mehr Zweige, die Zweige hatten auch Blätter und Blüten. Und, wie es sich herausstellte, der Baum setzte Nüsse an!

Nun sind die Eichhörner wieder im Start, die nicht nur die Haselnüsse klauen, sondern natürlich auch auf die Walnüsse scharf sind. Wie gesagt, ich bin gespannt, ob ich eine abbekomme. Höchstens, wenn der Zweig zu dünn ist. Aber kann ein Zweig für ein hungriges Eichhörnchen zu dünn sein, das sich (siehe Fotos) kopfüber herunterhängen lässt, um sich eine Nuss zu angeln, sie von der grünen Schale zu befreien und dann damit abzuhauen?

Und, ihr seht es: Auf dem vorletzten Foto ist EICHHÖRNCHENSPUCKE (Schale in freiem Fall, echte Bewegungsunschärfe)! YES! Ich gebe zu, das war Glück.

 

Quelle: Ichmeinerselbst hinter der nicht besonders sauberen Glasscheibe

 

Herbst ist …

Rot wird das Laub am wilden Wein,
Die Luft geht schon so herbstlich kühl.
Das Eichhorn sagt: „Jetzt fahr‘ ich ein;
Schon lose wird die Nuß am Stiel,“

(aus: Johannes Trojan, Herbst, ganzes Gedicht hier)

Herbst ist, wenn die Nüsseklauer über den Walnussbaum toben, wenn es draußen keckert und Schalen auf den Boden knallen, wenn der Fellträger völlig irritiert und eingeschüchtert reingeflitzt kommt. Von Herbstfärbung kann hier noch nicht die Rede sein, aber die Eichhörnchen, oh ja, die sind sehr eindrucksvoll zu Gast. Eines hab ich mit der Kamera erwischt, ich hatte aber schon bis zu drei gleichzeitig hier …

Habt einen sonnigen Freitag und kommt gut ins Wochenende!

 

Eichhörnchen mit Walnuss – 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst

 

Sonntag, 31. August 2014

Draußen schmeißt meine Walnuss im Spätsommerwind die ersten gelben Blätter und die ersten Nüsse. Werden sowieso nicht viele dieses Jahr, es gab kaum Blüten im Frühling. Ich begrüße jeden Tag begeistert meine/n Nüsseklauer (ich hab keine Ahnung, ob es nur einer ist, vermutlich eher nicht). Wenn draußen Alarm ist, weiß ich, dass Feind Nummer eins, mein Kater, gesichtet wurde. Er kann der Verlockung nicht widerstehen, dann mal schnell aufzuentern („Irgendwann krieg ich ihn!“), und ich kann der Verlockung nicht widerstehen, zur Kamera zu greifen. Meiner Meinung nach hat er nicht die geringste Chance, und das beruhigt mich um der fleißigen und ach so süüüüüüüüßen (‚Tschuldigung) Nüssesammler Willen.

 

Eichhorn im Baum – 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst

 

Und eins noch zum Thema Nüsse – oder auch nicht ;-)

„Mein Kind, es sind allhier die Dinge, // Gleichwohl, ob große, ob geringe, // Im wesentlichen so verpackt, // Dass man sie nicht wie Nüsse knackt. // Wie wolltest du dich unterwinden, // Kurzweg die Menschen zu ergründen. // Du kennst sie nur von außenwärts. // Du siehst die Weste, nicht das Herz.“
Wilhelm Busch: Schein und Sein (Bd. 4, Historisch-kritische Gesamtausgabe, herausgegeben von Friedrich Bohne. 4 Bände, Wiesbaden und Berlin, 1960)