Um Himmels willen | abc.etüden

Er ragte riesenhaft vor ihr auf. „Was willst du denn überhaupt, du hast mir gar nichts vorzuschreiben, du …“ brüllte er sie an, und für einen Moment geriet ihr Atem ins Stocken. Jetzt passiert es, jetzt schlägt er zu, jetzt, jetzt, jetzt.

Sie verstand nicht, was mit ihm los war. Etwas musste geschehen sein, etwas, das ihn immer öfter darüber schwadronieren ließ, sie sei nur ein sündiges Weib und die Frau dem Manne untertan. Er hatte seinen Job verloren, weil die Firma die Produktion ins Ausland verlagert hatte, und manchmal trank er zu viel, ja, trotzdem hatte sie sich noch nie vor ihm fürchten müssen. Bis vorhin, als sie ihm mitgeteilt hatte, dass man sie in ihrem alten Job wieder nehmen würde, ob er ab Montag die Mädchen nachmittags von der Schule abholen könne. Da war er ausgerastet.

Sie verdrängte die Angst, die wie Raureif ihre Seele erstarren ließ. „Martin“, sagte sie eindringlich, aber so ruhig wie möglich, „du bist mein Mann und wir haben uns geschworen, dass wir zusammenbleiben, bis dass der Tod uns scheidet. Also muss ich doch helfen, wenn ich kann. Für uns und die Kinder.“

„Du denkst doch nur, du wärst was Besseres mit deinem Scheißbürojob“, knurrte er.

Oh nein, nicht schon wieder, darauf würde sie nicht eingehen. „Jesus sagt, wir sollen unser Licht nicht unter den Scheffel stellen“, entgegnete sie. „Und wenn er mich an eine Stelle verrückt, wo ich in Zeiten der Not unserer Familie nützen kann, dann lehne ich das nicht ab.“

Er hatte nicht damit gerechnet, dass sie ihrerseits die religiöse Karte zog, und starrte sie verdutzt an. Brüsk wandte er sich ab und tappte leicht unsicheren Fußes ins Wohnzimmer. Kurze Zeit später dröhnten die 20-Uhr-Nachrichten bis in die Küche.

Puh, dachte sie, das war knapp. Lieber Gott, was wird aus uns.

 

2018 47+48 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Für die abc.etüden, Woche 47/48.2018: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Yvonne und lauten: Raureif, sündig, verrücken.

Am 25. November 2018 ist Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen. Nun bin ich in einer Beziehung noch nie geschlagen worden, das heißt aber nicht, dass ich keine*n kenne, der es so geht/ging. Auch ich habe jedoch schon brenzlige Situationen erlebt.

Gewalt hat viele Formen, die körperliche und sichtbare ist nur die offensichtliche. Auch meiner Frau aus der Etüde würde ich sagen, hey, wenn das bei euch öfter so ist mit diesem brüllenden potenziellen Trinker, wenn du Angst hast, wenn du mal eine sachkundige Meinung zu deiner Situation hören willst, dann ruf da doch mal an. Es gab eine Zeit, da klebten die Aufkleber des Hilfetelefons innen an jeder Kneipenklotür. Ich möchte hier unter dem Hashtag #schweigenbrechen nur auf die Internetseite verweisen: hilfetelefon.de

dergl macht übrigens auf ihren „Tintenklecksen“ schon die ganze Woche Themenwoche, dorther habe ich das Setting für die Etüde. (dergl, wenn du den Verweis auf dich nicht willst, nehme ich ihn raus.) Sie hat Anfang des Monats dazu aufgerufen, sich zu beteiligen.

Und, bitte, es ist ein aktuelles Problem. In jeder Bevölkerungsschicht. Die dergl hat am Wochenende in ihrer Etüde dazu einen Beitrag aus Frontal 21 verlinkt, vielleicht mag der eine oder die andere mal reinschauen. Ich war erst mal ziemlich sprachlos.

 

 

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101 Kommentare zu “Um Himmels willen | abc.etüden

  1. Gut gemacht. Das war in den 70er/80ern noch gängig („Sollen die Leute denken, dass ich meine Familie nicht ernähren kann?“), kommt mittlerweile aber wieder. Ein Gatte, der Martin heißt weist aber darauf hin, dass dem das in der Kindheit noch genau so vermittelt wurde.

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      • Stimmt, Freikirchen sind da auch sehr konservativ.

        Eine Etage tiefer hier wohnt Frau B. Frau B. dürfte Anfang 60 sein und hat erzählt, dass sie jetzt ALG II bekommt, weil sie nie gelernt hat zu arbeiten, da ihr Ex-Mann das nicht wollte. Auf meine Entgegnung damals „Da gab es dann Stress?“, relativierte Frau B. sofort, der hätte sie nie geschlagen, sei aber halt der „cholerische Typ“ (Zitat) gewesen, Marke „So lange [Sohn] seine Füße unter Vatters Tisch stellt“ und so.

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        • Mhm. Recht hast du. Kenn ich, den Typ, der Vater meiner Kinderfreundin war so.
          (Dein Kommentar und noch einer ist durchgerauscht in den PAPIERKORB, nicht in den Spam, ich hab ihn gerade gefunden. Ich schwöre, ich wars nicht.)
          Verdutzte Grüße
          Christiane

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        • Kann passieren, ich habe auch schon freigeschaltete regelmäßig Kommentierende rausziehen müssen. Vielleicht hat das System mich dahin gepackt wegen der ganzen Links in den Kommentaren, es „dachte“ vielleicht, ich spamme und da ich aber zugelassen bin bin ich statt im Spam im Papierkorb gelandet. Würde ich vermuten.

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        • Nein, du hast eine Wortkombi verwendet, die ich als Spam markiert hatte (in den Einstellungen). Ich habe erwartet, dass derartige Kommentare dann im Spam landen würden, den ich regelmäßig checke, waren sie aber nicht, sie waren im Papierkorb.
          Nun. Jetzt steht besagte Wortkombi auf „Freischalten“, das sollte schneller gehen, wenn nötig.
          Liebe Grüße
          Christiane

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    • Kann ich bestätigen.Bei uns war das auch so: der Vater – als Familienoberhaupt – hatte für das Ein-und Auskommen zu sorgen. Die Mutter hatte zu Hause zu bleiben und für Haushalt und Kinder zu sorgen. Damals war das so Gang und Gäbe, heute würden wir sagen: eine reine Hackordnung.
      Gruß Werner

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      • Ja nee, das sind einfach Rollen, in die man sich gefügt hat und die nicht weiter hinterfragt wurden. Das war damals schon eine Hackordnung, wenn du so willst. Denn wer bekam das beste Stück vom Sonntagsbraten, und zwar automatisch? Eben.
        Liebe Grüße
        Christiane

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        • Da muß ich widersprechen: für meinen Vater war es selbstverständlich, dass er das Geld verdiente, Mutti zu Hause war, keinen Beruf erlernte, da hatte sie es in den Jahren nach dem Krieg, als er so lange in russ. Gefangenschaft nicht leicht, aber als mein Vater wieder da war: sie verwaltete das Geld, weil er fand, dass sie das besser konnte und er gab meiner Mutter nie das Gefühl, dass er über ihr steht, all das gesellschaftliche, das Alltagsleben deichselte sie, weil er beruflich stark gefordert war, eine Hackordnung war das nie. Das kam und kommt auch noch heute auf die Wertschätzung des Menschen an, mit dem man(n) zusammen lebt.
          Ich lese erst jetzt alle Kommentare….

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        • „Hackordnung“ hatte ich von Werner, liebe Karin. Ich finde es gut, dass du hier das System so vorstellst, wie es funktionieren sollte: Zwar innerhalb der traditionellen Rollen, aber mit Liebe und tiefer gegenseitiger Wertschätzung für den anderen.
          Danke dir!
          Liebe Grüße
          Christiane

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  2. Der „Verweis“ oder dass es für #schweigenbrechen ist, habe ich überhaupt nicht gesehen (ich bin leicht gestresst) , da musste mich erst jemand drauf hinweisen. Warum sollte ich den Verweis in diesem Fall nicht wollen? Die Kleckse sind offen einsehbar und ich schreie da die ganze Zeit „Themenwoche“ und hatte doch auch Anfang des Monats explizit aufgerufen, dass sich Leute beteiligen sollen.

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  3. Ja, das kommt wieder, diese seltsame männliche Sichtweise, oder sie war nie ganz verschwunden. Mir ist sie besonders in Westdeutschland (und ich meine Westdeutschland im engen Sinn) aufgefallen, weniger im Osten und Süden, aber ich schätze, das mag Zufall sein. Vermutlich habe ich hier eher mit Leuten zu tun, die so denken. Ich bin anders aufgewachsen, nicht nur im Elternhaus, sondern überhaupt im gesamten sozialen Milieu. Derartige Ansichten wären in meinem Kindheitsumfeld der 1960er und 1970er Jahre von allen Seiten (staatlich, familiär, im Freundes- und Bekanntenkreis) negativ sanktioniert worden. Dafür gab es andersartige Diskriminierungen, Bedrohungen und Ungerechtigkeiten zuhauf. Es gibt nicht DIE Freiheit, nirgendwo, es gibt nur unterschiedliche Mixturen kleinerer und größerer Freiheiten und Zwänge.

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    • Das Bürgerliche Gesetzbuch der Bundesrepublik schrieb vor, dass Ehefrauen, die arbeiten wollten, die Zustimmung ihres Mannes brauchten, das wurde erst 1977 im BGB geändert.
      Das ist das Selbstverständnis der Männer, das dergl da in einem Satz zusammengefasst hat, bzw. der ungeschriebene Ehevertrag: „Mann verdient, Frau bedient.“ Und natürlich wurde das an die Kinder weitergegeben, die diese Prägung erst mal loswerden mussten – oder auch nicht.
      Ich glaube auch, dass das in Ostdeutschland seltener vorkam, dort haben sie nach dem Krieg andere Wege eingeschlagen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass der Süden, also speziell Bayern und BW, da sehr anders getickt hat.
      Was DIE Freiheit angeht, stimme ich dir allerdings uneingeschränkt zu.
      Liebe Grüße
      Christiane

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      • Ich habe mich auf B-W bezogen. Bayern kenne ich nicht gut genug. In B-W bin ich dieser männlich-diskriminatorischen Einstellung nicht begegnet, aber, wie gesagt, das mag Zufall sein. Die (mehrheitlich sehr religiöse) erweiterte Familie meines Mannes tickte und tickt völlig anders, und viel liberaler und gleichberechtigter, als der „Martin“ dieser Geschichte.

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        • Ich kenne eine liberale Einstellung (gerade heute) aus den Amtskirchen, da ist das völlig selbstverständlich. Ich kenne Gegenbeispiele aus freikirchlichen Gemeinden, aber auch da muss man auf den Einzelfall achten. Generell würde ich sagen, dass man vorsichtig sein muss, wo einzelne Sätze (woraus auch immer) aus dem Zusammenhang gerissen zitiert und als Lebensmaximen hochgehalten werden.

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  4. Ich kenne die Problematik aus meinem Familien- und Freundeskreis in der Form nicht. Vielleicht ändern sich die Dinge und Zeiten im Laufe der Generationen. Es wäre mehr als wünschenswert. Und natürlich führt das nur über Thematisierung, um die Dinge offen anzusprechen wie in diesem Artikel. VG, René

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  5. Meine Hochachtung, liebe Christiane, so ein Thema in einer Etüde unterzubringen. Auch wenn wir denken, dass es heute so etwas nicht mehr so gibt, erleben wir es immer wieder hautnah in abgewandelter Form und wir müssen die Augen aufhalten, denn Alkohol und Gewalt und ein verletztes männliches Ego sind eine hochexplosive Mischung.

    Mit lieben Grüßen,
    Anna-Lena

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  6. Liebe Christiane, gut in Worte gefasst was passieren kann, wenn ein Mann seinen Job verliert, die Frau aber einen hat. Männer definieren sich noch oft über ihre Arbeit. Frauen hingegen schauen eher was sinnvoll für die Familie ist.
    Allein, dass er sie als sündiges Weib bezeichnet, lässt erkennen, dass es hier um einen sehr konservativen Mann geht. Hoffentlich kriegt er sich wieder ein!
    liebe Grüße
    Ulli
    (Das sündige Weib spielt auch in meiner Etüde eine kleine Rolle – am Freitag, dann …)

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    • Ja, es kratzt am Selbstbewusstsein, den Job zu verlieren, während die Frau scheinbar mühelos wieder einsteigen kann.
      Ich glaube, dass die Haltung „Ich bin der Mann, ich trage die Verantwortung für meine Familie, auch als Ernährer“ sehr tief verwurzelt ist. Ich halte seine Handlungen für pure Verzweiflung. Was den Rest angeht, so hoffe ich mit dir. Wenn Religionen zur Rechtfertigung herangezogen werden, ist das oft … unerfreulich. Beiden, wenn ich mir das so überlege, würde vielleicht auch ein Gespräch mit ihrem Seelsorger guttun.
      Bin gespannt auf deine Etüde!
      Liebe Grüße
      Christiane

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  7. Schlimm, dass es solche Verhältnisse gibt und noch schlimmer, dass Frauen, die finanziell unabhängig sind, sich nicht aus so einer Situation befreien (wollen). Ich finde es unendlich deprimierend, dass diese Frau zu ihrem Mann sagt, sie werden zusammenbleiben, egal was passiert.

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    • Die Psyche nicht außer Acht lassen. Der religiöse Kontext, den Christiane spätestens in den Kommentaren erklärt, ist auch wichtig. Scheidung oder auch temporäre Trennung ist Sünde. Und: Wo steht, dass sie finanziell unabhängig ist? Ich weiß nicht wie der Arbeitsmarkt in Österreich ist, in Deutschland ist ein Bürojob im Klartext schon mal 450€-Job (brutto), damit kommst du nicht über die Runden. Alleinstehende Frauen werden auch nicht gerade bei der Wohnungsvergabe bevorzugt (in ihrer Gemeinde wird die nicht um Hilfe fragen können), ohne Wohnung nicht weiter Arbeit. Und selbst wenn sie zum Beispiel 1.800€ brutto hätte, wer sagt, dass das Gericht nicht entscheidet, dass sie ihrem Mann Unterhalt zahlen muss? Wenn man ihr überhaupt glaubt. Und dann hat die NICHTS mehr. Abgesehen davon haben viele Frauen in der Situation Angst (Suchmaschine: finanzielle Abhängigkeit), dass die Gewaltspirale nach der Trennung erst richtig losgeht.

      In Deutschland wird jeden 3. Tag eine Frau von ihrem (Ex-)Partner ermordet (Suchmaschine, im Moment schreiben da mehrere Medien zu, such dir das deines Vertrauens), da hat die sicher auch kein Interesse daran.

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      • Ich will ja niemandem gute Ratschläge geben, ich finde es nur extrem deprimierend, wenn jemand, ob Mann oder Frau, in einer miesen Lage schon resigniert bevor die Situation so richtig schlimm geworden ist. Wenn jemandes größtes Problem der selbst gewählte Partner ist und der eigene Überlebensdrang nicht zugelassen wird, weil doch die Religion und die Familie und die Nachbarn und weiß der Teufel wer noch …..
        Entschuldige, bei dem Thema werde ich gleich ganz emotional. Ich denke man sollte den Mut kultivieren, die Eigenverantwortung, die Lösungsorientierung. Klar, gelingt es nicht immer, aber wenigstens versuchen ist doch eine Frage der Selbstachtung. Und wo Selbstachtung ist, wird vielleicht auch nicht so hingeschlagen wie auf die Demut und Unterwerfung.
        Die Situation der Gehälter in Deutschland ist offenbar um vieles Schlimmer als in Österreich. Einen Job um 450 € kann ich mir nicht vorstellen. Für einen unqualifizierten 10 Stunden in der Woche Job, also zum Beispiel im Supermarkt Regale einschlichten oder am Flughafen Koffer einladen, bekommt man 700, 800 €. Wenig genug ….

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        • Ich verstehe was du sagen möchtest und vermutlich weißt du auch, dass Ratschläge auch Schläge sind. Das ist eine der ersten Dinge, die du nach Gewalterfahrung in Therapie lernst (in Deutschland).

          In sofern auch, wie will jemand beurteilen ob eine andere Person resigniert hat bevor es richtig schlimm geworden ist? Und was heißt das? Muss sie sich erst schlagen oder würgen lassen, erst ein sexueller Übergriff passieren, damit es von außen als „richtig schlimm“ wahrgenommen wird? Wenn man diesen Maßstab anlegt, dürfte es den Stalking-Paragrafen im Strafgesetzbuch nicht geben, denn von außen sieht das nie schlimm aus und deshalb ist es sauschwer nachzuweisen, was auch ein Grund ist warum viele Betroffene nichts machen. Es wird einem nicht geglaubt, die Beweise reichen nicht etc. und das gibt es eben auch bei anderen Gewaltformen, besonders bei Beziehungsgewalt, wo oft zum Nachteil des Opfers entschieden wird. Da von außen zu sagen er/sie/es soll aber gehen ist leicht, passiert aber aus Unkenntnis, weil viele Leute schon meinen mitreden zu können bevor sie sich informiert haben.

          Ob irgendjemand denkt, dass man Mut, Eigenverantwortung etc. kultivieren sollte ist zweitrangig in einer Gesellschaft, die das nicht tut. Und in Deutschland ist das eben nicht so. Bis vor 21 Jahren (ich meine, es war 1997) war Vergewaltigung in der Ehe nicht strafbar, wie Christiane schon sagte, ist es auch noch nicht soooo lange her, dass verheiratete Frauen nicht selber entscheiden durften ob sie arbeiteten (der Mann musste die Verträge unterschreiben). Wer in den 60er/70er Jahren in Westdeutschland geboren wurde ist noch so geprägt.

          800€ für zehn Stunden einschichten? Wie viele (besonders) Frauen in Deutschland würden da Freudensprünge machen!

          Büro mit abgeschlossener Ausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung, 30h die Woche: 450€, steht so in etlichen Anzeigen.

          Physiotherapeut*innen (und das sind Leute mit hochqualifizierten Ausbildungen, die sich immer wieder fortbilden müssen) ganz oft: 450€ und die pendeln dann zwischen mehreren Praxen um 38h/Woche vollzubekommen.

          etc.

          Und bitte nicht über 30, keine Kinder, MIT Führerschein und gefälligst flexibel. Da hat jemand aus einer konservativen Ehe keine Chance. Ungelernt kannst du hier vielleicht putzen, bleibst dann aber als Aufstocker in ALGII.

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        • Klar, wenn jemand keine Ratschläge haben möchte sollte er/sie auch keine bekommen. Ich selbst kann diesen Spruch mit den Ratschlägen, die Schläge sein sollen, der in den blogs so oft zu lesen ist, nicht wirklich nachvollziehen, ich höre mir Ratschläge an und vielleicht ist was dabei, was ich brauchen kann und vielleicht nicht. Wer zwingt mich, die Ratschläge umzusetzen? Wieso schlägt mich jemand, der/die mir etwas empfiehlt. Um Ratschläge als Schläge zu empfinden, muss man wohl eine ganz rigide Vorstellung davon haben, wie sich jeder Mensch zu verhalten hat und wenn man einen Ratschlag bekommt, weil man offenbar diesen rigiden Perfektionsansprüchen nicht genügt hat und irgendjemand findet, dass es noch besser ginge und einen Ratschlag erteilt, fühlt man sich kritisiert und „geschlagen“.

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        • Ich fang mal mit diesem deinem Kommentar an. Nein. Wenn man einen Ratschlag so gibt und versteht, wie du es vermutlich handhabst, dann verstehe ich deine Irritation gut. Was du offensichtlich noch nicht erlebt hast, ist, dass du ein Problem schilderst und jemand kommt, dir erst mal mehr oder weniger versteckt erklärt, dass du das (dein eigenes Problem) völlig falsch siehst und dass nur seine/ihre Sichtweise und damit auch seine/ihre Lösung die einzig richtige wäre. Solltest du auch nur geringste Zweifel daran haben, dann hast du jetzt zwei Probleme … vor allem, wenn dir der Ratschlagende nahesteht und von daher erwartet/Druck auf dich ausübt, dass du dich seiner/ihrer Sicht anschließt und SO handelst.
          Gibt’s nicht? Doch. Gibt’s. Häufig.
          (Stichwort: Wenn das die Lösung ist, will ich mein Problem zurück.)
          Liebe Grüße
          Christiane, zurück am Rechner

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        • Ob man den erstmal nachvollziehen kann ist die Frage, ich habe es erst auch nicht kapiert, was das soll, weil ich manchmal eben dachte, es ist vielleicht was hilfreiches dabei. Ich habe den Sinn erst in Gewaltopferberatung kapiert, dass ist nämlich der, dass die ratende Person keine Inneneinsicht hat und die die beratende Person dadurch vielleicht einen Rat annimmt, der im ersten Moment gut klingt, aber alles nur noch schlimmer macht. Das hat in dem Kontext mit kritisieren dann nichts zu tun. Vielleicht hast du ihn in Blogs von Leuten gelesen, die sicht als Gewalterfahrung habende geoutet sind und dann hat er natürlich einen anderen Beigeschmack, zumal es gut möglich ist, dass Leute, die diesen Kontext nicht kennen ihn bei Betroffenen aufgeschnappt haben und einfach weiter auf alles Mögliche verwendet haben.

          Ich habe noch zwei Links gefunden, warum Frauen sich nicht trennen und die Dynamik dahinter:

          https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/haeusliche-gewalt-phasen-und-dynamik-haeuslicher-gewalt.html

          https://www.frauenhelfenfrauenmtkev.de/praevention-und-oeffentlichkeitsarbeit/informationen/warum-trennen-sich-die-frauen-nicht-einfach.html

          Unter „Hoffnung“ würde vermutlich das rangieren, was Christiane als die Motivation ihrer Protagonistin beschreibt, dieser Glaube, sie schaffen es doch noch.

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        • Ich gehöre wie du weißt nicht zu den Leuten, die gerne sagen „Das ist so und so“ ohne „Beweise“ zu liefern. Außerdem ist es da gut und objektiv erklärt.

          Wenn ich das erkläre, kann immer noch jemand um die Ecke kommen „Die ist voreingenommen“, du oder Myriade wohl nicht, aber die Gefahr besteht immer.

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        • Interessante links, danke! Ein Schlüsselsatz für mich ist „Es ist auch leichter zu hoffen, als zu gehen.“ aus dem zweiten Text.
          .
          Ich glaube nicht, dass man sich in irgendjemand anderen zu 100% hineinversetzen kann, Gewalterfahrung oder nicht, aber als Beratungsstelle muss man wohl irgendwelche Hinweise, Tipps, Unterstützung anbieten

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        • Das mit der Bezahlung für den Bürojob und den Physiotherapeutenjob erschreckt mich auch, vor allem, da „450-Euro-Job“ bedeutet, dass das ein nicht versicherungspflichtiger Job ist und du daher nicht kranken- und rentenversichert bist (dies für Myriade, die das vielleicht nicht weiß).
          Bei dem Rest stimme ich dir ziemlich zu, ich bin vielleicht nur optimistischer.

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        • Ich weiß nicht wie es in Hamburg ist, aber hier in der Gegend mindestens die Hälfte aller Ausschreibungen. Ansonsten in der Kategorie Pflegekraft oder Betreuungskraft im Heim, ganz selten Verkäuferin für Aushilfetätigkeitenund ganz groß Da, wo ich nicht kaufe und Co., die sind auch die ersten wo man sich wenn man arbeitslos wird bewerben muss (wenn man nichtbehindert ist).

          Du „darfst“ beim Jobcenter und da landest du, wenn du Hausfrau warst, wie ich von Frau B. weiß, erstmal erklären warum du es mit dem Typen nicht mehr aushälst. Wenn die meinen, du stellst dich bloß an, so schlimm ist das alles nicht, dann gibt es erstmal nichts und du brauchst Rechtsbeistand.

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        • Ich hab, ehrlich gesagt, keine Ahnung, wie es akut aussieht. Ich empfand uns hier oben immer etwas liberaler, aber ich kenne Jobcenter auch von innen und weiß, dass es nichts gibt, was es nicht gibt. :-(
          (Kommentar Nummer zwei aus dem Papierkorb. Weiß inzwischen, warum, habs geändert.)
          Liebe Grüße
          Christiane

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        • Kann natürlich sein, dass in beiden Kommentaren irgendwelche Wortteile oder so waren, die auf der Sperrliste standen, die man anlegen kann und die eigentlich eine gute Sache ist.

          Im Großraum Köln-Düsseldorf-Ruhrgebiet ist es laut dem SoVD noch schwerer Arbeit zu finden als in den ausgebluteten Gebieten im Osten.

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        • Ich sehe nicht, dass sie resigniert hat, auch hier noch mal. Der Stoßseufzer zum Schluss bedeutet nicht, dass sie aufgibt, nur dass es ein bisschen viel war.
          Bei euch scheint die Situation im Niedriglohnsektor übrigens noch erheblich besser zu sein als bei uns, nur mal angemerkt.

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    • Okay, jetzt mal von vorn. Ich habe mit Absicht offen gelassen (um aus der 450-Euro-Job-Debatte rauszukommen), was das für ein „Bürojob“ ist, sagen wir mal, sie ist eine gelernte Bankkauffrau, hat ein paar Jahre gearbeitet, hat ihren Mann kennengelernt und geheiratet, der irgendein Industriemeister in der Produktion ist/war, und ist zu Hause geblieben, als die Kinder noch klein waren. Damit verdienen die beiden (sagt Google) ungefähr gleich. Mir kam es für die Etüde darauf an, dass die beiden den Status des „Ernährers der Familie“ tauschen.
      Dass sie an die Unverbrüchlichkeit ihrer Ehe glaubt oder glauben will, finde ich nicht deprimierend. Ja, es gibt bestimmt einen Punkt, wo man nur noch rennen kann, aber den sehe ich hier noch lange nicht erreicht. Sie erinnert ihn mit diesen Worten an ihre gemeinsamen Ziele, nämlich eine gute Ehe (was immer das ist) zu führen, ihre Kinder aufzuziehen und das Leben zusammen zu meistern. Sie weiß, dass er Minderwertigkeitskomplexe hat, weil sie die bessere Ausbildung hat und sich im Job nicht die Finger schmutzig machen muss, also zieht sie die einzige Karte, die sie hat, indem sie ihm seine Würde lässt und ihm trotzdem sagt, dass sich etwas ändern muss.
      Wie viele Frauen sind es, die in Wirklichkeit die Familien zusammenhalten? Dies ist bestimmt so eine. Möge sie glücklich sein.

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  8. Pfuh.
    Ich lese hier gerade ganz gespannt eure Kommentare und verfolge diese Diskussion. Die Links schaue ich dann später…

    Ich bekomme ja mal wieder gar nichts mit und trotzdem ist das Thema Gewalt (generell und speziell gegen Frauen) schon die ganze Woche auch für mich irgendwie aktuell.
    Da ist zum einen der Fall in meiner Heimatgemeinde, wo einer seine Frau mit der Waffe bedroht und damit das ganze Ausmaß der letzten 30 Jahre zum Vorschein kommt. Und dann ist da zum anderen mein letzter Abend vom Selbstverteidigungskurs. Wo wir genau dafür geübt haben, wie wir uns wehren können. Wo wir auch einige Dinge von unserem Kursleiter gehört haben, die uns den Mund offenstehen haben lassen. Gewalt gibt es nicht nur gegen Frauen, sondern auch gegen Männer. Aber die haben oft das Problem, dass ihnen nicht geglaubt wird. Und er erzählte auch, dass die Wegweisungen von Frauen zunehmen.

    Danke für diese Etüde, liebe Christiane.

    Liebe Grüße,
    Veronika

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    • Ja, man sieht es nicht, obwohl es quasi nebenan passiert, das ist schon bedrückend. Und, viel schlimmer: Wehrst du dich gegen deinen Mann, in dem Bewusstsein, dass er stärker ist als du? Und dann? Ihr müsst beide irgendwann irgendwo schlafen, traust du dich, traust du ihm genug, dass du die Nacht überlebst? Manchmal bedeutet es die Trennung, sich zu wehren, für sich einzustehen, das muss man wissen/wollen/einkalkulieren.
      (Nachfrage: Was bedeutet „Wegweisungen“? Ich verstehs nicht.)
      Liebe Grüße
      Christiane

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      • Das ist meines Erachtens ja der Knackpunkt. Wenn ich zuhause Gewalt erfahre, wo kann ich hin, wie geht es weiter. Wann ist das Maß endgültig voll, dass ich mich wehre und gehe? Oder halte ich es doch noch aus? Wegen der Kinder? Wegen meiner finanziellen Situation? Es ist leicht zu sagen, wenn er/sie mich einmal schlägt, dann bin ich weg. Aber wie sieht es tatsächlich aus, wenn ich mitten in der Situation drinnen stecke? Wahrscheinlich kann man das nicht beurteilen, solange man es nicht muss. Aber es macht Sinn, mögliche Auswege zu kennen und zu wissen, was man tun kann.

        Wegweisung ist die Maßnahme, wenn z.B. der Mann seine Frau schlägt und dann das gemeinsame Haus für eine gewisse Zeit nicht betreten darf. Die Details kenne ich nicht. Aber dem geht in jedem Fall eine harte Zeit für das Opfer voraus, inklusive Polizei und Gericht und Behördengängen und viel Angst wohl auch.

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        • Ah, alles klar, danke für die Erklärung.
          Du sprichst da ganz viele wichtige Fragen an. Dergl hat in einem Kommentar weiter oben Links gepostet, warum Frauen in Gewaltsituationen nicht gehen, da finde ich dich wieder. Und ja, ich bin deiner Meinung, es ist gut zu wissen, was man tun kann, selbst wenn man es dann lässt … 😞

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  9. Pingback: HHerbstastern, Gewalt und Tod auf der Straße – Agnes Podczeck

  10. Pingback: Wenn eine zuerst heitere Geschichte ernst wird … | vro jongliert

    • Vielleicht ändert sich da strukturell was, aber die Zahlen sind eindeutig: zwei Drittel der gemeldeten Täter sind Deutsche, jeden dritten Tag wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner umgebracht, man schätzt, dass die Dunkelziffer zu häuslicher Gewalt 80 Prozent beträgt.
      Das kann einem schon auf den Magen schlagen, nüchtern oder nicht.
      (Schön, dass du wieder mal in Bloghausen unterwegs bist, liebe Peggy, lange nichts mehr von dir gelesen!)
      Liebe Grüße nach Dubai
      Christiane

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      • Ja, es war viel los in letzter Zeit. Die Zahlen sind erschütternd. Sie geben mir das Gefühl, in einer hübschen Seifenblase zu leben. Vieles hängt sicherlich auch damit zusammen, wie Menschen groß werden. Wer zu Hause Gewalt erlebt hat, ob nun am eigenen Leib oder als kindlicher Zuschauer, empfindet dies wohl eher als normal. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, dass sich das viel zu langsam ändert. Die Grundlagen werden schon sehr früh im Leben gelegt. Da kann man nur hoffen, dass das Reden und Aufklären und Geschichtenschreiben hilft, in jeder neuen Generation für weniger Gewalt (zu Hause und auch anderswo) zu sorgen.

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        • Ich kenne das Gefühl mit der hübschen Blase auch, und oft schon habe ich mich unverdient privilegiert gefühlt. Andererseits: Wir alle hätten an Männer geraten können, denen im Suff oder in Erregung „die Hand ausrutscht“ oder Schlimmeres. Wir hätten gebunden sein können, bevor wir in die Situation gekommen wären, wo es sich herausgestellt hätte. Wir hatten Glück. Bisher.
          Was man tun kann, ist, die Augen offen zu halten und zu helfen, wenn es möglich ist. Und Hilfe kann mit Freundlichkeit beginnen, mit der richtigen Frage zum richtigen Zeitpunkt … und, natürlich, mit Geschichten.
          Dir Gutes und liebe Grüße
          Christiane

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  11. Deine Etüde könnte in der Realität stattfinden. Eine Geschichte, die vermutlich ziemlich oft passiert, wenn sich Männer in ihrem Stolz verletzt fühlen und schwer ertragen, daß es ihnen nicht mehr möglich ist, die Familie alleine zu ernähren.
    Für mich klingt Deine Geschichte so aus, daß ich glaube, er wurde von ihr auf dem richtigen Fuß erwischt und seine Aggresivität verpuffte.
    Meine Mutter arbeitete immer mal wieder mit, das war nie ein Problem, aber das, was mein Vater verdiente, das mußte sie heimlich nachsehen, was ich nie verstanden habe.
    Daß es Gewalt in vielen Familien gibt, ob verbal oder körperlich, ist sehr erschreckend, aber tatsächlich wahr. Ich konnte es über die vielen Jahre verteilt in unserem schönen gemütlichen Sechsfamilienhaus zweimal miterleben.
    Da waren die Rollen aber anders verteilt und es genau zu schildern würde hier zu weit führen.

    Ganz herzlich, Bruni

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    • Liebe Bruni, ich danke dir, du scheinst die Einzige zu sein, die dieses „auf dem richtigen Fuß erwischt“ in Worte fasst. Genau das sollte es nämlich sein: Er will sie nicht schlagen, er weiß nur nicht, wohin mit sich, seine Welt steht kopf und er hört auf die falschen Leute; er ist eher ein armer Tropf als alles andere. Er braucht sie gerade sehr, und ich habe ihre Figur durchaus so angelegt, dass sie der Meinung ist, dass es jetzt „in Zeiten der Not“ ihr Job ist, ihn (und damit die ganze Familie) zu unterstützen.
      Ich gehe sehr davon aus, dass meine Etüde in der Realität stattfindet. Irgendwo. Mit religiöser Motivation oder ohne.
      Liebe Grüße zurück
      Christiane

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