Great Wide Open | abc.etüden

Wo soll das alles nur enden?«, hatte die Oma früher immer gefragt, und er hatte sich daraufhin regelmäßig verkrümelt, weil er diese ängstliche, fast weinerliche Stimmung nicht aushalten konnte. Vielleicht müssen Frauen so sein, hatte er gedacht.
Es hatte ihn nicht weiter berührt, er war darüber hinweggegangen, weg von zu Hause, into the great wide open, was sollte schon sein, gut würde es werden, er war jung und doch ein anständiger Kerl, oder? Was brauchte es mehr? The future was wide open, und die Alte sollte ihre düsteren Prophezeiungen ruhig stecken lassen.

Out in the great wide open, a rebel without a clue? Inzwischen verstand er sie besser, die Oma. Manches, was man wusste, konnte man nicht mehr vergessen, und es färbte die Sicht auf die Zukunft, auch wenn es einem nicht gefiel. Er gab den Cowboy, schüttelte lässig eine Zigarette aus dem Päckchen, ließ das Feuerzeug aufschnappen, sog den Rauch tief ein und hustete. Eigentlich hatte er längst aufgehört, aber das war jetzt auch egal.
Er war sich nicht mehr sicher, was noch zählte.

Wo soll das alles enden.

The sky was the limit.

Und jetzt?

Weiterlächeln.

Na dann.

 

abc.etüden 2021 38+39 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 38/39.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Wortspende stammt dieses Mal von Werner Kastens mit seinem Blog Mit Worten Gedanken horten. Sie lauten: Prophezeiung, anständig, verkrümeln.

Mini-Etüde, Stimmungsding, gemischt mit einem alten Lieblingssong aus dem Radio, nämlich Tom Petty & The Heartbreakers: Into the Great Wide Open, aus dem die kursiven Zeilen sind. Bei Songfacts (eine sehr nützliche Seite) findet sich allerlei zu Song und Video sowie der Text, allerdings auf Englisch (für Übersetzungen empfehle ich DeepL), auf YouTube sollte man das Originalvideo schauen (hier klicken) – mit einem sehr jungen Johnny Depp! 🙂
Tom Petty ist übrigens morgen vor 4 Jahren gestorben. Mit 66. Versehentliche (laut Wikipedia) Überdosis Schmerzmittel.

 

Waldmensch | abc.etüden

Ich betrete ein Wäldchen. Viele Birken, viele Buchen, die Sonne scheint, der vor mir liegende Weg wirkt licht und grün, ich sehe, dass sich Häuser in die Hänge kuscheln. Wohnen im Wald – wie herrlich, denke ich, und dass uns Deutschen ja sowieso eine intensive Beziehung zum Wald nachgesagt wird und es im Deutschen schier unendlich viele Bezeichnungen für Grüns gäbe. Wir sind irgendwie Waldmenschen, denke ich, lächle und fühle mich in meinem Dahingehen wohl.

Waldmenschen. Es trifft mich wie ein Schlag. »Waldmensch«, das ist die Übersetzung von »Orang-Utan«, einer Affenart, an deren Ausrottung wir Menschen gerade mit aller Macht arbeiten, indem wir für Holz- und Palmölgewinnung ihre Lebensräume vernichten und sie jagen, um sie zu essen oder als Haustiere zu verkaufen. Big Business. Orang-Utans sind die größten heute noch lebenden Baumsäugetiere sowie die einzigen überlebenden Großen Menschenaffen Asiens. Ein paar dürfen in Zoos herumsitzen und sich fortpflanzen, ja, klar, aber leben? Leben?

Ich denke ein bisschen beschämt an meine Mitgliedschaft im NABU, die mir plötzlich wie ein Feigenblatt vorkommt, anständig und bemüht, wie ich nun mal bin, und daran, dass Palmöl heute in etwa jedem zweiten Produkt steckt, das in deutschen Supermärkten zu kaufen ist.

Ich trotte weiter. Der Wald um mich herum leuchtet, Spechte klopfen, es ist wunderschön. Es gibt Zahlen, wie viel Prozent der Bäume aktuell bereits schwer geschädigt sind, die tendenziell steigenden Temperaturen und die Trockenheit machen die Sache nicht besser. Ich überlege, dass ich mich nicht so einfach aus der Welt verkrümeln kann, wie ich demnächst diesen Wald hinter mir lassen werde. Und was das bedeutet.

Früher sah man gefühlt überall diesen Aufkleber mit der (angeblichen) Prophezeiung der Cree-Indianer: »Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.«

Abgelutscht, aber wahr.

 

abc.etüden 2021 38+39 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 38/39.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Wortspende stammt dieses Mal von Werner Kastens mit seinem Blog Mit Worten Gedanken horten. Sie lauten: Prophezeiung, anständig, verkrümeln.

Alles an dieser Etüde stimmt: Der Weg durch den Wald, die Assoziationen, sogar die Sache mit der Prophezeiung, die allgemein als »Weissagung der Cree« verkauft wird, ist mir dort eingefallen. Geht also auch ohne Hund (hallo, Werner).

Die Links, mit denen ich euch jetzt füttern möchte, die musste ich allerdings nachschlagen.

Orang-Utans: Dazu gibt es unglaublich viel Bewegendes, und ihr werdet vermutlich einiges selbst kennen. Ich fange einfach mal ganz simpel mit dem WWF (hier) und mit der Wikipedia (hier) an.
Von der WWF-Seite stammt auch die Aussage mit dem Palmöl (hier lesen).

Hier ist ein weiteres (Schweizer) Projekt zum Schutz von Orang-Utans vor Ort, ich möchte nicht, dass der Link in den Kommentaren untergeht: PanEco – Der SMARTe Regenwaldschutz.

Wald: »Nur noch einer von fünf Bäumen weist keine erkennbaren Schäden an seiner Krone auf«, fasst GEO den aktuellen Waldbericht der Bundesregierung 2021 zusammen. Mehr siehe dort.

Weissagung: Die »Weissagung« ist mitnichten eine Weissagung (und erst recht keine Prophezeiung), sondern ein Zitat einer (späteren) kanadischen Filmemacherin, die einem Volk der First Nations entstammt, hat der »Quote Investigator« Garson O’Toole herausgefunden (hier, engl.). Der Wikipedia-Eintrag (hier) listet außerdem noch ein paar Infos um das Zitat herum auf, z. B. die Verwendung durch Greenpeace, wodurch es in D sehr bekannt wurde.

Ja, ich weiß, ich bin früh dieses Mal, aber ich wollte verhindern, dass eine*r von euch vor mir mit diesem Aufkleber ankommt … 😉

 

Schreibeinladung für die Textwochen 38.39.21 | Wortspende von Werner Kastens

Recht verhalten ist die neue Etüdensaison gestartet, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, nicht nur ich konnte mich nicht zu einer zweiten Etüde motivieren, auch einigen von euch ging es scheinbar nicht anders. Einige jedoch sind zum Glück jubelnd (schreibend) losgestürmt, andere hingegen sind wohl aus der Sommerpause noch nicht wieder zurück. Es sei ihnen von Herzen gegönnt, es ist ja auch außerhalb der Blogs genug los (leider bzw. Gott sei Dank).

Es sind übrigens inzwischen alle Adventüden eingetrudelt, ich sortiere und überlege, wer wann wohin am besten passt. Auch die ausgelosten und erbetenen Wortspenden bis Ende November sind alle wohlbehalten eingetroffen und werden von mir im nächsten Schritt illustriert 😉

Auf jeden Fall hat der Wortspender der nächsten beiden Wochen uns meiner Meinung nach mit so ungeheuerlich passenden Begriffen versorgt (Gruß ins Ausland, wir haben am Sonntag Bundestagswahl), dass ich schon sehr gespannt bin, was da so alles bei euch sprießen wird … 😉

Los geht es mit der Liste und der Statistik! Gerhard führt sie mit 5 Etüden an, Maren und Christian folgen mit jeweils 4 Etüden.
Insgesamt wurden von 31 Blogmenschen 47 Etüden eingereicht, und ich muss meiner eigenen gelegentlichen Unlust zum Trotz schon sagen, dass ich hoffe, dass da demnächst noch bisschen mehr geht 😉

Also: Danke an euch, die ihr mitgeschrieben, mitgelesen, gelikt und kommentiert habt! Vielen Dank an jede*n, die*der mit durch die teilnehmenden Blogs gegangen ist und kommentiert/diskutiert/gelikt hat, und speziell an Ludwig Zeidler, den Etüdenerfinder, dem wir die Wortspende der letzten beiden Wochen verdankten.

Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Inhaltshinweisen (CN/Triggerwarnungen, z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt.

Gerhard von Kopf und Gestalt in meinen Kommentaren: hier
Barbara von der Kulturbowle in meinen Kommentaren: hier
Melina auf Innen-Reise-Wege: hier
Heidi auf Erinnerungswerkstatt: hier
Ulrike auf Blaupause7: hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Christian auf Wortverdreher: hier, hier, hier und hier
Anja auf Annuschkas Northern Star: hier
Fraggle auf Modern Wolfare: hier und hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier und hier
Judith auf Mutiger leben: hier und hier
Werner auf Werner Kastens: hier und hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier
Carmen aus der Wortwabe: hier
Monika auf Allerlei Gedanken: hier, hier und hier
Maren auf Ich lache mich gesund: hier, hier, hier und hier
Kain Schreiber auf Gedankenflut: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier, hier, hier, hier und hier
Bernd auf Red Skies over Paradise: hier und hier
Lene auf HerzPoeten: hier
Marion auf Findesatz: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Puzzleblume auf Puzzle: hier
Yvonne auf umgeBUCHt: hier
Torsten auf Wortman: hier
Doro auf DORO|ART: hier

Nachzügler:
Olpo auf olpo run: hier

Die Wörter für die Textwochen 38/39 des Schreibjahres 2021 stiftete Werner mit seinem Blog Mit Worten Gedanken horten. Sie lauten:

Prophezeiung
anständig
verkrümeln.

 

Ab sofort gilt wieder der obligatorische Etüden-Disclaimer. Die bekannte Headline für die Etüden heißt: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Eventuelle Inhaltshinweise (Triggerwarnungen) und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der zugehörigen Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt (höchstwahrscheinlich) nicht auf die nächste Liste bzw. muss meckern, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig. Wer sich die Illustrationen herunterladen möchte, sollte sie vorher großklicken, danach kann man sie in der Regel downloaden und bei sich wieder hochladen.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst ja.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 3. Oktober 2021.

Habt weiterhin ein schönes Wochenende! Ich wünsche euch viele gute Einfälle und Schreiblust!

 

abc.etüden 2021 38+39 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

abc.etüden 2021 38+39 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Adventüden 2020 18-12 | 365tageasatzaday

18.12. – C+M+B – 2020 | Adventüden

 

Melchior war außer sich. »Caspar mit seiner dusseligen Kifferei gefährdet unser ganzes Projekt!«
Balthasar ergänzte: »Das war nicht der leuchtende Stern. Das war so ein Experiment von den Ungläubigen mit den von Feuer getriebenen Ballons. Wie die Geschichte damals mit dem brennenden Hollerbusch: Nichts als heiße Luft also!«
»Caspar! Wir ziehen weiter und suchen nach dem guten Stern, der uns zum Messias führen wird«, übernahm Melchior wieder die Führung.

Nach Wochen entbehrungsreicher Reise kamen sie an den Dschebel Musa und machten sich an den beschwerlichen Aufstieg durch die Nebelschwaden zur Elija-Mulde.
»Vielleicht werden wir ja hier über den weiteren Weg erleuchtet!«, meinte Balthasar. »Außerdem wird uns eine Rast guttun, bis sich auch das letzte Kamel für die Weiterreise vollgesoffen hat!«

Tage später.
»Du, Melchior, nachdem wir jetzt sozusagen entschleunigt haben, möchte ich noch einmal den Sinn unserer Reise zur Diskussion stellen.«
»Nun, Caspar, sprich weiter!«, ermunterte ihn Melchior. »Was bedrückt dich?«
»Ist das denn alles wahr, was wir glauben?«, fragte Caspar nach einigem Zögern.
Plötzlich mischte sich Balthasar ein: »Du immer mit deinen albernen Grundsatzdiskussionen! Sind wir denn Glücksritter, die das rosa Lama im Morgenland finden wollen? Wir suchen nach dem Erlöser, kapier das endlich!«
Caspar ließ nicht locker: »Finden wir denn nicht Sinn genug im Klang der Schalmei, im Tanz der Gedanken und den Wirbelstürmen unserer Fantasie und im Minnesang? Welche Haltestangen sucht ihr denn noch, um unser Leben ohne schlechtes Gewissen voll Freude zu genießen?« Er blies genussvoll den Rauch seiner Shisha in die klare Abendluft und zerbröselte dabei gedankenverloren einen Lebkuchen.
Melchior war nachdenklich geworden. »Schau, Caspar, es geht nicht um die Frage angstfreien Genießens. Es geht vielmehr um Verzicht, um Nachhaltigkeit und Seelenhygiene!«
»Also, was machen wir?«, fragte Balthasar nach einer langen Pause.
»Wir halten weiter Ausschau!«, antwortete Melchior, »und warten auf das Wunder der Geburt!«

Autor*in: Werner     Blog: Mit Worten Gedanken horten
Der ersten Teil der Wanderung von C+M+B gibt es hier: hier klicken!

 

Adventüden 2020 18-12 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Zum Thema Inhaltshinweise/CN/Triggerwarnungen in den Adventüden bitte hier lesen.

Nachdem viele Teilnehmer*innen und Leser*innen das Fetten der vorgegebenen Wörter als störend empfunden haben, wurde darauf verzichtet. In einem Text, der maximal 300 Wörter umfassen durfte, waren (mindestens) drei der folgenden fünfzehn Begriffe zu verwenden:

Etikett, Gin, Käsekuchen, Kuscheldecke, Lebkuchen, Lichtermeer, Märchenbuch, Minnesang, Nebelschwaden, Schlittenfahrt, Semmelknödel, Streicheleinheiten, Wichtel, Wunschpunsch, Zugvogel

Dieser Text erschien zuerst im Rahmen der Adventüden 2020, einem Projekt von »Irgendwas ist immer«.

 

W2 – Ehrenrettung ;-) | abc.etüden

Ihr erinnert euch: der scheinbar unbeschilderte Wanderweg? Ich musste da ein zweites Mal hin und der Sache auf den Grund gehen. Und, Überraschung: Es war mein Fehler! 😉

Nein, es ist nicht so, dass wir Tomaten auf den Augen gehabt hätten. Die Tücke liegt im Detail. Die Tourbeschreibung behauptet: „Tour ist vollständig beschildert/markiert.“ Aha?! Wer lesen kann, hat Vorteile! Wenn man die häufig auftauchenden und durchaus auch mit verschiedenen Buchstabenkombinationen versehenen (keine davon „W2“-ähnlich) handgepinselten gelben Pfeile als besagte Markierung begreift, dann kommt man anhand dieser Pfeile hervorragend durch den Wald und fühlt sich mitnichten in der Wildnis ausgesetzt. Wir sind also beim ersten Mal schlicht zu früh nach Osten abgebogen, was ich im Nachhinein vermutet hatte. Beim zweiten Mal bin ich die Schleifen des Weges alle fröhlich entlanggetrottet und entdeckte nicht nur (vereinzelt) Schilder, sondern stellte auch fest, dass wir den Weg sogar wiedergefunden und begangen, dem Frieden jedoch nicht getraut hatten und schließlich kurz vor knapp endgültig falsch abgebogen waren, um aus dem Wald zu gelangen. Okay, was solls, alles gut.

Das Einzige, was mich ernsthaft wundert, ist die Routeneinstufung als „familienfreundlich“, die Unbedarfte (wie mich) zu falschen Schlüssen verleiten könnte. Ich habe ein junges Paar am Hang getroffen: Er schleppte ein Kleinstkind, sie schob in ultimativer Körperschräglage den dazugehörigen Buggy über Wurzel und Stein nach oben und wirkte nicht wirklich glücklich. Ein undankbarer Job, freundlich formuliert.
Zudem (weit weniger witzig) hatte ich zuvor dabei geholfen, eine Krankenwagenbesatzung in den Wald zu lotsen*, wo eine Elektrorollstuhlfahrerin (mit Mann) unterwegs gewesen und umgekippt war. WTF? Rollstuhl? Hier? Und ich als Wandereinsteiger halte (teilweise) Wanderstiefel für nicht unangebracht? Hm. Ich nenne das Diskrepanz.

Ein Blick auf die Tourbeschreibung offenbart: „Keine Höhenangaben verfügbar.“ Nun. Endmoränengebiet, ich hatte es bereits erwähnt. Ob die noch Landvermesser brauchen? Ich kenne mich jedenfalls jetzt aus.

 

abc.etüden 2020 41+42 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Sachetüde für die abc.etüden, Wochen 41/42.2020: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Werner mit seinem Blog Mit Worten Gedanken horten. Sie lauten: Landvermesser, undankbar, aussetzen.

 

* Die Geschichte ist zu lang für die Etüde, daher hier die Ergänzung/Erklärung: Ich wurde in der Nähe des Heidefriedhofs von einem Mountainbiker aufgehalten, der auf ein Paar getroffen war, von dem die Frau im Elektrorollstuhl saß und mit diesem auf dem Weg aufgrund einer Wurzel umgekippt war. Er sagte, dass sie zwar wieder im Rollstuhl säße und sich in unsere Richtung bewege, jedoch aber schlimme Schmerzen habe und wohl ins Krankenhaus müsse. Er sei dabei, einen Krankenwagen hierher zu lotsen, ob ich helfen würde? Ich war dabei, als er mit der Leitstelle telefonierte und ihnen beschrieb, was er wusste und wohin sie kommen sollten, und er bat mich, zur Straße zurückzugehen und die anrückenden Rettungskräfte zur richtigen Stelle zu schicken.

(Ich kann nicht beurteilen, wie jenes Paar mit dem Elektrorollstuhl auf diesen Weg geraten ist, ich habe nicht mit ihnen gesprochen. Vom Weg abgekommen? Kräfte und Wegbeschaffenheit falsch eingeschätzt? Einfach blauäugig gewesen? Ich weiß es nicht, aber ich habe festgestellt, dass jeder Weg dieser W-Reihe, auf dem ich bisher mehr als ein paar Hundert Meter gegangen bin, sowohl eine sehr einfache wie auch eine anspruchsvolle Bodenbeschaffenheit aufwies, die ich niemandem zumuten würde, der auf fremde Hilfe angewiesen ist.)

Als die Rettungskräfte dann mit voller Kavallerie anrückten, waren glücklicherweise die Verunfallte plus Mann plus Mountainbiker bereits fast auf festem Boden. Er bedankte sich bei mir, dass ich geblieben sei. Ich sagte: Kein Problem, ist doch selbstverständlich, würde mir was passieren, würde ich auch wollen, dass mir jemand hilft. Er nickte, und wir gingen/radelten unserer Wege, jetzt dann wirklich.

Mir geht das nach. Ich fahre an den Straßenrand, wenn ich die Sirene eines Krankenwagens höre, denn schließlich könnte auch ich es sein, die drinliegt, oder jemand, der*die mir nahesteht. Und dann höre oder lese ich von Fällen, wo bei abgestellten Notarztwagen die Radmuttern gelockert werden etc. Von Notärzten und Sanitätern, die angegriffen werden, wenn sie ihrem Job nachgehen und zu helfen versuchen. Keine Einzelfälle.
Und dann … verstehe ich die Welt nicht mehr.

 

 

 

Schreibeinladung für die Textwochen 41.42.20 | Wortspende von Werner Kastens

Da es theoretisch schon Jahresstatistiken geben könnte, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, könnte man sicherlich daraus ersehen, dass der Zuspruch zu den Etüden im Herbst meist hoch ist. Das freut mich und überrascht mich dennoch immer wieder gleichermaßen – es sind über 60 Etüden zusammengekommen, dass kann nicht daran liegen, dass Deutschland gestern Feiertag hatte!

Auch heute freue ich mich wieder, zwei neue Mitschreiber begrüßen zu dürfen: Maren vom Blog Ich lache mich gesund und Wortman von Wortman. Euch ein herzliches Willkommen bei den Etüdenverrückten, kommt auch bei uns anderen vorbei, nicht nur bei denen, die ihr eh schon kennt … 😉

Es sind 66 Etüden von 33 Blogs zusammengekommen, das ist einfach nur toll. Die Liste führen mit jeweils sechs(!) Etüden Puzzleblume und Gerhard an, danach folgen mit jeweils drei Lea, Ulrike, Sabine, Werner und Kain.

Vielen Dank wie immer an alle, die mitgeschrieben, mitgelesen, gelikt und kommentiert haben! Vielen Dank ebenso speziell an Lea, die Wortspenderin, sowie an jede*n, die*der mit durch die teilnehmenden Blogs gegangen ist und kommentiert/diskutiert hat.

Wie immer bitte ich euch, die Liste zu kontrollieren, ob jede eurer Etüden dort verzeichnet ist oder ob euch sonst was komisch vorkommt. Ich war ein paar Tage weitgehend off und raus aus meiner Alltagsspur, da können sich wirklich Fehler eingeschlichen haben. Ich trage gerne nach, wenn irgendwas nicht stimmt, ihr wisst das, es ist keine böse Absicht.
Bereit für die Liste? Dann los.

Disclaimer: Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Inhaltshinweisen (CN/Triggerwarnungen, z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt.

Melina auf Innen-Reise-Wege: hier
Jane auf Blood, Tears, Gold & Minds: hier und hier
Lea auf kommunikatz: hier, hier und hier
Puzzleblume auf Puzzle: hier, hier, hier, hier, hier und hier
Tanja auf Stachelbeermond: hier
Ulrike auf Blaupause7: hier, hier und hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier, hier, hier, hier, hier und hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier, hier und hier
Yvonne von umgeBUCHt: hier und hier
Christian auf Wortverdreher: hier, hier, hier, hier und hier
Anna von Eulenschwinge: hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Maren auf Ich lache mich gesund: hier
Doro auf DORO | ART: hier
Fraggle auf Modern Wolfare: hier und hier
Judith auf Mutiger leben: hier und hier
Werner auf Werner Kastens: hier, hier und hier
Olpo Olponator auf olpo run: hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier und hier
Kain Schreiber auf Gedankenflut: hier, hier und hier
Veronika auf vro jongliert: hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Ellen auf nellindreams: hier, hier und hier
Monika auf Allerlei Gedanken: hier und hier
Donka auf onlybatscanhang: hier
Wortman auf Wortman: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Sofie auf Sofies viele Welten: hier
Der Wortschmied in der Wortschmiede: hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier und hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier
Marion auf Findesatz: hier

Die Wörter für die Textwochen 41/42 des Schreibjahres 2020 stiftete Werner mit seinem Blog Mit Worten Gedanken horten. Sie lauten:

Landvermesser
undankbar
aussetzen
.

 

Auf eure Ideen zu „Landvermesser“ bin ich schon sehr gespannt, muss ich gestehen. Aber warum nicht mal eine kleine Herausforderung?

Selbstverständlich gilt jetzt wieder der übliche öde, blöde Etüden-Disclaimer: Die Headline für die Etüden heißt: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Eventuelle Inhaltshinweise (Triggerwarnungen) und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt nicht auf die nächste Liste, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die nächsten Wörter gibt es am 18. Oktober. Habt weiterhin ein schönes Wochenende!

Und herzlichen Dank all jenen, die in den letzten Tagen ihr Wissen zum neuen bzw. zum Auffinden des alten („klassischen“) Editors geteilt haben! Wie ihr alle hätte ich meine Einträge auch mit dem neuen irgendwie hinbekommen, aber ich hab es doch gern, wenn jedes Wort so sitzt, wie ich das möchte, und ich weiß, bei Formatierung liegt die Tücke extrem im Detail … danke!

 

abc.etüden 2020 41+42 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, hier und hier, bearbeitet von mir
abc.etüden 2020 41+42 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

 

16 – Die Eiligen Drei Könige | Adventüden

Zum Thema Inhaltshinweise/CN/Triggerwarnungen in den Adventüden bitte hier lesen.

 

Die Eiligen Drei Könige (Werner, Werner Kastens)

 

»Caspar?«

»Ja, Melchior, was ist?«

»Nimm endlich diese dämliche Pudelmütze ab! Wir sind doch die Drei Eiligen Könige und tragen Kronen!«

»Aber es ist doch nachts so kalt hier in der Steinwüste. Wenn die Sonne untergegangen ist, kühlt es sofort ab und ich friere an den Ohren!«

»Caspar, und wo bleibt eigentlich Balthasar? Warum ist er denn noch nicht zurück?«

»Der ist wieder einmal mit seinen Schnabelschuhen an einem Stein hängen geblieben. Dabei hat er die Teekanne umgestoßen. Jetzt muss er ihn neu aufbrühen! Und das dauert! Ich habe schon ganz klamme Hände.«

Melchior schüttelte den Kopf. Ihm wurde das Campieren mitten im Geröll der Jahrtausende auch langsam zu lang.

Er ermahnte Caspar, heute in dieser klaren Vollmondnacht besonders darauf zu achten, ob der in den alten Legenden angekündigte Stern auch tatsächlich aufgehen und ihnen den Weg zum Heiland zeigen würde.

»Und er wird tatsächlich von einer Jungfrau geboren?«, fragte Caspar unvermittelt.

»Ja, Maria soll sie heißen, und der sich als Vater ausgibt, Josef«, antwortete Melchior.

»Und wie sollen wir sie finden?«, fragte Balthasar mit dem Teekessel in der Hand.

»Gegen Ende des Jahres, so lautet die Prophezeiung«, antwortete Melchior. »Wenn im Abendland der weiße Schnee fällt! Was weiß ich, was damit gemeint ist. Lasst uns lieber etwas essen!«

»Ja, zum Tee gibt es heute von den neuen Navel-Apfelsinen«, frohlockte Balthasar. »Sehr lecker und keine Kerne mehr, auf denen man sich die Zähne ausbeißt.«

»Ich glaube wir sind schon im Gelobten Land. Wir müssen unsere Geschenke bereithalten!« Caspar sank plötzlich auf die Knie. »Da, zwischen den vielen Sternen glänzt der ganz helle, der uns führen soll! Ein Wunder ist geschehen!«

»Balthasar! Hast du wieder zu viel von dem Zaubertrank in den Tee gegeben? Ich habe es dir doch verboten!« Melchior war ganz außer sich. »Wie soll das nur enden?«

 

Die Heiligen Drei Könige für die Adventüden | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, gestiftet von Werner

 

Adventüden 2019 16 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Froschkönig reloaded | abc.etüden

Mir hat die Geschichte keine Ruhe gelassen. Und da kommen mir die Extraetüden gerade recht, um meinen Nicht-Frosch aus seiner Zwangslage zu befreien.

Wer die anderen Teile nicht kennt:

Teil 1: Verflucht

Teil 2: Trübe Aussichten

 

* * *

 

„Der Frosch erinnert mich an Papa.“
„Wie jetzt?“
„Na, da bei der Wettervorhersage. Hörst du nicht, wie der spricht?“
„Du spinnst, seit wann sprechen Frösche denn? Das ist doch alles nur Fake. Außerdem, wenn das dein Vater wäre, dann hätte er mindestens eine Krone auf. Kennst ihn ja, der würde auf der Froschkönig-Nummer bestehen.“

Schweigen.

„Mama?“
„Mhm?“
„Denkst du noch oft an ihn?“

Eigentlich war sie froh, dass sie ihn los war. Die Scheidung war okay gelaufen, sie hatte ihn sich von der Seele geheult und ein neues Leben aufgebaut. Böse formuliert saß der einzige Gewinn aus dieser Beziehung gerade neben ihr und schaute mit ihr obskure Lokalnachrichten auf YouTube. Aber sagt man das seiner Tochter? Würde das bei irgendwas helfen? Sie glaubte es eher nicht.

„Und du?“
„Ich glaube, dass ihr euch getrennt habt, war unabwendbar. Spätestens, als er die Tussi hatte.“

Oh. Ja. Die.

Fakt war, dass er seit ein paar Monaten verschwunden zu sein schien, jedenfalls waren alle Papa-Tochter-Treffen wegen Nichterscheinens gescheitert. In was der sich wohl wieder reingeritten hatte? Sie seufzte. Nicht mehr ihr Bier.
Dieser Frosch hatte doch was von ihrem Ex-Mann. Der Gedanke an eine Spontanmutation erheiterte sie kurz, dann ließ sie ihn fallen.

 

Der Knall erschütterte sein Universum. Er wunderte sich. Sollte er nicht Matsch oder gegrillt sein? Er war sich ziemlich sicher, dass eben die schwere Baulampe in seinem Wetterfroschglas gecrasht war, weil Tobi, der Hirni, oder seine minderbemittelte Schwester wieder mal über ein Kabel in ihrem kleinen Heimstudio gestolpert waren. Großes Ding, Wetternachrichten mit einem sprechenden Frosch! Natürlich hatte ihnen keiner abgenommen, dass die Froschstimme echt war, aber man hatte es als Sommerloch-Gag witzig genug gefunden. Bis in die Lokalnachrichten auf YouTube hatte er es geschafft. Wahnsinn.
Er schlug die Augen auf und sah erst mal alles unscharf. Als sich sein Gesichtsfeld verengte, erkannte er, dass er auf einem Fußboden lag. In SEINER Küche. Interessant. Er hob eine Hand. Menschlich! Konnte alles nur ein trüber Traum gewesen sein?
Viel später gelang ihm die Koordination seiner Gliedmaßen und er tappte unsicher durchs Haus. Wo war Mimi? Weg, stellte er fest, ebenso wie alle ihre Sachen. Na, kein Verlust. Der Kühlschrank war auch leer. Er vertilgte eine Dose Ravioli aus der eisernen Reserve. Hauptsache was im Magen.

Auf seinem Schreibtisch erwartete ihn ein Brief mit Froschbildern und einer Nachricht.
„Also, tut mir leid, die Verwandlung war keine Absicht. Falls du das hier jemals liest, hoffe ich für dich, dass das Schicksal dir eine Chance gegeben hat und du nicht mehr der hässliche Frosch bist (siehe Fotos), den ich am Teich ausgesetzt habe. Ansonsten ist zwischen uns alles gesagt. Ich bin froh, wenn ich dich nie wiedersehen muss, und ich bin nicht die Einzige damit, wie ich inzwischen erfahren habe. Und das, mein Lieber, sollte dir zu denken geben. Ein schönes Leben noch. Mimi“

Schönes Leben noch?

Er ließ den Brief sinken.
War er wirklich so ein Arschloch?
Er hätte genauso gut tot sein können.

Das Haus war totenstill und er fühlte sich sterbensallein.

 

Extraetüden 27.19 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Ausgabe Extraetüden, Woche 27.2019: 5 Begriffe (aus 6), maximal 500 Wörter. Die Worte stammten dieses Mal von Werner Kastens und Viola, ich habe verwendet: unabwendbar, verengen, Froschkönig, trüb, helfen.

Die Auflösung: Mimi ist das ja so passiert, dass sie ihn verwandelt hat, also konnte sie ihn auch nicht zurückverwandeln. Außerdem hätte sie nicht gewollt. Das Mädel und ihr Bruder, die ihn finden, die hatten kein wirkliches Interesse. Und seiner Ex-Frau ist er ziemlich egal, die hätte VIELLEICHT Mitleid. Möglicherweise würde bei seiner Tochter was gehen, aber die hat er wiederum nicht auf dem Schirm. Er hat eigentlich niemanden auf dem Schirm außer sich selbst.

Ich habe mir also überlegt, dass sich „vertierte“ Menschen dann zurückwandeln (und dabei an den Ort des ursprünglichen Geschehens zurückkehren), wenn sie in ihrer Tiergestalt unfreiwillig sterben, wie es hier der Fall ist, denn eigentlich hätte er den Kurzschluss nicht überleben dürfen.

Schreibeinladung für die Textwoche 27.19 | Extraetüden

Der Sommer ist da und mit ihm die dritten Extraetüden dieses Jahres, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen. Heute ist der fünfte Sonntag im Monat Juni, was Extraetüden bedeutet, bis es am nächsten (ersten) Sonntag des Monats Juli zum letzten Mal vor der Sommerpause mit regulären Wörtern weitergeht. Ob was mit einem Etüdensommerpausenintermezzo geht, erzähle ich euch dann. (Natürlich geht was.)

Die Liste wie immer zuerst. Die Statistik zeigt, dass in den letzten beiden Wochen 35 Etüden von 22 teilnehmenden Blogs (Stand ohne Nachzügler) gemeldet wurden. Wie immer gilt mein Dank allen, die sich bei diesem schweißtreibenden Wetter hingesetzt und mitgeschrieben haben, wo es doch so viel einfacher wäre, irgendwas anderes zu tun … nichts zum Beispiel.
Die Spitzenplätze der Liste belegen die üblichen Verdächtigen: Werner Kastens mit fünf und dergl mit vier Etüden. Danach folgen schon die Nasen mit zwei Etüden. Dennoch hatte ich viel Spaß beim Schreiben und Lesen, mich beflügelte der Froschkönig, während er andere (nicht wahr, Herr fraggle) leider eher abzuschrecken schien.

dergl von Die Tintenkleckse sehen aus wie Vögel: hier, hier, hier und hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier und hier
Werner Kastens auf Mit Worten Gedanken horten: hier, hier, hier, hier und hier
Jacqueline auf Meine bunte Textewelt: hier
Viola auf viola-et-cetera: hier
Alexandra auf Blätterflug Gedankenschnuppen: hier und hier
Jacqueline auf Jacquelines Lebenstagebuch: hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
Die Hummel im Hummelweb: hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier
Bettina auf Wortgerinnsel: hier
Bernd auf Red Skies over Paradise: hier und hier
Gerda auf GERDA KAZAKOU: hier und hier
Jaelle Katz auf Jaellekatz: hier
fraggle auf reisswolfblog: hier und hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Veronika auf vro jongliert: hier
Nina vom Bodenlosz-Archiv: hier

Nachzügler: Elke H. Speidel auf Transworte auf Litera-Tour: hier

Checkt wie immer bitte, ob alles mit euren Links okay ist, und meldet Fehler/Fehlendes oder ob sonst was falsch ist – wie immer, ihr kennt das Procedere ja inzwischen zu Genüge. Ebenfalls wie immer vielen Dank an alle, die geschrieben, gelesen, gelikt und kommentiert haben.

Wie das mit den Extraetüden geht? Ihr nehmt die Begriffe des abgelaufenen Monats, das sind sechs, sucht euch davon fünf aus und verpackt die in einen Text von maximal 500 Wörtern. Zeit: eine Woche!
Den Rest kennt ihr.

Dies waren die Juni-Wörter, gespendet von Werner Kastens und Viola:

Abweichung, unabwendbar, verengen
Froschkönig, trüb, helfen
.

 

Zum guten Schluss wieder der Etüden-Disclaimer: Die Headline für die Extraetüden heißt: 5 Begriffe in maximal 500 Wörtern.
Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt nicht auf die nächste Liste, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe, den Stress tu ich mir nicht an.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 7. Juli 2019. Euch viel Schreiblust!

 

Extraetüden 27.19 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Extraetüden 27.19 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Die Dunkeltiere | abc.etüden

Sie war eine Getriebene. Es war durchaus nicht so, dass sie sie verfolgten. Das hatten sie nicht nötig. Sie hatten lediglich eine unsichtbare Mauer um sie errichtet, die es unabwendbar machte, ihnen ins Messer zu laufen, wann immer sie ihre Gedanken schweifen ließ. Hinter irgendeiner Ecke lauerten sie ihr auf und erschütterten sie mit ihren grell geschminkten Gesichtern: das Herzrasen, die Bitterkeit, die Vorwürfe, die Tränen, der Tod. Abweichung von der vorgegebenen Bahn? Unmöglich.

Über ihr jagten Vögel dahin, schossen elegant und wagemutig durch den Himmel, schienen nicht an die Gesetze der Physik gebunden. Schliefen sie jemals?

Sie hatte sich an die Gefangenschaft gewöhnt. Daran, dass es unten bei ihr immer ein wenig zu grau war. Man musste sich in Acht nehmen. Sonne? Die war woanders. War sowieso zu hell. Sie hatte es doch nett. Oder nicht?

Über ihr tanzten die Vögel im Licht. Ihre Rufe sprachen von Sommer. Von Freiheit. Von Sehnsucht.

Ihr Leben hatte sie zu dem werden lassen, was und wer sie war – und die Dunkeltiere gehörten dazu. Hatte sie nicht mehr in ihrer Schatzkiste gehabt? Hatte sie ihnen die Macht eingeräumt, ihr Leben so zu verengen? Wann? Warum?

Licht fiel auf ihr Gesicht, wärmte ihr Herz, erzählte von Mut. Immer öfter starrte sie nach oben. Wünschte sich unter die tollkühnen Flieger, die nie zu landen schienen. Das Leben aus einer anderen Perspektive sehen. Unbekümmert sein. Ruhe finden.

Sich mit Anlauf vom 10-Meter-Turm im blinden, lachenden Vertrauen in eine unbekannte Tiefe zu stürzen: nicht ihr Ding. Was sie fesselte, stützte sie gleichermaßen. Sie hatte Verantwortung für ihre Dunkeltiere und nicht vor, alle Fehler noch einmal zu machen.

Sollte es dauern. Es war ihr Weg.

Sackgassen sind nach oben offen.

„Sriih“, „sriih“, „sriiiih“ schrien die Mauersegler einander zu. Sie würde kämpfen. Und fliegen. Wohin auch immer. Irgendwann.

 

abc.etüden 2019 23+24 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 23/24.2019: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Werner Kastens und seinem Blog Mit Worten Gedanken horten und lauten: Abweichung, unabwendbar, verengen.

Wer sie hören und sich erinnern mag: Mauersegler auf deutsche-vogelstimmen.de

 

Jagd | abc.etüden

Der Abend dämmerte, er war unterwegs. Wie so oft checkte er die Lage, reagierte auf die kleinsten Anzeichen. Irgendjemand hier, der ihm zusagen würde?

O ja! Er starrte sie unverhohlen an. Sie hatte alles, aber auch wirklich alles, was er mochte. Man hätte sagen können, dass ihm das Wasser im Munde zusammenlief, aber solche Begrifflichkeiten waren ihm fremd. Der unausweichliche Kampf versprach spannend zu werden. Hätte er in diesem Moment gedacht, hätte er zugeben müssen, dass er eine gewisse Gegenwehr genoss, aber auch das war ihm egal. Er beruhigte seinen aufgeregten Herzschlag und konzentrierte sich. Heute endlich mal wieder keine Abweichung vom Plan. Das Ziel so nahe vor Augen, war der Ausgang unabwendbar.
Unauffällig postierte er sich so, dass sich ihre Möglichkeiten, seinen Nachstellungen zu entgehen, auf zwei Wege verengten. Beide führten an ihm vorbei. Er war eindeutig am Zug.

Plötzlich ein Geräusch! Über ihm hatte ihn eine Elster entdeckt und begann zu keckern, eines dieser verdammten nervtötenden Viecher, die hielten das gefühlte Ewigkeiten durch!

Die Maus reagierte sofort, warf sich herum und erreichte das winzige Loch im Zaun, bevor eine bekrallte Pfote ihren Schwanz zu fassen bekommen konnte.
Der Durchschlupf war ihm doch glatt entgangen.
Der dicke Kater starrte ihr böse hinterher.

Die Elster hörte nicht auf zu lärmen, bis sie ihn abziehen sah. Keine Beute hier, auch nicht für sie. Schließlich flog sie davon.

 

abc.etüden 2019 23+24 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 23/24.2019: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Werner Kastens und seinem Blog Mit Worten Gedanken horten und lauten: Abweichung, unabwendbar, verengen.

Mir war heute nicht nach was Ernstem, aber in meinem Hinterkopf sammelt sich was und gärt …

Dem Fellträger entwischen manchmal wirklich Mäuse. Katzen sehen offensichtlich sich bewegende Ziele viel besser als unbewegte und verlieren dann das Interesse, wenn sich das gewünschte Objekt totstellt. Wenn die Maus also die Übersicht behält, wo die Katze ist, scheint sie durchaus Chancen zu haben, jedenfalls bei meinem hier.

Oh, und Elstern fressen auch Fleisch und räubern Nester aus. So schön und klug, wie sie sind, es sind keine fliegenden Engel. Der Fellträger hasst sie aus den oben erwähnten Gründen, sie nerven ihn tierisch.

Wer hören möchte: hier klicken. Ich finde die Seite echt praktisch.

 

 

Schreibeinladung für die Textwochen 23.24.19 | Wortspende von Werner Kastens

Jaha, bevor ihr damit um die Ecke kommt, sogar ich weiß, dass 23 + 24 NICHT 2019 ergeben!
Hattet ihr, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, auch so zwei trubelige, schreibunlustige Wochen? Dass meine übervoll sein würden, hatte ich vorher schon gewusst, schließlich hatte ich Besuch, aber wenn ich mir so die Liste der Schreiber*innen für die abgelaufenen beiden Wochen ansehe, dann muss ich doch sagen, dass wir auch schon mal erheblich mehr waren. Unter 20, ich bitte euch! (Hach, ist das schön, auf hohem Niveau zu jammern.)

Die Etüdenstatistik: Eingereicht wurden 35 Etüden von 19 teilnehmenden Blogs.
Die Liste führen fraggle mit fünf und dergl und Sabine mit jeweils vier Etüden an, gefolgt von Werner mit drei Etüden. Mögen ihnen die Ideen niemals ausgehen!
Und oh, wir haben eine Neue: Jacqueline von Meine bunte Textewelt beehrt uns mit ihrer ersten Etüde!

Hier ist die Liste zum Schmökern, checkt wie immer bitte, ob alles mit euren Links okay ist, und meldet Fehler/Fehlendes oder ob sonst was falsch ist – wie immer, ihr kennt das.

dergl auf Die Tintenkleckse sehen aus wie Vögel: hier, hier, hier und hier
Das andere Mädchen auf Das andere Mädchen: hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier
Die Hummel im Hummelweb: hier
Jacqueline auf Meine bunte Textewelt: hier
fraggle auf reisswolfblog: hier, hier, hier, hier und hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier und hier
Viola auf viola-et-cetera: hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier, hier, hier und hier
Anna-Lena auf Meine literarische Visitenkarte: hier und hier
Werner Kastens auf Mit Worten Gedanken horten: hier, hier und hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
Bernd auf Red Skies over Paradise: hier und hier
Ulli aus dem Café Weltenall: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Gerda auf GERDA KAZAKOU: hier

Nachzügler:
Veronika auf vro jongliert: hier

Wie auch immer vielen Dank an alle, die geschrieben, gelesen, gelikt und kommentiert haben, und einen speziellen Dank an dergl fürs Etüden-Begleiten und -Kommentieren. Was haben deine Herren eigentlich zu „ihren“ Etüden gesagt?

 

Die Wörter für die Textwochen 23/24 des Schreibjahres 2019 kommen von Werner Kastens und seinem Blog Mit Worten Gedanken horten. Die neuen Begriffe lauten:

Abweichung
unabwendbar
verengen.

 

Zum guten Schluss wieder der öde blöde Etüden-Disclaimer: Die Headline heißt: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern (300. NICHT MEHR!).
Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt nicht auf die nächste Liste, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe, den Stress tu ich mir nicht an.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright.
Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 16. Juni 2019. Euch viel Spaß und gute Ideen! Haut rein!

 

abc.etüden 2019 23+24 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

abc.etüden 2019 23+24 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir